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Radefeld ist ein Ortsteil der Stadt Schkeuditz im Landkreis Nordsachsen.

Radefeld
Koordinaten: 51° 25′ 22″ N, 12° 17′ 52″ O
Einwohner: 1176 (2009)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1999
Postleitzahl: 04435
Vorwahl: 034207
Radefeld (Sachsen)
Radefeld

Lage von Radefeld in Sachsen

GeografieBearbeiten

Das Straßenangerdorf Radefeld liegt nordöstlich des Schkeuditzer Stadtzentrums. Zu Radefeld gehören die Ortsteile Hayna, Freiroda, Gerbisdorf und Wolteritz.

GeschichteBearbeiten

Die erste Gründung einer Siedlung geht auf das 12. Jahrhundert zurück, worauf die Errichtung eines Wehrturmes zum Schutz gegen Überfälle der Slawen schließen lässt.[1] Für Radefeld finden sich in Quellen aus dem Jahre 1350 Erwähnungen als Radefeldt und Rodevelt. 1378 wird Radefeld als zugehörig zum Castrum Delitzsch erwähnt. Um 1471 wird im Ort ein Rittersitz erwähnt. Später gehörten Radefeld, welches sich 1791 in Quellen auch erstmals mit dieser Schreibweise findet und dessen später zugehörige Ortschaften Freiroda[2], Gerbisdorf und Wolteritz[3] zum kursächsischen Amt Delitzsch.[4] Nach dem Wiener Kongress wurden die Orte ab 1816 dem Kreis Delitzsch im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem sie bis 1952 gehörten.[5]

1952 wurde Radefeld im Rahmen der DDR-Kreisreform dem Kreis Delitzsch im Bezirk Leipzig zugeteilt, welcher 1994 im Landkreis Delitzsch aufging. 1973 wurde Hayna eingemeindet.[6] 1994 schloss sich Radefeld mit Freiroda und Wolteritz zu einer Landgemeinde zusammen, die am 1. Januar 1999 nach Schkeuditz eingemeindet wurde. Ein Teil des Ortes wurde jedoch abgetrennt und Leipzig angegliedert.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Ev. Pfarrkirche St. Nikolaus in Radefeld

In Radefeld befindet sich die evangelische Pfarrkirche St. Nikolaus. Die Saalkirche mit Querwestturm stammt aus dem 13. oder 14. Jahrhundert. In verschiedenen Bauabschnitten wurden Elemente aus Romanik, Gotik und Barock eingebaut. Die Kirche wurde im Feld- und Bruchsteinbau errichtet. Sie besitzt einen dreiseitig geschlossenen Chor. Korbbogenfenster, eine Sakristei sowie einen Turm mit Eckquaderung. Im Innenraum findet sich ein Chor mit Kreuzgratgewölbe eine ein- und eine zweigeschossige Empore.[7] Die Orgel entstand um 1780 und stammt von Johann Christian Friedrich Flemming und wurde zuletzt durch den Orgelbauer Schmeisser 1939 erneuert.[8]

InfrastrukturBearbeiten

VerkehrsanbindungBearbeiten

Radefeld liegt östlich des Schkeuditzer Kreuzes, welches die Bundesautobahn 9 (BerlinLeipzigMünchen) mit der Bundesautobahn 14 (WismarMagdeburgDresden) verbindet. Radefeld ist über die A14, Abfahrt Leipzig-Nord (22) erreichbar.

Zwischen 1929 und 1970 hatte der Ort über den Halt "Radefeld-Hayna" Anschluss an die Delitzscher Kleinbahn.

WirtschaftBearbeiten

Im Südosten des Orts befindet sich das „Gewerbegebiet Haynaer Weg“, in welchem sich neben einer Niederlassung von Richter+Frenzel auch ein Markt der Sonderpostenkette Thomas Philipps befindet. Radefeld beheimatet zudem das regionale DHL-Depot, welches den Namen Leipzig-Radefeld trägt. Das eigentliche Güterverteilzentrum südlich der A14 und das dazugehörige Gewerbegebiet gehören seit der Neuordnung der Gemeinde 1999 zu Leipzig.[1] In der Ortslage Hayna befindet sich rund um den Schladitzer See ein Naherholungsgebiet mit ausgebautem Radwegenetz. Der See ist ein Badesee, an dem sich auch ein Biedermeierstrand befindet.[9]

KulturBearbeiten

SportBearbeiten

Der größte Verein von Radefeld ist der Radefelder Sportverein 1990 e.V. Der heute 400 Mitglieder starke Verein wurde 1934 als Sport- und Turnverein gegründet. 1947 erfolgte die Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg. Bis 1990 trug der Verein den Namen BSG Traktor Radefeld.[10] Der Verein betreibt neben der Radefelder Sport- und Festhalle auch einen eigenen Sportplatz und eine eigene Kegelanlage.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Tourismusportal Nordsachsen: Radefeld. (Nicht mehr online verfügbar.) In: tourismus-nordsachsen.de. Archiviert vom Original am 26. Mai 2015; abgerufen am 25. Mai 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tourismus-nordsachsen.de
  2. Digitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen - Freiroda. In: hov.isgv.de. Abgerufen am 25. Mai 2015.
  3. Digitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen - Wolteritz. In: hov.isgv.de. Abgerufen am 25. Mai 2015.
  4. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 56 f.
  5. Landkreis Delitzsch im Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Abgerufen am 25. Mai 2015.
  6. Digitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen - Hayna. In: hov.isgv.de. Abgerufen am 25. Mai 2015.
  7. Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen II, Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. Deutscher Kunstverlag München Berlin, 1998.
  8. Radefeld, Ev. Pfarrkirche St. Nikolaus (bei Leipzig). In: architektur-blicklicht.de. 3. April 2015, abgerufen am 27. Mai 2015.
  9. Orts- und Stadtteile von Schkeuditz. In: wohnen-in-schkeuditz.de. 6. Mai 2014, abgerufen am 26. Mai 2015.
  10. Radefelder Sportverein 1990 e.V. In: radefelder-sv90.de. 10. Januar 2015, abgerufen am 25. Mai 2015.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Radefeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien