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Lindern (Oldenburg)

Gemeinde im Landkreis Cloppenburg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lindern (Oldenburg)
Lindern (Oldenburg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lindern (Oldenburg) hervorgehoben
Koordinaten: 52° 51′ N, 7° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cloppenburg
Höhe: 37 m ü. NHN
Fläche: 65,81 km2
Einwohner: 4817 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner je km2
Postleitzahl: 49699
Vorwahl: 05957
Kfz-Kennzeichen: CLP
Gemeindeschlüssel: 03 4 53 010
Gemeindegliederung: 17 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstr. 1
49699 Lindern
Webpräsenz: www.lindern.de
Bürgermeister: Karsten Hage (CDU)
Lage der Gemeinde Lindern (Oldenburg) im Landkreis Cloppenburg
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Über dieses Bild

Lindern (Oldenburg) ist eine Gemeinde im Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen. Lindern hatte Juli 2018 5.085 Einwohner und erstreckt sich auf einer Fläche von 65,81 Quadratkilometer.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Lindern ist eine Gemeinde im Südwesten des Landkreises Cloppenburg im Oldenburger Münsterland. Sie liegt an der Grenze zum Emsland. Zudem gehört Lindern zum Erholungsgebiet Hasetal.

GemeindegliederungBearbeiten

Neben dem Ortskern Lindern gehören die Bauerschaften Auen, Garen, Großenging, Gingermühlen, Klöbbergen, Hegel, Holthaus, Kleinenging, Liener, Lienerloh, Marren, Neuenkämpen, Osterlindern, Garen-Nieholte, Stühlenfeld und Varbrügge zur Gemeinde.

Im Ortskern von Lindern leben 2426 Einwohner. Die Bauerschaften haben zwischen 38 (Varbrügge) und 542 (Liener) Einwohner (Stand 31. Dezember 2007).[2]

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind im Landkreis Cloppenburg im Süden Löningen und im Osten Lastrup und Molbergen. Zum Landkreis Emsland gehören im Norden Vrees und im Westen Werlte.

GeschichteBearbeiten

Schon vor 5000 Jahren lebten Menschen im Linderner Raum. Davon zeugen heute noch mehrere Großsteingräber in der Gemeinde. Zum ersten Mal wird Lindern schriftlich in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Corvey aus der Zeit um 891–1037 erwähnt. Dort wurde der Ort noch Lindduri genannt. Weitere urkundliche Nennungen sind in das 11. Jahrhundert zu datieren.

Der Name Lindduri und der spätere Name Lindern entstammen den altdeutschen Begriffen linne und dere, was zusammen Lindenbaum heißt. Dies zeigt sich auch im Wappen der Gemeinde. Dieser Baum beherrschte zu damaliger Zeit das Dorfbild.[3]

Um 1288 wurde in Lindern ein Kirchspiel errichtet. Dies wird als Gründung der Gemeinde Lindern gesehen. In der Zeit von 1252 bis 1400 sind die Ortschaften Teil der Grafschaft Tecklenburg. Danach sind die Ortschaften dem Hochstift Münster lehnspflichtig.

Zur Zeit der Reformation war unter Bischof Franz von Waldeck Essen rund 70 Jahre von 1543 bis 1613 lutherisch geprägt. In jener Zeit wirkte in dieser Region der evangelische Reformator Hermann Bonnus. Im Zuge der Gegenreformation unter Bischof Ferdinand von Bayern wurde die Region rekatholisiert.

Ab 1803 sind die Ortschaften Teil des Herzogtums Oldenburg. Von 1811 bis 1813 gehörte Lindern unter Napoleonische Herrschaft zum Arrondissement Quakenbrück. Nach der Völkerschlacht von Leipzig fiel es an Oldenburg zurück.[4]

Wirbelsturm von 1927Bearbeiten

Am 1. Juni 1927 wurden in der Bauerschaft Auen-Holthaus durch einen Wirbelsturm der Stärke F4 auf der Fujita-Skala 80 bis 90 Häuser und 20 ha Wald zerstört. Es gab keine Toten.[5]

Zweiter WeltkriegBearbeiten

Im Zweiten Weltkrieg wurden über Lindern erstmals 1943 Bomben abgeworfen. 1944 wurden drei amerikanische Flugzeuge abgeschossen. Am 12. April 1945 kämpfte die 4. kanadische Panzerdivision auf ihrem Weg vom Emsland in Richtung Wilhelmshaven bei Osterlindern mit deutschen Soldaten. Dabei wurden in Osterlindern und Hegel 19 Höfe zerstört. Es gab keine Toten unter der Zivilbevölkerung.[6]

EingemeindungenBearbeiten

Im Jahr 1933 wurde die Gemeinde Lindern im Zuge der Verwaltungsreform der Nachbargemeinde Lastrup zugeschlagen. Erst 1948 wurde Lindern wieder selbständig. 1973 sollte die Gemeinde Lindern, wie 1933, im Rahmen einer Gebiets- und Verwaltungsreform aufgelöst und zur Nachbargemeinde Lastrup zugeschlagen werden. Durch starke Proteste der Bevölkerung Linderns konnte die Selbständigkeit von Lindern jedoch gewahrt werden.

Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“Bearbeiten

Die Bauerschaft Auen-Holthaus wurde 1987 als Bundessieger des Wettbewerbs Unser Dorf soll schöner werden mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.[7]

ReligionenBearbeiten

Die Gemeinde Lindern liegt im katholisch geprägten Oldenburger Münsterland. 3880 Einwohner, ca. 79 %, sind katholisch, 529 sind evangelisch (Stand 31. Dezember 2008).[8] Die katholische Kirche in Lindern wurde 1288 gegründet. Eine Glocke aus der Linderner Kirche von 1416 steht heute im Museumsdorf Cloppenburg. Die jetzige Pfarrkirche St. Katharina von Siena wurde 1865 eingeweiht. Die Gemeinde gehört zum Bistum Münster. Die evangelisch-lutherische Kirche in Lindern gehört zur Pfarrei Lastrup. Daneben befindet sich in Großenging die Christengemeinde Emmanuel, die zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden gehört.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 
Einwohnerentwicklung von Lindern von 1473 bis 2016

Die älteste Angabe der Einwohner von 1473 stammt aus dem Steuerregister des Amts Cloppenburg. 1703 wurde vom Amt Cloppenburg der Personenstand in einer Volkszählung ermittelt.

Jahr Einwohner[9]
1473 ca. 216
1703 639
1816 1624
1846 2005
1875 1744
1890 1848
1905 2065
1919 2442
Jahr Einwohner
1939 3060
1950 4122
1960 3532
1988 4104
2007 5000
2013 4652
2016 4746
2017 4817

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Rat der Gemeinde Lindern besteht aus 14 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 3001 und 5000 Einwohnern.[10] Die 14 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Stimmberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Karsten Hage (CDU).

Bei den letzten Kommunalwahlen zum Gemeinderat kam es zu folgenden Ergebnissen:

Partei 11. Sept. 2016[11] 11. Sept. 2011[12] 10. Sept. 2006
CDU 12 Sitze 11 Sitze 84,7 % 6033 12 Sitze
SPD 2 Sitze 3 Sitze 15,3 % 1093 2 Sitze
Wahlbeteiligung 2470 von 3686
67,0 %

BürgermeisterBearbeiten

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Lindern ist Karsten Hage (CDU). Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 wurde er ohne Gegenkandidaten mit 89,4 % der Stimmen gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 57,0 %.[13] Hage trat sein Amt zum 1. November 2014 an und löste den bisherigen Amtsinhaber Rainer Rauch (CDU) ab, der nicht mehr kandidiert hatte.

WappenBearbeiten

Das Wappen der Gemeinde zeigt einen auf grünem Boden wachsenden und das Wappen ausfüllenden Lindenbaum auf weißem Grund. In der Baumkrone, im Zentrum des Wappens, findet sich das Wappen Oldenburgs mit roten und gelben Längsstreifen.

FlaggeBearbeiten

Die Gemeindeflagge zeigt in drei gleich breiten Querstreifen von oben nach unten die Farben Grün, Weiß, Grün, in der Mitte auf dem weißen Streifen, je bis zu einem Drittel übergreifend, das Gemeindewappen. Die Gemeindeflagge kann auch als Gemeindebanner geführt werden.[14]

StädtepartnerschaftBearbeiten

Die Partnergemeinde von Lindern ist seit 2004 die Stadt Mrocza in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern in Polen.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Galerie Lindern zeigt Bilder und Skulpturen verschiedener Künstler. Zudem findet alle 4 Jahre die Linderner Kulturwoche statt. Der nächste Termin ist 2019.

MuseenBearbeiten

Die „Dörps- und Buernstowen“ in Liener zeigt das Leben und Arbeiten in dem Dorf. Die eingerichtete Holzschuhmacherei wird heute noch für Vorführungen angestellt. Das Museum zeigt vor allem die kleinen Nebengewerbe, die das Überleben früher sicherte.

BauwerkeBearbeiten

Hermelings Mühle in Liener ist eine immer noch funktionsfähige Windmühle. Sie wurde 1872 erbaut. In den 1990ern wurde sie restauriert, sodass sie heute noch in guten Zustand ist. Im Jahr 2000 wurde neben der Mühle ein Backhaus errichtet. Mit der Erweiterung der Niedersächsischen Mühlenstraße um das Oldenburger Münsterland im Jahr 2008 wurde die Mühle zu einer Station an der Mühlenstraße.[15]

Die Kirche St. Katharina von Siena bildet den Mittelpunkt in Lindern. Die Kirche wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut. Zurzeit wird sie umfassend renoviert.

Am Marktplatz befindet sich in einem Fachwerkgebäude die Uhrmacherwerkstatt des Linderner Uhrmachers Büter. Diese befand sich vorher an anderer Stelle und wurde hier nach dessen Vorbild aufgebaut.[16]

KulturdenkmälerBearbeiten

In der Gemeinde sind mehrere Großsteingräber vorhanden, die eine frühe Besiedlung des Gemeindegebiets bezeugen. Diese sind Teil der Straße der Megalithkultur.[17] Von Norden nach Süden können die Schlingsteine (Sprockhoff-Nr. 961), eine Steinkiste (erst 1961/1962 entdeckt), das Großsteingrab Hünensteine am Herrenwald (Sprockhoff Nr. 962) sowie die Großsteingräber in Garen, und zwar „Der hohe Stein“ (Sprockhoff Nr. 963) und „Am hohen Stein“ (Sprockhoff Nr. 964), besucht werden.[18]

Tourismus-RoutenBearbeiten

Neben der Straße der Megalithkultur und der Niedersächsischen Mühlenstraße liegt Lindern an der Boxenstopp-Route, einer Radwanderroute durch das Oldenburger Münsterland, sowie der Niedersächsischen Spargelstraße.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Im März / April jeden Jahres ist die 1500 Meter lange Allee zwischen Auen und Holthaus an beiden Seiten durch Tausende von Narzissen gesäumt. Aus diesem Anlass wird alljährlich in Auen-Holthaus kurz nach Frühlingsbeginn das Osterblumenfest gefeiert.

Zu den beliebtesten Veranstaltungen jedes Jahr in Lindern gehören das Schützenfest des Schützenvereins Lindern an Pfingsten sowie die Kirmes am ersten Wochenende im Oktober. Großen Zuspruch finden auch das Schützenfest in der Bauerschaft Liener im Juli sowie das Schützenfest des Schützenvereins Garen-Marren am dritten Wochenende im Juni.

Für Kinder der Gemeinde gehören unter anderem die in den Sommerferien stattfindenden Zeltlager der Messdiener und Pfadfinder zu den besonderen Highlights.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Die Gemeinde Lindern ist stark von der Landwirtschaft geprägt. 5200 ha, fast 80 %, der Gemeindefläche wird landwirtschaftlich genutzt.[8] Die Betriebe befinden sich überwiegend in den umliegenden Bauerschaften. In Lindern und in den umliegenden Gemeinden befinden sich daher mehrere Firmen der Nahrungsmittelverarbeitung. Die angebauten Pflanzen werden unter anderem als Futtermittel für die Tierhaltung sowie für die Energieerzeugung in Biogasanlagen verwendet.

In Lindern geborenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Annette Renken: Lindern – Wie es wurde, was es ist! Goldschmidt-Druck Werlte, 1991, ISBN 3-927099-29-5.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lindern (Oldenburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2017 (Hilfe dazu).
  2. Gemeindeplan Lindern, Verlag Simon, 2008
  3. Anton Kohnen, Wilhelm Kohnen: Linderner Chronik. 1963, S. 33
  4. Anton Kohnen, Wilhelm Kohnen: Linderner Chronik. 1963, S. 11
  5. Renken: Lindern - Wie es wurde, was es ist! S. 320 f.
  6. Renken: Lindern - Wie es wurde, was es ist! S. 586 ff.
  7. http://www.auen-holthaus.de/auen2.html
  8. a b http://www.lindern.de/gem_info/inhalt/daten_fakten.html
  9. Renken: Lindern - Wie es wurde, was es ist! S. 295
  10. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 28. Januar 2017.
  11. Gemeinde Lindern - Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2016, abgerufen am 28. Januar 2017
  12. nwzonline.de – Erste Sitzung endet mit Eklat, abgerufen am 11. Oktober 2014
  13. Einzelergebnisse der Direktwahlen am 25. Mai 2014 in Niedersachsen, abgerufen am 8. November 2014
  14. Hauptsatzung der Gemeinde Lindern (Oldb), abgerufen am 11. Oktober 2014
  15. Arbeitsgruppe Mühlenstraße in der Mühlenvereinigung Niedersachsen - Bremen e.V.: Hermelings Mühle
  16. http://www.lindern.de/aktuell/inhalt/bekanntmachung.php?pos=378&bereich=presse_detail
  17. http://www.stonepages.de/db/stonepages.php?id=22
  18. Steinzeugen: Lindern