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Die Mediengruppe Main-Post mit Sitz in Würzburg (Stadtteil Heuchelhof) gehört zur Mediengruppe Pressedruck und verlegt Zeitungen für die Region Unterfranken und den Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg.[1][2] Das Unternehmen gehörte bis Ende April 2011 zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.

Main-Post
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Beschreibung Deutsche Tageszeitung
Verlag Main-Post GmbH
Hauptsitz Berner Str. 2
97084 Würzburg
Erstausgabe 24. November 1945
Erscheinungsweise täglich außer sonntags
Verkaufte Auflage 116.379 Exemplare
(IVW 1/2019, Mo–Sa)
Chefredakteur Michael Reinhard
Geschäftsführer David Brandstätter
Weblink mainpost.de
ZDB 534863-8
Gebäude der Main-Post in Würzburg

Die verkaufte Auflage der gesamten Mediengruppe beträgt 116.379 Exemplare, ein Minus von 23,4 Prozent seit 1998.[3]

Inhaltsverzeichnis

ZeitungenBearbeiten

Zur Mediengruppe Main-Post gehören die früher selbständigen Tageszeitungen Main-Post, Schweinfurter Tagblatt, Schweinfurter Volkszeitung, Bote vom Haßgau, Haßfurter Tagblatt, Obermain-Tagblatt[4] und Volksblatt (früher[5] Fränkisches Volksblatt).

Ebenfalls gibt der Verlag die Magazine Tiepolo und Mamamia sowie die Verbrauchermagazine markt am Sonntag und markt am Mittwoch mit wöchentlich über 590.000 kostenlosen Exemplaren (neun verschiedene Ausgaben) heraus. Von Anfang 2004[6] bis Anfang 2007[7] erschien von der Zeitungsgruppe Main-Post auch die Wochenzeitung Boulevard Würzburg.

Seit 2015 hat die Main-Post auch die Werntal-Zeitung (Wochenzeitung) der Großgemeinde Arnstein übernommen.

Rund 1000 Personen arbeiten in den Abteilungen Redaktion, Anzeigenabteilung, Vertrieb, Technik und Verwaltung.

GeschichteBearbeiten

Vorläufer der Main-Post war der von den Würzburger Brüdern Carl und August Richter im Mai 1883 gegründete Würzburger General-Anzeiger, welcher von der Druckerei Richter mit der ersten in Würzburg aufgestellten Rotationspresse gedruckt wurde. 1941 musste der Würzburger General-Anzeiger auf Druck der Nationalsozialisten sein Erscheinen einstellen. Die braunen Machthaber stellten es so dar, als ob das Blatt mit ihrem NS-Gauorgan vereinigt worden sei und ließen von nun an die 1934 als Propaganda-Organ erstmals erschienene Mainfränkische Zeitung in den Produktionsstätten des Würzburger General-Anzeigers drucken. Die NSDAP-Zeitung erschien letztmals am 31. März 1945, zwei Wochen nach der Zerstörung Würzburgs durch die Alliierten.

Die erste Ausgabe der Main-Post erschien am 24. November 1945.[8] Unter diesem Namen lizenzierten die Alliierten in Würzburg eine überparteiliche Zeitung. Lizenznehmer waren Heinrich G. Merkel und Richard Seubert. Seit 1952[9] erscheint die Main-Post täglich.

In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Main-Post immer mehr, Lokalausgaben kamen hinzu und deckten bald ganz Mainfranken ab. Im Stammsitz in der Würzburger Innenstadt, dem 1953 wiederaufgebauten Verlagsgebäude in der Sterngasse mit dem späteren Erweiterungsbau in der Plattnerstraße,[10] wurde es zu eng. Im neu erschlossenen Stadtteil Heuchelhof entstand Anfang der 1970er Jahre Verlagsgebäude und Druckhallen für Zeitung und Fremdprodukte. Im September 1972 bezog dort die Firma Richterdruck ihr neues Betriebsgebäude.[11] Seit 1974 wird dort die Main-Post gedruckt.

Die Töchter von Carl Richter veräußerten das Unternehmen Mainpresse Richterdruck (mit Main-Post und Fränkischem Volksblatt)[12] 1991 an die Stuttgarter Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Diese wiederum verkaufte das Medienhaus mit Wirkung zum 1. Mai 2011 an die Mediengruppe Pressedruck in Augsburg (Augsburger Allgemeine).

VerbreitungsgebietBearbeiten

 
Main-Post-Leser in Nepal

In den Regionen Würzburg und Schweinfurt besitzt die Mediengruppe bei den Tageszeitungen eine Monopolstellung.

Der Zeitungstitel Main-Post erscheint in den Städten und Landkreisen: Würzburg, Ochsenfurt, Kitzingen, Tauberbischofsheim, Lohr, Gemünden, Karlstadt, Marktheidenfeld, Bad Brückenau, Hammelburg, Bad Kissingen, Bad Bocklet, Bad Neustadt, Mellrichstadt und Bad Königshofen.

Der Zeitungstitel Schweinfurter Tagblatt erscheint im Raum Schweinfurt/Gerolzhofen.

Die Zeitung Bote vom Haßgau erscheint im Raum Hofheim in Unterfranken/Königsberg in Bayern.

Der Zeitungstitel Volksblatt erscheint im Raum Würzburg, drei Ausgaben der Volkszeitung erscheinen in der Region Main-Rhön.

RedaktionBearbeiten

Alle Zeitungsseiten der Main-Post entstehen in zwei großen Redaktionseinheiten, den so genannten Newsdesks – dem Newsdesk-Mantel und dem Newsdesk Lokal (beide in Würzburg).

ChefredaktionBearbeiten

  • Chefredakteur (seit 2001): Michael Reinhard

MantelredaktionBearbeiten

Der Newsdesk-Mantel plant und baut die Seiten der früher eigenständigen Ressorts Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport, Journal, Franken und Bayern sowie das Wochenendmagazin. Hier werden die überregional interessanten Themen bearbeitet. Diese Seiten sind in allen Ausgaben von Main-Post, Schweinfurter Tagblatt und Bote vom Haßgau gleich.

LokalredaktionenBearbeiten

Die Lokalteile erscheinen nur in den jeweiligen Lokalausgaben. Einige Artikel werden – meist in gekürzter Form – im allgemeinen Teil an geeigneter Stelle wiederholt, sofern diesen Artikeln überregionale Bedeutung zuerkannt wird.

Für folgende Regionen gibt es Lokalteile: Würzburg, Ochsenfurt, Tauberbischofsheim, Main-Spessart (für Lohr, Karlstadt, Gemünden und Marktheidenfeld jeweils eigener Lokalteil mit zum Teil voneinander übernommenen Artikeln), Kitzingen, Schweinfurt, Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen, Haßberge, Gerolzhofen und Bad Königshofen.

AuflageBearbeiten

Die Main-Post hat wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 23,4 Prozent gesunken.[13] Sie beträgt gegenwärtig 116.379 Exemplare,[14] davon 64.237 im Gebiet Würzburg[15] und 42.268 im Raum Schweinfurt (inklusive Bote vom Haßgau).[16] Das entspricht einem Rückgang von 35.471 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 86 Prozent.


Entwicklung der verkauften Auflage[17]

 


Online-AngeboteBearbeiten

 
iPad-App der Zeitung

Die Mediengruppe Main-Post produziert, betreibt und vermarktet die Online-Plattformen mainpost.de, mediengruppe-mainpost.de, main-ding.de, fraenkischer-weinfestkalender.de, shop.mainpost.de, mainfrankencard.de, evergabe.mainpost.de, obermain.de, tiepolo-magazin.de, mamamia-online.de, wuewowas.de und pfiffikus.mainpost.de.

Am 21. Oktober 2006 wurde ein überregionales, familienorientiertes Onlineangebot gestartet, das nach einem Relaunch im Jahr 2008 über die Domain familieninsel.de abrufbar war. Zum Angebot gehörten neben redaktionellen Artikeln unter anderem ein Familien-Wiki zum Aufbau eines Online-Lexikons zu familienrelevanten Themen, ein Forum und eine Community. Seit dem 2. Mai 2012 war die Seite über die Subdomain www.main.de/familieninsel abrufbar.[18] Das Angebot wurde eingestellt.

Seit 2010 bietet die Main-Post ihren Lesern die Möglichkeit, die Tageszeitungen auf dem iPhone oder Android-Smartphone sowie seit 2011 auf Tablets zu lesen.

Kennzahlen für das journalistische Angebot (Stand: 2019)

  • 680.000 Unique User pro Monat[19]
  • 2.785.000 Visits pro Monat[20]
  • 17,3 Mio. PI pro Monat[19]

Projekte und Produkte für junge MenschenBearbeiten

  • Pfiffikus: Die Main-Post bietet zur Förderung von Kindern zwischen vier und zwölf Jahren Crossmedia-Nachrichten an, darunter täglich für diese Zielgruppe aufbereitete Artikel und wöchentliche Kinderseiten in der Tageszeitung, eine monatlich erscheinende Kinderzeitung und ein speziell darauf zugeschnittenes Online-Angebot pfiffikus.mainpost.de
  • KLASSE!-Projekt: KLASSE! ist seit 1995 das Zeitungsprojekt der Mediengruppe Main-Post. Mitmachen können Schulen aller Schularten in Mainfranken. Pro Schuljahr nehmen etwa 1250 Klassen mit über 25.000 Schülern teil.

TochterunternehmenBearbeiten

 
Briefkasten der Main-PostLogistik (rechts) in Münnerstadt

Das Tochterunternehmen Main-PostLogistik GmbH ist ein privater Briefdienstleister mit rund 100 Mitarbeitern. Zunächst war es nur möglich, innerhalb Unterfrankens Briefe zu versenden. Heute funktioniert der Versand über die Main-PostLogistik deutschland- und weltweit.

2001 ins Leben gerufen, hat sich das Unternehmen vom reinen Briefzusteller zum Postkomplettdienstleister entwickelt. Zum Dienstleistungsangebot gehören unter anderem die Abwicklung von Versendungen, komplette hausinterne Lösungen, Botentouren und Poststellenorganisation.

Mittlerweile zählt die Main-PostLogistik über 6000 Kunden (darunter auch alle bayerischen Behörden wie Polizei, Gerichte und Finanzämter). Seit ihrer Geburtsstunde wurden über 150 Millionen Sendungen mit der Main-PostLogistik verschickt.

Briefmarken heißen bei der Main-PostLogistik „Labels“. Hierbei handelt es sich um Aufkleber, die mit einem Barcode versehen sind. Durch diesen Barcode wird eine genaue Sendungsverfolgung der Briefe gewährleistet.

An der Papay Landois GmbH beteiligte sich die Mediengruppe im Jahr 2013 mit 51 Prozent[21]. Das Unternehmen betreibt in den Städten Würzburg, Schweinfurt und Ansbach News Blogs sowie zahlreiche Social Media.

Soziales EngagementBearbeiten

Über die seit 1945 bestehende Aktion Patenkind sammelt das Unternehmen jährlich etwa 300.000 Euro. Die Spenden, die zu 100 Prozent weitergereicht werden, kommen Bedürftigen im Verbreitungsgebiet der Main-Post zugute. Die Verwaltungskosten trägt die Main-Post.

Die Fair-ist-mehr-Trophäe wird seit 1991 für besonders faire Gesten im unterfränkischen Sport vergeben. Schirmherr ist seit 2004 IOC-Präsident Thomas Bach.

Mit der Aktion „Zeichen setzen“ wird seit 2003 herausragendes freiwilliges bürgerliches Engagement ausgezeichnet. Unterstützt wird die Aktion vom Erwachsenenbildungshaus Lernwerk Volkersberg.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Augsburger Allgemeine: Mediengruppe Pressedruck übernimmt die Main-Post. (Nicht mehr online verfügbar.) 20. Dezember 2010, archiviert vom Original am 22. Dezember 2010; abgerufen am 20. Dezember 2010.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.augsburger-allgemeine.de
  2. W&V: Holtzbrinck trennt sich von "Main Post". 20. Dezember 2010, abgerufen am 20. Dezember 2010.
  3. laut IVW, erstes Quartal 2019, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  4. Mediengruppe Main-Post kauft Obermain-Tagblatt. 17. Januar 2012, abgerufen am 8. Mai 2019.
  5. Artikel „Fränkisches Volksblatt“, in: Historisches Lexikon Bayerns, abgerufen am 30. Januar 2010
  6. BDZV: Neue Wochenzeitung „Boulevard Würzburg“.
  7. BDZV: Würzburgs neues Magazin „neun7“.
  8. http://www.dgb-schweinfurt.de/sw/aktuelles/1234.Aktiv_lokal_und_aktuell_.html@1@2Vorlage:Toter Link/www.dgb-schweinfurt.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. Sybille Grübel: Zeittafel zur Geschichte der Stadt von 1814–2006. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. Band 2, 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 1225–1247; hier: S. 1241.
  10. Bruno Rottenbach: Würzburger Straßennamen. Band 1, Fränkische Gesellschaftsdruckerei, Würzburg 1967, S. 94 (Hof Wolfhart).
  11. Rolf-Ulrich Kunze: Würzburg 1945–2004. Wiederaufbau, moderne Großstadt. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2 (I: Von den Anfängen bis zum Ausbruch des Bauernkriegs. 2001, ISBN 3-8062-1465-4; II: Vom Bauernkrieg 1525 bis zum Übergang an das Königreich Bayern 1814. 2004, ISBN 3-8062-1477-8; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9), Theiss, Stuttgart 2001–2007, Band III (2007), S. 318–346 und 1292–1295; hier: S. 341.
  12. Sybille Grübel: Zeittafel zur Geschichte der Stadt von 1814–2006. 2007, S. 1246.
  13. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  14. laut IVW, erstes Quartal 2019, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  15. laut IVW, erstes Quartal 2019, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  16. laut IVW, erstes Quartal 2019, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  17. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  18. familieninsel.de, Momentaufnahme vom 18. April 2012 im Internet Archive (abgerufen am 20. März 2017)
  19. a b Main-Post: Mediadaten 2019. Abgerufen am 8. Mai 2019.
  20. IVW, Durchschnitt Februar 2019
  21. Mediengruppe Main Post geht Beteiligung mit 'Würzburg erleben' ein. 11. Juni 2013, abgerufen am 19. Februar 2019.