Hauptmenü öffnen

Thomas Fritsch (Schauspieler)

deutscher Schauspieler

Leben und KarriereBearbeiten

Thomas Fritsch ist der Sohn des Schauspielers Willy Fritsch und der Tänzerin und Schauspielerin Dinah Grace (eigentl. Ilse Schmidt). Bei Kriegsende flüchtete die Familie nach Hamburg, wo Fritsch nach der Mittleren Reife bei Eduard Marks, dem Leiter der Schauspielklasse der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, studierte und ferner noch Gesangs- und Ballettunterricht nahm. Es war Gustaf Gründgens, der dem damals 16-Jährigen zu einer Schauspielkarriere riet. Fritsch hatte sein Debüt 1963 am Stadttheater Heidelberg als Marchbanks in George Bernhard Shaws Komödie Candida. 1965 wurde er am Frankfurter Kleinen Theater am Zoo engagiert.

Noch während der Schauspielschule wurde Fritsch für den Film entdeckt. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen Julia, Du bist zauberhaft, Das schwarz-weiß-rote Himmelbett und Das große Liebesspiel. Er spielte an der Seite der damals bekanntesten Filmschauspielerinnen wie Lilli Palmer, Hildegard Knef, Daliah Lavi, Marie Versini etc. Mit seinem Vater Willy Fritsch stand er dreimal vor der Kamera: 1964 in dem Spielfilm Das hab ich von Papa gelernt, sowie für die ZDF-Fernsehshows Das gibt's doch zweimal (1965) und Andere Zeiten – andere Sitten. Die Thomas-Fritsch-Show (1967). Nach einem vorübergehenden Karriereknick gelang Fritsch 1977 ein gefeiertes Comeback durch seine Hauptrolle in der Fernsehserie Drei sind einer zuviel an der Seite von Jutta Speidel und Herbert Herrmann. In der Folge avancierte er erneut zu einem der beliebtesten und populärsten deutschen Schauspieler. Neben regelmäßigen Gastauftritten in Einzelproduktionen von Krimiserien wie Derrick oder Der Alte war er nicht nur immer wieder als Hauptdarsteller in TV-Serien wie z. B. Rivalen der Rennbahn (1989), Glückliche Reise (1992–1993), Unser Charly (2000–2003), Hallo Robbie! (2004–2008) oder Meine wunderbare Familie (2008–2010) zu sehen, sondern übernahm auch häufig Haupt- oder Gast-Rollen in diversen Roman-Verfilmungen von Rosamunde Pilcher (1997–2011). In den 1980er Jahren bewarb er ferner die Praline Mon Chéri des italienischen Herstellers Ferrero.[1] In der Rolle des Earl Of Cockwood begeisterte Fritsch außerdem 2004 noch einmal innerhalb der Kinoproduktion Der Wixxer. 2007 war er in der ProSieben/ORF-Märchenstunde als Geschichtenerzähler zu sehen. In späteren Jahren profilierte sich Thomas Fritsch zunehmend auch wieder als Theaterschauspieler.

Fritsch lebte lange abwechselnd in München und auf der griechischen Insel Mykonos. Er engagierte sich aktiv im Tierschutz.

SynchronisationBearbeiten

Neben seinen Tätigkeiten am Theater (z. B. im Stück Vabanque mit Karin Eickelbaum) und im Fernsehen arbeitete Fritsch auch als Synchronsprecher. So synchronisierte er unter anderem Russell Crowe (Gladiator, Master & Commander – Bis ans Ende der Welt, Proof of Life), Jeremy Irons (Stirb langsam: Jetzt erst recht, Königreich der Himmel, Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter), Aslan (Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia, Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia und Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenröte), Charles Shaughnessy (Die Nanny) und Edward James Olmos (Battlestar Galactica). Des Weiteren wirkte er in den deutschen Fassungen einer Reihe bekannter Disney-Zeichentrickfilme mit, darunter als Scar Der König der Löwen und Niels (Nigel) in Findet Nemo. Er sprach in der South-Park-Folge Die Russell-Crowe-Show die Zeichentrickfigur von Russell Crowe. Darüber hinaus war er auch in der Rolle des Diego in Ice Age, Ice Age 2 – Jetzt taut’s, Ice Age 3 – Die Dinosaurier sind los, Ice Age 4 – Voll verschoben und Ice Age – Kollision voraus! zu hören. In der Zeichentrickadaption von Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer sprach er die Rolle des Lukas

Weitere TätigkeitenBearbeiten

Auch als Schlagersänger versuchte er sich und zierte in den 1960er Jahren als Teenager-Idol mehrmals das Cover der Jugendzeitschrift Bravo. Mehrfach arbeitete er mit der Liedermacherin Suzanne Doucet zusammen.[2]

Zudem war Fritsch regelmäßig als Hörspielsprecher tätig. Von 2002 bis März 2017 übernahm er den Part des Erzählers in der Hörspielreihe Die drei Fragezeichen (Zwischenzeitlich: DiE DR3i), den er auch vor 12.000 Zuschauern bei dem Live-Auftritt Superpapagei 2004 zum Besten gab. 2008 übernahm er in der mehrteiligen Hörspielserie zum Computerspiel Sacred 2 die Hauptrolle des Schattenkriegers Garlan.[3]

In der deutschen Fassung des Computerspiels Civilization IV wirkte er ebenfalls mit; er vertonte jene Texte, die im Original von Leonard Nimoy gesprochen wurden.

In der NDR-Reihe Die Mafia war er als Sprecher tätig.

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

SchauspielerBearbeiten

Synchronrollen (Auswahl)Bearbeiten

William Hurt

Jeremy Irons

Russell Crowe

John Hurt

Tim Curry

FilmeBearbeiten

SerienBearbeiten

Live-ShowsBearbeiten

  • 2004: Die drei ??? – Der Super-Papagei live aus der Color Line Arena, Hamburg … als Erzähler

Diskografie (Auswahl)Bearbeiten

AlbenBearbeiten

  • 1964: Das hab ich von Papa gelernt (LP zusammen mit seinem Vater) (Polydor)[5]
  • 1965: Das gibt's doch zweimal (LP zusammen mit seinem Vater) (Polydor)[6]
  • 1965: Allein und doch nicht allein LP (Polydor)[7]
  • 1967: Mit Thomas Fritsch im Mondschein (Karussell 635146)[8][9]
  • 1968: Mädchen wie Samt und Seide LP (EMI)[10]/Tommy und die Girls (Volksplatte 1C048-28117) identisch mit Mädchen wie Samt und Seide[11]
  • 1969: Rendezvous mit Thomas LP (Columbia C 062-28373)[12]
  • 1980er Jahre: Erzähl mir was (Märchen) (MC Dolby System)
  • 2002–2017: Die Drei ??? (CD/MC/LP)
  • 2006: Das Weihnachtspony CD/MC (Coppenrath)[13]

EPBearbeiten

  • 1964: Heimliche Romanzen (Polydor)[14]

SinglesBearbeiten

  • 1963: Wenn der Mondschein nicht so romantisch wär/Yokohama-Baby (Polydor)[15]
  • 1964: Geschichten eines Twen/Warum bleibst du nicht (Polydor)[16]
  • 1964: Rosie/Traurige Augen (Polydor)[17]
  • 1965: Ich geb' dein Herz wieder frei/Heimliche Romanzen (Polydor)[18]
  • 1965: Das hab ich so gerne an dir/Das kann uns keiner nehmen (Polydor)[19]
  • 1965: Schau mich bitte nicht so traurig an/Mr. Dreammaker (Polydor 52570)[20][21]
  • 1966: Wenn aus Freundschaft Liebe wird/Meine Melodie (Polydor)[22]
  • 1966: Ich hab' mich so darauf gefreut/Allein und doch nicht allein (Polydor)[23]
  • 1967: Verliebt muss man sein/Es ist gar nicht so leicht, erwachsen zu sein (Polydor)[24]
  • 1967: Einmal im Leben/Wenn Wunder geschehen (Polydor)[25]
  • 1968: 21 wird Susann/Verzeih den Fehler (EMI)[26]
  • 1968: Sei mal treu/Ruf mich an (Columbia)[27]
  • 1969: Ich träum' heut Nacht von dir/Du bist zu jung (EMI)[28]
  • 1970: Fieberhaft/Sag der Babette, daß ich sie liebe (EMI)[29][30]
  • 1971: Der Draht in der Sonne / Coverversion des von Glen Campbell interpretierten Liedes Wichita Lineman aus dem Jahr 1968[31]

Hörbücher und -spiele (Auswahl)Bearbeiten

HörspieleBearbeiten

HörbücherBearbeiten

  • 2012: Volker Präkelt: Zicke Zacke Dinokacke!: Was die Forscher in Riesenhaufen finden und was sie über die schrecklichen Echsen wissen, audio media verlag, ISBN 978-3868042733

Auszeichnungen (Auswahl)Bearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Heike Goldbach: Ein Feuerwerk an Charme – Willy Fritsch. Der Ufa-Schauspieler. Über eine große Filmkarriere in wechselhaften Zeiten. tredition, Hamburg 2017. ISBN 978-3-7439-1290-8

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Markenmuseum.de – Markenhistorie: Mon Cheri. In: www.markenmuseum.de. Abgerufen am 5. Mai 2016.
  2. Thomas Fritsch auf suzannedoucet.com, Abgerufen am 23. Juli 2010
  3. Kritik zum Hörspiel Sacred 2 – Der Schattenkrieger (2): Das trügerische Paradies (Deutsch) Popshot.Over-Blog.de. Abgerufen am 8. Juli 2015.
  4. Glückliche Reise bei fernsehserien.de
  5. Willy und Thomas Fritsch – Das hab ich von Papa gelernt bei memoryradio.de
  6. Willy und Thomas Fritsch - Das gibt's doch zweimal bei discogs.com/de
  7. Songs von Thomas Fritsch bei germancharts.com
  8. Mit Thomas Fritsch im Mondschein (Memento des Originals vom 12. November 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.shop.tonvinyl.de bei tonvinyl.de. Abgerufen am 2. Mai 2013.
  9. Mit Thomas Fritsch im Mondschein bei discogs.com
  10. Mädchen wie Samt und Seide bei memoryradio.de
  11. LP Musik aus der schönsten Zeit Ihres Lebens Thomas Fritsch bei playitagainsam. Abgerufen am 2. Mai 2013.
  12. Rendezvous mit Thomas bei discogs.com Abgerufen am 25. März 2016.
  13. Das Weihnachtspony/Die Himmelswerkstatt bei mediabiz.de
  14. Heimliche Romanzen bei secondhandlps.de
  15. Wenn der Mondschein nicht so romantisch wär bei discogs.com
  16. Geschichten eines Twen bei discogs.com
  17. Rosie/Traurige Augen bei discogs.com
  18. Ich geb’ dein Herz wieder frei/Heimliche Romanzen bei discogs.com
  19. Das hab’ ich so gerne an Dir/Das kann uns keiner nehmen bei discogs.com Songs von Thomas Fritsch bei germancharts.com
  20. Musikforum Thomas Fritsch (Memento des Originals vom 13. September 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/covergalerie.org bei covergalerie.org. Abgerufen am 2. Mai 2013.
  21. Schau mich bitte nicht so traurig an bei discogs.com
  22. Wenn aus Freundschaft Liebe wird/Meine Melodie bei discogs.com
  23. Ich hab mich so darauf gefreut/Allein und doch nicht allein bei discogs.com
  24. Verliebt muss man sein/Es ist gar nicht so leicht, erwachsen zu sein bei germancharts.com
  25. Einmal im Leben/Wenn Wunder geschehen Songs von Thomas Fritsch bei germancharts.com
  26. 21 wird die Susann/Verzeih den Fehler bei discogs.com
  27. Sei mal treu/Ruf mich an bei discogs.com
  28. Ich träum’ heut’ Nacht von Dir/Du bist zu jung von musik-sammler.de
  29. Fieberhaft/Sag der Babette, daß ich sie liebe bei discogs.com
  30. FieberhaftSag der Babette ... bei rateyourmusic.com. Abgerufen am 2. Mai 2013.
  31. Der Draht in der Sonne bei coverinfo.de