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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bösel
Bösel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bösel hervorgehoben
Koordinaten: 53° 0′ N, 7° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cloppenburg
Höhe: 13 m ü. NHN
Fläche: 100,17 km2
Einwohner: 7946 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km2
Postleitzahl: 26219
Vorwahlen: 04494, 04405Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: CLP
Gemeindeschlüssel: 03 4 53 002
Gemeindegliederung: 9 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Kirchplatz 15
26219 Bösel
Website: www.boesel.de
Bürgermeister: Hermann Block (CDU)
Lage der Gemeinde Bösel im Landkreis Cloppenburg
Landkreis AmmerlandLandkreis DiepholzLandkreis EmslandLandkreis LeerLandkreis OldenburgLandkreis OsnabrückLandkreis OsnabrückLandkreis VechtaLandkreis WesermarschOldenburg (Oldenburg)BarßelBöselCappeln (Oldenburg)CloppenburgEmstekEssen (Oldenburg)FriesoytheGarrelLastrupLindern (Oldenburg)LöningenMolbergenSaterlandKarte
Über dieses Bild

Bösel ist eine Einheitsgemeinde im Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Herkunft des OrtsnamensBearbeiten

Frühere Versionen des Ortsnamens sind: ca. 1080/88 Borsla, 1320 Borsele [Or], 1424/50 to Bosele [Or], Boesell (1535). Die Etymologie des Ortsnamens ist unklar, da die Endung -la, abgeschwächt -le, sowohl auf das Gw. /-loh(e) als auch auf das Suffix -l- als Element einer Stellenbez. zurückgehen kann. Als Basis ist an germ. *burs- aus idg. *bhrs- „Emporstehendes, Spitze, Borste“ zu denken, das in schwed. borre, engl. bur „Klette“ erhalten ist. Die Lage Bösels auf dem ca. 15 m hohen Geestrücken inmitten der Moorlandschaft an der Lahe stützt die Deutung als „erhöht liegender Wald“.[2]

GeologieBearbeiten

Der nordöstliche Teil der Gemeinde Bösel liegt im Hochmoor des Vehnemoores. Der südwestliche Teil Bösels gehört zu den welligen Erhebungen der Friesoyther Geest (Ortsmitte Bösel: 16 m über NN, Osterloh: 26 m über NN) und den Garreler Talsandplatten. Die Grenze zwischen Geest und Moor entspricht etwa dem Lauf der Lahe.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinde Edewecht (Landkreis Ammerland), im Osten die Gemeinde Wardenburg (Landkreis Oldenburg), im Süden die Gemeinde Garrel und im Westen die Stadt Friesoythe (beide Landkreis Cloppenburg).

GemeindegliederungBearbeiten

Bösel hat neun Ortsteile: Bösel-Ort, Edewechterdamm (nur einige Häuser, der Großteil gehört zu Friesoythe), Glaßdorf, Hülsberg, Osterloh, Ostland, Overlahe, Petersdorf und Westerloh.

KlimaBearbeiten

Das Klima in Bösel ist durch die Nähe zur Nordsee stark atlantisch geprägt mit moderat warmen Sommern und relativ milden Wintern. Klimadaten der nächstgelegenen Messstation des deutschen Wetterdienstes in Friesoythe-Altenoythe (N 53°04'; O 07°54') nennen für den Bezugszeitraum 1981–2010 ein langjähriges Temperaturmittel von 9,6 °C und eine durchschnittliche Regenmenge von 784 mm / Jahr. Allgemein sind Sommer und Herbst feuchter, Winter und Frühjahr dagegen etwas trockener (Maximum Juni: 78 mm; Minimum April: 45 mm).[3]

GeschichteBearbeiten

Von der Frühzeit bis Ende des 19. JahrhundertsBearbeiten

Siedlungsfunde zeigen, dass bereits in der mittleren Steinzeit Menschen im Gemeindegebiet gelebt haben. Die erste Ansiedlung war vermutlich ein Haufendorf auf dem höher gelegenen Geestrücken, der auch ohne Entwässerung als Acker nutzbar war. Der Ort Bösel wurde erstmals 1080 als Borsla (= „Wald auf einer welligen Anhöhe“) in einer Urkunde des Bischofs von Osnabrück erwähnt. 1473 zählte Bösel 25 Familien und im benachbarten Osterloh sechs Familien. Vermutlich existierte bereits vor 1500 eine Kapelle in Bösel, die aber erst 1613 schriftlich erwähnt wird (Umbau 1798, 1833/35: Neubau als St.-Cäcilia-Kirche, 1922 Erweiterung als neubarocke Kreuzkirche). Bösel und Osterloh gehörten zum Kirchspiel Altenoythe, dem damaligen Hauptort des Siedlungsgebietes, verwalteten sich aber bis Anfang des 19. Jahrhunderts als genossenschaftliche Bauerschaft weitestgehend selbst. 1803 endete die über 400-jährige geistliche Herrschaft des Stiftes Münster, sein Amt Cloppenburg ging zum Großherzogtum Oldenburg über. Nach dessen Gemeindeordnung von 1831 bildete fortan das Kirchspiel Altenoythe gemeinsam mit Bösel eine selbstverwaltete politische Gemeinde. Am 2. März 1876 wurde Bösel gegen den Widerstand von Altenoythe eine selbstständige Kommune. Wesentlich dazu beigetragen hat auch die bereits 1874 erfolgte kirchliche Eigenständigkeit Bösels.

Wirtschaftliche Entwicklung Bösels bis Ende des 19. JahrhundertsBearbeiten

Haupterwerb war die ertragsarme Landwirtschaft, wobei bis Anfang des 20. Jahrhunderts den nährstoffarmen Geestböden nur durch mühsame Plaggendüngung, den Moorböden durch Moorbrandkultur Ertrag abgerungen werden konnte. Die Viehhaltung beschränkte sich überwiegend auf anspruchslosen Heidschnucken (1892: 5949 Schafe). Die Verarbeitung ihrer Wolle zu Kleidungsstücken war für weite Bevölkerungsteile der wichtigste Nebenerwerbszweig. Hoher Bevölkerungsdruck und sinkende Zuverdienstmöglichkeiten durch sommerliche Hollandgängerei führten 1869/70 zur Ausweisung von 47 Kolonaten im heutigen Petersdorf. Erst im 20. Jahrhundert brachte der Einsatz gespanngezogener Maschinen und aufkommende Akzeptanz für Mineraldünger einen enormen Aufschwung der Landwirtschaft. Zur Verbreitung des Kunstdüngers beigetragen hat auch die 1906 eröffnete Stichbahn Friesoythe-Cloppenburg und der Bau der ersten befestigten Straßen, die die Verkehrsanbindungen wesentlich verbesserten und den Transport von Massengütern wie Dünger stark vereinfachten. 1924 hielt die Elektrizität in Bösel Einzug.

Siedlungsentwicklung und KolonisierungBearbeiten

Als erste gesteuerte Siedlungsaktivität im Gebiet der heutigen Gemeinde entstand 1874 Petersdorf durch Markenteilung und Besiedlung und Kultivierung von Ödländereien (Oldenburgische Binnenkolonisation). Die ersten, bereits 1869/70 eingewiesenen Siedler lebten ärmlich in aus Plaggen errichteten Erdhütten. Diese frühe Siedlungstätigkeit stellte sich aber als ökonomisch weitgehend unrentabel heraus. Daher erfolgte auch die Namensgebung des Ortes nach Großherzog Nikolaus Friedrich Peter von Oldenburg erst 1876, da viele Gebäude zum geforderten Termin noch nicht fertiggestellt waren oder teilweise bereits wieder aufgegeben waren. Erst 1877 waren alle Siedler mit einem festen Haus ansässig. Entscheidend zur Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen war die Einführung des gerade neu aufkommenden Kunstdüngers, der auch eine intensive Viehhaltung ermöglichte. In den 1920er Jahren hob dann auch der Straßenbau Richtung Wardenburg die bis dahin nachteilige Randlage Petersdorfs auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg verdoppelte sich die Bevölkerungszahl von Petersdorf durch Zuzug von Kriegsflüchtlingen, stagniert aber seitdem.
Nach den Erfahrungen mit der frühen Kolonie Petersdorf stockte der weitere Siedlungsausbau in Bösel lange Zeit.

  • Glaßdorf

Erst durch die wirtschaftlichen Zwänge und den Siedlerdruck in Folge des ersten und Zweiten Weltkrieges lebte im 20. Jahrhundert die Siedlungstätigkeit im Gemeindegebiet – vor allem durch Kolonisierung der weiten Flächen des Vehnemoores – auf. Als erstes wurde 1923 in der Gemeinde Bösel die Kolonie Glaßdorf vom Land Oldenburg gegründet. Das Siedlungsamt richtete auf 365 ha 30 Siedlungsstellen ein. Namensgebend für die Siedlung war der Landesökonomierat Robert Glaß (1867–1944).

  • Ostland

In diesem Rahmen entstand in der Gemeinde Bösel 1927 auch die Siedlung Ostland und in direkter Nachbarschaft die Siedlungen Habern I und Harbern II (Gemeinde Wardenburg) und Hogenset (Gemeinde Edewecht). Die Kolonatgrößen betrugen etwa 9 – 12 ha. Zur Vorbereitung der Siedlung wurde das Moor in Handarbeit gekuhlt, d. h. Sand aus dem Mooruntergrund wurde auf die Hochmoor- oder schon abgetorften Flächen gebracht. Da es sich um Notstandsmaßnahmen der Weimarer Republik zur Arbeitsbeschaffung handelte, spielte die Rentabilität eine untergeordnete Rolle.

  • Hülsberg

Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem starken Andrang von Siedlungsbewerbern (Flüchtlinge) wurde die Siedlung Hülsberg angelegt. Zu der Zeit standen der damaligen unteren Siedlungsbehörde in Oldenburg jedoch keine abgetorften Flächen zur Besiedlung zur Verfügung. Daher wurde an der Korsorsstraße im Vehnemoor eine im Staatsbesitz befindliche, 5 m mächtige und 350 ha große Hochmoorfläche durch Entwässerung mit Grenzgräben und Röhrendrainage direkt in Kultur genommen („Deutsche Hochmoorkultur“). Während die ursprüngliche Planung eine Reihensiedlung vorsah, entstand später ein geschlossener Siedlungskomplex aus 22 Vollerwerbsbetrieben mit je etwa 15 ha. Als die letzte in Deutschland auf der Basis der Hochmoorkultur angelegte Siedlung stellt Hülsberg mit seiner günstigen inneren Verkehrslage die Hochform dieses Siedlungstyps dar.

  • Overlahe

Als fünfte und jüngste Siedlungsgründung in der Gemeinde Bösel entstand zwischen 1956 und 1961 Overlahe. Auf Grundlage des Siedlungsförderungsgesetzes (1953) und des Bundesvertriebenengesetzes (1961) wurden in Overlahe auf einer 317 ha großen, industriell abgetorften Fläche der Vehnemoor-Gesellschaft heimatvertriebene Landwirte angesetzt. Zur Vorbereitung der landwirtschaftlichen Nutzung wurde das abgetorfte Moor übersandet und anschließend durchmischt („Sand-Moor-Mischkultur“). Wesentlich zur Kultivierung trugen der nach dem Kriege konstruierte Ottomeyer-Pflug und die Rathjens-Besandungsmaschine ("Wühlmausmaschine") bei. Die so gewonnenen Böden können ausgezeichnete Erträge erbringen. Die ausgewiesen 18 Stellen hatten jeweils 15–17 ha. Die Höfe liegen parallel zu der etwa 3,8 km langen, in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Overlaher Straße. Ein Dorfzentrum mit Wohnhäusern, Schule, Kirche und Sportplatz war zwar geplant, wurde aber nicht mehr realisiert. Der Name "Overlahe" bezieht sich auf alte Flurkarten, in denen das Land nördlich der Lahe als "Über der Lahe" ("Över de Lahe"; Lahe: Sumpfgebiet) bezeichnet wurde.[5]

Bösel im Nationalsozialismus (1933–1945)Bearbeiten

1933 wurden die Gemeinde Bösel aufgrund mangelnder wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und der geringen Einwohnerzahl von 1649 Personen erneut mit Altenoythe zusammengelegt und der Verwaltungssitz dorthin verlegt.

1936 erlangte Bösel überregionale Bedeutung, als die Einweihung des Schulneubaus direkter Anlass zum sog. „Kreuz-Erlass“ der nationalsozialistischen Herrscher wurde. In der Folge führte der Kreuzkampf zu einem der wenigen Massenproteste gegen Maßnahmen des Nationalsozialismus.

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges war auch Bösel von Kampfhandlungen betroffen. Anfang April 1945 machten zurückweichende deutsche Verbände im Gemeindegebiet Station. Mit Herannahen der Front waren Zivilisten zunehmend durch alliierte Tiefflieger bedroht. Am 15. April erreichte der erste Panzer der 4. Kanadischen Panzerdivision den Ort Bösel. Der kanadische Hauptstoß aus Richtung Thüle überraschte die deutschen Verteidiger, die einen Angriff aus Richtung Friesoythe erwarteten und sich daraufhin eilig absetzen mussten. Am 16. April gerieten die in die Moore zurückweichenden deutschen Truppen unter heftigen Beschuss, der auch die vielen dorthin geflohenen Zivilisten gefährdete. In dieser Situation ermöglichte eine dreistündige Kampfpause die Evakuierung der Zivilisten.

An ein dunkles Kapitel der Ortsgeschichte während der Nazi-Zeit erinnern seit November 2015 zwei Stelen am Kriegerdenkmal. Sie stehen für Stanislav Dytwach und Alfred Horsey. Dytwach (geboren 1931) wurde als Zwangsarbeiter aus dem polnischen Zimotki verschleppt. Er arbeitete auf einem Bauernhof, als er Opfer der Polen-Erlasse wurde. Er zeugte mit einer deutschen Frau ein Kind, wurde daraufhin im März 1942 von der Wilhelmshavener Gestapo festgenommen und ohne Gerichtsverfahren acht Monate später im Beisein u. a. des damaligen Böseler Bürgermeisters, des Ortsgruppenleiters des NSDAP und des Cloppenburger Amtshauptmanns im Böseler Kronsberg erhängt. Die Böseler wurden aufgefordert, der Hinrichtung beizuwohnen. Viele folgten der „Einladung“. Hinzu kamen die Zwangsarbeiter der Umgebung, die zur „Abschreckung“ anwesend sein mussten. Der 22-jährige englische Pilot Harry Alfred Horsey überflog nur wenige Tage vor Kriegsende mit seiner Hawker Tempest Bösel, wurde beschossen und musste notlanden. Nach seiner Festnahme sollten ihn zwei Soldaten zum Flugplatz Varrelbusch überführen. Auf dem Fußweg dorthin wurde er von einem der Soldaten hinterrücks erschossen. Der Mörder wurde nach dem Krieg von einem englischen Militärgericht zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe verurteilt.[6]

Bösel nach 1945Bearbeiten

Die frühe Nachkriegszeit war geprägt vom Neuaufbau demokratischer Strukturen, der Instandsetzung zerstörter Brücken über die Aue und Lahe, dem Zustrom von etwa 800 Ost-Flüchtlingen und katastrophaler Wohnraumnot sowie Mangel an fast allen Alltagsgegenständen. Kein Mangel herrschte dagegen an Heizmaterial, das als Schwarztorf selbst gegraben werden konnte. Konflikte gab es jedoch 1947 bei „Torfaktionen“, durch die Bösel Brenntorf an andere Gemeinden abliefern sollte.
Am 1. April 1948 wurde die seit 1935 bestehende alte Gemeinde Altenoythe aufgelöst und Bösel wieder eigenständig. Die junge Gemeinde stand zunehmend vor dem Problem, die Flüchtlinge menschenwürdig einzuquartieren – Bauplätze standen erst ab 1951 zur Verfügung.

Wirtschaftliche Entwicklung Bösels im 20. JahrhundertBearbeiten

Starke Impulse gingen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vom oldenburgischen Siedlungsamt aus, das durch massive Flächenaufkäufe, Entwässerungsmaßnahmen und verbesserte Meliorationstechniken (Tiefpflug u. ä.) eine gezielte Besiedlung und Kultivierung der Moorgebiete ermöglichte (s. u.). In nur sechs Jahrzehnten wandelte sich die Agrarstruktur entscheidend: waren um 1910 von den rund 10000 ha der Gemeinde nur 1000 landwirtschaftlich genutzt und 9000 ha Ödland oder Moore, hat sich bis 1970 die landwirtschaftliche Nutzfläche auf rund 5500 ha verfünffacht. An die Stelle ausgedehnten Buchweizenanbaus traten nun anspruchsvollere Getreidekulturen, Schafhaltung wurde durch Veredelung von Rindern (1892: 823, 1912: 1205, 1948: 2219) und Schweinen (435, 1276; 1209) ersetzt.
Seit den 1950er Jahren steigerte die Maschinisierung in der Landwirtschaft die Produktivität und senkte den Arbeitskräftebedarf. Dies bewirkte in der bis dahin landwirtschaftlich geprägten Gemeinde einen wirtschaftlichen Strukturwandel. Zunehmend entstanden – auch in Folge des „Wirtschaftswunders“ – Dienstleistungs- oder Industriebetriebe, die vom wirtschaftlichen Aufschwung profitierten und Stellen für ehemals landwirtschaftliche Arbeitskräfte boten. Zunehmender Individualverkehr führte 1968 zur Aufgabe des Personentransports auf der Bahnstrecke.

ReligionenBearbeiten

Die Einwohner von Bösel gehören mit 65,1 % mehrheitlich der römisch-katholischen Konfession an. Weitere 18,5 % sind evangelisch-lutherisch und 16,4 % gehören anderen Konfessionen an oder sind konfessionslos.[7]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Rat der Gemeinde Bösel besteht aus 20 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 7.001 und 8.000 Einwohnern.[8] Die 20 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Stimmberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Hermann Block (CDU).

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:

Partei 11. September 2016[9] 11. September 2011 10. September 2006
CDU 63,13 % 6.445 13 Sitze 68,52 % 6.218 14 Sitze 73,3 % 6.512 15 Sitze
SPD 31,69 % 3.236 6 Sitze 25,07 % 2.275 5 Sitze 15,4 % 1.370 3 Sitze
FDP 5,17 % 528 1 Sitz 6,40 % 581 1 Sitz 11,3 % 1.006 2 Sitze
Wahlbeteiligung 56,71 % 52,99 % 47,67 %

BürgermeisterBearbeiten

Seit 2006 ist Hermann Block (CDU) hauptamtlicher Bürgermeister von Bösel. Bei den letzten Bürgermeisterwahlen am 16. Februar 2014 wurde er mit 71,47 % der Stimmen wiedergewählt.[10]

WappenBearbeiten

Das Wappen der Gemeinde Bösel zeigt unter goldenem Schildhaupt, darin drei (perspektivisch gezeichnete) rote Ziegelsteine 2:1, in Rot zwei gekreuzte goldene Torfspaten.[11]

Die drei perspektivischen Ziegelsteine im oberen Teil des Wappens erinnern an zwei Ziegeleien, von denen eine (von Kobrinck, später Meirkord) bereits seit dem 15. Jahrhundert nachweisbar ist. Die gekreuzten Torfspaten im unteren Teil des Wappens deuten darauf hin, dass ein Drittel des Gemeindegebietes früher Moor war. Die Spaten wurden zum Graben von Weiß- und Schwarztorf benutzt. Die Farben Rot und Gold weist auf die altmünsterschen und altoldenburgischen Farben hin.

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Seit dem 8. September 1990 besteht eine Partnerschaft mit der Stadt Dippoldiswalde (umgangssprachlich Dipps) im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen.

KirchenBearbeiten

 
Hochaltar der Kirche St. Cäcilia in Bösel zur Weihnachtszeit

Die mittelalterliche Kapelle von Bösel wurde 1833/35 durch einen Neubau ersetzt. Zu Ehren der Großherzogin Cäcilie, die das Altarbild stiftete, bekam die neue Kirche das Patrozinium St. Cäcilia. 1922/23 wurde das Gotteshaus zur Kreuzform erweitert und im Neobarockstil reich ausgestattet, u. a. mit Wandmalereien von Gerhard Lamers.[12]

Die evangelische Auferstehungskirche wurde 1960 erbaut. Sie besitzt ein Wandgemälde der Himmelfahrt Christi von Hermann Oetken (1909–1998)[13] sowie fünf Glasfenster von Uwe Appold aus dem Jahr 2003.[14]

MusikBearbeiten

Mit dem Gemischten Chor Bösel, der Big Band Bösel[15] und dem Niedersachsen Sound Orchester (NSO) verfügt die Gemeinde Bösel über drei musikalische Gruppierungen, die weit über die Grenzen bekannt sind. Kulturelle Höhepunkte sind das alljährliche Adventskonzert des Gemischten Chores und dessen „Sommerserenade“ und seit 1961 die Euro-Musiktage.[16] Die Euro-Musiktage finden traditionell Anfang September statt und werden vom EURO Bösel e. V. organisiert.[17] Zudem gibt es im Ortsteil Petersdorf einen Kirchenchor sowie den Sing- und Spielkreis.

Museen und ParksBearbeiten

 
Museumspark „Am Pallert“

In unmittelbarer Nähe zum Dorfkern befindet sich der Dorfpark. Dieser grenzt an ein Gelände, auf dem regelmäßig Volks-, Musik- und Sportfeste stattfinden. Des Weiteren gibt es den Museumspark „Am Pallert“, wo man sich über die vorwiegend agrarisch geprägte Geschichte der Gemeinde informieren kann. Auf dem Gelände befinden sich das „Heimathaus“, ein Landmaschinenmuseum, ein Brotbackhaus und ein Bauerngarten.

SportBearbeiten

In der Gemeinde Bösel werden unterschiedliche Sportarten betrieben; über Fußball, Radfahren, Schwimmen, Volleyball, Boule, Jazztanz, Sportschießen, Angelsport, Kegeln, Volkstanz, Tischtennis, Jagen, Reiten und Tennis, bis hin zu unbekannteren Sportarten wie Jakkolo oder Sommerbiathlon. Die größten Sportvereine sind der SV Bösel e. V., SV Petersdorf e. V., TV Bösel e. V., Schützenbruderschaft St Franziskus Petersdorf, DJK Bösel und der Bürgerschützenverein mit seinen sieben Kompanien (unter anderem eine Sommerbiathlonmannschaft).

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Böseler Schützenfest (drittes Wochenende im Juli)
  • Petersdorfer Schützenfest (zweites Wochenende im Juli)
  • Euro-Musiktage (Anfang September)[17]
  • Verleihung des Borsla-Preises der Borsla-Vereinigung für Niederdeutsche Sprache und Literatur e. V. im November jedes Jahres
  • Weihnachtsmarkt (Dezember)
  • Adventskonzert des Gemischten Chores am ersten Advent
  • Aufführungen der DJK-Theatergruppe e. V. (Januar)
  • Ferienpassaktion des Gemeindejugendringes (in den Sommerferien)

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Bösel ist als Mitglied des „Zweckverbands Interkommunaler Industriepark Küstenkanal“ am Industrie- und Gewerbegebiet c-Port beteiligt.

BildungBearbeiten

Schulen:

  • St.-Martin-Grundschule
  • Oberschule
  • Grundschule Petersdorf

LiteraturBearbeiten

  • Gemeinde Bösel (Hg.): Gemeinde Bösel
    • Bd. 1: Gemeinde Bösel 1876–1976. Mit Beiträgen von F. Schwalm, F. Haskamp, J. Meyer, B. Robke, H. Werner, J. Stukenborg, C. Themann, A. Schröder, J. Ferneding, B. Grafe, H. Lenzschau. Bösel 1976.
    • Bd. 2: Gemeinde Bösel 1976–2001. Bösel 2001.
  • Benno Grafe (Red.): Christliche Denkmäler in der Gemeinde Bösel. Fotos von Franz Schwalm. Heimatverein Bösel. Bösel 2002.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bösel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und FußnotenBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2017 (Hilfe dazu).
  2. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  3. Homepage DWD Friesoythe-Altenoythe
  4. Homepage Petersdorf
  5. Oldenburg und der Nordwesten. Westf. Geogr. Studien 25. (Hrsg.: Inst. f. Geogr. Länderkd. Univ. Münster). 1971. 304. S. Münst i.W.
  6. Inschrift der Stele für Stanislav Dytwach: „Zum Gedenken an Stanislav Dytwach (1.1.1913 – 14.11.1942) ermordet am 14.11.1942 als Zwangsarbeiter in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Bösel“; Inschrift der Stele für Harry Alfred Horsey: „Zum Gedenken an Harry Alfred Horsey, 22-jähriger Pilot der Royal Air Force, ermordet am 3.4.1945 in der Zeit der Nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Bösel“.
  7. Bösel in Zahlen (Memento des Originals vom 9. Dezember 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.boeselonline.de, abgerufen am 24. September 2014
  8. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 25. Januar 2017.
  9. Gesamtergebnis Gemeindewahl 2016 11.09.2016, abgerufen am 25. Januar 2017
  10. Gemeinde Bösel - Ergebnis der Bürgermeisterwahl vom 16. Februar 2014, abgerufen am 25. September 2014
  11. Hauptsatzung der Gemeinde Bösel (Memento des Originals vom 18. Dezember 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.boeselonline.de, abgerufen am 25. September 2014
  12. Unsere Geschichte (kirche-in-boesel.de)
  13. Vgl. Detlef Mucks-Büker, Botschaft christlichen Glaubens
  14. Kraft des Geistes, Sonntagsblatt, 27. Mai 2011
  15. Homepage Big Band Bösel
  16. Otto Höffmann: „Auf Bösel einmal Trullala“ ... Geschichte und Geschichten des Böseler Musikerfestes. Musikverein Bösel, Bösel 1986.
  17. a b Homepage Euro-Musiktage Bösel