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Hochschule der Sächsischen Polizei (FH)

Die Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) ist eine interne Fachhochschule der sächsischen Polizei in Rothenburg/Oberlausitz mit einer Außenstelle in Bautzen. Sie wurde am 1. Oktober 1994 mit Unterzeichnung der Gründungsurkunde formal gegründet. Pro Jahr werden ca. 175 bis 250 Studenten für den gehobenen Polizeivollzugsdienst ausgebildet. Den kleineren Teil der Studenten (35 %) stellen Aufstiegsbeamte. Etwa zwei Drittel der Studenten sind Seiteneinsteiger, die in einer sechsmonatigen Vorausbildung auf das Polizeistudium vorbereitet werden. Ein Viertel der Studierenden sind Frauen. Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums erfolgt die Ernennung zum Polizei- oder Kriminalkommissar. Außerdem wird jährlich eine geringe Anzahl ausgewählter Beamte der Laufbahngruppe 2.1 (Gehobener Dienst) der Sächsischen Polizei als Anwärter für ein Studium für die Laufbahngruppe 2.2 (Höherer Dienst) an der Deutschen Hochschule der Polizei in vorbereitenden Lehrgängen ausgebildet. Der Bachelor-Studiengang umfasst hierbei auch eine Sonderform in Gestalt des Computer- und Internet-Kriminalitätsdienstes (CuIKD) zur Bekämpfung der Cyberkriminalität.

Hochschule der Sächsischen Polizei (FH)
Logo
Motto per aspera ad astra
Gründung 1994
Ort Rothenburg/Oberlausitz
Bundesland SachsenSachsen Sachsen
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Rektor / Prorektor Carsten Kaempf / Hanjo Protze
Studierende 589 (WS 2017/18), 67,6% Männer. 32,4% Frauen. 0,2% internationale Studierende
Website www.polizei.sachsen.de/de/polfh.htm
Hochschule der Sächsischen Polizei (FH)
Hochschule der Sächsischen Polizei (FH)

StudienvoraussetzungenBearbeiten

Voraussetzungen für das Studium sind die allgemeine oder fachgebundene (Fach-)Hochschulreife, körperliche und gesundheitliche Eignung, ein Höchstalter von 31 Jahren und das Bestehen des mehrgliedrigen Auswahlverfahrens.

GeschichteBearbeiten

Im Jahre 1991 erfolgte eine Entscheidung des sächsischen Kabinetts zur Errichtung einer Fachhochschule für Polizei im Freistaat Sachsen. Im Mai 1992 begann die Arbeit des Aufbaustabes der Fachhochschule an der Landes-Polizeischule Sachsen (LPS) in Bautzen. Der erste Ausbildungslehrgang begann im Juni des Jahres 1992 in Bautzen mit der Ausbildung. Erst 1994 wurde mit Baumaßnahmen am Gebäude des ehemaligen Fliegerausbildungsgeschwaders 15 des Kommandos Luftstreitkräfte/Luftverteidigung (LSK/LV) der NVA der DDR für die zukünftige Fachhochschule begonnen. Mit dem Sächsischen Polizeifachhochschulgesetz (SächsPolFHG) vom 24. Mai 1994 erhielt die Einrichtung ihre rechtliche Grundlage, woraufhin am 4. Oktober 1994 die ersten Studenten ihr Studium in Rothenburg begannen, welches sie im September 1997 abschlossen. Aufgrund des Gesetzes zur Modernisierung der Sächsischen Verwaltung kommt es zur Namensänderung in „Hochschule der Sächsischen Polizei (FH)“. Mit Beginn des 17. Studienganges im Oktober 2010 führte die Hochschule den im Rahmen der auch von Deutschland unterzeichneten Erklärung von Bologna einen neuen, modularen Studiengang ein, der nach dreijähriger Ausbildung mit dem Titel „Bachelor of Arts B. A.“ abschließt.

Seit 2018 finden sowohl auf dem Hochschulcampus in Rothenburg/O.L., als auch in Bautzen, umfangreiche Bauarbeiten statt, um die geplante Erweiterung der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) angesichts weiterhin stark steigender Studienzahlen zu realisieren. U. a. wurde bereits eine moderne Sport- und Mehrzweckhalle am Standort in Rothenburg/O.L. fertiggestellt und ihrer Bestimmung im Rahmen des laufenden Studienbetriebes übergeben. Im Zuge dieser Ertüchtigung ist auch der Ausbau der campuseigenen IT-Infrastruktur (Campus 4.0) vorgesehen.

Ab 2013 wurde das seit 1992 bestehende Fortbildungszentrum Bautzen der Hochschule angegliedert.[1] Seit 1. August 2019 existiert zudem ein Aufbaustab für die neue Polizeidirektion Aus- und Fortbildung, der die qualitätssichernde Führung und Steuerung der gesamten polizeiinternen Aus- und Fortbildung obliegt. Weiterhin ist die Einrichtung eines Sächsischen Institutes für die polizeiliche Sicherheitsforschung (SIPS) geplant, um den Hochschulcampus der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) als wissenschaftlich-akademisches Forschungszentrum zu beleben.

Internationalisierungsaktivitäten mit Erasmus+Bearbeiten

Seit 3. November 2016 verfügt die Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) über eine Erasmus+-Qualitätszertifizierung, eine European Charta of Higher Education (ECHE)[2] seitens des Deutschen Akademischen Austauschdienstes als nationale Erasmus-Agentur (NA DAAD)[3] und der Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA)[4]. Diese gilt bis zum 31. Dezember 2023 (Bewerbungsaufruf ECHE-Call 2023 relevant).

In der Folge wurden bisher acht inter-institutionelle Vereinbarungen (IIV)[5] zu anderen Erasmus-Partnerhochschulen in Tschechien (Prag), der Slowakei (Bratislava), Ungarn (Budapest), Polen (Szczytno und Legnica), Estland (Tallinn), Lettland (Riga) und Litauen (Vilnius und Kaunas) in den Programmländern[6] abgeschlossen. Darüber hinaus existieren aber auch weitere nicht rechtsverbindliche Verbindungen zu anderen Hochschulen im Erasmus-Netzwerk, die nicht auf einer IIV beruhen, so z. B. nach den Niederlanden (Apeldoorn, Leeuwarden), Großbritannien (Portsmouth, Kent und Edinburgh), Schweden (Huddinge, Växjö) und Rumänien (Bukarest).

Das Bachelorstudium unterteilt sich in sechs Semester mit sehr eng getakteten Inhalten. Es ist es nicht möglich, eigene Studierende mittels Austauschsemestern oder Praktika mit Erasmus+ im Rahmen der Erasmus-Studierendenmobilität[7] (SM; Mobilitätsarten SMS oder SMP) zu fördern. Vor dem Hintergrund, dass die Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) als Einstellungs- und Ausbildungsbehörde fungiert sowie personalrechtliche Zuständigkeit hat, eröffnet dies eine Erasmus+-Förderung für Fort- und Weiterbildungszwecke[8] (ST; Mobilitätsart STT), etwa in Form akademischer Workshops, innerhalb wesentlich kürzerer und flexibler Zeiträume. Grundlage bilden hierbei immer wissenschaftliche Arbeitspläne. Die direkte Adressierung von Polizeidienststellen im Rahmen von Praxisbesuchen in den Zielländern ist programmwidrig, weil dies als nicht förderfähige Erwachsenenbildung dem vereinbarten wissenschaftlichem Standard widerspricht.

Außerdem können Studierende der Erasmus+-Partnerhochschulen aus den Programmländern[9] im Rahmen von Austauschsemestern oder Praktika an der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) aufgenommen werden, soweit sie die deutsche Sprache angemessen beherrschen, um dem Vorlesungsbetrieb folgen zu können. Dies erfolgte mit mehreren Studierenden der tschechischen und ungarischen Erasmus-Hochschulpartner. In der Vergangenheit wurden außerdem mehrfach Lehrkräfte der Partnerhochschulen in das Vorlesungsgeschehen eingebunden sowie sonstige ausländische Hochschulmitarbeiter in Form von Praktika und Kurzaufenthalten betreut.

Das Lehrpersonal der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) unterrichtet unter Nutzung der Mobilitätsart STA[10] auf Grundlage der bestehenden IIV an den jeweiligen Partnerhochschulen. Soweit Gastdozenten von anderen Polizeieinrichtungen des Freistaates Sachsen in den wissenschaftlichen Lehrbetrieb oder die Betreuung von Bachelor-Arbeiten der Studierenden an der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) eingebunden sind, können auch diese am Erasmus+-Programm[11] teilnehmen, wenn ein nachweisbarer dienstlicher Bezug zur Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) besteht und entsprechend begründet werden kann. Dies ermöglicht interessante wissenschaftliche Wechselwirkungen des Erfahrungsaustausches sowie des akademischen Wissenserwerbs, sowohl im Hinblick auf die teilnehmenden Studierenden in Personalverantwortung der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) als auch deren Lehrpersonal und die angeschlossenen Gastdozenten. Selbst die Einladung von Gastdozenten zu Lehrzwecken, z. B. aus europäischen Polizeibehörden[12] im Rahmen der zugelassenen Förderkriterien (invitation from enterprises on Erasmus+ teaching mobility), bewusst außerhalb des Erasmus+-Hochschulnetzwerkes, auf Grundlage einer hochflexiblen neuen Mobilitätsart (STA2) mit dem Ziel der praktischen und praxisnahen Verankerung der vermittelten wissenschaftlichen Lehrinhalte ist damit exklusiv möglich.

Seit 15. März 2019 besteht darüber hinaus auch ein elektronischer Zugang zu Erasmus+ without paper (EWP)[13], einer Plattform für die internationale Hochschulkooperation, welche ständig weiter ausgebaut wird. Dies ist nicht zuletzt entscheidend für eine positive Hochschulentwicklung, da die zunehmende Digitalisierung auf dem Gebiet internationaler wissenschaftlicher Zusammenarbeit ein wichtiges Element der nächsten Erasmus-Programmgeneration[14] ist.

2019 beendete die Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) erstmals ein 24-Monate laufendes Erasmus+-Mobilitätsprojekt (Projekt 2017).

Im Ergebnis einer qualitativen und quantitativen Evaluierung durch die NA DAAD wurde die Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) als eine von zwei ostdeutschen Hochschulbildungseinrichtungen im Zuge der Erasmus+-Jahrestagung 2019 am 16. September und 17. September 2019 zusammen mit neun deutschen Hochschulen mit dem "Erasmus+-Best-Practice-Status" u. a. für vorbildliches Projektmanagement, gute Binnenmobilisierung und Teilnehmerbetreuung ausgezeichnet. Diese Verleihung erfolgt jährlich. Ausgezeichnete Einrichtungen können den Status nur einmalig erhalten.

Die Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) ist die einzige Einrichtung innerhalb der Sächsischen Polizei, die Teil des Erasmus+-Netzwerkes ist. Neben der Teilnahme am Mobilitätsprogramm (KA1[15]; KA103[16]) von Erasmus+ wirkt diese polizeiliche Hochschulbildungseinrichtung im Freistaat Sachsen auch an internationaler Erasmus+-Projektarbeit (KA2[17]; KA203[18]), z. B. im Rahmen von “Vocal in Need”[19], als Teil eines neun Konsortialinstitutionen umfassenden Projektteams mit.[20]

Das Erasmus-Projekt "Vocal in Need" wurde am 30. September 2019 nach 24 Monaten Laufzeit mittlerweile erfolgreich abgeschlossen. Als Projektergebnis wurde eine Handy-App entwickelt, welche fremdsprachliche Kommunikation zwischen polizeilichen Einsatzkräften sowie Flüchtlingen, Migranten und Asylbewerbern erleichtert. Diese Angebot, welches kostenlos bei Google Play[21] sowie im AppStore[22] erhältlich ist, wird außerdem durch interkulturelle Trainings (Quizfragen) angereichert.

Informationen zu den Erasmus+-Aktivitäten sind dem Mobilitätsportal im Internet der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) in deutscher[23] sowie englischer[24] Sprache zu entnehmen. Individualberatungen obliegen dem zuständigen Erasmus-Hochschulkoordinator[25].

FachbereicheBearbeiten

  • Polizeiliches Management
  • Recht, Sozialwissenschaften, Sprachen

Die Ausbildung zu Grundlagen der freien Wirtschaft und modernem Haushalt wird eng verbunden mit Fragen der Polizeiarbeit.

Die Studierenden müssen obligatorisch Englisch belegen. Künftig ist vorgesehen, Polnisch, Tschechisch und Russisch in Form von Wahlpflichtfächern anzubieten. Formal kann auch Sorbisch als Fremdsprache angeboten werden. Aus verschiedenen Gründen kam es aber noch nie zur Sprachausbildung in Sorbisch. Das Angebot der Wahlpflichtfächer umfasst nahezu die gesamte Bandbreite der Polizeiwissenschaften.

Im Rahmen der Ausbildung führen die Studenten verschiedene Praktika zumeist bei Behörden (Kommunalverwaltung, Justiz, Zoll und Bundespolizei) durch.

AuslandsbeziehungenBearbeiten

Die Hochschule unterhält Auslandsbeziehungen zu folgenden Einrichtungen

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Polizei Sachsen: Die Geschichte der Hochschule.
  2. Erasmus Charter for Higher Education (ECHE) – Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit – DAAD. In: eu.daad.de. Abgerufen am 18. April 2019.
  3. Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit – DAAD. In: eu.daad.de. Abgerufen am 18. April 2019.
  4. Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur. In: ec.europa.eu. Abgerufen am 18. April 2019.
  5. Inter-Institutional Agreement – Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit – DAAD. In: eu.daad.de. Abgerufen am 18. April 2019.
  6. Erasmus+ Programmländer – Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit – DAAD. In: eu.daad.de. Abgerufen am 18. April 2019.
  7. Studium im Ausland in Erasmus+ Programmländern – Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit – DAAD. In: eu.daad.de. Abgerufen am 18. April 2019.
  8. Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Ausland – Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit – DAAD. In: eu.daad.de. Abgerufen am 18. April 2019.
  9. Vereinbarungen mit Geförderten und Partnerhochschulen – Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit – DAAD. In: eu.daad.de. Abgerufen am 18. April 2019.
  10. Lehre im Ausland – Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit – DAAD. In: eu.daad.de. Abgerufen am 18. April 2019.
  11. Teilnahme am Erasmus+ Programm – Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit – DAAD. In: eu.daad.de. Abgerufen am 18. April 2019.
  12. Personalmobilität – Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit – DAAD. In: eu.daad.de. Abgerufen am 18. April 2019.
  13. EWP. In: erasmuswithoutpaper.eu. Abgerufen am 18. April 2019 (englisch).
  14. Erasmus ab 2021 – Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit – DAAD. In: eu.daad.de. Abgerufen am 18. April 2019.
  15. Mobilität von Einzelpersonen – Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit – DAAD. In: eu.daad.de. Abgerufen am 18. April 2019.
  16. Mobilität mit Programmländern (KA103) – Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit – DAAD. In: eu.daad.de. Abgerufen am 18. April 2019.
  17. Partnerschaften und Kooperationsprojekte – Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit – DAAD. In: eu.daad.de. Abgerufen am 18. April 2019.
  18. Erasmus+ Strategische Partnerschaften (KA203) – Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit – DAAD. In: eu.daad.de. Abgerufen am 18. April 2019.
  19. Home - Vocal in Need. In: vocal.erasmus.site. Abgerufen am 18. April 2019.
  20. Vocal in Need: Overcoming Comunication Barriers in Integration - bridges to europe. In: bridgestoeurope.com. Abgerufen am 18. April 2019 (englisch).
  21. Vocal in Need: vocal in need; Bezugsquelle Mobile App bei Google Play. In: https://vocal.erasmus.site/de/. Danmar Computers LLC, abgerufen am 18. April 2019.
  22. Vocal in Need: Vocal in Need; Bezugsquelle App (Apple). In: https://vocal.erasmus.site/de/. Abgerufen am 18. April 2019.
  23. Polizei Sachsen - Hochschule der Sächsischen Polizei - ERASMUS+. In: polizei.sachsen.de. Abgerufen am 18. April 2019.
  24. Polizei Sachsen - Hochschule der Sächsischen Polizei - ERASMUS+. In: polizei.sachsen.de. Abgerufen am 18. April 2019.
  25. Polizei Sachsen - Hochschule der Sächsischen Polizei - Kontakt und Betreuung. In: polizei.sachsen.de. Abgerufen am 18. April 2019.

Koordinaten: 51° 21′ 34,9″ N, 14° 57′ 40,4″ O