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Westheim (Weißenburg-Gunzenhausen)

Gemeinde im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen in Bayern
(Weitergeleitet von Westheim (Mittelfranken))
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Westheim
Westheim (Weißenburg-Gunzenhausen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Westheim hervorgehoben

Koordinaten: 49° 0′ N, 10° 40′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Weißenburg-Gunzenhausen
Verwaltungs­gemeinschaft: Hahnenkamm
Höhe: 439 m ü. NHN
Fläche: 28,32 km2
Einwohner: 1171 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 41 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91747
Vorwahlen: 09082, 09833Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WUG, GUN
Gemeindeschlüssel: 09 5 77 179
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Ringstr. 12
91719 Heidenheim
Website: www.westheim.info
Bürgermeister: Helmut Schindler (Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Westheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
GunzenhausenAbsbergAlesheimMuhr am SeeBergen (Mittelfranken)BurgsalachDittenheimEttenstattHaundorfHeidenheim (Mittelfranken)HöttingenLangenaltheimMarkt BerolzheimMeinheimNennslingenPappenheimPfofeldPolsingenSolnhofenTheilenhofenTreuchtlingenWeißenburg in BayernWestheimRaitenbuchPleinfeldGnotzheimEllingenLandkreis Donau-RiesLandkreis RothLandkreis AnsbachLandkreis EichstättKarte
Über dieses Bild
Westheim (Mittelfranken), Luftaufnahme (2016)
Hauptstraße in Westheim

Westheim ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Hahnenkamm mit Sitz in Heidenheim.

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Westheim liegt im Westen des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen in der Region Westmittelfranken, rund 14 Kilometer Luftlinie südwestlich von Gunzenhausen und nahe dem Mittelgebirge Hahnenkamm, einem Höhenzug der Fränkischen Alb. Größere Orte in der Nähe sind Wassertrüdingen (6 km) und Oettingen (7 km). Der Bruckbach, ein Nebenfluss der Wörnitz, durchfließt den Ort. Weiteres Gewässer auf dem Gebiet der Gemeinde ist der Lothbach, besonders im Norden gibt es zahlreiche Gräben und kleine Bachläufe. Südwestlich befindet sich das Naturschutzgebiet Auwald bei Westheim. Im Auwald befindet sich der westlichste Punkt des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen. Westheim liegt direkt auf dem 49. Breitengrad.

NachbargemeindenBearbeiten

Die Nachbargemeinden sind:

Wassertrüdingen Gnotzheim, Wassertrüdingen Heidenheim
Wassertrüdingen, Auhausen, Hainsfarth   Heidenheim
Hainsfarth Hainsfarth, Polsingen, Heidenheim

GemeindegliederungBearbeiten

Westheim besteht aus fünf amtlichen Ortsteilen:[2]

GeschichteBearbeiten

 
Männergrab (Nr. 24) aus dem Gräberfeld von Westheim mit Franziska, Schild-Buckel und Griff, Lanzenspitze, Münze des Gotenkönigs Athalarich (526–534) und römischen Mosaiksteinchen (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg)

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

In der „Mehlbuck“ wurde eines von drei frühmerowingischen Gräberfeldern innerhalb der Gemarkung Westheims entdeckt. Es gilt oft als frühester Nachweis der Franken in Mittelfranken. Das Gräberfeld stand allerdings sicher nicht in direktem Zusammenhang mit dem heutigen Ort Westheim, sondern mit einer Siedlung im Bereich des höher gelegenen Geländes über der Flussniederung, wo sich die zwei alten Römerstraßen Geilsheim-Hüssingen und Gunzenhausen-Nördlingen kreuzten. Die ursprünglich über 250 Gräber beinhalten Männer-, Frauen-, und Kinderbestattungen sowie zwei Pferdebestattungen. Das Gräberfeld wurde spätestens vom Beginn des 6. Jahrhunderts (um 520–530) bis mindestens in die zweite Hälfte des 7. Jahrhunderts benutzt. Anschließend scheint der Ort wüst gefallen zu sein, bevor die Beigabensitte in Süddeutschland endet. Auffällig ist die hohe Zahl typisch fränkischer Waffen, wie Franziska und Ango, sowie die neun Münzgräber. Darunter waren drei römische Denare aus dem 3. Jahrhundert und fünf gotische Halb-Siliquen von Athalarich, Witiges und Totila, die vermutlich als Charonspfennige dienten.[3]

Weiterhin wurden am Ortsrand von Westheim die Überreste einer kleinen frühmittelalterlichen Kirche entdeckt. Sie wurde um das Jahr 600 gebaut und stellt damit zusammen mit der Sola-Basilika in Solnhofen eine der ältesten Kirchen der Region dar. Mittlerweile wurde eine Rekonstruktion der Kirche errichtet, die besichtigt werden kann. Um die Kirche befand sich einst wohl die Siedlung, zu der das Gräberfeld gehört haben dürfte. Mit der Einrichtung eines Königshofes in Westheim verlor die ältere Siedlung jedoch an Bedeutung und wurde schließlich zugunsten der Siedlung um die Kirche St. Pankratius aufgegeben.[4]

Westheim gehörte zum 1792 von Preußen erworbenen Fürstentum Ansbach, das ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis gehörte. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zum Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständigen Gemeinden Hüssingen und Ostheim eingegliedert.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Ortschaft Westheim
  • 1910: 0661 Einwohner[6]
  • 1933: 0631 Einwohner
  • 1939: 0572 Einwohner[7]
  • 1961: 0625 Einwohner[5]
  • 1970: 0594 Einwohner[5]
  • 2008: 0978 Einwohner
Gemeinde Westheim (heutiges Gemeindegebiet)
  • 1961: 1339 Einwohner[5]
  • 1970: 1246 Einwohner[5]
  • 1987: 1208 Einwohner
  • 1991: 1243 Einwohner
  • 1995: 1254 Einwohner
  • 2000: 1230 Einwohner
  • 2005: 1189 Einwohner
  • 2010: 1152 Einwohner
  • 2015: 1141 Einwohner

PolitikBearbeiten

Dem Gemeinderat, gewählt bei der Kommunalwahl 2014, gehören zwölf Mitglieder an. Sie verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Wählergemeinschaften:[8]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
Wählergemeinschaft Westheim 43,2 % 5
Wählergemeinschaft Hüssingen 25,1 % 3
Ostheimer Bewerber 31,7 % 4

Die Wahlbeteiligung lag bei 81,3 %.

Bürgermeister ist Helmut Schindler. Er wurde im Jahr 2015 Nachfolger von Günther Oberhauser.

BaudenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 548.000 Euro, davon waren umgerechnet 99.000 Euro (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

Im Jahr 1998 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 111 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 233 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 420. Im verarbeitenden Gewerbe und im Bauhauptgewerbe gab es je einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 72 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1742 Hektar, davon waren 1174 Hektar Ackerfläche und 568 Hektar Dauergrünfläche.

VerkehrBearbeiten

Westheim wird von der Bundesstraße 466 von Gunzenhausen nach Nördlingen durchquert. Die Kreisstraße WUG 30 führt nach Hüssingen, eine Gemeindestraße nach Auhausen.

BildungBearbeiten

Im Jahr 1999 gab es 50 Kindergartenplätze mit 51 Kindern.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Westheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek Online
  3. Andreas Kraus: Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts. Bd. 3/1. Reihe: Handbuch der bayerischen Geschichte, Gesamtwerk in 4 Bänden: Handbuch der bayerischen Geschichte, 4 Bde. in 6 Tl.-Bdn., C. H. Beck, 3., neubearb. A. (1997). (S. 58 ff.)
  4. Frühmittelalterliche Kirche Westheim auf der Seite www.fraenkisches-seenland.de
  5. a b c d e Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 731.
  6. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Königreich Bayern – Regierungsbezirk Mittelfranken – Bezirksamt Gunzenhausen. Auf: gemeindeverzeichnis.de
  7. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Gunzenhausen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  8. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen am 30. Juli 2017