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Dienststellung

funktionale Einordnung eines Beamten oder Soldaten in die Entscheidungshierarchie oder Befehlsstruktur

Eine Dienststellung bezeichnet – im Gegensatz zu einem Dienstrang oder Dienstgrad – die funktionale Eingliederung einer Person in einer Befehls- und Kommandostruktur bei vielen Streitkräften bzw. in einer Organisationsstruktur bei einigen Organisationen mit hoheitlichen Aufgaben. In Österreich wird auch die Bezeichnung Dienstverwendung oder Funktion verwendet.

DeutschlandBearbeiten

BundeswehrBearbeiten

Die Dienststellung geht gemäß der deutschen Vorgesetztenverordnung (VorgV) hinsichtlich der Befehlsbefugnis dem Dienstgrad vor. Beispiele:

  • Ein Zugführer könnte z. B. den Dienstgrad Oberleutnant haben. Sein Einheitsführer ist jedoch unabhängig vom Dienstgrad dem Zugführer aufgrund seiner Dienststellung vorgesetzt (§ 1 VorgV), selbst wenn er nur den Dienstgrad Leutnant hätte. Das kommt kurzfristig in Betracht, wird jedoch normalerweise über längere Zeit vermieden.
  • Der Soldat einer Einheit habe den Dienstgrad Hauptmann. Ein Feldwebel im (vorübergehenden) Dienst als Offizier vom Wachdienst ist diesem Soldaten aufgrund seiner Dienststellung im Bereich der festgelegten Wachaufgaben vorgesetzt (§ 3 VorgV).

Die Bezeichnungen General der Infanterie, General der Fernmeldetruppe, General Flugsicherheit, General der Nachschubtruppe und General der Heeresflugabwehrtruppe sind in der Bundeswehr im Gegensatz zu den früheren Armeen keine Dienstgrade mehr, sondern Dienststellungen.

FeuerwehrBearbeiten

Bei der Feuerwehr in Deutschland wird in einigen Bundesländern (z. B. Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen) das Prinzip der Unterscheidung zwischen Dienstgraden und Dienststellungen angewandt. Die Feuerwehrangehörigen tragen hier neben dem Dienstgradabzeichen ggf. ein spezielles Dienststellungsabzeichen.

Technisches HilfswerkBearbeiten

Das Technische Hilfswerk kennt nur Dienststellungen; nicht jedoch Dienstgrade.

Siehe auchBearbeiten