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Navistar

US-amerikanischer Nutzfahrzeughersteller
Navistar

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN US63934E1082
Gründung 1902/1986[1]
Sitz Lisle, Vereinigte Staaten
Leitung Troy Clarke (Präsident, CEO und Chairman)[2]
Mitarbeiterzahl 14.000[3]
Umsatz 10,250 Mrd. US-Dollar[4]
Branche Nutzfahrzeuge
Website www.navistar.com
Stand: 31. Oktober 2018

International LoneStar Jahr 2010

Navistar ist ein US-amerikanischer Nutzfahrzeughersteller mit Hauptsitz in Lisle in der Metropolregion Chicago.

GeschichteBearbeiten

Anfang der 1980er Jahre kam der amerikanische International-Harvester-Konzern nach einer weltweiten Expansion in finanzielle Schwierigkeiten. Der Bereich Landwirtschaft wurde 1984 an Tenneco verkauft und dort mit der Case Corporation zur Case-IH zusammengeschlossen. Die erworbenen Firmen DAF, ENASA, Seddon Atkinson und Pacific mussten wieder verkauft werden. 1986 führte eine notwendige Umorganisation zur Gründung der Navistar International Transport Corporation.

2005 gründete Navistar in Indien gemeinsam mit Mahindra & Mahindra Limited das Joint-Venture Mahindra International, um Lkw und Busse für den indischen Markt zu produzieren.[5] Ebenfalls 2005 erwarb Navistar von der GVW Group in Highland Park (Illinois) die Firma GVW Parts, welche OES-Ersatzteile und Zubehör für Lkw, Busse und Freizeitfahrzeuge vertreibt. Außerdem übernahm Navistar ebenfalls von GVW Workhorse Custom Chassis, ein Spezialist für Fahrgestelle von Wohnmobilen, Autobussen und Nutzfahrzeugen auf GM-Basis. Die Firma hatte in Zusammenarbeit mit der GVW-Tochtergesellschaft UCBC den Walk-In Van entwickelt, ein Lieferwagen aus Aluminium speziell für die Bedürfnisse von Haus-zu-Haus-Lieferanten und Paketdiensten wie Federal Express oder UPS.

Für das Jahr 2010 waren schärfere US-Emissionsregeln für Lastwagen vorgesehen, die bestimmte Werte wie ausgestoßene Stickoxide stark begrenzten. Alle Konkurrenten – außer Navistar – setzten zur Lösung auf Katalysatoren für ihre Dieselmotoren. Es war vorgesehen, die Abgase zum Motor zurückzuführen, diese dort abzukühlen und damit die Emissionen senken („exhaust gas recirculation“ – EGR). Dies bewährte sich jedoch in der Praxis nicht. Die Fahrleistung minderte sich, der Verbrauch der Fahrzeuge stieg an. Daraufhin gaben die Spediteure diese Fahrzeuge mit ebendieser Technologie in großen Mengen zurück. Der US-Marktanteil von Navistar halbierte sich seit dem Jahr 2010 bis 2016 auf elf Prozent. Der Aktienkurs sank in diesen Jahren um 80 Prozent.

Im Jahr 2012 begann die US-Börsenaufsicht mit einer Untersuchung des Konzerns. Es wurde vorgeworfen, er habe Investoren mit der Behauptung absichtlich in die Irre geführt, Navistar könnte die damals neuen Emissionsvorschriften einhalten. Dazu kam eine Strafe der Umweltbehörde in Höhe von knapp 2.000 Dollar pro Motor, weil die Emissionsvorschriften nicht eingehalten wurden. Inzwischen hat sich der Konzern mit der Umweltbehörde auf die Zahlung eines einstelligen Millionenbetrages geeinigt.

Da die Entwicklung existenzbedrohend für den Konzern war, wurde der damalige Vorstandschef entlassen und durch Lewis Campell vom Mischkonzern Textron ersetzt. Die Produktion von EGR-Lastwagen wurde gestoppt und auf die Katalysatoren-Lösung gesetzt wie bei allen anderen Anbietern. Zusätzlich wurde ein Viertel der Belegschaft entlassen, die sich danach nur noch auf ca. 14.000 belief.[6]

Um die weltweite Expansion der Nutzfahrzeugsparte zu fördern, gaben Volkswagen Truck & Bus sowie der US-amerikanische Nutzfahrzeughersteller Navistar International Corporation bekannt, eine weitreichende Allianz eingegangen zu sein. Diese sieht vor, dass Volkswagen im Rahmen einer Kapitalerhöhung für 230 Millionen Euro 16,6 Prozent an Navistar übernimmt und beide Unternehmen ein Einkaufs-Joint-Venture gründen.[7]

AktivitätenBearbeiten

Navistar stellt Lastwagen, Militärfahrzeuge und Omnibusse sowie Motoren und Ersatzteile her. Als Markenname wird International für LKW sowie IC Bus für Busse verwendet. Navistar hatte im Geschäftsjahr 2018, welches am 31. Oktober 2018 endete, einen Umsatz von 10,250 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn von 340 Millionen US-Dollar.[4] Im Geschäftsjahr 2013 wurden ein Umsatz von 10,775 Milliarden US-Dollar und ein Verlust von 898 Millionen US-Dollar erwirtschaftet.[8] Im Geschäftsjahr 2011 betrug der Umsatz noch 13,958 Mrd. US-Dollar bei einem Gewinn von 1,723 Mrd. US-Dollar.[9]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Navistar International – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 2019 Factbook. Navistar.gcs-web.com, abgerufen am 2. Juni 2019 (englisch).
  2. Executive Officers. Navistar.com, abgerufen am 2. Juni 2019 (englisch).
  3. Investor Relations. Navistar.com, abgerufen am 2. Juni 2019 (englisch).
  4. a b Navistar Reports 2018 Fourth Quarter And Full Year Result. News.Navistar.com, 18. Dezember 2018, abgerufen am 2. Juni 2019 (englisch).
  5. http://www.thehindu.com/2005/11/18/stories/2005111800721800.htm
  6. truckbauer-navistar-der-ideale-partner-fuer-vw. www.wiwo.de, abgerufen am 24. Oktober 2016.
  7. VW besiegelt Allianz mit US-Autobauer Navistar - manager magazin. In: manager magazin. (manager-magazin.de [abgerufen am 8. Oktober 2016]).
  8. Navistar Reports Fourth Quarter Results. Navistar.gcs-web.com, 20. Dezember 2013, abgerufen am 2. Juni 2019 (englisch).
  9. Navistar Delivers Strong 4q Adjusted Earnings of $3.37 Per Share; Achieves Best Full-Year Earnings Performance Since 2008. News.Navistar.com, 20. Dezember 2011, abgerufen am 2. Juni 2019 (englisch).