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Hornhausen

Ortsteil von Oschersleben (Bode)

Hornhausen ist ein Ortsteil der Stadt Oschersleben (Bode) im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Hornhausen
Koordinaten: 52° 2′ 50″ N, 11° 10′ 16″ O
Höhe: 88 m
Fläche: 18,8 km²
Einwohner: 1818 (18. Aug. 2014)
Bevölkerungsdichte: 97 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 2009
Postleitzahl: 39387
Vorwahl: 03949
Reiterstein von Hornhausen, ca. 700 n. Chr.

GeografieBearbeiten

Der Ortsteil im Südwesten der Magdeburger Börde liegt 4 km nordwestlich der Stadt Oschersleben (Bode). Das Gelände fällt hier vom Höhenzug Hohes Holz zum Tal des Großen Bruches um über 100 m ab. Südwestlich von Hornhausen befindet sich ein großflächiges Naturschutzgebiet am Großen Graben, der die Bode mit der Oker verbindet.

GeschichteBearbeiten

 
Dorfansicht von 1646

Der Ort wurde wahrscheinlich im 8. Jahrhundert gegründet, aber erst 1072 zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Eine stilisierte Darstellung des Reitersteins von Hornhausen aus dem 7. Jahrhundert ist das Logo des Landesmuseums für Vorgeschichte Sachsen-Anhalts in Halle (Saale). Seit 2007 führt diesen auch der seiner Zeit neu zusammengeschlossene Landkreis Börde.

Ein Kupferstich der Dorfansicht von 1646 in dem zeitgeschichtlichen Sammelwerk aus dem „Theatrum Europaeum“ (Band 5) von Matthäus Merian zeigt die weltweit erste gedruckte bildliche Darstellung einer Buchhändlerin mit einem Bücherstand.

Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Hornhausen mit der Landgemeinde Hornhausen vereinigt.[1]

Die Bahnlinie Oschersleben–Gunsleben, die südlich an Hornhausen vorbeiführte, wurde am 1. Juli 1997 stillgelegt. Eine zweite Bahnlinie durch Hornhausen war die Oschersleben-Schöninger Eisenbahn (OSE), die – ab 1947 durch die innerdeutsche Grenze unterbrochen – bis 1969 von Oschersleben über Hornhausen nach Hötensleben führte.

EingemeindungBearbeiten

Hornhausen wurde am 1. Juli 2009 nach Oschersleben (Bode) eingemeindet.[2]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
St.-Stephani-Kirche
 
Heilig-Kreuz-Kirche (2010)

GedenkstättenBearbeiten

KirchenBearbeiten

  • Die evangelische Kirche „St. Stephani“ an der Kirchstraße erhielt ihre heutige Gestalt in den 1880er Jahren. Ihre Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Egeln der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
  • Die katholische Kirche „Heiliges Kreuz“ befand sich am Westrand der Ortschaft. Nachdem sich eine Kirchengemeinde aus Heimatvertriebenen gebildet hatte erfolgte 1957 die Grundsteinlegung für den Umbau einer Scheune zur Kirche, am 28. September des gleichen Jahres wurde sie eingeweiht. Auch ein kleiner, kreuzbekrönter Dachreiter mit einer Glocke sowie im Innenraum eine Empore wurden errichtet. Zuvor wurde die evangelische Kirche mitbenutzt. Zuletzt gehörte die Kirche „Heiliges Kreuz“ zur Pfarrei „St. Marien“ mit Sitz in Oschersleben, wurde in den letzten Jahren jedoch kaum noch genutzt. Im Jahre 2012 wurde sie profaniert und verkauft, bis heute (Stand: Oktober 2014) erfolgt noch keine Nachnutzung.[3][4]

VerkehrsanbindungBearbeiten

Über die Bundesstraße 246 ist der Ortsteil mit der Stadt Oschersleben (Bode) und der Bundesstraße 245 verbunden, weitere Straßenverbindungen führen in die Nachbargemeinden Hamersleben, Ausleben und Wulferstedt.
Die Bahnstrecke Oschersleben–Schöningen ist stillgelegt.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Heinrich Camin (* 1787 in Hornhausen; † 1848 in Hornhausen), deutscher Offizier und Gutsbesitzer in Hornhausen
  • Wilhelm Bode (* 1862 in Hornhausen; † 1922), Schriftsteller
  • Gottlieb Bode (1863–1937), Großkaufmann
  • Heinrich Pröhle (1822–1895), Schriftsteller und Lehrer, lebte ab 1835 in Hornhausen, sein Vater, der Schriftsteller Heinrich Andreas Pröhle (1797–1875), war von 1835 bis 1875 Pfarrer in Hornhausen und verstarb hier
  • Annekathrin Bürger (* 1937), in Hornhausen aufgewachsene Schauspielerin

LiteraturBearbeiten

  • Reinhold Andert: Der Reiterstein von Hornhausen. In: Der fränkische Reiter, Dingsda-Verlag Querfurt, Leipzig 2006, ISBN 3-928498-92-4

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hornhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg, 1928, S. 203
  2. StBA: Gebietsänderungen vom 02. Januar bis 31. Dezember 2009
  3. Katholische Kirche auf Internetpräsenz der Pfarrei, abgerufen am 18. November 2017.
  4. Historische Bilder der katholischen Kirche auf Internetpräsenz der Pfarrei, abgerufen am 18. November 2017.