Nord bei Nordwest – Der wilde Sven

Film der Filmreihe Nord bei Nordwest

Nord bei Nordwest – Der wilde Sven ist ein deutscher Fernsehfilm von Jochen Alexander Freydank aus dem Jahr 2015. Es handelt sich um die zweite Folge der ARD-Kriminalfilmreihe Nord bei Nordwest mit Hinnerk Schönemann und Henny Reents in den Hauptrollen.

Episode der Reihe Nord bei Nordwest
TitelDer wilde Sven
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
Aspekt Telefilm-Produktion
Länge89 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
EinordnungEpisoden 2 (Liste)
Erstausstrahlung22. Oktober 2015 auf Das Erste
Stab
RegieJochen Alexander Freydank
DrehbuchHolger Karsten Schmidt
ProduktionClaudia Schröder
MusikStefan Hansen
KameraPhilipp Timme
SchnittBernd Schriever
Besetzung
Chronologie

← Vorgänger
Nord bei Nordwest – Käpt’n Hook

Nachfolger →
Nord bei Nordwest – Estonia

HandlungBearbeiten

Hauke Jacobs ist gut in seinen Neuanfang als Tierarzt in dem Ostseestädtchen Schwanitz gestartet. Seine neuste Patientin ist eine Kuh, die nicht mehr fressen will und deren Besitzer mit der Notschlachtung droht. Für ihn ist der Fluch des Wilden Sven daran schuld, denn der Tierarzt kann keine organische Ursache entdecken. Haukes Assistentin, Jule Christiansen, erklärt ihm, dass vor über 1000 Jahren die Bürger von Schwanitz den Wikingeranführer in eine Falle gelockt hatten. Als der Wilde Sven dann an einem 24. Februar hingerichtet wurde, hatte er alle Schwanitzer verflucht und seitdem würde er sich alle sieben Jahre zwei von ihnen holen. Kaum hatte ihm Jule das erzählt, klingelt auch schon Haukes Handy. Die Ortspolizistin Lona Vogt bittet ihn, für den gerade nicht erreichbaren Dorfarzt einzuspringen und eine Leichenschau vorzunehmen. Verwirrt sagt er zu. Noch verwirrter ist er, als er feststellen muss, dass Oliver Selchow ertrunken sein muss, doch er liegt auf seinem Bett. Somit muss ihn jemand dorthin getragen haben. Trotz vereinbarten Stillschweigens macht die Nachricht vom ersten Toten schnell die Runde im Dorf.

Da sich Lona Vogt eine Prellung am Fuß zugezogen hat, bittet sie Hauke, sie für die nächsten Tage zu unterstützen, da sie im Moment nicht Autofahren kann. Sie berichtet ihm von Melanie Bittner, die vor sieben Jahren Opfer des Wilden Sven geworden war. Sie war mit drei Männern auf Bootstour gegangen und am nächsten Tag tot an Land gespült worden. Oliver Selchow, der Tote von heute, war einer dieser Männer. Ein zweiter hatte sich einen Tag nach Melanies Tod erhängt. Somit ermitteln Lona und Hauke vorerst in dieser Richtung. Sie befragen Melanies Mutter, die zwar einräumt, dass sie sich zu gern an den Schuldigen gerächt hätte, doch wenn, dann wäre dies schon vor sieben Jahren passiert. Das leuchtet Lona ein und sie will sich noch einmal um das persönliche Umfeld des Opfers kümmern. So fällt ihr ein Arzttermin auf, den Selchow sich notiert hatte. Sie befragt den behandelnden Arzt, von dem sie erfährt, dass Selchow schwer krebskrank war und anstatt sofort in die Klinik zu gehen, es vorgezogen hätte, zu beichten. So wird der Pfarrer Schlagmann befragt, der zwar ein seelsorgerisches Gespräch mit Selchow bestätigt, aber auch auf seine Schweigepflicht verweist. Dennoch bestätigt er indirekt Lonas Vermutung, dass die drei Männer eine Schuld am Tod des Mädchens traf, denn sie hatten Melanie einfach über Bord geworfen. Damit nun nicht auch noch Jörn Overkott, der dritte der Männer, Opfer des Mörders wird, will Lona ihn so lange „verstecken“, bis sie den Täter festgenommen hat. Alles spricht dafür, dass es sich dabei um Björn Bittner handelt, denn nach Auswertung der Spuren wurde ein Haar an Selchows Leiche gefunden, das mit hoher Wahrscheinlichkeit von Melanies Vater stammt. Lona und Hauke wollen ihm deshalb eine Falle stellen und in Overkotts Haus auf ihn warten. Dabei wird ihnen klar, dass die eigentliche Lösung mit Selchows „Beichte“ zu tun haben muss, da erst danach der Mord geschah. Als sie den Pfarrer aufsuchen wollen, ist dieser gerade zusammen mit Overkott und dessen Motoryacht aufs Meer gefahren. In der Kirche treffen sie jedoch Claudia Bittner und erfahren so, dass der Pfarrer in Wahrheit Melanies leiblicher Vater war und daher Selchow nach dessen Geständnis vor Wut im Taufbecken ertränkt hatte.

Lona alarmiert die Küstenwache und nimmt zusammen mit Hauke die Verfolgung auf. Sie können gerade noch verhindern, dass der Pfarrer Overkott ins Meer wirft. Beide können festgenommen werden, doch gibt es dennoch ein zweites Opfer des Wilden Sven: Björn Bittner. Die Erinnerung an Melanie, die durch die aktuellen Ereignisse wieder aufgefrischt wurde, haben ihn dazu getrieben, sich zu erhängen. Aber für die Kuh Gabi gibt es Hoffnung, denn Hauke hatte herausgefunden, dass sie auf dem Hof des Vorbesitzers täglich mit Musik „beschallt“ wurde, was ihr nun fehlt, und sie deshalb das Fressen verweigert.

HintergrundBearbeiten

Hauke Jacobs äußert in dieser Episode, dass er in Schwanitz untergetaucht ist und sich „versteckt“ hält, weil er zu einem Prozess als Kronzeuge aussagen soll.

RezeptionBearbeiten

EinschaltquoteBearbeiten

Die Erstausstrahlung von Nord bei Nordwest – Der wilde Sven am 22. Oktober 2015 im Ersten erreichte 4,68 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 14,7 Prozent. Bei der Wiederholung am 27. Dezember 2016 stiegen die Werte sogar auf 5,18 Millionen Zuschauer (15,3 Prozent MA).[1]

KritikBearbeiten

Rainer Tittelbach von tittelbach.tv meinte: Nord bei Nordwest – Der wilde Sven nimmt der Serie „ein bisschen den Fahrtwind aus den Segeln – und vertröstet den Zuschauer auf später. Das erotische Versprechen jedenfalls, das der Auftakt ‚Käpt’n Hook‘ gab und die Top-Besetzung immer noch gibt, löst ‚Der wilde Sven‘ leider (noch) nicht ein. Dafür gibt es andere starke Momente. Und auch die Idee mit Fluch und Spuk ist zumindest im Ansatz erfreulich.“ „Der Erzählrhythmus des Films ist gemäß der Landschaft eher gemächlich. Die ständigen Wetterumschwünge beim Drehen im Winter haben es sichtlich erschwert, dem Film eine einheitliche Atmosphäre zu geben.“[1]

Bei der FAZ schrieb Oliver Jungen: „Komödie, Schnulze oder Krimi? Das ist die Frage, wenn das öffentlich-rechtliche Fernsehen einen Film dreht. ‚Nord bei Nordwest – Der wilde Sven‘ zeigt, was dabei alles schiefgehen kann. Da ertrinkt einer sogar in seinem Bett.“ Ansonsten „geht die Handlung beinahe vollständig im Küstennebel unter, dem hier mittels Digitaltechnik und Rauchbomben kräftig nachgeholfen wird.“[2]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Rainer Tittelbach: Schönemann, Reents, Lohse, Schmidt, Freydank. Tücken des horizontalen Erzählens Filmkritik bei tittelbach.tv, abgerufen am 6. März 2017.
  2. Oliver Jungen: Diese Wikingersage geht auf kein Kuhfell bei faz.net, abgerufen am 6. März 2017.