Hauptmenü öffnen

Silberg (Dautphetal)

Ort in der Gemeinde Dautphetal

Silberg ist eine Ortsteil der Großgemeinde Dautphetal im mittelhessischen (Landkreis Marburg-Biedenkopf).

Silberg
Gemeinde Dautphetal
Wappen von Silberg
Koordinaten: 50° 51′ 25″ N, 8° 29′ 47″ O
Höhe: 330 (330–370) m ü. NHN
Fläche: 4,5 km²[1]
Einwohner: 444 (31. Dez. 2017)[2]
Bevölkerungsdichte: 99 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35232
Vorwahl: 06468
Karte
Lage von Silberg in der Gemeinde Dautphetal
Die Gemeinde Dautphetal mit Silberg im Nordwesten
Die Gemeinde Dautphetal mit Silberg im Nordwesten

GeographieBearbeiten

Silberg liegt im Westen des Landkreises Marburg-Biedenkopf auf ca. 330–370 m ü. NN in den Ausläufern des Rheinischen Schiefergebirges. Die Stadt Biedenkopf ist etwa 7,8 km entfernt und Dautphe etwa 2,3 km.

Silberg liegt im Naturraum Breidenbacher Grund, der sich im Norden des Gladenbacher Berglandes befindet, am Schwindelbach, der über den Fortbach nach Osten und damit von links in die Dautphe entwässert. Nördlich schließt sich das große Waldgebiet um den Schwarzenberg an.

GeschichteBearbeiten

Silberg wurde erst im Jahr 1339 erwähnt und gehörte, als Teil des Gerichts Dautphe im Amt Biedenkopf, bis 1567 zur Landgrafschaft Hessen, von 1567 bis 1604 zu Hessen-Marburg. Die Herren von Hohenfels waren Lehnsinhaber in der Region. Von 1604 bis 1627 war die Vorherrschaft über das Amt Biedenkopf zwischen der Landgrafschaft Hessen-Kassel und der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt strittig, von 1627 bis 1806 gehörte das Amt Biedenkopf bzw. Silberg zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt bzw. nach 1806 zum Großherzogtum Hessen und ab 1866 zur preußischen Provinz Hessen-Nassau. Seit der hessischen Gebietsreform 1974 ist Silberg Teil der Großgemeinde Dautphetal im seitdem bestehenden Landkreis Marburg-Biedenkopf in Hessen. Silberg war stets von der Landwirtschaft geprägt, aber Bergbau wurde auch im Dorf betrieben. Der Bergbau ist seit 1562 im Dorf belegt und der Kupfererzbergbau gewann vor allem von 1730 bis 1820 an Bedeutung. In diesem Zeitraum durchlief Silberg einen wirtschaftlichen Aufschwung.

GebietsreformBearbeiten

Am 1. Juli 1974 wurde die Silberg im Rahmen der Gebietsreform in Hessen mit 11 weiteren Gemeinden kraft Landesgesetz zur neuen Großgemeinde Dautphetal zusammengeschlossen.[3][4] Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden wurden Ortsbezirke eingerichtet.

Territorialgeschichte und VerwaltungBearbeiten

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Silberg lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][5]

BevölkerungBearbeiten

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1577: 11 Hausgesesse
• 1630: 12 Hausgesesse (8 zweispännige, l einspännige Ackerleute, 2 Einläuftige).
• 1677: 12 Hausgründe, 3 ledige Personen.
• 1742: 28 Haushalte
Silberg: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2017
Jahr  Einwohner
1791
  
115
1830
  
192
1834
  
207
1840
  
215
1846
  
227
1852
  
226
1858
  
237
1864
  
209
1871
  
208
1875
  
260
1885
  
236
1895
  
243
1905
  
278
1910
  
292
1925
  
324
1939
  
321
1946
  
477
1950
  
443
1956
  
408
1961
  
380
1967
  
388
2012
  
460
2016
  
457
2017
  
444
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; 1791:[8]; nach 2000: Gemeinde Dautphetal (webarchiv)

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1830: 192 evangelische Einwohner
• 1885: 231 evangelische, keine katholischen, 5 anderes konfessionelle christliche Einwohner
• 1961: 316 evangelische (= 83,16 %), 59 römisch-katholische (= 15,53 %) Einwohner

ErwerbstätigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1867: Erwerbspersonen: 62 Landwirtschaft, l Erziehung und Unterricht.
• 1961: Erwerbspersonen: 108 Land- und Forstwirtschaft, 101 produzierendes Gewerbe, 16 Handel und Verkehr, 8 Dienstleistungen und sonstiges.

PolitikBearbeiten

OrtsbeiratBearbeiten

Der Ortsvorsteher von Silberg ist zurzeit Harald Velte.

WappenBearbeiten

Das Silberger Symbol vereinigt drei Elemente in sich. Ein rotes Flügelpaar weist auf das Wappen der Herren von Hohenfels hin. Mit dem Flügelpaar ist ein Dreiberg verbunden, der den zweiten Teil des Ortsnamens Silberg darstellt. Der grüne Dreiberg ist mit einem silbernen Kleeblatt belegt.

Blasonierung: Auf grünem Dreiberg, belegt mit einem silbernen vierblättrigen Kleeblatt, in Silber ein roter offener Adlerflug.

Freizeit und ErholungBearbeiten

  • Radwander- und Wandermöglichkeiten
  • Freibäder in umliegenden Orten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f Silberg, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 14. November 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. „Einwohnerzahlen der Gemeinde Dautphetal“ im Internetauftritt der Gemeinde Dautphetal, abgerufen am 28. März 2018
  3. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 20 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,0 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 350 f.
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 7 (bei google books).
  7. Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 415 (online bei Google Books).
  8. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 186, 281 (online bei HathiTrust’s digital library).