Kammerwahl 1974

Wahl zur luxemburgischen Abgeordnetenkammer im Jahr 1974
1968Parlamentswahlen 19741979
 %
30
20
10
0
29,9
27,0
23,3
10,1
8,8
1,0
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
−7,6
−4,0
+5,3
+10,1
−4,3
+0,6

Die Kammerwahl 1974 zur Bestimmung der Mitglieder der luxemburgischen Abgeordnetenkammer fand am 26. Mai 1974 statt.

5
17
5
14
18
17 14 18 
Insgesamt 59 Sitze

AusgangslageBearbeiten

Nach der vorgezogenen Kammerwahl 1968 wurde die Koalitionsregierung aus CSV und LSAP durch eine CSV/DP-Koalition ersetzt. Premierminister blieb Pierre Werner (CSV).

WahlrechtBearbeiten

Die Sitze werden innerhalb von vier Wahlkreisen proportional nach dem D’Hondt-Verfahren verteilt.

ErgebnisBearbeiten

Jeder Wähler hatte so viele Stimmen, wie im Wahlbezirk Abgeordnete zu wählen waren. Die Ergebnisse der einzelnen Wahlbezirke:[1]

Wahlbezirk Süden Wahlbezirk Osten Wahlbezirk Zentrum Wahlbezirk Norden Luxemburg insgesamt
Anzahl % Sitze Anzahl % Sitze Anzahl % Sitze Anzahl % Sitze Anzahl %
unge-
wichtet
%
ge-
wichtet*
Sitze
Wahlberechtigte 205.817
Wähler 74.279 20.644 60.607 29.997 185.527 90,14
Gültige Stimmzettel 70.100 94,4 19.449 94,2 57.564 95,0 28.263 94,2 175.376 94,53
Gültige Stimmen 1.578.395 111.326 1.074.204 241.313 3.005.238
Sitze insgesamt 24 6 20 9 59
CSV 401.606 25,4 6 40.758 36,6 2 296.450 27,6 6 98.176 40,7 4 836.990 27,85 29,88 18
LSAP 554.682 35,1 9 19.311 17,3 1 252.208 23,5 5 49.680 20,6 2 875.881 29,15 26,97 17
DP 213.664 13,5 3 29.296 26,3 2 370.193 34,5 7 54.890 22,7 2 668.043 22,23 23,29 14
SDP 150.335 9,5 2 18.807 16,9 1 76.551 7,1 1 30.802 12,8 1 276.495 9,20 10,10 5
KPL 249.823 15,8 4 3.154 2,8 54.782 5,1 1 6.876 2,8 314.635 10,47 8,76 5
LPL 18.502 1,7 18.502 0,62 0,56
LCR 8.285 0,5 5.518 0,5 889 0,4 14.692 0,49 0,44
* Stimmenanteile unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Stimmenzahlen pro Wähler in den einzelnen Wahlbezirken

Die CSV fiel auf das schlechteste Ergebnis seit ihrer Gründung 1944, während die mitregierende DP deutlich hinzugewann, aber drittstärkste Partei blieb. Erstmals in die Kammer ein zog die SDP, eine Abspaltung der LSAP, angeführt vom ehemaligen Vizepremier Henry Cravatte.

RegierungsbildungBearbeiten

Premierminister Werner erklärte nach der Niederlage der CSV noch am Wahlabend seinen Amtsverzicht. Die neue Koalitionsregierung aus LSAP und DP trat am 15. Juni 1974 ihr Amt an. Neuer Premierminister wurde Gaston Thorn (DP), obwohl die LSAP die stärkere Partei war.[2]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Luxemburgische Regierung: BULLETIN SPÉCIAL — 26 mai 1974
  2. Ismayr (Hrsg.) Die politischen Systeme Westeuropas, 1. Auflage 1997, S. 385–386