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Riegsee (Gemeinde)

Gemeinde im Landkreis Garmisch-Partenkirchen in Bayern
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Riegsee
Riegsee (Gemeinde)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Riegsee hervorgehoben
Koordinaten: 47° 42′ N, 11° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Garmisch-Partenkirchen
Verwaltungs­gemeinschaft: Seehausen am Staffelsee
Höhe: 668 m ü. NHN
Fläche: 20,43 km2
Einwohner: 1197 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km2
Postleitzahl: 82418
Vorwahl: 08841
Kfz-Kennzeichen: GAP
Gemeindeschlüssel: 09 1 80 128
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Graswegerer 1
82418 Seehausen a.Staffelsee
Website: www.riegsee.de
Bürgermeister: Rudolf Kühn (Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Riegsee im Landkreis Garmisch-Partenkirchen
Ettaler ForstWallgauUnterammergauUffing am StaffelseeSpatzenhausenSeehausen am StaffelseeSaulgrubRiegsee (Gemeinde)OberauOberammergauMurnau am StaffelseeMittenwaldKrünGroßweilGrainauGarmisch-PartenkirchenFarchantEttalBad BayersoienBad KohlgrubOhlstadtEschenloheSchwaigenLandkreis OstallgäuLandkreis Bad Tölz-WolfratshausenLandkreis Weilheim-SchongauÖsterreichKarte
Über dieses Bild
Aidling (vorne rechts) und Riegsee (Mitte) am gleichnamigen See; jenseits davon Murnau
Luftaufnahme von Aidling

Riegsee ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Seehausen am Staffelsee. Der Ort ist Teil der Tourismusregion Das Blaue Land.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Riegsee liegt in der Region Oberland am gleichnamigen Riegsee.

Es existieren folgende Gemeindeteile: Aidling, Guglhör, Hagen, Höhlmühle, Leibersberg, Lothdorf, Mühlhagen, Perlach, Riegsee.[2]

GeschichteBearbeiten

Bis zur Gründung der GemeindenBearbeiten

Nachweisbar haben bereits in der Bronzezeit (etwa 2000 bis 1400 v. Chr.) und in der späten Hallstattzeit (ca. 750 bis 450 v. Chr.) Menschen im heutigen Gemeindegebiet Riegsee gelebt, haben den Boden bestellt und wurden hier bestattet. Zahlreiche Hügelgräber und Grabbeigaben sind Zeugen dafür.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Riegsee geht auf das Jahr 1150 zurück. Riegsee gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Weilheim des Kurfürstentums Bayern. Ein bajuwarisches Reihengräberfeld am nördlichen Ortsrand aus dem frühen Mittelalter sowie Reste eines altromanischen Baues (etwa 1000 bis 1270 n. Chr.) der St. Stephan-Kirche weisen darauf hin.[3]

Der Ortsteil Aidling wurde erstmals im Jahr 710 erwähnt und war bis 1716 Sitz einer Hofmark.[4]

Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstanden mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinden Riegsee und Aidling, die zum Landgericht Weilheim gehörten.

KreiszugehörigkeitBearbeiten

Am 1. Juli 1972 wurden diese Gemeindegebiete dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen zugeschlagen (vorher Weilheim in Oberbayern).

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Aidling im Zuge der Gemeindegebietsreform eingegliedert.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 0717 Einwohner
  • 1970: 0794 Einwohner
  • 1987: 1000 Einwohner
  • 1991: 1089 Einwohner
  • 1995: 1088 Einwohner
  • 2000: 1147 Einwohner
  • 2005: 1145 Einwohner
  • 2010: 1155 Einwohner
  • 2015: 1204 Einwohner

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist Rudolf Kühn (Wählergemeinschaft).[6]

WappenBearbeiten

Die Wappenbeschreibung lautet: „Von Silber und Blau wellenförmig geteilt; oben ein roter Hirschrumpf, unten schräg gekreuzt eine goldene Heugabel und ein goldener Abtstab.“

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 265. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 53 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1074 Hektar. Davon waren 13 Hektar Ackerfläche und 1059 Hektar Dauergrünfläche.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Baudenkmäler und BodendenkmälerBearbeiten

Die bekanntesten der 16 Baudenkmäler in der Gemeinde Riegsee sind:

  • die katholische Pfarrkirche St. Georg in Aidling, errichtet 1749
  • die katholische Filialkirche St. Stephan in Riegsee, errichtet im 15. Jahrhundert und 1740 barockisiert
  • die katholische Filialkirche St. Blasius in Hagen, errichtet 1734

Außerdem gibt es 19 Bodendenkmäler in der Gemeinde Riegsee, darunter Grabhügel mit Bestattungen der Bronzezeit und der Hallstattzeit sowie eine Höhensiedlung der frühen und mittleren Bronzezeit, der späten Latènezeit und der römischen Kaiserzeit sowie Burgstall des hohen und späten Mittelalters ("Hagen").[7]

Die gut ausgeschilderte 3. Etappe des Meditationswegs Ammergauer Alpen im Blauen Land führt von Murnau über Riegsee und den Riegsee entlang zum Aidlinger Höhenweg über Moränen der Würmeiszeit mit einer Höhe von bis zu 792 m zur Höhlmühle und zurück nach Aidling.[8]

BildungBearbeiten

  • Kindergarten mit 25 Plätzen[9]
  • Die Grundschule, eine Realschule, eine Mittelschule und ein Gymnasium befinden sich im 4 km entfernten Murnau am Staffelsee.

SonstigesBearbeiten

 
Öffentlicher Bücherschrank vor dem Gemeindeamt in Riegsee

In Riegsee gibt es seit 2016 einen öffentlichen Bücherschrank in einer umgebauten Telefonzelle vor dem Gemeindeamt.[10] Außerdem gibt es seit 2017 eine Mitfahrbank, die als selbstgeschnitzter Nahverkehr für Mitfahrgelegenheiten nach Aidling und Murnau am Staffelsee genutzt werden kann.[11] Beide Projekte wurden im Rahmen von Ferienprogrammen durch Kinder aus der Gemeinde unter Anleitung des Schriftstellers Jörg Steinleitner und des Papierkünstlers Johannes Volkmann[12] umgesetzt.

Der Arbeitskreis Geschichte der Gemeinde Riegsee hat bisher drei Bände der Riegseer Ortschronik veröffentlicht:[13]

  • Band 3: Der Weg in die Demokratie 1919 bis 1949
  • Band 5: Das Land im „oberen Ambt“ – Fluren der Gemarkungen Aidling und Riegsee und ihre Bewirtschaftung
  • Band 8: Die Aidlinger Schule – Gott zur Ehr’, den Schülern zur Lehr’[14]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Riegsee (Gemeinde) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Riegsee in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 25. September 2017
  3. Riegsee - eine Pfahlbausiedlung? Gemeinde Riegsee, abgerufen am 7. Juli 2019.
  4. Hofmark Aidling und Burg Lichtenegg. Gemeinde Riegsee, abgerufen am 7. Juli 2019.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 578.
  6. Impressum der Internetpräsenz der Gemeinde
  7. Baudenkmäler und Bodendenkmäler der Gemeinde Riegsee. (PDF; 309 kB) Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, 28. Juli 2018, abgerufen am 6. Juli 2019.
  8. Meditationsweg, 3. Etappe (Murnau–Aidling). Das Blaue Land, abgerufen am 8. Juli 2019.
  9. Kindergarten Zwergerlhaus Riegsee. Abgerufen am 6. Juli 2019.
  10. Andreas Seiler: Ungewöhnliches Ferienprojekt in Riegsee: Mini-Dorfbücherei in Telefonzelle: Lesefreuden auf einem Quadratmeter. Münchner Merkur, 24. August 2016, abgerufen am 5. Juli 2019.
  11. Birgit Schwarzenberger: Mitfahrinitiative in Riegsee und Aidling: Der etwas andere öffentliche Nahverkehr. Kunstprojekt von Papierkünstler Johannes Volkmann. Münchner Merkur, 25. August 2017, abgerufen am 5. Juli 2019.
  12. Johannes Volkmann: Gelebte Schnitzkunst. „Gemeinsam etwas erschaffen, das allen etwas nutzt“. Fa.Zusammenkunst, abgerufen am 12. Juli 2019.
  13. Riegsee Ortschronik – bisher 3 Bände veröffentlicht. Gemeinde Riegsee, abgerufen am 7. Juli 2019.
  14. Roland Lory: Unterricht anno dazumal: Ein Lehrer für alle Dorfkinder. Münchner Merkur, 19. Dezember 2016, abgerufen am 7. Juli 2019.