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Ostheim (Westheim)

Ortsteil der Gemeinde Westheim

Ostheim ist ein Ortsteil der Gemeinde Westheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen in Mittelfranken.

Ostheim
Gemeinde Westheim
Wappen von Ostheim
Koordinaten: 49° 1′ 22″ N, 10° 41′ 28″ O
Höhe: 465 (461–476) m
Einwohner: 391 (27. Mai 1970)
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 91747
Vorwahl: 09833
Ostheim (Bayern)
Ostheim

Lage von Ostheim in Bayern

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Das Pfarrdorf liegt am Rand des Hahnenkamms, etwa 12 km südlich von Gunzenhausen. Der Bruckbach, ein linker Zufluss der Wörnitz, fließt hindurch. Rund einen Kilometer südöstlich des Ortes befindet sich der Rechenberg, wo im 19. Jahrhundert Eisenerz abgebaut wurde. In der näheren Umgebung entspringen zahlreiche kleinere Bachläufe. Durch den Ort führt die Bundesstraße 466.

GeschichteBearbeiten

Ähnlich wie bei Hüssingen finden sich auch in der Gegend um Ostheim Siedlungsspuren aus der Jungsteinzeit. Um 90 n. Chr. wurde von den Römern eine Verbindungsstraße gebaut, die dem heutigen Verlauf der Bundesstraße 466 von Oettingen nach Gnotzheim entspricht. An dieser Straße gründeten die Franken im 7. oder 8. Jahrhundert Ostheim, das um 750 erstmals urkundlich erwähnt wird. Um 800 gehört es mit Westheim und Geilsheim zu einer Königsmark Karls des Großen.

Ab Mitte des 12. Jahrhunderts war in Ostheim ein örtlicher Adel ansässig, dessen Name aber nicht überliefert ist. Es folgen die Herren von Rechenberg, die Truchsesse der Grafen von Truhendingen sind. Sie errichteten auf einem nahe liegenden Berg, der heute Rechenberg genannt wird, die Burg Rechenberg. Nach dem Aussterben der Rechenberger geht der Besitz an die Markgrafen von Ansbach über. Von der Burg ist heute nur noch das Fundament übrig geblieben.

Seit dem 14. Jahrhundert hat Ostheim eine Kirche, die als Chorturmkirche errichtet und der Gottesmutter Maria geweiht wurde. 1405 belehnte der Burggraf von Nürnberg seine Truchsessen zu Rechenberg mit dem Patronatsrecht dieser Kirche. Als die Ortsherren von Ostheim, die Familie Fuchs von Bimbach zu Mörn, 1630 an das Fürstentum Ansbach verkauften, wurde das Gotteshaus protestantisch.[1]

Während des Bauernkriegs kam es bei Ostheim am 7. Mai 1525 zu einer großen Schlacht, in der aufständische Bauern von den Soldaten des Ansbacher Markgrafen Kasimir geschlagen wurden.

Mit dem bayerischen Gemeindeedikt (1808) wurde Ostheim eine politische Gemeinde. Diese wurde am 1. Mai 1978 anlässlich der Gebietsreform nach Westheim eingemeindet.[2]

1987 hat Ostheim beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ eine Bronze-Medaille erhalten.

In den Jahren 1996 bis 1999 sowie 2001 und 2003 veranstalteten jugendliche Ostheimer das Open Air Festival Hippie-Fete. Seit dem Jahr 2009 ist Ostheim Bioenergiedorf.[3]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 
Ostheim von Südosten Richtung Hesselberg
  • 1910: 476 Einwohner[4]
  • 1933: 423 Einwohner
  • 1939: 403 Einwohner[5]
  • 1961: 460 Einwohner[2]
  • 1970: 391 Einwohner[2]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Im ehemaligen Pfarrhaus befindet sich das Jugendhaus des Dekanats Heidenheim.

VerkehrBearbeiten

Durch Ostheim verläuft die B 466, die nach Westheim und Gnotzheim führt. Die Staatsstraße St 2218 führt nach Geilsheim und Heidenheim, die Kreisstraße WUG 29 zur Staatsstraße St 2384 nahe der Balsenmühle.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

  • Georg Rosenbauer (* 1941), CSU-Politiker, bayerischer Abgeordneter und ehemaliger Landrat des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Pastoralblatt des Bistums Eichstätt, 5 (1858), S. 97
  2. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 731.
  3. Bioenergiedorf Ostheim eG
  4. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Königreich Bayern – Regierungsbezirk Mittelfranken – Bezirksamt Gunzenhausen. Auf: gemeindeverzeichnis.de
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Gunzenhausen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).