Buch der Psalmen

Buch in der Bibel

Das Buch der Psalmen, auch der Psalter genannt (hebräisch סֵפֶר תְּהִלִּים sefær təhillîm), ist eine Zusammenstellung von 150 poetischen, im Original hebräischen Texten innerhalb der Bibel. Als Gesamtkomposition vollzieht der Psalter eine Bewegung von der Klage (ab Psalm 3) zum Lob (gipfelnd in Psalm 150) und von einem Individuum, das die Tora meditierend „murmelt“ (Psalm 1) zu einem großen Tempelgottesdienst mit Musik, in die zuletzt alles Lebendige einstimmt (Ps 150,6).

Psalm 1 im Parma-Psalter, einem der ältesten erhaltenen hebräischen Psalmbücher (13. Jahrhundert)
Ketuvim (Schriften) des Tanach
Sifrei Emet (poetische Bücher)
חמש מגילותMegillot (Festrollen)
Übrige
  • דָּנִיּאֵלDaniel
  • עֶזְרָאEsra (einschließlich Nehemia)
  • דִּבְרֵי הַיָּמִיםChronik (1–2 Chr)
Lehr- bzw. Weisheitsbücher
des Alten Testaments

Namen nach dem ÖVBE. Pseudepigraphen
der Septuaginta sind kursiv gesetzt.

In jüdischen Bibelausgaben befindet sich das Psalmenbuch im dritten Hauptteil, den „Schriften“ (Ketuvim), und dort meist am Anfang – die Abfolge der einzelnen biblischen Bücher ist aber nicht ganz festgelegt. Im christlichen Alten Testament gehört das Psalmenbuch zur Weisheitsliteratur und steht dort nach dem Buch Hiob/Ijob an zweiter Stelle. Im Judentum wie auch im Christentum waren Psalmen zunächst private Meditiationstexte, bevor sie in die Liturgie von Gemeindegottesdiensten integriert wurden.

Sefer tehillim – Psalmoi – PsalterionBearbeiten

 
Musizierender David, Fußbodenmosaik der Synagoge von Gaza (6./7. Jahrhundert n. Chr.)

Die Bezeichnung hebräisch סֵפֶר תְּהִלִּים sefær təhillîm war bereits im 1. Jahrhundert v. Chr. bekannt; der früheste Beleg ist das Qumran-Manuskript 4Q491. Gemeint war damit eine Schriftrolle (sefær) mit einigen Psalmen, nicht unbedingt die Zusammenstellung von 150 poetischen Texten, wie sie der Masoretische Text bietet. Die Charakterisierung der Einzeltexte als hebräisch תְּהִלָּה təhillāh „Rühmung, Lobpreis, Lobgesang“[1] ist nicht unmittelbar plausibel, da der vordere Teil des Buchs viele Klagepsalmen enthält. Er erschließt sich durch die Gesamtkomposition, die einen „Erfahrungsweg“ (Bernd Janowski) von der Klage zum Lob abschreitet.[2] Der unregelmäßige männliche Plural hebräisch תְּהִלִּים təhillîm geht auf die weibliche Singularform hebräisch תְּהִלָּה təhillāh zurück, mit der jedoch allein Psalm 145 überschrieben ist. Zur Wahl der Bezeichnung təhillîm für die gesamte Textsammlung hat möglicherweise der vom selben Wortstamm הלל (hll, „preisen“) abgeleitete populäre liturgische Kehrvers Halleluja (hebräisch הַלְּלוּיָהּ halləlûjāh), „preiset den Herrn“, beigetragen.[3]

Die in der christlichen Tradition übliche Bezeichnung Buch der Psalmen geht zurück auf altgriechisch ψαλμός psalmós „Saitenlied“ vom Verb ψάλλειν psállein, „die Saiten spielen“. Als die Hebräische Bibel in hellenistischer Zeit ins Griechische übersetzt wurde (Septuaginta), wählte man dieses Wort zur Wiedergabe von hebräisch מִזְמוֹר mizmôrkantilierender Sprechgesang mit Saitenspielbegleitung“, mit dem 57 der 150 Psalmen überschrieben sind. Unter den großen spätantiken Septuaginta-Handschriften hat der Codex Vaticanus den Buchtitel altgriechisch ψαλμοί psalmoí „Saitenlieder“, der Codex Alexandrinus dagegen altgriechisch ψαλτήριον psaltḗrion, was hier wohl „Sammlung von Saitenliedern“ bedeutet. Hinter diesen Benennungen steht das Bild des ein Saiteninstrument spielenden David (vgl. 1 Sam 16,23 EU, Foto: Mosaik aus der Synagoge von Gaza). Er galt als Psalmdichter schlechthin.[4]

Verfasser, Entstehungszeit und -ortBearbeiten

Die Datierung der Einzelpsalmen ist mit großen Unsicherheiten behaftet. In ihrer jetzigen Textgestalt stammen die meisten Psalmen wahrscheinlich aus der Zeit des Zweiten Tempels (Perserzeit bis hellenistische Zeit bzw. 6. – 2. Jahrhundert v. Chr.). Für eine Reihe von Psalmen wird aber eine ältere Vorform vermutet. Erich Zenger und Frank-Lothar Hossfeld machen hierzu folgende Vorschläge: Die Königspsalmen (Psalm 2, 18, 21, 45, 72 und 110) könnten aus den Feierlichkeiten bei der Einsetzung eines neuen Königs in Samaria oder (wohl meist) Jerusalem stammen. Psalmen, die den Tempel als königliche Residenz JHWHs feiern (Psalm 24, 29, 93) können ebenso aus dem vorexilischen Jerusalemer Kult stammen wie die Zionshymnen (Psalm 46, 47, 48, 76). Die älteste Fassung von Psalm 80 könnte sich auf die Zerstörung des Nordreichs Israel 722 v. Chr. beziehen, Psalm 74 die Zerstörung des Jerusalemer Tempels im Jahr 586 v. Chr. beklagen.[5] Bei anderen Psalmen gibt es Indizien, die für eine späte Entstehung sprechen. So setzen die Psalmen 105 und 106 möglicherweise den Pentateuch in seiner Endgestalt voraus und wären dann erst nach 400 v. Chr. verfasst worden. Einige Psalmen sind Neubearbeitungen von ebenfalls im Psalter vorhandenen Psalmen und entsprechend jünger. Beispielsweise ist Psalm 144 eine Relecture von Psalm 18 unter Benutzung der Psalmen 8 und 139.[6]

Psalmen als PoesieBearbeiten

Psalmen tragen die Kennzeichen hebräischer Poesie. Diese hat Ähnlichkeit mit ugaritischer, akkadischer und sumerischer Poesie und unterscheidet sich von Lyrik in europäischen Sprachen.[7]

Neben lautlichen Phänomenen (Assonanzen, Reime) ist der Parallelismus membrorum (lateinisch: „Parallelität der Versglieder“) ein Strukturmerkmal des Verses. Als „Vers“ gilt dabei eine zwei-, seltener dreigliedrige Einheit. Diese Glieder werden als Kolon (plural: Kola) bezeichnet (Bikolon: zweigliedrig, Trikolon: dreigliedrig). In der Literatur zu Psalmen begegnet auch der Begriff Stichos, der für einen Vers oder Halbvers gebraucht wird.[8]

Parallelismus membrorumBearbeiten

 
Robert Lowth, Entdecker des Parallelismus membrorum

Einen Parallelismus membrorum erkennt man daran, dass einzelne Elemente der Kola einander formal und inhaltlich so entsprechen, dass daraus eine Sinneinheit – der Vers – entsteht. Die Art der Entsprechung kann unterschiedlich sein; diese Beobachtung nutzte bereits Robert Lowth zu einer Typologie der hebräischen Poesie.[9] Der Parallelismus membrorum ist eine Konvention (nicht nur) der hebräischen Versdichtung, wird aber gern auch anthropologisch gedeutet: Dahinter stehe die Erfahrung, dass sich die Realität nicht direkt erfassen lasse, sondern aus zwei verschiedenen Perspektiven oder durch Hinzunahme des Gegenteils betrachtet werden sollte.[10]

Heute unterscheidet man fünf Typen von Parallelismen, die im Psalter vorkommen:[11]

  1. Synonymer Parallelismus;
  2. Synthetischer Parallelismus;
  3. Antithetischer Parallelismus;
  4. Parabolischer Parallelismus;
  5. Klimaktischer (auch: repertierender oder tautologischer) Parallelismus.

Synonymer Parallelismus

Beispiel:

„Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst /
und das Adamskind, dass du dich um ihn kümmerst?“
(Ps 8,5 EU)

„Mensch“ und „Adamskind“ entsprechen sich ebenso wie „gedenken“ und „sich kümmern.“ Anstelle der Form A B // A’ B’, die hier gewählt wurde, kann der synonyme Parallelismus auch chiastisch gebaut sein: A B // B’ A’.[12] Der poetische Reiz besteht darin, die feinen Unterschiede zwischen beiden Versteilen wahrzunehmen.[13]

Synthetischer Parallelismus

Beispiel:

„JHWH ist mein Licht und mein Heil.
Vor wem sollte ich mich fürchten?“
(Ps 27,1 EU)

Der zweite Versteil führt den ersten ergänzend fort, ohne dass parallele Elemente festgestellt werden können. Es ist also eigentlich kein „Parallelismus“. Trotzdem hat sich die Klassifizierung derartiger sequenziell gebauter Verse als Parallelismus bewährt.[14]

Antithetischer Parallelismus

Beispiel:

„Es hilft auf den Armen JHWH
er erniedrigt die Frevler bis zur Erde.“
(Ps 147,6 EU)

„Aufhelfen“ und „erniedrigen“ sind Gegensätze, ebenso wie „Arme“ und „Frevler“. Wer dieses letztere Gegensatzpaar erkennt, hat damit auch eine inhaltliche Botschaft verstanden: Arme Menschen sind moralisch positiv qualifiziert.[15]

Parabolischer Parallelismus

Beispiel:

„Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt,
so erbarmt sich JHWH über die, die ihn fürchten.“
(Ps 103,3 EU)

Im ersten Kolon findet sich die Bildhälfte, im zweiten die Sachhälfte eines Vergleichs.[16]

Klimaktischer Parallelismus

Beispiel:

„Es erhoben Wasserströme, JHWH,
es erhoben Wasserströme ihre Stimme,
es erhoben Wasserströme ihr Tosen.“
(Ps 93,3 EU)

Dieser Parallelismus, meist ein Trikolon, entwickelt einen Gedanken stufenartig weiter und wiederholt dabei das Schlüsselwort (hier: „Wasserströme“). Er ist im Psalter relativ selten, aber in poetischen Texten aus Mesopotamien häufig anzutreffen.[17]

Hebräische MetrikBearbeiten

Dass der Parallelismus membrorum so hervortritt, liegt auch daran, dass die Lautgestalt der Psalmen und damit Alliteration, Rhythmus und Reim nicht sicher rekonstruierbar ist. Der hebräische Konsonantentext wurde erst im Frühmittelalter mit Vokal- und Akzentzeichen versehen, um die Verwendung in der synagogalen Liturgie zu erleichtern. Man weiß also nicht, wie die Psalmen zur Zeit ihrer Entstehung geklungen haben. Hieronymus bringt in seinem Psalmenkommentar gelegentlich hebräische Worte in lateinischer Umschrift. Daran lässt sich abschätzen, dass die Vokalisierung der Masoreten alte Tradition bewahrt. Klangliche Beobachtungen am Text eines Psalms erhalten dann besonderes Gewicht, wenn sie mit formalen und inhaltlichen Beobachtungen übereinstimmen. So steht Ps 90,11-12 EU inhaltlich und formal im Zentrum von Psalm 90, und ausgerechnet hier begegnen Sprachrhythmus und Endreim:[18]

hebräisch מִֽי־יֹ֭ודֵעַ עֹ֣ז אַפֶּ֑ךָ וּ֝כְיִרְאָתְךָ֗ עֶבְרָתֶֽךָ׃
לִמְנֹ֣ות יָ֭מֵינוּ כֵּ֣ן הֹודַ֑ע וְ֝נָבִ֗א לְבַ֣ב חָכְמָֽה׃
Mî-jôde‘a ‘oz ’appækhā ukhəjir’ātəkhā ‘ævrātækhā
Limnôt jāmênû ken hôda‘, wənāvi’ ləvav ḥåkhmāh
/
Wer erkennt die Macht deines Zorns und, wie du zu fürchten bist, dein Überwallen!
Unsre Tage zu bestimmen, laß es recht kennen, daß ein Herz der Weisheit einkomme uns!
(Übersetzung: Buber/Rosenzweig)

Nach Klaus Seybold lassen sich mit Hilfe des akzentuierenden Systems (= Hauptakzent auf jedem Wort) in den Psalmen mehrere Rhythmen „leidlich“ wahrnehmen:[19]

  • Metrum des Weisheitsspruchs (Maschal), sehr häufig: 3+3;
  • Staccato-Vers, als Zweier oder Vierer: 2+2/4+4;
  • Metrum der Totenklage (Qina): 3+2. Hier ein Beispiel des Qina-Metrums: „Gefallen ist, nicht steht wieder auf / die Jungfrau Israel.“ Am 5,1 EU[20]

StruktursignaleBearbeiten

Innerhalb des Psalms gruppieren sich die Verse (Bi-, seltener Trikola) auf verschiedene Weise. Ein Vers kann mehrmals wiederholt und so zum Refrain werden, der Strophen markiert. Psalm 119 teilt sich in Strophen zu je acht Versen, die jeweils mit dem gleichen Buchstaben beginnen. So geht dieser lange Psalm von Alef bis Taw das gesamte hebräische Alphabet durch. Weitere Beispiele für alphabetische Akrosticha sind die Psalmen 9/10, 25, 111, 112. Den Beginn einer neuen Strophe können Tempuswechsel, Wechsel der Sprechrichtung oder Signalwörter (zum Beispiel: hebräisch אך ’akh „fürwahr“, hebräisch ועתה wə‘attāh „und nun“, hebräisch ואני wa’ǎnî „ich aber“) andeuten; oft kommen mehrere dieser Struktursignale zusammen.[21]

Form- und GattungskritikBearbeiten

Die Grundidee der Form- und Gattungskritik ist, dass es kulturtypische Textsorten gibt, die man an ihrem Inhalt und an bestimmten äußeren Merkmalen erkennen kann. Um diese Textsorten verstehen zu können, muss man sie von ihrem Anlass her interpretieren.[22] Dieser „Sitz im Leben“ wurde von der Formkritik bei vielen Psalmen im Tempelkult vermutet. Die neuere Forschung ist zurückhaltender darin, den Gottesdienst im Tempel rekonstruieren und Psalmen darin ihren Platz zuweisen zu können. „Vielmehr dient die Gattungsbestimmung der Erschließung sprachlicher und textlicher Phänomene auf der literarischen Ebene.“[23]

ForschungsgeschichteBearbeiten

Johann Gottfried Herder forderte, die Psalmen in ihrer Eigenart und aus ihrer orientalischen Kultur heraus zu verstehen (Vom Geist der ebräischen Poesie, 1782/83). Der einzige Psalmkommentar, der Herders Zielsetzung im frühen 19. Jahrhundert gerecht zu werden suchte, war jener von Wilhelm Martin Leberecht de Wette. Im späten 19. Jahrhundert wurden poetische Texte aus Mesopotamien und Ägypten neu erschlossen. Dieses reiche Vergleichsmaterial nutzte Hermann Gunkel, der mit seinem Kommentar zum Psalter und mit seiner postum veröffentlichten Einleitung in die Psalmen (1933, abgeschlossen von Joachim Begrich) eine neue Epoche der Psalmenforschung begründete.[24] Gunkels Typenlehre klassifizierte jeden einzelnen Psalm nach drei Kriterien:[23]

 
Hermann Gunkel
  • Welche Formensprache wird verwendet?
  • Von welchen Motiven macht der Verfasser Gebrauch?
  • Für welchen gottesdienstlichen Anlass wurde der Psalm verfasst?

Wenn mehrere Psalmen in diesen drei Kriterien übereinstimmen, sind sie im Sinne Gunkels eine Gattung. So wurde für Gunkel hinter der Vielfalt der Psalmen eine relativ begrenzte Anzahl an Gattungen erkennbar:

  1. Hymnen
  2. Klagelieder des Volkes
  3. Königspsalmen
  4. Klagelieder des Einzelnen
  5. Danklieder des Einzelnen
  6. Kleinere Gattungen: Segens- und Fluchworte, Wallfahrtslied, Siegeslied, Danklied Israels, Legende, Tora
  7. Prophetische Gattungen
  8. Weisheitsdichtung in den Psalmen
  9. Mischungen, Wechselgedichte und Liturgien.

Gunkel sah im Psalter ein „Andachts- oder Hausbuch für den frommen Laien“, in die ein Grundbestand bekannter und beliebter Lieder aus dem Gottesdienst aufgenommen worden sei. Fast alle Psalmen seien „für den Privatgebrauch geeignet“, und dies sei „der Annahme eines kultischen Zweckes nicht günstig.“[25]

 
Sigmund Mowinckel

Sigmund Mowinckel, ein akademischer Schüler Gunkels, interpretierte in seinen Psalmenstudien (1921–1924) die Psalmen dagegen größtenteils als Kultlyrik. Er postulierte ein israelitisches Neujahrsfest, das als Kultdrama (Thronbesteigungsfest JHWHs) begangen worden sei. Im deutschsprachigen Raum wurde die kultgeschichtliche Interpretation stark modifiziert vertreten, unter anderem von Artur Weiser und Hans-Joachim Kraus in ihren jeweiligen Kommentarwerken zum Psalter. Im angelsächsischen und skandinavischen Raum dominierte in der Nachfolge Mowinckels die Kultgeschichtliche Schule: Ein Kreis um Jane Ellen Harrison in Cambridge machte anthropologische (James George Frazer) und soziologische (Émile Durkheim) Ansätze für das Verständnis der griechischen Religion fruchtbar. Die Thesen dieser Cambridge Ritualists wurden in der klassischen Philologie wenig rezipiert, sehr stark dagegen in der alttestamentlichen Wissenschaft (Samuel Henry Hooke: Myth and Ritual, 1933). Im gesamten Vorderen Orient und deshalb auch in der israelitischen Religion gebe es ein gemeinsames mythisch-rituelles Muster, dem die Vorstellung des sakralen Königtums zugrunde liege. Im skandinavischen Raum wurden Mowinckels Impulse von der Uppsala-Schule weiterentwickelt (Geo Widengren u. a.).[26] Obwohl die Form- und Gattungskritik in der Art Gunkels stets ihre Vertreter hatte, war die stärker kultische Deutung der Einzelpsalmen und des Psalters im Verlauf des 20. Jahrhunderts einflussreicher. „Das Psalmenbuch wurde so für weite Teile der Forschung und in der theologischen und kirchlichen Wahrnehmung zum Gesangbuch des Tempels in nachexilischer Zeit.“[27] Diese These ist heute weithin aufgegeben.

Frank-Lothar Hossfeld und Erich Zenger rechnen damit, dass Jerusalemer Tempelmusiker Psalmen schufen, die dann im Tempel aufgeführt wurden. Sie erwägen, dass die in Psalmenüberschriften genannten Asaf und Korach bekannte Psalmkomponisten gewesen seien, nach denen sich Schulen von Tempelmusikern benannten.[6] Ob einige der im Psalter enthaltenen Dichtungen nach dem Vorbild der Jerusalemer Tempelmusik verfasst wurden, ohne aber in ihrer jetzigen Form im Tempel aufgeführt worden zu sein (Hossfeld und Zenger), oder ob sie aus dem Tempelkult stammten, aber im Zug der Überlieferung davon gelöst und mit anderen Psalmen kombiniert wurden (Klaus Seybold), ist umstritten. Konsens besteht aber darin, dass der Psalter nicht das „Kultliederbuch“ des Zweiten Tempels gewesen sei.[28]

Viele Psalmen stammen indes aus dem privaten und familiären Kult. Hier schlagen Hossfeld und Zenger vor, dass „Ritualspezialisten“ für Privatpersonen passende Psalmen schufen, die sie ihnen zur Verfügung stellten, eventuell auch für sie vortrugen und anschließend sammelten.[6] Seybold betont, dass die meisten persönlichen Texte nicht als Formulare verfasst worden seien, sondern von Individuen in konkreten Situationen niedergeschrieben und dann als Votivgabe zum Tempel gebracht worden seien. Dort seien sie gesammelt, bearbeitet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.[29]

PsalmengattungenBearbeiten

Einige von Gunkel beschriebene Gattungen werden weiterhin zur Interpretation von Psalmen verwendet; interessant sind hierbei die gattungstypischen Elemente: Hymnus, Klage des Einzelnen (abgekürzt: KE), Dank des Einzelnen (DE) und Klage des Volkes (KV). Davon zu unterscheiden ist die Zusammenstellung formgeschichtlich disparater Psalmen mit gemeinsamer Thematik (Königspsalmen, JHWH-Königs-Psalmen, Zionspsalmen usw.)[30]

HymnusBearbeiten

Beispiel:

„Lobt den HERRN, alle Völker,
rühmt ihn, alle Nationen!
Denn mächtig waltet über uns seine Huld,
die Treue des HERRN währt in Ewigkeit
Halleluja!“
(Psalm 117)

In diesem kürzesten Psalm des Psalters ist alles beisammen, was einen imperativischen Hymnus ausmacht: dem Lobaufruf folgt der Hauptteil (Corpus hymni), eingeleitet mit „denn“ (hebräisch כי ). Im Corpus hymni wird das Gotteslob begründet, indem Gottes Wesen beschrieben wird:[31] die Schlüsselbegriffe sind hebräisch חסד ḥæsæd „Güte, Liebe, Freundlichkeit, Wohlwollen, Barmherzigkeit, Gunst“[32] (Einheitsübersetzung: „Huld“) und hebräisch אמת ’æmæt „Festigkeit, Beständigkeit; Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Treue“[33] Ob das abschließende Halleluja als Abgesang zu verstehen ist, kann dabei offen bleiben; einen Abgesang haben nicht alle Hymnen. In den Handschriften wurde dieser kurze Text manchmal Psalm 116 oder Psalm 119 zugeschlagen. Die Gattungsbestimmung liefert dagegen Argumente, den Text als eigenständiges, abgeschlossenes Gedicht zu verstehen.[34]

Der „Sitz im Leben“ eines Hymnus ist für die Klassiker der Formkritik der Tempelkult. Man versucht also, einen Anlass zu rekonstruieren, bei dem die Tempelmusiker den kurzen Psalm aufführten. Für die Redaktionskritik (siehe unten) hat Psalm 117 dagegen eine wichtige Funktion in der Psalmkomposition 113–118. Vielleicht wurde er sogar für diesen Zusammenhang geschrieben. Als Hymnus ruft er beim Leser das Bild eines Tempelgottesdienstes auf; dies ist sozusagen sein „literarischer Sitz im Leben“ bzw. „Sitz in der Literatur.“[35]

Klagelied des Einzelnen (Individualklage)Bearbeiten

Mit rund 40 Psalmen ist die Individualklage im Psalter sehr häufig vertreten. Psalm 13 gilt als Musterbeispiel[36] und zeigt die typischen Elemente:

  • Anrufung Gottes und Klage („Bis wann …?“)
  • Bitte („Schau her, antworte mir!“), oft mit einer Begründung („denn“, „damit nicht“)

Stimmungsumschwung

  • Vertrauensbekenntnis und Lobgelübde

Der Stimmungsumschwung, typisch für die Individualpsalmen, ist ein abrupter Wechsel von der Klage zum Lob und Dank. An dieser Stelle könnte dem Beter die Erhörung seiner Bitte zugesprochen worden sein (vgl. Klgl 3,57 EU); wie man sich das vorstellt, hängt von Hypothesen über den institutionellen Rahmen ab, in dem die Individualklagen gebetet wurden.[37] Uwe Rechberger plädiert dafür, den traditionellen Begriff „Stimmungsumschwung“ durch den offeneren Begriff „Wende“ zu ersetzen: zum einen, weil es nicht um ein punktuelles Ereignis gehe, sondern um einen Weg von der Klage zum Lob, den der Beter des Textes geführt werde (und wozu er den Psalm möglicherweise wiederholt durchbete), zweitens, weil die subjektive Gestimmtheit ein neuzeitliches Phänomen sei.[38]

Danklied des EinzelnenBearbeiten

Dieser Gattung lassen sich rund 20 Psalmen zuweisen. Im Hintergrund steht, dass mit den Ritualen des Tempels unter anderem eine Reintegration des Einzelnen in die Gemeinschaft ermöglicht wurde: hebräisch תודה tôdāh bedeutet sowohl „Danklied“ als auch „Dankopfer.“ Dankbare Einlösung eines Gelübdes, Darbringung eines Opfertiers und anschließendes Festmahl mit dem Fleisch des geschlachteten Tieres bilden eine „kommunikative Situation“, die in einigen Psalmen dieser Gattung anklingt. Gattungstypische Elemente sind: Auf die Anrede Gottes als „Du“ folgt die Erzählung, wie Gott („er“) geholfen hat. Quasi als Zitat aus einem Klagepsalm, kann dabei die frühere Notsituation in Erinnerung gerufen werden.[30]

Kollektiver Klage- und BittpsalmBearbeiten

Eine kollektive Größe („Volk“) tritt bei dieser Gattung an die Stelle des Einzelnen und beklagt politische Katastrophen, wie die Zerstörung Jerusalems und des Tempels (Beispiel: Psalm 79). Die Gliederung ist mit der Individualklage vergleichbar:

  • Anrufung Gottes und Klage;
  • Bitte, oft mit einer Begründung;
  • Vertrauensbekenntnis und Lobgelübde.

In kollektive Klage- und Bittpsalmen werden verschiedene Strategien verfolgt, um JHWH zum Eingreifen zu bewegen:[39]

  • Die Beter erinnern sich an Gottes machtvolle Taten in der Vergangenheit und kontrastieren sie mit der Gegenwart, schöpfen daraus aber auch Hoffnung auf eine zukünftige Rettung. JHWH handelt in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (Heilsgeschichte).
  • JHWH wird an seinen Namen und seine Ehre erinnert. Wenn die Feinde über Israel spotten, trifft das auch Israels Gott.
  • Die Gemeinde legt ein Sündenbekenntnis ab oder, alternativ, beteuert ihre Unschuld.

Ein Text aus der prophetischen Überlieferung, Joel 1–2, zeigt in wenn auch stilisierter Form, wie eine Klagefeier ablief. In Bezug auf die kollektiven Klagepsalmen wird diskutiert, ob sie auch in eine derartige Liturgie eingebettet waren und ein Prophet nach dem Psalm ein Orakel verkündete. Sumerische, babylonische und hethitische Texte enthalten vergleichbare Liturgien.[39]

ThemenBearbeiten

Gerhard von Rad charakterisierte die Psalmen als „Antwort Israels“ auf seinen Gott.[40] Die Psalmen sprechen im Rahmen dieser „Antwort“ Grundfragen der Anthropologie an sowie die Themenfelder Tempel und Kult, Kosmos und Chaos, Schöpfung und Geschichte.

„Leibsphäre und Sozialsphäre, Körperbild und Sozialstruktur entsprechen sich.“[41] Die Individualklagen thematisieren immer wieder den sozialen Tod, denn wer zum Beispiel krank oder verflucht ist, gehört nicht mehr ganz zur Welt der Lebenden. Da JHWH ein Gott des Lebens ist, müsste es in seinem Interesse sein, den Beter aus dem Bereich des Todes herauszureißen, denn mit ihm verlöre er ja einen Zeugen seiner Güte und Treue (ein Gedanke, den Martin Luther später als argumentum ad Deum aufgriff). Die Rettung vom Tod, die in den Psalmen teils erhofft, teils erzählt wird, meint die Rückkehr zur Fülle des Lebens und die Reintegration in die Gesellschaft. Auferstehung ist kein Thema der Psalmen (wohl aber ihrer Wirkungsgeschichte).[42]

Das den Menschen bedrohende Chaos hat viele Formen: „Gräber, Zisternen, … Schluchten mit plötzlich hereinbrechenden Wassern, vom Sturm aufgewühlte Meere und weglose, ausgeglühte Wüsten sind Bereiche, aus denen Jahwe den Menschen … zwar herausholen kann, in denen er aber nur beschränkt gegenwärtig ist und die deshalb das Elend abbilden können, das dem Menschen aus irgendeiner Art der Gottverlassenheit erwächst.“[43]

Der Tempel war der Ort der Lebensfülle, wo JHWH als Schöpfer und König erfahrbar wurde. Die Rituale des Tempels wiederholten den urzeitlichen Sieg der Gottheit über das Chaos und festigten so den Kosmos. Wie insbesondere Psalm 72 zeigt, war das Königtum mit einer Aura des Heils umgeben. Als Repräsentant der Gottheit schrieb man dem König zu, soziale Gerechtigkeit zu schaffen und die Natur fruchtbar zu machen.[44]

Der Psalter als BuchBearbeiten

Kompositions- und Redaktionsgeschichte des PsaltersBearbeiten

Die Entstehungsgeschichte des Psalters ist komplex. Im Folgenden wird das von Erich Zenger und Frank-Lothar Hossfeld vertretene Modell referiert.[45]

  • Im 6. Jahrhundert v. Chr. wurden erste kleine Sammlungen von individuellen Klage-, Bitt- und Dankliedern angelegt. Sie teilen die Vorstellung, dass JHWH als Beschützer der Armen in seinem Tempel gegenwärtig sei und der Beter dort wie zu einer Audienz erscheine und ihm seine Notlage vortrage. Diese Sammlungen wurden im späten 6. und frühen 5. Jahrhundert von einer Redaktion im Sinne der „Armenfrömmigkeit“ überarbeitet; „Armut“ bezeichnete nicht mehr (nur) wirtschaftliche Not, sondern vor allem eine religiöse Haltung. Der Aspekt „Vertrauen auf JHWH“ wurde stärker herausgearbeitet. Am Ende dieser Entwicklung steht der Davidspsalter I (Psalm 3–41).
  • Ebenfalls im 6. Jahrhundert entstand eine Psalmensammlung, die durch Kriegsmetaphorik gekennzeichnet ist. Die Bedrohung des Ich durch anstürmende Feinde nimmt dramatisch zu, ebenso auch das Vertrauen des Ich auf Gott als feste Burg und Retter. Dieser Grundbestand wurde im 5. Jahrhundert in den Asafitischen Psalter (Psalm 50–83) integriert. Ein bereits vorhandener Korachpsalter (Psalm 42–49) wurde davor gesetzt, und dadurch entstand der Elohistische Psalter (Psalm 42–83), benannt nach der Gottesbezeichnung Elohim. Im Vergleich zu Psalmen, die den Gottesnamen JHWH verwenden, kennzeichnet den Elohistischen Psalter ein mehr distanziert-transzendentes, aber auch universalistisches Gottesbild.
  • Im 5. Jahrhundert wurde dann der Davidspsalter I und der Elohistische Psalter vereinigt, am Ende ergänzt um einige weitere Korachpsalmen. Diese Komposition wurde durch Psalm 2 (nur Verse 1–9) und Psalm 89 gerahmt; nach dem Stichwort „Gesalbter“ (hebräisch משיח māšiaḥ), das in beiden Rahmenpsalmen erscheint, bezeichnen Hossfeld und Zenger diese Psalmkomposition als Messianischen Psalter (Psalm 2–89). Doxologien wurden am Ende der Psalmen 41, 72 und 89 hinzugefügt; sie gliedern die Komposition in drei Teile. Zwischen den Psalmen 89 und 90 (im heutigen Psalmbuch) besteht eine tiefe Zäsur.
  • Psalm 89 beklagte das Scheitern der davidischen Dynastie, und mit diesem Schlusspunkt sollte der Psalter nicht enden. So wurden die Psalmen 90–92 sowie 93–100 dagegen gesetzt, die anstelle der gescheiterten Davididen das Königtum JHWHs proklamieren. Psalm 100 ist das Ziel dieser Komposition: zusammen mit Israel ist die ganze Menschheit aufgefordert, JHWH im Jerusalemer Tempel zu huldigen. Diese Komposition (Psalm 2–100) wächst im späten 5. / frühen 4. Jahrhundert weiter durch Anfügung von relativ jungen Psalmgruppen, darunter der Davidspsalter IV (Psalm 108–110), die Zwillingspsalmen 111/112 und 135/136, das Pessach-Hallel (Psalm 113–118), den Wallfahrtspsalter (Psalm 120–134).
  • Um 300 v. Chr. wurde eine Redaktion tätig, die den Psalter ganz auf die ideale Gestalt König Davids ausrichtete. Sie setzte Psalm 1 neu an die Spitze (der seliggepriesene „Mann“ in dieser programmatischen Eröffnung war David) und erweiterte Psalm 2 so, dass der König auf dem Zion zum Toralehrer für alle Völker wurde. Die gesamte Psalmkomposition umfasst nun Psalm 1 bis 145 und wurde in fünf Teile geteilt, analog zur Tora des Mose. (Im späteren rabbinischen Midrasch Tehillim heißt es dazu: „Mose gab den Israeliten die fünf Bücher der Tora, und David gab den Israeliten die fünf Bücher der Psalmen.“)
  • Im 2. Jahrhundert v. Chr. fügte die Schlussredaktion das große Finale (Psalmen 146–150) mit seinen wiederkehrenden Halleluja-Rufen hinzu.

Struktur des PsalmenbuchesBearbeiten

Die abschließende Form des Psalmbuchs wurde etwa zur Zeit des Ben Sira (175 v. Chr.) erreicht.[46] Die Strukturierung des Endtextes lässt sich als kunstvolle Architektur verstehen:[47]

Die Architektur des Psalmenbuches[48]
Teile Kapitel Inhalt
Rahmen – Proömium 1–2 Tora + Messias/Zion/Gottesherrschaft
1. Buch 3–41 Davidpsalmen (3–14; 15–24; 25–34; 35–41)
    Abschluss 41,14 Doxologie: „Gepriesen sei JHWH der Gott Israels von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen, ja Amen.“
2. Buch 42–72 Korachpsalmen (42–49); Asafpsalm (50); Davidpsalmen (51–72)
    Abschluss 72,18 f. Doxologie: „Gepriesen sei JHWH der Gott Israels, der Wunder tut allein, und gepriesen sei der Name seiner Herrlichkeit in Ewigkeit, und es erfülle seine Herrlichkeit die ganze Erde. Amen, ja Amen.“
3. Buch 73–89 Asafpsalmen (73–83); Korachpsalmen (84–85, 87–89); Davidpsalm (86)
    Abschluss 89,53 Doxologie: „Gepriesen sei JHWH in Ewigkeit. Amen, ja Amen.“
4. Buch 90–106 Mosekomposition (90–92); JHWH-Königtum (93–100); Davidkomposition (101–106)
    Abschluss 106,48 Doxologie: „Gepriesen sei JHWH der Gott Israels von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und es soll sprechen das ganze Volk: Amen. Halleluja!“
5. Buch 107–145 Lobpsalm (Toda) (107 und 145; Königtum JHWHs); Davidpsalmen (108 f. und 138–145); Alphabet. Torapsalmen (111 f., 119); Pessach-Hallel (113–118); Wallfahrtspsalmen (120–137)
    Abschluss 145,21 „Das Lob JHWHs soll reden mein Mund und preisen soll alles Fleisch seinen heiligen Namen in Ewigkeit und auf immer.“
Rahmen – Schluss-Hallel 146–150 Zehnfaches Halleluja

„Davidisierung“ des PsaltersBearbeiten

Zwar könnte eine Autorschaft Davids dadurch historisch plausibel erscheinen, dass im Tanach auch außerhalb des Psalters von David als „Leierspieler“ (1 Sam 16,17–23 EU) und „Dichter“ (2 Sam 17,17–23 EU) gesprochen wird; in der Exegese werden diese Überschriften aber meist nicht als (historisch auswertbare) Hinweise auf Davids Verfasserschaft verstanden.

Im Endtext des hebräischen Psalters tragen 73 Psalmen die Überschrift hebräisch לדוד lədawid „von/für David“.[49] In der antiken Übersetzung ins Griechische (Septuaginta) sind es 83 David zugeschriebene Psalmen, was einen Trend anzeigt. Bei 13 Psalmen des hebräischen Textes liefert die Überschrift zusätzliche Angaben zur Verbindung des Psalms mit Situationen aus Davids Leben, wie es im Buch Samuel erzählt ist; diese Angaben waren nach Hossfeld und Zenger zunächst Identifikationsangebote für den Leser: David war oft in großer Not und hat gebetet; der antike Leser kann es ihm gleichtun und dazu Davids Gebete nutzen. Später wurden sie als Autorenangaben verstanden. In einem nächsten Schritt wurde der ganze Psalter unter die Autorschaft Davids gestellt und als sein „geistliches Tagebuch“ gelesen.[50] Die Formulierung „Davidisierung des Psalters“ wurde von Notker Füglister geprägt. Gemeint ist damit, dass der Psalter insgesamt als Buch messianischer Hoffnung gelesen wurde. „David in der «Nacht», voller Sehnsucht nach der «Morgenröte», ist die messianische Leitfigur, die aus und in den Psalmen gegenwärtig wird … So hat auch Jesus die Psalmen gebetet, in der «Nachfolge» Davids.“[51]

Zählung der Psalmen und VerseBearbeiten

In der Abschlussphase des Psalters legten die Redaktoren offensichtlich Wert darauf, die Zahl von 150 Psalmen zu erreichen. Die griechische Version (Septuaginta) teilt die Einzelpsalmen mehrfach anders ab als der Masoretische Text, kommt aber am Ende trotzdem auf 150 Psalmen. Sie hat einen Psalm 151 und kennzeichnet diesen explizit als „außerhalb der Zählung“ stehend.[52]

Unterschiede der Psalmenzählung in hebräischer und griechischer Bibel
Masoretischer Text Septuaginta (LXX) Anmerkung
Ps 1–8 Ps 1–8 Zählung gleich
Ps 9–10 Ps 9 LXX zählt Pss. 9 u. 10 als einen Psalm
Ps 11–113 Ps 10–112 hebräische Zählung geht um 1 voraus
Ps 114–115 Ps 113 LXX zählt 114 u. 115 als einen Psalm
Ps 116 Ps 114–115 griech. als zwei Psalmen gezählt; Einschnitt nach 9 Versen
Ps 117–146 Ps 116–145 hebräische Zählung geht um 1 voraus
Ps 147 Ps 146–147 griechisch als zwei Psalmen gezählt; Einschnitt nach 11 Versen
Ps 148–150 Ps 148–150 Zählung gleich
Ps 151 deuterokanonisch

Die in der Westkirche im Mittelalter maßgebliche Vulgata folgt der Septuaginta-Zählung der Psalmen. Die Psalmnummerierung der Vulgata wurde von älteren katholischen Bibelübersetzungen übernommen. Evangelische Bibeln zählen wie der Masoretische Text, den Martin Luther seiner Übersetzung zugrunde legte. Dem schloss sich die katholische kirchenamtliche Einheitsübersetzung 1980 an. Auch die 1979 herausgegebene Nova Vulgata folgt der Nummerierung des masoretischen Texts. Daher muss man bei Verweisen auf Psalmen darauf achten, auf welche der beiden Nummerierungen sich ein Verweis bezieht. Oft werden die Psalmnummern in der Form Ps 51(50) angegeben. Die höhere Nummer bezieht sich dabei auf die vorlaufende hebräische Zählung.

Bei der Nummerierung der Verse eines Psalms unterscheiden sich englischsprachige Bibeln von heutigen deutschen Übersetzungen dadurch, dass sie den Überschriften im Urtext keine Versnummer zuteilen. Ist die Überschrift mindestens einen ganzen Vers lang, bleibt so die Versnummer in der englischen Bibel um 1 oder 2 hinter der anderen Nummerierung zurück. Betroffen sind 62 Psalmen, drei davon (51, 52, 60) mit einer Differenz von 2. Siehe dazu: Bibelvers#Nicht eindeutige Versangaben.

Antike Übersetzungen des PsaltersBearbeiten

GriechischBearbeiten

Wahrscheinlich in der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. wurde das Buch der Psalmen ins Griechische übersetzt. Die dabei verwendeten Begriffe altgriechisch σῶμα sỗma „Leib“ und altgriechisch ψυχή psychḗ „Seele“ tragen nicht die dualistische hellenistische Anthropologie in die Psalmen ein, so Bernd Janowski, sondern sie bezeichnen beide die menschliche Gesamtperson. Einige Psalmtexte (Psalm 15LXX, Psalm 22LXX, Psalm 100LXX) wurden kreativ weiterentwickelt, so dass sie sich auf die Auferstehung und das ewige Leben bezogen.[53]

LateinischBearbeiten

Bei der Übersetzung ins Lateinische (Vulgata) hat Hieronymus dreimal die Psalmen bearbeitet:[54]

  • einmal als Revision der Vetus Latina (aus der Septuaginta (LXX)): Psalterium Romanum
  • noch einmal eine gründliche Revision der Texte, aber immer noch aus der LXX: Psalterium Gallicanum
  • eine echte Übersetzung aus dem Hebräischen: Psalterium iuxta Hebraeos
     
    Vertonung von Psalm 1,1 als Psalmodie im IV. Ton mit Antiphon

Ein Grund für das Vorgehen war, dass er nicht ohne Not in die bekannten Texte der Liturgie eingreifen wollte. Die Version „iuxta Hebraeos“ war eher für Gelehrte gedacht und wurde in der Liturgie nicht verwendet.

WirkungsgeschichteBearbeiten

Das Buch der Psalmen ist das Gebetbuch der Juden und der frühen Christen. Im Islam wird das Buch der Psalmen, Zabur (arabisch زبور, DMG Zabūr) genannt, zu den heiligen Büchern gezählt und im Koran in den Suren 4,163, 17,55 und 21,105 erwähnt.

Im JudentumBearbeiten

„Die Lieder und Gebete des Buches Tehillim stellen bis heute einen unverzichtbaren Bestandteil der traditionellen jüdischen Liturgie dar. Dabei kommt den Psalmen 113 bis 118, dem sogenannten Hallel, eine besondere Bedeutung zu. Er wird an den Feiertagen und an Rosch Chodesch jeweils nach Abschluss des Schacharit, d. h. vor dem Ausheben des Sefer Tora, gesungen.“[55] Der Psalter wurde auch ein Buch der privaten Frömmigkeit und ist dies (als Frauengebetbuch, neben dem Siddur) im Judentum bis heute. Dazu wird das Psalmbuch in 30 Abschnitte geteilt, die den Tagen eines Monats gemäß dem jüdischen Kalender zugeordnet sind. Die Psalmen werden, anders als in der christlichen Tradition, mit ihren Überschriften, aber ohne rahmende Verse (Antiphonen) gebetet. Es gibt auch die Tradition, Psalmen für magische Zwecke einzusetzen. Handbücher wie zum Beispiel Sefer Schimmusch Tehillim definieren, welcher Psalm in welcher Situation rezitiert werden sollte oder wie man Amulette mit Psalmzitaten beschriften sollte.[56]

Im ChristentumBearbeiten

KirchenväterBearbeiten

In der Alten Kirche wurde der Psalter, den man in der Übersetzung der Septuaginta (griechisch) oder in der davon abhängigen Übersetzung der Vetus Latina (lateinisch) las, vielfach als Kompendium der gesamten Bibel verstanden. Athanasius schrieb: „Wie ein Garten trägt er in sich die Früchte auch aller übrigen Bücher der Heiligen Schrift und macht sie zu Liedern.“[57] Er zeigte beispielhaft, wie das gemeint war:[58]

Das ganze Leben Christi fand Athanasius im Psalter prophetisch vorhergesagt:

  • Verkündigung an Maria: Psalm 44LXX (wegen Vers 11f.: „Höre, Tochter, und sieh, und neige dein Ohr, und vergiss dein Volk und das Haus deines Vaters, denn der König begehrte deine Schönheit, denn er ist dein Herr.“[59])
  • Passion: Psalm 21LXX, Psalm 68LXX, Psalm 87LXX (wegen Vers 8: „Auf mich legte sich schwer dein Grimm, und all deine Wogen ließest du auf mich niedergehen.“[60])
  • Auferstehung: Psalm 15LXX
  • Himmelfahrt: Psalm 23LXX (wegen Vers 9: „Erhebt die Tore, ihr Herrscher über euch, und lasst euch hinaufheben, ihr ewigen Tore, und einziehen wird der König der Herrlichkeit“[61]), Psalm 46LXX
  • Christus sitzend zur Rechten Gottes: Psalm 109LXX (wegen Vers 1: „Es sprach der Herr zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten.“[62])
  • Berufung der Heiden: Psalm 46LXX (wegen Vers 2: „Ihr Völkerschaften alle, klatscht in die Hände, jauchzt Gott zu mit Jubelschall!“), Psalm 71LXX (wegen Vers 9–11: „… alle Völkerschaften werden ihm dienen.“[63])

Die bei den Kirchenvätern allgemein übliche christologische Interpretation der Psalmen konnte unterschiedlich eingesetzt werden. Viele Aussagen in den Klageliedern des Einzelnen ließen sich ohne weiteres auf das irdische Leben des Jesus von Nazareth deuten; erwähnten die Psalmen einen Richter und König, so war dies der Auferstandene, der im Himmel thront. Sprach der Psalmbeter dagegen von seiner eigenen Schuld und bat um Vergebung, so war das nur scheinbar für Christus unpassend, führte Augustinus aus. Denn die Kirche wurde als Leib Christi verstanden, und so spreche Christus in diesen Psalmsworten mit und für die Christen.[64]

Koptische TraditionBearbeiten

In den ersten Klosterregeln des christlichen Mönchtums, den Anfang des 4. Jhs. in koptischer Sprache geschriebenen Regeln des Pachom, wird von den Neulingen im Klosterverband erwartet, dass sie bei der Aufnahme 20 Psalmen (Regel 139) auswendig lernen und es dann niemanden im Kloster geben soll, der nicht zumindest das Neue Testament und den Psalter auswendig kennt (Regel 140).[65] Die alttestamentlichen Psalmen nahmen nicht nur in der Liturgie einen herausragenden Platz ein, sondern wurden von Mönchen bei allen anfallenden Arbeiten gesungen. Rege Verwendung fanden sie auch auf übelabwehrenden Amuletten und im Bereich der Magie.[66] Mit dem in einem Grab gefundenen berühmten Mudil-Kodex aus dem 5. Jh. ist der gesamte Psalter im mittelägyptischen Dialekt des Koptischen überliefert.[67]

Orthodoxe Tradition (Byzantinischer Ritus)Bearbeiten

 
Musizierender David, Pariser Psalter (Konstantinopel um 960)

Die responsoriale Psalmodie war in Konstantinopel bis ins 13. Jahrhundert, in Thessalonike bis ins 15. Jahrhundert üblich: Ausgewählte Psalmen wurden ebenso wie Cantica und das Gebet des Manasse vom Solisten oder vom Chor vorgetragen (mittelgriechisch ᾁσματική asmatikí, „gesungen“); die Gemeinde respondierte nach jedem Vers mit Rufen wie „Ehre sei dir, Herr!“, „Erhöre mich, Herr!“ Im byzantinischen Ritus löste die aus dem palästinischen Mönchtum stammende, schlichte Psalmenrezitation allmählich die responsoriale Psalmodie ab. Dieser Psalter ist in 20 Kathismata zu je drei Staseis unterteilt und wird pro Woche einmal, in der Fastenzeit zweimal rezitiert. Dabei sind einerseits Kürzungen, andererseits Einschübe zum Kirchenjahr passender poetischer Texte üblich.[68]

Westkirchliche TraditionBearbeiten

In der Alten Kirche bildete sich ein zweifacher Umgang mit dem Buch der Psalmen heraus: einmal die fortlaufende Lesung des ganzen Psalters, andererseits eine Auswahl von Psalmen, die als Prophezeiungen christlich interpretiert werden konnten. Insbesondere in asketischen und klösterlichen Kreisen war der Text des gesamten Psalter durch die ständige Beschäftigung damit sehr vertraut. Im Frühmittelalter nahm die Kenntnis des Psalters ab. Er blieb aber als täglicher Lese- und Gebetstext verpflichtend für Mönchs- und Klerikergemeinschaften. Psalmen wurden zunehmend auch als Meditiationstexte genutzt, bezogen auf die Passionsgeschichte, wodurch der Literalsinn der Psalmtexte in den Hintergrund trat.[69]

Das Stundengebet der römisch-katholischen, orthodoxen, lutherischen und anglikanischen Kirche besteht vorwiegend aus Psalmen und den zugehörigen Antiphonen. Psalmen werden in der Heiligen Messe, bei der Spendung von Sakramenten und Sakramentalien, bei Prozessionen und Wallfahrten, beim Begräbnis gesungen. Einzelne oder mehrere Psalmverse sind Bestandteile sowohl des Graduales wie auch des Introitus. Auch die christliche Ikonographie geht häufig auf Motive aus den Psalmen zurück.

Martin Luther nannte die Psalmen die „kleine Biblia“ und weist damit auf den umfassenden religiösen Reichtum des Psalters hin. Johannes Calvin schrieb in der Einleitung seiner Auslegung der Psalmen: „Mit gutem Grund nenne ich gewöhnlich das [Psalm]buch eine Aufgliederung [die Anatomie] aller Teile der Seele“.[70] Papst Benedikt XVI. bezeichnete die Psalmen als Geschenk Gottes an Israel und die Kirche und als „Schule des Gebets“, insofern das Wort Gottes zum Wort des Betenden werde.[71]

Unter liturgischem Psalter versteht man in der Liturgiewissenschaft das Verteilungssystem der Psalmen bzw. der Psalmantiphonen auf die Tagzeiten (Horen) im Stundengebet. Als Verteilungssystem stellt der liturgische Psalter zugleich ein „Psalmpensum“ dar, das heißt, das vorgeschriebene Gebet eines Quantums an Psalmen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes.

Psalmvertonungen und NachdichtungenBearbeiten

Viele Psalmen sind als Psalmodien, Kirchenlieder und liturgische Gesänge vertont. Dazu wurden ihre Texte häufig in eine Reim- und Strophenform überführt. Künstler befassen sich bis heute oft mit Psalmen in Nachdichtungen oder Vertonungen. Der Psalter hat auch einem Musikinstrument, dem Psalterium, den Namen gegeben.

LiteraturBearbeiten

Übertragungen der Psalmen ins DeutscheBearbeiten

FachlexikaBearbeiten

Einführungen, ÜberblicksdarstellungenBearbeiten

KommentareBearbeiten

SammelbändeBearbeiten

  • Erich Zenger (Hrsg.): Der Psalter in Judentum und Christentum (= Herders biblische Studien. Band 18). Herder, Freiburg im Breisgau u. a. 1998. ISBN 3-451-26664-4.
  • Erich Zenger (Hrsg.): The Composition of the Book of Psalms (= Bibliotheca Ephemeridum Theologicarum Lovaniensum. Band 238). Peeters, Leuven 2010. ISBN 978-90-429-2329-4.

Monographien und ArtikelBearbeiten

  • Egbert Ballhorn: Zum Telos des Psalters. Der Textzusammenhang des Vierten und Fünften Psalmenbuches (Ps 90-150) (= BBB 138). Philos. Verlagsges., Berlin/Wien 2004, ISBN 3-8257-0290-1.
  • Harald Buchinger: Zur Hermeneutik liturgischer Psalmenverwendung. Methodologische Überlegungen im Schnittpunkt von Bibelwissenschaft, Patristik und Liturgiewissenschaft. In: Heiliger Dienst 54/3 (2000), S. 193–222.
  • Ulrich Dahmen: Psalmen- und Psalterrezeption im Frühjudentum. Rekonstruktion, Textbestand, Struktur und Pragmatik der Psalmengruppe 11QPs aus Qumran, Leiden/Boston 2003, ISBN 90-04-13226-0.
  • Hartmut Gese: Die Entstehung der Büchereinteilung des Psalters. In: Vom Sinai zum Zion. Alttestamentliche Beiträge zur biblischen Theologie. München 1974, S. 159–167.
  • Bernd Janowski: Konfliktgespräche mit Gott. Eine Anthropologie der Psalmen. Vandenhoeck & Ruprecht, 6., durchgesehene und erweiterte Auflage Göttingen 2021, ISBN 978-3-7887-2698-0 (1. Auflage Neukirchen-Vluyn 2003)
  • Kathrin Liess: Der Weg des Lebens: Psalm 16 und das Lebens- und Todesverständnis der Individualpsalmen, Tübingen 2004, ISBN 3-16-148306-5.
  • Matthias Millard: Die Komposition des Psalters. Ein formgeschichtlicher Ansatz (= FAT 9), Tübingen 1994, ISBN 3-16-146214-9
  • Eckart Otto, Erich Zenger: Mein Sohn bist du (Psalm 2,7). Studien zu den Königspsalmen (= Stuttgarter Bibelstudien (SBS), Bd. 192), Stuttgart 2001; ISBN 3-460-04921-9
  • Markus Saur: Die Königspsalmen: Studien zur Entstehung und Theologie, Göttingen 2004 (Zugl.: Erlangen-Nürnberg, Univ., Diss., 2003); ISBN 3-11-018015-4

WeblinksBearbeiten

Commons: Psalmen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gesenius. 18. Aufl. 2013, S. 1426.
  2. Bernd JanowskiPsalmen/Psalter II. Altes Testament 2. Teilsammlungen und Gesamtpsalter a) Formale Aspekte. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, Tübingen 2003, Sp. 1769–1772.
  3. Nahum M. Sarna: Psalms, Book of. In: Michael Berenbaum, Fred Skolnik (Hrsg.): Encyclopaedia Judaica. 2. Auflage. Band 16. Macmillan Reference USA, Detroit 2007, S. 663–675 (hinter einer Paywall: Gale Virtual Reference Library).
  4. Erich Zenger, Frank-Lothar Hossfeld: Das Buch der Psalmen, Stuttgart 2016, S. 433f. Reinhard Müller: Psalmen (AT), 2013, S. 1.
  5. Erich Zenger, Frank-Lothar Hossfeld: Das Buch der Psalmen, Stuttgart 2016, S. 446.
  6. a b c Erich Zenger, Frank-Lothar Hossfeld: Das Buch der Psalmen, Stuttgart 2016, S. 447.
  7. Johannes Schnocks: Psalmen, Paderborn 2014, S. 13.
  8. Friedhelm HartensteinII. Altes Testament, 1. Sprache, Gattungen und Themen der Psalmen, a) Sprache. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, Tübingen 2003, Sp. 1762–1763.
  9. Markus Witte: Der Psalter, Göttingen 2019, S. 421.
  10. Erich Zenger, Frank-Lothar Hossfeld: Das Buch der Psalmen, Stuttgart 2016, S. 443; Johannes Schnocks: Psalmen, Paderborn 2014, S. 13, mit Verweis auf: Bernd Janowski: Konfliktgespräche mit Gott. Eine Anthropologie der Psalmen. Neukirchener, 4. Auflage Neukirchen-Vluyn 2013, S. 13–21.
  11. Markus Witte: Der Psalter, Göttingen 2019, S. 421f.
  12. Johannes Schnocks: Psalmen, Paderborn 2014, S. 13f.
  13. Erich Zenger, Frank-Lothar Hossfeld: Das Buch der Psalmen, Stuttgart 2016, S. 443.
  14. Johannes Schnocks: Psalmen, Paderborn 2014, S. 14f.; Markus Witte: Der Psalter, Göttingen 2019, S. 421.
  15. Johannes Schnocks: Psalmen, Paderborn 2014, S. 14.
  16. Markus Witte: Der Psalter, Göttingen 2019, S. 422.
  17. Markus Witte: Der Psalter, Göttingen 2019, S. 422; Johannes Schnocks: Psalmen, Paderborn 2014, S. 15.
  18. Johannes Schnocks: Psalmen, Paderborn 2014, S. 16f.
  19. Klaus SeyboldPsalmen/Psalmenbuch I. Altes Testament. In: Theologische Realenzyklopädie (TRE). Band 27, de Gruyter, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-015435-8, S. 610–624., hier S. 611f. Vgl. Friedhelm HartensteinII. Altes Testament, 1. Sprache, Gattungen und Themen der Psalmen, a) Sprache. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, Tübingen 2003, Sp. 1762–1763.; F. W. Dobbs-Allsopp: Poetry of the Psalms. In: William P. Brown (Hrsg.): The Oxford Handbook of the Psalms, Oxford / New York 2014, S. 79-98, hier S. 85-87.
  20. Claus Westermann: Der Psalter. Calwer, 3. Auflage Stuttgart 1974, S. 23.
  21. Johannes Schnocks: Psalmen, Paderborn 2014, S. 16.
  22. Johannes Schnocks: Psalmen, Paderborn 2014, S. 28.
  23. a b Markus Witte: Der Psalter, Göttingen 2019, S. 420.
  24. Friedhelm HartensteinII. Altes Testament, 1. Sprache, Gattungen und Themen der Psalmen, b) Gattungen. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, Tübingen 2003, Sp. 1763–1766., hier Sp. 173.
  25. Hermann Gunkel: Einleitung in die Psalmen. Die Gattungen der religiösen Lyrik Israels. Vandenhoeck & BRuprecht, 4. Auflage Göttingen 1985, S. 452f.
  26. Sigurd Hjelde: Kultgeschichtliche Schule. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 4, Mohr-Siebeck, Tübingen 2001, Sp. 1817–1818.
  27. Johannes Schnocks: Psalmen, Paderborn 2014, S. 32.
  28. Bernd JanowskiPsalmen/Psalter II. Altes Testament 2. Teilsammlungen und Gesamtpsalter a) Formale Aspekte. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, Tübingen 2003, Sp. 1769–1772., hier Sp. 1769.
  29. Klaus SeyboldPsalmen/Psalmenbuch I. Altes Testament. In: Theologische Realenzyklopädie (TRE). Band 27, de Gruyter, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-015435-8, S. 610–624., hier S. 615.
  30. a b Friedhelm HartensteinII. Altes Testament, 1. Sprache, Gattungen und Themen der Psalmen, b) Gattungen. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, Tübingen 2003, Sp. 1763–1766., hier Sp. 1766.
  31. Erich Zenger, Frank-Lothar Hossfeld: Das Buch der Psalmen, Stuttgart 2016, S. 444.
  32. Gesenius. 18. Aufl. 2013, S. 375.
  33. Gesenius. 18. Aufl. 2013, S. 78f.
  34. Johannes Schnocks: Psalmen, Paderborn 2014, S. 34f.
  35. Johannes Schnocks: Psalmen, Paderborn 2014, S. 35f.
  36. Bernd Janowski: Das verborgene Angesicht Gottes. Psalm 13 als Muster eines Klagelieds des einzelnen. In: Jahrbuch für Biblische Theologie 16 (2001), S. 25–53.
  37. Friedhelm HartensteinII. Altes Testament, 1. Sprache, Gattungen und Themen der Psalmen, b) Gattungen. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, Tübingen 2003, Sp. 1763–1766., hier Sp. 1765.
  38. Uwe Rechberger: Von der Klage zum Lob. Studien zum „Stimmungsumschwung“ in den Psalmen (= Wissenschaftliche Monographien zum Alten und Neuen Testament, Band 133). Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2012, S. 351.
  39. a b Markus Witte: Der Psalter, Göttingen 2019, S. 425.
  40. Gerhard von Rad: Die Theologie der geschichtlichen Überlieferungen Israels (= Theologie des Alten Testaments. Band 1). Kaiser, 9. Auflage München 1987, S. 367.
  41. Bernd JanowskiII. Altes Testament, 1. Sprache, Gattungen und Themen der Psalmen, c) Themen. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, Tübingen 2003, Sp. 1766–1769., hier Sp. 1767.
  42. Bernd JanowskiII. Altes Testament, 1. Sprache, Gattungen und Themen der Psalmen, c) Themen. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, Tübingen 2003, Sp. 1766–1769., hier Sp. 1767f.
  43. Othmar Keel: Die Welt der altorientalischen Bildsymbolik und das Alte Testament. Am Beispiel der Psalmen. Vandenhoeck & Ruprecht, 5. Auflage Göttingen 1996, S. 67.
  44. Bernd JanowskiII. Altes Testament, 1. Sprache, Gattungen und Themen der Psalmen, c) Themen. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, Tübingen 2003, Sp. 1766–1769., hier Sp. 1768f.
  45. Erich Zenger, Frank-Lothar Hossfeld: Das Buch der Psalmen, Stuttgart 2016, S. 448–450.
  46. Erich Zenger, Frank-Lothar Hossfeld: Das Buch der Psalmen, Stuttgart 2016, S. 450.
  47. Erich Zenger, Frank-Lothar Hossfeld: Das Buch der Psalmen, Stuttgart 2016, S. 439.
  48. nach Erich Zenger, Das Buch der Psalmen, in: Erich Zenger u. a., Einleitung in das Alte Testament, Stuttgart u. a. 1995; ISBN 3-17-012037-9; S. 242–255
  49. Frank-Lothar Hossfeld, Erich Zenger: Die Psalmen I. Psalm 1–50 (= NEB.AT 29), S. 16.
  50. Erich Zenger, Frank-Lothar Hossfeld: Das Buch der Psalmen, Stuttgart 2016, S. 437.
  51. Erich Zenger, Frank-Lothar Hossfeld: Das Buch der Psalmen, Stuttgart 2016, S. 454.
  52. Erich Zenger, Frank-Lothar Hossfeld: Das Buch der Psalmen, Stuttgart 2016, S. 433.
  53. Bernd JanowskiII. Altes Testament, 3. Septuaginta-Psalter. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, Tübingen 2003, Sp. 1774.
  54. Franz-Reiner Erkens, Hartmut Wolff: Von Sacerdotium und Regnum – geistliche und weltliche Gewalt im frühen und hohen Mittelalter. Festschrift für Egon Boshof zum 65. Geburtstag. Böhlau, Köln u. a. 2002, ISBN 3-412-16401-1, S. 191–192.
  55. Hanna Liss: Das Buch Tehillim (Psalmen), Heidelberg 2019, S. 419.
  56. Hanna Liss: Das Buch Tehillim (Psalmen), Heidelberg 2019, S. 420.
  57. Christiana Reemts: Schriftauslegung. Die Psalmen bei den Kirchenvätern (= Neuer Stuttgarter Kommentar Altes Testament. Band 33/6). Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2000, S. 17. Vgl. Athanasius: Brief an Marcellinus 2.
  58. Christiana Reemts: Schriftauslegung. Die Psalmen bei den Kirchenvätern (= Neuer Stuttgarter Kommentar Altes Testament. Band 33/6). Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2000, S. 17f. Vgl. Athanasius: Brief an Marcellinus 3–8.27.
  59. Wolfgang Kraus, Martin Karrer (Hrsg.): Septuaginta Deutsch. Das griechische Alte Testament in deutscher Übersetzung. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2009, S. 796.
  60. Wolfgang Kraus, Martin Karrer (Hrsg.): Septuaginta Deutsch. Das griechische Alte Testament in deutscher Übersetzung. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2009, S. 841.
  61. Wolfgang Kraus, Martin Karrer (Hrsg.): Septuaginta Deutsch. Das griechische Alte Testament in deutscher Übersetzung. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2009, S. 773.
  62. Wolfgang Kraus, Martin Karrer (Hrsg.): Septuaginta Deutsch. Das griechische Alte Testament in deutscher Übersetzung. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2009, S. 866.
  63. Wolfgang Kraus, Martin Karrer (Hrsg.): Septuaginta Deutsch. Das griechische Alte Testament in deutscher Übersetzung. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2009, S. 823.
  64. Christiana Reemts: Schriftauslegung. Die Psalmen bei den Kirchenvätern (= Neuer Stuttgarter Kommentar Altes Testament. Band 33/6). Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2000, S. 19f. Vgl: Augustinus: Kommentar zu Psalm 30VUL: „Christus spricht. Er wird zwar einiges in diesem Psalm sprechen, was scheinbar Christus ... nicht recht entspricht ... dennoch spricht ... Christus [diese Worte], weil Christus auch in den Gliedern Christi ist.“
  65. Siegfried G. Richter: Das koptische Ägypten. Schätze im Schatten der Pharaonen. (mit Fotos von Jo Bischof). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2019, ISBN 978-3-8053-5211-6, S. 51.
  66. Siegfried G. Richter. Verwendung von Psalmen im koptischen Christentum. In: E. Zenger (Hg.). Ritual und Poesie. Formen und Orte religiöser Dichtung im Alten Orient, im Judentum und im Christentum (Herders Biblische Studien 36). Freiburg etc. 2003, S. 283–292.
  67. Gawdat Gabra. Der Psalter im oxyrhynchitischen (mesokemischen, mittelägyptischen) Dialekt. Heidelberg 1995, ISBN 3-927552-11-9
  68. Peter Plank: Psalmen/Psalter IV. Liturgischer Gebrauch, 2. Orthodoxe Kirche. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, Tübingen 2003, Sp. 1779–1780.
  69. Angelus HäußlingIV. Liturgischer Gebrauch, 1. Katholische Kirche. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, Tübingen 2003, Sp. 1778–1779.
  70. Jean Calvin u. Eberhard Busch, Der Psalmenkommentar. Eine Auswahl = Calvin-Studienausgabe. Hrsg. von Eberhard Busch; Bd. 6, Neukirchen-Vluyn 2008, S. 21
  71. Generalaudienz, 22. Juni 2011, Benedikt XVI. Website des Vatikans. Abgerufen am 22. Januar 2012. Vergleiche dazu: Romano Guardini: Vorschule des Betens. (1943) Leipzig 1960, S. 128: „Der Geist Gottes hat sie [resp. die Psalmen] entstehen lassen, damit sie den anderen zu einer Schule des Gebetes würden.“