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Puszczykowo (deutsch 1940–1945 Oberberg bzw. Amtsbezirk Unterberg (Kr. Posen))[2] ist eine Stadt im Powiat Poznański der Woiwodschaft Großpolen in Polen. Puszczykowo liegt an der Warthe.

Puszczykowo
Wappen von Puszczykowo
Puszczykowo (Polen)
Puszczykowo
Puszczykowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Powiat: Posen
Fläche: 16,11 km²
Geographische Lage: 52° 17′ N, 16° 51′ OKoordinaten: 52° 16′ 54″ N, 16° 51′ 15″ O
Einwohner: 9728
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 62-040
Telefonvorwahl: (+48) 61
Kfz-Kennzeichen: PZ (früher POZ)
Wirtschaft und Verkehr
Schienenweg: Leszno–Posen
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Fläche: 16,11 km²
Einwohner: 9728
(31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 604 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3021021
Verwaltung
Bürgermeister: Andrzej Balcerek
Adresse: ul. Podleśna 4
62-040 Puszczykowo



Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Seit 1815 gehörte die Region zum Kreis Schrimm im Süden der preußischen Provinz Posen. Bis auf wenige Ausnahmen galten nach 1815 die polnischen Ortsnamen weiter, zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden mehrere Ortsnamen eingedeutscht.

1833 kamen die Ortschaften Puszczykowo, Puszczykowko und Ludwigsberg zum neuen Woytbezirk (später Polizeidistrikt) Moschin. Am 11. Dezember 1894 wurden die Landgemeinden Ludwigsberg und Neu Puszczykowo zur neuen Landgemeinde Unterberg zusammengeschlossen. Puszczykowko (Bedeutung etwa: Klein-Puszczykowo) erhielt am 19. November 1911 den Namen Paschkau. Am 10. Januar 1920 wurde der Polizeidistrikt Moschin formal an Polen abgetreten.[3]

Puszczykowo wurde in der Folge Sitz einer Landgemeinde, zu der auch Łęczyca (Lentschen) und Wiry gehörten. Nach dem Polenfeldzug wurde die Gemeinde am 26. Oktober 1939 dem Deutschen Reich angegliedert. Vorläufig galten wieder die deutschen Namen von 1919, z. B. Alt Puszczykowo, jedoch wurde die Landgemeinde in Unterberg umbenannt. Sie kam zum Landkreis Posen. Am 1. April 1940 wurde aus der Gemeinde der Amtsbezirk Unterberg gebildet, aus Alt Puszczykowo wurde Oberberg, aus Wiry Immenreut und 1943 Wirrenbach. 1942 kamen die Gemeinden Altenau und Staffelbach (1919 noch deutsch: Babki und Czapury) hinzu. Eine weitere Umbenennung von Altenau in Altenwinkel fand nicht mehr statt.[4] 1943 wurden die Namensänderungen per Verordnung festgeschrieben. Sie hatten nur bis Anfang 1945 Bestand, als die Rote Armee das Gebiet eroberte.

Puszczykowo gehörte bis 1998 zur Woiwodschaft Posen bzw. zur anders zugeschnittenen Vorgängerin. Es war bis 1954 Sitz einer Landgemeinde (Gminy wiejskie zbiorowe). Babki und Czapury gehören heute zur Landgemeinde Mosina, Łęczyca und Wiry zur Gmina Komorniki.

Seit 1962 hat Puszczykowo Stadtrechte, nur 12 km von Posen entfernt, hatte der Ort in den Nachkriegsjahren einen großen Aufschwung erlebt.

PolitikBearbeiten

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Orte der ehemaligen Gemeinde PuszczykowoBearbeiten

PuszczykowoBearbeiten

polnischer Name deutscher Name
(1815–1919)
deutscher Name
(1939–1945)
Einwohner
1910
Puszczykowo
(Stare)
(Alt) Puszczykowo Oberberg
(seit 1940)
424
Puszczykowo
(Nowe)
Neu Puszczykowo
Unterberg (1894–1919)
Unterberg 197
Ludwikowo Ludwigsberg
Unterberg (1894–1919)
Unterberg s. o.
Puszczykowko Puszczykowko
Paschkau (1911–1919)
Paschkau 171
Ludwikowo Gutsbezirk Ludwigsberg
Oberförsterei Ludwigsberg
Unterberg 112
Puszczykowo Gutsbezirk Puszczykowo
Karlskrone (1906–1919)[5]
Unterberg 75

Landgemeinde Puszczykowo 1945–1954
(Amtsbezirk Unterberg 1942–1945)
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polnischer Name deutscher Name
(1815–1919)
deutscher Name
(1939–1945)
Puszczykowo Puszczykowo Unterberg
1943: Unterberg (Kr.Posen)
Babki Babki Altenau
(Altenwinkel)
Czapury Czapury Staffelbach
Łęczyca Lentschen Lenschütz
Wiry Wiry Immenreut
1943: Wirrenbach

Personen mit Beziehung zur StadtBearbeiten

Angelique Kerber (* 1988), deutsche Tennisspielerin. Als ihr „zweites Zuhause“ bezeichnet sie Puszczykowo an der Warthe.[6]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Puszczykowo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

FußnotenBearbeiten

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. Anordnung über Ortsnamenänderung im Reichsgau Wartheland im Verordnungsblatt des Reichstatthalters im Warthegau vom 18. Mai 1943 (PDF; 1,79 MB)
  3. Rolf Jehke: Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874 - 1945: Amtsbezirk Moschin-Land
  4. Rolf Jehke: Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874 - 1945: Amtsbezirk Unterberg (Kr. Posen)
  5. gemeindeverzeichnis.de: Landkreis Posen-Ost
  6. Angelique Kerber: Leidenschaftliche Kämpferin mit Wohnsitz in Polen Sueddeutsche.de vom 28. Januar 2016; abgerufen am 5. Januar 2017.