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Nina Scheer (2019)

Nina Scheer (* 11. September 1971 in Berlin)[1] ist eine deutsche Umwelt- und Energiepolitikerin[2] der SPD, Vorstand der Hermann-Scheer-Stiftung[3] und seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages. Sie ist die Tochter des langjährigen SPD-Bundestagsabgeordneten Hermann Scheer.

Leben und WirkenBearbeiten

Scheer erlangte 1991 in Bonn ihr Abitur und studierte anschließend an der Folkwang Universität der Künste in Essen Musik mit dem Hauptfach Violine. Das Studium schloss sie 1996 mit der künstlerischen Abschlussprüfung ab und studierte anschließend an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Rechtswissenschaft. Das erste Staatsexamen legte sie 2001 ab. 2008 wurde sie an der Universität Leipzig mit einer Dissertation zum Thema „Welthandelsfreiheit vor Umweltschutz?“ im Fach Politikwissenschaft promoviert.

Sie war von 1993 bis 1996 Violinistin des Folkwang Kammerorchester Essen und von 1996 bis 2004 freiberufliche Violinistin. Von 1997 bis 2002 war sie freie Mitarbeiterin der Zeitschrift für Neues Energierecht, von 2006 bis 2007 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bundestagsabgeordneten Marco Bülow und von 2007 bis 2013 Geschäftsführerin von Unternehmensgrün.

Scheer lebt in Geesthacht. Sie ist ledig und hat eine Tochter.[4][5]

EngagementBearbeiten

Nina Scheer ist ehrenamtlicher Vorstand der Hermann-Scheer-Stiftung, Jurymitglied zur Vergabe des Deutschen Solarpreises (Eurosolar), Mitglied des Studienbeirats im Master-Studiengang Nachhaltigkeits- und Qualitätsmanagement an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin.[6] Sie gehört dem Committee of Chairpersons des Weltrats für Erneuerbare Energien, WCRE, an. Sie ist Mitglied des Beirates der Bundesnetzagentur und ist Mitglied des Kuratoriums der Stiftung „Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung“.[7]

PolitikBearbeiten

Seit 1987 ist Scheer SPD-Mitglied. Sie ist Mitglied der Grundwertekommission der SPD.[7]

Zur Bundestagswahl 2013 hat die SPD Schleswig-Holstein Scheer für den Wahlkreis Herzogtum Lauenburg – Stormarn-Süd als Direktkandidatin aufgestellt.[8] Diesen Wahlkreis gewann jedoch Norbert Brackmann von der CDU. Scheer zog über die Landesliste Schleswig-Holstein in den Deutschen Bundestages ein. In der 18. Wahlperiode war sie Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie. Eines ihrer Schwerpunktthemen ist die Energiewende.[9]

Bei der Bundestagswahl 2017 zog sie erneut über die Landesliste Schleswig-Holstein in den Bundestag ein. Im Wahlkreis Herzogtum Lauenburg – Stormarn-Süd unterlag sie erneut Norbert Brackmann von der CDU. In der 19. Wahlperiode ist sie Mitglied im Rechtsausschuss, im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung, dessen stellvertretende Vorsitzende sie ist. Außerdem ist sie stellvertretende Sprecherin der Fraktionsarbeitsgruppe Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Im Juli 2019 gab sie ihre Kandidatur als SPD-Vorsitzende im Duo mit ihrem Parteikollegen Karl Lauterbach bekannt.[10][11]

Scheer sprach sich für die Abschaffung des § 219a StGB (Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft) für den Fall aus, dass die im Februar 2019 beschlossene Neufassung der Norm nicht funktionieren oder sich die Situation gar verschlechtern sollte.[12]

SchriftenBearbeiten

  • Welthandelsfreiheit vor Umweltschutz?, Ponte Press, Bochum 2008, ISBN 978-3-920328-52-2 (zugl. Leipzig, Univ., Diss., 2008)
  • Energiewende fortsetzen – Regenerative Vollversorgung vor dem Durchbruch, Vorwärts-Buch, Berlin 2012, ISBN 978-3-86602-751-0
  • Handel braucht Wandel. Für eine Neuausrichtung der europäischen Handelspolitik, Ponte Press, Bochum 2015, ISBN 978-3-920328-74-4

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. GND 136110428
  2. Pitt von Bebenburg: MODELLSTADT IN CHINA - Ein "neues Wunder" mit deutscher Hilfe. In: www.fr-online.de. 2. September 2014, abgerufen am 4. Oktober 2014.
  3. Über die Stiftung. In: www.hermann-scheer-stiftung.de. Abgerufen am 27. September 2014.
  4. Zur Person: Dr. Nina Scheer. www.nina-scheer.de, 21. Februar 2013, abgerufen am 19. September 2019.
  5. Der Wahlkreis 10. www.nina-scheer.de, 21. Februar 2013, abgerufen am 19. September 2019.
  6. Mitglieder der SPD-Grundwertekommission (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive) In: Spd.de, abgerufen am 3. Juni 2015
  7. a b Abgeordnetenbiographie auf der Homepage des Deutschen Bundestages, abgerufen am 2. Dezember 2018.
  8. Nina Scheer ist Direktkandidatin im Wahlkreis 10. In: www.peter-eichstaedt.de. 1. Dezember 2012, abgerufen am 4. Oktober 2014.
  9. Nina Scheer im Interview mit Klaus Oberzig und Gerd Stadermann: Im Gespräch mit Nina Scheer. Die Folge des Erfolgs: Warum die Wärmewende bisher ausgeblieben ist. (Nicht mehr online verfügbar.) www.dgs.de, 24. März 2016, archiviert vom Original am 13. Juni 2016; abgerufen am 13. Juni 2016.
  10. Neuaufstellung der Sozialdemokraten: Nina Scheer und Karl Lauterbach wollen SPD-Parteichefs werden. In: Spiegel Online. 12. Juli 2019 (spiegel.de [abgerufen am 12. Juli 2019]).
  11. Anja Maier: Karl Lauterbach zum SPD-Vorsitz: „Wir trauen uns das zu“. In: Die Tageszeitung: taz. 14. Juli 2019, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 14. Juli 2019]).
  12. Patricia Hecht: SPD-Politikerin über 219a: „Die Liste funktioniert nicht“. In: Die Tageszeitung. 9. August 2019, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 10. August 2019]).