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Imbshausen ist ein Ortsteil von Northeim, der Kreisstadt des Landkreises Northeim, Niedersachsen. Er hat 457 Einwohner[1].

Imbshausen
Stadt Northeim
Wappen von Imbshausen
Koordinaten: 51° 45′ 36″ N, 10° 2′ 29″ O
Höhe: 213 m
Einwohner: 457 (Okt. 2015)[1]
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 37154
Vorwahl: 05553
Imbshausen (Niedersachsen)
Imbshausen

Lage von Imbshausen in Niedersachsen

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Das Dorf Imbshausen liegt etwa 6,5 km nord-nordöstlich der Northeimer Kernstadt (Luftlinie). Etwas nördlich der Ortschaft erhebt sich der Bierberg (268 m ü. NN), östlich erstreckt sich der Imbshäuser Wald (max. 323,3 m ü. NN), etwas südlich der Denkershäuser Teich und der Rethoberg (252 m ü. NN), westlich der Edesheimer Wald (max. 270 m ü. NN), west-nordwestlich der Aßberg (ca. 225 m ü. NN) und nordwestlich der Windmühlenberg (ca. 220 m ü. NN). Imbshausen befindet sich etwa zwischen 195 und 230 m ü. NN.

Die Bundesstraße 248, die sich hier die Strecke mit der Deutschen Alleenstraße teilt, führt in Richtung Nord-Nordosten zur westlich an Imbshausen vorbeiführenden Bundesautobahn 7 (Anschlussstelle Echte).

GeschichteBearbeiten

Vor- und FrühgeschichteBearbeiten

Zu einer ersten Besiedlung der Gegend bei Imshausen kam es während der Jungsteinzeit, was einher geht mit der Landnahme des Kalefelder Beckens durch erste bäuerliche Kulturen. Entsprechende Artefakte fanden sich am Asberg durch Geländebegehungen und bei Rettungsgrabungen vor dem Bau der Autobahn BAB 7 im Jahr 1956.[2] Im Zuge von Ausgrabungen vor der sechsspurigen Erweiterung der Autobahn[3] in den Jahren 2017 und 2018 wurden weitere jungsteinzeitliche Hinterlassenschaften freigelegt[4], die einen Siedlungsplatz der bandkeramischen Kultur aus der Zeit um etwa 5000 v. Chr. belegen.[5][6]

Mittelalter und NeuzeitBearbeiten

 
Kirche in Imbshausen

Der Ortsname leitete sich von dem Grafen Immad ab, der vom Jahr 826 bis 853 sein gesamtes Besitztum dem Kloster Corvey vermachte. Aus Immadehusen, Immedeshusen, Hymmedeshusen und Immetshusen wurde schließlich Imbshausen. Während des Mittelalters wechselte das Gut in Imbshausen häufig den Besitzer. Um 1561 kam es an Sievert von Steinberg. Sein Nachfolger, Adrian von Steinberg, ließ ein neues Schloss, eine Kirche und eine Windmühle erbauen, letztere wurde am 28. Juni 1880, durch einen Blitzeinschlag, zerstört. Sievert und Adrian von Steinberg sind in der Kirche vor dem Altar begraben. Friedrich von Steinberg ließ von 1722 bis 1726 eine neue Kirche erbauen und gründete die Kirchenbibliothek. 1750 wurde die alte Schule gebaut, während ein neuer Klassenraum 1883 im Schulgarten hinzukam, in dem bis 1959 der Unterricht stattfand.[7] 1777 fiel das Gut von den Steinbergs an die Freiherren von Kipe, Nachkommen des Justus Kipius. Über Wilhelmine, die einen Freiherrn von Stralenheim heiratete, ging der Besitz an diese Familie über. Ab 1832 gehörte Imbshausen gerichtlich zum Amt Westerhof. 1851/1852 bestand das Amt Oldershausen-Imbshausen. 1853 fand die Aufhebung des Gerichtes von Imbshausen statt.

Schloss Imbshausen

 
Schloss Imbshausen

Von 1862 bis 1864 entstand das jetzige Schloss auf den Grundmauern des vorherigen. Es wurde von Julius Rasch entworfen, als vermutlich erstes malerisches Schloss im asymmetrischen Stil der Hannoverschen Bauschule.[8] 1919 übernahm Freiherr Henning von Stralenheim das Gut. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste die Familie von Stralenheim das Schloss räumen, das dann als Notunterkunft diente. 1946–1951 befand sich dort eine polnische Kadettenschule, seit 1952 ein Predigerseminar der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. 1963 schenkte Baron Henning von Stralenheim das Schloss der Landeskirche. Von 1998 bis 2013 stand das Schloss im Besitz von Campus für Christus. Danach erwarb Carl-Christian von Plate Freiherr von Stralenheim als Nachfahre des ursprünglich besitzenden Adelsgeschlechts das Anwesen zurück.

20. JahrhundertBearbeiten

Imbshausen war von 1945 bis 1950 Sitz des Instituts für landwirtschaftliche Arbeitswissenschaft und Landtechnik das 1940 in Breslau gegründet worden war. Nach Übernahme des Institutes durch die Max-Planck-Gesellschaft folgte 1950 Verlegung des Institutes nach Bad Kreuznach.

Am 1. März 1974 wurde Imbshausen in die Kreisstadt Northeim eingegliedert.[9]

PolitikBearbeiten

Ortsratswahl 2011[10]
Wahlbeteiligung: 61,39 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
59,52 %
40,48 %
IWG

Der Ortsrat in Imbshausen setzte sich aus sieben Ratsfrauen und Ratsherren zusammen:

  • CDU 4 Sitze
  • Imbshäuser Wählergemeinschaft (IWG) 3 Sitze

Die letzte Wahlperiode lief vom 1. November 2011 bis 31. Oktober 2016.

Ortsbürgermeister

Ortsbürgermeisterin ist Else Heidelberg, stellvertretende Ortsbürgermeisterin ist Daniela Mandrella.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Paul Jacobshagen (1889–1968), Pfarrer von 1919 bis 1927 in Imbshausen, trat 1925 in die NSDAP ein.[11]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Imbshausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Stadt Northeim: Imbshausen (Stand 10/2015). Abgerufen am 23. Juli 2016.
  2. Otto Rochna: Vorgeschichtliche Untersuchungen auf den Bundesautobahnen in Niedersachsen in Die Kunde 1957, S. 84–89
  3. Planfeststellungsbeschluss für den 6-streifigen Ausbau der BAB A 7, Streckenabschnitt VAE 2, VKE 2 der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr vom 30. August 2013 (pdf, 970 kb)
  4. Archäologen legen 7200 Jahre alte Siedlungsreste frei in Göttinger Tageblatt vom 5. März 2018
  5. A7-Ausbau: Archäologen finden über 7000 Jahre alte Keramik-Scherben bei HNA.de vom 3. März 2018
  6. 7.000 Jahre alte Fundstücke - direkt an der A 7 bei ndr.de vom 3. April 2018
  7. Erich Haberkamp: Imbshausen. In: Northeimer Heimatblätter. Band 5, Nr. 3, 1974, S. 104.
  8. Günther Kokkelink, Monika Lemke-Kokkelink: Baukunst in Norddeutschland. Architektur und Kunsthandwerk der Hannoverschen Schule 1850–1900. S. 116.
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 215.
  10. http://wahlen.kds.de/2011kw/Daten/155011_000058/index.html
  11. Karl-Friedrich Oppermann: JACOBSHAGEN, Paul Friedrich Hermann. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 185; online über Google-Bücher