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Planungsregion Main-Rhön

Planungsregion in Bayern, Deutschland

Die Planungsregion Main-Rhön ist eine von insgesamt 18 Planungsregionen des Freistaates Bayern und die einzige, die einen geographisch abgeschlossenen Bereich mit natürlichen Grenzen umfasst. Sie wird besonders in neuerer Zeit zur leichteren Orientierung umgangssprachlich auch Region Schweinfurt/Main-Rhön genannt. Die Region mit fünf Kurbädern, darunter drei bayerische Staatsbäder, wurde insbesondere nach ihrer Gründung als Bayerische Bäderregion bezeichnet. Der Landstrich wurde außergewöhnlich stark vom Landadel geprägt und erhielt deshalb neuerdings auch den Beinamen Deutscher Burgenwinklel.[1]

StrukturBearbeiten

 
Planungsregion 3: Main-Rhön

Die Planungsregion Main-Rhön liegt im Norden Bayerns. Im Regionalen Planungsverband sind folgende Körperschaften zusammengeschlossen: die kreisfreie Stadt Schweinfurt, die Landkreise Bad Kissingen, Haßberge, Rhön-Grabfeld und Schweinfurt sowie die dazugehörigen Landkreisgemeinden.

Bis 2016 war die kreisfreie Stadt Schweinfurt das einzige Oberzentrum. Es ist die mit Abstand größte und wirtschaftsstärkste Stadt der Planungsregion, ihr einziger Hochschulstandort und Kern des einzigen Ballungsraums, mit ca. 120.000 Einwohnern, in der ansonsten ländlich geprägten Region, mit hohem Freizeitwert. Seit 2016 bilden Bad Kissingen und Bad Neustadt an der Saale ein gemeinsames zweites Oberzentrum. Mittelzentren sind Bad Brückenau, Gerolzhofen, Hammelburg und Haßfurt. Im Jahre 1995 lebten in der Region 452.065 Einwohner auf einer Fläche von 3991 km².

GeographieBearbeiten

Die Rautenform der Planungsregion Main-Rhön widerspiegelt ihre natürlichen Grenzen. Im Nordwesten mit der Rhön, im Nordosten den Vorbergen des Thüringer Waldes sowie den Haßbergen, im Südosten dem Steigerwald und im Südwesten dem Gramschatzer Wald. Weshalb die Region klimatisch und in ihrer landwirtschaftlichen Vielfalt und Tradition einen Mikrokosmos darstellt, der über die Raumordnung weit hinaus geht. Die Planungsregion bildet eine wirtschaftsgeografisch abgeschlossene Einheit, wie kaum eine andere Region.

Der Zuständigkeitsbereich vieler Behörden und Institutionen ist deckungsgleich mit der Planungsregion, bis hin zum Bereich des Telefonbuchs (Nr. 68). Weshalb die Planungsregion nicht administrativ aber strukturell einem französischen Département sehr nahe kommt, bis hin zur Fläche, Einwohnerzahl und der Zahl der Landkreise, die den Arrondissements entsprechen.

In Folge des Falls des Eisernen Vorhangs änderte sich die wirtschaftsgeografische Lage der Planungsregion Main-Rhön grundlegend. Schweinfurt wurde zu einem Autobahnknotenpunkt in der bundesdeutschen Mitte und die Region wird nun als Bayerns Deutsche Mitte bezeichnet.

GeschichteBearbeiten

Die Region Main-Rhön, die sich größtenteils nördlich und östlich von Schweinfurt erstreckt, wurde vom Landadel stark geprägt und besitzt eine Dichte von Burgen und Schlössern, wie kaum ein anderer deutscher Landstrich.[2]

1972 erfolgte die Einteilung des Freistaates Bayern in 18 Planungsregionen auf der Grundlage des Bayerischen Landesplanungsgesetzes von 1970. Der Regionale Planungsverband trägt die Nr. 3 und entstand am 18. April 1973.

VorsitzBearbeiten

Verbandsvorsitzender ist derzeit Thomas Bold, Landrat des Landkreises Bad Kissingen.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Territoriale Verhältnisse in Unterfranken 1792. (PDF) Abgerufen am 14. Februar 2018.
  2. Unterfränkisches Dialektinstitut an der Universität Würzburg: Territoriale Verhältnisse in Unterfranken 1792. Abgerufen am 14. Februar 2018.