Technische Universität Bergakademie Freiberg

Universität in Deutschland

Die Technische Universität Bergakademie Freiberg ist eine staatliche Technische Universität in Freiberg im Bundesland Sachsen. Als Ressourcenuniversität konzentriert sie sich auf die Erkundung, Gewinnung, Verarbeitung, Veredlung und Wiederverwendung von Rohstoffen und Materialien.

Technische Universität Bergakademie Freiberg
Motto Die Ressourcenuniversität. Seit 1765.
Gründung 1765
Trägerschaft staatlich
Ort DEU Freiberg COA.svg Freiberg
Bundesland Sachsen Sachsen
Land Deutschland Deutschland
Rektor Klaus-Dieter Barbknecht[1]
Studierende 3655 (WS 2021/22)[2]
Mitarbeiter 2040[2]
davon Professoren 95[2]
Jahresetat Drittmittel: 52,9 Mio. € (2021)[2]
Netzwerke Silicon Saxony
Website tu-freiberg.de

GeschichteBearbeiten

 
Elementares Germanium
 
15-Pf-Sondermarke der DDR-Post 1965, 200 Jahre Bergakademie
 
Begrüßungstafel „Glück Auf“ des Campus der TU Bergakademie

Die Bergakademie Freiberg wurde 1765, in der Zeit der Aufklärung, durch Prinz Xaver von Sachsen nach den Plänen von Friedrich Wilhelm von Oppel (1720–1769) und Friedrich Anton von Heynitz unter dem Namen Kurfürstlich-Sächsische Bergakademie zu Freiberg (ab 1806: Königlich-Sächsische Bergakademie zu Freiberg) als Ausbildungsstätte für Bergleute gegründet. Diese Gründung war erforderlich, da Sachsen nach der Niederlage im Siebenjährigen Krieg den Bergbau forcieren musste, um seine Wirtschaft wieder aufbauen zu können.

Die Bergakademie ist damit die älteste noch bestehende montanwissenschaftliche Bildungseinrichtung der Welt, da die vier vor ihr gegründeten Akademien in Potosí (Bolivien, 1557 bis 1786), Kongsberg (Norwegen, 1757 bis 1814), Schemnitz (1762 bis 1919) und Prag (1762 bis 1772) schon längst nicht mehr existieren. Nach der 1747 gegründeten École des Ponts et Chaussées ist sie weltweit die älteste technische Bildungseinrichtung und wurde, nachdem sie aus dem Bergstaat entlassen worden war, 1899 einer Technischen Hochschule in Sachsen gleichgestellt. 1905 erhielt sie das Promotionsrecht für den Grad Dr.-Ing. und 1939 für den eines Dr. rer. nat. Im Jahr 1940 wurden zwei Fakultäten gegründet: Für Naturwissenschaften und Ergänzungsfächer sowie für Bergbau und Hüttenwesen.[3] 1956 kam die Fakultät für Ingenieurökonomie dazu.[4] Diese ergänzt die Forschung.

Zwischen 1945 und 1990Bearbeiten

Für den Aufbau der Grundstoffindustrie in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ab 1945 wurde an der Bergakademie Freiberg der Lehr- und Forschungsbetrieb rasch wieder aufgenommen. Die Hochschule erfuhr einen bedeutenden Ausbau ihrer räumlichen Kapazitäten. Damit einher ging eine Aufstockung des Personalbestandes sowie die Ausweitung der Kapazitäten in Forschung und Lehre. Das Lehrangebot veränderte sich durch die Einrichtung neuer Studiengänge. Zugleich wandelte sich die Zusammensetzung der Studentenschaft[5]. Der Frauenanteil stieg steil an. Die Öffnung der Bergakademie für „Arbeiter- und Bauernkinder“ erfolgte durch eine sozial bestimmte Vergabe der Studienplätze und durch den Aufbau der Vorstudienanstalt, ab 1949 Arbeiter-und-Bauern-Fakultät (ABF) „Wilhelm Pieck“ genannt.[6]

Seit 1990Bearbeiten

Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurde die bauliche wie rechtliche Infrastruktur der Bergakademie zu großen Teilen neu gestaltet. Nach der Eingliederung in das westdeutsche Hochschulsystem ist es ihr gelungen, sich rasch in der Hochschullandschaft als die deutsche „Ressourcenuniversität“ zu positionieren. Als erste ostdeutsche Hochschule wurde die Bergakademie Freiberg Mitglied der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Sektionen wurden dem Vertrag gemäß abgewickelt. Da jedoch die Wirtschaftswissenschaften von entscheidender Bedeutung für Freiberg sind, wurde in den 1990er Jahren eine neue wirtschaftswissenschaftliche Fakultät mit 15 Professuren aufgebaut.

Die Universität entwickelte auch Kompetenzen im Bereich der Halbleiterforschung, was dazu führte, dass sich in den letzten Jahren bekannte Unternehmen der Halbleiterindustrie (Siltronic AG, Freiberger Compound Materials GmbH), der Solarindustrie (Meyer Burger Technology AG) und der Lithium-Ionen-Batterieproduktion (JT Energy Systems) in Freiberg angesiedelt haben. Neben den klassischen Geo- und Werkstoffwissenschaften hatte die TU Bergakademie Freiberg immer größeres Ansehen im Bereich der Umweltwissenschaften erworben.

Im März 1993 erfolgte die Umbenennung in Technische Universität Bergakademie Freiberg[5].

Inzwischen ist Freiberg als „Universität der geschlossenen Stoffkreisläufe“ in der weltweiten Forschungslandschaft als moderne, ökologische Hochschule etabliert.

Im Historicum der TU Bergakademie Freiberg präsentiert die Universität zahlreiche Exponate, Bilder und Zeitdokumente auf einzigartige, anschauliche Weise[7].

Im Forum Montangeschichte findet man seit 2015 digitalisiert und im Volltext frei zur Verfügung gestellt historische Aufsätze zur sächsischen Bergbau- und Hüttengeschichte, darunter bislang unveröffentlichte Arbeiten, sowie aktuelle Veröffentlichungen[8].

Historische Persönlichkeiten und wissenschaftliche GlanzleistungenBearbeiten

An der Bergakademie Freiberg lehrten und studierten viele bekannte Persönlichkeiten:[5]

Abraham Gottlob Werner (1749–1817), der bedeutendste Lehrer der Bergakademie, brachte beispielsweise Ordnung in die Welt der Minerale und Gesteinsschichten. Er gilt als Begründer der Geognosie, der Lehre von der Struktur und dem Bau der festen Erdkruste, die als der Vorläufer der Geologie bezeichnet werden kann. Er schuf die Grundlagen, auf denen sich Mineralogie und Lagerstättenlehre als eigenständige Wissenschaften entwickeln konnten. Dabei zog Werner so bedeutende Persönlichkeiten wie Alexander von Humboldt, Franz Xaver von Baader, Leopold von Buch, Friedrich Mohs, und Robert Jameson an.

Mit Wilhelm August Lampadius (1772–1842) ging den Freibergern ein Licht auf. Der Professor montierte als erster auf dem europäischen Kontinent eine Gaslaterne an sein Wohnhaus in der Freiberger Fischergasse und entwickelte das Prinzip der Gasbeleuchtung so weit, dass es erstmals auch für eine Industrieanlage eingesetzt werden konnte. Er war es auch, der 1796/97 mit seinem chemisch-metallurgischen Laboratorium das erste Hochschullabor der Welt einrichtete.

Der Dichter Novalis (1772–1801), sein Künstlername bedeutet »der Neuland Bestellende«, eigentlich hieß er Georg Philipp Friedrich von Hardenberg, verwendet 1798 von Freiberg aus zum ersten Mal dieses Pseudonym für seine literarischen Schriften. Von Ende 1797 bis Mai 1799 studiert er in Freiberg. Viele Impulse nahm er aus dem Bergbau auf, um sie in seinem künstlerischen Gestalten zu verarbeiten. Neben Vorlesungen, Exkursionen und Schichten unter Tage entstanden Werke wie »Blütenstaub« oder »Hymnen an die Nacht«.

Alexander von Humboldt schrieb sich am 14. Juni 1791 unter der Matrikelnummer 357 an der Bergakademie in Freiberg und ließ sich in nur neun Monaten – bis zum 26. Februar 1792 – in den Gebieten der Natur- und Montanwissenschaften ausbilden. Während seines Studiums widmete er sich in umfassender Weise den Natur- und Montanwissenschaften und entwickelte unter anderem technische Geräte wie den dem Licht-Erhalter. Zu seiner wohl berühmtesten Entdeckung in Freiberg zählt die unterirdische Pflanzenwelt, die er 1793 in seinem Band „Flora Fribergensis“ veröffentlichte. Viele der dort vorkommenden Arten hat Humboldt erstmals entdeckt und neu beschrieben.[9]

1863 entdeckten der Chemiker Hieronymus Theodor Richter (1824–1898) und der Physiker Ferdinand Reich (1799–1882) das Metall Indium.

Clemens Alexander Winkler (1838–1904) isolierte 1886 bei der chemischen Analyse eines Minerals das chemische Element Germanium und bestätigte damit Dmitri Mendelejews Periodensystem der Elemente, durch dessen Aufstellung Mendelejew ein Element mit den Eigenschaften des Germaniums als »Ekasilizium« vorausgesagt hatte.

Im Bereich Verfahrenstechnik (Braunkohlenvergasung) wurden Erich Rammler und Georg Bilkenroth für ihre Arbeiten zum Braunkohlenhochtemperaturkoks 1951 mit dem Nationalpreis 1. Klasse der DDR geehrt.

ProfilBearbeiten

Diese vernetzten Kernfelder geben der Universität ihr einzigartiges und unverwechselbares Profil:[10]

GeoBearbeiten

Das System Erde zu erforschen, zu erkunden und zu nutzen steht im Mittelpunkt von Forschung und Lehre der Freiberger Geowissenschaften. Die Gewinnung von Informationen über das System Erde basiert ebenso wie die Entwicklung innovativer Technologien für die Erkundung neuer Lagerstätten, die umweltschonende Gewinnung und die Aufbereitung der natürlichen Rohstoffe auf dem Grundsatz der Nachhaltigkeit.

Material und WerkstoffeBearbeiten

Innovative Materialien für neue Anwendungen zu entwickeln – dieser Herausforderung stellen sich die Freiberger Werkstoffwissenschaften und entwickeln Technologien für die ressourcenschonende Erzeugung der Werkstoffe und erschließen neue Anwendungsbereiche.

EnergieBearbeiten

In diesem Bereich arbeiten Forschende an neuen, nachhaltigen Lösungen für die Energieproduktion und Energietechnik, für die Energiespeicherung, an der Digitalisierung in der Energiewirtschaft sowie an Konzepten zur internationalen Klimafinanzierung und deren Bewertung.

UmweltBearbeiten

Im Mittelpunkt der umweltbezogenen Forschungen an der TU Bergakademie Freiberg stehen beispielsweise der Boden- und Trinkwasserschutz oder die Prozesse der Grundstoffindustrie und Energiewirtschaft.

TechnikBearbeiten

Die Ingenieurwissenschaften der Universität befassen sich mit der Entwicklung zukunftsfähiger Lösungen, innovativer Produkte und der Optimierung vorhandener Verfahren und Methoden in allen Bereichen des Lebens und der Technik sowie mit der Schaffung von grundlegendem Wissen dafür. Transformationsprozesse in Technik und Gesellschaft werden durch die Freiberger Ingenieurwissenschaften maßgeblich angestoßen und unterstützt.

WirtschaftBearbeiten

Die Wirtschaftswissenschaften sind ein integraler Bestandteil im Universitätsprofil. An den Professuren der Fakultät werden einerseits grundständige, andererseits Themen verfolgt, die den Wirtschaftswissenschaften eine bedeutende Querschnittsfunktion über die Profillinien hinweg verleihen. Den gemeinsamen Nenner der Forschung bilden Informationen, Innovationen im Sinne von neuen Produkten und Prozessen/Technologien sowie Institutionen und ihre ökonomischen Konsequenzen.

ForschungBearbeiten

Die Technische Universität Bergakademie Freiberg ist eine moderne Forschungsuniversität. Um die ökonomischen und ökologischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts anzugehen, forscht sie fächerübergreifend an Alternativen für Rohstoffgewinnung, Energietechniken, Werkstoffen und Recyclingverfahren. Ihre Expertise im Bereich Ressourcen, insbesondere in den Material- und Werkstoffwissenschaften, ist dabei weltweit gefragt.

Bei Drittmitteleinnahmen pro Professor gehört die Universität zu den zehn stärksten Forschungsuniversitäten in Deutschland und nimmt in den neuen Bundesländern die Spitzenposition ein[11].

2019 wurden zudem 30 Erfindungsmeldungen und 24 Patentanmeldungen verzeichnet.

Die TU Bergakademie Freiberg fördert durch das Gründernetzwerk SAXEED akademische Ausgründungen und die Verwertung von Forschungsergebnissen. Im Jahr 2021 wurden 39 Gründungsprojekte betreut, aus denen bisher 12 Gründungen hervorgegangen sind, darunter die NaPaGen GmbH, die Just in Time-Food GmbH und die Rockfeel GmbH.[veraltet]

StudiumBearbeiten

Im Wintersemester 2021/22 waren 4.000 Studierende an der TU Bergakademie eingeschrieben, davon 84 % in MINT-Fächern, 39 % aus dem Ausland und 30 % weibliche Studierende[12].

Das Studienangebot umfasst 73 Studiengänge, darunter 21 Bachelorstudiengänge, 36 Masterstudiengänge und 16 Diplomstudiengänge (Stand: WS 2020/21)[13].

Zudem bietet die TU Bergakademie auch deutschlandweit einzigartige Studiengänge wie die Angewandte Naturwissenschaft, die Industriearchäologie, das Markscheidewesen oder den Diplomstudiengang Chemie.

Der überwiegende Teil der Studienangebote wird in deutscher Sprache angeboten. 12 Masterstudiengänge (Stand: WS 2020/21) werden in englischer Sprache gelehrt:

  • Advanced Materials Analysis
  • Advanced Mineral Resource Development (AMRD)
  • Computational Materials Science (CMS)
  • Geomatics for Mineral Resource Management
  • Geoscience
  • Groundwater Management
  • International Business and Resources in Emerging Markets (IBRE)
  • Mechanical and Process Engineering (MPE)
  • Metallic Materials Technology (MMT)
  • Sustainable Mining and Remediation Management (MoRe)
  • Sustainable and Innovative Natural Resource Management (SINReM)
  • Technology and Application of Inorganic Engineering Materials (TAIEM)

OrganisationBearbeiten

Die Technische Universität Bergakademie Freiberg hat nach ihrer Grundordnung als zentrale Organe der Hochschule eingerichtet: Rektorat, Senat, Erweiterten Senat sowie Hochschulrat.

Dem Rektorat gehören neben dem Rektor und dem Kanzler drei Prorektoren an, die nebenberuflich tätig sind. Unterstützt wird das Rektorat durch die Kommissionen für Forschung, Bildung, Strategieentwicklung, Digitalisierung, Diversity, Gleichstellung und Inklusion, Graduiertenförderung, Internationalisierung, Haushalt sowie Consilium decanale[14].

Es gibt insgesamt sechs Fakultäten:

  1. Fakultät für Mathematik und Informatik
  2. Fakultät für Chemie und Physik
  3. Fakultät für Geowissenschaften, Geotechnik und Bergbau
  4. Fakultät für Maschinenbau, Verfahrens- und Energietechnik
  5. Fakultät für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie
  6. Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

Infrastruktur und EinrichtungenBearbeiten

 
Reiche Zeche

CampusinfrastrukturBearbeiten

Es handelt sich um eine Campusuniversität.[15] Der größte Teil des Geländes der TU Bergakademie Freiberg befindet sich auf dem Campus im Norden Freibergs. Daneben existieren weitere Liegenschaften im Stadtgebiet, so z. B. das Hauptgebäude in der Akademiestraße, der Dietrich-von-Freiberg-Bau, das Schlossplatzquartier und das Studien-Info-Zentrum SIZ in der Prüferstraße, die neue Universitätsbibliothek mit Hörsaalzentrum auf dem Wissenschaftskorridor in der Winklerstraße, das Medienzentrum in der Prüferstraße, die Alte Mensa in der Petersstraße, der Werner-Bau in der Brennhausgasse sowie mehrere Gebäude auf dem Campus Reiche Zeche, wie das Forschungs- und Lehrbergwerk „Reiche Zeche“, die Alte Elisabeth sowie die Pilotanlagenfläche des Instituts für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen.

Weiterhin sind auf dem Campus das Career Center (CC), die Graduierten- und Forschungsakademie (GraFA), das Internationale Universitätszentrum „Alexander von Humboldt“ (IUZ), das Fachsprachenzentrum (FZ), das Universitätsrechenzentrum (URZ), das Gründernetzwerk Saxeed, das Universitätsarchiv, das Universitätssportzentrum (USP) sowie die Universitätsbibliothek „Georgius Agricola“ (UB) zu finden.

ForschungsinfrastrukturBearbeiten

Die TU Bergakademie Freiberg verfügt über eine exzellente Ausstattung und Forschungsinfrastruktur für die von ihr vertretenen Wissenschaftsfelder. Dies schließt insbesondere zahlreiche, teils weltweit unikale Forschungsgroßgeräte ein, die eine Abbildung der gesamten Forschungskette von der Grundlagenforschung bis zur Technologieentwicklung im industrienahen Pilotmaßstab ermöglichen. Als europaweit einzige Universität betreibt die TU Bergakademie Freiberg ein eigenes Forschungs- und Lehrbergwerk sowie mit dem Scientific Diving Center (SDC) eines von zwei deutschlandweit einmaligen Ausbildungszentren für das Wissenschaftstauchen.

Kompetenzzentren / Universitäre EinrichtungenBearbeiten

  • EIT RawMaterials – Regional Center Freiberg (RCF)
  • ERP-Kompetenzzentrum sächsischer Hochschulen
  • Forschungs- und Lehrbergwerk „Reiche Zeche“
  • Interdisziplinäres Ökologisches Zentrum (IÖZ)
  • Zentrales Reinraumlabor
  • Zentrum für effiziente Hochtemperatur-Stoffwandlung (ZeHS)
  • Biohydrometallurgical Center for Strategic Elements
  • DBI Bergakademie
  • Hochdruckforschungszentrum
  • Mine Water Research Center (MWRC)
  • Scientific Diving Center Freiberg (SDC Freiberg)
  • Zentrum für Innovationskompetenz VIRTUHCON
  • Zentrum für Wasserforschung (ZeWaF)

ForschungspartnerBearbeiten

Die TU Bergakademie Freiberg verfügt über ein umfangreiches Netzwerk regionaler und nationaler Kooperationspartner in der Wissenschaft und Wirtschaft.

Dazu gehören unter anderem An-Institute als eigenständige Forschungseinrichtungen, die mit der Universität kooperieren und das Lehr- und Forschungsangebot der Universität ergänzen. Das sind unter anderem:

  • IBEXU Institut für Sicherheitstechnik GmbH Freiberg
  • Forschungsinstitut für Leder und Kunststoffbahnen (FILK) gGmbH Freiberg
  • Stahlzentrum Freiberg e. V.
  • Institut für Korrosionsschutz Dresden GmbH
  • UVR – FIA GmbH Verfahrensentwicklung-Umweltschutztechnik-Recycling Freiberg
  • DBI – Gastechnologisches Institut GmbH Freiberg
  • HAVER ENGINEERING GmbH – Ingenieurbüro für Aufbereitungstechnik, Meißen[16]
  • DBI Virtuhcon GmbH, Freiberg
  • PARFORCE Engineering & Consulting GmbH, Freiberg

Zudem bestehen Kooperationen und gemeinsame Projekte mit außeruniversitären Einrichtungen.

Mit dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf gründete die Universität 2011 das gemeinsame Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie, um Technologien der Rohstoffversorgung, -nutzung und des umweltfreundlichen Recyclings zu entwickeln.

Eine enge Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Elektronikmaterialherstellung und Materialbearbeitung verbindet die TU Bergakademie Freiberg zudem mit dem Fraunhofer-Technologiezentrum Hochleistungsmaterialien THM, eine gemeinsame Abteilung des Fraunhofer Institutes for Integrated Systems and Device Technology IISB in Erlangen und des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg.

Vom Institut für Geophysik der TU Bergakademie Freiberg wird das Seismologische Observatorium Berggießhübel betrieben.

Die TU ist zudem Mitinitiator des 1993 gegründeten universitären Internationalen Hochschulinstituts Zittau (IHI) und des Gründernetzwerks SAXEED.

Internationale KooperationenBearbeiten

Neben der unmittelbaren Zusammenarbeit mit einzelnen Unternehmen und Institutionen ist vor allem die Mitwirkung in internationalen Netzwerken und Verbänden ein wesentliches Instrument des Ideen-, Wissens- und Technologietransfers. Die TU Bergakademie Freiberg ist unter anderem Mitglied im:

  • Geokompetenzzentrum Freiberg e.V.
  • EIT RawMaterials
  • EnergieRohstoff-Netzwerk - ERN
  • Freiberger Interessengemeinschaft der Recycling- und Entsorgungsunternehmen e.V. - FIRE
  • InnoRegio Mittelsachsen
  • Interdisziplinäres Kompetenzzentrum Flächenrecycling CiF e.V. Freiberg/Berlin/Aachen
  • Silicon Saxony
  • World Energy Council (WEC)
  • Deutsch-Russischen Rohstoff-Forum
  • GERRI
  • Leichtbau-Allianz Sachsen e.V. GlasCampus Torgau

Die TU Bergakademie Freiberg kooperiert mit 274 Partnereinrichtungen in 74 Ländern. Verbindungen zu außereuropäischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen bestehen unter anderem nach Bolivien, Chile, China, Mosambik, Südafrika, Vietnam und in die Mongolei.[17] In der Mongolei und in Kenia beispielsweise wirkt die TU Bergakademie Freiberg beim Aufbau des German Mongolian Institute for Ressources and Technology (GMIT) in Ulan Bator und des Kenyan German Centre for Mining, Environmental Engineering and Resource Management (CEMEREM) am Taita Taveta University College in Voi mit. Auch an Universitäten in Russland, Südamerika, Asien und Afrika ist sie in Forschung und Lehre mit verschiedensten Projekten aktiv.

Insgesamt hat die TU Bergakademie Freiberg derzeit

  • 184 aktive partnerschaftliche Beziehungen,[12] darunter
  • 76 ERASMUS-Abkommen[12]
  • 18 fachübergreifende Hochschulkooperationen
  • 755 Kontakte zu weiteren Universitäten[18]
  • Doppelabschluss-Abkommen mit Partner-Universitäten in China, Frankreich, Ghana, Italien, Polen, Russland, Thailand, Tschechien, Ungarn und Ukraine

StiftungenBearbeiten

Die Geschichte der Stiftungen für die Bergakademie Freiberg geht bis ins Jahr 1702 zurück, als durch den sächsischen Kurfürsten eine Stipendienkasse beim Oberbergamt zu Freiberg gegründet wurde.[19][20] Im weiteren Verlauf erhielt die Bergakademie immer wieder Zuwendungen, mit denen zunächst vorrangig Studierende, später vermehrt Infrastruktur für die Forschung gefördert wurde. Nach 1990 lebte die nach dem Zweiten Weltkrieg unterbrochene Stiftungsidee wieder auf. So entstanden bedeutende Stiftungen, wie die Sparkassen-Stiftung (1998), die Stiftung Technische Universität Bergakademie Freiberg (2002), die Pohl-Ströher-Mineralienstiftung (2004), die Dr. Erich Krüger-Stiftung (2006), die Stiftung Mineralogische Sammlung Deutschland (2008), der Dr. Frank-Michael und Marianne Engel-Stiftungsfonds (2009), die Heinisch-Stiftung (2015), die Ursula und Prof. Dr. Wolf-Dieter Schneider Stiftung (2019) und die Stiftung Christian Grosse Geschichtsbibliothek (2019).

Mit der Dr.-Erich-Krüger-Stiftung erhielt die TU Bergakademie Freiberg das mit einem dreistelligen Millionenbetrag bisher größte Stiftungsvermögen einer staatlichen Hochschule in Deutschland. Die Universität setzt die aus dem ihr übertragenen Immobilienvermögen des Münchner Unternehmers und gebürtigen Freibergers Peter Krüger fließenden Mittel für die Ausstattung der Forschung mit Großgeräten und zur Förderung von Promovenden ein. Am 13. Juli 2007 verstarb Krüger, der kurz zuvor zum Ehrensenator der Bergakademie ernannt worden war, in München. Seine Frau Dr. Erika Krüger, die 2017 die Ehrensenatorwürde der Universität erhielt, führt die Stiftung fort. Sie ermöglichte unter anderem den Aufbau der Graduierten- und Forschungsakademie, das Freiberger Biohydrometallurgische Zentrum sowie das Krüger-Forschungskolleg Freiberger Hochdruck-Forschungszentrum. Dr. Erika Krüger unterstützt die Universität zudem auch privat mit großem Engagement und erheblichen finanziellen Mitteln – unter anderem mit Deutschlandstipendien für besonders engagierte Studierende.

SammlungenBearbeiten

Seit ihrer Gründung im Jahre 1765 verfügt die Bergakademie über Räumlichkeiten zur Unterbringung ihrer in Forschung und Lehre genutzten Modelle, Gerätschaften, Proben und Instrumente. Neben der Bibliothek, in der auch Handschriften, Karten und Risse verwahrt wurden, gingen aus dem sogenannten Stufenkabinett die geowissenschaftlichen Sammlungen hervor. Außerdem gab es eine Sammlung von Modellen innovativer Maschinen des Bergbaus, die ab 1840 in einer eigenen Werkstatt hergestellt und später in einem separaten Modellzimmer Platz fanden. Im Laufe der letzten 250 Jahre kam eine Vielzahl neuer technischer Sammlungen hinzu. Sie umfassen heute mehr als eine Million wissenschaftliche Proben, 15.000 wissenschaftliche Instrumente und Modelle sowie rund 1000 Kunstwerke und kulturhistorische Objekte[21].

Die Geowissenschaftliche Sammlungen der TU Bergakademie Freiberg gehören dabei zu den zehn ältesten umfangreichsten geo- und montanwissenschaftlichen Kollektionen der Welt. Sie dienen der praktischen studentischen Aus- und Weiterbildung, ergänzen die Forschung und verkörpern bis heute ein enormes Wissenschaftspotenzial. Etwa fünf Prozent des Gesamtbestandes werden in den Schausammlungen gezeigt. Dazu gehören die Mineralogische Sammlung im Werner-Bau, die Lagerstättensammlung im Werner-Bau, die Petrologische Sammlung im Werner-Bau, die Paläontologische & Stratigraphische Sammlung im Humboldt-Bau sowie die Brennstoffgeologische Sammlung in der Nähe der Reichen Zeche[22].

Seit Oktober 2008 stellt die TU Bergakademie Freiberg im Schloss Freudenstein zudem die weltweit größte private Mineraliensammlung aus. Die Dauerausstellung „terra mineralia“ ist eine Dauerleihgabe der Schweizerin Erika Pohl-Ströher und feierte im April 2019 ihr zehnjähriges Bestehen.

Die Minerale deutscher Fundorte der berühmten Pohl-Ströher-Mineralienstiftung sowie besondere Mineralstufen aus den Geowissenschaftlichen Sammlungen der TU Bergakademie Freiberg und Minerale der 2008 gegründeten universitären Stiftung „Mineralogische Sammlung Deutschland“ sind im 2012 von der Dr.-Erich-Krüger-Stiftung sanierten Krügerhaus zu sehen.[23]

PersönlichkeitenBearbeiten

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Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Die Bergakademie zu Freiberg. Zur Erinnerung an die Feier des hundertjährigen Geburtstages Werner's am 25. September 1850. Engelhardt, Freiberg 1850 (Digitalisat)
  • Festschrift zum hundertjährigen Jubiläum der königl. Sächs. Bergakademie zu Freiberg am 30. Juli 1866. Dresden. (Digitalisat)
  • Die Königlich Sächsische Bergakademie zu Freiberg und die Königliche geologische Landesanstalt, nebst Mitteilungen über die Entwickelung und den Stand des Berg- und Hüttenwesens und der Bergpolizei im Königreich Sachsen. Freiberg 1904 (Digitalisat)
  • Reinhold von Walther: Freiberg in Sachsen und seine Bergakademie. Helingsche Verlagsanstalt, Leipzig 1929.
  • Bergakademie Freiberg. Festschrift zu ihrer Zweihundertjahrfeier 13. Nov. 1965. 2 Bände. Leipzig.
  • Bernhard von Cotta: Die Bergakademie zu Freiberg, ihre Beschränkung oder Erweiterung. Engelhardt, Freiberg 1849. (Digitalisat)
  • Fathi Habashi: The first schools of mines and their role in developing the mineral and metal industries. Part 1–4. In: Bull. Can. Inst. Min. & Met. 90 (1015), S. 103–114; 91 (1016), S. 96–102; 91 (1017), S. 96–106; 92 (1032), S. 76–78; Montreal 1997, 1998, 1999.
  • Walter Hoffmann (Hrsg.): Bergakademie Freiberg – Freiberg und sein Bergbau. Die sächsische Bergakademie Freiberg (= Reihe Mitteldeutsche Hochschulen. Band 7). W. Weidlich, Frankfurt am Main 1959, DNB 452068126.
  • Eberhard Wächtler, Friedrich Radzei: Tradition und Zukunft. Bergakademie Freiberg 1765–1965. Freiberg 1965, DNB 455331936.
  • Roland Ladwig: Die Tradition der wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildung an der Bergakademie Freiberg bis 1945. [Freiberg] 1978, DNB 801177537. (Dissertation A Bergakademie Freiberg, Fakultät für Gesellschaftswissenschaften, 1978)
  • Otfried Wagenbreth, Norman Pohl, Herbert Kaden, Roland Volkmer: Die Technische Universität Bergakademie Freiberg und ihre Geschichte 1765–2008. 2. Auflage. Technische Universität Bergakademie Freiberg, 2008, ISBN 978-3-86012-345-4.
  • Wissenschaft vor Ort. Bilder zu Geschichte und Gegenwart der TU Bergakademie Freiberg. 2., überarb. u. erw. Auflage. TU Bergakademie Freiberg, 2007, ISBN 978-3-86012-304-1.
  • Dietrich Stoyan (Hrsg.): Bergakademische Geschichten – Aus der Historie der Bergakademie Freiberg erzählt anlässlich des 250. Jahrestages ihrer Gründung. 1. Auflage. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale)/ Leipzig 2015, ISBN 978-3-95462-410-2.
  • Bertram Triebel: Die Partei und die Hochschule. Eine Geschichte der SED an der Bergakademie Freiberg. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2015, ISBN 978-3-86583-951-0.
  • Gerd Grabow: Montanistische Hochschule mit traditionsreicher Geschichte. In: stahl und eisen. 135, Nr. 9, 2015, S. 91–94.

WeblinksBearbeiten

Commons: Technische Universität Bergakademie Freiberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. TU Bergakademie Freiberg Universität › Organisation › Rektorat › Rektor Website der TU Freiberg, abgerufen am 29. Juni 2020.
  2. a b c d Daten, Fakten: Statistische Angaben – Website der TU Freiberg, abgerufen am 9. Juli 2022.
  3. Bergakademie Freiberg: Festschrift zu ihrer Zweihundertjahrfeier am 13. November 1965. Band 1. Freiberg, 1965, S. 339.
  4. Bergakademie Freiberg: Festschrift zu ihrer Zweihundertjahrfeier am 13. November 1965. Band 1. Freiberg, 1965, S. 355.
  5. a b c Helmuth Albrecht: Wissenschaft vor Ort. Bilder zu Geschichte und Gegenwart der TU Bergakademie Freiberg. 2007, ISBN 3-86012-264-9.
  6. Arbeiter-und-Bauern-Fakultät »Wilhelm Pieck«: Festschrift zu ihrer 25-Jahrfeier im Jahre 1974. Freiberg, 1974.
  7. Historicum der TU Bergakademie Freiberg. Abgerufen am 16. Dezember 2021 (deutsch).
  8. Montanportal der Universitätsbibliothek Freiberg. Abgerufen am 16. Dezember 2021 (deutsch).
  9. Andreas W. Daum, Alexander von Humboldt, C. H. Beck, München 2019, ISBN 978-3-406-73435-9, S. 21f.
  10. Universitätsprofil der TU Bergakademie Freiberg. Abgerufen am 16. Dezember 2021 (deutsch).
  11. Drittmitteleinnahmen und Drittmittel je Professorin und Professor der Universitäten mit den höchsten Drittmitteleinnahmen. Abgerufen am 16. Dezember 2021 (deutsch).
  12. a b c Kennzahlen und Rankings der TU Bergakademie Freiberg. Abgerufen am 16. Dezember 2021 (deutsch).
  13. Studienangebot der TU Bergakademie Freiberg. Abgerufen am 16. Dezember 2021.
  14. Rektoratskommissionen der TU Bergakademie Freiberg. Abgerufen am 16. Dezember 2021 (deutsch).
  15. Campusplan der TU Bergakademie Freiberg. (PDF) Abgerufen am 16. Dezember 2021 (deutsch).
  16. siehe Angaben unter http://tu-freiberg.de/universitaet/einrichtungen/an-institute Stand Dezember 2015.
  17. Mobility Online, auf service4mobility.com
  18. Wissenschaftliche Einzelkontakte | TU Bergakademie Freiberg. Abgerufen am 23. April 2019.
  19. TU Bergakademie Freiberg (Hrsg.): Stiftungen an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg in Geschichte und Gegenwart im Jubiläumsjahr 2015. 2015.
  20. Stiftungen an der TU Bergakademie Freiberg in Gegenwart und Geschichte, auf tu-freiberg.de, abgerufen am 21. Dezember 2021
  21. Die Sammlungen der TU Bergakademie Freiberg. Abgerufen am 16. Dezember 2021 (deutsch).
  22. Geowissenschaftliche Sammlungen der TU Bergakademie Freiberg. Abgerufen am 16. Dezember 2021 (deutsch).
  23. Mineralogische Sammlung Deutschland im Krügerhaus. Abgerufen am 16. Dezember 2021 (deutsch).

Koordinaten: 50° 55′ 5″ N, 13° 20′ 27″ O