Konzen

Ortsteil von Monschau

Konzen ist ein nordwestlicher Stadtteil von Monschau in der Städteregion Aachen und liegt unmittelbar an der belgischen Grenze und am Hohen Venn.

Konzen
Stadt Monschau
Wappen von Konzen
Koordinaten: 50° 35′ 12″ N, 6° 15′ 20″ O
Höhe: 543 m ü. NHN
Fläche: 7,97 km²
Einwohner: 2306 (1. Jan. 2020)
Bevölkerungsdichte: 289 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 52156
Vorwahl: 02472
Konzen (Nordrhein-Westfalen)
Konzen

Lage von Konzen in Nordrhein-Westfalen

Pankratiuskapelle
Kirche St. Peter

GeschichteBearbeiten

Das Venndorf Konzen ist der älteste Teil Monschaus. Von hier aus wurden Burg und Stadt Monschau gegründet. Das Konzener Wappen zeigt Karl den Großen, der neben einem Lilienzepter ein Modell der Aachener Stiftskirche in den Händen hält.

Erstmals erwähnt ist Konzen in einer Urkunde aus dem Jahre 888, mit welcher der fränkische König Arnolf, Ururenkel Karls des Großen, eine Schenkung durch Kaiser Lothar II. bestätigte. Diese bezog sich auf Abgaben von Erträgen aus der Land- und Forstwirtschaft des Aachener Umlandes, die zukünftig an das Aachener Marienstift zu entrichten waren. Konzen wird darin als einer von 43 karolingischen Königshöfen im Rheinland, in Wallonien und in Lothringen genannt, die über den üblichen Zehnt hinaus zu weiteren Abgaben verpflichtet wurden.

Der exakte Zeitpunkt der Gründung des „Konzener Königshofs“ ist nicht genau bekannt. Als gesichert gilt aber, dass das Monschauer Land schon in römischer Zeit, zumindest ab dem 3./4. Jahrhundert n. Chr., besiedelt gewesen war. Die ursprüngliche Bevölkerung gab nach dem Einfall der Franken im 5. Jahrhundert ihre Siedlungen auf, denn an den Stellen der ehemaligen Siedlungsgebiete befanden sich seitdem mit wenigen Ausnahmen ausschließlich Waldgebiete. Verkehrswege aus römischer Zeit sind nachweisbar; eine Verbindung zwischen zwei Hauptstraßen des weströmischen Reichs führte offensichtlich von Kesternich kommend über Konzen und Mützenich durchs Hohe Venn, was anhand römischer Funde entlang dieser Strecke sowie den nichtfränkischen Ortsnamen der Gegend nachweisbar ist: Konzen z. B. leitet sich vom lateinischen Wort compendium ab, dessen Lesart „Abkürzungsweg“ auf eine Siedlung inmitten eben jener zwei Hauptstraßen hinweist. Die aufgrund römischer Besiedlung entstandenen Namen sowie die Tatsache, dass anstelle der ursprünglichen Siedlungen dichte Wälder getreten waren, zeigt, dass die Franken dieses Gebiet lange Zeit gemieden haben müssen. Da sich aber herrenloses Land im fränkischen Reich stets im Besitz des Königs befand, wurde das Gebiet des heutigen Monschaus schließlich in eine Forstorganisation miteinbezogen. Zu deren Verwaltungssitz ernannte man später den inzwischen gegründeten Konzener Königshof; eine Funktion, die dieser über mehrere Jahrhunderte erfüllte. In seiner Gemarkung findet sich bis heute ein Gut aus fränkischer Zeit.

Mit der Pankratiuskapelle besitzt Konzen das älteste Bauwerk in der Region, die Grundmauern sowie der Taufstein werden ebenfalls in die karolingisch-fränkische Zeit datiert. In der neueren Zeit diente die Kapelle bis zur Errichtung einer neuen Leichenhalle als Ort der Aufbahrung und der Trauerfeierlichkeiten. Diese Funktion hat inzwischen die gegenüberliegende Aufbahrungshalle übernommen, die sich seit 2019 in Trägerschaft des Vereins „Wir für Konzen“ befindet.

Nach umfangreichen Zerstörungen in der Spätphase des Zweiten Weltkrieges haben sich zunächst die bäuerlich-dörflichen Strukturen eines Eifeldorfes wieder gebildet. Durch die zunehmende Motorisierung erfuhr Konzen in den vergangenen 30 Jahren einen erheblichen Bevölkerungsaufschwung durch Zuzüge und Arbeitspendler nach Aachen.

Bis Ende 1971 gehörte Konzen als eigenständige Gemeinde zum damaligen Amt Imgenbroich im damaligen Kreis Monschau, Teil des damaligen Regierungsbezirk Aachen. Durch das Aachen-Gesetz wurden sowohl der Kreis als auch der Regierungsbezirk am 1. Januar 1972 aufgelöst und Konzen und Imgenbroich in die Stadt Monschau eingegliedert.[1] 25 Einwohner wechselten nach Simmerath.[2]

Im April 2016 hatte Konzen 2247 Einwohner.[3]

VerkehrBearbeiten

Durch Konzen führt die Bundesstraße 258, die Aachen über Monschau mit der Stadt Trier verbindet.

Die AVV-Buslinien 66, 82 und SB66 des BVR Busverkehr Rheinland verbinden Konzen mit Monschau, Aachen, Roetgen und Simmerath. Zusätzlich verkehrt wochentags zu bestimmten Zeiten der NetLiner der ASEAG.[4] In den Nächten vor Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen sorgt eine Nachtbuslinie der ASEAG für Verbindungen aus Richtung Aachen.

Linie Betreiber Verlauf
66 BVR Aachen Bushof – Kaiserplatz – Josefskirche – Bf Rothe Erde – Forst – Brand – Kornelimünster – Walheim – Friesenrath – Roetgen – Konzen – Imgenbroich – Monschau
82 BVR Simmerath (– Konzen) – Imgenbroich – Monschau Parkhaus
SB66 BVR Schnellbus:
Aachen Bushof – Kaiserplatz – Josefskirche – Bf Rothe Erde – Brand – Kornelimünster – Walheim – Friesenrath – Roetgen – Konzen – Imgenbroich – Monschau
N60 ASEAG Nachtexpress: nur in den Nächten vor Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen
Aachen Hauptbahnhof → Elisenbrunnen → Aachen Bushof → Kaiserplatz → Josefskirche → Bf Rothe Erde → Forst → Brand → Kornelimünster → Walheim → Hahn → Venwegen → Mulartshütte → Rott → Roetgen → Lammersdorf → Rollesbroich → Witzerath → Simmerath → Strauch Am Roßbach → Kesternich → Imgenbroich → Konzen → Roetgen → Friesenrath → Walheim

Die ehemalige Eisenbahnstrecke der Vennbahn ist stillgelegt, dort verläuft der Vennbahn Rad- und Wanderweg (vgl. Tourismus). Der ehemalige Bahnhofsbereich ist belgisches Staatsgebiet und gehört zur Gemeinde Eupen.

BaudenkmälerBearbeiten

TourismusBearbeiten

Konzen liegt am Vennbahn Rad- und Wanderweg Aachen-Ulflingen. Neben den Wetterschutzhecken aus Buchen bilden Wanderungen im Hohen Venn die touristischen und landschaftlichen Höhepunkte des Ortes.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Konzen – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 309.
  2. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 58.
  3. Anlage 2: Ortsübersicht mit Einwohnerzahlen (Stand Ende April 2016). (PDF; 2,4 MB) In: Markterkundung zur Breitbandversorgung im Stadtgebiet Monschau. Stadt Monschau, die Bürgermeisterin, 1. Juni 2016, S. 5, abgerufen am 17. März 2021.
  4. Der NetLiner - mobil in Monschau. In: aseag.de. ASEAG, abgerufen am 17. März 2021.