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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Molbergen
Molbergen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Molbergen hervorgehoben
Koordinaten: 52° 52′ N, 7° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cloppenburg
Höhe: 35 m ü. NHN
Fläche: 102,52 km2
Einwohner: 8653 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner je km2
Postleitzahl: 49696
Vorwahlen: 04475, 04479
Kfz-Kennzeichen: CLP
Gemeindeschlüssel: 03 4 53 012
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Cloppenburger Straße 22
49696 Molbergen
Website: www.molbergen.de
Bürgermeister: Ludger Möller (CDU)
Lage der Gemeinde Molbergen im Landkreis Cloppenburg
Landkreis AmmerlandLandkreis DiepholzLandkreis EmslandLandkreis LeerLandkreis OldenburgLandkreis OsnabrückLandkreis OsnabrückLandkreis VechtaLandkreis WesermarschOldenburg (Oldenburg)BarßelBöselCappeln (Oldenburg)CloppenburgEmstekEssen (Oldenburg)FriesoytheGarrelLastrupLindern (Oldenburg)LöningenMolbergenSaterlandKarte
Über dieses Bild

Molbergen ist eine Gemeinde im Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen. Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Dwergte, Ermke, Grönheim, Peheim, Resthausen und Stalförden.

Die Gemeinde ist ländlich geprägt, allerdings nimmt der Anteil der Einwohner, die in geschlossenen Siedlungen – vielfach in neuen Baugebieten – im Hauptort Molbergen leben, zu. Dementsprechend ist die Einwohnerzahl in den letzten Jahren auch stetig gestiegen. Das wirtschaftliche Standbein der Gemeinde bilden daher zunehmend kleine und mittelständische Unternehmen, die vielfach Produkte der traditionell dominierenden Landwirtschaft verarbeiten.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

GemeindegliederungBearbeiten

Neben dem Hauptort Molbergen hat die Gemeinde sechs Ortsteile, von denen die meisten Bauerschaften sind: Dwergte, Ermke, Grönheim, Peheim, Resthausen und Stalförden.

NachbargemeindenBearbeiten

Die Nachbargemeinden der Gemeinde Molbergen sind im Norden die Stadt Friesoythe, im Nordosten die Gemeinde Garrel, im Osten die Kreisstadt Cloppenburg, im Süden die Gemeinde Lastrup, im Südwesten die Gemeinde Lindern (alle Landkreis Cloppenburg) und im Westen die Gemeinde Vrees (Landkreis Emsland).

Friesoythe (19 km) Garrel (12 km)
Vrees (11 km)   Cloppenburg (8 km)
Lindern (10 km) Lastrup (8 km)

Die Entfernungsangaben beziehen sich auf die Entfernung bis zum Ortszentrum.

GeschichteBearbeiten

Die Bauernschaft Ermke wurde im Jahre 947 erstmalig in einer Schenkungsurkunde als „Armike“ erwähnt. 1080 wurde Molbergen, „Moltberghe“, in einer kirchlichen Urkunde erwähnt. Dwergte, Grönheim („Gronnin“ oder „Gronem“) und Peheim erschienen 1275 in einem Lehensverzeichnis.[2]

Molbergen war im Mittelalter von 1252 bis 1400 Teil der Grafschaft Tecklenburg und gelangte danach an das Fürstbistum Münster. 1803 gelangte Molbergen infolge des Reichsdeputationshauptschlusses an das Großherzogtum Oldenburg.

1890 fand ein elfjähriger Schäfer am Ostufer der Marka (200 Schritt südlich der Chaussee zwischen Peheim und Vrees) Münzen, die aus dem 16. Jahrhundert stammen.[3]

Obwohl Molbergen, wie das ganze Oldenburger Münsterland, eine Hochburg des Zentrums war, wurde bereits am 12. Februar 1928 eine Ortsgruppe der NSDAP gegründet. Es war die erste NSDAP-Ortsgruppe im Oldenburger Münsterland. Vertreter der NSDAP, u. a. der spätere Gauleiter Carl Röver, traten hier zum ersten Mal öffentlich im Oldenburger Münsterland auf. Die politische Bedeutung der Molberger Ortsgruppe für die Oldenburgische Landespolitik blieb allerdings in der Folgezeit ebenso marginal wie ihr Einfluss auf die Kommunalpolitik vor 1933.

Resthausen und Stalförden kamen erst 1933 durch die Auflösung der Gemeinde Krapendorf zur Gemeinde Molbergen.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Nach aktuellen Daten des statistischen Landesamtes Niedersachsen und der Stiftung Demographischer Wandel ist Molbergen mit einer Fertilität von etwa 2,460 die einzige Gemeinde in ganz Deutschland, die genug Geburten verzeichnet, um die Bevölkerung ohne Zuwanderung stetig wachsen zu lassen. Bei der gegenwärtigen Fertilität wird dauerhaft eine Wachstumsrate von 0,52 % erreicht, die Bevölkerung verdoppelt sich also alle 131 Jahre (bei angenommenem Generationsabstand von 30 Jahren). Hintergrund ist der hohe Zuzug von Russlanddeutschen nach Molbergen seit 1990. Jedes zweite Gemeindemitglied in Molbergen kommt aus einer Spätaussiedlerfamilie.[4]

PolitikBearbeiten

Gemeinderatswahl 2016
(in %)[5]
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
65
15
1,7
18,3
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-20
-25
-21
+4,1
-1,4
+18,3

GemeinderatBearbeiten

Der Rat der Gemeinde Molbergen besteht aus 20 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 7001 und 8000 Einwohnern.[6] Die 20 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Stimmberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Ludger Möller (CDU).

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[7]

Partei 11. Sept. 2016 10. Sept. 2011 11. Sept. 2006
CDU 65 % 7673 13 Sitze 86 % 8883 17 Sitze 89,6 % 8131 18 Sitze
SPD 15 % 1774 3 Sitze 10,9 % 1123 2 Sitze 10,4 % 947 2 Sitze
Grüne 1,7 % 203 - 3,1 % 320 1 Sitze - - -
Zentrum 18,3 % 2155 4 Sitze - - - - - -
Wahlbeteiligung 64,52 % 62,25 % 57,9 %

BürgermeisterBearbeiten

Bei der Bürgermeisterwahl vom 10. September 2011 setzte sich Ludger Möller von der CDU als einziger Kandidat mit 3053 Ja-Stimmen zum hauptamtlichen Bürgermeister durch. Die aktuelle Amtszeit endet am 30. Oktober 2019.[8]

Ludger Möller (CDU) prozentual absolut
Ja-Stimmen 86,63 % 3053
Nein-Stimmen 13,37 % 471
Wahlbeteiligung 62,39 %

WappenBearbeiten

Das Wappen der Gemeinde Molbergen zeigt in Silber zwei schwarze Querbalken, aus deren oberem ein roter Löwe hervorwächst, unten über den Balken befindet sich ein grüner heraldischer Dreiberg.[9]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
Gut Stedingsmühlen

ParksBearbeiten

Im Jahr 2018 wurde der Molberger Mehrgenerationenpark eingeweiht. Auf dem Gelände in der Ortsmitte entstand eine Parklandschaft mit einem großen Teich. Die maßstabsgetreu aufgebaute Bäker-Mühle erinnert an die um 1870 erbaute originale Kappenwindmühle, die 1940 abgebrannt ist.[12]

BadeseenBearbeiten

Im Ortsteil Dwergte gibt es einen öffentlich zugänglichen Badesee mit ca. 6000 m² Wasserfläche und einer Maximaltiefe von 4,30 m. Umgeben wird der See von einer 4000 m² großen Strandlandschaft.[13]

SportBearbeiten

Sport wird in der Gemeinde ebenfalls gerne und vielfältig betrieben.

  • Fußball: Der große Breitensport wird beim SV Molbergen betrieben, aber auch in den kleineren Orten beim BC BW Ermke und dem SV Peheim-Grönheim.
  • Tischtennis: Mannschaften vom SV Molbergen und SV Peheim-Grönheim.
  • Tennis: In Ermke steht eine Anlage mit drei Sandplätzen (Schlackeplätze) zur Verfügung.
  • Schießen: Molbergen, Peheim und Ermke bieten einen Schützenverein.
  • Pferdesport: Reitsport wird im Ortsteil Dwergte vom Reit- und Fahrverein Dwergte e. V. angeboten.
  • Golf: Golfanlage Thülsfelder Talsperre in Resthausen
  • Leichtathletik: Eine überregionale bekannte und erfolgreiche Abteilung des SV Molbergens
  • Billard: In Molbergen findet jährlich eine Vereinsmeisterschaft statt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

In zentraler Verkehrslage Molbergens sind Flächen für Gewerbe, Handel und Dienstleistungen ausgewiesen und erschlossen. Sie stehen Betrieben aller Art – auch Industriebetrieben – zur Verfügung. Molbergen ist ein Standort vieler mittelständischer Betriebe. Schwerpunkte sind Bauwirtschaft, Kunststoffverarbeitung, Metallverarbeitung, Ernährungswirtschaft, Tourismus und Kultur.

Insgesamt drei Gewerbegebiete stehen in der Gemeinde zur Verfügung. Das Gewerbegebiet „Molberger Busch“ liegt am Südostrand des Ortes Molbergen. Es umfasst Flächen von insgesamt ca. 12 ha zwischen der Cloppenburger Straße – L 836 im Norden und der Straße „Zum Gewerbegebiet“ im Süden. Das Gewerbegebiet „K 157 – Kneheimer Weg“ liegt südlich des Ortes Molbergen, unmittelbar westlich des „Kneheimer Weges“ (ehemals K 157) und wird im Norden durch den „Ermker Weg“ begrenzt. Flächen von insgesamt ca. 16 ha stehen zur Verfügung. Südlich des Ortes Peheim liegt das Gewerbegebiet „Peheim – östlich Linderner Straße“, unmittelbar östlich der „Linderner Straße“ (L 831). Die Fläche umfasst insgesamt ca. 2,3 ha.

TourismusBearbeiten

 
Blick auf die Molberger Dose vom Moorlehrpfad aus
 
Der Fernwanderweg Geestweg verläuft nördlich von Gut Stedingsmühlen entlang der Soeste

Die Thülsfelder Talsperre grenzt an die Gemeinde Molbergen an. Durch die Talsperre fließt die Soeste, die streckenweise auf dem Gebiet der Gemeinde von dem Fernwanderweg Geestweg begleitet wird, welcher von Meppen nach Bremen führt. Im Ortsteil Dwergte werden im „Dwergter Sand“ diverse Ferienwohnungen zur Vermietung angeboten, welche vermehrt von niederländischen Touristen genutzt werden. Diverse Radwanderwege befinden sich auf dem Gemeindegebiet. In Resthausen steht geführten Jugendgruppen ein großer naturbelassener Zeltplatz zur Verfügung.

Im Naturschutzgebiet Molberger Dose zwischen Molbergen und Peheim ist ein 2,5 Kilometer langer Moorlehrpfad eingerichtet worden.[14]

Der seit 2005 im Industriegebiet ansässige Molli Bär Spielpark mit über 4000 m² Hallen und Außenbereich sorgt bei Kindern für viel Spielspaß und ist überregional bekannt.

VerkehrBearbeiten

Molbergen ist über die L 836 an die Bundesstraße B 213 angebunden. Im Norden der Gemeinde befindet sich die Bundesstraße B 72, die zur Anschlussstelle Cloppenburg der Autobahn A 1 führt.

BildungBearbeiten

In katholischer Trägerschaft führt Molbergen vier Kindergärten,[15] davon einen in Peheim, sowie eine Kinderkrippe.[11]

Molbergen führt zwei Grundschulen (Molbergen und Peheim) sowie eine Oberschule die Anne-Frank-Schule.[16] Die Anne-Frank-Schule unterhält seit 1996 ein Schüleraustauschprogramm mit der Christelijken Schoolengemeenschap Vincent van Gogh Schule in Assen, Niederlande.[17]

Eine öffentliche Bibliothek mit über 6000 Medien steht in Molbergen und Peheim zur Verfügung.[11]

MedienBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

WeblinksBearbeiten

  Commons: Molbergen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2017 (Hilfe dazu).
  2. Geschichte auf der Website der Gemeinde Molbergen, abgerufen am 30. Oktober 2018.
  3. Konrad Schneider: Der Schatzfund von Molbergen. In: Oldenburger Jahrbuch. Band 87 für 1987. Oldenburger Landesverein für Geschichte, Natur- und Heimatkunde, S. 41–46 (PDF; 1,6 MB).
  4. Renée Willenbring: Russen auf dem platten Land. In: Deutschlandfunk Kultur (online), 12. Mai 2009, abgerufen am 30. Oktober 2018.
  5. [1]
  6. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 10. Oktober 2014.
  7. Kommunalwahl 2016. Website der Gemeinde Molbergen, abgerufen am 30. Oktober 2018.
  8. Kommunalwahl 2011. Website der Gemeinde Molbergen, abgerufen am 30. Oktober 2018.
  9. Hauptsatzung der Gemeinde Molbergen, abgerufen am 10. Oktober 2014
  10. Carl Heinrich Nieberding, Geschichte des ehemaligen Niederstifts Münster und der angränzenden Grafschaften, Vechta 1841, Zweiter Band, S. 498
  11. a b c Einrichtungen der St. Johannes Baptist. Website der Katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  12. Mühlenmodell. Website der Thülsfelder Talsperre, abgerufen am 30. Oktober 2018.
  13. Dwergter Badesee auf der Website der Thülsfelder Talsperre, abgerufen am 30. Oktober 2018.
  14. Nordwest-Reisemagazin: Moorlehrpfad Molberger Dose. Naturschutzgebiet
  15. Sandra Hoff: Arche: Kinder ziehen bald ins Provisorium In: Münsterländische Tageszeitung (online), 17. Juli 2013, abgerufen am 30. Oktober 2018.
  16. Schulen und Kindergärten auf der Website der Gemeinde Molbergen, abgerufen am 30. Oktober 2018.
  17. Aloys Landwehr: Anne-Frank-Schule in die Niederlande. In: Nordwest-Zeitung (online), 17. April 2013, abgerufen am 13. Oktober 2018.