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Campus für Christus e. V. (CfC) ist eine überkonfessionell geprägte Missionsbewegung. Sie ist ein finanziell unabhängiges Mitglied von Campus Crusade for Christ International (englisch für: Internationaler Kreuzzug für Christus auf dem Hochschulgelände) (CCCI). Die europäische Ebene heißt Agape Europe.

Campus für Christus e. V.
(CfC)
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Zweck Christen gewinnen – fördern – senden
Vorsitz: Clemens Schweiger, Klaus Dewald, Gerhard Spanka
Gründungsdatum: 1967
Mitarbeiterzahl: 110
Sitz: Gießen
Website: www.campus-d.de

Seit 1967 gibt es den in Berlin gegründeten Campus für Christus Deutschland e. V. Bekannt wurde er besonders durch die Studentenarbeit an den Universitäten.

ZieleBearbeiten

Unter dem Motto „Den Menschen unserer Zeit Christus vorstellen“ arbeitet CfC als Missionsbewegung mit verschiedenen Kirchen, Gemeinden und Organisationen zusammen.

Erklärtes Ziel ist es

  • Menschen durch Wort und Tat für ein Leben mit Gott zu gewinnen. (Mission)
  • Christen durch Mentoring, Training und persönliche Hilfe zu fördern. (Jüngerschaft)
  • die Botschaft von Jesus Christus zu multiplizieren und weitere Mitarbeiter zu senden. (Missionare in neue Städte schicken.)

Campus für Christus arbeitet auf der Glaubensgrundlage der Deutschen Evangelischen Allianz. Der eingetragene Verein ist Mitglied des evangelikalen netzwerk-m, der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD) der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und ist dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche angegliedert.

GeschichteBearbeiten

CCCI wurde 1951 an der University of California, Los Angeles in den USA durch den damaligen Geschäftsmann Bill Bright gegründet. Bright wollte, nach eigener Aussage, in erster Linie Studenten als zukünftige Schlüsselpersonen der Gesellschaft „zu einem Leben mit Gott einladen“, um damit letztlich jeden Menschen zu erreichen.

Zu Anfang war CCCI eine reine Studentenarbeit, mit Ziel der Weltmission. Inzwischen gehört die Organisation mit ihren etwa 60 Arbeitszweigen zu den weltweit größten Missionswerken. Im Jahr 2008 umfasste CCCI 25.000 hauptamtliche Missionare und hat 225.000 Ehrenamtliche in der ganzen Welt ausgebildet.[1]

Campus Crusade trat energisch der damals wachsenden Opposition gegen Ronald Reagans Mittelamerikapolitik entgegen.[2] Die Jahre 1978 und 1979 waren bestimmt durch intensive Evangelisationsarbeit der dortigen „Alfa y Omega“ (Name von Campus Crusade in Lateinamerika), viele neue Mitglieder wurden gewonnen. Man sah sich als „Stoßtruppen“, mit einer Rolle in einem ideologischen Kampf: Kommunismus und Theologie der Befreiung sollten zurückgedrängt und liberale Pastoren diskreditiert werden.[3]

Bill Bright erhielt 1996 den mit 1,1 Millionen US-Dollar dotierten Templeton-Preis für Fortschritt in Religion.[4] Im Jahr 2000 berief Bright Steve Douglass zu seinem Nachfolger als Präsident, der Wechsel wurde im August 2001 vollzogen.[5] Der US-amerikanische Zweig der Organisation wurde 2012 in Cru umbenannt.[6]

CCCI fordert seine Ableger in den verschiedenen Ländern zur nationalen Meinungsführerschaft und Selbstbestimmung auf.

Zu ersten Kontakten amerikanischer CfC-Mitarbeiter mit deutschen Christen kam es 1966 beim „Weltkongress für Evangelisation“. 1967 wurde der „Campus Crusade for Christ e. V.“ (wörtlich: Kreuzzug für Christus auf dem Hochschulgelände) in Deutschland gegründet und später in „Campus für Christus e. V.“ umbenannt, weil das Wort „Kreuzzug“ im deutschen Sprachraum im Gegensatz zum amerikanischen „Crusade“ stark negativ konnotiert ist. Die Studentenarbeit, als einer von vielen Arbeitsbereichen, begann ihre Arbeit an den Universitäten in Freiburg und Berlin. Von Westdeutschland aus wirkte sie noch zu DDR-Zeiten als „Matthäus-Arbeit“ inoffiziell in Ostdeutschland. 2015 wurde dieser Arbeitsbereich umbenannt in Campus Connect. Campus Connect gibt es in Deutschland an 23 Universitäten mit 40 haupt- und 600 ehrenamtlichen Mitarbeitern.[7]

CfC in Deutschland hat heute etwa 110 Mitarbeiter in verschiedenen Arbeitsbereichen. Die Zentrale befindet sich in Gießen unweit des Campus der dortigen Universität.

Die Leitung von CfC besteht aus einem Missionsleiter und einem Geschäftsführer. Missionsleiter von Campus für Christus waren:

  • Frank Kifer (1966–1968)
  • Dennis Griggs (1968–1976)
  • John Nyquist (1976–1977)
  • Clark Peddicord (1977–1984)
  • Hans-Joachim Hahn (1984–1989)
  • Pfarrer Jürgen Steinbach (1989–1992)
  • Duane Conrad (1992–2006)
  • Clemens Schweiger (2006–2019)
  • Andreas Boppart (seit 2019).

Auch in der Schweiz gibt es „Campus für Christus“.[8] CfC-Schweiz gibt die überkonfessionelle Zeitschrift «Amen» heraus.

ArbeitszweigeBearbeiten

Der Arbeitsbereich mit dem größten Publikum ist das Jesus-Projekt. Es will mit Hilfe des campuseigenen Jesusfilms nach Vorlage des Lukasevangeliums informieren und für den Glauben werben. Der Film ist in mehr als 1000 Sprachen übersetzt worden. Alle Arbeitsbereiche werden durch den eigenen Verlag Campus für Christus unterstützt, die meisten Publikationen werden damit selbst verlegt.[9]

Eine Auswahl der weltweit ungefähr 60 Arbeitsbereiche:

  • Athletes in Action (AiA) ist ein Arbeitsprojekt unter Profisportlern.
  • Ehe und Familie führt Ehewochenenden durch und will zur Stärkung von Ehen und zu ihrer Gründung im Glauben beitragen.
  • Die Studentenarbeit Campus Connect ist der Kern der Bewegung.
  • Berufung leben (bis 2010: Matthäusarbeit) bildet ehrenamtliche Mitarbeiter für Gemeinden aus durch Seminare und persönliche Begleitung.[10]
  • Crescendo will klassische Berufsmusiker zum Glauben an Jesus Christus einladen.
  • Das Akademikerteam will die christliche Weltsicht im akademischen Raum zur Geltung bringen.
  • Die „Botschaft“ von Campus für Christus ist bei den Vereinten Nationen als Nichtregierungsorganisation anerkannt[11].
  • Global Aid Network gGmbH (GAiN) ist eine internationale Hilfsorganisation und leistet als Partner von Campus für Christus weltweit humanitäre Hilfe.

KritikBearbeiten

Die Campusgruppe in Chemnitz wurde 2005 von Gaynial, einer Chemnitzer Gruppe für homo- und bisexuelle Studenten, kritisiert. Campus für Christus hatte eine CD verteilt, die auf über 500 HTML-Seiten 30 Themen rund um das Studentenleben behandelte und unter mehreren hundert Internetlinks auch einen zur evangelikal-konservativen Organisation Wuestenstrom empfahl. Hierin sah Gaynial eine Empfehlung zur Heilung von Homosexualität. Die Herausgeber der CD distanzierten sich von dieser Interpretation.[12]

Im Herbst 2007 wurde vom Forum für Männer in Sachsen im Rahmen vom „Tag für Männer in Sachsen von 9 bis 90“[13] ein Seminar „Homosexualität: unabänderlich – veränderbar?“ angeboten.[14] Einer der beiden Referenten gab an, er habe eine Veränderung seiner Homosexualität in Richtung Heterosexualität erlebt, wobei er auf Nachfrage allerdings angab, auch zuvor schon Frauen sexuell anziehend gefunden zu haben.[15] Der LSVD Sachsen kritisierte die empfohlene Literatur als Homosexuelle defizitär darstellend und Therapien zur Änderung der sexuellen Präferenz propagierend.[15][16][17]

VeröffentlichungenBearbeiten

PeriodikaBearbeiten

  • !mpulse. Für ansteckenden Glauben (ab Jahrgang 2008, Heft 4), Erscheinungsweise: vierteljährlich
    • frühere Titel: Impulse (1978–1985), Impulse für missionarisches Christsein (1986–2008, Heft 3)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Justin Wilford: Sacred Subdivisions: The Postsuburban Transformation of American Evangelicalism. NYU Press, New York 2012, ISBN 978-0-8147-2535-1, S. 36
  2. Bethany Moreton: To serve God and Walmart. The making of Christian free enterprise, Harvard 2009, S. 224
  3. Pablo A. Deiros: Protestant Fundamentalism in Latin America. In: Martin E. Marty und R. Scott Appleby (Hrsg.): Fundamentalisms Observed (The Fundamentalism project; v. 1), Chicago / London 1991, S. 163
  4. Templeton Price: Previous Winners
  5. Milestones: 2000 - Present (Memento des Originals vom 9. November 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cru.org on www.cru.org
  6. Pressemitteilung Cru – The name of Campus Crusade for Christ in the U.S. (Memento des Originals vom 29. Oktober 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/demossnews.com, 2. Juni 2012
  7. „Campus für Christus“ benennt Studentenarbeit um, idea.de, Meldung vom 27. August 2015.
  8. Campus für Christus Schweiz.
  9. https://portal.dnb.de/opac.htm?query=vlg+all+%22campus+f%C3%BCr+christus%22&method=simpleSearch
  10. Aktuell. Campus für Christus, archiviert vom Original am 16. Juli 2010; abgerufen am 16. Juli 2010: „Startaktion zum Namenswechsel 20 Jahre nach der Mauer fällt ein Name: Aus Matthäusarbeit wird "Berufung leben"“
  11. Vereinte Nationen: DPI/NGO Directory, gesehen 14. Oktober 2008.
  12. Permalink: http://www.tu-chemnitz.de/stud/religion/cfc/cms/content/view/25/45/ (Memento vom 19. Mai 2008 auf WebCite)
  13. Stellungnahme. Forum für Männer in Sachsen, archiviert vom Original am 14. Oktober 2008; abgerufen am 27. September 2010.
  14. Bericht Männertag. Männerarbeit Sachsen, archiviert vom Original am 14. Oktober 2008; abgerufen am 14. Oktober 2008.
  15. a b LSVD Sachsen e. V., HuK Chemnitz/Erzgebirge e. V., Human Traffic e. V.: Erlebnisbericht-Campus_fuer_Christus.pdf, undatiert.
  16. LSVD Sachsen: Psychische Gewalt ist keine Seelsorge! vom 2. Januar 2008.
  17. LSVD Sachsen: Pressemitteilung des LSVD Sachsen vom 17. Oktober 2007