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GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Niedereschach liegt im Eschachtal am Ostrand des Schwarzwalds zwischen 620 und 720 Meter Höhe zwischen der Kreisstadt Villingen-Schwenningen und der Stadt Rottweil.

NachbargemeindenBearbeiten

Die Gemeinde grenzt im Norden an Zimmern ob Rottweil und im Osten an Deißlingen, beide im Landkreis Rottweil, im Süden an Dauchingen und Villingen-Schwenningen und im Westen an Königsfeld im Schwarzwald. Im direkten Umfeld liegen Kappel, Schabenhausen, Fischbach und Dauchingen.

GeschichteBearbeiten

Bereits in der Römerzeit war die Niederschacher Gemarkung als Teil der Provinz Obergermanien bereits besiedelt, wie archäologische Funde zeigen.[2] Im Jahre 1086 wurde Niedereschach erstmals urkundlich erwähnt. Im Verlaufe der Geschichte war Niedereschach Besitztum der Klöster Gengenbach, St. Georgen und der Freien Reichsstadt Rottweil. 1805 wurde das Dorf württembergisch und kam 1810 zu Baden.

Außerdem soll auf dem Berg zwischen Fischbach und Schabenhausen das Schloss Granegg gestanden haben, das es im Mittelalter noch gab. Nach diesem Schloss wurde eine Straße benannt, die Graneggstraße.

PolitikBearbeiten

VerwaltungsgemeinschaftBearbeiten

Die Gemeinde gehört der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Villingen-Schwenningen an.

GemeinderatBearbeiten

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis[3]. Die Wahlbeteiligung betrug 52,1 % (2009: 54,4 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

  1. CDU 48,8 %, 9 Sitze – (2009: 46,6 %, 7 Sitze)
  2. FWV 41,2 %, 6 Sitze – (2009: 27,7 %, 4 Sitze)
  3. Liste für Bürgerbeteiligung und Umweltschutz Niedereschach 0,0 %, 0 Sitze – (2009: 16,5 %, 2 Sitze)
  4. SPD 0,0 %, 0 Sitze – (2009: 9,3 %, 1 Sitz)

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Niedereschach umfasst neben der Stadt selbst noch drei weitere Stadtteile sowie 33 Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Häuser.

Stadtteil Wappen Eingemeindung Einwohner
Fischbach   01.07.1974 1155
Kappel   01.01.1974 978
Schabenhausen   01.12.1971 552

Zur Gemeinde Niedereschach in den Grenzen vor der Gemeindereform in den 1970er Jahren gehören das Dorf Niedereschach, die Höfe Klosterhof (vormals Seyhof) und Mühle und die Häuser Am Eichenberg, An der Schabenhäuserhalde, Bubenholz, Ebersteinerhof, Oberer Vogelsang, Pulvermühle, Schloß Graneck (Schlossbauern) und Vogelsang.[4]

BürgermeisterBearbeiten

2010 wurde der Rechtsanwalt Martin Ragg bei vier Mitbewerbern im ersten Wahlgang zum Nachfolger von Otto Sieber gewählt, dieser hatte das Amt 40 Jahre bekleidet.[5]

WappenBearbeiten

Beschreibung: „In Blau ein silberner Fisch, auf diesem aufsitzend ein fünfblättriger goldener Eschenzweig.“

GemeindepartnerschaftBearbeiten

Seit 2002 pflegt Niedereschach eine Gemeindepartnerschaft mit der Gemeinde Arzúa in Spanien.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Der Ort liegt an der Deutschen Uhrenstraße, der Römerstraße Neckar-Alb-Aare und am Schwarzwald-Querweg Rottweil–Lahr, die alle an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführen.

Vom Niedereschacher Teilort Fischbach-Sinkingen führt ein landschaftlich reizvoller Höhenweg zu einer der ungewöhnlichsten römischen Anlagen im Südwesten. An der höchsten Stelle eines langgestreckten Bergrückens zwischen zwei Flusstälern liegt die Villa rustica, ein mächtiger Risalitbau mit meterdicken Mauern, flankiert von zwei symmetrisch angeordneten und äußerlich gleich großen, ausgedehnten Wirtschaftsbereichen.

 
Badehaus der Römervilla

In einiger Entfernung südlich findet man, unterhalb der Villa in einen Steilhang eingeschnitten, eine gut erhaltene Therme von außergewöhnlichen Ausmaßen, die von Luxus und Reichtum eines der ehemaligen Besitzer, Lucius Marius Victor, zeugt. Das Bad besitzt zwei getrennte Heizsysteme, Wannen, eine raffinierte Latrine und eine große Sonnen-Südterrasse. Weitere noch nicht ausgegrabene Wohngebäude mit aufwändigen Hangmauern lassen die einstigen Ausmaße der Gesamtanlage nur erahnen. Der Weg und die einzelnen Sehenswürdigkeiten sind gut beschildert.

ParksBearbeiten

Im Ortsteil Kappel befindet sich eine kleine Parkanlage mit Streichelzoo.

SchaubergwerkeBearbeiten

In den Ortsteilen von Niedereschach können zwei Bergwerke aus dem Mittelalter besichtigt werden, in Kappel der Stollen Karl im Mailänder, in Schabenhausen der Stollen Otto am Kohlerberg.[6]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Die Gemeinde Niedereschach ist im Vergleich zu anderen Umlandgemeinden hervorragend wirtschaftlich und infrastrukturell ausgeprägt. Erkennbar ist dies zum Einen an dem großen Industriegebiet im Niedereschacher Osten, zum Anderen an der guten Verkehrsanbindung in Richtung Stuttgart/Singen bzw. Offenburg. Die Gemeinde verfügt über zwei Banken, zwei Allgemeinärzte, zwei Zahnärzte, zwei Praxen für Physiotherapie, zwei Supermärkte, eine Bäckerei, mehrere Backshops, zwei Kirchengemeinden, vier Kindergärten, eine Säuglingsbetreuungsgruppe.

VerkehrBearbeiten

Der ÖPNV in Niedereschach wird vom Verkehrsverbund Schwarzwald-Baar gewährleistet.

Ortsansässige BetriebeBearbeiten

BildungBearbeiten

In Niedereschach besteht in Kooperation mit der Nachbargemeinde Deißlingen eine Gemeinschaftsschule, die Grund-, Haupt-, Realschule und Gymnasium in einem Haus vereint. Neben dem Standort in Deißlingen hat die Schule auch eine Zweigstelle in Fischbach. Kappel verfügt über eine eigene Grundschule.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter NiedereschachsBearbeiten

Sonstige PersönlichkeitenBearbeiten

  • Otto Sieber (* 1944), Bürgermeister von Niedereschach 1970 bis 2010[7]
  • Christoph Sieber (* 1970), Sohn von Otto Sieber, Kabarettist, wuchs in Niedereschach auf

WeblinksBearbeiten

  Commons: Niedereschach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

QuellenBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Römer hinterlassen eine Straße voller Spuren, Schwarzwälder Bote vom 9. Juli 2017.
  3. Ergebnis der Kommunalwahlen 2014 im Südkurier (Memento des Originals vom 9. Juli 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/wahl.suedkurier.de
  4. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 601–603
  5. http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.niedereschach-martin-ragg-will-erneut-fuer-amt-kandidieren.2b7a1626-7211-434e-9275-f8a252ee06ce.html
  6. Besucherbergwerke auf der Webpräsenz von Niedereschach
  7. Otto Sieber zum Kabarettabend mit Sohn Christoph: „Auf den Auftritt bin ich sehr gespannt.“ Südkurier vom 29. Juli 2014