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Pierre Teilhard de Chardin

französischer Jesuit, Theologe, Philosoph, Anthropologe, Geologe und Paläontologe
Pierre Teilhard de Chardin (1947)
Pierre Teilhard de Chardin (1955)

Pierre Teilhard de Chardin SJ [pjɛʁ tejaʁ də ʃaʁdɛ̃] (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) (* 1. Mai 1881 in Orcines bei Clermont-Ferrand; † 10. April 1955 in New York) war ein französischer Jesuit, Paläontologe, Anthropologe und Philosoph. Er war Teilnehmer mehrerer Forschungsreisen nach Asien und Afrika und beteiligte sich in China an der Ausgrabung und Auswertung des Peking-Menschen. In seinem philosophischen Hauptwerk Der Mensch im Kosmos (Le Phénomène humain, 1955) unternahm er den Versuch einer Synthese von naturwissenschaftlicher Evolutionstheorie und christlicher Heilsgeschichte. Er sah die göttliche Schöpfung, den Kosmos, als evolutionären Prozess an, in dessen Verlauf sich Materie und Geist von Beginn an als zwei Zustände des einen „Weltenstoffes“ in wechselseitiger Beziehung gegenüberstünden, um schließlich im Omegapunkt Identität zu erlangen, indem sich die Materie im Menschen ihrer selbst bewusst wird.

Nach seinem Tod wurde das bis dahin größtenteils ungedruckte Gesamtwerk, das von der Kirche lange Zeit abgelehnt wurde, herausgegeben.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

 
Landschloss Sarcenat um 1890, zur Zeit, als Teilhard dort aufwuchs

Teilhard de Chardin wurde am 1. Mai 1881 auf dem Landsitz Sarcenat in Orcines in der Auvergne nahe Clermont-Ferrand geboren. Er war das vierte von elf Kindern des Bibliothekars Emmanuel Teilhard de Chardin und Berthe-Adèle de Dompierre d‘Hornoys. Seine Eltern entstammten dem Landadel der Auvergnaten. Sein Vater widmete sich neben der Bewirtschaftung seiner Güter den Archiven von Clermont-Ferrand. Außerdem war er naturwissenschaftlich interessiert und erschloss seinen Kindern vielfältige Zugänge zur Natur. Seine Mutter, eine Ur-Großnichte von Voltaire, war sehr religiös. Die Verbindung des christlichen Weltbildes mit dem der Naturwissenschaften wurde Teilhards Lebensthema. Schon als Kind zeigte er ein starkes Interesse an Pflanzen und Steinen und legte entsprechende Sammlungen an.

Studienjahre (1892–1905)Bearbeiten

 
Pierre Teilhard de Chardin mit 12 Jahren

Ab dem zwölften Lebensjahr besuchte Teilhard ein Jesuitenkolleg. 1899 trat er in Aix-en-Provence als Novize in den Jesuitenorden ein. Nach dem Noviziat und während des begonnenen Juvenats musste er wegen der Jesuitenverfolgung in Frankreich das Land verlassen und begann in einem Studienhaus auf der Kanalinsel Jersey mit einem Philosophiestudium. Daneben beschäftigte er sich mit Geologie und Fossilien.

Theologische Entwicklungsschritte (1905–1914)Bearbeiten

Im August 1905 begann Teilhard im Jesuitenkolleg in Kairo eine dreijährige Lehrtätigkeit (Physik). Daneben unternahm er geologische Exkursionen nach Mokattam, Fayoum und Oberägypten. Ab Oktober 1908 studierte er Theologie in Ore Place bei Hastings im Südosten Englands. Nach dem Scholastikat wurde er am am 24. August 1911 zum Priester geweiht. Beeinflusst von dem 1907 erschienene Werk L’évolution créatrice von Henri Bergsons, kristallisierte sich in mehreren Aufsätzen zu theologischen Themen seine spätere Weltsicht heraus. Hier reifte seine Erkenntnis, dass Geist und Materie nicht zwei einander entgegengesetzte Dinge, sondern zwei Zustände desselben kosmischen Substrats sind (Siehe auch Evolution und Schöpfung (Pierre Teilhard de Chardin)).

1912 besuchte er im Süden Englands die Fundstelle des Piltdown Man, der sich später als Fälschung herausstellte (Siehe auch Naturwissenschaftliche Kritikpunkte). In dieser Zeit fasste Teilhard den Entschluss, sich ganz der Erforschung des fossilen Lebens zu widmen. Seine Ordensoberen hatten nichts dagegen, da ihnen sein selbstständiges theologisches Denken missfiel. Als Vorbereitung absolvierte er in Paris ein Zusatzstudium in Paläontologie, der Wissenschaft von den Lebewesen vergangener Erdzeitalter.

Soldat im Ersten WeltkriegBearbeiten

Der Erste Weltkrieg, in dem Teilhard als Sanitätskorporal in einem marokkanischen Schützenregiment unter anderem bei den Schlachten von Ypern und Verdun im Einsatz war, unterbrach seinen wissenschaftlichen Werdegang. In seine Kriegstagebüchern brachte er seine Begeisterung für seinen Kriegseinsatz zum Ausdruck, der ihn anfangs glücklich machte und begeisterte, weil er in seiner Naivität glaubte mit seinrm Einsatz an der Front einen Beitrag zum Fortschritt des Kosmos leisten zu können, als den er diesen Krieg interpretierte. Während dieser Zeit will er mehrere Christus-Visionen gehabt haben. In den Kriegsjahren begann er sich mit der Evolution auseinanderzusetzen und diese abzulehnen. 1916 verfasste er den Aufsatz Das kosmische Leben (enthalten in Frühe Schriften), in dem er kurz darauf hinweist, dass er Christus als Zentrum des Universums versteht. Er überlebte den Krieg unverletzt und wurde für seinen Mut und seinen Einsatz mit dem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet.

Im Frühling 1918 schrieb er in intensivem Austausch mit seiner Cousine, der Philosophin Marguerite Teillard-Chambon[1], eine Hymne an Das Ewig Weibliche (ebenfalls enthalten in Frühe Schriften). Am 26. Mai 1918 legte Teilhard seine feierlichen Ordensgelübde ab, und im März 1919 wurde er aus dem Militärdienst entlassen. Eine Beförderung zum Feldgeistlichen der Division hatte er abgelehnt.

Erste Forschungsreisen und Konflikte mit der Kirche (1920–1926)Bearbeiten

1920 bestand Teilhard an der Sorbonne die naturwissenschaftliche Diplomprüfung und schrieb danach seine Dissertation über die Säugetiere des französischen unteren Eozäns. 1922 promovierte er zum Dr. rer. nat. und erhielt anschließend eine außerordentliche Professur für Geologie am renommierten Institut Catholique de Paris. Er bekam jedoch bald Schwierigkeiten mit seinen Vorgesetzten, weil seine Vorstellungen über die kosmische Evolution und die Überwindung des Materie-Geist-Dualismus den orthodoxen theologischen Auffassungen widersprachen. Deshalb arbeitete er hauptsächlich als Geologe und Paläontologe und nahm an mehreren Forschungsreisen teil, die ihn nach Burma, Äthiopien, Indien, Java sowie nach China führten, wo er mit einem Geologen-Freund die Wüste Ordos erkundete. Von den zahlreichen Schriften dieser Zeit sind Die Messe über die Welt, Mein Universum sowie Das Auftreten des Menschen besonders erwähnenswert.

Im September 1924 kehrte Teilhard nach Paris zurück und nahm wieder seine Vorlesungen auf. Daneben schrieb und veröffentlichte er Die Hominisation, eine wissenschaftliche Studie über die Evolution des Menschen.

Exil in China und „Das göttliche Milieu“ (1926–1932)Bearbeiten

Ein Arbeitspapier Teilhards, in dem er versuchte die Lehre von der Erbsünde im Rahmen einer evolutiven Bewegung neu zu interpretieren, machte ihn in Rom zum Verdächtigen. Um ihm ein kirchliches Verfahren zu ersparen, beschloss sein Ordensgeneral im Mai 1925 ihn nach China zu verbannen. Er beendete seine wissenschaftlichen Arbeiten und seine Pariser Lehrtätigkeiten und trat im April 1926 seine Reise ins chinesische Exil an. In der Folge stürzte er in eine tiefe innere Krise. Seine persönliche Katastrophe versuchte er mit der Schilderung seiner Erfahrungen und Überzeugungen in seinem 1926 verfassten „Andachtsbuch“ Das göttliche Milieu zu verarbeiten. Die Begegnung mit Gott hielt er auch im Zustand des Erleidens, im Schmerz und in der Minderung für möglich.[2]

Später gestatteten ihm seine kirchlichen Oberen, an einer längeren Expedition in die östliche Mongolei teilzunehmen, wo Teilhard die Tektonik der Erdkruste erforschte und Fossilienkunde betrieb. Es war der Auftakt zu einem zwanzigjährigen asiatischen Exil. Mit einem Freund zusammen unternahm er sodann fünf geologische Expeditionen, was ihm erlaubte, eine geologische Karte Chinas zu erstellen. 1927 bereiste er Dalai-Nur in der östlichen Mongolei, anschließend machte er einen Abstecher nach Abessinien und Französisch-Somaliland. Daneben schrieb er das erste seiner beiden Hauptwerke, Der Göttliche Bereich, wofür ihm jedoch die kirchliche Zensurbehörde die Druckerlaubnis verweigerte.

 
Teilhard bei einer Grabung in der Höhle von Castillo, 1913

1929 reiste Teilhard nach China zurück. In Peking lernte er Lucile Swan kennen, eine amerikanische Bildhauerin, mit der er bis zu seinem Tod einen intensiven Briefwechsel pflegte.[3] Im selben Jahr übernahm Teilhard die Oberaufsicht des National Geological Survey of China, und im Dezember dieses Jahres erregte die Arbeitsgruppe um Teilhard und Davidson Black weltweites Aufsehen, weil sie den ersten Schädel des fossilen Peking-Menschen (Sinanthropus Pekinensis) in einer der Höhlen von Zhoukoudian in Chou Kou Tien entdeckte. Es handelte sich um ein 500.000 Jahre altes Verbindungsglied zwischen dem Menschen und dessen vermuteter affenähnlicher Vorstufe. Dies war eines der bedeutendsten paläontologischen Ereignisse des zwanzigsten Jahrhunderts. (Chinesische Forscher haben die Knochen kürzlich neu datiert. Das Ergebnis: Die versteinerten Überreste des Homo erectus sind 780.000 Jahre alt.)[4]

1931 nahm er an der Expedition Croisière Jaune mit Citroën Halbkettenfahrzeugen quer durch China teil. Teilhards Interesse wandte sich jetzt mehr und mehr der Evolution des Menschen zu, was sich in Fundanalysen, aber auch in zahlreichen schriftlichen Arbeiten, Referaten und einer umfangreichen Korrespondenz niederschlug. Unter anderem ging es dabei auch um die Beziehung von Mann und Frau auf einer geistigen Ebene.

Forschungsreisen rund um die Welt, „Der Mensch im Kosmos“ (1933–1945)Bearbeiten

Ab Februar 1933 unternahm Teilhard Forschungen in Zentralchina. In dieser Zeit schrieb er Mein Glaube nieder. 1935 besichtigte er zusammen mit Helmut de Terra (Mein Weg mit Teilhard de Chardin) Fundorte in Indien und Java. Zurück in Peking, entwarf er verschiedene Beiträge zum Thema ‚personales Universum‘. 1937 reiste er in die USA, wo er in Philadelphia mit der Gregor-Mendel-Medaille ausgezeichnet wurde. Es folgte eine Reise nach Honolulu und Japan. Dann ging es zurück nach China, dann nach Birma und wieder nach Java. In dieser Zeit entstanden Das geistige Phänomen und Die menschliche Energie. Alle diese Reisen unternahm Teilhard zusammen mit Freunden und als Mitglied eines internationalen Netzwerks von Paläontologen und Geologen.

Teilhard reiste ein fünftes Mal zu weiteren Forschungen nach Peking, wo ihn der Zweite Weltkrieg festhielt. In dieser Zeit verfasste er sein Hauptwerk, Der Mensch im Kosmos (Le phénomène humain, entstanden 1940), in dem er den Versuch unternahm, die Gegensätze zwischen naturwissenschaftlichem und theologischem Denken auszuräumen. Dem Buch wurde von der kirchliche Zensurbehörde die Druckerlaubnis verweigert. Stattdessen wurde das Werk, wie andere seiner Schriften, behelfsmäßig vervielfältigt. Nur einige Dutzend wissenschaftliche Aufsätze konnte Teilhard in Fachzeitschriften veröffentlichen.

Ehrungen, Verbannung nach New York (1946–55)Bearbeiten

1946 kehrte Teilhard nach Frankreich zurück. Er versuchte Anschluss zu finden an das geistige Milieu in Westeuropa, besuchte Konferenzen und hoffte weiter auf die Veröffentlichung seiner Hauptwerke. In der Nacht zum 1. Juni 1947 erlitt er einen Herzinfarkt. 1947 wurde er für seine geowissenschaftlichen Leistungen in Paris zum Offizier der Ehrenlegion ernannt. Drei Jahre später wählte ihn die französische Akademie der Wissenschaften zu ihrem Mitglied. In weiteren Schriften rundete er sein Lebenswerk ab, so auch mit seiner Autobiografie Das Herz der Materie.

1951 reiste Teilhard nach Südafrika zu den Ausgrabungen des 1925 entdeckten Australopithecus. Im selben Jahr wurde er von seinem Orden – im Zusammenhang mit der eben erschienenen Enzyklika Humani generis („Über einige falsche Ansichten, die die Grundlage der katholischen Lehre zu untergraben drohen“) – wiederum aus Frankreich verbannt, diesmal nach New York. Und wieder fügte sich der Siebzigjährige der Ordensdisziplin. Seine letzten Jahre verbrachte Teilhard als Mitarbeiter der Wenner-Gren Foundation for Anthropological Research in New York City. Vor allem in seinen letzten Jahren litt Teilhard unter den zunehmenden Spannungen mit Rom und mit seinem Orden.

In den folgenden vier Jahren unternahm er Forschungsreisen in Nord- und Südamerika sowie nochmals nach Südafrika. Er verfasste seine letzten Schriften wie Die Energie der Evolution und Der Stoff des Universums. 1952 wurde er Ehrenmitglied der Society of Vertebrate Paleontology.

Pierre Teilhard de Chardin verstarb am Ostersonntag des Jahres 1955, mitten aus einer Diskussion heraus.

Nach seinem Tod, zum Teil erst mit mehrjähriger Verzögerung, konnten seine Bücher gedruckt und in andere Sprachen übersetzt werden. Sie erreichten in kurzer Zeit Millionenauflagen, nachdem schon seine Vorträge und unter der Hand vervielfältigten Manuskripte auf größtes Interesse gestoßen waren.

WerkBearbeiten

Die Teilhard-Literatur ist umfassend und vielfältig. Teilhard selbst hat in vierzig Jahren mehrere Bücher sowie hunderte Aufsätze und Vorträge verfasst, nebst unzähligen Briefen und Tagebuchnotizen. Die meisten der kürzeren Schriften sind in thematischen Sammelbänden veröffentlicht worden. Dazu kommen etliche kritische Abhandlungen von Gegnern Teilhards, außerdem mehrere Dutzend Veröffentlichungen von Ordensbrüdern und Freunden Teilhards, die ihn über eine kürzere oder längere Strecke seines Lebens begleitet haben, ihn aus ihrer Sicht charakterisieren und zu einzelnen Aspekten seines Werkes Stellung nehmen.

Gemäß Henri de Lubac besteht das Werk Teilhards, neben den rein naturwissenschaftlich-technischen Schriften, aus zwei Hauptteilen: Der erste Teil besitze noch Bezüge zum naturwissenschaftlich-philosophischen Bereich und basiere auf der Erfahrungswissenschaft, z. B. Le Phénomène humain (Der Mensch im Kosmos). Der zweite Teil sei mystisch und religiös und beziehe sich vielfach auf die christliche Offenbarung, z.B. Le Milieu divin (Der Göttliche Bereich). Teilhard habe darauf verwiesen, dass die beiden Teile miteinander in Verbindung stehen.[5]

Sein 1940 verfasstes Hauptwerk Der Mensch im Kosmos wurde 1955 kurz nach seinem Tod veröffentlicht, auf Deutsch 1959.[6] Während es die gesamtmenschheitliche Evolution und Zukunft behandelt, geht es in seiner Schrift Der Göttliche Bereich – Ein Entwurf des Inneren Lebens um die individuelle innerseelische Entwicklung. Teilhard hatte mit ersten Entwürfen zu diesem Buch 1920 begonnen und die definitive Fassung im Winter 1926/27 in Tien-tsin niedergeschrieben. Nach langem Hin und Her durfte es dann doch nicht gedruckt werden und erschien erst 1957, zwei Jahre nach seinem Tod. Das Werk besteht aus drei Teilen:

  1. Die „Vergöttlichung“ des Tuns: die Heiligung und Vollendung der Welt als Folge der Heiligung und Vollendung des menschlichen Bemühens;
  2. Die „Vergöttlichung“ des Erleidens: die verschiedenen Formen des menschlichen Erleidens; das Wachsen durch das Weniger-Werden („Minderung“), die wahre Ergebung, der Sinn des Kreuzes;
  3. Die Attribute des göttlichen Milieus, sein Anwachsen durch individuelle und kollektive Fortschritte des Tuns und Erleidens.

DenkenBearbeiten

Teilhards Denken ist geprägt von breitem naturwissenschaftlichem Wissen und zugleich von tiefer Frömmigkeit. Bahnbrechend und zu seiner Zeit anstößig ist seine Annahme, dass die Schöpfung als ein bis ans Ende der Zeiten fortdauernden Prozess mit noch ungeahnten Ergebnissen anzusehen ist und nicht als etwas Abgeschlossenes und Fertiges, wie es die biblischen Schöpfungserzählungen nahezulegen scheinen. Schöpfung und Evolution sind für Teilhard kein Gegensatz. Neu gedacht hat er auch das Verhältnis von „notwendiger“ Entwicklung und menschlicher Freiheit. Theologisch knüpft er dabei an die Lehre vom Heiligen Geist als Spiritus Creator an, der mit der geschöpflichen Freiheit stets gegenwärtig zusammenwirkt. Teilhards weitere Einsichten zur Evolution des Menschen, insbesondere hinsichtlich dessen spiritueller Aspekte, werden oft mit denen des indischen Philosophen Sri Aurobindo verglichen, der den heutigen Menschen als Übergangswesen zu einer höheren Entwicklungsstufe ansieht.[7]

Teilhards AnliegenBearbeiten

Teilhards Anliegen ist die Vermittlung seiner Weltanschaung, die von einer „Einheit des Universums“ ausgeht.[8]

Gemäß dem Theologen und Psychotherapeuten Giulio Haas ging es Teilhard immer darum, seine Sicht der Gesamtwirklichkeit zu vermitteln. Es sei nicht verwunderlich, dass er dadurch sehr schnell in Konflikt mit der Naturwissenschaft, der Philosophie und der Theologie gerate. Denn jede Wissenschaft gehe die eine Wirklichkeit von ihrem je eigenen Standpunkt aus an.[9]

Für den Theologen Thomas Broch ist das Grundanliegen Teilhards ein spirituelles:

„Am Ursprung der Grundgedanken seines Werkes steht nie das rationale Argument, der Begriff oder gar das naturwissenschaftliche Faktum, sondern die Schau, das innere Erlebnis, ein ganzheitlicher Erfahrungsakt mystischer oder religiöser Prägung.“[10]

Teilhard selber fasst sein Weltbild in einer Art Glaubensbekenntnis zusammen:

„Ich glaube, das Universum ist eine Evolution.
Ich glaube, die Evolution geht in Richtung des Geistes.
Ich glaube, im Menschen vollendet sich der Geist im Personalen.
Ich glaube, das höchste Personale ist der Christus-Universalis.“[11]

Anderswo schreibt Teilhard:

„Oft bitte ich Gott, ich möchte doch die Asche sein, aus der für andere dieses große Aufblühen hervorbricht, das unserer Generation gefehlt hat.“

Und:

„Die etwas gewagten oder systematischen Punkte meiner ‚Lehre‘ sind für mich im großen und ganzen nur sekundär; ich möchte viel weniger Ideen als einen Geist verbreiten.“[12]

Etwas Ähnliches teilt er 1927 Ida Treat in einem Brief mit:

„Was ich vermitteln möchte, ist nicht eigentlich eine Theorie, ein System, eine Weltanschauung; sondern ein gewisser Geschmack (goût), eine gewisse Wahrnehmung der Schönheit, der Erfahrung, der Einheit des Seins. Ich versuche, die ruhige Berauschung, die das Bewusstwerden der Tiefen des Weltstoffs in mir bewirkt, in Begriffe einer Theorie zu übersetzen (was ich gerne in Musik täte, wenn ich dazu fähig wäre); aber diese Theorie hat für mich nur eine Geltung durch die Resonanz, die sie in einem Bereich der Seele auslöst, der nicht dem Intellekt zugehört.“[13]

KosmogeneseBearbeiten

 
Entropie, Thermodynamik und Divergenz – Teilhard de Chardin

Für Teilhard ist die gesamte Wirklichkeit etwas Dynamisches, etwas, das dauernd in Entwicklung ist. Der Kosmos als statische, fixe Größe ist für ihn endgültig überholt. Er verwendet daher ganz selten den Begriff Kosmos. Lieber spricht er von Kosmogenese, wodurch das Entstehen, Werden und Sich-Entfalten des Universums deutlicher zum Ausdruck kommt. Er sieht in der Kosmogenese eine von Gott bewirkte kreative Bewegung, die noch nicht an ihr Ziel gelangt ist. Kennzeichen dieser Bewegung ist die ständige Zunahme von Organisiertheit alles Seienden. Die Kosmogenese befindet sich auf einem Weg, aber nicht um des Weges willen. Dieser Weg hat ein Ziel, das nicht von außen vorgeschrieben oder aufdiktiert ist. Die Kosmogenese tastet sich voran, auf ein Ziel hin, das sie Schritt für Schritt selber entwirft.

Der Weg, den die Kosmogenese in der Vergangenheit eingeschlagen hat, verläuft nach Teilhard gemäß dem Gesetz der Konvergenz. Darunter versteht er die Vereinigung von zuerst getrennten Einheiten zu immer größeren, komplexeren Einheiten. In den beiden Faktoren Konvergenz und Komplexität offenbare sich das Grundstreben der Kosmogenese. Nach vorne erscheinen immer komplexere Gebilde, die zugleich immer intensiver konvergieren. Das Ziel werde das komplexeste Gebilde mit der größtmöglichen Konvergenz sein.

Die NoogeneseBearbeiten

Teilhard bezeichnet das Reich des Leblosen mit Hylosphäre (hylisch=materiell, stofflich). Sie wird von physikalischen Gesetzen dominiert. Zugleich ist sie das Reich, das die Keime kommenden Lebens in sich birgt. Diese neue Phase, die er die Biogenese nennt, ermöglicht eine neue Sphäre, die Sphäre des Lebendigen: die Biosphäre. Tastend gestalten sich immer komplexere Gebilde mit immer ausgeprägterer Innerlichkeit oder Zentriertheit bis hin zum Menschen. Diese dritte Phase im kosmischen Prozess nennt Teilhard die Noogenese, die zur Noosphäre führt (von nous, altgr. Geist). Die Noosphäre ist die letzte Etappe der Kosmogenese. Das Geistige wird von Teilhard als eine zentrierte Wirklichkeit verstanden, die im Menschen sich selber bewusst geworden ist. Bis hierher findet sich Teilhard in Übereinstimmung mit der Mehrheit seiner naturwissenschaftlichen Zeitgenossen. Dass er aber den Geist konsequent in sein kosmogenetische Modell eingebaut hat, ist vor allem für die Theologie unannehmbar. Denn durch diese Einordnung des Geistes relativiert Teilhard den herkömmlichen Dualismus von Geist und Materie. Andererseits ruft die Anschauung Teilhards mit dem Geist als kosmische Größe wiederum die Materialisten auf den Plan.

Die wahre Originalität Teilhards liegt nach Giulio Haas darin, dass für ihn die Kosmogenese mit der Entstehung des menschlichen Geistes nicht abgeschlossen ist. Von der gleichen Dynamik angetrieben schreitet sie weiter, nach den gleichen Gesetzen von zunehmender Komplexität und Konvergenz. Indem Teilhard dieses Weiterschreiten zu beschreiben versuchte, war er gezwungen, etwas darzustellen, was sich notwendigerweise der Erfahrung und der Nachprüfung entzieht. Für die Naturwissenschaft liegt hier wohl der schwächste Punkt im Gesamtwerk Teilhards. Er hat sich mit dem Vorwurf unbeweisbarer Spekulationen und Phantasterei des Öfteren auseinandergesetzt und war sich der Problematik seines Vorgehens bewusst. Doch ging es ihm gar nicht darum, die konkrete Gestalt der Zukunft auszumalen. Er wollte nur aufzeigen, wie der Weg der Zukunft strukturiert sein muss, wenn man die kosmischen Gesetze, die in der Vergangenheit dominierend waren, in die Zukunft extrapoliert.

Aufgrund der Gesetze der Konvergenz, der Komplexität, der Verinnerlichung und der Zentrierung ist für Teilhard die Noosphäre eine sich selbst schaffende Wirklichkeit, die auf eine gemeinsame Mitte hin tendiert, auf ein „hyper-personales“ Zentrum. Den Zielpunkt der Noogenese setzt Teilhard vor allem in den Spätschriften mit dem „kosmischen Christus“ gleich. Noogenese und Christogenese bilden für ihn eine Einheit, doch er hat lange darum ringen müssen, um die Einheit dieser zwei Strömungen darstellen zu können.

Teilhard ist sich der Konflikte zwischen den Nationen, das Auseinanderleben von Jung und Alt, die Spannungen zwischen den Geschlechtern usw. bewusst. Deshalb unterscheidet er zwei Phasen innerhalb der Noogenese – wie in den vorhergehenden Abschnitten der Kosmogenese. Die erste Phase ist die Phase der Divergenz. Dazu gehört das Besitzergreifen der Erde, das Auseinanderstreben, das Sich voneinander Absetzen. Ihr folgt die Phase der Konvergenz, das tastende Einander-Suchen und Aufeinander-Eingehen. Nach Teilhard ist diese Phase vor allem durch die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus sichtbar geworden. Im Christentum wird sie nach seiner Meinung weitergeführt. Von ihm erwartet er nicht nur die stärksten Impulse für die Konvergenz, sondern auch den endgültigen Sieg. In diesem Sinn spricht Teilhard den etwas gewagten Gedanken aus, dass das Christentum der wahre Erbe der Kosmogenese sei. In der konkreten Wirklichkeit lassen sich die beiden Phasen zeitlich nicht trennen; sie laufen parallel nebeneinander.

Die Liebe als kosmische Energie Bearbeiten

Da die gesamte Wirklichkeit auf ein Ziel hin ausgerichtet ist, muss in ihr die Energie vorhanden sein, die es ihr ermöglicht, diesem Ziel entgegenzutasten. Teilhard glaubt, diese „kosmische Energie“ überall zu entdecken. Er geht in verschiedenen Schriften darauf ein. Auf der Stufe des Menschen erscheint sie als die Liebesenergie. Doch sie war schon lange vor dem Menschen am Werk. So schreibt er in Der Mensch im Kosmos:

„In ihrer vollen biologischen Realität betrachtet, ist die Liebe nicht auf den Menschen beschränkt. Sie ist die Anziehung, die ein Wesen auf ein anderes ausübt. Sie ist allem Leben eigentümlich und verbindet sich in verschiedener Weise und in verschiedenem Grade mit allen Gestalten, in denen die organische Materie nach und nach erscheint. […] Wenn nicht schon im Molekül auf unglaublich rudimentärer Stufe eine Neigung zu Vereinigung bestünde, so wäre das Erscheinen der Liebe auch auf höherer Ebene, in der menschlichen Form, physisch unmöglich.“[14]

Für Teilhard ist die Liebe die universellste, die ungeheuerlichste und die geheimnisvollste der kosmischen Energien. Sie ist die Antriebskraft für das gesamte kosmologische Streben. Sie nimmt das letzte Ziel, die organische Einheit alles Seienden, bereits handelnd und leidend vorweg. Diese Liebe ist für Teilhard im Herzen von Jesus Christus bereits vollkommen verwirklicht. Sie ist nicht von außen in die kosmische Wirklichkeit eingedrungen, sondern ebenso wie der menschliche Geist ist sie dieser Wirklichkeit entsprungen, hat dabei ihr Wesen verändert und ist im Menschen personal geworden.

Beides muss beachtet werden: die Kontinuität der Liebesenergie und die Diskontinuität durch die jeweilige Verwandlung. Ähnlich wie zwei Liebende einander anziehen und sich durch diese Anziehung verändern, so gibt der menschliche Geist sich dem Größeren hin, vereint er sich mit ihm.[15] Es ist von Anfang an dieselbe Energie, welche die Gesamtwirklichkeit vorantreibt, doch sie verwandelt sich in den verschiedenen Phasen der Kosmogenese. Unter diesem Aspekt bezeichnet Teilhard den gesamten kosmischen Prozess als „Amorisation“ (= einigende und vollendende Liebeskraft). Deshalb ist die Liebe die treibende Urkraft der Kosmogenese.[16]

Der kosmische ChristusBearbeiten

Der Entwicklungskraft der Kosmogenese „von unten“ hat ihren Gegenpol in einer Anziehungskraft „von oben“. Teilhard benützt dazu den Ausdruck Christus universalis oder kosmischer Christus, entsprechend dem Brief des Apostels Paulus an die Kolosser: „Alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen […] Alles hat durch ihn seinen Bestand.“ (Kol 1.16). Unbeachtet anderer exegetischer Interpretationen übernahm er diesen Satz so, wie er ihn in seiner Bibel vorfand; er wurde ihm zum Kern seiner Weltschau.

Durch diese beiden Kräfte entfaltet der Kosmos seine Dynamik. Im Symbol des Christus universalis ausgedrückt: Christus erhält durch die Kosmogenese eine kosmische Dimension, und der Kosmos erhält eine „christische“ Dimension. Dies drückt Teilhard mit dem Begriff Christogenese aus. An einer Stelle spricht er sogar von „Theogenese“, also von einer Gottwerdung der Gesamtwirklichkeit.[17]

Die Frage, wer dieser kosmische Christus sei, wurde Teilhard immer wieder gestellt. Viele hat seine Antwort nicht befriedigt. Doch für ihn stand fest, dass es sich dabei um niemand anderes handeln konnte als um den historischen Jesus von Nazareth, den Teilhard in seiner Kindheit durch die Vermittlung seiner Mutter kennen und lieben gelernt hatte.[18]

Der Punkt OmegaBearbeiten

Um das Ziel zu beschreiben, auf das sich die Kosmogenese hintastet, benutzte Teilhard die Metapher Omega. Er verstand den Punkt Omega als ein Zentrum der ans Ziel gelangten Gesamtwirklichkeit und versuchte damit auch im Gespräch mit Nichtchristen zu bleiben:

„Wenn der Punkt Omega nicht von Natur erhaben wäre über Zeit und Raum, die er in sich sammelt, so wäre er nicht Omega. Eigengesetzlichkeit, allgegenwärtiges Wirken, Irreversibilität und schließlich Transzendenz: das sind die vier Attribute von Omega.“[19]

Omega, das ewig Eine, ist ein biblischer Hohheitstitel für Christus in der Offenbarung des Johannes (Offb 21,6). Der „Punkt Omega“ ist Ziel, Richtung und Motor der Evolution. Teilhard beschrieb in seinem Hauptwerk Der Mensch im Kosmos die Einigung der Welt durch Gott mittels Jesus Christus mit folgenden Worten:

„Die Welt schaffen, vollenden und entsühnen, so lesen wir bereits bei Paulus und Johannes, ist für Gott die Einigung der Welt in einer organischen Vereinigung mit sich selbst. Auf welche Weise eint er sie? Indem er zu einem gewissen Teil in die Dinge eintaucht, indem er sich zum ‚Element‘ macht, und indem er dann, kraft des im Herzen der Materie gefundenen Stützpunktes, die Führung und den Plan dessen übernimmt, was wir heute Evolution nennen. Indem er als Mensch unter Menschen erstanden ist, hat Christus als Prinzip universeller Lebenskraft seine Stellung eingenommen, und er ist seit je dabei, den allgemeinen Aufstieg des Bewusstseins, in den er sich hineingestellt hat, unter sich zu beugen, zu reinigen, zu leiten und aufs höchste zu beseelen.“[20]

Im Büchlein Mein Universum, das der Unio Creatrix, der Einheit der Schöpfung, gewidmet ist, bezog Teilhard Christus noch direkter auf den Punkt Omega:

„Weil Christus Omega ist, ist das Universum physisch bis in sein materielles Mark durchdrungen vom Einfluss seiner übermenschlichen Natur.“[21]

Der Begriff Omega machte es Teilhard schwierig, die personale Dimension des Zielpunktes der Kosmogenese mitklingen zu lassen. Ihm lag aber alles daran, darauf hinzuweisen, dass der Zielpunkt der Kosmogenese als etwas Personales verstanden wird, genauer, als ein „Hyper-Personales“. Er wollte aufzeigen, dass für ihn Geist eine historisch gewachsene, biologische, ja planetarische Größe ist, eine echte Frucht der Kosmogenese und keine außerkosmische Begleiterscheinung. Indem der Geist im Menschen personal geworden ist, muss auch das Ziel als personal verstanden werden, als das Zentrum aller zentrierten Einheiten. Die Vollendung des Menschen sah Teilhard nicht in einer weiteren Vervollkommnung der Individuen, sondern im erfüllenden Aufgehen der Individuen in der Gemeinschaft.

Das Böse als notwendiges ÜbelBearbeiten

Teilhard wurde oft der Vorwurf gemacht, dass seine Weltschau zu optimistisch sei, und dass er dem Problem des Bösen zu wenig Platz einräume. Teilhard selber hat das nicht so gesehen. In seinem Kosmos, der sich tastend vorwärts bewegt, ist das Böse stets gegenwärtig. Unter dem Bösen verstand er alles, was sich dem Weg zunehmender Konvergenz entgegenstellt. Das „Übel“ bzw. das „Böse“ ist eine zersetzende Kraft. So zeigt sich das Böse in der Kosmogenese auf mannigfache Art. Es erscheint als das Übel der Unordnung und des Misserfolgs. Auch der Zerfall im Sinne des Anstiegs der Entropie ist ein Übel, und doch ist es notwendig zur Weiterentwicklung.

Das ist die unvermeidliche Kehrseite der ganzen Kosmogenese: sich einen gewissen Anteil an „Abfällen“ zu erlauben (wobei beide Bedeutungen des deutschen Wortes zutreffen).

„Disharmonien oder physischer Zerfall im Vorlebendigen, Leiden beim Lebenden, Sünde im Bereich der Freiheit: keine in Bildung begriffene Ordnung, die nicht auf allen Stufen Unordnung einschließt.“[22]

Teilhard war überzeugt von der Notwendigkeit des Übels, denn da das Viele dem „Spiel der Möglichkeiten“ unterworfen ist, muss das Übel unter der riesigen Zahl der Geschöpfe vorkommen. Mit dem Auftreten des Menschen wird die Kosmogenese zum großen Wagnis, da der Mensch mit Freiheit begabt ist und sein egozentrisches Streben nach Unabhängigkeit dem Ziel der Einheit entgegenläuft. Käme es zum Beispiel im Raum der Freiheit des Menschen nicht vor, so müsste man ernstlich an der Freiheit zweifeln. Das Übel ist also ein unvermeidliches Nebenprodukt einer Welt auf dem Weg zur Einswerdung, eine von der Schöpfung nicht zu trennende Mühsal.[23]

Beim Menschen zeigt sich das Böse neu im Gefühl der Einsamkeit, des Abgetrennt-Seins und der Angst, auch wegen der eigenen Sterblichkeit. Auch die Einsicht in die Unermesslichkeit des Universums kann Angst auslösen angesichts der eigenen Kleinheit.

Das Problem des Übels hatte Teilhard schon seit seinen ersten Schriften beschäftigt, und gegen Ende seines Lebens betonte er in einem Brief an seinen Freund Henri de Lubac „die immer größere Bedeutung, welche die ausdrückliche Betrachtung des Übels in meinem Denken einnimmt. […] Je mehr der Mensch Mensch wird, umso schlimmer wird das Problem des Übels, umso tiefer prägt es sich in seinem Fleisch, in seinen Nerven und in seinem Geist ein: das Böse, das wir verstehen und erleiden müssen.“[24]

Selbst am Ende der Welt kann sich das Böse nochmals entscheidend geltend machen:

„Doch es ist ebenfalls möglich, dass das Böse zugleich mit dem Guten wächst – einem Gesetz zufolge, das in der Vergangenheit ausnahmslos waltete – und dass es am Ende gleichfalls seinen Höhepunkt erreicht, und zwar auch in einer besonderen und neuen Form. […] Die universelle Liebe würde dann schließlich nur einen Teil der Noosphäre beleben und loslösen, um ihn zu vollenden – denjenigen Teil, der sich entscheiden würde, den ‚Sprung‘ aus sich selbst in den Andern zu wagen.“[25]

Die neuen SinneBearbeiten

Nach Meinung des Theologen Giulio Haas, könne man die Weltschau Teilhards nur verstehen, wenn man die von ihm eingeführten Begriff „innerseelischen Sinne“ berücksichtigt. Nach Teilhard handele es sich dabei um Sinne, die es ermöglichen, die Erscheinungen der ganzen Wirklichkeit zu erfassen und so den Gesamthorizont des Seins erfahrbar zu machen. Teilhard spricht von einem Sinn für den unermesslichen Raum und von einem Sinn für die Tiefe der Zeit. Darunter versteht er das Bewusstsein für die Zahl, für die Proportion, die Dualität, für die Neuheit, die Bewegung und das Organische.[26]

In seinem Alterswerk Das Herz der Materie bezeichnet Teilhard den Sinn für das Ganze, also das Gespür für die Fülle, als die treibende Kraft in seinem Leben.[27] Er ist sich damit bewusst, dass sein Weltbild nicht nur das Ergebnis objektiver Tatbestände ist, sondern auch die Frucht subjektiver, innerlicher Dynamismen. Dank der neuen Sinne ist der Mensch fähig, die Vollendung der Kosmogenese, die Fülle, das Pleroma, zu denken. Dank ihnen vermag sich der Mensch mit dem Weltganzen zu vereinen.

Unter dem kosmischen Sinn versteht Teilhard das Empfinden der Verwandtschaft der menschlichen Wirklichkeit mit dem evolutiven und letztlich personalen Universum:

„In einem personalen Universum findet […] der kosmische Sinn unmittelbar seinen natürlichen Platz: er stellt das mehr oder weniger dunkle Bewusstsein dar, das jeder von uns von der reflektierten Einheit gewinnt, in der er sich mit allen anderen zusammenschließt.“[28]

Der menschliche Sinn wiederum ist für Teilhard eine gegenseitige Anziehungskraft, die im Ganzen der Noosphäre ausgebreitet ist.[29] Am schwierigsten zu verstehen ist der christische Sinn. „Christisch“ ist eine Wortschöpfung Teilhards als Pendant zu „kosmisch“. Wie er in Das Herz der Materie darlegt, bedurfte es seines ganzen Lebens, um den christischen Sinn zu erfassen und ihn zusammen mit dem kosmischen Sinn und dem menschlichen Sinn in seine Weltschau einzubauen.

Die Christus-VisionenBearbeiten

Während des Ersten Weltkriegs, an der Front, erlebte Teilhard verschiedene numinose Visionen, in denen er glaubte, den „kosmischen Christus“ wahrnehmen zu können. Sie waren prägend für seine Weltschau. Das beschrieb er in seiner autobiografischen Schrift Das Herz der Materie ausführlich. Die Bilder, die seine Visionen auslösten, bezogen sich hauptsächlich auf katholische Symbole: das Herz Jesu, die Monstranz, die Hostie usw. Dadurch, dass sich ihm die Visionen in religiösen Symbolen anboten, wurde es ihm möglich, das Kosmische und das Christliche vereint zu erleben. Durch sie fühlte er sich aufgerufen, aktiv am Geschehen der „Vergöttlichung“ des Kosmos und der „Kosmisierung“ Gottes teilzunehmen. Für den Psychotherapeuten und Theologen Giulio Haas haben diese Visionen ihren Ursprung in Archetypen aus dem kollektiven Unbewussten (C. G. Jung), die durch die außerordentliche Situation an der Kriegsfront ausgelöst wurden.

Für Teilhard ist die Mystik „die Wissenschaft der Wissenschaften“. Sie ist die große Wissenschaft und die große Kunst, die einzige Macht, die imstande ist, die durch andere Formen menschlicher Tätigkeit gesammelten Reichtümer zu einer Synthese zu bringen. So ist die „mystische Ergriffenheit“ (la vibration mystique) in seinen Augen von der „wissenschaftlichen Ergriffenheit“ (la vibration scientifique) überhaupt nicht zu trennen.[30]

BewusstseinBearbeiten

Teilhard geht davon aus, dass allen physischen Dingen geistige Eigenschaften innewohnen. Die Materie müsse, um Geist hervorzubringen, als Urmaterie bereits beseelt gewesen sein. Sie sei sich durch Evolution schließlich im Bewusstsein des Menschen ihrer selbst bewusst geworden. Er behauptet allerdings nicht, dass unbelebte Dinge Bewusstsein haben und zum Beispiel Schmerzen erleben können. Vielmehr postuliert er, dass bei den Lebewesen abgestufte Formen bewusster Geistigkeit anzutreffen sind. Nur dann, wenn ein Wesen in physischer Hinsicht ausreichend komplex ist, kann auch die entsprechende geistige Seite komplexe Züge annehmen.[31]

Der „göttliche Bereich“Bearbeiten

Teilhard unterscheidet die gefallene, irdische Welt von der „Übernatur“ (oder dem „göttlicher Bereich“). Der göttliche Bereich ist der nur dem gläubigen Bewusstsein zugängliche Strahlungsbereich der göttlichen Allgegenwart in der Welt, die für Teilhard „eine Allgegenwart der Christwerdung“ darstellt. Dieser Strahlungsbereich ist sowohl Zentrum, der „die Wesen inmitten seiner selbst vereinigt und vollendet“, als auch ein „Feld“ (milieu), in das die Gegenwart Christi ausstrahlt, „in dem wir leben, uns bewegen und sind“. Die Welt wird durch den göttlichen Bereich transparent auf Gott und Christus hin, und die Dinge, Ereignisse, menschlichen Beziehungen gewinnen einen „sakramentalen“ Charakter. Der göttliche Bereich gleicht dem Reich Gottes des Evangeliums und bringt scheinbar widersprüchliche Eigenschaften zum Einklang: Universalität und Personalität, Immanenz und Transzendenz, unvergleichliche Nähe und ungreifbare Unendlichkeit.[32]

AuferstehungBearbeiten

Die Auferstehung Christi wird von Teilhard in zweifacher Hinsicht thematisiert:

  1. Als heilsgeschichtliche Tatsache: Für Teilhard ist der Osterglaube eine zentrale Wahrheit. Die Überwindung des Todes bedeutet den Beginn der Endzeit: in und durch Christus beginnt eine neue Menschheit, ja eine neue Schöpfung. Teilhard verwendet dafür auch die Begriffe „Umgestaltung“, „Neugestaltung“, „Transformation“ oder „Transfiguration“: „Christus hat den Tod überwunden, indem er nicht nur dessen Missetaten Einhalt gebot, sondern seinen Stachel umkehrte. Kraft der Auferstehung führt nichts mehr unausweichlich zum Tode.“ (Der Göttliche Bereich, S. 81)
  2. Andererseits kommt der Auferstehung Christi in Teilhards theologischer Schau eine besondere Bedeutung zu. Sie gewinnt eine kosmische und gesamtmenschliche Dimension: Die Auferstehung führt zur Vollendung des Heilsplanes Gottes mit Welt und Menschheit. Alles, was bis zum Punkt Omega noch geschieht, ist Durchführung und Enthüllung des in der Auferstehung Begonnenen. Der auferstandene Christus wird so zum universalen Zentrum des gesamten kosmisch-menschheitlichen Geschehens. Er wirkt im Zentrum und auf dem Gipfel der Schöpfung und führt sie zu ihrer Vollendung. (vgl. das Kapitel „Die Beseelung der Welt durch den Christus-Universalis“ in Mein Universum, S. 45 ff.)

Das Ziel der EvolutionBearbeiten

Teilhard hält den Menschen für unersetzbar und meint: „Trotz der Unwahrscheinlichkeit seiner Aussichten muss er ans Ziel gelangen; gewiss nicht notwendig, aber unfehlbar.“ Entmutigung und Verrzweiflung hält er für das große Risiko der menschlichen Evolution, die grundlegende Versuchung.[33]

WirkungBearbeiten

Teilhards weltgeschichtlicher Optimismus stieß in den 1960er Jahren auf große Resonanz. Der Philosoph, Theologe und Teilhard-Übersetzer Karl Schmitz-Moormann schrieb 1964:

„Kaum ein Autor hat im 20. Jahrhundert eine derart weltweite Begeisterung ausgelöst und gleichzeitig auch einen derart erbitterten Widerstand gefunden wie Pierre Teilhard de Chardin. Sein erstes veröffentlichtes Werk Der Mensch im Kosmos ist ein Bestseller geworden. Dabei ist es alles andere als einfach zu lesen.“[34]

Diese Resonanz über alle weltanschaulichen Grenzen hinaus sah Schmitz-Moormann in Teilhards Versuch, den christlichen Glauben mit der (damals) in breiten Volkskreisen neuen evolutionären Sicht von Kosmos und Welt zusammenzudenken.[35]

InterpretationsunterschiedeBearbeiten

Der Konzilstheologe Henri de Lubac setzte sich vehement für die freie Erörterung der Ideen Teilhards ein. Nach de Lubac versuchte Teilhard niemals, seine Visionen samt und sonders für maßgeblich oder auch nur für vertretbar zu erklären. Strenggenommen entziehe sich die von Teilhard vorgetragene Weltschau einer präzisen theologischen Beurteilung. Daher konnten aus dem Gesamtwerk auch nicht einzelne Lehren entnommen und verurteilt werden. Vor einer allzu leichtgläubigen Teilhard-Rezeption habe die oberste Dogmenbehörde der römischen Kurie, die Kongregation des Heiligen Offiziums, allerdings zu recht gewarnt.[36]

Nach einer anderen Interpretation war das Bemühen Teilhards „der großangelegte Versuch, die naturwissenschaftliche Evolutionstheorie mit den Dogmen der Kirche auszusöhnen, um dem Vatikan eine neue spektakuläre Niederlage zu ersparen, wie Rom sie im Streit gegen Kopernikus und Galilei hinnehmen musste.“[37] Es gab in den 60er Jahren auch Theologen, die Teilhard verantwortlich machten für die damalige Krise des Christentums. (Siehe dazu Theologische Kritikpunkte.)

Zwanzig Jahre später stellte der Theologe Thomas Becker fest:

„Glühende Verehrung, aber auch schroffe Ablehnung waren die vorherrschenden Haltungen in der ersten Phase der Teilhard-Rezeption (ca. 1955–1965). Besonderes Interesse fand das Geist-Materie-Denken. Es gehört zu den umstrittensten Themen des Werkes Teilhards, das ab 1955 posthum herausgegeben wurde. […] Die Einseitigkeiten und Voreiligkeiten der Interpretation des ersten Jahrzehnts ließen in dieser Zeit wenige abwägend vermittelnde Arbeiten entstehen. Ganz unterschiedliche Vorgehensweisen brachten eine große Differenz in der Qualität dieser Darstellungen hervor.“

Gerade bei der Bestimmung dessen, was Geist und Materie unterscheide und verbinde, ergebe sich wegen der Unbestimmtheit dieser allgemeinen, von jedem Denker mit anderen Inhalten gefüllten Begriffe die Notwendigkeit, alle Facetten der in ihnen ausgesagten Wirklichkeit bei einem Denker gründlich zu studieren. Es sei ein nie abschließbarer Verstehensprozess, sagt Becker.[38]

Über die Nachhaltigkeit der Bedeutung Teilhards gingen die Ansichten in der ersten Phase der Rezeption stark auseinander. Die einen waren der Auffassung, das Phänomen Teilhard sei bloß eine unbedeutende Episode gewesen:

„Nach Abklingen der gigantischen ‚Teilhard-Welle‘ wandte sich die seriöse Theologie seit den 1970er Jahren wieder ihren eigenen Aufgaben zu.“[39]

Andere sahen in Teilhard ein Jahrhundertereignis mit einer ähnlichen Wirkung wie Thomas von Aquin. So kündigte die Hamburger Tageszeitung DIE WELT 1960 das erste Hauptwerk Teilhards mit den folgenden Worten an:

„Das Werk ist von der Größenordnung jener Bücher, die nur einmal in einem Jahrhundert geschrieben werden. Die Zeit wird kommen – wir wagen es zu prophezeien –, wo man Teilhard de Chardin im gleichen Atemzug nennen wird mit Descartes, Hegel, Kant, Darwin und Einstein.“[40]

Neuere RezeptionBearbeiten

Zur neueren Rezeption Teilhards im deutschen Sprachraum gehören zwei Werke des Teilhardkenners Ludwig Ebersberger. Im ersten Buch: Der Mensch und seine Zukunft von 1990 gibt Ebersberger einen Überblick über den langen Weg der Emanzipation des menschlichen Denkens über die verschiedenen Bewusstseinsstufen bis zu den großen Durchbrüchen des 20. Jahrhunderts. Diese wurden eingeleitet durch die neuen Naturwissenschaften und führten zu einem neuen Weltbild. Nach Eberbergers Auffassung gibt es keinen effektiveren Weg in das kommende Zeitalter, als Teilhards Erkenntnisse zu würdigen, „mit denen er nicht nur seiner, sondern auch unserer Zeit weit voraus gewesen ist und die ihn zum ersten Bürger des kommenden Äons machten.“[41]

Auch Eberbergers zweites Buch: Glaubenskrise und Menschheitskrise (2001) geht von der Spiritualität Teilhards aus. Es beinhaltet die zur Bewältigung der Zukunft erforderlichen radikalen Umorientierungen hinsichtlich unseres Welt- und Daseinsverständnisses in allen Wissens- und Lebensbereichen. Ebersberger ist auch der Auffassung, dass man Teilhard völlig grundlos lebenslang unter das Veröffentlichungsverbot stellte. Teilhard habe gezeigt, dass die Übertragung des überlieferten Glaubensgutes in die neuen Denk- und Aussageformen möglich sei, „ohne davon auch nur ein Jota preiszugeben – man war nicht in der Lage, ihm auch nur einen einzigen Satz als ‚häretisch‘ nachzuweisen.“[42]

Ende der Siebziger Jahre hat Pia Gyger das Katharina-Werk in Basel, eine ökumenische, interreligiöse Gemeinschaft, auf die Spiritualität Teilhards ausgerichtet. Die Theologin Ursula King beschreibt diese Gemeinschaft 1993 wie folgt: „Hier erlebte ich ganz konkret, wie der christliche Glaube heute schöpferisch gelebt und gestaltet werden kann. Hier spürte ich, wie das dynamische und mystische Christusverständnis des französischen Denkers Teilhard de Chardin mit bedeutenden Einsichten östlicher Zen-Meditation in gelungene Verbindung gebracht worden ist […] eine Spiritualität, die sich im persönlichen wie gesellschaftlichen wie politischen Leben fruchtbar auswirkt – ein Geist der Versöhnung, Einheit und Liebe […]“[43]

Einflüsse und EhrungenBearbeiten

Das Werk Teilhards zeitigt bis heute vielfältige wissenschaftliche, kulturelle und künstlerische Wirkungen. So gibt es in Frankreich Dutzende von Straßen, Plätzen usw., die den Namen Teilhards tragen. Auch Gymnasien und Vorlesungssäle wurden nach ihm benannt. Auch im deutschen Saarland gibt es eine Teilhard de Chardin-Allee. Theodosius Dobzhansky, einer der bedeutendsten Evolutionsbiologen des 20. Jahrhunderts und Mitbegründer der modernen synthetischen Evolutionstheorie, widmete Teilhard den Essai Nichts in der Biologie macht Sinn, außer im Lichte der Evolution. Sieben ausgestorbene Primatenarten, die im Eozän in Nordamerika, Europa und Asien verbreitet waren, tragen den Gattungsnamen Teilhardina.

Teilhard-OrganisationenBearbeiten

  • 1965 wurde in Paris die Fondation Teilhard de Chardin gegründet mit Sitz im Musée national d'histoire naturelle.
  • In verschiedenen Ländern gibt es Teilhard de Chardin-Gesellschaften. Die deutsche Teilhard-Gesellschaft in München hat unter anderem die Acta Teilhardiana herausgegeben (siehe Weblink).
  • Immer noch sehr aktiv mit Veranstaltungen und Publikationen ist The American Teilhard Association ATA, gegründet 1967 (siehe Weblink).
  • Viele Lesegruppen und Vereinigungen trugen und tragen Teilhards Namen.
  • Teilhard-Spezialisten wie P. Richard Brüchsel SJ haben während Jahrzehnten in Kursen Hunderte von Teilnehmern in die Spiritualität Teilhards eingeführt.

LiteraturBearbeiten

  • Der Bestseller von Morris West, In den Schuhen des Fischers (1963), wurde 1968 verfilmt mit Oskar Werner in der Rolle des zweifelnden Pater David Télémond alias Teilhard.
  • Der Titel der Kurzgeschichten-Sammlung Alles, was wächst, muss zusammenfließen von Flannery O'Connor von 1965 ist ein Verweis auf Teilhards Arbeit.
  • In mehreren Science-Fiction-Romanen finden sich Anleihen an Teilhard, so in Die Blutmusik von Greg Bear (1985/88), in Le successeur de pierre von Jean-Michel Truong (1999), in Das Licht ferner Tage von Arthur C. Clarke und Stephen Baxter (2001).
  • Im 1400-seitigen Doppelroman Die Hyperion-Gesänge (1989–1997, dt. 2002) von Dan Simmons wird Teilhard in ferner Zukunft heiliggesprochen. Ein von ihm inspirierter Priester und Anthropologe, Paul Duré, wird später Papst und nimmt „Teilhard“ als Papstnamen an.
  • Teilhard wurde im Theaterstück Fake von Eric Simonson und in einem 2009 präsentierten Stück der Chicagoer Steppenwolf Theatre Company thematisiert.
  • Robert Wright übernahm in seinem Buch Nonzero: Die Logik des menschlichen Schicksals (2001) Teilhards These, dass die biologische und kulturelle Evolution möglicherweise zielgerichtet ist.
  • Der amerikanische Schriftsteller Don DeLillo 2010 lieh sich im Roman Punkt Omega den Titel und einige andere Ideen von Teilhard de Chardin.

KunstBearbeiten

 
Maria Hafner: Aufbrechen, 2003, 80 × 80 cm
  • Der italo-amerikanische Architekt Paolo Soleri (Arcosanti, gegründet 1970) wurde stark von Pierre Teilhard de Chardin beeinflusst.
  • Wie dem englischsprachigen Wikipedia-Artikel zu entnehmen ist, hat Teilhard vor allem amerikanische Bildhauer/innen zu Werken inspiriert, die Teilhard selbst oder eine seiner Ideen wiedergeben. An erster Stelle ist seine langjährige Brieffreundin Lucile Swan zu nennen.
  • Aus dem deutschen Sprachraum ist die Kunstmalerin Maria Hafner[44] zu erwähnen, die mehrere Bildreihen zu Motiven Teilhards geschaffen hat.
  • Auch sind mehrere Musikstücke als Hommage an Teilhard entstanden, so die Sinfonie Nr. 8 von Edmund Rubbra (1968) und die Musik-CD Le Coeur de la matière von Matthias Müller. Als weitere Musiker mit Bezügen zu Teilhard sind zu nennen: André Jolivet, Tina Davidson, Georges Lentz. Genaueres dazu findet man auf der Website von Theodor Frey > Teilhardkunst (siehe Weblinks).

Teilhard im Urteil seiner ZeitgenossenBearbeiten

Teilhard-Übersetzer Josef Vital Kopp:

„Teilhard wird uns geschildert als hohe, auf den rastlosen Fahrten hager gebliebene Gestalt. Seine feinen, aber energischen Gesichtszüge waren von Meer- und Wüstenwinden geprägt. Unter der hohen Stirn blitzten braune, warme, gütig strahlende und zugleich kritisch prüfende Augen. Sein Mund war umspielt von kleinen ironischen Falten. Die langfingrigen Forscherhände waren ständig in Bewegung, und die Gebärden, selbst des alternden Mannes, noch immer von jugendlicher Behändigkeit. […] Teilhard war ein liebenswürdiger Mensch, ein Mann des Dialogs. Wo immer er auftrat, verbreitete er Optimismus und Vertrauen. Jedermann wurde von seiner Ausstrahlung und Herzlichkeit gefangen.“[45]

Maurice Blondel, Philosoph und Freund Teilhards:

„Seine Überzeugungskraft drückte sich bisweilen in einem inbrünstigen Bekehrungswillen und einem prophetenhaften Ton aus, die manch einer als geradezu indiskret empfinden mochte. Doch Hand in Hand damit ging bei Teilhard eine Bescheidenheit einher, die ihn hinderte, jemals zu glauben, er habe alles Wahre erkannt.“[46]

 
Handschrift Teilhards mit Unterschrift, 1908

Teilhards Cousine Marguerite Teillard-Chambon[1] über seine ersten Schriften:

„Selbst äußerlich sind seine Manuskripte von einer peinlichen Sorgfalt in der Schrift und der Einteilung, so als gingen sie aus einem stillen Studierzimmer hervor, wiewohl seine Hand bei der Rückkehr aus den Schützengräben noch vor Müdigkeit und Erregung zittert. […] Was er in jenem außergewöhnlichen Lebensabschnitt, aus dem er verwandelt hervorging, gesehen, empfunden, gedacht hat, wird er es eines Tages kundtun können? Vor seiner Demobilmachung stellte er sich die bange Frage: Werde ich je gehört werden?“[47]

Henri de Lubac, der während mehr als 30 Jahren mit Teilhard in einem ständigen Austausch war, schrieb, dass ihre Beziehung vom ersten Tag an von Vertrauen und absoluter Aufrichtigkeit geprägt war.[48] Nach Henri de Lubac lebte in Teilhard schon als Kind eine Leidenschaft für das Absolute; diesen ‚beseligenden Gegenstand' suchte er überall und unermüdlich. Das Einsteigen in Teilhards Thematik gelinge dem leichter, der nicht mit vorgefassten Ideen an das Werk herantrete, wegen der herrlichen Unbefangenheit Teilhards. Er habe sich selbst bescheiden, aber sehr zutreffend definiert als „Mann, der versucht, treuherzig auszusagen, was seiner Generation am Herzen liegt.“ De Lubac weiter: „Stets und ständig sieht er im Leser seinen Freund, der bestrebt ist, zusammen mit ihm voranzuschreiten.“ Teilhard beanspruche nicht, mehr aufzuzeigen als einige „Einfallstraßen, auf denen sich uns der Blick auf eine Unermesslichkeit noch unerforschter Wirklichkeit auftut.“[49]

Paul Grenet, ein Ordensbruder Teilhards:

„In seinen Schriften wie in seinen Beziehungen zu den Menschen hat er nur eine einzige Diplomatie befolgt: ‚die Diplomatie der Aufrichtigkeit‘.“[50]

Der Biologe Adolf Portmann war der Ansicht, dass die Erforschung des Peking-Menschen Teilhards Ruf als Erforscher einer erloschenen Lebenswelt begründet und den Grund gelegt habe für das Vertrauen, mit dem viele Menschen seine weittragenden Folgerungen über die Evolution der Menschheit aufgenommen haben. Doch stellte Portmann gleichzeitig fest, dass bei ihm sehr häufig „der Prophet dem Forscher die Feder aus der Hand genommen hat“.[51]

Claude Cuénot, ein Freund Teilhards:

„Es gibt keinen Teilhard für die Allgemeinheit und einen anderen für Eingeweihte. […] Ratschläge und Korrekturen nahm er nicht nur willig an, sondern erbat sie sogar, und zwar nicht allein von seinen Oberen […], sondern selbst von Jüngeren und weniger Erfahrenen.“[52]

Alice Teillard-Chambon, Schwester von Marguerite:

„Auch wenn sich das Werk in einer wohlkonstruierten Form darbietet, kommt seine Kraft in der Sprache (man könnte fast sagen: seine Stoßkraft) von einem ersten Funken, der alles in Licht getaucht hat.“[53]

Der Geologe Helmut de Terra, den Teilhard auf längeren Forschungsreisen durch Indien sowie nach Birma und Java begleitet hatte, beschrieb ihn so:

„Ihm lag jede predigende Überheblichkeit fern; er passte sich immer seiner Umgebung an und spielte nie den Überlegenen. Sofern er als Autorität sprechen konnte, war er nie rechthaberisch, wie er auch unter den widrigsten Umständen einer Reise keinerlei Sonderansprüche machte, sondern sich mit geradezu beschämender Bescheidenheit einzufügen verstand.“

Als Beispiel fügte de Terra an:

„Beim Studium eines Knochens, bei dem es sich um den Grad der Fossilisation drehte, benutzte Teilhard ein mir bis dahin unbekanntes Probiermittel: Er ließ seine Zunge über den Knochen gleiten und meinte, dass er, um als Fossil zu gelten, nicht genügend mineralisiert sei, weil er seine ursprüngliche Porosität bewahrt habe. Die Art, wie er den Knochen aus der schmutzigen Hand des Arbeiters nahm und ihn sorglos an die Lippen führte, war wiederum sehr charakteristisch für seine Unbekümmertheit. Diese Eigenschaft machte ihn zu einem idealen Begleiter auf Expeditionen.“

Helmut de Terra berichtete auch von einem Erlebnis, das ihm einen unauslöschlichen Eindruck hinterließ. Er war mit Teilhard in Zentralindien unterwegs auf einem schmalen Fußpfad durch einen Bergwald, in dem Panther vorkamen. Bei jedem Rascheln im Unterholz geriet de Terra in große Angst, und als einmal ein heftiges Krachen von Zweigen zu hören war, wollte er davonlaufen, aber Teilhard blieb ruhig stehen und sagte fasziniert: „Dieser Wald ist wie das Meer voll von verborgenem Leben.“ Diese innere Zuversicht hatte ihn auch auf den Schlachtfeldern im Ersten Weltkrieg ausgezeichnet. Auf die Frage, wie er es fertig bringe, so ruhig zu bleiben, soll Teilhard geantwortet haben: „Der Tod ist nichts als eine Transformation unseres Wesens.“[54]

KritikBearbeiten

Teilhards Denkaufbruch stieß bei konservativ eingestellten Kirchenleuten und Wissenschaftlern auf Widerstand. Aus Teilhards Lebenslauf geht hervor, wie er unter Verweisen und Veröffentlichungsverboten, Ausgrenzung und Verbannung zu leiden hatte. Doch die hauptsächlichen Angriffe erfolgten erst nach seinem Tod, als seine Schriften veröffentlicht werden konnten, und umfassten nicht nur theologische Kriterien, sondern auch philosophische, naturwissenschaftliche und sprachliche. Teilhards Einführung neuer Sinne wie der „Sinn fürs Ganze“ brachte ihm zum Beispiel seitens der Naturwissenschaft den Vorwurf ein, zu unsachlich zu sein, zu unwissenschaftlich, und die traditionelle Theologie verurteilte ihn wegen seines Einheitsdenkens von Schöpfung und Evolution als verkappten Pantheisten und versteckten Gnostiker.

Theologische Kritik und SanktionenBearbeiten

Schon während seines Theologiestudiums bekam Teilhard Probleme mit der Kirche wegen seiner Auffassung von der Entstehung des Menschen (siehe dazu Evolution und Schöpfung). Noch Papst Pius XII. hatte in seiner Enzyklika Humani generis (Über die Entstehung des Menschen) 1950 ausdrücklich die biblische Legende als unantastbar bezeichnet, wonach die Menschheit von Adam, dem sündig gewordenen Urvater, abstamme. Entgegen dieser biblischen Abstammungslegende behauptete der naturwissenschaftlich geschulte Teilhard: „In den Augen der Wissenschaft, die – aus der Ferne – nur Gesamtheiten erfasst, ist der erste Mensch eine Menge und kann nichts anderes sein.“ Auch war für Teilhard die Anthropogenese noch nicht abgeschlossen. Dadurch verstieß er gegen die kirchliche Lehre der Erbsünde, da diese „aus der wirklich begangenen Sünde Adams hervorgehe, die durch die Geburt auf alle überging und jedem einzelnen zu eigen ist.“[55]

Nach wiederholten Ermahnungen zu Teilhards Lebzeiten durch seine Ordensoberen erschien als höchste Sanktion am 30. Juni 1962, sieben Jahre nach dem Tode Teilhards, ein Monitum des Heiligen Offiziums unter Johannes XXIII. mit folgendem Wortlaut:

„Gewisse Werke des Paters Teilhard de Chardin werden posthum veröffentlicht und finden eine Anerkennung, die man nicht unbeachtet lassen kann. Unabhängig von jedem Urteil, das den positiven, wissenschaftlichen Teil dieses Werkes angeht, zeigt sich auf dem Gebiet der Philosophie und Theologie klar, dass diese Werke derartige Doppeldeutigkeiten enthalten, und darüber hinaus so schwere Irrtümer, dass sie die katholische Lehre verletzen. Die oberste Kongregation des heiligen Offiziums fordert deshalb alle Ordinarien sowie Oberen religiöser Gemeinschaften, Seminarleiter und Universitätsrektoren auf, die Geister – namentlich die junger Menschen – vor den in den Werken Pater Teilhard de Chardins und seiner Anhänger enthaltenen Gefahren zu schützen.“[56]

Im selben Jahr untersagte ein Dekret der römischen Kongegration für die Seminarien und Hochschulen die Lektüre der Werke Teilhards. Und ein Jahr später verordnete das Vikariat der Diözese Rom im Namen von Papst Paul VI., dass die im Umlauf befindlichen Schriften Teilhards eingezogen werden müssen, da sie gefährliche Lehren begünstigten. Außerdem wurde in einem Schreiben der Kongregation vom Heiligen Offizium vom November 1967 angeordnet, dass die Werke Teilhards aus den katholischen Buchhandlungen und aus den Bibliotheken religiöser Institute entfernt werden.

Jahrzehnte später äußerten sich andere Theologen viel moderater und bezogen sich nur auf einzelne Fragestellungen, so der bereits erwähnte Giulio Haas, der der Auffassung war, Teilhard habe das Problem des Bösen in einer Beziehung nicht gelöst:

 
Teilhards Grab in New York, im Januar 2000

„Es handelt sich um das individuelle Böse. Teilhards Weltschau versucht zwar verständlich zu machen, warum das Böse in der Welt unvermeidlich ist und den Schöpfergott dadurch nicht desavouiert. Doch seine Schau beantwortet die Frage nicht, warum das Böse, das Leiden, gerade diesen bestimmten Menschen und auf diese besondere Weise befällt. Hier scheint die Schwäche Teilhards am sichtbarsten, nämlich sein mangelndes Interesse für den konkreten Einzelfall. Wie sorgfältig er auch als Paläontologe den einzelnen Fundgegenstand untersuchte und beschrieb – was ihn vor allem interessierte, war, das Einzelne in ein größeres Ganzes einzuordnen, und nicht das Einzelne in seiner jeweiligen Einmaligkeit.“[57]

Prominente moderne Theologen wie zum Beispiel Hans Küng zeigten sich skeptisch gegenüber Teilhards Versuch, ein theologisches Konzept wie den Endzustand Omega mit naturwissenschaftlichen Argumenten beweisen zu können. Küng hatte sogar einmal Teilhards Grab in New York aufgesucht und fast nicht gefunden, da es dermaßen überwuchert war. Er bezeichnete Teilhard als einen der bedeutendsten Theologen seiner Zeit und bedauerte sehr, dass er die meiste Zeit seines Lebens im Exil verbringen musste, als von seiner Kirche verkannter und angefeindeter Ketzer. Für sich selber nahm er in Anspruch, „ohne Harmonisierung oder Vermischung wissenschaftlicher Daten mit den Ergebnissen der Bibelexegese auf den Sinn des Schöpfungsglaubens zu kommen, der nicht im Widerspruch zu den Ergebnissen der naturwissenschaftlichen Evolutionstheorie zu stehen braucht.“[58]

Eugen Drewermann äußerte ähnliche Bedenken, wenn Teilhard wachsende Komplexität der Evolution als gerichtetes Werden deutet. Eine solche Interpretation des Evolutionsgeschehens sei mit den Tatsachen nicht vereinbar.[59]

Einer der Theologen, die sich vertieft mit den Schriften Teilhards auseinandergesetzt hatten, war der christliche Philosoph und Konvertit Hans-Eduard Hengstenberg. In seinem ersten Buch Evolution und Schöpfung von 1963 warf er Teilhard noch „die Konfundierung aller Selbstände und Prinzipien“ vor und resümierte: „Solche Sätze hätten im abendländischen Raum nie geschrieben werden dürfen.“[60]

Zwei Jahre später, in seinem zweiten Buch Mensch und Materie, urteilte Hengstenberg differenzierter:

„Es ist nicht zu bezweifeln, dass bei Teilhard de Chardin wertvolle Gedanken, besonders in religiös-aszetischer Hinsicht, zu finden sind. Man wird sein Buch Der Göttliche Bereich nicht ohne Ergriffenheit lesen. Aber diese positiven Momente lassen sich erst gewinnen und fruchtbar machen, wenn man sie aus dem System Teilhards und seinen die Wirklichkeit verzerrenden evolutionistischen Kategorien befreit.“[61]

An anderer Stelle schreibt Hengstenberg:

„Wohlgemerkt, wir werfen Teilhard natürlich nicht vor, dass er Gott überhaupt als Schöpfer bei der ontologischen Interpretation der Evolution heranzieht (darin sind wir mit ihm einig), sondern dass er ihn als Lückenbüßer, als ‚deus ex machina‘ heranzieht, dass er ihn zur ‚Kategorie Omega‘ reduziert.“[62]

„Auch kann nicht bestritten werden, dass Teilhard die Christologie so abändert, dass sie in das Schema der Evolution, der fortschreitenden Komplexion und kosmischen Vergeistigung hineinpasst. […] Es ist wirklich nicht aus der Luft gegriffen, wenn Hans Urs von Balthasar sagt: ‚Das Unerträgliche an Teilhards Entwurf ist nun aber, dass er dieses Mysterium der sich vernichtigenden Liebe Gottes in seine biologische totale Krafthaushaltslehre (Energetik) hinein zu verrechnen unternimmt.‘“[63]

Auch bezüglich der menschlichen Freiheit war Hengstenbergs Kritik vernichtend:

„Von den Konflikten, in die der transformistische Evolutionismus mit der Wirklichkeit gerät, ist der Konflikt mit der Entscheidungsfreiheit besonders einleuchtend. Das ist am System Teilhard de Chardins zu sehen. […] Entweder muss man an der Irreversibilität der Evolution und ihres Transformismus festhalten und auf die in ihrem Wesen fehlbare Freiheit der Entscheidung verzichten, oder aber auf der indeterministischen ‚Wahl‘ beharren und die Irreversibilität des transformistischen Aufstiegs fallen lassen. In beiden Fällen stürzt aber das System Teilhards im Ganzen zusammen.“[64]

Andere theologische Gegner warfen Teilhard Eklektizismus (Vermischung von Theorien) und Titanismus (Widerstand gegen die Macht der Römischen Kirche) vor. Wieder andere bezichtigten ihn des Progressimus, des Neomodernismus, des Panevolutionismus, des Pantheismus, des Relativismus, aber auch der Überheblichkeit und Anmaßung sowie des Wunschdenkens bezüglich der Zukunft.

Unter diesen Kritikern stach der Theologe und Völkerkundler Albert Drexel hervor. Er beklagte in seiner Analyse einer Ideologie von 1969 den Glaubenszerfall nach dem II. Vatikanischen Konzil und sah im „Teilhardismus“ eine Hauptursache für die damalige innerchristliche Geistesverwirrung und Glaubenserschütterung. Er fand es „hoch an der Zeit und bitternotwendig, dass endlich in aller Klarheit die hauptsächlichen Punkte und Hypothesen im Weltbild dieses Naturforschers herausgestellt und in ihrer Fragwürdigkeit und irreführenden Auswirkung dargelegt werden.“[65]

Zur großen Anerkennung Teilhards hat nach Drexel „nicht zuletzt die zum größten Teil progressistische katholische Tagespresse beigetragen, von den Massenmedien ganz abgesehen.“ Als „Erklärungsgründe für das Umsichgreifen teilhardscher Ansichten und eines mehr oder weniger deutlichen Teilhardismus“ nannte Drexel die folgenden, dem Credo der katholischen Kirche entgegengesetzten Anschauungen, Annahmen und Behauptungen Teilhards:

  • Abwertung und Ausschaltung des Übernatürlichen
  • Leugnung der Erbsünde
  • Ausschaltung des Erlösungswerkes, der Inkarnation und der Passion Jesu
  • Verfälschung der Begriffe „Sünde“ und „Religion“
  • Auflösung der persönlichen jenseitig-ewigen Anschauung Gottes
  • Eintauchen des individuellen Bewusstseins in das allgemeine Bewusstsein der „Übermenschheit“
  • Abwertung der christlichen Aszese, insbesondere des Heiligenbildes der Vergangenheit
  • Ausrichtung des Lebens auf das Diesseits und seine Einordnung in den natürlichen Prozess einer universalen und vergotteten Panevolution
  • die gravierende Umdeutung des Gottesbegriffes („Immanentismus“) mit der zwangsläufigen Verschweigung und Übergehung des fundamentalen und umfassenden Geheimnisses der Dreipersönlichkeit Gottes (Trinität).

Weiter schrieb Drexel, durch Teilhards Ablehnung der Mysterien des katholischen Glaubens, der Wunder, der Gnade und des Kreuzes sowie durch die Neuinterpretation der Schöpfung, der Auferstehung usw. sei die Bekenntniskrise innerhalb des Christentums wie insbesondere die zunehmende Unsicherheit und Verwirrung unter den Gläubigen der römisch-katholischen Kirche weitgehend dem Einfluss des Teilhardismus zuzuschreiben: „Die ganzen den Modernismus und Neomodernismus kennzeichnenden Verschwommenheiten, Umdeutungen und den Glauben zersetzenden Formulierungen gehen weithin und zum Teil bewusst und ausdrücklich auf Teilhard de Chardin zurück.“ Die Ideologie Teilhards sei nicht nur nicht heilbringend, sondern in ihrem Fazit und in ihrer Auswirkung für das biblisch-geschichtliche Christentum im Allgemeinen, für das Glaubensgut und das Glaubensleben der Kirche Roms im Besondern zersetzend und verwirrend.[66]

Philosophische KritikpunkteBearbeiten

Der deutsche Literaturwissenschaftler Ulrich Horstmann bezeichnet Teilhards Werk unverblümt als Wahnsystem und pathologische Vorstellung.[67]

Der Philosoph Dietrich von Hildebrand lernte Teilhard 1951 in New York kennen, wo dieser einen Vortrag hielt. Er schrieb über diese Begegnung:

„Die Vorlesung war eine große Enttäuschung, denn sie bewies äußerste philosophische Verwirrung, besonders was Teilhards Auffassung von der menschlichen Person anging. Ich war damals aber noch mehr über seine theologische Primitivität erregt, da er den entscheidenden Unterschied zwischen Natur und Übernatur völlig ignorierte. […] Aber erst nach dem Lesen einiger Werke Teilhards wurde ich mir der katastrophalen Konsequenzen seiner philosophischen Ideen und der absoluten Unverträglichkeit seiner Theologie-Fiktion […] mit der christlichen Offenbarung und der Lehre der Kirche völlig bewusst.“[68]

Weiter meinte Hildebrand: „Teilhard ist ein Autor, der ‚fasziniert‘. Das ist für die Sachlichkeit nicht gut. Der Beurteiler Teilhards gerät leicht in einen ‚Wirbel‘, der ihm die Orientierung raubt.“[69] Er bemängelte jedoch an der Teilhardkritik, dass das wirklich Positive bei Teilhard wenig herausgearbeitet würde: Es gäbe schwärmerische Verherrlichung, die keinem diene, aber es fehle die saubere Analyse.[70] Hildebrand kenne keinen Denker wie ihn, „der so künstlich von einer Position in eine andere entgegengesetzte überspringt, ohne diesen Sprung auch nur zu bemerken oder sich dadurch beirren zu lassen.“[71]

Naturwissenschaftliche KritikpunkteBearbeiten

Die meisten bekannten Naturwissenschaftler äußerten sich vorsichtig bis sehr kritisch über Teilhards Werk:

  • Der Nobelpreisträger Sir Peter Medawar war gar nicht angetan von Teilhard. Er schrieb ihm geistige Verwirrung und eine übertriebene Ausdrucksweise zu, die auf Hysterie schließen lasse. Er sagte von Der Mensch im Kosmos, dieses Werk sei in seiner ganzen Vorgehensweise unwissenschaftlich:

„Teilhard praktiziert eine unexakte Wissenschaft und hat darin eine gewisse Geschicklichkeit erreicht. Er hat keine Ahnung, was ein logisches Argument ist und was ein Beweis. Er wahrt nicht einmal die herkömmlichen Formen wissenschaftlicher Schriftstellerei, obgleich er sein Buch ausdrücklich als wissenschaftliche Abhandlung bezeichnet. […] Ich habe Teilhards Buch mit wirklicher Pein, um nicht zu sagen, mit Verzweiflung gelesen und durchgearbeitet. Anstatt über die Lage des Menschen im Allgemeinen die Hände zu ringen, sollten wir lieber unsere Aufmerksamkeit dem zuwenden, was reparabel ist: vor allem der Leichtgläubigkeit, mit der die Leser ein solches Täuschungsmanöver hinnehmen. Wenn es sich dabei nur um eine naive, passive Leichtgläubigkeit handelte, wäre sie noch zu entschuldigen, aber es ist allzu deutlich, dass die Menschen betrogen werden wollen.“[72]

„Dass er ein großer christlicher Mystiker war, ist sicher wahr, aber es ist vielleicht nicht fair, ihn nur als zweitklassigen Naturwissenschaftler abzustempeln, denn er war einer der führenden Geologen und Paläontologen seiner Zeit.“

Doch dann stellte Dodson auch fest, dass Teilhard in seiner Forschung nicht genügend Datenmaterial vorgelegt habe, auf dem seine Generalisierungen basierten; und dass seine Überlegungen manchmal induktiv, sein Schreibstil sehr poetisch und daher irreführend oder unverständlich sei für jene, die seine Schriften als wissenschaftliche Schriften lesen. Er kommt zum Schluss, dass es einen Rest des Werks gebe, der aus wissenschaftlicher Sicht nicht unterstützt werden könne, nämlich das „Innere“, das „Kollektive“ sowie den „Punkt Omega“.
  • Der französische Biologe und Philosoph Jean Rostand hat über Teilhards Werke gesagt:

„Teilhard ist kein Biologe; er hat weder die Ausbildung, noch die Kenntnisse, noch den Geist eines Biologen. Er ignoriert systematisch die Embryologie […].“

„Teilhard verlässt zu schnell den Boden der Tatsachen naturwissenschaftlicher Forschung. Unmerklich wechselt er vom Wissen zum Glauben über.“[73]

  • Der Wissenschaftstheoretiker und Biologe Franz M. Wuketits bezeichnete Teilhard als „Evolutionsmystiker“:

„Glaubt man, aus naturwissenschaftlichen Aussagen religiöse Wahrheiten ableiten zu können, dann hat man […] zwei fundamental verschiedene Denkebenen miteinander verwechselt. Das Ergebnis ist dann ein eigenartiges Gemisch aus wissenschaftlicher Theorie und Mystik und jedenfalls für einen in halbwegs klaren Linien denkenden Menschen schwer zu verdauen.“[74]

„Eines macht die Auseinandersetzung mit dem Werk Teilhards besonders schwer. Es ist die innige Verbindung, die in allen Schriften das Ergebnis der Feldarbeit des Paläontologen mit der mystischen Versenkung in das Wunder des Lebens zur Einheit geformt hat. […] Die schärfste Grenze gegenüber den Aussagen Teilhard de Chardins ziehe ich dort, wo ihn seine prophetische Schau zwingt, das Kommende als eine klare Konsequenz des Wissens darzustellen.“[75]

  • In diesem Zusammenhang ist die Piltdown-Affäre zu erwähnen, in die Teilhard in jungen Jahren hineingezogen wurde, und in deren Verlauf der sogenannte Piltdown-Mensch als wissenschaftliche Fälschung entlarvt wurde. Diese Angelegenheit wird bis in die neueste Zeit immer wieder kolportiert und dabei mehrmals uminterpretiert, sodass Teilhard schließlich als „ganz ordinärer Betrüger“ bezeichnet wird. Karl Schmitz-Moormann soll jedoch bereits 1983 nachgewiesen haben, dass Teilhard unmöglich der Fälscher gewesen sein kann.[76]

SprachproblemeBearbeiten

Nicht wegzudeuteln ist nach Thomas Becker die schwierige Sprache Teilhards, die eigenwillige Sprachgestalt seiner Texte, die infolge der Schwerfälligkeit der meisten Übersetzungen das Verständnis nicht gerade erleichtert. „Dazu kommt, dass man den Eindruck hat, dass Teilhard manchmal absichtlich verschlüsselte Aussagen macht oder dass der ursprüngliche Text durch die Zensur so verstümmelt wurde, dass seine Aussage nicht mehr verständlich ist.“[77]

Der Theologe und Religionswissenschaftler Ernst Benz erläuterte bereits 1965, was den Zugang zu Teilhard im deutschen Sprachraum besonders erschwert: Zum Einen habe er eine eigene Begriffssprache geschaffen, die sehr eigenwillig sei. Er habe in die Theologie eine Menge von naturwissenschaftlichen Kategorien hereingebracht, die bei ihm einen ganz neuen spirituellen Sinn erhalten. Daneben habe er eine Reihe von überraschenden Wortschöpfungen eingeführt, wie zum Beispiel „Planetisation“, „Hominisation“ „Amorisation“ (von amour).[78]

Teilhard selber beurteilte manche Abhandlungen über ihn als „konfus“, weil in ihr zu viele Zitate aus Schriften unterschiedlicher Lebensabschnitte angehäuft wären.[79]

RehabilitationsversucheBearbeiten

Es gab immer wieder kirchliche Versuche, Teilhard zu rehabilitieren oder zu würdigen:

  • Wenngleich fraglich sei, ob die Kirche Teilhards Theorien akzeptieren werde, um gegenüber der fortschreitenden Naturwissenschaft einen besseren Stand zu bekommen, hat die französische Bischofskonferenz 1959 in Marseille eine Gedenkminute abgehalten, um „das größte religiöse Genie des Jahrhunderts“ zu ehren.[80]
  • Als einer der ersten begann sich der nachmalige Kardinal Henri de Lubac in den 1960er Jahren mit Teilhards theologischen Kritikern auseinanderzusetzen. Er gab zu, dass Teilhard in einigen seiner Konzepten nicht sehr präzise war, betonte aber seine kirchengetreue Auffassung. Nach Henri de Lubac stammen viele kritische Schriften über Teilhard aus partiellen Kenntnissen oder aus einer Voreingenommenheit: „Übergehen wir schweigend eine Anzahl emotional geblendeter Autoren, die man nur als Verleumder bezeichnen kann.“ Andere würden Teilhard höchste Bewunderung zollen, aber sein Denken unter einem Blickwinkel darstellen, aus dem heraus es höchst missverständlich werde.[81]
  • Kardinal Christoph Schönborn schrieb im Jahr 2007: „Kaum jemand sonst hat versucht, das Wissen über Christus und die Idee der Evolution in eine Synthese zu bringen.“[82]

Siehe auchBearbeiten

BibliografieBearbeiten

BücherBearbeiten

SonderausgabenBearbeiten

  • (Band I) Der Mensch im Kosmos. Beck, München 1959, Neuauflage 2010: ISBN 3-406-60274-6 (Le Phénomène Humain, 1955).
  • (Band IX) Die Entstehung des Menschen. Beck, München 1961. Ergänzungsband zu Der Mensch im Kosmos, neu 2006 als TB: ISBN 978-3-406-54742-3 (La Place de l’Homme dans la Nature. Le Groupe Zoologique Humain, 1956).

Die acht Bände der Oltner WerkausgabeBearbeiten

  • Band II: Der Göttliche Bereich. Ein Entwurf des inneren Lebens. Walter, Olten 1962 (Le Milieu Divin, 1957).
  • Band III: Das Auftreten des Menschen. Walter, Olten 1964 (L’Apparition de l’Homme, 1956).
  • Band IV: Die Schau in die Vergangenheit. Walter, Olten 1965 (La Vision du Passé, 1957).
  • Band V: Die Zukunft des Menschen. Walter, Olten 1963 (L’Avenir de l’Homme, 1959).
  • Band VI: Die menschliche Energie. Walter, Olten 1966 (L’Énergie Humaine, 1962).
  • Band VII: Die lebendige Macht der Evolution. Walter, Olten 1967 (L’Activation de l’Énergie, 1963).
  • Band VIII: Wissenschaft und Christus. Walter, Olten 1970 (Science et Christ, 1965).
  • Band X: Mein Glaube. Walter, Olten 1972 (Comment je crois, 1969).

Weitere AusgabenBearbeiten

  • Die gegenwärtige Krise. In: Paul Distelbarth (Hg., Übers.): Neues Werden in Frankreich. Zeugnisse führender Franzosen. Ernst Klett, Stuttgart 1938, S. 300–313.[83]
  • Lobgesang des Alls. Die Messe über die Welt – Christus in der Materie – Die geistige Potenz der Materie. Walter, Olten 1964 (L'Hymne de l'Univers, 1961).
  • Mein Universum. Walter, Olten 1973 (Mon Univers, 1965).
  • Vom Glück des Daseins. Walter, Olten 1969 (Sur le Bonheur, 1966).
  • Auswahl aus dem Werk. Mit einem Nachwort von Karl Schmitz-Moormann. Walter, Olten 1964; wieder Fischer TB 1967.
  • Frühe Schriften. Alber, Freiburg/München 1968 (Écrits du temps de la guerre, 1965).
  • Hymne an das Ewig Weibliche. Johannes, Einsiedeln 1969.
  • Mein Weltbild. Eine wissenschaftlich fundierte Weltdeutung vom Ende des Universums und vom Sinn der Schöpfung. Walter, Olten 1973.
  • Aufstieg zur Einheit – Die Zukunft der menschlichen Evolution. Walter, Olten und Freiburg im Breisgau 1974.
  • Das Tor in die Zukunft – Ausgewählte Texte zu Fragen der Zeit. Kösel, München 1984, ISBN 3-466-20250-7.
  • Das Teilhard de Chardin Lesebuch. Herausgegeben von Günther Schiwy, Walter, Olten 1987.
  • Das Teilhard de Chardin Lesebuch. Neuauflage bei Patmos, Düsseldorf 2006, ISBN 978-3-491-69429-3.
  • Punkt Omega – das göttliche Ziel der Evolution. Das Teilhard de Chardin Lesebuch. Patmos, Ostfildern 2013, ISBN 3-8436-0171-2.
  • Das Herz der Materie. Kernstück einer genialen Weltsicht. Walter, Olten 1990, mit Anhang aus Lobgesang des Alls, ISBN 3-530-87379-9 (Le Cœur de la Matière, 1976).
  • Das Herz der Materie und Das Christische in der Evolution. (Neuübersetzung). Patmos, Ostfildern 2014, ISBN 3-8436-0529-7.

BriefbändeBearbeiten

  • Geheimnis und Verheissung der Erde. Reisebriefe 1923–1939. Alber, Freiburg im Breisgau/München 1958.
  • Pilger der Zukunft. Neue Reisebriefe 1939–1955. Alber, Freiburg im Breisgau/München 1959.
  • Entwurf und Entfaltung. Briefe aus den Jahren 1914–1919. Alber, Freiburg im Breisgau/München 1963.
  • Briefe aus Ägypten. 1905–1908. Alber, Freiburg im Breisgau/München 1965.
  • Briefwechsel mit Maurice Blondel. Alber, Freiburg im Breisgau/München 1967.
  • Briefe an Leontine Zanta. Herder, Freiburg im Breisgau 1967.
  • Briefe an eine Nichtchristin. Walter, Olten 1971.
  • Briefe an eine Marxistin. Walter, Olten 1971.
  • Briefe an Frauen. Ausgewählt und erläutert von Günther Schiwy. Herder, Freiburg im Breisgau 1988.
  • The Letters of Teilhard de Chardin and Lucile Swan. Editor Th. King and M. W. Gilbert, Georgetown Univ. Press, Washington 1993/2005, ISBN 978-0-940866-96-6.

TagebücherBearbeiten

  • Tagebücher I. Notizen und Entwürfe – 26. August 1915 bis 22. September 1916. Walter, Olten 1974, ISBN 3-530-87372-1.
  • Tagebücher II. Notizen und Entwürfe – 2. Dezember 1916 bis 13. Mai 1918. Olten 1975, ISBN 3-530-87373-X.
  • Tagebücher III. Notizen und Entwürfe – 14. Mai 1918 bis 25. Februar 1920. Olten 1977, ISBN 3-530-87374-8.

LiteraturBearbeiten

  • Madeleine Barthélemy-Madaule: Bergson und Teilhard de Chardin: Die Anfänge einer neuen Welterkenntnis. Walter, Olten 1970 (Französisches Original Paris 1963).
  • Thomas Becker: Geist und Materie in den ersten Schriften Pierre Teilhard de Chardins. In: Freiburger Theologische Studien. Band 134, Herder, Freiburg im Breisgau, Basel, Wien 1987, ISBN 3-451-20982-9.
  • Ernst Benz: Schöpfungsglaube und Endzeiterwartung – Antwort auf Teilhard de Chardins Theologie der Evolution. Nymphenburger, München 1965.
  • Peter Gotthard Bieri (Hrsg.): Pierre Teilhard de Chardin. Sinn und Ziel der Evolution. Shaker Media, Aachen 2010, ISBN 978-3-86858-521-6 (ausgewählte und bearbeitete Kapitel aus Die Zukunft des Menschen.).
  • Thomas Broch: Das Problem der Freiheit im Werk Pierre Teilhard de Chardins. Matthias-Grünewald, Mainz 1977.
  • Thomas Broch: Pierre Teilhard de Chardin. Wegbereiter des New Age? Matthias-Grünewald/Quell, Mainz, Stuttgart 1989.
  • Thomas Broch: Denker der Krise – Vermittler von Hoffnung. Pierre Teilhard de Chardin. Echter (topos plus), Würzburg 2000, ISBN 3-7867-8324-1.
  • Bernard Delfgaauw: Teilhard de Chardin und das Evolutionsproblem. C.H. Beck, München 1971.
  • Ludwig Ebersberger: Der Mensch und seine Zukunft – Natur- und Humanwissenschaften nähern sich dem Weltverständnis von Teilhard de Chardin. Walter, Olten 1990.
  • Ludwig Ebersberger: Glaubenskrise und Menschheitskrise. Die neue Aktualität Pierre Teilhards de Chardin. LIT, Münster 2001, ISBN 3-8258-4612-1.
  • Maria-Christina Eggers/Pia Gyger: Aufstieg ins Licht – Der Kreuzweg als Weg meiner Verwandlung. Kösel, München 2009, ISBN 978-3-466-36823-5.
  • Ida Friederike Görres: Sohn der Erde: Der Mensch Teilhard de Chardin. Drei Versuche. Josef Knecht, Frankfurt 1971.
  • Pia Gyger: Mensch verbinde Erde und Himmel – Christliche Elemente einer kosmischen Spiritualität. Rex, Luzern 1993, ISBN 3-466-36726-3.
  • Adolf Haas: Teilhard de Chardin-Lexikon. Grundbegriffe, Erläuterungen, Texte. 2 Bände, Herder, Freiburg im Breisgau 1984.
  • Giulio Haas: Die Weltsicht von Teilhard und Jung. Walter, Olten 1991, ISBN 3-530-30130-2.
  • Maria Hafner: Nichts als das Ganze. Bilder und Texte zu „Das Herz der Materie“ von Pierre Teilhard de Chardin. Rex, Luzern 2005, ISBN 3-7252-0791-7.
  • Johannes Hemleben: Teilhard de Chardin in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt (rm 116), Reinbek 1966.
  • Hans-Eduard Hengstenberg: Evolution und Schöpfung. Eine Antwort auf den Evolutionismus Teilhard de Chardins. A. Pustet, München 1963.
  • Hans-Eduard Hengstenberg: Mensch und Materie. zur Problematik Teilhard de Chardins. Kohlhammer, Stuttgart 1965.
  • Josef Vital Kopp: Entstehung und Zukunft des Menschen. Pierre Teilhard de Chardin und sein Weltbild. Rex, Luzern 1970.
  • Rupert Lay: Die Ketzer – Von Roger Bacon bis Teilhard de Chardin. Georg Müller, München, Wien 1981, ISBN 3-7844-1888-0.
  • Erik Lehnert: Finalität als Naturdetermination. Zur Naturteleologie bei Teilhard de Chardin. Ibidem, Stuttgart 2002, ISBN 3-89821-173-8.
  • Henri de Lubac: Der Glaube des Teilhard de Chardin. Herold, Wien/München 1968.
  • Henri de Lubac: Teilhard de Chardins religiöse Welt. Herder, Freiburg 1969.
  • Christian Modemann: Omegapunkt. Christologische Eschatologie bei Teilhard de Chardin und ihre Rezeption durch F. Capra, J. Ratzinger und F. Tipler. LIT, Münster 2004, ISBN 3-8258-7306-4.
  • Adolf Portmann: Der Pfeil des Humanen. Über P. Teilhard de Chardin. Alber, Freiburg im Breisgau/München 1960.
  • Olivier A. Rabut: Gespräch mit Teilhard de Chardin. Naturwissenschaftliche, philosophische und theologische Diskussion seines Werkes. Herder, Freiburg im Breisgau 1981.
  • Günther Schiwy: Teilhard de Chardin. Sein Leben und seine Zeit. 2 Bände, Kösel, München 1981/90, ISBN 3-466-20211-6 (Band 1), ISBN 3-466-20212-4 (Band 2).
  • Günther Schiwy: Ein Gott im Wandel. Teilhard de Chardin und sein Bild der Evolution. Patmos, Düsseldorf 2001.
  • Günther Schiwy: Eine heimliche Liebe. Lucile Swan und Teilhard de Chardin. Herder, Freiburg im Breisgau 2005.
  • Karl Schmitz-Moormann: Das Weltbild Teilhard de Chardins. Physik, Ultraphysik, Metaphysik. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 1966, ISBN 3-663-04068-2.
  • Karl Schmitz-Moormann: Teilhard de Chardin in der Diskussion. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1986.
  • Karl Schmitz-Moormann: Pierre Teilhard de Chardin: Evolution – die Schöpfung Gottes. Matthias-Grünewald, 1996, ISBN 3-7867-1901-2.
  • Christoph Schönborn: Ziel oder Zufall? Schöpfung und Evolution aus der Sicht eines vernünftigen Glaubens. Herder, 2007, ISBN 978-3-451-29389-4.
  • Helmut de Terra: Mein Weg mit Teilhard de Chardin. Forschungen und Erlebnisse. Beck, München 1962.
  • Helmut de Terra (Hrsg.): Perspektiven Teilhard de Chardins. Acht Beiträge von Ernst Benz, Madeleine Barthelemy-Madaule, F. G. Elliot, Lama Anagarika Govinda, Fritz Paepcke, Max Knoll, Adolf Remane. Beck (BSR 43), München 1966.
  • Mathias Trennert-Helwig: Die Urkraft des Kosmos. Dimensionen der Liebe im Werk Pierre Teilhards de Chardin. Herder, Freiburg 1993.
  • Francois-Albert Viallet: Zwischen Alpha und Omega. Das Weltbild Teilhards de Chardin. Glock und Lutz, Nürnberg 1958.
    • 2. verbesserte Auflage 1963, dazu (als 2. Band): Zwischen Ja und Nein. Dialog – Dokumente – Kritik. Nürnberg 1963.
  • Franz M. Wuketits: Evolutionstheorien – Historische Voraussetzungen, Positionen, Kritik. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1988.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Teilhard de Chardin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wiktionary: Teilhardina – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Marguerite Teillard-Chambon in der französischen Wikipedia
  2. Peter Modler: Das Phänomen des "Ekels vor dem Leben"bei Pierre Teilhard de Chardin. Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften 1990. ISBN 978-363142907-5. Zugleich Promotion, Theologischen Fakultät an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau 1988. PDF-Download, S. 28ff, S. 34.
  3. Vgl. Günther Schiwy: Eine heimliche Liebe.
  4. Vgl. Weblinks: Spiegel Online Wissenschaft, 12. März 2009.
  5. Henri de Lubac: Teilhard de Chardins religiöse Welt. Kap- 1, S. 15.
  6. Le phénomène humain. Paris 1955. Die deutsche Übersetzung erschien 1959 bei Beck in München unter dem Titel Der Mensch im Kosmos.
  7. Henri de Lubac: Teilhard de Chardins religiöse Welt. S. 15.
  8. Karl Schmitz-Moormann: Das Weltbild Teilhard de Chardins: I Physik — Ultraphysik — Metaphysik. S. 11f.
  9. Giulio Haas: Die Weltsicht von Teilhard und Jung. S. 39.
  10. Thomas Broch: Das Problem der Freiheit im Werk Pierre Teilhard de Chardins. S. 31.
  11. Pierre Teilhard de Chardin, in: Mein Glaube. Peking 1934, S. 116.
  12. Nach Henri de Lubac: Teilhard de Chardins religiöse Welt. S. 19/22.
  13. Nach Gunter Schiwy, Teilhard de Chardin. (Anm. 2) Bd. 2, S. 144.
  14. Pierre Teilhard de Chardin, Der Mensch im Kosmos. S. 272.
  15. Giulio Haas: Die Weltsicht von Teilhard und Jung. S. 17.
  16. Giulio Haas: Die Weltsicht von Teilhard und Jung. S. 257 ff.
  17. Giulio Haas: Die Weltsicht von Teilhard und Jung. S. 14.
  18. Vgl. Pierre Teilhard de Chardin: Das Herz der Materie. S. 64.
  19. Pierre Teilhard de Chardin: Der Mensch im Kosmos. S. 279.
  20. Pierre Teilhard de Chardin: Der Mensch im Kosmos. S. 305.
  21. Pierre Teilhard de Chardin: Mein Universum. S. 40.
  22. Pierre Teilhard de Chardin: Mein Universum. S. 212 f.
  23. Pierre Teilhard de Chardin: Das göttliche Milieu. S. 84.
  24. Pierre Teilhard de Chardin: Die lebendige Macht der Evolution. S. 255.
  25. Pierre Teilhard de Chardin: Der Mensch im Kosmos. S. 299.
  26. Pierre Teilhard de Chardin: Der Mensch im Kosmos. S. 20.
  27. Pierre Teilhard de Chardin: Das Herz der Materie. S. 29 f.
  28. Pierre Teilhard de Chardin: Die menschliche Energie. S. 109 f.
  29. Pierre Teilhard de Chardin: Die menschliche Energie. S. 104.
  30. Henri de Lubac: Teilhard de Chardins religiöse Welt. S. 13.
  31. Henri de Lubac: Teilhard de Chardins religiöse Welt. S. 15.
  32. Adolf Haas: Teilhard de Chardin-Lexikon. Bd. 1, S. 257.
  33. Pierre Teilhard de Chardin: Der Mensch im Kosmos. S. 185 und 282.
  34. Karl Schmitz-Moormann: Das Weltbild Teilhard de Chardins. S. 273.
  35. Pierre Teilhard de Chardin: Der Mensch im Kosmos. S. 305.
  36. Henri de Lubac: Teilhard de Chardins religiöse Welt. 1. Kapitel.
  37. Spiegel Online, s. Weblink
  38. Thomas Becker: Geist und Materie in den ersten Schriften Pierre Teilhard de Chardins. S. 11 und 228.
  39. Nach Kathpedia
  40. Nach Adolf Portmann: Der Pfeil des Humanen. S. 63.
  41. Ludwig Ebersberger: Der Mensch und seine Zukunft. Natur- und Humanwissenschaften nähern sich dem Weltverständnis von Teilhard de Chardin.
  42. Ludwig Ebersberger: Glaubenskrise und Menschheitskrise. Die neue Aktualität Pierre Teilhards de Chardin. S. 14 f.
  43. Aus dem Vorwort zum Buch von Pia Gyger: Mensch verbinde Erde und Himmel – Christliche Elemente einer kosmischen Spiritualität.
  44. mariahafner.ch
  45. Josef Vital Kopp: Entstehung und Zukunft des Menschen – Pierre Teilhard de Chardin und sein Weltbild. S. 75.
  46. Josef Vital Kopp: Entstehung und Zukunft des Menschen – Pierre Teilhard de Chardin und sein Weltbild. S. 18.
  47. Entwurf und Entfaltung, Briefe aus den Jahren 1914–1919. S. 49 f.
  48. Henri de Lubac: Teilhard de Chardins religiöse Welt. S. 12 ff.
  49. Henri de Lubac: Teilhard de Chardins religiöse Welt. S. 20.
  50. Henri de Lubac: Teilhard de Chardins religiöse Welt. S. 16.
  51. Adolf Portmann: Der Pfeil des Humanen. S. 48.
  52. Henry de Lubac: Teilhard de Chardins religiöse Welt. S. 16.
  53. Henri de Lubac: Teilhard de Chardins religiöse Welt. S. 19.
  54. Helmut de Terra: Mein Weg mit Teilhard de Chardin. S. 62, 89, 63.
  55. Quellen: Spiegel Online vom 17. Februar 1960, s. Weblinks, S. 2, und Adolf Haas: Teilhard de Chardin-Lexikon. Bd. 1.
  56. Osservatore Romano vom 30. Juni 1962 (Acta Apostolicae Sedis 54 1962, 526).
  57. Giulio Haas: Die Weltsicht von Teilhard und Jung. S. 29.
  58. Hans Küng: Ewiges Leben? Piper, München 1982, S. 287.
    Hans Küng: Erlebte Menschlichkeit – Erinnerungen. Piper, München 2013, S. 165, ISBN 978-3-492-05601-4.
  59. Eugen Drewermann: … und es geschah so – Die moderne Biologie und die Frage nach Gott. Walter, Zürich 1999, S. 421, ISBN 3-530-16899-8.
  60. Hans-Eduard Hengstenberg: Evolution und Schöpfung – Eine Antwort auf den Evolutionismus Teilhard de Chardins. S. 127 und 139.
  61. Hans-Eduard Hengstenberg: Mensch und Materie. Quelle: Teilhard-Forum, s. Weblinks.
  62. Hans-Eduard Hengstenberg: Mensch und Materie – zur Problematik Teilhard de Chardins, S. 168
  63. Hans-Eduard Hengstenberg: Mensch und Materie. S. 169.
  64. Hans-Eduard Hengstenberg: Mensch und Materie. S. 118 f.
  65. Albert Drexel: Teilhard de Chardin – ein neuer Prophet. Akademie-Verlag, Egg/Zürich 1969/72, Schutztitel.
  66. Albert Drexel: Teilhard de Chardin – ein neuer Prophet. S. 13 f.
  67. Ulrich Horstmann: Das Untier. Konturen einer Philosophie der Menschenflucht. Wien Berlin 1983, ISBN 3-88602-075-4. S. 78f.
  68. Dietrich von Hildebrand: Das trojanische Pferd in der Stadt Gottes. Anhang: Teilhard de Chardins neue Religion. Auf: kathtube.com. S. 339.
  69. Dietrich von Hildebrand: Das trojanische Pferd in der Stadt Gottes. Anhang: Teilhard de Chardins neue Religion. Auf: kathtube.com. S. 6.
  70. Dietrich von Hildebrand: Das trojanische Pferd in der Stadt Gottes. Anhang: Teilhard de Chardins neue Religion. Auf: kathtube.com. S. 176.
  71. Dietrich von Hildebrand: Das trojanische Pferd in der Stadt Gottes. Anhang: Teilhard de Chardins neue Religion. Auf: kathtube.com. S. 342.
  72. P. B. Medawar: Jahrbuch für kritische Aufklärung. Club Voltaire. Szezesny, München 1963, zitiert nach Dietrich von Hildebrand, a. a. O. S. 341.
  73. Vera Haag: Pierre Teilhard de Chardin: Visionär oder Evolutionsmystiker. 2006, S. 10, s. Weblink.
  74. Franz M. Wuketits: Evolutionstheorien – Historische Voraussetzungen, Positionen, Kritik.
  75. Adolf Portmann: Der Pfeil des Humanen. S. 21, 45.
  76. Thomas Becker: Geist und Materie in den ersten Schriften Pierre Teilhard de Chardins. S. 131.
  77. Thomas Becker: Geist und Materie in den ersten Schriften Pierre Teilhard de Chardins. S. 21, 205.
  78. Ernst Benz: Schöpfungsglaube und Endzeiterwartung – Antwort auf Teilhard de Chardins Theologie der Evolution. S. 230 ff.
  79. Thomas Becker: Geist und Materie in den ersten Schriften Pierre Teilhard de Chardins. S. 19.
  80. KOSMOS. Anti-Darwin? Spiegel Online 1960.
  81. Henri de Lubac: Teilhard de Chardins religiöse Welt. S. 11 ff.
  82. Christoph Schönborn: Ziel oder Zufall? Schöpfung und Evolution aus der Sicht eines vernünftigen Glaubens. S. 148 f.
  83. Frz. in: Études. Revue bimensuelle. Zs. der frz. Jesuiten, No. 13, 1937, 20. Oktober 1937. Nicht bei Gallica, anders als viele andere Schriften Teilhards.