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Groß Ammensleben

Ortsteil von Niedere Börde

Groß Ammensleben ist ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Niedere Börde im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt. Die Ortschaft ist Verwaltungssitz der Gemeinde Niedere Börde.

Groß Ammensleben
Koordinaten: 52° 13′ 58″ N, 11° 31′ 24″ O
Höhe: 59 m
Einwohner: 1375 (31. Dez. 2007)
Eingemeindung: 1. Januar 2004
Postleitzahl: 39326
Vorwahl: 039202
Groß Ammensleben (Sachsen-Anhalt)
Groß Ammensleben
Groß Ammensleben
Lage von Groß Ammensleben in Sachsen-Anhalt
Wappen von Groß Ammensleben
Grabplatte des Abtes Heinrich Schuckmann

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Erste Besiedlungsspuren erforschte Carl Engel durch Grabungen auf dem Brandgräberfeld bei Groß Ammensleben. Ergebnisse flossen ein in die Dissertation "Die jungsteinzeitlichen Kulturen im Mittelelbgebiet". Dabei arbeitete er aus der ab 1905 erforschten Schönfelder Kultur (ca. 2.800-2.200 v. Chr.) die Ammenslebener Untergruppe heraus.

Die erste urkundliche Erwähnung (Nordammuneslevu) stammt aus dem Jahr 966. Die Ortschaft war Familiengut der Grafen von Hillersleben-Ammensleben, welche hier auch ein Familienkloster stifteten. Das Kloster wurde 1129 in ein Benediktinerkloster umgewandelt, welches bis 1804 bestand. In diesem Jahr erfolgte die Aufhebung des Klosters und Umwandlung zum königlichen Domänenamt. Durch den Ort verlief einst die Lüneburger Heerstraße, eine seit dem Mittelalter bestehende Handelsstraße, diese führte über Vahldorf, Calvörde und Braunschweig nach Lüneburg.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fand auch in Groß Ammensleben die Bodenreform statt, was die herkömmlichen Grundbesitzverhältnisse grundlegend veränderte. 1955 wurden mehrere Neubauerngehöfte bezogen. Später entstanden DDR-typische Neubaublöcke. Der erste wurde 1965 fertiggestellt.

Ab dem 1. September 1992 gehörte Groß Ammensleben zur Verwaltungsgemeinschaft Niedere Börde. Am 1. Januar 2004 wurde die Einheitsgemeinde Niedere Börde aus der Verwaltungsgemeinschaft Niedere Börde gebildet. Durch den freiwilligen Zusammenschluss der Mitgliedsgemeinden der ehemaligen Verwaltungsgemeinschaft Niedere Börde verlor Groß Ammensleben seine politische Selbstständigkeit.[1]

PolitikBearbeiten

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Geteilt von Rot über Silber; oben ein silbernes A (Versalie), unten schräg gekreuzt ein rotes mit der Spitze nach oben gekehrtes Schwert über einem roten mit dem Bart abwärts gekehrten Schlüssel mit rundem Schließblatt.“

1926 wird ein Siegel der Gemeinde Groß Ammensleben wie folgt beschrieben: Schlüssel St. Petri unter Bezugnahme auf das Kloster Ammensleben, der Kopf eines Steinbocks unter Bezugnahme der im 13. Jahrhundert ausgestorbenen Grafen von Ammensleben-Griphen aus dem Erzstift Magdeburg. Eine Abbildung des Siegels konnte im Landeshauptarchiv Magdeburg nicht ermittelt werden.

Für die 1950er Jahre liegt ein Wappensiegel vor, das in einem gespaltenen Schild den Buchstaben -A- gleich Ammensleben und den Schlüssel St. Petri enthält. Eine Tingierung dieses Wappens ist nicht bekannt auch kein Nachweis der Zulassung.

In einem Brief der Verwaltungsgemeinschaft „Niedere Börde“ unterschrieben vom Verwaltungsdirektor Herrn Westphal vom 28. Oktober 1993 an das Landeshauptarchiv Magdeburg heißt es: „Die Gemeindevertretung und weitere Bürger der Gemeinde Groß Ammensleben unterbreiten den Vorschlag, ein Gemeindewappen, das für Groß Ammensleben bis 1964 auf den damaligen gesetzlichen Grundlagen genutzt wurde, wieder einzuführen.“

Das Wappen wurde vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet und dann ins Genehmigungsverfahren gebracht. Am 24. Juni 1994 erfolgte die Genehmigung durch das Regierungspräsidium Magdeburg.

BauwerkeBearbeiten

 
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Das Benediktinerkloster

Durch Groß Ammensleben führt die Straße der Romanik. Örtlicher Teil der Straße ist das Benediktinerkloster Groß Ammensleben.

Theoderich II. von Ammensleben und seine Frau stifteten 1110 auf ihrem Besitz eine Kirche. 1120 entstand aus dieser Eigenkirche ein Augustinerchorherrenstift, das Honorius II. 1124 unter päpstlichen Schutz nahm.

Im Jahr 1127 kam das Stift an das Bistum Magdeburg, kurze Zeit später wurde es in ein Benediktinerkloster umgewandelt. Die bisherigen Chorherren zogen nach Sachsen.

Die ersten Mönche kamen aus dem Kloster Berge in Magdeburg. Geprägt war das Kloster in der ersten Zeit von der Hirsauer Reform.

Die katholische Einrichtung überstand einst die Reformation. Erst 1804 wurde das Kloster säkularisiert. Heute dient die ehemalige Klosterkirche als katholische Pfarrkirche (St. Peter und Paul) des Ortes und gehört zur Pfarrei St. Christophorus mit Sitz in Haldensleben.

FriedhofBearbeiten

  • Zwei Grabstätten auf dem Ortsfriedhof für einen unbekannten sowjetischen und einen unbekannten polnischen Zwangsarbeiter, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden

VereineBearbeiten

  • SV Fortuna Groß Ammensleben
  • Angelverein "Die Achtziger" e.V.
  • Förderverein historische Klosterkirche Groß Ammensleben an der Straße der Romanik e.V.
  • Kulturhistorische Gesellschaft Groß Ammensleben an der Straße der Romanik e.V.

VerkehrBearbeiten

Der Bahnhof Groß Ammensleben liegt an der Bahnstrecke Oebisfelde–Magdeburg.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004