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Johannes Zeno Floehr (* 2. Oktober 1991 in Willich) ist ein deutschsprachiger Moderator, Autor und Poetry Slammer aus Krefeld.[1]

Johannes Floehr 2016 in der Weststadthalle, Essen

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Nach seinem Abitur am Krefelder Gymnasium am Moltkeplatz studierte Floehr Kulturwissenschaften an der Fernuniversität Hagen. Er lebt und arbeitet in Krefeld.[2]

ModerationBearbeiten

Floehr tritt bei diversen Literatur- und Kultur-Veranstaltungen als Moderator auf. Er moderierte neben weiteren Poetry Slams in der Region unter anderem bereits die offene Bühne Open Mic[3], PowerPoint Karaoke, Lesen für Bier, das Folklorefest sowie das Welcome Now-Festival im Theater Krefeld, dessen Einnahmen der Krefelder Flüchtlingshilfe zugutekommen. Im Mai 2018 veranstaltete und moderierte er gemeinsam mit Bernard Hofmeister die nordrhein-westfälischen U20-Meisterschaften im Poetry Slam (NRW-Slam) in Krefeld.[4] Der Journalist Mojo Mendiola nannte ihn „eine sympathische Quasselstrippe mit Köpfchen und Esprit, sicherlich ein Moderator mit Zukunft“.[5]

Im Juli 2019 richtete Floehr in Krefeld unter dem Namen "Twytter-Festiv@l" das erste deutsche "Twitter-Festival" aus[6], bei dem Künstler aus der deutschsprachigen Twitter-Szene wie Krieg und Freitag, MC Smook, Kathrin Weßling sowie die Mit-Organisatoren Jonathan Löffelbein (mit Worst of Chefkoch) und Fabian Navarro (mit seinem Gedichte-Bot "Eloquentron3000[7]") auftraten. Moderiert wurde das auf zwei Bühnen gleichzeitig stattfindende Festival von Floehr und der Wiener Poetin Teresa Hossa. Sämtliche Akteure verzichteten auf eine Gage und der gesamte Erlös der Veranstaltung wurde an Sea-Watch gespendet. Es kamen bei 350 Zuschauern rund 3.100 € zusammen.[8]

LiteraturBearbeiten

Seit 2010 ist Floehr auf deutschsprachigen Bühnen als Teilnehmer von Poetry Slams tätig. Seit 2011 konnte er sich für jede nordrhein-westfälische sowie deutschsprachige Slam-Meisterschaft qualifizieren. Im April 2016 gewann er bei der WestStadtStory in der Weststadthalle Essen das Jahresfinale des größten monatlichen Poetry Slams in Nordrhein-Westfalen, wodurch er sich für den NRW Slam 2016 in Bochum qualifizierte. Dort kam er ins Finale und erreichte im Schauspielhaus Bochum den dritten Platz. Zudem gewann er 2014 für seine sich dem Thema Demenz widmende Kurzgeschichte Wie im Puppenhaus den Jugendliteraturpreis "Compete" des Heinrich-Heine-Institutes.[9] 2018 erreichte er bei den deutschsprachigen Slam-Meisterschaften in Zürich das Halbfinale. Floehr leitet regionale Workshops (wie etwa den Krefelder Schul-Slam[10][11]) und Schreibwerkstätten (SchreibTisch Krefeld[12]). Im Dezember 2016 sowie Januar 2018[13] reiste er als Gast des Auswärtigen Amtes nach Estland, um dort Slam-Workshops und Lesungen durchzuführen.[14]

Im Paderborner Lektora-Verlag erschien Anfang 2018 seine erste Textsammlung mit dem Titel Buch. Coolibri schrieb, das Buch mache "Lust auf mehr Texte, Reime und frische Gedanken des jungen Krefelders."[15] Einige seiner Texte sind in diversen Literatur- und Satiremagazinen erschienen, unter anderem regelmäßig in titanic. Darüber hinaus arbeitet Floehr auch als Autor für diverse Formate bei funk.

Seine zumeist humoristischen Texten greifen politische und gesellschaftliche Themen auf und beinhalten häufig dadaistische Elemente sowie Sprachspielereien.

HörspieleBearbeiten

Seine ersten Hörspiele veröffentlichte Floehr unter dem Pseudonym Jacques Fleur 2009 auf Last.fm.[16] 2013 initiierte er gemeinsam mit Hank Zerbolesch, Michel Kühn und Lisa Schøyen das Podcast-Projekt „Podcastpoesie“[17], bei dem wöchentlich eine neue Folge mit Beiträgen von Slammern und Autoren wie Fabian Navarro, Sebastian 23, Tobi Katze, Frank Klötgen, Sandra Da Vina oder René Sydow veröffentlicht wurde. Aus der Zusammenarbeit resultierten in der Folge zwei überregional aufgeführte Live-Hörspiele, jeweils mit Floehr in einer der Hauptrollen, Die Zeitmaschine erschien 2015 auf CD bei periplaneta und erhielt positive Kritiken[18][19]. Im Jahr darauf folgte, bislang lediglich live aufgeführt, Das Geheimnis um das verschollene Pep. Darüber hinaus arbeitete Floehr 2015 als Sprecher diverser Rollen bei der zwölfstündigen Hörbuchfassung von Jan Philipp Zymnys Roman Henry Frottey – Sein erster Fall: Teil 2 – Das Ende der Trilogie (Regie: Andy Strauß) mit.

ProgrammeBearbeiten

SonstigesBearbeiten

  • 2011 wirkte er im satirischen Dokumentarfilm Die PARTEI mit.[20]
  • Floehr ist Fan des KFC Uerdingen 05 und moderiert dort nach den Heimspielen regelmäßig den "Fan-Talk"
  • Sein Vater Ralf Floehr (* 1957, † 2007) war Gründer des Verlages La fleur.

AuszeichnungenBearbeiten

  • 2014: Jugendliteraturpreis des Heinrich-Heine-Instituts für Wie im Puppenhaus
  • 2014: Friedrichstadtmeister des Pitcher Poetry Slams in Düsseldorf
  • 2016: Jahressieger der WestStadtStory in der Weststadthalle Essen
  • 2016: 3. Platz bei den nordrhein-westfälischen Poetry Slam-Meisterschaften im Schauspielhaus Bochum[21]
  • 2017: Düsseldorfer Stadtmeister bei der Poesieschlacht im zakk[22]

Veröffentlichungen (Auswahl)Bearbeiten

Sprechrollen bei Hörspielen/-büchernBearbeiten

  • u. a. Hauptrolle C.G. Jung in Die Zeitmaschine von Hank Zerbolesch, periplaneta 2015, ISBN 978-3-943876-88-8.
  • u. a. Weltuntergangsprediger in Henry Frottey – Sein erster Fall: Teil 2 – Das Ende der Trilogie von Jan Philipp Zymny (Hrsg.). Lektora Verlag 2015, ISBN 978-3-95461-042-6.
  • div. Rollen in Das Geheimnis um das verschollene Pep von Hank Zerbolesch, Live-Hörspiel 2016

WeblinksBearbeiten

  Commons: Johannes Floehr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Johannes Floehr: In sieben Minuten die Welt erklären. In: KR-ONE. 2. Februar 2017 (kr-one.de [abgerufen am 2. März 2017]).
  2. © 2013 Knut Habicht: Kultur in Krefeld | Literaturszene II. Abgerufen am 2. März 2017.
  3. Véronique Gantenberg: „Open Mic“: Eine Bühne, auf der alles erlaubt ist. In: Westdeutsche Zeitung. 18. Juli 2016 (wz.de [abgerufen am 3. März 2017]).
  4. Marie Massin: Slammer auf Titeljagd. In: Westdeutsche Zeitung. 28. Mai 2018 (wz.de [abgerufen am 29. Mai 2018]).
  5. Mojo Mendiola: Krefeld: Slammerin des Jahres siegt mit Poetry übers Küssen. Abgerufen am 5. März 2017.
  6. Gianluca Reucher: Krefeld: Festival bringt Twitter ins echte Leben. Abgerufen am 19. Juli 2019.
  7. Markus Lust, Franz Lichtenegger: Dieser Bot schreibt tiefgründige Gedichte auf Instagram. In: Vice. 9. Mai 2018, abgerufen am 19. Juli 2019 (österreichisches Deutsch).
  8. twytter festiv@l: DREITAUSENDDREIUNDNEUNZIGEURODREIUNDACHTZIG sind nach Abzug aller Kosten übrig & konnten wir heute an @seawatch_intl überweisen! Danke an alle, die das Twytter-Festiv@l besucht und/oder unterstützt haben und zu dieser stolzen Summe beigetragen haben! pic.twitter.com/6M6lRgB6xY. In: @TwytterF. 15. Juli 2019, abgerufen am 19. Juli 2019.
  9. compete2014. (Nicht mehr online verfügbar.) 21. Oktober 2015, archiviert vom Original am 21. Oktober 2015; abgerufen am 2. März 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/compete2014.org
  10. Marit Blossey: Krefeld: Problem Hosenkauf oder der 1. Krefelder Schul-Slam. Abgerufen am 3. März 2017.
  11. Erster Schul-Slam: Eine Siegerin, aber zehn Gewinner. In: Westdeutsche Zeitung. 30. Juni 2016 (wz.de [abgerufen am 2. März 2017]).
  12. Schreibwerkstatt im Jules Papp. In: Rheinische Post. 8. Juli 2014.
  13. Poetry Slam. In: KSG ajaveeb. 26. Januar 2018 (wordpress.com [abgerufen am 27. Januar 2018]).
  14. Poetry slam – Tallinna Saksa Gümnaasium. In: Tallinna Saksa Gümnaasium. 6. Dezember 2016 (edu.ee [abgerufen am 2. März 2017]).
  15. Weise Worte und Dadaismus: Typisch. In: Coolibri Magazin. (coolibri.de [abgerufen am 17. Juni 2018]).
  16. Jacques Fleur – Musik, Videos, Konzerte, Statistiken und mehr. In: Last.fm. Abgerufen am 22. März 2017.
  17. Podcastpoesie: Online verdichtet. In: Coolibri Magazin. (coolibri.de [abgerufen am 2. März 2017]).
  18. Hank Zerbolesch – Die Zeitmaschine (Hörspiel) CD-Review. Terrorverlag (terrorverlag.com [abgerufen am 5. März 2017] Kritik).
  19. Hörspielkritik: „Die Zeitmaschine“ (Hank Zerbolesch / Periplaneta). (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 6. März 2017; abgerufen am 5. März 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/scifiwatchman.blogspot.de
  20. Andreas Coerper, Martin Sonneborn: Die PARTEI. 13. August 2009, abgerufen am 2. März 2017.
  21. Rede zur Lage der Situation - Johannes Floehr | NRW Slam 2016 | WDR. 21. Oktober 2016, abgerufen am 2. März 2017.
  22. Poesieschlacht. Abgerufen am 15. August 2017.
  23. Befüllung des Literaturautomaten März 2012. In: Literaturautomat. Abgerufen am 8. März 2017.
  24. August 2017. Abgerufen am 15. August 2017.