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Joachim Krase

deutscher Offizier und Nachrichtendienstler

Joachim Krase (* 1925 oder 1926; † 24. Juli 1988 in der Nähe von Bonn) war ein deutscher Offizier, Nachrichtendienstler und Doppelagent, der zuletzt den Dienstgrad eines Obersts bekleidete.

LebenBearbeiten

1967 wurde Krase Mitarbeiter des MAD. In den 1970er Jahren begann Krase seine Tätigkeit für das Amt für Sicherheit der Bundeswehr (ASBw), wo er schließlich 1980 zum stellvertretenden Kommandeur avancierte, eine Position, die er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1984 innehatte. Zugleich arbeitete Krase allerdings schon seit 1969 für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR, dem er sich selbst als Mitarbeiter angeboten hatte. Als IM „Günter Fiedler“ wurde er überwiegend von Wolfgang Lohse geführt.[1]

Krase verstarb 1988 an Krebs. 1990 wurde seine Agententätigkeit für die DDR aufgedeckt.[2] Nach Einschätzung von Jürgen Reichardt hat Krase der Bundeswehr „immensen Schaden“ zugefügt und zu den erfolgreichsten Agenten des Kalten Kriegs gehört.[1] Er stand auch im Verdacht, maßgeblich an der Kießling-Affäre beteiligt gewesen zu sein.[3]

LiteraturBearbeiten

  • Gestorben: Joachim Krase. In: Der Spiegel. Nr. 32, 1988, S. 158 (online).
  • MAD-Spion enttarnt. In: Der Spiegel. Nr. 43, 1990, S. 14 (online).
  • Helmut R. Hammerich: Joachim Krase (1925-1988). Ein "unscheinbarer grauer Oberst": Der MAD-Vize als IM der Stasi. In: Helmut Müller-Enbergs und Armin Wagner (Hrsg.): Spione und Nachrichtenhändler. Geheimdienst-Karrieren in Deutschland 1939-1989. Ch. Links, Berlin 2016, ISBN 978-3-86153-872-1, S. 269–297.
  • Petra Schäfter, Ivo Thiemrodt: Strafjustiz und DDR-Unrecht: Dokumentation. Band 4, Teil 2, de Gruyter, ISBN 3-89949-081-9, S. 631.
  • Helmut R. Hammerich: Ein DDR-Spion in der Spitze des MAD: Oberst Joachim Krase. In: Militärgeschichte, 2016, Ausgabe 2, S. 10–13

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Helmut Müller-Enbergs, Armin Wagner (Hrsg.): Spione und Nachrichtenhändler: Geheimdienst-Karrieren in Deutschland 1939-1989 Verlag Ch. Links Verlag, 2016, ISBN 9783861538721, Seiten 25, 272, 294
  2. Schlimme Schlappe. In: Der Spiegel. Nr. 44, 1990 (online).
  3. Wolfgang Wiedemeyer: Vom Morast in den abgrundtiefen Sumpf. Deutschlandfunk, 3. Januar 2009, abgerufen am 30. September 2017.