Hauptmenü öffnen
Jenaz
Wappen von Jenaz
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Region: Prättigau/Davos
BFS-Nr.: 3863i1f3f4
Postleitzahl: 7233
Koordinaten: 772596 / 199370Koordinaten: 46° 55′ 23″ N, 9° 42′ 18″ O; CH1903: 772596 / 199370
Höhe: 755 m ü. M.
Fläche: 25,91 km²
Einwohner: 1161 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 45 Einw. pro km²
Website: www.jenaz.ch
Jenaz, Ansicht von Süden

Jenaz, Ansicht von Süden

Karte
LünerseePartnunseeStausee KopsSilvretta-StauseeVermuntseeLai da Ova SpinLago di LivignoSchottenseeDavoserseeGrünsee (Arosa)Schwarzsee (Arosa)HeidseeLai da Ravais-ch SuotLai da Ravais-ch SurLiechtensteinÖsterreichItalienKanton St. GallenRegion AlbulaRegion ViamalaRegion ImbodenRegion Engiadina Bassa/Val MüstairRegion LandquartRegion MalojaRegion PlessurDavosFiderisFurna GRJenazKlosters-SerneusConters im PrättigauKüblisLuzeinGrüschSchiersSeewis im PrättigauKarte von Jenaz
Über dieses Bild
w

Jenaz (rätoromanisch Audio-Datei / Hörbeispiel Gianatsch?/i) ist eine politische Gemeinde in der Region Prättigau/Davos des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

WappenBearbeiten

Blasonierung: Geteilt von Blau und Gold; in Blau sechsstrahliger goldener Stern, in Gold zwei blaue Pfähle.

Überliefertes Wappen der Gemeinde.

GeographieBearbeiten

Das heutige Jenaz liegt im Talboden an der Bahnlinie Landquart–Davos. Alt-Jenaz, das frühere Zentrum, liegt 30 Höhenmeter darüber auf einer eiszeitlichen Schwemmterrasse und weist ein Dorfbild von nationaler Bedeutung auf. Ausserdem gehören noch der Weiler Rüti rechts der Landquart und der Ortsteil Pragg-Jenaz (früher Furna Station genannt) am Furnerbach zur Gemeinde. Vom gesamten Gemeindeareal von beinahe 26 km² ist rund die Hälfte landwirtschaftlich nutzbar (1247 ha; meist Alpwirtschaften). Etwas über 10 km² (genau 1008 ha) sind von Wald und Gehölz bedeckt. Daneben umfasst das Gemeindegebiet 263 ha unproduktive Fläche (meist Gebirge) und 77 ha Siedlungsfläche.

Jenaz grenzt an Arosa, Fideris, Furna, Luzein und Schiers.

GeschichteBearbeiten

Jenaz wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Junazis erwähnt. Zu dieser Zeit waren Jenazer Güter im Besitz des Churer Domkapitels und des Dominikanerklosters St. Nicolai während die Hoheitsrechte bei der Herrschaft Castels lagen. Im 14. Jahrhundert wanderten walserdeutsch sprechende Walser ins rätoromanische Mittelprättigau.

Jenaz trat 1436 als Teil des Gerichts Castels dem Zehngerichtenbund bei. Das Gericht Castels wurde 1662 in Castels-Jenaz und Castels-Luzein aufgeteilt. Die St. Peterskirche (ab 1511 St. Peter und Paul), in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erwähnt, war die Mutterkirche von St. Antönien und Furna und wurde 1526 reformiert.

 
Bad Jenaz

1733 fasste die Gemeinde eine im Valdavos entdeckte Quelle und liess ein Gast- und Badehaus erstellen. Das Bad Jenaz wurde 1766 für 130 Gäste vergrössert, war bis zum Brand von 1834 in Betrieb und wurde danach abgebrochen. Die dort 1941 neugefasste Mineralquelle ist öffentlich zugänglich. [2]

Das Bauerndorf Jenaz lebte während Jahrhunderten von der Viehzucht auf den zahlreichen Alpen sowie dem Korn- und Obstbau. Die Talstrasse (1843–1863) und die Bahnverbindung ab 1889 begünstigten die Entwicklung des Gewerbes (Baugewerbe, Holzverarbeitung). Im Jahr 2000 arbeitete die Hälfte der Erwerbstätigen im Industriellen Sektor.

BevölkerungBearbeiten

1850 zählte Jenaz 806 Einwohner, 1888 997 (Bahnbau), 1900 820, 1950 1053, 2000 1130. Von den 1158 Bewohnern Ende 2004 waren 1076 (= 93 %) Schweizer Bürger.

PersönlichkeitenBearbeiten

PolitikBearbeiten

Der Gemeindepräsident ist Werner Bär-Bühler (Stand 2014).

SehenswürdigkeitenBearbeiten

VerkehrBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Jakob Rudolf Truog: Jenazer Heimatbuch. Selbstverlag des Verfassers 1945, Verlag Prättigauer und Herrschäftler, 3. Auflage[6]
  • Jakob Rudolf Truog: Das Bad Jenaz. Bündnerisches Monatsblatt: Zeitschrift für bündnerische Geschichte, Landes- und Volkskunde. Band 1941, Heft 3[7]
  • Bruno Weber: Alte Kurhäuser in Graubünden: Jenaz, Fideris, St. Moritz, Le Prese. Unsere Kunstdenkmäler, Mitteilungsblatt für die Mitglieder der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Band 29, Heft 4 1978 Heft 4[8]
  • Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden II. Die Talschaften Herrschaft, Prättigau, Davos, Schanfigg, Churwalden, Albulatal. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 9). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1937.DNB 811066703.
  • Ariane Kühne: Drei Episoden aus der neueren Jenazer Geschichte. In: Jahresbericht der Walservereinigung Graubünden, Splügen 2003, Seite 72–79.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Jakob Rudolf Truog: Das Bad Jenaz. Bündnerisches Monatsblatt, Zeitschrift für bündnerische Geschichte, Landes- und Volkskunde. Band 1941, Heft 3
  3. Altersheim Jenaz auf www.graubuendenkultur.ch.
  4. Platzhus
  5. Haus Luzi
  6. Prättigauer und Herrschäftler: Jenazer Heimatbuch
  7. Das Bad Jenaz
  8. Alte Kurhäuser in Graubünden: Jenaz, Fideris, St. Moritz, Le Prese