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Merlach ist ein Ortsteil der oberfränkischen Stadt Seßlach im Landkreis Coburg.

Merlach
Stadt Seßlach
Koordinaten: 50° 14′ 11″ N, 10° 45′ 30″ O
Höhe: 286 m ü. NN
Einwohner: 83 (2. Jul. 2015)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 96145
Vorwahl: 09567
Ehemaliges Gemeindehaus
Ehemaliges Gemeindehaus

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Merlach liegt etwa 15 Kilometer westlich von Coburg an einem Nordhang oberhalb des Hellingergrundes. Die Gemarkungsgrenze entspricht im Norden der bayerischen Landesgrenze mit Thüringen. Die Kreisstraße CO 21 verbindet den Ort mit Dürrenried sowie Gleismuthhausen und Autenhausen.

GeschichteBearbeiten

Merlach wurde erstmals 1290 urkundlich erwähnt, als der Würzburger Bischof Manegold unter anderem „villam Erlech“ an Karl von Heldritt verpfändete.[2] Der Ort gehörte zum Hochstift Würzburg. Die Dorfherrschaft hatten die zur Reichsritterschaft gehörenden Herren von Lichtenstein und von Altenstein. 1802 wurde das Hochstift Würzburg säkularisiert. Im Januar 1806 nahm Graf Joseph Carl die Tambacher Lande, zu denen auch Merlach gehörte, als reichsunmittelbare Grafschaft Ortenburg-Tambach in Besitz. Im Oktober 1806 wurde die Grafschaft mediatisiert. Von Dezember 1806 bis 1814 gehörte Merlach als Teil des Tambacher Landes zum Großherzogtum Würzburg. Nach dessen Auflösung wurde das Herrschaftsgericht Tambach dem Mainkreis zugeordnet. 1862 erfolgte die Eingliederung Merlachs in das neu geschaffene bayerische Bezirksamt Staffelstein.[3]

1875 hatte das Dorf 94 Einwohner, 55 Gebäude und 17 Wohnhäuser. 11 Personen gehörten zum Kirchsprengel der römisch-katholischen Pfarrkirche in Autenhausen und 83 zu dem der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche in Gemünda.[4] 1925 hatte das Dorf 82 Einwohner und 19 Wohnhäuser. 81 Personen waren evangelisch-lutherisch und eine römisch-katholisch.[5] Im Jahr 1987 hatte der Ort 93 Einwohner und 21 Wohnhäuser mit 25 Wohnungen.[6]

Nach dem Zweiten Weltkrieg prägte bis 1989 die Lage an der innerdeutschen Grenze den Ort.

Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Staffelstein aufgelöst. Seitdem gehört Merlach zum Landkreis Coburg. Im Zuge der bayerischen Gebietsreform verlor Merlach am 1. Mai 1978 seine Selbstständigkeit und wurde ein Gemeindeteil der Stadt Seßlach.

Größter Arbeitgeber ist die Mey Chair Systems GmbH mit rund 30 Beschäftigten am Stammsitz in Merlach, die sich auf die Entwicklung und Produktion von Arbeitsdrehstühlen, Stehhilfen und Hockern spezialisiert hat. Das Unternehmen wurde 1965 gegründet.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohnerzahl
1875 94[4]
1900 87[7]
1925 82[5]
1950 116[8]
1970 99[9]
1987 93[6]
2015 83

SehenswürdigkeitenBearbeiten

In der Liste der Baudenkmäler in Merlach sind drei Baudenkmäler aufgeführt.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Merlach (Seßlach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. www.sesslach.de (Memento des Originals vom 24. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sesslach.de
  2. Dorothea Fastnacht: Staffelstein. Ehemaliger Landkreis Staffelstein. Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. Oberfranken. Band 5: Staffelstein. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 2007, ISBN 978 3 7696 6861 2. S. 238
  3. Heinz Pellender: TAMBACH vom Langheimer Klosteramt zur Ortenburg´schen Grafschaft. Heft 3 der Schriftenreihe der historischen Gesellschaft Coburg e.V., Coburg 1985
  4. a b Vollständiges Ortschaften-Verzeichnis des Koenigreichs Bayern, ... mit einem General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Decbr. 1875, München, 1876
  5. a b Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern, nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928, München, 1928
  6. a b Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München, 1991
  7. Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister, München, 1904
  8. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950, München, 1952
  9. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, München 1973