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Ringelai

Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ringelai
Ringelai
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ringelai hervorgehoben

Koordinaten: 48° 49′ N, 13° 28′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Freyung-Grafenau
Höhe: 425 m ü. NHN
Fläche: 16,39 km2
Einwohner: 1875 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94160
Vorwahl: 08555
Kfz-Kennzeichen: FRG, GRA, WOS
Gemeindeschlüssel: 09 2 72 140
Gemeindegliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Pfarrer-Kainz-Str. 6
94160 Ringelai
Website: www.ringelai.de
Bürgermeister: Max Köberl (SPD-FWG)
Lage der Gemeinde Ringelai im Landkreis Freyung-Grafenau
Landkreis RegenLandkreis DeggendorfLandkreis PassauSchöfwegWaldhäuserwaldSchönbrunner WaldSchlichtenberger WaldSankt OswaldPleckensteiner WaldPhilippsreuter WaldMauther ForstSpiegelauGraineter WaldAnnathaler WaldZentingWaldkirchenThurmansbangSpiegelauSchönberg (Niederbayern)NeuschönauSankt Oswald-RiedlhütteSaldenburgRöhrnbachRingelaiPhilippsreutPerlesreutNeureichenauMauthJandelsbrunnInnernzellHohenau (Niederbayern)HinterschmidingGrainetGrafenau (Niederbayern)FürsteneckFreyungEppenschlagSchöfwegLeopoldsreuter WaldFrauenberger und Duschlberger WaldHaidmühleÖsterreichTschechienKarte
Über dieses Bild
Blick auf Ringelai

Ringelai ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau. Der staatlich anerkannte Erholungsort wird wegen seiner klimatisch guten Gegebenheiten auch „Schmalzdobl“ und „Meran des Bayerischen Waldes“ genannt.

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Gemeinde liegt in der Region Donau-Wald im Bayerischen Wald, exakter im tief eingeschnittenen, weiten Talboden der Wolfsteiner Ohe. Ringelai befindet sich rund acht Kilometer westlich der Kreisstadt Freyung, elf Kilometer südöstlich von Grafenau, 18 km nordöstlich von Tittling und 33 km nördlich der Universitäts- und Dreiflüssestadt Passau.

Das Tal von Ringelai wird durch Berge eingerahmt, von denen der Geistliche Stein (731 Meter) im Westen und der Frauenstein (632 Meter) im Osten die bekanntesten sind. Der Hauptort Ringelai liegt in einer Höhenlage von 410 Metern.

GemeindegliederungBearbeiten

Es gibt zwölf Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Ringelai und Wasching.

NachbargemeindenBearbeiten

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Das Dorf wurde 1312 zum ersten Male genannt, zugehörend dem Kloster Niedernburg (Passau). Damals trat ein Christian von ring Laib bei einem Hofverkauf als Zeuge auf. Der merkwürdige Ortsname ist schwer zu deuten, wahrscheinlich bezeichnet er den „Verleib“ (althochdeutsch: laiba), den Aufenthaltsort, die Ansiedlung eines Ringolo.

Die frühen Berichte erwähnen wiederholt den im Vergleich zu anderen Dörfern im Bayerischen Wald fruchtbaren Boden und großen Wohlstand des Dorfes. Hier verlief das Grenzgebiet zwischen dem Hochstift Passau und dem Kurfürstentum Bayern. Am Geistlichen Stein sind heute noch Grenzsteine aus dem Jahr 1691 erhalten. Vorübergehend gab es in Ringelai eine Christkindl-Wallfahrt. An der Stelle einer Kapelle wurde 1752 eine Kirche erbaut. Sie wich einem Neubau von 1919 bis 1921.

Der Ort im Hochstift Passau wurde 1803 mit dem größten Teil des Hochstiftsgebietes zugunsten des Erzherzogs Ferdinand von Toskana säkularisiert und fiel erst 1805 an Bayern.

UmbenennungBearbeiten

Am 27. April 1951 wurde der Gemeindename Kühbach amtlich in Ringelai geändert.[3]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1970: 1641 Einwohner
  • 1987: 1813 Einwohner
  • 1991: 1961 Einwohner
  • 1995: 2029 Einwohner
  • 2000: 2117 Einwohner
  • 2005: 2140 Einwohner
  • 2010: 2047 Einwohner
  • 2015: 1899 Einwohner

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Die 14 Gemeinderatssitze teilen sich die CSU (sechs Sitze), die Gemeinschaftsliste der SPD-FWG (fünf Sitze) und die UBL (unabhängige Bürgerliste) Ringelai (drei Sitze).

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist Max Köberl (SPD-FWG).

FinanzenBearbeiten

2016 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 946.000 Euro, davon waren Gewerbesteuereinnahmen (netto) 46.000 Euro und die Beteiligung an der Einkommensteuer 668.000 Euro.

WappenBearbeiten

Die Wappenbeschreibung des Wappens aus dem Jahr 1965 lautet: In Blau über silbernem Dreiberg, darin ein dreiblätteriges grünes Kleeblatt, ein goldener Grenzstein, dem ein silberner Wellenbalken unterlegt ist. Der Dreiberg weist auf die Lage zwischen drei Bergen hin, der Wellenbalken auf die Wolfsteiner Ohe. Der Grenzstein erinnert an die ehemalige Grenze zwischen dem Hochstift Passau und dem Kurfürstentum Bayern vor 1803. Das Kleeblatt ist ein Symbol für die Fruchtbarkeit des Bodens.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Deutschlands einzige Christkindlwallfahrt
  • Keltendorf Gabreta, ein Freilichtmuseum in Lichtenau/Ringelai
  • Wildbachklamm Buchberger Leite
  • Mund + Art Theater mit Eigensinn
  • Hexenmuseum, erinnert an den Hexenprozess von Fürsteneck
  • Die heutige Kirche von Ringelai wurde 1919/20 von dem bekannten süddeutschen Architekten Michael Kurz geplant. Sie ist der Maria Patrona Bavariae geweiht. Die St.-Michaels-Glocke, genannt Michaelihund, stammt aus dem Jahr 1479. Die Ausstattung wurde von der alten Kirche übernommen. Hier befindet sich auch das Christkindl von Ringelai, eine Kopie des Gnadenbildes im Dom zu Raab.

BaudenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

In der Nähe von Ringelai, in der Buchberger Leite, befindet sich das Carbidwerk Freyung.

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Es gab 2016 nach der amtlichen Statistik insgesamt 255 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort, darunter im produzierenden Gewerbe 80, im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe 31, im Bereich öffentliche und private Dienstleister 140 und in sonstigen Wirtschaftsbereichen 4 Personen. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 756. Die Zahl der Auspendler überwog damit die der Einpendler um 501. Es gab 30 Arbeitslose. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ging von 53 im Jahr 1999 auf 27 im Jahr 2010 zurück. Im Gemeindegebiet gab es 604 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche.

BildungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2017):

  • Kindergärten: 72 Kindergartenplätze mit 47 Kindern
  • eine Volksschule mit drei Lehrern und 60 Schülern

EinzelnachweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ringelai – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien