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Dahlenwarsleben

Ortsteil von Niedere Börde

Dahlenwarsleben einschließlich Ortsteil Gersdorf ist ein Ort der Gemeinde Niedere Börde im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt.

Dahlenwarsleben
Wappen von Dahlenwarsleben
Koordinaten: 52° 11′ 44″ N, 11° 32′ 21″ O
Höhe: 64 m
Fläche: 13,03 km²
Einwohner: 1337 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 103 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2004
Postleitzahl: 39326
Vorwahl: 039202
Dahlenwarsleben (Sachsen-Anhalt)
Dahlenwarsleben
Dahlenwarsleben
Lage von Dahlenwarsleben in Sachsen-Anhalt

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Das Dorf Dahlenwarsleben liegt am Rande der Hohen Börde und ist auch durch den Felsenberg, eine rund 6 Hektar große bewaldete Erhöhung von 107 m, bekannt.

GeschichteBearbeiten

Besiedelt wurde das Ortsgebiet schon vor mehreren tausend Jahren. Der 1973 abgetragene Mühlenberg war ein gewaltiges Hügelgrab, in dessen Nähe der Dahlenwarsleber Trepanationsschädel gefunden wurde. Dieses Zeugnis frühzeitlicher Schädelöffnung befindet sich im Magdeburger Kulturhistorischen Museum.

Erwähnt wurde Dahlenwarsleben erstmals am 11. Oktober 1121, doch die Gründung des Dorfes muss man viel eher annehmen, denn mit einigen Orten der Umgebung wurde es schon früher genannt. Beim ersten urkundlichen Auftreten stand das Dorf in Beziehung zum Lorenz-Kloster in Calbe und zum Augustiner-Chorherrenstift St. Lorenz in Schöningen. Nach 1200 gewann das Lorenz-Kloster "Unserer lieben Frauen" in Magdeburg und das Kloster Michaelstein bei Blankenburg größeren Einfluss.

Grund- und Gerichtsherr im 14. Jahrhundert war der Erzbischof von Magdeburg, der das Dorf 1419 und 1428 an das Domkapital verpfändete.[1]

Der Dreißigjährige Krieg brachte in allen umliegenden Orten viel Not und Elend. 1628, mitten im Aufbau der Folgen des Krieges, brach eine Pest aus, welche 101 Tote forderte. Um diese Zeit standen schon wieder 38 Häuser. Schwere Zeiten gab es dann nochmals während der Befreiungskriege 1813/14, als der Ort von französischen Soldaten belagert wurde.

Einen Aufschwung erlebte das Dorf nach der Separation um 1840, als zur Gemeindeflur rund 3500 Morgen Acker gehörten und durch den vermehrten Zuckerrübenanbau auch eine Zuckerfabrik gebaut wurde, die bis 1932 produzierte. Dabei erhielt auch das Dorfbild ein neues Ansehen, denn durch den Wohlstand der Bauern verschwanden die vielen kleinen Bauernhäuser und geräumige villenartige Bauten entstanden. Um 1864 zählte Dahlenwarsleben 1866 Einwohner und 100 Wohnhäuser. Eine Choleraepidemie raffte 1868 nochmals 50 Einwohner hinweg, was zur Folge hatte, dass der alte Friedhof an der Kirche geschlossen und ein neuer am Dodeleber Weg 1880 in Betrieb genommen wurde.

Um 1880 wurden zwei neue Schulgebäude gebaut, eines an der Kirche und das andere in der Peterstraße (Kanterberg).

Mit dem verstärkten Zichorienanbau in der Region entstand nach einer veralteten Darre eine maschinelle, die bis 1945 arbeitete.

Durch die Weltwirtschaftskrise stellte die Zuckerfabrik 1932, ebenso wie viele Handwerksunternehmen, ihren Betrieb ein.

Den Zweiten Weltkrieg erlebten dann die Einwohner mit Flakeinheiten und Scheinwerferstellungen. Im Januar 1945 fielen Bomben am Ortsrand. Mit dem Ende des Krieges zählte die Gemeinde fast 2000 Einwohner, davon über 600 Evakuierte aus dem Rheinland und Magdeburg.

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Gersdorf eingegliedert.

Dahlenwarsleben wurde am 1. Januar 2004 durch den freiwilligen Zusammenschluss mit sieben weiteren Gemeinden in die neu gebildete Einheitsgemeinde Niedere Börde eingegliedert und war davor ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Niedere Börde.[2]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Dahlenwarsleben wird vorwiegend geprägt durch die Landwirtschaft sowie klein- und mittelständische Betriebe.

Örtliche Einrichtungen sind: Grundschule „Astrid Lindgren“, Kita „Hoppetosse“, Kita „Zwergenhaus“.

 
Grundschule „Astrid Lindgren“

Es bestehen zwei Kindertagesstätten mit insgesamt 280 Plätzen (0 Jahre bis Schulanfang), ein Kindergarten mit insgesamt 40 Plätzen (von 0 bis 4 Jahren) und einen Hort mit Kindertagesstätte mit 240 Plätzen (von 3 Jahren bis Schulanfang). Die ehemalige Sekundarschule wurde 2013 zur Grundschule mit umgestaltet und saniert. Der Kindergarten befindet sich in der Peterstraße hinter der Kirche. Auf dem Grundstück der Grundschule ist auch noch eine Sporthalle mit Sportplatz. Bevor die Sekundarschule saniert wurde, war die Grundschule in einem anderen Gebäude. Das Gebäude wurde allmählich zu klein und musste vergrößert werden. 2014 wurde die alte Grundschule renoviert und zu einer Kindertagesstätte umgebaut. Die beiden Einrichtungen teilen sich einen Schulhof.

WappenBearbeiten

Das Wappen wurde am 10. Januar 1997 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „In Grün ein silbernes Gotteslamm mit ringförmigem goldenen Nimbus und einer zweizipfligen, rot bekreuzten silbernen Fahne am goldenen Kreuzstab.“

Die Gemeindefarben sind Silber (Weiß) - Grün.

Das „Gotteslamm“ (Agnus Dei) befindet sich schon auf einem Gemeindesiegel aus dem Jahr 1778. Da mit dem Lamm auch der landwirtschaftliche Charakter der Gemeinde angezeigt werden soll, wurde der Schildgrund grün tingiert.[3]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Evangelische St.-Lamberti-Kirche

Den baulichen Mittelpunkt der Gemeinde bildet die St.-Lamberti-Kirche. Der Turm wurde im 11. Jahrhundert erbaut. Das im Dreißigjährigen Krieg zerstörte erste Kirchenschiff wurde 1639 wieder aufgebaut.

1849 musste die alte Kirche abgetragen und das Schiff nach beiden Seiten um je zwei Meter verbreitert werden. Dadurch ist der Baustil von Turm und Schiff unterschiedlich. Drei neue Glocken hängen seitdem im Turm, wovon die größte einen Durchmesser von 170 cm hat.

In der Kirche steht eine Orgel aus der Werkstatt Alfred Führer.

Im kulturellen und sportlichen Bereich leisten seit Jahrzehnten das Zupforchester mit seiner künstlerischen Qualität und Nachwuchsarbeit sowie der Sportverein eine beispielgebende Arbeit.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dahlenwarsleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gottfried Wentz, Berent Schwineköper: Das Erzbistum Magdeburg. Bände 1–2, 1972, S. 264 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  3. Das Wappen der Gemeinde Dahlenwarsleben, Dokumentation zum Genehmigungsverfahren, Hinterlegt 1997 im Landeshauptarchiv Magdeburg