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Joseph Hörmann von Hörbach

bayerischer Ministerialbeamter
Familienwappen

Joseph Hörmann von Hörbach (* 4. Dezember 1778 in Innsbruck; † 30. April 1852 in München) war ein bayerischer Ministerialbeamter.

HerkunftBearbeiten

Die Hörmann von Hörbach sind ein Briefadelsgeschlecht aus Tirol, mit Adelsbrief von Kaiser Joseph II. für Johann Joseph Hörmann von Hörbach (1719–1796), datiert vom 11. März 1785. Er war der Großvater von Joseph Hörmann von Hörbach. Der Eintrag der Familie in die Adelsmatrikel des Königreiches Bayern erfolgte 1814.[1][2]

WerdegangBearbeiten

Joseph Hörmann von Hörbach wurde in Innsbruck, als Sohn von Johann Ignaz Hörmann von Hörbach (1750–1810) und dessen Gattin Josepha von Lemmen zu Linsingburg (1752–1827)[3] geboren. Der Vater Johann Ignaz war Kammerprokurator, Appellationsgerichtsrat und einer der angesehensten Jura-Professoren an der Universität Innsbruck. Er genoss das besondere Vertrauen der seinerzeit bayerischen Regierung von Tirol.

Als die Bayern 1814 das Land verließen trat der Sohn Joseph Hörmann von Hörbach in königlich bayerische Dienste über: 1814 Legationsrat und Oberjustizrat in Ulm sowie Finanzkommissär mit besonderem Auftrag im Innkreis, 1818 8. Rat der Lehen- und Hoheitssektion im Außenministerium und Ministerialrat ebenda., 1828 Vizepräsident und 1831 Appellationsgerichtspräsident des Isarkreises in Freising. Er wurde als Gesandtschaftsrat von König Max I. Joseph wiederholt mit wichtigen Missionen betraut. Längere Zeit gehörte der Beamte der "Mainzer Zentralkommission zur Untersuchung hochverräterischer Umtriebe" an, wodurch mehrere seiner Kinder in Mainz geboren wurden und seine Frau dort starb.[4]

Von Mai 1840 bis zu seiner Demission im Zusammenhang mit der Affäre um Lola Montez amtierte er als Regierungspräsident von Oberbayern bis zum 1. März 1847. Er trat damit in den Ruhestand unter Verleihung des Titels eines Staatsrats im a.o. Dienst, ab 15. Mai 1850 Staatsrat im o. Dienst bis zu seinem Tod.

Joseph Hörmann von Hörbach verfasste u. a. das Buch Tirol unter der baierischen Regierung, das 1816 anonym erschien.[5]

EhrungenBearbeiten

FamilienverhältnisseBearbeiten

Joseph Hörmann von Hörbach war zwei Mal verheiratet: (1) 1807 in Ulm mit Maria geb. Jellenz (1785–1827) aus Freiburg im Breisgau,[6] (2) 26. Juni 1839 mit Caroline verwitwete Erwig, geb. Cramer.

Das Paar hatte 4 Söhne:[7]

  • Goswin Hörmann von Hörbach (1810–1873), bayerischer Ober-Apellationsgerichtsrat ⚭ nacheinander mit Julie Alwens (1823–1849) und Susanne Alwens (1828–1899), beides Töchter des rheinpfälzischen Regierungspräsidenten Franz Alwens (1792–1871)
  • Otto Hörmann von Hörbach (1817–1863), bayerischer Kammerjunker und Landrichter
  • Max Hörmann von Hörbach (1819–?), bayerischer Ober-Berg- und Salinenrat
  • Winfried Hörmann von Hörbach (1821–1896), bayerischer Staatsminister und Regierungspräsident von Schwaben

LiteraturBearbeiten

  • Walter Schärl: Die Zusammensetzung der bayerischen Beamtenschaft von 1806–1918 (Münchener historische Studien, Abtlg. Bayerische Geschichte 1). Lassleben, Kallmünz 1955, Nr. 301.
  • Hannelore Putz: Joseph Hörmann von Hörbach. Regierungspräsident von Oberbayern 1840–1847. In: Die Regierungspräsidenten von Oberbayern im 19. und 20. Jahrhundert. Hrsg. im Auftr. von Regierungspräsident Werner-Hans Böhm durch Stephan Deutinger, Karl-Ulrich Gelberg und Michael Stephan. München 2005, S. 107–113.
  • Justus Perthes: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser, Ausgabe 1912, Seiten 440–442; (Digitalscan)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Karl Heinrich von Lang: Adelsbuch des Königreichs Baiern: Grundwerk, Band 1, Seite 389; Scan aus der Quelle
  2. Über die Geschichte der Familie Hörmann von Hörbach
  3. Johann Christian von Hellbach: Adels-Lexikon, Band 2, 1826, Seite 28; Scan zur Familie Lemmen zu Linsingburg
  4. Speyerer Zeitung, Nr. 14, vom 19. Januar 1833; Scan aus der Quelle
  5. Komplettscan des 1. Bandes
  6. nach Schärl (1955): 1. März 1808
  7. nach Schärl (1955): 5 Söhne, 1 Tochter