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Josef Göppel

deutscher Politiker, MdL, MdB
Josef Göppel (2014)
Video-Vorstellung (2014)

Josef Göppel (* 16. August 1950 in Rauenzell) ist ein deutscher Politiker der Christlich-Sozialen Union in Bayern. Von 2002 bis 2017 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Seit 2017 ist er Energiebeauftragter des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für Afrika.

Inhaltsverzeichnis

Leben und BerufBearbeiten

Nach der Mittleren Reife 1966 begann Göppel eine Berufsausbildung in der Forstwirtschaft, die er 1969 mit der ersten und 1972 mit der zweiten Staatsprüfung für den gehobenen technischen Forstdienst beendete. Von 1973 bis 1994 war er als Förster im Revierdienst tätig.

Josef Göppel ist seit 1977 verheiratet und hat vier Töchter.

PolitikBearbeiten

Göppel trat 1970 in die CSU ein. Er engagiert sich vor allem in der Umweltpolitik. Von 1991 bis 2017 leitete er den Arbeitskreises „Umwelt und Landesentwicklung“ der CSU. Göppel gehört außerdem dem Beirat des überparteilichen Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft an. Seit November 2017 ist er gemeinsam mit der Grünen-Politikerin Bärbel Höhn Energiebeauftragter für Afrika.[1]

AbgeordnetentätigkeitBearbeiten

Von 1972 bis 2004 war Göppel Mitglied des Stadtrates seines Heimatortes Herrieden, wo er von 1984 bis 2002 Vorsitzender der CSU-Fraktion war. Daneben gehörte er von 1974 bis 1994 dem Bezirkstag von Mittelfranken an. Seit 1996 ist der Mitglied des Kreistages des Landkreises Ansbach.[2]

Von 1994 bis 2002 war Göppel Mitglied des Bayerischen Landtages.

Von 2002 bis 2017 war Göppel Mitglied des Deutschen Bundestages. Die Funktion des Obmanns der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, die er von 2005 bis 2014 ausübte, entzog ihm die Fraktionsspitze wegen seines mehrfach abweichenden Abstimmungsverhaltens.

Josef Göppel zog stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Ansbach in den Bundestag ein.[3] Bei der Bundestagswahl 2002 erreichte er hier 56,4 % der Erststimmen. 2005, 2009 und 2013 wurde er wiedergewählt. Bei der Bundestagswahl 2017 kandidierte er nicht erneut.

Politische PositionenBearbeiten

Göppel wurde auch als „grünes Gewissen der CSU“ tituliert.[4] Als Vorsitzender des Arbeitskreises Umwelt der CSU unternahm er mehrere Vorstöße zur Einführung eines generellen Tempolimits auf der Autobahn.[5] Er stimmte als einziger CSU-Abgeordneter gegen die 2010 von der Koalition geplante Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke.[6]

Josef Göppel stimmte im Deutschen Bundestag am 29. September 2011 gegen die Erweiterung des Europäischen-Rettungsfonds EFSF, weil sie nicht mit einer Einführung einer Finanztransaktionssteuer verbunden wurde.[7]

Göppel stimmte im März 2014 als einer von drei Abgeordneten der Großen Koalition im Deutschen Bundestag für Anträge der Grünen, die eine Kennzeichnung von genverändertem Honig forderten und den Anbau von Genmais verhindern sollten.[8] In den Koalitionsverhandlungen 2013 war Göppel Mitglied der Arbeitsgruppe Energie, stimmte aber letztendlich gegen den Koalitionsvertrag, da er die dort getroffenen Vereinbarungen im Bereich Energie nicht mittragen wollte, u. a. wegen der Zentralisierung der Energiewende.[9][10]

Göppel ist Vorsitzender des Deutschen Verbands für Landschaftspflege. Im Jahre 1986 hatte er den ersten Landschaftspflegeverband Mittelfranken gegründet, um die Gegensätze zwischen Naturschützern und Landwirten in seiner Heimatregion zu überwinden.[11]

2014 war Göppel an der Gründung der Regionalstrom Franken Genossenschaft beteiligt, die Kleinerzeuger bündelt und den regional erzeugten Strom unmittelbar an die benachbarten Städte liefert.[12]

2018 unterstützte er das bayerische Volksbegehren gegen Flächenfraß mit einem Vorschlag zur Begrenzung des Landverbrauchs durch Flächenbudgets.[13][14]

2018 wandte sich Göppel gegen den Rechtsruck der CSU-Führung und schloss sich der "Union der Mitte" an.[15][16]

Nach Erfolg des bayerischen Volksbegehrens für mehr Artenvielfalt im Jahr 2019 wurde er Mitglied des Runden Tisches Arten- und Naturschutz zur Ausarbeitung neuer umweltgesetzlicher Regelungen.[17]

VerwandtenaffäreBearbeiten

Am 3. Mai 2013 wurde von der Landtagspräsidentin des bayerischen Landtags Barbara Stamm (CSU) eine Liste mit Namen von Abgeordneten veröffentlicht, die Verwandte ersten Grades (Ehepartner, Eltern, Kinder) beschäftigten (sog. „Verwandtenaffäre“).[18][19] Auf dieser Liste wird auch Göppel aufgeführt. Göppel selbst gab in einer Stellungnahme an, wegen einer fehlgeschlagenen Nierentransplantation seine Ehefrau als Fahrerin sowie für Bürotätigkeiten seine beiden Töchter zur Betreuung der Website für je 325 Euro angestellt zu haben, kurz bevor ein entsprechendes Verbot in Kraft trat.[20]

EhrungenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Energie-Botschafter für Afrika. 11. Oktober 2017, abgerufen am 9. Januar 2019.
  2. Landratsamt Ansbach: Kreistagsmitglied Josef Göppel. In: Kreistag. Landratsamt Ansbach, abgerufen am 29. Januar 2019.
  3. Josef Göppel MdB a. D. - Zur Person. In: www.goeppel.de. 1. November 2017, abgerufen am 29. Januar 2019.
  4. Josef Göppel: Das grüne Gewissen der CSU - WINDKRAFTSATIRE.DE. 20. November 2014, abgerufen am 6. September 2016.
  5. Deutsche Autobahnen: CSU-Politiker für Tempolimit. In: sueddeutsche.de. ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 6. September 2016]).
  6. Göppel stimmt gegen Laufzeitverlängerung. Veröffentlicht am 28. Oktober 2010. Abgerufen am 29. Januar 2019.
  7. abgeordnetenwatch.de: Euro-Stabilisierungsfonds EFSF. In: www.abgeordnetenwatch.de. Abgerufen am 5. Dezember 2016.
  8. Streit um Gentechnik geht weiter. In: Agrarheute, 19. März 2014. Abgerufen am 29. Januar 2019.
  9. Gegenwind bei Erneuerbaren. Der Tagesspiegel. 2. Dezember 2013. Abgerufen am 17. Oktober 2017.
  10. In der Hand von Großkonzernen. Klimaretter Info. 28. November 2013. Abgerufen am 17. Oktober 2017.
  11. Der DVL-Vorstand. Deutscher Verband für Landschaftpflege. Abgerufen am 17. Oktober 2017.
  12. Die Vorstände. Redionalstrom Franken. Abgerufen am 17. Oktober 2017.
  13. Dirk Walter: Neuer Anlauf gegen Flächenfraß. In: Münchner Merkur. 18. Oktober 2018, abgerufen am 29. Januar 2019.
  14. Alexander Haneke: Stillleben mit Betonklotz. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 5. Oktober 2018, abgerufen am 29. Januar 2019.
  15. Süddeutsche Zeitung: Göppel kritisiert CSU-Spitze. In: Süddeutsche Zeitung. 19. Juli 2018, abgerufen am 29. Januar 2019.
  16. Olaf Kupfer: "Union der Mitte": CSU bekommt Gegenwind aus den eigenen Reihen. In: Westdeutsche Zeitung. 25. Juli 2018, abgerufen am 29. Januar 2019.
  17. Wolfgang Wittl: Alle wollen die Bienen retten, manche sogar gemeinsam. In: sueddeutsche.de. 20. Februar 2019, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 26. März 2019]).
  18. Anhang zur Presseinformation vom 02.05.2013 (PDF) Der Spiegel. 2. Mai 2013. Abgerufen am 17. Oktober 2013.
  19. Die Liste der Amigo-Abgeordneten im Überblick. Spiegel Online. 3. Mai 2013. Abgerufen am 17. Oktober 2017.
  20. Stellungnahme Göppels. Veröffentlichung am 29. Mai 2013. Abgerufen am 29. Januar 2019.
  21. Josef Göppel MdB :: Biografie/Initiativen :: Bundestagsabgeordneter Wahlkreis Ansbach - Weißenburg - Gunzenhausen. Abgerufen am 29. Januar 2019.
  22. FÖS | Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft | © 2016. In: www.foes.de. Abgerufen am 6. September 2016.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Josef Göppel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien