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Paul Melissus

deutscher Schriftsteller, Übersetzer und Komponist
Paul Melissus, Stich von Theodor de Bry

Paul Melissus (auch Paulus Melissus Schedius; eigentlich Paul Schad, Geburtsname: Paulus Schad; Paul Schede ist rückverdeutscht aus dem latinisierten Namen Paulus Schedius;[1] * 20. Dezember 1539 in Mellrichstadt; † 3. Februar 1602 in Heidelberg) war ein neulateinischer Dichter, Übersetzer und Komponist.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Melissus wurde als Paul Schad und Sohn von dem aus Königshofen stammenden Balthasar Schad und dessen aus Mailes bei Stadtlauringen stammenden Frau Ottilia geboren. Paul Schad nannte seine Mutter später Melissa („die Maileserin“).[1] Er studierte nach dem Schulbesuch in Zwickau 1557 bis 1559 Philologie in Erfurt und Jena. 1559 war er Kantor in Königsfeld und lebte danach bis 1564 in Wien, wo er 1561 zum Dichter gekrönt wurde. Er hielt sich in Prag, Wittenberg und Leipzig auf, wurde an den Hof des Bischofs von Würzburg berufen und nahm an einem Feldzug nach Ungarn teil.

Nachdem er durch Kaiser Ferdinand I. als „poeta laureatus“ geehrt worden war[1], wurde er Botschafter in den Diensten der Kaiser Maximilian II. und Rudolf II., unternahm von 1567 bis 1586 Reisen nach Frankreich, in die Schweiz, nach Italien und England und wurde schließlich Direktor der kurfürstlichen Bibliothek (Bibliotheca Palatina) in Heidelberg.

Melissus übersetzte die von Clément Marot und Théodore de Bèze für den hugenottischen Gottesdienst in Reime gebrachten Psalmen Davids ins Deutsche. Er gehörte zu den ersten, die das Sonett und die Terzine in die deutsche Lyrik einführten. Bei seinen Zeitgenossen war er als Autor kunstvoller lateinischer Liebesgedichte angesehen.

WerkeBearbeiten

  • Cantiones. Gedichte, 1566.
  • Psalmen Davids. 1572.
  • Schediasmata. Gedichte, 1574.
  • Schediasmatum reliquiae. Gedichte, 1575.
  • Epigrammata. 1580.
  • Odae Palatinae. 1588.
  • Meletemata. Gedichte, 1595.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Helmut Schlereth: Schnorrer - Dichter - Hofpfalzgraf: Zum 400. Todestag von Paul Schad aus Mellrichstadt, genannt Schedius Melissus (1539–1602). In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. 21, 2002, S. 268–281, hier: S. 268 ff.