Hauptmenü öffnen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kalefeld
Kalefeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kalefeld hervorgehoben

Koordinaten: 51° 48′ N, 10° 2′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Northeim
Höhe: 125 m ü. NHN
Fläche: 84,17 km2
Einwohner: 6270 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km2
Postleitzahl: 37589
Vorwahl: 05553
Kfz-Kennzeichen: NOM, EIN, GAN
Gemeindeschlüssel: 03 1 55 006
Gemeindegliederung: 11 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kleiner Hagen 4
37589 Kalefeld
Website: www.kalefeld.de
Bürgermeister: Jens Meyer (SPD)
Lage der Gemeinde Kalefeld im Landkreis Northeim
UslarUslarBodenfeldeHardegsenNörten-HardenbergKatlenburg-LindauDasselMoringenBad GandersheimNortheimKalefeldEinbeckEinbeckLandkreis NortheimNiedersachsenHessenLandkreis GöttingenLandkreis HolzmindenLandkreis HildesheimLandkreis GoslarLandkreis GöttingenNordrhein-WestfalenSolling (gemeindefreies Gebiet)Karte
Über dieses Bild

Kalefeld ist eine Gemeinde im Landkreis Northeim in Niedersachsen.

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Gemeinde Kalefeld liegt zwischen Harz und Solling nahe der Aue (Leine) im südlichen Niedersachsen.

Die Gesamtfläche der Gemeinde Kalefeld beträgt 84,10 km², davon werden 39 Prozent forstwirtschaftlich genutzt.

GemeindegliederungBearbeiten

Sie besteht aus folgenden Ortsteilen:

NachbargemeindenBearbeiten

GeschichteBearbeiten

Erstmals erwähnt wurde Kalefeld 889 in einer Urkunde des Kaisers Arnulf von Kärnten.

Im Dreißigjährigen Krieg und im Siebenjährigen Krieg kam es zu Zerstörungen.

OrtsnameBearbeiten

Alte Bezeichnungen des Ortes sind um 889 Halafeld, 1254 Caleuelde, 1256 Caluelde, 1283 Calevelde, 1297 Calvelde und 1297 Calvelde. Da mit dem Grundwort „-feld“ gebildete Ortsnamen oft einen Gewässernamen im Bestimmungswort enthalten, stellt sich die Frage, ob auch in Kalefeld ein solcher zu vermuten ist. Die Lage des Ortes an der Aue lässt die Annahme eines alten Teilabschnittsnamens dieses Flusses zu. In dem Fall dürfte die germanische Form dieses Flussnamens „Kal-a-“ lauten, wobei die Bedeutung dieses Begriffs nicht bekannt ist. Möglicherweise bedeutet „kala“ („kalt sein, frieren“), „calan“ („kühl“), „kul“ („kühle Brise“) oder „kal“ („kalter Wind“). Namengebend wäre in diesem Fall die Temperatur des Wassers.[2]

EingemeindungenBearbeiten

Die Gemeinde Kalefeld wurde am 1. März 1974 durch die Gemeindereform durch die Eingliederung der vormals selbstständigen Gemeinden Dögerode, Düderode, Eboldshausen, Echte, Oldenrode, Oldershausen, Sebexen, Westerhof, Wiershausen und Willershausen, die dem Alten Amt Westerhof angehörten, vergrößert.[3] Das Alte Amt Westerhof war zeitweise dem Amt Osterode zugeordnet.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Nach der Kommunalwahl vom 11. September 2016 hat der Rat der Gemeinde 18 Mitglieder. Außerdem gehört ihm der hauptamtliche Bürgermeister an.

Partei / Liste SPD CDU FWG Grüne FDP Gesamt
Sitze 2006 11 8 1 20 Sitze
Sitze 2011 7 6 4 1 18 Sitze
Sitze 2016 7 5 5 1 18 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist Jens Meyer (SPD), Ratsvorsitzender Otto Gropp (SPD).

WappenBearbeiten

Das Wappen enthält die Oldershäuser Rose.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
Liebfrauenkirche
  • 1872 wurde die evangelische Liebfrauenkirche an der Stelle einer 1870 abgerissenen Kapelle nach Plänen Conrad Wilhelm Hases errichtet. Sie ist eine dreischiffige Hallenkirche im neugotischen Stil.[4] Das Dach dieser Backsteinkirche ist mit Zinkblech gedeckt. Die Kirche verfügt über ein dreistimmiges Geläut aus Bronzeglocken, welche 1956 von der renommierten Glockengießerei Otto aus Bremen-Hemelingen gegossen wurde. Die Schlagtonreihe lautet g, h, c. Die Glocken haben folgende Durchmesser: 1016 mm, 813 mm, 761 mm und wiegen 650 kg, 340, 260 kg.[5][6]
  • Die ehemalige katholische Kirche St. Jakobus der Ältere an der Auetalstraße wurde 1960/61 errichtet, seit 2004 gehörte sie zur Pfarrgemeinde Mariä Heimsuchung in Northeim. 2015 wurde sie profaniert und an privat verkauft.
  • Burg Westerhof: spätmittelalterliche Burganlage und Sitz des Amtmannes im Amt Westerhof
  • Weißenwasserkirche: romanische Kirche der Wüstung Weißenwasser nordöstlich des Ortes Kalefeld

Römisches SchlachtfeldBearbeiten

Hinterlassenschaften einer Schlacht zwischen Germanen und Römern im 3. Jahrhundert wurden im 21. Jahrhundert in der Gemeinde Kalefeld entdeckt. Die Entdeckung überraschte die archäologische Fachwelt, da Kalefeld vergleichsweise weit entfernt von den damals römischen Gebieten jenseits des Limes liegt. Der Ort der damaligen militärischen Auseinandersetzung wird einer relativ späten Phase des römischen Reiches zugeordnet. Eine Auswahl der Gegenstände wird seit 2013 im Landesmuseum Braunschweig ausgestellt. Auf dem Originalschauplatz, einem Bodendenkmal bei Oldenrode, finden laufend Führungen statt, die vom Tourismusbüro in Bad Gandersheim organisiert werden.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Die Gemeinde liegt an der B 445 und der B 248 und wird von der A 7 geteilt. Auf dem Gemeindegebiet befindet sich die Bundesautobahnabfahrt Nr. 68 Echte. Der Bahnhof Kalefeld lag an der Bahnstrecke Osterode–Kreiensen. Diese ist stillgelegt.

BildungBearbeiten

Die Gemeinde Kalefeld unterhält eine Grundschule in der Ortschaft Echte. Des Weiteren befindet sich in der Ortschaft Kalefeld die „Auetalschule“ (Haupt- und Realschule), die vom Landkreis Northeim getragen wird.

Ehemalige Schulen:

  • Grundschule Sebexen
  • Grundschule Düderode

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. In: Internetseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 2. Dezember 2016; abgerufen am 10. März 2019.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 216.
  4. Conrad Wilhelm Hase, Werk-Katalog, Kalefeld/Calefeld
  5. Gerhard Reinhold: Otto-Glocken. Firmen- und Familiengeschichte der Glockengießerdynastie Otto. Selbstverlag, Essen 2019, ISBN 978-3-00-063109-2, S. 588, hier insbes.S. 555.
  6. Gerhard Reinhold: Kirchenglocken – christliches Weltkulturerbe, dargestellt am Beispiel der Glockengießer Otto, Hemelingen/Bremen. Nijmegen/NL 2019, S. 556, hier insbes. S. 509, urn:nbn:nl:ui:22-2066/204770 (Dissertation an der Radboud Universiteit Nijmegen).