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Rocca Pietore (ladinisch La Ròcia, deutsch Rukepraun) ist eine Gemeinde mit 1203 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017) in der italienischen Provinz Belluno, Region Venetien südwestlich von Cortina d’Ampezzo. Ein Ortsteil der Gemeinde ist die Skistation Malga Ciapela am Fuße der Marmolata. Nachbargemeinden sind Alleghe, Canale d’Agordo, Canazei, Colle Santa Lucia, Falcade, Livinallongo del Col di Lana, Sèn Jan di Fassa, San Tomaso Agordino, Soraga und Vallada Agordina.

Rocca Pietore
Wappen
Rocca Pietore (Italien)
Rocca Pietore
Staat Italien
Region Venetien
Provinz Belluno (BL)
Lokale Bezeichnung La Rocia / Ròća
Koordinaten 46° 26′ N, 11° 59′ OKoordinaten: 46° 26′ 0″ N, 11° 59′ 0″ O
Fläche 76 km²
Einwohner 1.203 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 16 Einw./km²
Postleitzahl 32020
Vorwahl 0437
ISTAT-Nummer 025044
Website Rocca Pietore

Die Fraktion Sottoguda ist seit 2016 Mitglied der Vereinigung I borghi più belli d’Italia[2] (Die schönsten Orte Italiens).

OrtsteileBearbeiten

Zur Gemeinde gehören die folgenden Ortsteile (in Klammern die ladinische Bezeichnung):

  • Bosco Verde
  • Bramezza (Bremeza)
  • Caracoi Agoin (Caracogn Agoin)
  • Caracoi Cimai (Caracogn Zimai)
  • Col di Laste
  • Col Di Rocca (Còl de Ròcia)
  • Condio (Congiuo)
  • Dagai (Daghè)
  • Davare
  • Digonera
  • Laste di Sopra (Laste de Sora)
  • Laste di Sotto (Laste de Sot)
  • Le Coste
  • Malga Ciapela
  • Masarè
  • Moè di Laste (Muiei)
  • Molin
  • Pian
  • Palue
  • Pezzè (Pezéi)
  • Rocca Pietore (Ròća, Kernort, Gemeindeverwaltung)
  • Ronch
  • Santa Maria Delle Grazie (Zernade)
     
    Blick auf das verschneite Santa Maria delle Grazie
  • Saviner di Calloneghe (Savinei)
  • Saviner di Laste (Savinei)
  • Soppera (Sopiera)
  • Sopracordevole (Soracordol)
  • Sorarù
  • Sottoguda (Staguda)
  • Troi
  • Val

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Einwohner

 

GeschichteBearbeiten

Die Anfänge der Siedlungsgeschichte liegen im Dunkeln. Möglicherweise bestand bereits eine Langobarden-Siedlung, die auch das obere Tal des Avisio sowie das Fodom umfasste. Im Hochmittelalter bis ins späte 14. Jahrhundert gehörte Rocca Pietore zu Tirol und zur Diözese Brixen. 1395 geriet es in die Abhängigkeit der Stadt Belluno und gehörte damit zur Republik Venedig, wobei es indes eine weitgehende, durch die ladinische Kultur geprägte Autonomie beibehielt, die 1417 mit den Statuten der Magnifica Comunità Rocca festgeschrieben wurde.

Nach der napoleonische Eroberung der Republik Venedig 1806 und dem Wiener Kongress 1815 fiel Rocca Pietore an Österreich und 1866 zurück an Italien.

Seit Mitte der 1960er Jahre hat sich die Gemeinde mit dem Bau der Seilbahnen zur Marmolata zunehmend dem Tourismus geöffnet. Sie ist Teil der Initiative Dolomiti Superski. Eine weitere touristische Attraktion ist die Serrai-Schlucht im Ortsteil Sottoguda.

Die Serrai-Schlucht von SottogudaBearbeiten

 
Serrai-Schlucht von Sottoguda

Die Serrai-Schlucht von Sottoguda ist eine ca. 2 Kilometer lange Klamm mit etwa 50 Meter hohen Wänden zwischen Sottoguda und Malga Ciapela. Durch die nur 8 bis 10 m breite Schlucht fließt der Wildbach Pettorina. Die Schlucht ist begehbar oder mit einer Touristenbahn befahrbar.

Am Anfang der Schlucht von Osten kommend sind linksseitig zwei Felskavernen. Sie wurden im Ersten Weltkrieg von der K.u.K.-Armee als Sprengkammern angelegt, um den Durchgang der Schlucht zu verhindern.

Um die Schlucht ranken sich zahlreiche ladinische Dolomitensagen wie beispielsweise diejenige des Schattenkönigs (Ré Ombro), der in einem Schloss aus Alabaster in der Gegend lebte und dessen schöne Tochter Ombretta einen Fürsten heiraten sollte. Da verwandelte die missgünstige Stiefmutter die Königstochter mit Hilfe einer Hexe an ihrem Hochzeitstag in einen Stein.

Das SchmiedehandwerkBearbeiten

Die Ortsteile Pian und Sottoguda sind international bekannt für das Schmiedehandwerk. In der Hauptstraße von Sottoguda reiht sich ein Handwerksbetrieb an den anderen mit zahlreichen schmiedeeisernen Alltagsgegenständen und Skulpturen.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rocca Pietore – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 
Die Geschichte vom Schattenkönig (Tafel am Schluchteingang)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2017.
  2. I borghi più belli d’Italia. Borghipiubelliditalia.it, abgerufen am 4. August 2017 (italienisch).