Hauptmenü öffnen

Wikipedia β

Hohe Wurzel (Taunus)

Berg im Taunus

Die Hohe Wurzel in den Gebieten von Taunusstein im Rheingau-Taunus-Kreis und der kreisfreien Landeshauptstadt Wiesbaden in Hessen ist ein 617,9 m ü. NHN[1] hoher Berg im Taunus. Sie ist Teil des Taunushauptkamms (Hoher Taunus) und die höchste Erhebung auf der Grenze des Rheingau-Taunus-Kreises und Wiesbaden. Nach dem Windhain (629,3 m)[1] bei Wüstems und der Kalten Herberge (619,3 m) ist sie die dritthöchste Erhebung im Rheingau-Taunus-Kreis.

Hohe Wurzel
Blick von Westen über Bärstadt hinweg zur Hohen Wurzel, mit Großem Feldberg am linken Bildrand

Blick von Westen über Bärstadt hinweg zur Hohen Wurzel, mit Großem Feldberg am linken Bildrand

Höhe 617,9 m ü. NHN [1]
Lage bei Taunusstein und Wiesbaden; Rheingau-Taunus-Kreis und kreisfreies Wiesbaden; Hessen (Deutschland)
Gebirge Taunus
Dominanz 11,02 km → Kalte Herberge
Schartenhöhe 173 m ↓ B 275 bei Wambach[2]
Koordinaten 50° 6′ 43″ N, 8° 7′ 45″ OKoordinaten: 50° 6′ 43″ N, 8° 7′ 45″ O
Hohe Wurzel (Taunus) (Hessen)
Hohe Wurzel (Taunus)
Besonderheiten – bis 2006 mit Gustav-Vietor-Turm
Fernmeldeturm Hohe Wurzel
Blick vom Altkönig zur Hohen Wurzel

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Hohe Wurzel liegt im Naturpark Rhein-Taunus. Während sich ihr größter Teil in der Gemarkung des Taunussteiner Stadtteils Bleidenstadt befindet, zählen ihre südöstlichen Teile, die sich unterhalb des Rheinhöhenweges befinden, zum Ortsbezirk Dotzheim der Stadt Wiesbaden. Nordnordwestlich des Berges liegt Seitzenhahn, nordnordöstlich Bleidenstadt (beide zu Taunusstein), ostsüdöstlich Klarenthal, südöstlich Dotzheim (beide zu Wiesbaden), südsüdwestlich Schlangenbad und westlich Wambach (zu Schlangenbad).

Die oberhalb der 600-m-Höhenlinie[1] gelegene Gipfelregion des bewaldeten Berges bildet eine etwa 1,1 km lange und 300 m breite Hochlage, welche die Kammlinie des Taunushauptkamms diagonal in Nordwest-Südost-Richtung durchschneidet. Die dortige Nordwestkuppe ist im Rahmen des Berggipfels 617,9 m und die Südostkuppe 613,9 m[1] hoch. Etwas ostsüdöstlich der zuletzt genannten Kuppe liegt mit 608 m der höchste Punkt des Wiesbadener Stadtgebietes.

Naturräumliche ZuordnungBearbeiten

Die Hohe Wurzel gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Taunus (Nr. 30) und in der Haupteinheit Hoher Taunus (301) zur Untereinheit Wiesbadener Hochtaunus (301.2). Die Landschaft fällt nach Osten bis Süden in den Naturraum Georgenborn Nauroder Hangschuttfuß (301.20) ab und nach Südwesten bis Westen in den zur Untereinheit Rheingaugebirge (301.1) zählenden Naturraum Pass von Schlangenbad (301.11). Sie fällt außerdem nach Westnordwesten bis Norden in den Naturraum Südwestliche Seitzenhahner Mulde (304.41) ab, an den sich im Nordosten der bergnahe Naturraum Oberaartalsenke (304.40) anschließt; beide gehören in der Haupteinheit Oberaarmulde (304) zur Untereinheit Westlicher Hintertaunus (301.4).[3]

SchutzgebieteBearbeiten

Auf dem Südostteil der Hohen Wurzel liegen Teile des Landschaftsschutzgebiets Wiesbaden (CDDA-Nr. 555513808; 2010 ausgewiesen; 133,28 km² groß) und solche des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets Buchenwälder nördlich von Wiesbaden (FFH-Nr. 5815-306; 41,24 km).[1]

TürmeBearbeiten

Gustav-Vietor-TurmBearbeiten

Auf dem Berg wurde 1883 der 24 m hohe Aussichtsturm Gustav-Vietor-Turm (auch Eiserner Turm genannt) erbaut. Von seiner Plattform fiel der Blick in den Taunus und Rheingau. Zuletzt auch für Amateurfunkdienst­zwecke genutzt, wurde er im März 2006 abgerissen.[4]

Fernmeldeturm Hohe WurzelBearbeiten

Auf dem Berg steht etwa 400 m südöstlich seines Gipfels der 133 m hohe Fernmeldeturm Hohe Wurzel, der in Stahlbetonbauweise errichtet wurde. Von dort und anderen Standorten aus wird das Rhein-Main-Gebiet im Gleichwellenbetrieb mit digitalem Fernsehen (DVB-T) versorgt. Außerdem wird von hier DAB und UKW-Hörfunk verbreitet.

SportBearbeiten

Bob, Schlitten und MountainbikeBearbeiten

Früher führte eine 1,48 km lange Bob- und Schlittenbahn an den Hängen des Berges durch die Waldgebiete „Hohe Wurzel“, „Winterbruch“, „Heidekopf“ und „Schläferskopf“. Die Höhendifferenz betrug 176 m, das maximale Gefälle 21 Prozent. Im Jahr 2010 war eine Reaktivierung als Mountainbike-Strecke im Gespräch.[5]

 
Blick von Nordwesten vom Kemeler Rücken (bei Kemel) zur Hohen Wurzel; etwas rechts unterhalb des Fernmeldeturms ist die L 3037 erkennbar

Bergprüfung zur Hohen WurzelBearbeiten

In den Jahren 1923 bis 1928 gab es ein Bergrennen bzw. eine "Bergprüfung zur Hohen Wurzel" im Rahmen des "Wiesbadener Automobil-Turnier(s)".[6] Dabei traten bekannte Rennfahrer an, z. B. Carl Jörns (Gewinner 1924), Huldreich Heusser (Gewinner 1925), Karl Kappler (Gewinner 1928) oder Adolf Rosenberger (Gewinner 1926 und 1927).[7]

Verkehr, Freizeit und WandernBearbeiten

Über die südwestlichen Hochlagen der Hohen Wurzel führt die im Nordwesten zwischen Bad Schwalbach und Wambach von der Bundesstraße 275 abzweigende Landesstraße 3037 (auch Hohe Straße oder Lahnstraße genannt). Sie verläuft vorbei am Freizeitpark Taunus Wunderland und danach rund 400 m südwestlich vom Berggipfel über eine etwa 570 m[1][8] hohe Bergstelle und etwas später, südöstlich vom Berg, die Aartalbahn kreuzend, etwa in Nordwest-Südost-Richtung nach Wiesbaden. Nahe dieser Berg- und Straßenstelle befindet sich der Wandererparkplatz Hohe Wurzel, von dem der Berggipfel auf Rundwanderwegen des Naturparks Rhein-Taunus begehbar ist. Über den Berg führt neben dem rechtsrheinischen Teil des Rheinhöhenweges auch der Europäische Fernwanderweg E3.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f g Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Dominanzen und Prominenzen im Taunus, auf highrisepages.de
  3. Heinrich Müller-Miny, Martin Bürgener: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 138 Koblenz. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1971. → Online-Karte (PDF; 5,7 MB)
  4. Aussicht war 5000 Goldmark wert (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive) in Wiesbadener Tagblatt, vom 15. November 2006
  5. Cornelia Diergardt: Bobbahn für Mountainbiker?, in Wiesbadener Kurier, 30. Oktober 2010
  6. vgl. Die Jahre 1904–1934, beim Wiesbadener Automobil Club (WAC), auf wac-avd.de
  7. vgl. Bergrennsieger 1897–1949 (engl. Hill Climb Winners), Listen von 1924–1930, auf kolumbus.fi
  8. Hohe Wurzel…, auf quaedlich.de

WeblinksBearbeiten