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GeographieBearbeiten

 
Saulgrub aus der Nähe Sonnen/Kraggenau
 
Gemeindeteil Altenau

Saulgrub liegt in der Region Oberland und im Naturpark Ammergauer Alpen.

GemeindegliederungBearbeiten

Saulgrub liegt im Naturpark Ammergauer Alpen.

Die Gemeinde hat sechs amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Es existieren die Gemarkungen Saulgrub und Unterammergauer Forst.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Saulgrub, damals sulgrain genannt, wurde 1280 erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte lange Zeit bis zur Säkularisation 1803 zum Kloster Ettal. Saulgrub war Bestandteil des Herrschaftsgerichts Murnau des ehemals reichsunmittelbaren Klosters. Grundherr war teils das Kloster Ettal, teils das Kloster Rottenbuch.

Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde, die zum Landgericht Schongau gehörte.

19. JahrhundertBearbeiten

Im Jahre 1840 wurde in einer Dorfchronik von einer Burg berichtet, die nahe dem „Obermoosfilz“ gestanden habe und deren Mauerreste von den Saulgrubern zum Bau ihrer Häuser verwendet wurden.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Saulgrub ein etruskischer Bronzehelm aus dem 6. Jahrhundert vor Christus gefunden. Außerdem führte nachweislich die Rottstraße von Augsburg nach Verona durch das heutige Ortsgebiet.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1840: 0401 Einwohner
  • 1900: 0595 Einwohner
  • 1950: 1171 Einwohner
  • 1987: 1469 Einwohner
  • 1991: 1458 Einwohner
  • 1995: 1535 Einwohner
  • 2000: 1618 Einwohner
  • 2005: 1687 Einwohner
  • 2010: 1648 Einwohner
  • 2015: 1640 Einwohner

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist Rupert Speer (Wählergemeinschaft), er wurde 2008 Nachfolger von Michael Mangold jun. und 2014 wiedergewählt.

GemeinderatBearbeiten

Dem Gemeinderat gehören zwölf Mitglieder und der Bürgermeister an, die alle bei der Wählergemeinschaft aktiv sind.

SteuereinnahmenBearbeiten

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2014 1,034 Mio. €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 225.000 €. Außerdem hat Saulgrub seit 2010 keine Schulden mehr.[3]

WappenBearbeiten

Die Wappenbeschreibung lautet: Unter von Silber und Blau geteiltem Schildhaupt in Silber ein wachsender roter Greifenlöwe.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
St. Franziskus mit Blick auf Saulgrub
  • Das hervorgehobenste Bauwerk in Saulgrub selbst ist die auf einem Hügel über dem Ort liegende Kirche St. Franziskus.
  • Mehrere Bauernhäuser und Stadel, teilweise mit aufwändigem Holzschnitzwerk, sowie der Bahnhof Saulgrub stehen unter Denkmalschutz.
  • Auf einer Anhöhe nahe dem Wetzsteinrücken befindet sich die Fatima-Kapelle, welche 1954 nach einem Gelübde gebaut wurde.
  • Ein weiterer sehenswerter Sakralbau, die Kirche St. Anton, ist Mittelpunkt des Ortsteils Altenau.
  • Auch in Wurmansau steht eine Kirche, die Kapelle St. Josef.
  • In dem Wald entlang der Halbammer südlich von Unternogg steht die Hubertuskapelle
  • Das an der Ammer liegende, in den Jahren 1898/99 errichtete Kraftwerk Kammerl ist das älteste Bahnkraftwerk der Welt für Einphasenwechselstrom.

NaturerscheinungenBearbeiten

 
„Scheibum“ kurz hinter dem Eintritt der Ammer
  • In unmittelbarer Nähe des Kraftwerkes Kammerl liegt die Scheibum, ein Felsdurchbruch der Ammer. Ab dort fließt der Fluss durch die Ammerleite, eine Schlucht, die nur mit dem Kanu befahrbar ist.
  • Das Altenauer Moor liegt zwischen Saulgrub und Altenau. Es ist ein Hochmoor und an seiner höchsten Stelle noch offen. Vom Naturfreundehaus in Saulgrub ist der Tiefsee durch ein Spirkenfilz zu erreichen.[4]: 20, 21 Der Wanderer wird über einen mit Holzbalken befestigten Pfad sicher geleitet.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Es gab 2011 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft und im Bereich Handel und Verkehr keine und im Produzierenden Gewerbe 189 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 132 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 618. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe.

Zudem bestanden im Jahr 2010 29 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 702 ha.[3]

VerkehrBearbeiten

Saulgrub ist mit einem Haltepunkt an der Ammergaubahn an das Netz der Deutschen Bahn angeschlossen. Dort halten stündlich Züge in Richtung Oberammergau bzw. Murnau am Staffelsee. Außerdem führt die Buslinie 9606 des RVOs durch den Ort.

Durch den Ort führt die Bundesstraße 23 von Peiting nach Garmisch-Partenkirchen. Zudem besteht seit 2016 eine vollständig befahrbare Umgehungsstraße.[5]

BildungBearbeiten

Im Jahr 2012 gab es folgende Einrichtungen:[3]

  • Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 38 Kindern
  • Volksschule: eine mit vier Lehrern und 60 Schülern

Kunst und KulturBearbeiten

Von April bis Juni 2015 gastierten die ein Meter großen United Buddy Bears im Park des Aura-Hotels in Saulgrub. In Zeiten von Krisen, Kriegen und Rassenproblemen erinnerte die Ausstellung die Menschen daran, mehr Toleranz untereinander zu zeigen. Bürgermeister Rupert Speer bezeichnete die Bären in seiner Rede als „Friedenssymbole“.[6]

TourismusBearbeiten

Die Gemeinde Saulgrub gehört zur Tourismusregion Ammergauer Alpen. Touristisch vertreten wird die Region durch die Ammergauer Alpen GmbH. Zur Naturparkregion Ammergauer Alpen gehören neben Saulgrub die Orte Oberammergau, Unterammergau, Bad Bayersoien, Bad Kohlgrub und Ettal/Graswang/Linderhof.

Im Jahr 2018 hat Saulgrub über 40.000 Übernachtungen und mehr als 9.000 Ankünfte generiert.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Saulgrub in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 5. September 2019.
  3. a b c Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Statistik kommunal 2012: Saulgrub (PDF-Datei; 1,67 MB)
  4. Heinfried Barton: Die Ammergauer Alpen. 2. Auflage. Frankh’sche Verlagshandlung W. Keller & Co., Stuttgart 1989, ISBN 3-440-04817-9.
  5. Ein Tag für die Geschichtsbücher. Merkur-online, 5. Mai 2013, abgerufen am 6. Mai 2013.
  6. Merkur, 14. Mai 2015: „Buddy Bear“-Ausstellung: Bunte Symbole des Friedens