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Petingen (luxemburgisch Péiteng, französisch Pétange) ist eine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg und gehört zum Kanton Esch an der Alzette. Sie ist der Fläche nach mit knapp zwölf Quadratkilometern eine der kleinsten Gemeinden Luxemburgs, der Einwohnerzahl nach jedoch die fünftgrößte. Der Ausländeranteil lag im Jahr 2010 bei 44,7 Prozent.[2] Das Stadtrecht wurde dem Hauptort (chef-lieu d’une commune) bislang nicht zuerkannt.

Petingen
Wappen Karte
Wappen von Petingen Lage von Petingen im Großherzogtum Luxemburg
Basisdaten
Rathaus
Rathaus
Staat: Luxemburg
Koordinaten: 49° 33′ N, 5° 53′ OKoordinaten: 49° 33′ 23″ N, 5° 52′ 33″ O
Kanton: Esch an der Alzette
Einwohner: 18.688 (1. Januar 2018)[1]
Fläche: 11,9 km²
Bevölkerungsdichte: 1567 Einw./km²
Postleitzahl: 4701–4802
Gemeindenummer: 00010009
Website: www.petange.lu
Politik
Bürgermeister: Pierre Mellina (CSV)
Wahlsystem: Proporzwahl

Petingen ist durch die Stahlindustrie geprägt. Als neues wirtschaftliches Standbein hinzugekommen sind im Rahmen des Europäischen Entwicklungspols PED (seit 1985) Unternehmen der Fertigungsindustrie. Neben den Spuren der industriellen Vergangenheit haben sich jedoch viele Teile der Gemeinde ihren ländlichen Charakter bewahrt.

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Petingen liegt an der Chiers im Südwesten von Luxemburg und grenzt im Westen an Belgien.

Zusammensetzung der GemeindeBearbeiten

Die Gemeinde Petingen besteht aus den Ortschaften:

PolitikBearbeiten

Partei Resultat 2017 Resultat 2011 +/- Sitze
CSV 41,26 % 40,39 % + 0,87 % 8
LSAP 22,07 % 29,14 % - 7,07 % 4
Déi Gréng 13,38 % 14,60 % - 1,22 % 2
Piratepartei Lëtzebuerg 9,18 % 0,00 % + 9,18 % 2
DP 4,81 % 9,90 % - 5,09 % 1
Déi Lénk 3,98 % 0,00 % + 3,98 % 0
ADR 2,93 % 5,97 % - 3,04 % 0
Déi Konservativ 2,40 % 0,00 % + 2,40 % 0

Der Gemeinderat setzt sich aufgrund der erhöhten Einwohnerzahl seit 2011 aus siebzehn Mitgliedern zusammen.[4]

In Petingen regiert aktuell eine CSV-LSAP Koalition, welche mit insgesamt zwölf Sitzen die Mehrheit bei den Gemeinderatswahlen 2017 errang; die Opposition bilden zwei Grüne, sowie zwei Vertreter der Piratepartei Lëtzebuerg und je ein Vertreter der DP.[5] Déi Lénk, déi Konservativ und ADR verpassten den Einzug in den neugewählten Gemeinderat.[6][7]

GeschichteBearbeiten

Petingen wird erstmals in einer Charta aus dem Jahre 938 unter dem Namen Perdgitten erwähnt. Professor Jos. Meyers zufolge stammt der Name Petingen vom Namen der fränkischen Sippe Petto ab.

1601 wurde die Grenze zwischen Lothringen und Luxemburg festgelegt. Petingen ging an Luxemburg und Rodingen an Lothringen. Seit 1795 besteht die Gemeinde aber in ihrer heutigen Form und aus den Ortschaften Lamadelaine, Petingen und Rodingen.

Den größten Bevölkerungszuwachs erlebte Petingen, als Ende des 19. Jahrhunderts auf den Anhöhen um Petingen die Minette gefördert wurde, die Eisenhütte in Rodingen entstand und die Ortschaft an die Eisenbahn angebunden wurde.

Am 9. September 1944 wurde Petingen als erste Gemeinde Luxemburgs durch die US-Armee befreit. Zu Ehren des Hyman S. Josefson, des ersten amerikanischen Soldaten, der auf luxemburgischem Boden fiel, wurde ein Denkmal errichtet.

Am 9. August 2019 deckte ein Tornado zahlreiche Dächer in der Ortschaft sowie im benachbarten Niederkerschen ab. Es gab Verletzte.[8]

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhof Petingen

Petingen war in der Vergangenheit ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt und ist heutzutage mit einem Bahnhof und den zusätzlichen Haltestellen Lamadelaine und Rodingen an das Schienennetz der CFL angeschlossen.[9]

Kultur, Natur und FreizeitBearbeiten

 
Die Korn (Chiers) bei Petingen

Auf dem Titelberg haben Archäologen ein Oppidum sowie eine Tempelanlage der Treverer ausgegraben.

Der Industrie- und Eisenbahnpark Fond-de-Gras wird gern zu Ausflügen und als Veranstaltungsszene genutzt. Die Museumsbahn „Train 1900“ verbindet Fond-de-Gras mit Petingen über einen Teil der Bahnstrecke Petingen–Bois Châtier. Der Endbahnhof des „Train 1900“ in Petingen befindet sich gegenüber dem CFL-Empfangsgebäude.

Das Naturschutzgebiet Giele Botter umfasst das Gebiet einer einstigen Tagebauanlage; es wird durch Lehrpfade erschlossen, die zudem einen einmaligen Ausblick auf das Tal der Korn bieten. Im Süden von Petingen bietet das Waldschutzgebiet Prënzebierg Möglichkeiten zur Naherholung. In Rodingen gibt es das Schwimmbad Kordal (PiKo) mit einem ausfahrbaren Dach und einer 80 Meter langen Rutsche.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Petingen hat mit Maribor in Slowenien und Schio in Italien Städtepartnerschaften geschlossen.[10]

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Raymond Hastert: Zur Lokalgeschichte von Petingen. online

WeblinksBearbeiten

  Commons: Petingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. STATEC Luxembourg – Population par canton et commune 1821–2018 (franz.)
  2. Péiteng aktuell, Informatiounsblat vun der Gemeng Péiteng, N° 87 - März 2010
  3. Website zum Dorf (lëtzebuergesch)
  4. Gemengerot Péiteng: Schäfferotserklärung a Kommissiounen rtl, 16. November 2011.
  5. Elections Website der Gemeinde, Ergebnisse der Kommunalwahlen 2011
  6. http://www.rtl.lu/letzebuerg/wahlen/resultater/#/commune/petange
  7. http://www.elections.public.lu/fr/elections-communales/2017/resultats/communes/petange.html
  8. Luxemburg. Verletzte und Schäden durch Tornado am 10. August 2019 auf tagesschau.de
  9. Infos sur la gare, Pétange (Memento des Originals vom 2. Juni 2007 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cfl.lu
  10. Website Petingen: Villes jumelées (Memento des Originals vom 3. Februar 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.petange.lu