Ingo Appelt

deutscher Comedian und Kabarettist

Ingo Appelt (* 20. April 1967 in Essen) ist ein deutscher Komiker.

Ingo Appelt (2018)

Leben Bearbeiten

Herkunft und Ausbildung Bearbeiten

Appelt ist Sohn von Inka Appelt, die sich von seinem Vater Wilhelm Appelt trennte und dann von 1969 bis 1980 mit dem Fußballspieler Günter Fürhoff verheiratet war.[1] Ingo Appelt lebte zwischen dem 11. und 26. Lebensjahr in Würzburg.[2] Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Maschinenschlosser bei Siemens.[3] Er engagierte sich gewerkschaftlich bei der IG Metall und wurde später deren hauptamtlicher Bildungsreferent in Würzburg.[4]

Berufliche Laufbahn Bearbeiten

1989 hatte er seinen ersten Auftritt auf der Bundesjugendkonferenz der IG Metall, seit 1993 ist er hauptberuflich Komiker. Einem breiteren Publikum wurde er als Gast in der RTL Nachtshow, bei RTL Samstag Nacht, im Quatsch Comedy Club auf ProSieben und mit einem Auftritt beim Arosa Humor-Festival vertraut. Bekannt wurde er durch die Parodie des damaligen Verteidigungsministers Rudolf Scharping (SPD) sowie anderer Prominenter wie Helmut Kohl, Michael Mittermeier, Gerhard Schröder, Til Schweiger und Herbert Grönemeyer. Er gilt als ein Vertreter des schwarzen Humors.

Später kam er mit einer eigenen wöchentlichen Ingo Appelt Show zu ProSieben, die Ende November 2000 nach elf von 13 geplanten Folgen aufgrund schlechter Einschaltquoten und „geschmacklicher Entgleisung“ abgesetzt wurde.[5] In der letzten gezeigten Ausgabe wurden u. a. Kinderpuppen umgekegelt und auf eine Torwand geschossen.[6] Daraufhin wurde es um ihn ruhig. Es folgte eine Tournee, und ab 2002 wurden seine Fernsehauftritte wieder häufiger.

Im September 2006 wurde er neuer Anchorman der RTL-Comedyshow Freitag Nacht News.[5] Da die Einschaltquoten der Show jedoch stark zurückgingen, wurde sie bereits am 29. Dezember desselben Jahres abgesetzt. In der ProSieben-Märchenadaption von Hans im Glück, die im Rahmen der Sendereihe Die Märchenstunde produziert wurde, spielte Appelt eine der Hauptrollen an der Seite von Christian Ulmen, Nora Tschirner und Märchenerzähler Thomas Fritsch. Die Erstausstrahlung von Hans im Glück – Tauschrausch im Märchenwald war im September 2006 auf ProSieben. In der Folge Schneewittchen – 7 Zipfel und ein Horst, die 2007 in der 4. Staffel lief, war er als Jäger zu sehen.

 
Ingo Appelt und seine Frau Sonia Guha-Thakurta beim Comedypreis 2016 in Köln.

Ab Mai 2007 moderierte er als Nachfolger von Heinz Gröning die zweite Staffel der Comedy-Talkshow u. A. w. g. – um Antwort wird gebeten auf Comedy Central.[7] In dem Film African Race – Die verrückte Jagd nach dem Marakunda, der im Januar 2008 von RTL ausgestrahlt wurde, spielte er eine Nebenrolle. Im April und Mai 2008 war er in einigen Folgen der ProSieben-Sendung Noch Besserwissen – Die große Show des unnützen Wissens zu sehen. Ab Januar 2010 moderierte er die RTL-2-Comedysendung Fun Club – Comedystars live.

Appelt war Mitglied der 15. Bundesversammlung, die am 18. März 2012 zusammentrat und Joachim Gauck zum deutschen Bundespräsidenten wählte.[8] Im August 2012 wurde bekannt, dass Appelt im Visier der Düsseldorfer al-Qaida-Zelle stand.[9] Bei der Auswertung von Unterlagen seien die Namen von Prominenten gefunden worden, die als mögliche Anschlagsziele dienen sollten, darunter auch Appelt.

Ab Mai 2013 tourte er mit dem Bühnenprogramm Göttinnen.[10] Seit Oktober 2013 ist er in der Fernsehshow Mario Barth deckt auf! zu sehen, in der er gemeinsam mit Mario Barth Fälle von vermeintlicher Steuerverschwendung präsentiert.[11][12] Seit Oktober 2014 ist Appelt Moderator der BR-Sendung Kabarett aus Franken.[13] Seit 2015 war er mit seinem Bühnenprogramm Besser … ist besser deutschlandweit auf Tour.

Im September 2020 ging Appelt mit seinem neuen Programm Der Staats-Trainer auf Tour.[14]

Persönliches Bearbeiten

Ingo Appelt heiratete im Juni 2016 in Las Vegas Sonia Guha-Thakurta.[15] Sie ist die Barchefin des Quatsch Comedy Clubs in Berlin.[16][17] Den Heiratsantrag machte er ihr bei der Verleihung des Deutschen Comedypreises 2015 von der Bühne aus, nachdem er sich für die erhaltene Auszeichnung für die Beste Comedyshow bedankt hatte.[18] Appelt ist Mitglied der SPD.[3]

Diskografie Bearbeiten

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[19]
Der Abräumer
  DE 49 20.10.1997 (25 Wo.)
Feuchte Seite
  DE 22 16.11.1998 (14 Wo.)
Singles[19]
Tanz Für Mich (mit Aquagen)
  DE 45 21.08.2000 (4 Wo.)

Singles Bearbeiten

Alben Bearbeiten

  • 1997: Der Abräumer
  • 1998: Feuchte Seite
  • 2004: Schlicht Böse (nie öffentlich erschienen, aber im Umlauf)
  • 2004: Superstar
  • 2008: Männer muss man schlagen
  • 2011: Frauen sind Göttinnen – Wir können nur noch beten
  • 2017: Besser ... ist besser (Live Do-CD)

Videoalben Bearbeiten

  • Quatsch Comedy Club – Das Beste Vol. 1, 2000 (DVD)
  • African Race, 2007 (DVD)
  • Ingo Appelt: Männer muss man schlagen, 2008 (DVD)
  • RTL Samstag Nacht: 1993–1998, 2010 (DVD) & 2015 (Blu-ray)
  • Nightwash – 10 Jahre, 2011 (DVD)
  • Laurel & Hardy: Die komische Liebesgeschichte von Dick & Doof Their Lives And Magic, 2012 (DVD)
  • 20 Jahre Quatsch Comedy Club, 2012 (DVD)

Bücher Bearbeiten

Filmografie Bearbeiten

Auszeichnungen Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Derwesten.de: RWE-Legende Fürhoff hat „Staub und Dreck gefressen“, Sport, Würzburg, Thomas Lelgemann, 18. Februar 2013, abgerufen am 26. Januar 2016
  2. ingo-appelt.de: Ingo Appelt neuer Moderator bei „Kabarett aus Franken“, abgerufen am 4. Oktober 2014
  3. a b FOCUS Online: SPD kann sterben: SPD-Mitglied Appelt schreibt Partei ab - doch hat eine Rettungs-Idee. Abgerufen am 27. November 2021.
  4. Archivierte Kopie (Memento vom 14. September 2018 im Internet Archive)
  5. a b Thomas Lückerath: Ingo Appelt wird neuer Anchor der "Freitag Nacht News". In: DWDL.de. 31. Juli 2006, abgerufen am 4. Februar 2023.
  6. Iris Alanyali: Ein Grenzgänger ging zu weit. In: welt.de. 30. November 2000, abgerufen am 18. Juni 2021.
  7. Uwe Mantel: Ingo Appelt wird Moderator bei Comedy Central. In: DWDL.de. 3. April 2007, abgerufen am 13. Mai 2023.
  8. Die Welt: 991 Stimmen für Joachim Gauck als Präsidenten, Sarah Maria Brech, K. Schäder, Thomas Sebastian Vitzthum, 18. März 2012
  9. Hamburger Abendblatt: „Düsseldorfer Zelle“ – Markus Lanz, Ingo Appelt: Prominente im Visier von al-Qaida, Düsseldorf, Frank Bretschneider, dapd, 21. August 2012
  10. Derwesten.de: Ingo Appelt präsentiert „Göttinnen“ in der Kaue Gelsenkirchen, Ruhrgebiet, Gelsenkirchen, Tobias Mühlenschulte, 6. Mai 2012
  11. RTL: Die neue Comedy-Show mit Star-Comedian Mario Barth (Memento vom 29. November 2014 im Internet Archive), 2. Oktober 2013, abgerufen am 19. November 2014
  12. Lübecker Nachrichten: Ingo Appelt macht sich auf RTL über die Stadt Lübeck lustig, Lokales, Lübeck, kha, 15. Oktober 2014, abgerufen am 19. November 2014
  13. Bayerischer Rundfunk: Studio Franken: Ingo Appelt präsentiert „Kabarett aus Franken“, Veronika Zettl, 30. September 2014
  14. Aachener Zeitung: Ingo Appelt: Geheimrezept gegen die deutsche Depression. Abgerufen am 12. September 2020.
  15. Lustigste Hochzeit. Abgerufen am 12. September 2020.
  16. Sonia wird jahrgangsbeste Barmixerin | Barakademie Berlin Newsblog. 4. März 2016, abgerufen am 23. August 2023.
  17. Komiker Ingo Appelt über seinen Heiratsantrag beim „Deutschen Comedypreis“ in Köln | Diese Hochzeit ist kein Witz! Abgerufen am 23. August 2023 (englisch).
  18. RP ONLINE: Deutscher Comedypreis verliehen: Wie Ingo Appelt mit seinem Heiratsantrag alle überraschte. 22. Oktober 2015, abgerufen am 23. August 2023.
  19. a b Chartquellen: DE