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Preußlitz ist ein Ortsteil der Stadt Bernburg (Saale) im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Preußlitz
Koordinaten: 51° 43′ 59″ N, 11° 48′ 37″ O
Höhe: 67 m ü. NN
Fläche: 9,17 km²
Einwohner: 664 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 06406 und 06408
Vorwahl: 034722
AderstedtBaalbergeBiendorfGrönaPeißenPoleyPreußlitzWohlsdorfBernburgSalzlandkreisKarte
Über dieses Bild
Lage von Preußlitz in Bernburg (Saale)
Preußlitzer Hauptstraße

GeografieBearbeiten

Preußlitz liegt südöstlich von Bernburg (Saale) an der Fuhne. Das Gemeindegebiet gehört historisch zu Anhalt.

Als Ortsteile der ehemaligen Gemeinde waren Leau und Plömnitz ausgewiesen.

GeschichteBearbeiten

Die Siedlung Preußlitz ist slawischen Ursprungs und wurde erstmals im 11. Jahrhundert erwähnt. Lange Zeit gehörte Preußlitz dem Benediktiner-Kloster Nienburg.[2] Preußlitz und seine heutigen Ortsteile Leau und Plömnitz gehören historisch zu Anhalt. Die Gerichtsbarkeit über Leau lag jedoch bei den Herren von Krosigk zu (Neu-)Beesen im Erzstift Magdeburg bzw. späteren preußischen Herzogtum Magdeburg.[3] Diese hatten die von Krosigk ursprünglich als Lehen der Grafschaft Alsleben erhalten.

Ab 1863 lagen Preußlitz und Plömnitz im Landkreis Köthen[4], während Leau zum Landkreis Bernburg[5] im Fürstentum Anhalt gehörte, das 1918 zum Freistaat Anhalt wurde. Von Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1925 wurde das Preußlitzer Land durch den Abbau von Braunkohle landschaftlich verändert. Zahlreiche heute mit Wasser gefüllte Tagebaurestlöcher laden heute zum Baden und Angeln ein. Der bedeutendste Tagebau war die 1890 getäufte „Grube Marie“, der heutige „Mariensee“. Eine Brikettfabrik produzierte bis 1929.

In Leau und im benachbarten Plömnitz wurden auf Beschluss der Jägerstabes unter Beteiligung des Ingenieurbüros Schlempp[6] seit 1944 unter der Tarnbezeichnung „Leopard“ zwei Außenlager des KZ Buchenwald eingerichtet für 1.000 bis 2.000 Häftlinge, dazu in Plömnitz seit Februar 1945 ein Frauenlager für 150 ungarische Jüdinnen, die für die Solvay-Werke und die Junkers-Werke schwere Zwangsarbeit verrichten mussten, die zahlreiche Opfer forderte. Von den auf dem Friedhof Begrabenen sollen nach 1945 allein 450 exhumiert und am Sowjetischen Ehrenmal Bernburg beigesetzt worden sein.

1932 kamen Preußlitz und Plömnitz zum Landkreis Dessau-Köthen, der 1950 in Landkreis Köthen umbenannt wurde. Zeitgleich erfolgte am 1. Juli 1950 die Eingemeindung von Plömnitz nach Preußlitz.[7] Durch die zweite Kreisreform in der DDR im Jahr 1952 wurde Preußlitz mit Plömnitz dem Kreis Bernburg im Bezirk Halle zugeteilt, zu dem auch Leau im bisherigen Landkreis Bernburg kam. Am 1. Januar 1957 erfolgte die Eingemeindung von Leau nach Preußlitz.[8] Mit der deutschen Wiedervereinigung kam Preußlitz im Jahr 1990 zum Landkreis Bernburg, der 2007 im Salzlandkreis aufging.

Die Gemeinde Preußlitz gehörte ab dem 1. Januar 2005 der Verwaltungsgemeinschaft Nienburg (Saale) an. Am 1. Januar 2010 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde zusammen mit den Gemeinden Baalberge, Biendorf, Gröna, Peißen, Poley und Wohlsdorf in die Stadt Bernburg (Saale) eingemeindet.[9]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Gutshaus des Krügerschen Gutes

BauwerkeBearbeiten

  • Krügersches Gut mit dem auch als Schloss Preußlitz bezeichneten Gutshaus
  • die Gedenkstätte auf dem Leauer Friedhof (ehemaliges KZ-Außenlager Leopard des KZ Buchenwald – auch Codename: „Leau“).

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Nördlich der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 185 (Bernburg (Saale)Köthen (Anhalt)). Die Bundesautobahn 14, die von Halle (Saale) nach Magdeburg führt, liegt südlich von Preußlitz.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Preußlitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Einwohnerentwicklung Ortsteil Preußlitz
  2. Datei über Preußlitz
  3. Besitz der Familie von Krosigk
  4. Beschreibung des Landkreises Köthen
  5. Beschreibung des Landkreises Bernburg
  6. Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 3: Sachsenhausen, Buchenwald. C.H. Beck, München 2006, ISBN 3-406-52963-1, S. 392.
  7. Plömnitz auf gov.genealogy.net
  8. Leau auf gov.genealogy.net
  9. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010