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Heilig-Kreuz-Kirche (Calvörde)

Kirchengebäude in Calvörde
Die katholische Heilig-Kreuz-Kirche

Die Heilig-Kreuz-Kirche ist die katholische Kirche im Flecken Calvörde. Sie gehört zur Pfarrei St. Christophorus im Dekanat Stendal des Bistums Magdeburg.

Inhaltsverzeichnis

VorgeschichteBearbeiten

Erste Ansätze der Reformation gab es in Calvörde ab 1542, doch durch Heinrich II. wurden sie 1547 wieder unterdrückt. 1568 führte Herzog Julius die Reformation endgültig ein. Seitdem waren im Marktflecken Calvörde nur noch wenige Einwohner katholisch. Um das Jahr 1832 zählte man 10 Katholiken unter 1874 Einwohnern. Sie hielten ihren Gottesdienst meistens zu Hause ab.[1]

Der Zweite Weltkrieg und die deutschen Gebietsverluste sorgten für einen raschen Anstieg der Einwohnerzahlen. Es kamen Umsiedler aus Hinterpommern, Ostbrandenburg, Schlesien, Posen, Westpreußen und Ostpreußen. Dadurch stieg die Anzahl der Katholiken. Sie erhielten die Gelegenheit, ihren Gottesdienst in der evangelischen St.-Georg-Kirche abzuhalten. Später wurde auch ein Betraum in einem Privathaus eingerichtet. Doch die Nachfrage der Katholiken nach einem eigenen Gotteshaus führte letztlich zum Bau der neuen Kirche.[1]

Bau und WeiheBearbeiten

Die Grundsteinlegung war Anfang 1951, die Einweihung vollzog sich schon am 23. September 1951. Dieses Gotteshaus erhielt den Namen Heilig-Kreuz-Kirche Calvörde. Die Weihe wurde durch einen apostolischen Administrator, Vertreter des Bischofs aus dem Erzbistum Paderborn, zu dem Calvörde damals gehörte, vollzogen.[1] Vor dem Bau der Kirche wurde ein Stall, der zuvor an dieser Stelle stand, abgerissen.

Architektur und AusstattungBearbeiten

 
Innenansicht

Die aus Bruchsteinquadern erbaute Saalkirche ist heute als Denkmal ausgewiesen. Das Langhaus hat ein Satteldach mit einem kreuzbekrönten Dachreiter im Norden, in dem sich eine Glocke befindet. Der Nordgiebel wird von einem Kreuz geschmückt, das Oculus am Südgiebel wurde verschlossen. Das Gotteshaus wird durch ein Portal an der Nordseite erschlossen.

Der Innenraum wird von einer Flachdecke abgeschlossen. Das Kirchengestühl lässt einen Mittelgang frei und bietet 108 Sitzplätze. Die Rückwand des Altarraumes wird von einer Kreuzigungsgruppe dominiert. Links vom Altarraum befindet sich eine Statue der heiligen Maria mit dem Jesuskind, welches einen Rosenkranz in seinen Händen hält. Die rechts Statue stellt Josef von Nazaret dar, mit einem Winkel in seiner Hand und dem Petersdom zu seinen Füßen. Der Winkel symbolisiert den handwerklichen Beruf Josefs, der Petersdom Josef als Schutzpatron der katholischen Kirche. 14 Kreuzwegstationen befinden sich an den Seitenwänden. Unter der Empore befinden sich das Taufbecken, der Beichtstuhl und ein Harmonium. Im Vorraum der Kirche erinnert ein Missionskreuz an die Volksmission von 1961.

HeuteBearbeiten

Der erste Pfarrer der Kirche war zugleich der bisher letzte. Der 1910 geborene Aloys Körner, selbst Heimatvertriebener, war seit 1947 in Calvörde seelsorgerisch tätig. Zuvor war der 1939 geweihte Priester Pfarradministrator in Hammerstein (Landkreis Schlochau). Körner starb am 6. Januar 1989 in Calvörde. Priester waren Mangel, sodass sich mehrere Kirchengemeinden zusammenschlossen. Seit dem 2. Mai 2010 gehört die Heilig-Kreuz-Kirche mit zur Pfarrei St. Christophorus mit Sitz in Haldensleben, die Kuratie Heilig Kreuz in Calvörde wurde aufgehoben. Zur Pfarrei gehören neben der Heilig-Kreuz-Kirche auch die Kirchen „St. Johannes Baptist“ in Althaldensleben, „St. Nikolaus von der Flüe“ in Colbitz, „St. Benedikt“ in Eichenbarleben, „St. Peter und Paul“ in Groß Ammensleben, „St. Liborius“ in Haldensleben, „St. Josef und St. Theresia vom Kinde Jesu“ in Weferlingen, „St. Josef“ in Wolmirstedt sowie die Wallfahrtskapelle „St. Anna“ auf Gut Glüsig.[1] Die Volkszählung in der Europäischen Union 2011 zeigte, dass von den 3662 Einwohnern Calvördes nur 82 der römisch-katholischen Kirche angehörten. Die Mehrzahl der Einwohner gehört heute keiner Religionsgemeinschaft an.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Rudi Fischer – 800 Jahre Calvörde, Eine Chronik bis 1991, Vom schweren Anfang.
  • Calvörder Tageblatt.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Heilig-Kreuz-Kirche (Calvörde) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Rudi Fischer: 800 Jahre Calvörde – Eine Chronik bis 1991.

Koordinaten: 52° 23′ 41,4″ N, 11° 17′ 33,9″ O