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Niğde ist eine türkische Stadt in der Region Zentralanatolien. Sie ist die Provinzhauptstadt der gleichnamigen Provinz Niğde und zugleich Verwaltungssitz des zentralen Landkreises (Merkez) dort. Der Kreis liegt im nördlichen Zentrum der Provinz und nimmt ca. 31 % der Fläche ein. Die Kfz-Kennzeichen der Stadt und der Provinz beginnen mit der Ziffer 51.

Niğde
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Niğde (Türkei)
Red pog.svg
Niğde kalesinden niğde görünümü.JPG
Basisdaten
Provinz (il): Niğde
Koordinaten: 37° 58′ N, 34° 41′ OKoordinaten: 37° 58′ 0″ N, 34° 40′ 45″ O
Höhe: 1300 m
Einwohner: 150.178[1] (2018)
Telefonvorwahl: (+90) 388
Postleitzahl: 51 000
Kfz-Kennzeichen: 51
Struktur und Verwaltung (Stand: 2019)
Gliederung: 26 Mahalle
Bürgermeister: Emrah Özdemir (AKP)
Postanschrift: Yukarı Kayabaşı Mah.
Adliye Cad. No: 1
51100 Niğde
Website:
Landkreis Niğde
Einwohner: 224.289[1] (2018)
Fläche: 2.223 km²
Bevölkerungsdichte: 101 Einwohner je km²
Stadtmitte, rechts Uhrturm der Festung (Kale)

GeographieBearbeiten

Der zentrale Landkreis grenzt im Süden an den Kreis Bor, im Osten an die Kreise Altunhisar und Çiftlik, im Südosten an den Kreis Çamardı sowie an die Provinzen Aksaray im Nordwesten, Nevşehir im Norden und Kayseri im Osten.

Der Kreis besteht neben der Kreisstadt aus 15 Gemeinden (Belediye):

  • Aktaş (2.257 Einw.)
  • Alay (3.360)
  • Bağlama (2.359)
  • Değirmenli (2.132)
  • Dündarlı (2.728)
  • Edikli (5.393 Einw.)
  • Gümüşler (2.148)
  • Hacıabdullah (2.281)
  • Karaatlı (3.519)
  • Kiledere (5.353)
  • Konaklı (3.265 Einw.)
  • Orhanlı (3.336)
  • Sazlıca (3.771)
  • Yeşilgölcük (5.475)
  • Yıldıztepe (2.101)

BevölkerungBearbeiten

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Nachfolgende Tabelle zeigt den vergleichenden Bevölkerungsstand am Jahresende für die Provinz, den zentralen Landkreis und die Stadt Nevşehir sowie den jeweiligen Anteil an der übergeordneten Verwaltungsebene. Die Zahlen basieren auf dem 2007 eingeführten adressbasierten Einwohnerregister (ADNKS).[2]

Jahr Provinz Landkreis Stadt
absolut anteilig (%) absolut anteilig (%) absolut
2018 364.707 61,50 224.289 66,96 150.178
2017 352.727 62,45 220.277 64,01 141.010
2016 351.468 61,65 216.695 63,31 137.194
2015 346.114 60,99 211.092 62,61 132.155
2014 343.898 59,83 205.753 62,20 127.980
2013 343.658 58,66 201.597 61,89 124.774
2012 340.270 58,79 200.044 59,08 118.186
2011 337.553 58,68 198.088 57,74 114.376
2010 337.931 58,03 196.087 55,96 109.724
2009 339.921 57,49 195.407 54,09 105.702
2008 338.447 57,14 193.373 51,93 100.418
2007 331.677 56,98 188.999 53,13 100.418

VolkszählungsergebnisseBearbeiten

Zu den Volkszählungen liegen folgende Bevölkerungsangaben über die Stadt, den Kreis, die Provinz und das Land vor:[3]

Region 1965 1970 1975 1980 1985 1990 2000
Stadt (Şehir) 21.663 26.936 31.844 39.835 49.068 55.035 78.088
zentraler Kreis (Merkez) 98.292 117.025 134.336 148.839 164.226 142.785 177.396
Provinz (İl) 362.444 408.441 463.121 512.071 560.386 305.861 348.081
Türkei 31.391.421 35.605.176 40.347.719 44.736.957 50.664.458 56.473.035 67.803.927

GeschichteBearbeiten

Im Fundament einer Kirche in Andaval (heute Aktaş nordöstlich von Niğde) fand man ein Fragment einer Stele von Saruwanis, Herrscher von Nahitiya aus dem 8. Jahrhundert v. Chr., was mit großer Wahrscheinlichkeit mit dem hethitischen Nahita, also Niğde gleichgesetzt werden kann.[4] In Niğde befinden sich einige Kirchenruinen aus byzantinischer Zeit und etliche Gebäude der Seldschuken und Osmanen. Die Seldschuken bauten Niğde zur Festung aus.

In der Altstadt steht eine Zitadelle, die von Kai Kobad I. (1219–1237) erbaut und um 1470 restauriert wurde. Sie besteht unter anderem aus einem großen achteckigen seldschukischen Turm und einem Uhrturm.

Südlich der Zitadelle liegen die Alâeddin-Moschee aus dem Jahr 1223 und ein überdachter Brunnen Hatıroğlu Çeşmesi von 1267, in dessen Torbogen die Darstellung eines Frauengesichts versteckt ist. (Darstellungen von Menschen sind im Islam eigentlich verboten.)

Der Basar stammt aus dem 17. Jahrhundert, daneben liegt die Sungur Bey Moschee, die 1335 vom mongolischen Statthalter Seyfeddin Sungur erbaut und im 18. Jahrhundert umgebaut wurde.

Im Museum von Niğde befinden sich Exponate aus römischer, byzantinischer, Stein- und Bronzezeit, darunter die nahe dem Burgberg in der heutigen Dışarı Camii gefundene Stele des Wettergottes. Im Dorf Küçükköy, etwa acht Kilometer nordwestlich, liegt die Kirche von Küçükköy mit teilweise erhaltenen Fresken.

UmgebungBearbeiten

In dem Vorort Eski Gümüş steht ein sehr gut erhaltenes kappadokisch-christliches Kloster mit Felsenkirche und Fresken.

KlimatabelleBearbeiten

Niğde (1211 m)
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
31
 
5
-5
 
 
31
 
6
-4
 
 
33
 
11
0
 
 
43
 
17
5
 
 
46
 
22
9
 
 
25
 
26
12
 
 
5.7
 
29
15
 
 
5.3
 
30
15
 
 
7.6
 
26
11
 
 
30
 
20
6
 
 
39
 
13
1
 
 
42
 
7
-3
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: Staatliches Meteorologisches Amt der Türkischen Republik, Normalperiode 1981–2010
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Niğde (1211 m)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,9 5,9 11,2 16,9 21,5 26,0 29,4 29,7 25,9 19,7 12,5 7,0 Ø 17,6
Min. Temperatur (°C) -4,5 -3,8 0,0 4,8 8,6 12,3 15,2 14,9 10,7 6,4 1,2 -2,5 Ø 5,3
Temperatur (°C) -0,3 0,6 5,2 10,8 15,3 19,7 22,9 22,7 18,2 12,4 6,0 1,7 Ø 11,3
Niederschlag (mm) 31,2 31,0 33,4 42,5 46,4 24,5 5,7 5,3 7,6 30,4 39,3 41,8 Σ 339,1
Sonnenstunden (h/d) 3,9 4,8 6,0 7,1 8,8 11,0 12,0 11,4 10,0 7,4 5,2 3,8 Ø 7,6
Regentage (d) 9,6 10,4 10,6 11,4 12,2 6,7 2,3 1,7 2,8 7,0 8,5 10,5 Σ 93,7
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
4,9
-4,5
5,9
-3,8
11,2
0,0
16,9
4,8
21,5
8,6
26,0
12,3
29,4
15,2
29,7
14,9
25,9
10,7
19,7
6,4
12,5
1,2
7,0
-2,5
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
31,2
31,0
33,4
42,5
46,4
24,5
5,7
5,3
7,6
30,4
39,3
41,8
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Seit dem 31. August 1996 besteht eine Städtepartnerschaft zur deutschen Stadt Melle in Niedersachsen.

EinzelnachweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Niğde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien