Schifflingen

Gemeinde in Luxemburg

Schifflingen (luxemburgisch Schëffleng, französisch Schifflange) ist eine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg und gehört zum Kanton Esch an der Alzette.

Schifflingen
Wappen Karte
Wappen von Schifflingen Lage von Schifflingen im Großherzogtum Luxemburg
Basisdaten
Schifflange, von der „Plakeger Kopp“ aus gesehen (2008)
Schifflange, von der „Plakeger Kopp“ aus gesehen (2008)
Staat: LuxemburgLuxemburg Luxemburg
Koordinaten: 49° 30′ N, 6° 1′ OKoordinaten: 49° 30′ 22″ N, 6° 0′ 43″ O
Kanton: Esch an der Alzette
Einwohner: 11.291 (1. Januar 2021)[1]
Fläche: 7,71 km²
Bevölkerungsdichte: 1465 Einw./km²
Gemeindenummer: 0214
Website: www.schifflange.lu
Politik
Bürgermeister: Paul Weimerskirch (CSV)
Wahlsystem: Proporzwahl

Schifflingen belegt, bezogen auf die Gemarkungsfläche, den viertletzten Platz der größten Gemeinden des Landes, steht aber, was die Bevölkerungszahl betrifft, an achter Stelle (Gemeinden) bzw. an fünfter Stelle (Ortschaften). Neue Wohngebiete (z. B."Cité Op Hudelen") und Gewerbeflächen sind entstanden, sodass die Marke von 10.000 Einwohnern im Jahr 2017 überschritten wurde. Mit einer Bevölkerungsdichte von 1.465 (Stand 1. Januar 2021) Einwohnern pro Quadratkilometer ist Schifflingen nach Luxemburg-Stadt und Esch/Alzette die am drittdichtesten besiedelte Ortschaft bzw. Gemeinde Luxemburgs.

Natur, Kultur, GeschichteBearbeiten

Der „Schëfflénger Bierg“ ist durch einen acht Kilometer langen Rundwanderweg, der am Sportzentrum/Schwimmbad beginnt, als Naherholungsgebiet erschlossen. Der Berg liegt südlich von Schifflingen und besteht aus Anhöhen mit Kalkbuchenwald. Deren Grabungs- und Aufschüttungsflächen zeugen indes noch von der früheren Nutzung durch den Bergbau. Auf den ehemaligen Abraumhalden findet sich Trockenrasen, der insbesondere durch das Vorkommen von Orchideen bemerkenswert ist.

 
„Metzerschmelz“

Ein geologischer Aufschluss macht die kalkigen Sandsteinformationen des oberen Lias sichtbar; diese enthalten aber nur im Differdinger Becken Minetteablagerungen. Am Schifflinger Berg liegen die Minette führenden Schichten höher, nämlich in den unteren Formationen des Dogger. Der Abbau der grauen Minette erfolgte von 1892 bis 1927 in der „Gro Minière“. Der Stollen wurde von der deutschen Wehrmacht gesprengt, um zu verhindern, dass sich dort Widerständler versteckten. 1865 errichtete Metz & Cie die „Metzerschmelz“ an den Ausläufern des Lallinger Berges. Das „Binnchen“ dorthin führte über die „Schwaarz Bréck“, die Ende der 1870er Jahre wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Die Gesellschaft fusionierte am 21. Oktober 1911 in die A.R.B.E.D. (Aciéries Réunies de Burbach, Eich, Dudelange), und es wurde ein Stahl- und Walzwerk gebaut.

Nach der Besetzung Luxemburgs durch die deutsche Wehrmacht am 10. Mai 1940 bildete sich um den Lehrer Albert Wingert eine Widerstandsbewegung, die auf dem Friedhof am Schifflinger Berg eine Druckerei, ein Waffenlager sowie einen Geheimsender versteckt hielt. Als im August 1942 für Luxemburger die allgemeine Wehrpflicht eingeführt wurde, kam es zu einem Streik im gesamten Lande, worauf die Besatzungsmacht mit Erschießungen, Deportationen in Gefängnisse und Konzentrationslager sowie Zwangsumsiedlungen reagierte. Insgesamt mussten etwa hundert Schifflinger ihr Leben unter dem Nationalsozialismus lassen.[2]

GemeindepartnerschaftBearbeiten

Partnergemeinde von Schifflingen ist die elsässische Gemeinde Drusenheim im französischen Département Bas-Rhin.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Schifflingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. STATEC Luxembourg – Population par canton et commune 1821–2021 (franz.)
  2. Syndicat d’Initiative et de Tourisme, Schifflange 1994: Schëfflénger Bierg – Rundwanderweg. (Prospekt)