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In Angola gibt es sechs Nationalparks, neben sieben weiteren Naturschutzgebieten (Stand 2013). Zusammen bedecken sie eine Fläche von etwa 82.000 km², was etwa 6,6 % des Staatsgebietes entspricht. Zählt man die 18 Waldschutzgebiete und lokale Schutzzonen hinzu, beträgt die geschützte Fläche in Angola insgesamt 188.650 km² und damit über 15 % des Staatsgebietes.[1]

Die Nationalparks in Angola unterstehen der Direcção Nacional de Gestão do Ambiente (dt. etwa „Nationale Verwaltungsdirektion für Umweltfragen“), einer Abteilung des Umweltministeriums (Ministério do Ambiente). Teils werden Nationalparks dabei vor Ort von Stiftungen verwaltet, etwa der Fundação de Kissama im Falle des Kissama-Nationalparks.[2]

Im Kissama Nationalpark, 1972

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und EntwicklungBearbeiten

Unter portugiesischer Kolonialverwaltung wurden seit Mitte der 1930er Jahre einige geschützte Jagdreviere eingerichtet, in denen nur mit Genehmigung und zur Jagdsaison Tiere geschossen werden durften und weitere Auflagen existierten, etwa im Baurecht. 1957 wurde aus dem Jagdreservat von Kissama der Kissama-Nationalpark, andere Nationalparks folgten.

Alle diese Gebiete erlitten während des portugiesischen Kolonialkriegs (1961–1975) und insbesondere während des angolanischen Bürgerkriegs (1975–2002) starke Beeinträchtigungen und einige Zerstörungen. Im Kissama-Nationalpark beispielsweise ist der Bestand an Löwen von 450 im Jahr 1950 auf fünf im Jahr 1997 zurückgegangen, und von 1.200 Elefanten 1950 lebten 1997 noch 20 dort.[1] Insgesamt gab es in Angola 1977 noch 5000 Elefanten, die späteren Schätzungen auf 12400 Tiere in den Jahren 1979, 1981 und 1987 sind jedoch unglaubwürdig.[3]

Seit dem Friedensschluss 2002 und den verschiedenen Wiederaufbauprogrammen der Regierung erleben die Schutzgebiete in Angola erneut eine gesteigerte Aufmerksamkeit und Unterstützung, auch internationaler Organisationen. Im Kissama-Nationalpark etwa werden durch das Programm Arca de Noé (dt. „Arche Noah“) mit der Ansiedlung von Tieren aus anderen afrikanischen Ländern die Bestände wieder vergrößert.[1] Auch Angolas größter Nationalpark, der Iona-Nationalpark ganz im Süden des Landes, wird seit 2012 wieder umfassend erneuert,[4] u. a. durch ein 2013 begonnenes und auf sechs Jahre angelegtes Programm, das von der Republik Angola, der EU und den Vereinten Nationen finanziert wird. Der touristische Aspekt gewinnt dabei langsam ebenfalls an Bedeutung.[5][6]

Das Umweltbewusstsein hat in Angola zuletzt stark zugenommen, mit zunehmender wirtschaftlicher Erholung, aber auch den zunehmenden negativen Auswirkungen etwa der Ölförderung und den Minenbetrieben im Land. So gingen am 28. Januar 2012 anlässlich des nationalen Umweltgedenktages (31. Januar) tausende Menschen in Luanda auf die Straße, um für den Umweltschutz zu demonstrieren.[7] Unter Umweltministerin Maria de Fátima Jardim haben die Aktivitäten im Umweltschutz zudem deutlich zugenommen. In den Provinzen können Kommissionen nun Bedarf an weiteren Schutzzonen ausmachen und anmelden, und die internationale Zusammenarbeit Angolas nimmt deutlich zu, insbesondere mit dem südlichen Nachbarland Namibia. Zu nennen ist dabei die Koordinierung der Aktivitäten im Iona-Nationalpark in Angola und dem Nationalpark Skeleton-Coast in Namibia, die aneinandergrenzen.[8]

 
Küste bei Cabo Ledo, im Kissama-Nationalpark

NationalparksBearbeiten

Nationalpark Portugiesische Bezeichnung Kreis(e) Provinz Fläche (km²) Gegründet
Kameia-Nationalpark Parque Nacional da Cameia Cameia, Luena Moxico 14.450 1935
Iona-Nationalpark Parque Nacional de lona Iona Namibe 15.150 1937
Kissama-Nationalpark Parque Nacional da Quissama Quiçama Luanda 9.600 1938
Cangandala-Nationalpark Parque Nacional da Cangandala Cangandala Malanje 630 1963
Bicuar-Nationalpark Parque Nacional do Bicuar Matala, Quipungo Huíla 7.900 1938
Mupa-Nationalpark Parque Nacional da Mupa Cuvelai, Ombadja Cunene 6.600 1938

Weitere SchutzgebieteBearbeiten

Neben den Nationalparks verfügt Angola über sieben weitere, in IUCN-Kategorien eingeordnete Naturschutzgebiete:

Dazu sind 18 Waldgebiete als Schutzflächen (Reservas Florestais) ausgewiesen.

Neben diesen Schutzgebieten und Reservaten existieren kleinere, untergeordnete Schutzbereiche, als lokale Coutadas bezeichnet.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Website zu den Schutzgebieten in Angola (port.), abgerufen am 29. Mai 2014
  2. Website der Fundação de Kissama (Memento des Originals vom 29. Mai 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kissama.angoladigital.net, abgerufen am 29. Mai 2014
  3. Wally und Horst Hagen: Die afrikanischen Nationalparks als Lebensräume der Elefanten. In: Vitus B. Dröscher: Rettet die Elefanten Afrikas. 1. Auflage. Goldmann Verlag, München 1992, ISBN 3-442-12322-4. S. 255.
  4. Artikel vom 28. August 2012 über die geplante Erneuerung des Iona-Nationalparks, staatliche Nachrichtenagentur ANGOP, abgerufen am 29. Mai 2014
  5. Artikel vom 26. September 2013 über materielle und personelle Verbesserungen im Nationalpark Iona, staatliche Nachrichtenagentur ANGOP, abgerufen am 29. Mai 2014
  6. Artikel vom 2. September 2013 zum Aufbauprogramm für den Iona Nationalpark auf www.verangola.net, abgerufen am 29. Mai 2014
  7. Artikel vom 28. Januar 2014 zur Demonstration für Umweltschutz, staatliche Nachrichtenagentur ANGOP, abgerufen am 29. Mai 2014
  8. Artikel vom 7. November 2013 über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Umweltfragen mit Namibia, staatliche Nachrichtenagentur ANGOP, abgerufen am 29. Mai 2014