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Hattersdorf ist ein Ortsteil der oberfränkischen Stadt Seßlach im Landkreis Coburg.

Hattersdorf
Stadt Seßlach
Koordinaten: 50° 11′ 46″ N, 10° 49′ 53″ O
Höhe: 267 m ü. NN
Einwohner: 133 (2. Jul. 2015)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1978
Postleitzahl: 96145
Vorwahl: 09569
Ehemaliges Gemeindehaus
Ehemaliges Gemeindehaus

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Hattersdorf liegt etwa zwölf Kilometer südwestlich von Coburg rechts der Rodach. Die Staatsstraße 2204 von Seßlach nach Dietersdorf führt an dem Ort vorbei. Etwa ein Kilometer nördlich liegt die unbewohnte Einöde Aumühle.

GeschichteBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung als „Hartiratisdorf“ war zwischen 1087 und 1102 im Rahmen von Weizenlieferungen für das Domstift Bamberg.[2] Die nächste Nennung erfolgte im Jahr 1135.[3] Eine weitere Nennung war 1291, als das Kloster Langheim eine Hube in Harttersdorf erwarb.[4] Die Langheimer Besitztümer verwaltete das Klosteramt Tambach.

Im Januar 1806 nahm Graf Joseph Carl die Tambacher Lande, zu denen auch Hattersdorf gehörte, als reichsunmittelbare Grafschaft Ortenburg-Tambach in Besitz. Im Oktober 1806 wurde die Grafschaft mediatisiert. Von Dezember 1806 bis 1814 gehörte Hattersdorf als Teil des Tambacher Landes zum Großherzogtum Würzburg. Nach dessen Auflösung wurde das Herrschaftsgericht Tambach dem Mainkreis zugeordnet. 1862 erfolgte die Eingliederung Hattersdorfs in das neu geschaffene bayerische Bezirksamt Staffelstein.[5]

1875 hatte das Dorf 171 Einwohner, 76 Gebäude und 32 Wohnhäuser. In der Gemeinde, aus Hattersdorf und Aumühle bestehend, lebten 176 Personen, von denen 158 zum Kirchsprengel der römisch-katholischen Pfarrkirche in Seßlach gehörten und 18 zu dem der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche in Heiligersdorf.[6] 1925 hatte das Dorf 151 Einwohner und 30 Wohnhäuser. In der Gemeinde wohnten 156 Personen, von denen 134 römisch-katholisch und 22 evangelisch-lutherisch waren.[7] Im Jahr 1987 hatte das Dorf 130 Einwohner und 32 Wohnhäuser mit 40 Wohnungen.[8]

Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Staffelstein aufgelöst. Seitdem gehört Hattersdorf zum Landkreis Coburg. Im Zuge der bayerischen Gebietsreform verlor Hattersdorf am 1. Januar 1978 seine Selbstständigkeit als Gemeinde und wurde wie sein Ortsteil Aumühle ein Gemeindeteil der Stadt Seßlach. Die etwa 1419–1420 erstmals genannte Aumühle wurde Ende des 20. Jahrhunderts abgerissen.[9]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohnerzahl
1875 171[6]
1900 155[10]
1925 151[7]
1950 242[11]
1970 142[12]
1987 130[8]
2015 133

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Dorfbrunnen

Der Dorfbrunnen ist ein Werk des Bamberger Bildhauers Michael Trautmann und entstand 1787. Er stand bis 1806 im Tambacher Schlosshof. Neben der achtseitigen Pyramide befanden sich zwei Steinfiguren, die verloren gegangen sind.

In der Liste der Baudenkmäler in Hattersdorf sind weitere Baudenkmäler aufgeführt.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hattersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. www.sesslach.de (Memento des Originals vom 24. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sesslach.de
  2. Dorothea Fastnacht: Staffelstein. Ehemaliger Landkreis Staffelstein. Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. Oberfranken. Band 5: Staffelstein. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 2007, ISBN 978 3 7696 6861 2. S. 145
  3. Walter Schneier: Das Coburger Land. 2. Auflage, Coburg 1990. S. 216
  4. Friedrich Hausmann: Tambach und die Grafen zu Ortenburg. In Weitramsdorf Vergangenheit und Gegenwart 1177–1977. S. 280
  5. Heinz Pellender: TAMBACH vom Langheimer Klosteramt zur Ortenburg´schen Grafschaft. Heft 3 der Schriftenreihe der historischen Gesellschaft Coburg e.V., Coburg 1985
  6. a b Vollständiges Ortschaften-Verzeichnis des Koenigreichs Bayern, ... mit einem General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Decbr. 1875, München, 1876
  7. a b Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern, nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928, München, 1928
  8. a b Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München, 1991
  9. Dorothea Fastnacht: Staffelstein. Ehemaliger Landkreis Staffelstein. Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. Oberfranken. Band 5: Staffelstein. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 2007, ISBN 978 3 7696 6861 2. S. 15
  10. Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister, München, 1904
  11. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950, München, 1952
  12. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, München 1973