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Mark Brandenburg

Markgrafschaft und Kurfürstentum des Heiligen Römischen Reiches
(Weitergeleitet von Ostbrandenburg)

Die Mark Brandenburg war ein Territorium im Heiligen Römischen Reich. Als Gründungsdatum ging der 11. Juni 1157 in die Historie ein. Durch die Entwicklung zum Kurfürstentum Brandenburg seit dem Ende des 12. Jahrhunderts spielte sie eine herausgehobene Rolle in der deutschen Geschichte. Die Goldene Bulle von 1356 bestätigte die Stimme der Markgrafen von Brandenburg als Kurfürsten bei der Königswahl. Die Markgrafschaft Brandenburg umfasste die Altmark (westlich der Elbe), die als Kerngebiet geltende Mittelmark (zwischen Elbe und Oder), die Neumark (östlich der Oder), Teile der Niederlausitz und Streuterritorien. Im Jahr 1701 entstand mit der Monarchie Preußen ein neuer, europäischer Staat. Damit wandelte sich die Markgrafschaft faktisch in eine Provinz. Die formelle Gründung der Provinz Brandenburg erfolgte 1815.[1][2][3][4][5][6][7]

Banner of the Holy Roman Emperor with haloes (1400-1806).svg
Territorium im Heiligen Römischen Reich
Mark Brandenburg
Wappen
DEU Mark Brandenburg COA.svg
Karte
Karte Mark Brandenburg 1320.png
Die Mark Brandenburg im Jahr 1320
Alternativnamen Kurfürstentum Brandenburg
Entstanden aus Nordmark
Herrschaftsform Markgrafschaft
Herrscher/Regierung Markgraf, Kurfürst
Heutige Region/en DE-BB, DE-BE, DE-MV, DE-ST, PL-LB, PL-ZP
Reichstag Kurfürstenkollegium, Reichsfürstenrat
Reichskreis obersächsisch
Hauptstädte/Residenzen die Brandenburg,
in Neustadt Brandenburg,
Burg Tangermünde
(um 1400),
Stadtschloss Berlin (ab 1415)
Dynastien Askanier,
Wittelsbacher,
Luxemburger,
Hohenzollern
Konfession/Religionen römisch-katholisch bis 1539, dann protestantisch (lutherisch, ab 1613 auch calvinistisch)
Sprache/n Niederdeutsch, West­slawische Sprachen (u. a. Polabisch, Niedersorbisch)


Währung Brandenburgischer Pfennig und Groschen
Aufgegangen in Provinz Brandenburg


Die umgangssprachliche Verwendung des Begriffs Mark Brandenburg bzw. der Kurzform Mark als Synonym für das heutige Bundesland Brandenburg ist weder historisch noch territorial korrekt. Während einst märkische Gebiete heute in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern sowie den polnischen Woiwodschaften Zachodniopomorskie und Lubuskie liegen, gehörten Gebiete im Süden des Bundeslandes nie, teilweise oder kurzzeitig zur Mark. Außerdem trennten sich Brandenburg und Berlin in mehreren Schritten zwischen 1875 und 1936.[8][9][4][10]

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Lage und AusdehnungBearbeiten

Fläche der Mark Brandenburg, 1571[11]
Position Landschaft (historische)
Quadratmeilen (vor 1811)[12]
km²[13]
1 Altmark 82 4.510
2 Mittelmark 250 13.750
3 Uckermark 68 3.740
4 Prignitz 61 3.355
Summe 1-4 Kurmark 461 25.355
5 Neumark[14] 220 12.100
Summe 1-5 Mark Brandenburg 681 37.455

Die Mark Brandenburg lag im Norden Mitteleuropas. Weder die niedrigen hiesigen Platten und Hügelländer noch die Ströme Elbe und Oder standen der Landesherrschaft der Markgrafen im Weg. Der Aufbau begann in den askanischen Stammlanden (später Altmark genannt). Mit friedlichen und kriegerischen Mitteln arbeiteten sie sich Richtung Osten vor. Daher war die Mark im Gegensatz zum Bundesland Brandenburg in West-Ost-Richtung gedehnt und in Nord-Süd-Richtung gestaucht. Zwischen Salzwedel im Westen und Schivelbein im Osten lagen über 400 Kilometer. Nach dem Erwerb der Mark Lausitz (spätere Niederlausitz, 1302/1304) sowie der Länder Budissin und Görlitz (spätere Oberlausitz ohne südlichen Teil, nach 1233) wurde die größte Ausdehnung erreicht. Das Lausitzer Bergland im Süden und die Ostsee im Norden (halbes Ländchen Wolgast, von 1230 bis 1250) dienten nur zeitweilig als geografische Barrieren. Feste, dauerhafte natürliche Grenzen konnte die Mark nicht ausbilden. Nach dem Ende der Askanier-Zeit verkleinerte sich das Territorium wieder.[15][16][17][18][19][20][21][22][23]

Mit 37.455 km² Flächenausdehnung gehörte die Mark Brandenburg seit dem 16. Jahrhundert quantitativ zu den größten Territorien des Heiligen Römischen Reichs, vergleichbar mit dem Kurfürstentum Sachsen, das rund 35.000 km² Fläche besaß und größer als das Herzogtum Bayern 1801 mit 590 Quadratmeilen (32.450 km²), etwas kleiner als das 1741 vergrößerte Kurhannover mit 700 Quadratmeilen (38.500 km²).[24]

Anno 1350 grenzten an das Kurfürstentum Brandenburg:[5]

Mecklenburg Pommern,
Ruppin
Deutschordensstaat
Braunschweig-Lüneburg   Polen
Erzmagdeburg,
Anhalt
Sachsen-Wittenberg,
Lausitz
Schlesien

Im Laufe der Jahrhunderte änderten sich stetig die Namen, Ausdehnungen und Anzahlen der Nachbarländer. Auch zum oben dargestellten Zeitpunkt fiel die Lage differenzierter aus. Deutschordensstaat und Königreich Polen lagen außerhalb, alle Anderen innerhalb des Heiligen Römischen Reichs. Formell reichsunmittelbar waren die drei märkischen Hochstifte Brandenburg, Havelberg und Lebus. Die Herzogtümer Braunschweig-Lüneburg und Pommern zerfielen in mehrere Teile. Die Erste Mecklenburgische Hauptlandesteilung bewirkte das Gleiche. Die meisten Herzogtümer in Schlesien zählten bereits zu den Ländern der Böhmischen Krone, die Mark Lausitz folgte später usw.

Neben den naturräumlichen Landschaftsmerkmalen war die Mark Brandenburg vornehmlich eine Region, die erst über einen länger anhaltenden Verlaufsprozess zu einer historisch verwachsenen Region wurde. Gelegen im peripheren Nord-Osten des Reiches im Übergangsraum nach Ostmitteleuropa wurde die Region noch lange nicht als Einheit wahrgenommen. Bis ins 16. Jahrhundert gab es bei den Bewohnern der Mark nur eine vage Vorstellung von der räumlichen und politischen Beschaffenheit der Mark.[25]

Naturräume und LandschaftenBearbeiten

Der im ausgehenden 18. Jahrhundert die südliche Mark von Brück bis Potsdam durchfahrende Chronist Johann Christian Gottfried Dressel verglich die dortige Landschaft mit einer „arabischen Wüste“ und nahm damit auch auf die verbreitete Umgangbeschreibung von des „Heiligen Römischen Reiches Streusandbüchse“ bezug. Letzteres bildete ein beliebtes Topos zur Beschreibung der märkischen Landschaften.[26]

Allerdings bildete auch die Mark ein mehrgestaltiges Konglomerat an Räumen, die über eigene Charakteristiken verfügten und die solchen Reisenden, die einen offenen Blick für Nuancierungen bewahrten, auffielen. Den von Kargheit geprägten Gebieten der Mittelmark und der Uckermark wurden in den historischen Landschaftsbeschreibungen Durchreisender beispielsweise die florierende altmärkische Landschaft gegenübergestellt, in denen ebenso wie im fruchtbaren Havelland ein intensiver Getreideanbau möglich war.[27]

Naturräumlich zählte die Mark Brandenburg zum Mitteleuropäischen Tiefland, eine Ebene die sich von den Niederlanden bis zum Norden des heutigen Polens erstreckt und keine besonderen Strukturmerkmale aufweist. Der Großteil der Fläche war heute wie damals von eintönigen Wäldern aus Birken und Föhren bedeckt. Der Verfasser einer frühen Beschreibung von Brandenburg, der Topograf Nikolaus Leutinger, schrieb 1598 von einem «ebenen, bewaldeten Land mit vielen Sümpfen». Sand, Ebene, Sümpfe und unkultivierte Flächen sind immer wiederkehrende Begriffe in allen frühen Berichten, selbst in den wohlwollendsten. Die Berichte änderten sich in dieser Hinsicht bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wenig. Ein Engländer, der sich im Sommer Berlin aus südlicher Richtung annäherte, berichtete von Gegenden voller blanken, heißem Sand; dazwischen hier und da ein Dorf und Wälder aus verkümmerten Föhren, die auf ausgebleichten, dicht von Rentiermoos bedeckten Böden stehen.[28]

Für die Unterteilung der Märkischen Landschaft bieten sich grundsätzliche drei Möglichkeiten an: 1) Aus geomorphologischer Sicht unterschied sich das Alt- vom Jungmoränengebiet. 2) Aus politischer Warte erstreckte sich seit der neuen Grenzziehung im Jahr 1945 westlich von Oder und Lausitzer Neiße das Norddeutsche, östlich das Polnische Tiefland. 3) Großräumig zeigte die Mark ein Streifenmuster aus a) Südlichem Landrücken (nur Randbereiche), b) der Zone der Niederungen und Platten (großflächigster Teil), c) dem Nördlichen Landrücken (der Nordosten) und d) dem Südbaltischen Küstensaum (kaum erwähnenswert).[29][30][31][17][32]

Mit dem Sperenberger Gipsberg ragten Schichten aus dem Zechstein (250 Millionen Jahre), mit den Rüdersdorfer Kalkberg aus dem Muschelkalk (240 Millionen Jahre) an der Oberfläche auf. Hauptsächlich prägte das bis heute andauernden Quartäre Eiszeitalter das Relief aus. Für seine periglaziale[A 1] Nivellierung sowie Überformungen stand im Altmoränenland der Elster- und Saale-Kaltzeiten ausreichend Zeit zur Verfügung. Das Jungmoränenland der Weichsel-Kaltzeit zeigte relativ unveränderte glazigene, d. h. unmittelbar vom Eis abgelagerte oder gebildete Formen: vielzählige große und kleine Hohlformen, Seenreichtum und ein unübersichtliches Gewässernetz. Je später sich der Fennoskandische Eisschild zurückzog, umso klarer blieb die glaziale Serie erhalten.[33][34][35][29][36]

Diese stellte eine modellhafte kausale Verknüpfung her. Vom Eiszentrum aus betrachtet, reihten sich Grundmoräne, Endmoräne, Sander und Urstromtal hintereinander auf. Von letzterer Landschaftsform wies das Gebiet der Mark Brandenburg eine weltweit einmalige Häufung auf:[A 2] Glogau-Baruther, Warschau-Berliner, Thorn-Eberswalder, Netze-Randow- und Pommersches Urstromtal. Die vier Grundformen vergesellschafteten sich. Sie ergänzten dabei regional charakteristische Landschaftsformen sowie beeinflussten natürliche und menschliche Prozesse. So entstanden spezifische Landschaftstypen:[37][17][38][39]

Landschaftstypen im Alt- und Jungmoränengebiet[39][40]
Landschaftstyp Beschreibung Beispiel
Landschaftstyp der Grundmoräne Die fruchtbaren Böden boten ein gutes bis sehr gutes Ertragspotential. Für den Ackerbau eigneten sich eher die flachwelligen, für die Tierhaltung die kuppigen Bereiche. Die Ersteren durchzogen die Bahndämmen gleichenden Oser. Die in Letzteren häufig anzutreffenden Sölle speicherten das Wasser und boten ökologische Nischen. Für die Feldarbeit stellten sie eine Erschwernis dar. In der Nähe zu Endmoränen häuften sich die Drumlins. Sie gewährten weite Blicke über die offene, weil kaum von Wäldern bestockte Agrarlandschaft. Diese lockerten mehr oder weniger ausgedehnte Abflussrinnen sowie feuchte, abflusslose Senken auf. Typische Bewohner waren Feldlerche, Graukranich und in den Söllen die Rotbauchunke.[41] Auf der Nauener Platte gedeihten Weizen und Zuckerrüben. Die Möglichkeiten Letzterer entdeckte 1747 Andreas Sigismund Marggraf.[15][42]
Landschaftstyp der Endmoräne Die langgestreckten Hügelketten mit ihrem stark nivelliertem Relief hoben sich deutlich von der Umgebung ab. Im Nordosten waren Hohlformen (Sölle, kleine Seen) und Kesselmoore in die Landschaft eingebettet. Die Geschiebemergel- oder -lehmdecke wurde auf der dem Inlandeis zugewandten Seite mit ansteigender Höhe immer flachgründiger, auf der abgewandten Seite fehlte sie völlig. Während der spätmittelalterlichen Agrarkrise fielen zahlreiche Dörfer gänzlich oder teils wüst. Es breiteten sich wieder Wälder aus. Eine Nutzung als Hutewald (agroforstwirtschaftlich) oder Forst (für die Holzgewinnung) entsprach eher dem ökologischen Potential.[43][44][41][45] Von der Kraft des Eisschildes zeugten die Rauenschen Berge selbst und die von ihm hierher verbrachten Markgrafensteine[46]
Sanderlandschaft Die schiefe Ebene fiel zumeist flach ab. Ein höherer Neigungswinkel konnte am Fuß der Endmoräne auftreten. Daher nahmen in Richtung Vorfluter (z. B. ein Urstromtal) die Feinkörnigkeit und Kantenrundung der fluvioglazialen Sedimente zu. Diese durch Schmelzwasser bedingten Ablagerungen bestanden hauptsächlich aus Sanden und Kiesen. Die sich obenauf entwickelnden, sehr ertragsarmen Böden eigneten sich nicht für den Ackerbau. Sie brachten der Mark Brandenburg den Ruf als „Streusandbüchse des Heiligen Römischen Reiches“ ein. Unter bestimmten Bedingungen bereicherte ein Rinnensee das Landschaftsbild: Zuvor musste subglazial (unter dem Eis) eine Abflussrinne entstanden sein. Nach dem Rückzug des Eisschilds durfte es höchstens zu einer teilweisen Verfüllung der tiefen Kerbe kommen. Besonders gut konservierte Rinnentoteis die steilen Hänge.[47][48][49][15][50][51] In der Letzlinger Heide ließ Johann Georg von 1559 bis 1564 das Jagdschloss Letzlingen errichten. Seine Nachfolger dankten es ihm.[52]
Landschaftstyp der großen Niederungen Die meist sehr breiten Urstromtäler und die breiten, kürzeren glazialen Rinnen bildeten eine gitterartige Struktur aus. Die Talhänge waren unterschiedlich ausgeprägt, mitunter kam es zur Terrassenbildung. Dort wo Talsandterrassen seit der ausgehenden Weichsel-Kaltzeit trocken fielen, bildeten sich am Eisrand auch ausgedehnte Dünenkomplexe. Besagte Sandterrassen wiesen ertragsschwache Böden auf. Sonst zählten die großen Niederungen zu den fruchtbarsten Gebieten der Mark. Um sie landwirtschaftlich zu nutzen, bedurfte es umfangreicher Meliorationen und Wasserregulierungen. Das Entwässern und Eindeichen der Wische und Lenzer Wische – links und rechts der Elbe – erfolgte bereits im Hochmittelalter. Die umfassende Umgestaltung des Oderbruchs begann 1748–1753 mit der teilweisen Verlegung des Oderlaufs, fiel damit in die Endphase der märkischen Geschichte. Die beiden genannten Ströme sowie Warthe und Netze bildeten einen Untertyp aus – die Flussaue. Neben natürlich vorkommenden Mooren bewirkten u. a. die Mühlenstaue eine menschengemachte Vermoorung. Wobei sich das Phänomen nicht auf die großen Niederungen beschränkte.[29][53][54][41][40][55] Teile des Warthebruchs stehen heute als Park Narodowy Ujście Warty (Nationalpark Warthemündung) unter Naturschutz
Landschaftstyp der Beckenlandschaft Umgaben Endmoränen mehr oder weniger Grundmoränengebiete entstanden Becken mit eingeschlossenen Zungenbeckenseen und sandigen Ablagerungen. Oft kamen Ansammlungen von Drumlins, kleineren Mooren und Kessel- bzw. Toteisseen vor.[47] Der Rheinsberger See, ein Zungenbeckensee im gleichnamigen Becken und Seengebiet[56]

Die beschriebenen Landschaftstypen stellten eine Idealisierung dar. Obwohl an einzelnen Lokalitäten anzutreffen, überwogen Kombinationen von ihnen. Fiel der Reliefunterschied gering aus, bedurfte es eines geschulten Blicks, um den wahren Charakter zu erkennen. Dennoch beeinflussten Landschaftsgliederungen, -formen und -typen nach innen, anders als nach außen, tiefgreifend die Struktur der Mark. Gemäß einer der möglichen Definitionen des Begriffs gestalteten Natur und Mensch die märkischen Landschaften:[39][15][57][4]

Keine von ihnen gehörte zeitlich und räumlich in Gänze zur Mark Brandenburg. An den Rändern kamen Weitere hinzu. Zu beachten war der Unterschied zwischen Landschaft und Verwaltungseinheit. Obwohl für Beides oft die gleichen Eigennamen verwendet wurden, deckten sie sich nur graduell. So gehörte die Schorfheide naturräumlich zur Uckermark, aber verwaltungsmäßig zeitweise (und heute wieder) zum Barnim.[18][4][5][58][59][60][61]

BödenBearbeiten

Auf Grund der verschiedenen eiszeitlichen Ablagerungen in der Mark Brandenburg waren verschiedene Bodenarten vorherrschend (Talsande, Lehmböden, Hohe Sande). Die Ertragsfähigkeit reichte von extrem nährstoffarm und unfruchtbar bis hin zu sehr fruchtbar. Die Böden der Altmark waren dominiert von nährstoffarmen sandigen und lehmigen Bodentypen. Im mittleren Brandenburg, vor allem im Havelland und in der Zauche, dominierten die nährstoffarmen Sandböden. Die Bezeichnung „Streusandbüchse“ stimmte nur zum Teil. Wenn nicht größere Teile ertragreich gewesen wären, hätte sich Kaiser Karl IV. nicht so hartnäckig um die Mark Brandenburg bemüht und sein Landbuch anlegen lassen, um die Einkünfte zu erfassen.

Auf den Höhenzügen herrschte im Allgemeinen bis zur Höhe von etwa 100 Meter fruchtbarer Lehmboden vor (Exportgut: Berliner Roggen). Oberhalb der 100 Meter dominierten die geröllhaltigen hohen Sande, wo sich die in der Mark Brandenburg dominierende Landwirtschaft nicht lohnte. Dort unterblieben zunächst die im 13. Jahrhundert gezielt vorgenommenen Rodungen, so dass neben landwirtschaftlichen Anbauflächen auf weiten Strecken die Höhenzüge mit Kiefern und Heidekraut bewachsen blieben. Als nach etwa 1300 die Anbauflächen weniger wurden, wurden dann auch hier Siedlungen angelegt. In der Zeit der Wüstungen ab etwa 1350 fielen diese Dörfer wegen der geringen Erträge als erste wüst. Die Talsandböden sind weniger ertragreich. Das änderte sich erst ab dem 18. Jahrhundert, als sie im Rahmen von Meliorationsmaßnahmen zu Wiesen und Weiden umgestaltet wurden.

GewässerBearbeiten

 
Karl Heffner: Märkische Landschaft
 
Carl Gustav Wegener: Havellandschaft Mühlen bei Mondschein, 1838, Potsdam-Museum

Die beiden Ströme Elbe und Oder teilen das Land in drei Hauptteile, ermöglichen den Zugang zum Nord- und Ostseeraum. Zwischen beiden verläuft die Nordsee-Ostsee-Wasserscheide. Daneben gibt es weitere wichtige Flüsse, darunter Havel, Spree und Dahme, Warthe, Netze und Drage sowie Uecker. Die natürlichen Wasserstraßen verbinden mehrere Kanäle. Der Finowkanal gilt als älteste, noch betriebene künstliche Wasserstraße Deutschlands.[62][63]

SiedlungsstrukturenBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung der Kurmark (ohne die Neumark) im 18. Jahrhundert
Jahr Einwohner[64] Bevölkerungsdichte je km²
1701 283.566 11,72
1713 319.566 13,20
1725 367.566 15,19
1740 475.991 19,67
1755 586.375 24,23
1763 519.531 21,47
1786 683.145 28,23
1800 824.806 34,08

Demografie- und BesiedlungsgeschichteBearbeiten

Die Besiedelung Brandenburgs war von der mittelalterlichen Ostkolonisation geprägt, die in Brandenburg vom 12. bis zum 14. Jahrhundert vor sich ging. Die Besiedelung vollzog sich von den askanischen Westgebieten westlich der Elbe in der Altmark nach und nach über 400 Kilometer gen Osten. Der Siedlungsgürtel vollzog sich geografisch in Nord- und Süd Richtung gestaucht und in Ost-West Richtung gestreckt. Das eigentliche Siedlungszentrum der Mark verläuft entlang der Havel mit der Städtekette von Brandenburg an der Havel-Potsdam-Berlin-Frankfurt/Oder.

Einwohnerentwicklung in der Mark Brandenburg im zeitlichen Verlauf
Jahr 1320[65] 1486[66] 1564 1617 1634[67] 1690[68] 1750[69] 1800[70]
Einwohner 200.000 308.750 381.000 418.666 300.000 413.516 767.354 1.124.806

Vom Mittelalter bis zu Beginn des Dreißigjährigen Kriegs gab es in der Gesamtentwicklung eine Verdopplung der Bevölkerung von rund 200.000 auf etwas über 400.000 Einwohner auf dem rund 37.500 Km² großen Gebiet der Mark Brandenburg. Das Bevölkerungswachstum war entsprechend unstetig und schwach. Häufige Kriege, Seuchen und Hungersnöte führten zu Einbrüchen in der Bevölkerung und einer erhöhten Sterblichkeit. Die Bevölkerungsdichte Brandenburgs lag insgesamt zu jedem Zeiptunkt deutlich niedriger als der Gesamtdurchschnitt des Heiligen Römischen Reichs. Der Dreißigjährige Krieg bedingte einen erheblichen Bevölkerungseinbruch in Brandenburg der erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts wieder ausgeglichen war. Danach setzte ein starkes Bevölkerungswachstum in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein, das sich fortan ausweitete.

Landschaft Altmark Prignitz Mittelmark Uckermark Neumark Gesamt
Einwohner 1750 80.114 65.635 336.250 66.355 219.000 767.354
Einwohner 1801 110.188 78.499 538.095 101.148 300.000 1.127.930
Prozentualer Bevölkerungsanteil 1750 10 9 44 9 29 100
Prozentualer Bevölkerungsanteil 1800 10 7 48 9 27 100
Einwohnerdichte je Km² 1800 24,43 23,40 39,13 27,04 24,79 30,11

Bezogen auf die fünf Landesteile der Mark überwiegt rein quantitativ die Bevölkerung der Mittelmark mit Berlin als ihren größten Ballungsraum. Auch von der Einwohnerdichte her kennzeichnet die Mittelmark das dichtest besiedelte Gebiet der Mark, während die anderen vier Landesteile demographisch als periphere Räume einzuordnen sind.

1778 bestand die kurmärkische Bevölkerung zu 42 Prozent aus städtischen Bewohnern, wovon die Hälfte auf Berlin entfiel. Der sehr hohe städtische Anteil der Bevölkerung relativiert sich weiter, da der größte Teil der brandenburgischen Städte eine sehr kleine Größe aufwiesen und die größten Dörfer größer als die kleinsten Städte waren. 1750 gab es in der Kurmark 1900 Dörfer und Flecken. Die Einwohnerzahl der Landbevölkerung soll 1725 221.000 Personen und 1800 440.000 Personen betragen haben.[71] 1800 lebten in den Städten der Kurmark 334.185 zivile Personen und 57.129 Armeeangehörige, zusammen 391.314 Menschen. Davon lebten allein in Berlin 172.132 Menschen, knapp 44 Prozent der städtischen Bevölkerung der Kurmark. Die durchschnittliche Einwohnerzahl der verbleibenden 64 Kurmärkischen Städte[72] der verbleibenden städtischen Gesamtbevölkerung von 219.182 Einwohner beträgt 3424 Einwohner je Stadt. Das zeigt die übergroße Bedeutung Berlins für die Kurmark als Ganzes auf. Alle Städte blieben im Vergleich zu Berlin untergeordnet und die Mark Brandenburg bildete als Ganzes ein urbanes Monozentrum im Herzen seines Territoriums aus, das den Großteil der Ressourcen und Mittel an sich band, während der weitere Umkreis zur Peripherie gehörte.

Die Gesamtbevölkerung der Kurmark betrug 1800 824.806 Personen. Im Durchschnitt nahm die Bevölkerung in den 1790er Jahren um 5075 Menschen pro Jahr zu. Die Kurmark mit Altmark, Uckermark, Prignitz und Mittelmark umfasste von 1700 bis 1804 eine Fläche von 432-434 Quadratmeilen. Umgerechnet in Quadratkilometer mit dem Verhältnis von 1:56 ergibt eine Fläche von 24.201 Quadtratkilometer.[73]

Bevölkerungsdichte um 1800 im Vergleich[74]
Land Mark
Brandenburg
„Westfalen“ Kursachsen Hannover Dänemark „Schleswig-
Holstein“
Württemberg Böhmen
EW/km² 30 42 50 oder 60 28 20,5 32,8 70,6 57

Die Bevölkerung der Neumark betrug 1700: 120.000 Einwohner, 1754: 219.000 Einwohner, 1800: 300.000 Einwohner.[75] Die gesamte Mark Brandenburg hatte demnach 1800 eine Gesamtbevölkerung von 1.124.806 Einwohner auf einer Gesamtfläche von 37.455 km² ergibt das eine Bevölkerungsdichte von 30 Einwohnern je Quadratkilometer. Der südliche Nachbar Kursachsen hatte im Vergleich dazu im gleichen Jahr bei einer Staatsfläche von 34.000 km² eine Bevölkerung von knapp zwei Millionen Einwohnern[76] erreicht und demnach eine Bevölkerungsdichte von annähernd 60 Einwohnern je Quadratkilometer und war demnach doppelt so dicht besiedelt. Das 29.300 km² große Gebiet Westfalens erreichte 1800 eine Bevölkerung von 1.230.000 Einwohner und hatte demnach eine etwas höhere Bevölkerungsdichte von 42 Einwohner je km² aufzuweisen.[77]

Bevölkerungsvergleich der größten preußischen Länder um 1800[78]
Landesteil Mark
Brandenburg
Ost-
preußen
West-
preußen
Schlesien Pommern Herzogtum
Magdeburg
Einwohner 1.124.806 931.000 545.000 2.000.000 500.000 309.000

Bezogen auf die anderen preußischen Landesteile war die Mark Brandenburg nach Schlesien die zweitgrößte Provinz nach der absoluten Zahl der Einwohner (vgl. nebenstehende Tabelle).

Demnach war die Mark Brandenburg im deutschen Raum ein eher dünn besiedeltes Gebiet, allerdings im Vergleich zu nördlicheren oder östlicheren Staatswesen wiederum vergleichsweise dicht besiedelt.

Ländlicher RaumBearbeiten

Das Land grenzte sich von der Stadt durch gesetzliche Regelungen der Verwaltung, Gerichtsbarkeit und des Abgabensystems ab. Es ist der Lebensbereich von Adels- und Bauernstand, von Angehörigen der Domänen-, der Ordensverwaltung und der Dorfkirchen.

Es gab zwei grundlegende herrschaftliche Verhältnisse auf dem Land: einerseits zu einem Viertel aller Dörfer die gutsherrschaftlich verfassten Rittergüter, andererseits mit gut einem Achtel die in Ämtern verwalteten Domänendörfer. Etwa ein Zehntel waren städtische Kämmereidörfer, der Rest entfiel auf die Kommenden und Ämter des Johanniterordens und Dörfer in bürgerlichem Besitz, Klosterstifte, sonstige Stiftungen und Universitäten. Beide Herrschaftsformen konnten auch in einem Dorf zugleich auftreten.[79]

Neben den wenigen Rundlingen und Haufendörfern sind für Brandenburg die Straßen- und Angerdörfer als märkische Plansiedlung typisch. Diese wurden vorzugsweise auf Hochflächen errichtet. Allein unter den in Berlin aufgegangenen Siedlungen finden sich 31 Angerdörfer und 13 Straßendörfer. Zwei Drittel der Dörfer besaßen Rittergüter, die sich später zu Gutshöfen weiterentwickelten. In den sogenannten Kirchdörfer finden sich häufig aus der Gründerzeit Feldsteinkirchen.[80]

StädteBearbeiten

 
Berlin entwickelte sich seit 1640 zur zentralen und einzigen Metropole der Mark Brandenburg, hier ist Berlin um 1650 bzw. 1660 von Nordwesten her dargestellt. Zu sehen sind von links nach rechts: alter Münzturm, Neues Lusthaus, Königliches Gießhaus, Berliner Schloss mit Lustgarten, Stiftskirche, Gemälde von Jan Ruijscher (1625-1675)

Die Mark Brandenburg hatte im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit keine dichte Städtelandschaft wie der südliche Nachbar, das Kurfürstentum Sachsen aufzuweisen. 1160 erfolgten die ersten Städtegründungen. Im 12. und 13. Jahrhundert entstanden die meisten der heute rund 100 im Land Brandenburg gelegenen Städte. Städtegründungen spielten neben dem Burgenbau und Klostergründungen eine bedeutende Rolle bei der Urbarmachung der neu erworbenen Gebiete und dem Ausbau der askanischen Landesherrschaft. Ausgangspunkt früher Stadtgründungen waren meist slawische Dörfer, Fischer- und Burgsiedlungen. Nur wenige Städte entstanden frei und ohne bereits existierende Siedlungsstruktur. Die Anlage neuer und die Privilegierung vorhandener Siedlungskerne erfolgte nach territorialplanerischen Gesichtspunkten zum Beispiel entlang eines systematischen Straßennetzes. Verwaltungsgrundlage der neuen Kommunen wurde das Magdeburger Stadtrecht, aus dem sich später das auf die meisten Städte angewandte Brandenburgische Stadtrecht ableitete.[81] Es gab in Brandenburg den Typus Mediatstadt, die einem eigenen Grundherren unterstanden und die größeren Immediatstädte, die nur dem Landesherren untertan waren.

In den größten Städten bildete sich im 13. Jahrhundert Stadträte, die als Selbstverwaltungsorgan der Stadtbürger und darunter insbesondere die kaufmännische Oberschicht fungierten. Für Stendal in der Altmark ist dieser seit 1215 nachgewiesen, für Brandenburg an der Havel seit 1263 und für Spandau seit 1282. Neben diesen drei Städten bildeten sich mit Prenzlau als Handelsstadt und Berlin-Cölln seit 1261 Residenzstadt der Askanischen Markgrafen zwei weitere städtische Zentren in Brandenburg. Starke äußere Gefahren wie Krieg und Raubrittertum, das Machtgefälle zwischen Zünften und ratsfähigem Patriziariat, das immer wieder zu innerstädtischen Konflikten führte, Pestepidemien und Brände kennzeichneten die märkische Stadtentwicklung im Mittelalter.[82] Im Jahr 1308 schlossen sich erstmals die brandenburgischen Städte Stendal, Spandau, Cölln, Berlin und Frankfurt an der Oder zum Märkischen Städtebund zusammen. Bis 1438 verbündeten sich die Städte Brandenburgs immer wieder in unterschiedlicher Zusammensetzung. Die Hanse hatte zwar Mitglieder in Brandenburg, diese waren aber im Bund nicht sehr einflussreich. Im 14. Jahrhundert erlebten die Städte einen ersten wirtschaftlichen und politischen Höhepunkt. Im Zuge des Interregnums nach 1319 gelang es den Städten sich von der Landesherrschaft zu lösen. Die Städte erhielten vom Landesherren umfassende politische Rechte. Diese umfassten die Abgabehoheit über Leistungen der Bürger, das Steuerbewilligungsrecht, die hohe Gerichtsbarkeit und das Bündnisrecht.[83] Die heute noch vielerorts sichtbaren repräsentativen Befestigungsbauten, stattlichen Rathäusern und Kirchen, die zu dieser Zeit errichtet wurden, zeugen von der bürgerlichen Autonomie und kulturellen Blüte der brandenburgischen Städte. Über die Bevölkerungsangaben brandenburgischer Städte im Mittelalter liegen keine sicheren Angaben vor, da es an geeigneten Überlieferungen wie Steuerlisten oder ähnlichem fehlt. Eine kaum überprüfbare Schätzung geht zum Beispiel für die Stadt Salzwedel in der Altmark von 6800 Einwohnern vor dem Dreißigjährigen Krieg aus.[84] Weitere große brandenburgischen Städte dieser Zeit waren Stendal und Frankfurt an der Oder mit rund 7000 Einwohner. Frankfurt an der Oder wurde durch Gründung der Viadrina 1506 zu einem humanistischen Zentrum während der Reformation.[85]

Die größten Städte bildeten Fernhandelszentren und ermöglichten Ihnen die Einnahme einer politisch bedeutsamen Stellung in Konkurrenz zum Landadel, der Kirche und dem Landesherren. Seit dem 15. Jahrhundert schwächte sich die politisch relativ unabhängige Stellung der Städte durch den Druck der Hohenzollern-Kurfürsten wieder ab und die politischen Kompetenzen wurden wieder beschränkt. Anlass dazu gab die Brechung des Berliner Unwillens 1447/1448, die das Ende der städtischen Selbstautonomie einleitete. Die Ratsautonomie wurde im 17. Jahrhundert immer weiter zugunsten der zentralen Fürstenherrschaft eingeschränkt. Der Dreißigjährige Krieg führte zu drastischen Einbrüchen der Bewohnerzahlen in den Städten.

1625, kurz vor den kriegsbedingten Bevölkerungseinbrüchen gab es in der Mark Brandenburg folgende nach Regionen unterteilte Städte: in der Neumark hatten 36 Siedlungen das Stadtrecht erhalten (vgl. Liste der Städte in der Neumark), in der Altmark gab es 10 Städte, in der Prignitz gab es 13 Städte, im Ruppiner Land hatten fünf Orte das Stadtrecht, der Cottbuser Kreis wies zwei Stadtsiedlungen auf, die Uckermark hatte 11 Städte und die restliche Mittelmark mit Havelland, Zauche, Teltow, Land Lebus, Barnim und Oderbruch 39 Städte. Zusammen bestand die Mark Brandenburg zu diesem Zeitpunkt aus 117 Städten. Davon hatten 28 Städte mehr als 1500 Einwohner und nur wenige mehr als 4000 Einwohner aufzuweisen. 32 Städte hatten weniger als 500 Einwohner.[192]

Märkische Städte nach Einwohnerklasse im zeitlichen Verlauf
Jahr <500 Einwohner 500-1499 Einwohner 1500-3999 Einwohner >4000 Einwohner
1625 32 57 24 4
1750 5 65 38 9
1800 4 44 69 18

Die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges wie Kriegszerstörungen, Einwohnerrückgang und wirtschaftliche Stagnation auf die Städte wurden erst im Verlauf des 18. Jahrhunderts vollständig überwunden. Sehr lang waren in den Stadtbildern wüste Hausstellen zu finden. Im 18. Jahrhundert stiegen die Stadtgrößen wieder deutlich an. Die Medianstadt hatte 1750 1204 Einwohner und 1800 1727 Einwohner. Rechnet man Berlin als außerordentlichen Einfluss aus der Aufstellung heraus, hatten die verbleibenden 116 brandenburgischen Städte eine Durchschnittsgröße von 1750: 1684 Einwohner und 1800: 2546 Einwohner.

Die von 1650 bis 1750 vorangetriebene verfassungsrechtliche und verwaltungsmäßige Eingliederung der Städte in den ausgreifenden fürstlichen Zentralstaat erfolgte selbst in kleineren Städten durch die Etablierung von Garnisonen, der Aufsicht über Polizeigewalt, Finanzverwaltung, Rechtsprechung, Medizinalwesen und vor allem mit der Einführung der Akzise, deren Einnahme und Überwachung durch in den Städten eingesetzte staatliche Amtsträger erfolgte. Dieser Einhegungsprozess der ehemaligen autonomen Städte in den Landesstaat brachte durch die Etablierung von zentralstaatlichen Institutionen auch eine Erweiterung der Sozialstruktur im mittleren und oberen Gesellschaftsbereich in den Städten mit sich. 1719 wurde eine kurmärkische Städteordnung erlassen. Diese ordnete die kommunale Selbstverwaltung neu.[193] Trotz des landesherrlichen Allmachtanspruchs kam es zu Gravamina der märkischen Städte unter Führung Brandenburgs an der Havel gegen die Kompetenzanmaßungen staatlicher Amtsträger in städtischen Angelegenheiten. Die märkischen Städte beugten sich nicht widerspruchslos den absolutistischen Herrschaftsanspruch und entwickelten ein städtisches Beharrungsvermögen, das verhinderte, das die Stadtbürger zu unfreien Untertanen herabsanken.[194]

 
Cöllnischer Fischmarkt, mit Blick auf das Cöllnische Rathaus (erbaut 1710-1723) mit der Petrikirche im Hintergrund, 1784
 
Ansicht des Spittelmarktes mit der Gertraudenkirche, 1783

Wirtschaftlich stagnierten die Städte zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Problematisch für die Entwicklung der brandenburgischen Städte war der eigene zu kleine Absatzmarkt für heimische Produkte. Es fehlte auch eine kaufkräftige Abnehmerschaft, so dass der Handel örtlich beschränkt blieb. Die einzige relevante Ausnahme bildete Berlin, wo sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts, angestoßen durch den Berliner Hof ein höher entwickelter Nachfragemarkt nach bestimmten zeitgemäßen Produkten des Luxussegments entwickelt hatte. Dies führte zu einem starken Bevölkerungswachstum Berlins von 1685 bis 1711 von etwa 18.000 auf 55.000 Einwohner und 1719 bereits 64.000 Einwohner. Damit lief Berlin allen anderen Städten Brandenburgs den Rang ab. Spandau wurde zwischen 1564 und 1590 unter Leitung von Rochus zu Lynar zur bedeutendsten märkischen Festungsstadt ausgebaut. Seit dem 16. Jahrhundert verlor die einstige märkische Hauptstadt Brandenburg an der Havel, die den obersten Rechtshof (Appellationsinstanz) besaß, seine frühere Spitzenstellung. Auch der Stapelplatz Frankfurt an der Oder verlor seine zentrale Position im Oderhandel an Stettin. Die Messe in Frankfurt an der Oder konnte sich überregional nicht gegen die Leipziger Messe etablieren.[195] Potsdam entwickelte sich seit dem 17. Jahrhundert zum zweiten politischen und kulturellen Zentrum Brandenburgs. 1740 lebten hier rund 11.700 Zivil- und Militärpersonen. Frankfurt an der Oder und Stendal hatten dauerhaft an Bedeutung verloren und erreichten nach den Einbrüchen in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts nicht mehr die ursprüngliche Bedeutung.

Wegen der in Brandenburg seit dem 17. Jahrhundert weit verbreiteten Gutsherrschaft wurden nur wenige Arbeitskräfte freigesetzt.[196] Da sonst in Brandenburg ein nennenswerter Handel überörtlichen Charakters fehlte, blieb die Kaufkraft der handwerklich tätigen Stadtbevölkerung der kleineren Städte klein, wodurch die Stadtentwicklung gehemmt wurde. Die Städte entwickelten sich zwar auch zu Verwaltungszentren, die meisten Städte blieben aber kleiner als anderswo und prägten eine Wirtschaftsstruktur aus, die der von Dörfern entsprach. Es dominierte wirtschaftlich der Ackerbau und der Stadttypus Ackerbürgerstadt (Zum Beispiel Rathenow, Angermünde, Königsberg, Kremmen)[197] war die verbreitetste Stadtform in Brandenburg. Solche Städte machten, insbesondere wenn sie ohne Stadtmauer geblieben waren, häufig keinen städtischen Eindruck. Die Ackerbauer bestellten ihre Felder in der Umgebung ihres Städtchens ganz ähnlich wie dies die Bauern um ihre Dörfer herum auch taten. Ein Bürgertum in den Städten, das sich zu einer führenden politischen Kraft entwickelt hätte, war durch die gering differenzierte Wirtschaftsstruktur der brandenburgischen Städte kaum entwickelt.[198] Mit Ausnahme von Berlin und Umgebung verstanden sich die Städte als Mittelpunkt eines ländlichen Umfelds und nicht als gestaltende politische Kraft wie zeitgleich die Freien Reichsstädte.

GeschichteBearbeiten

Entstehung der Mark BrandenburgBearbeiten

Die Slawen im ElberaumBearbeiten

 
Rekonstruktion eines slawischen Burgwalls des 9./10. Jahrhunderts, die Slawenburg Raddusch in der Niederlausitz

Im Zuge der Völkerwanderungen verließen die Sueben, der elbgermanische Teilstamm der Semnonen, ab dem 5. Jahrhundert bis auf wenige Restgruppen ihre Heimat an Havel und Spree in Richtung Oberrhein und Schwaben. Im späten 6. sowie 7. Jahrhundert zogen in den vermutlich weitgehend siedlungsleeren Raum Slawen ein.

Östlich von Havel und Nuthe, im heutigen Barnim und Ostteltow, siedelten die Sprewanen. Ihre Hauptburg lag am Zusammenfluss von Dahme und Spree in Köpenick.[199][200] Westlich der zwei Flüsse, heute Havelland und Zauche, lebten die Heveller. Die Hauptburg der Stodoranen, so die Eigenbezeichnung, war die Brandenburg.[199][200] Havelaufwärts standen zwei weitere von ihren Befestigungsanlagen nur unweit voneinander entfernt – der wichtige Burgwall Spandau und eine kleine Anlage auf dem Gelände der heutigen Zitadelle Spandau. Die beiden elbslawischen Stämme mussten sich gegen die mächtigen Feudalstaaten aus dem Westen wehren. Gelegentlich trugen sie auch untereinander und mit angrenzenden Slawenstämmen Streitigkeiten aus, oft in kriegerischer Weise.

Erste Ostexpansion, erste MarkenBearbeiten

Nach den erfolgreichen Feldzügen im Jahre 804 gegen die Sachsen überließ Karl der Große den mit ihm verbündeten Abodriten mit Nordalbingien kurzzeitig einen Teil des sächsischen Landes zwischen Elbe und Ostsee. Eine verhältnismäßig ruhige Zeit währte bis zum Jahr 928. In der folgenden sogenannten ersten Phase der Deutschen Ostsiedlung eroberte König Heinrich I. im Winter 928/929 die Brandenburg. Die Stämme bis zur Oder wurden tributpflichtig. Unter Otto I. folgte 936 die Einrichtung von Marken, deutschen Grenzregionen im Slawenland. Ab etwa 965 (die Datierung ist unter den Historikern umstritten) errichtete er die Bistümer Brandenburg und Havelberg. Die deutsche Herrschaft begnügte sich mit der Besetzung vorhandener Burgen zur Eintreibung von Tributen und dem Bau von Bistumskirchen. Deutsche Bauern wurden noch nicht angesiedelt. Die Gemeinden der Bistümer waren daher sehr klein. Die tägliche Feier der Messe galt aber als Beweis der Herrschaft Christi im Slawenland.

Nach dem Tode von Gero wurde die Sächsische Ostmark[A 3] in fünf kleinere Marken aufgeteilt: die Nordmark, das heißt die spätere Mark Brandenburg, und südlich davon in vier weitere Marken, vor allem in den Lausitzen. Im Slawenaufstand von 983 verbündeten sich viele slawische Stämme und warfen die Deutschen erneut zurück. Die Bistümer Brandenburg und Havelberg wurden dabei zerstört. Für rund 150 Jahre, bis zum Zerfall des Liutizenbundes Mitte des 11. Jahrhunderts, stand die deutsche Expansion still.

Annäherung des Hevellerfürsten Pribislaw-Heinrich an das ReichBearbeiten

 
Situation um 1150

Im Jahr 1127 kam Pribislaw als Hevellerfürst auf der Brandenburg an die Macht. Er trug den deutschsprachigen Taufnamen Heinrich, daher der größtenteils zu lesende Doppelname Pribislaw-Heinrich. Bereits sein Vorgänger Meinfried war ein Christ. Deshalb ließ sich schlussfolgern, dass Pribislaw-Heinrich schon als Kind die Taufe empfangen hatte. Spätere mittelalterliche Chronisten idealisierten die Entwicklung und verlegten den Taufakt in seine Fürstenzeit. Er stand in enger Verbindung zum deutschen Adel und erhielt vom Kaiser 1134 offenbar den Titel eines Unterkönigs (später wieder aberkannt). Dadurch konnten die Deutschen das Heveller-Gebiet (beiderseits der Havel zwischen Potsdam und Brandenburg an der Havel) vorübergehend locker an das Reich binden. Die umstrittene Ostgrenze verlief damit zwischen den beiden elbslawischen Stämmen der Heveller und Sprewanen. Geografisch sehr grob gezeichnet, folgte sie den Flussläufen von Nuthe und Havel. Östlich dieser Linie residierte Jaxa von Köpenick (Jaxa de Copnic).

Mit der zweiten Phase der Deutschen Ostsiedlung trieb Albrecht der Bär die expansive Politik der aus Aschersleben stammenden Askanier entscheidend voran. Dabei erwies er sich als geschickter Diplomat, knüpfte bereits zwischen 1123 und 1125 enge Kontakte zu Pribislaw-Heinrich. Der Hevellerfürst wurde Taufpate seines ersten Sohns Otto I. und übergab diesem als Patengeschenk die Zauche, die an askanischen Streubesitz angrenzte. Lothar III. ernannte anno 1134 Albrecht zum Markgrafen der Nordmark. Der Kaiser wollte aber einer zu großen Machterweiterung des Askaniers von vornherein einen Riegel vorschieben, darum wohl die bereits o. g. Maßnahme – die im selben Jahr erfolgte Erhebung Pribislaw-Heinrichs in den Königsstand. Doch Albrecht gelang es schon um 1134 dem kinderlosen Hevellerfürsten eine verbindliche Zusage abzuringen. Nach dem Tod Pribislaws sollte Albrecht der Bär das Erbe und die Nachfolge antreten.

Unter den Askaniern (1150/1157–1320) Bearbeiten

 
Siegel Al­brechts I., Mark­graf von Bran­den­burg (1150–1170), In­schrift: Adel­ber­tus Di. gra mar­chio

Pribislaw starb im Jahr 1150. Albrecht I. konnte die Brandenburg weitgehend unblutig übernehmen. Die Burg Spandau ließ er als askanische Burg neu errichten. Mit diesen Ereignissen betrachteten verschiedene Historiker das Jahr 1150 (statt 1157) als den eigentlichen Beginn der märkischen Geschichte. Die Bevölkerung der Heveller, die im Gegensatz zu ihrem Fürsten zum Teil noch den alten slawischen Gottheiten nachhing, stand Albrechts Machtübernahme eher ablehnend gegenüber. Dem lang andauernden Kampf um die Brandenburg sollte noch ein Kapitel folgen.

Der Sprewanenfürst Jaxa von Köpenick, möglicherweise ein Verwandter von Pribislaw-Heinrich, erhob ebenfalls Ansprüche. Es gelang ihm mit einer Mischung aus Verrat, Bestechung, List und Gewalt sowie mit polnischer Hilfe die Brandenburg zu besetzen und die Macht im Hevellerland an sich zu reißen. Die ältere Geschichtsforschung setzte diese Eroberung für das Jahr 1153 an, gesicherte Quellen zum Datum lagen nicht vor. Die jüngere Forschung ging eher vom Frühjahr 1157 aus. Laut Lutz Partenheimer war die Position Albrechts im Reich unsicher. Das erlaubte ihm nicht, der Besetzung vier Jahre lang tatenlos zuzusehen.

Am 11. Juni 1157 konnte Albrecht der Bär die Brandenburg in blutigen Kämpfen und diesmal endgültig erobern.[A 4] Er vertrieb Jaxa und begründete eine neue Landesherrschaft auf slawischem Boden. Nachdem ihm der Titel schon zuvor mehrfach zugewiesen worden war, nannte sich Albrecht in einer Urkunde vom 3. Oktober 1157 erstmals selbst Markgraf in Brandenburg (Adelbertus Dei gratia marchio in Brandenborch). Daher galt dieses als das tatsächliche Gründungsjahr der Mark Brandenburg. Einen offiziellen Anstrich bekam das Datum nicht zuletzt mit der Feier am 11. Juni 2007 zum 850. Geburtstag der Mark. Die Auftaktveranstaltung fand bereits ein Jahr zuvor am 23. Juni 2006 in der Ritterakademie in Brandenburg an der Havel statt. Die Schildhornsage und ihre künstlerische Umsetzung erzählten ihre eigene Version der Ereignissen von Anno 1157.

Die territoriale Ausdehnung der frühen entsprach nicht der der späteren Mark Brandenburg. Lediglich die askanischen Stammlande, die Zauche und Teile des Havellands zählten dazu. Erst in den folgenden 150 Jahren gelang es den Markgrafen nach und nach das Territorium zu erweitern. De jure nicht Teil ihres Herrschaftsgebiets waren die drei märkischen Hochstifte als eigene Fürstentümer.

Wahrscheinlich noch 1157 rief Albrecht der Bär Siedler ins Land, die insbesondere aus der Altmark, dem Harz, Flandern (daher der Name Fläming) und den Rheingebieten kamen. Eine wichtige Rolle spielten die Zee- und Holländer. Nach verheerenden Nordsee-Sturmfluten zogen sie gern in neue Siedlungsgebiete. Ihre Erfahrung im Deichbau half bei den Trockenlegungen entlang von Elbe und Havel, die in den 1160er Jahren in Angriff genommen wurden.

 
Brandenburgischer Adler, Wappen der Mark Branden­burg seit 1170, aus Scheibler­sches Wappen­buch, 1450–1480

Nach Albrechts Tod im Jahr 1170 wurde sein Sohn als Otto I. Markgraf von Brandenburg. Den Titel erkannte Kaiser Friedrich I. Barbarossa zwei Jahre später an. Die Mark wurde politische Realität. Die Askanier betrieben weiterhin eine Politik der Expansion nach Osten und Nordosten. Letzteres zielte zu Lasten vom Herzogtum Pommern auf eine Anbindung an die Ostsee, damals eine der wichtigsten internationalen Handelsmärkte. Diese Politik brachte sie in Konflikt mit rivalisierenden Interessenten (Könige von Dänemark, Herzöge von Schlesien und Pommern einschließlich Heinrich dem Löwen als dem zeitweiligen Lehnsherrn der Pommern). Die Schlacht bei Bornhöved 1227 sicherte den brandenburgischen Anspruch auf Pommern. Diesen formalisierte Kaiser Friedrich II. anno 1231 mit der Belehnung an die Markgrafen von Brandenburg. Die Mitte des 13. Jahrhunderts stellte eine Zeit wichtiger Entwicklungen dar – der Zugewinn der Uckermark (1250).

Albrecht III. schenkte nach dem Tod seiner Söhne Otto und Johann (um 1299) seinem Schwiegersohn Heinrich II. von Mecklenburg – durch Scheinkauf – die Herrschaft Stargard. Durch den Vertrag von Vietmannsdorf im Jahr 1304 wurde die Übertragung nach dem Tod Albrechts endgültig festgeschrieben. Eine Allianz mit den Swenzonen brachte den erhofften Zugang zum Meer. Das pommersche Adelsgeschlecht hatte sich mit dem ab 1306 nominellen Herren des Herzogtums Pommerellen, Władysław I. Ellenlang, überworfen. Die Markgrafen gewannen 1307 die Lande Schlawe, Stolp und Rügenwalde. Ihrer Expansion gegen das pommerellische Kernland mit Danzig (Eroberung 1308 bis auf die Stadtburg) unter Markgraf Waldemar und seinem Bruder Otto IV., stellte sich der Deutsche Orden entgegen. Den Ritterorden hatte Władysław Ellenlang zu Hilfe gerufen. Im Norddeutschen Markgrafenkrieg vertrieb der Deutsche Orden die Brandenburger aus Danzig und kaufte im Vertrag von Soldin 1309 deren Ansprüche an Pommerellen auf. Daraufhin setzten sich die Ordensritter eigenmächtig als Landesherren ein und übergingen dabei die polnischen Ansprüche.

Nach dem Tod der Tochter Albrechts III., Beatrix, kam es 1314 zum Erbschaftsstreit der Brandenburger mit dem Mecklenburger Heinrich II. um die Herrschaft Stargard. Im Jahr 1315 besetzte Markgraf Waldemar das Land Stargard. Heinrich II. konnte aber Waldemar bei Gransee besiegen und bekam im Friede von Templin vom 25. November 1317 die Herrschaft Stargard endgültig zugesprochen. Dies besiegelte die Niederlage Waldemars gegen eine Koalition norddeutscher Fürsten, die vom Dänenkönig angeführt wurden. Der Ostseezugang mit den Landen Schlawe, Stolp und Rügenwalde ging an Herzog Wartislaw IV. von Pommern-Wolgast verloren. Mit den Toden von Waldemar (1319) und seinem unmündigen Cousin Heinrich II. (1320) erlosch die brandenburgische Linie der Askanier im Mannesstamm.

Brandenburgisches Interregnum (1319/1320–1323) Bearbeiten

Das Brandenburgische Interregnum dauerte von 1319/1320 bis 1323. Anfangs lagen die besten Chancen aus den Wirren als neuer Kurfürst hervorzugehen bei Wartislaw IV., Herzog von Pommern-Wolgast (1309–1326) und Rudolf I., Herzog von Sachsen-Wittenberg (1298–1356). Am Ende ergriff Ludwig IV., Herzog von Oberbayern (1294–1340) die Gelegenheit zum Ausbau seiner Hausmacht. Der Wittelbacher setzte sich zunächst in der Schlacht bei Mühldorf am 28. September 1322 gegen seinen habsburgischen Rivalen um den Königsthron durch. Dann belehnte er im April 1323 seinen Sohn als Ludwig I. mit der Mark. Das Machtspiel um Brandenburg beendete das nicht, dieses hatte eben erst begonnen.[201][202]

Unter den Wittelsbachern (1323–1373) Bearbeiten

 
Die Wieder­gut­ma­chung der Er­mor­dung von Ni­ko­laus, Ar­chi­dia­kon von Ber­nau be­in­hal­te­te die Er­rich­tung ein­es Süh­ne­kreu­zes. Wahr­schein­lich 1721 er­folg­te die Um­set­zung vor die St.-Maria-Kirche zu Berlin.[203][204]

Zu Beginn der wittelsbachischen Herrschaft stand der Titel Markgraf von Brandenburg ohne Inhalt dar. „Alles musste noch erstritten werden.“[201] Durchgängig prägten schwere Spannungen mit dem einheimischen Adel die Zeit. Berlin-Cöllner Bürger erschlugen 1324 Nikolaus, Archidiakon von Bernau. Jener trat als Parteigänger des Papstes gegen den Kaiser auf. Daraufhin verhängte der Papst über die Doppelstadt das Interdikt. Mit dem Herzogtum Pommern gab es kriegerische Auseinandersetzungen (Pommersch-Brandenburgischer Krieg). Nach dem Tod von Kaiser Ludwig IV. anno 1347 wurde Ludwig I. mit dem falschen Waldemar konfrontiert, den der neue römisch-deutsche König Karl IV. von Luxemburg zunächst anerkannte, bis er mit den Wittelsbachern 1350 eine Einigung erzielte. 1351 gab Ludwig dann im Luckauer Vertrag die Mark an seine jüngeren Halbbrüder Ludwig II. und Otto V. ab, um im Gegenzug Oberbayern alleine regieren zu können.

Ludwig II. zwang den falschen Waldemar endgültig zum Verzicht auf die Markgrafenwürde. Die damit seit längerem verbundene Kurstimme bei der Königswahl bestätigte die Goldene Bulle von 1356. Als Ludwig II. 1364/1365 starb, übernahm Otto V. die Regierung, die er jedoch bald vernachlässigte. 1367 verkaufte er die Mark Lausitz, die zuvor schon an die Wettiner verpfändet war, an Karl IV. Ein Jahr später verlor er die Stadt Deutsch Krone an den polnischen König Kasimir III.

Unter den Luxemburgern (1373–1415) Bearbeiten

Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts unternahm Karl IV. mehrere Versuche, die Mark für sein Haus Luxemburg zu erwerben. Ihm ging es dabei vor allem um die Kurstimme Brandenburgs (die böhmische hatte er bereits). Mit deren Hilfe sollten die Wahlen eines Luxemburgers zum König von Deutschland gesichert werden. 1373 war der Kaiser schließlich gegen Zahlung von 500.000 Gulden an Otto V. erfolgreich (Vertrag von Fürstenwalde). Auf dem Landtag in Guben 1374 wurde die Markgrafschaft Brandenburg in die Länder der Böhmischen Krone eingereiht. Dies war ein verfassungsrechtlich fragwürdiger, weil gegen die von Karl IV. selbst erlassende Goldene Bulle verstoßender Schritt. Bedeutende Maßnahmen des Regenten waren u. a. die Erstellung des Landbuchs Kaiser Karls IV. und der Ausbau der Burg Tangermünde zur kaiserlichen Zweit- bzw. markbrandenburgischen Residenz. Schon unter seinem Neffen Jobst von Mähren sank die Macht der Luxemburger in Brandenburg gegenüber dem landständischen Adel. Unter den Wittelsbacher und Luxemburger Markgrafen kam es zum Verfall der landesherrlichen Gewalt und die Bedeutung der adeligen Landstände nahm zu.

Die bedeutende Neumark wurde an den Deutschen Orden verpfändet.

Bekämpfung des Fehdewesens und Herstellung des LandfriedensBearbeiten

 
Friedrich I. erhält die Mark Brandenburg als Lehen

RaubritterkriegBearbeiten

Die stärkeren Adelsfamilien hatten die Herrschaft übernommen. Jeder kämpfte gegen jeden um Macht, Ressourcen und Einfluss, zum Beispiel um ungesetzliche Zolleinnahmen (Wegelagerer), um Tributgelder die nicht rechtmäßig wahren (mafiöse „Schutzgelder“). Reisende Kaufmänner und ihr Begleitschutz wurde von den Soldaten der Quitzows, die sich in diesem Bürgerkrieg besonders gewaltätig verhielten, überfallen. Das Land war nahe am Kollaps. Die Adelsfamilie Quitzow mit ihren berühmtesten Vertretern, den Brüdern Dietrich und Johann führten ihre Auseinandersetzungen teils im Auftrag der Städte, aber auch gegen ihre Auftraggeber. Die Quitzows besaßen Anfang des 15. Jahrhunderts in der Mark 16 Burgen und Schlösser, darunter in Köpenick, Plaue und Friesack.[205]

Das Fehdewesen war nicht nur in der Mark, sondern auch in anderen Teilen des Reiches oft geübte Praxis der Durchsetzung eigener Rechte. Bis dahin waren Beilegungen von Streitigkeiten durch Einbeziehung von Gerichten mit juristisch geschulten Räten nur bis zu der Ebene der fürstlichen Territorien im Rahmen des Reichslandfriedens üblich. Selbsthilfe und Selbstjustiz blieb dadurch strukturell gefordert. Da in Brandenburg die fürstliche Gewalt fast völlig fehlte, mussten Einungen zur Aufrechterhaltung des Landfriedens – zum Beispiel unter den Städten als Städtebund – selbst organisiert werden. Gemeinsam bekämpften sie die Friedensbrecher und zogen neben eigenen Aufgeboten auch Söldner hinzu. Ob die Situation in der Mark den zeittypischen Verhältnissen im Reich entsprach oder besonders negativ war, bleibt umstritten. Eine grundsätzliche Veränderung der Herrschaftsverhältnisse in der Mark wurde von keiner Seite angestrebt.[206]

Die Versuche der Städte, sich mit Söldnern zu wehren und in Schutzbündnissen zusammenzuschließen waren misslungen. Eine brandenburgische Delegation mit Berlin-Cöllner Honoratioren an der Spitze reiste im Frühjahr 1411 zum Huldigungsbesuch in das Hoflager des Königs um Hilfe gegen den marodierenden Landadel zu erbitten. Im Jahr 1411 setzte König Sigismund, den Hohenzoller Friedrich VI. von Nürnberg auf Drängen der märkischen Gesandtschaft zum erblichen Hauptmann und Verwalter der Mark Brandenburg ein. Dies geschah in Anerkennung für dessen vorhergegangene Unterstützung bei der Königswahl am 20. September 1410 in Frankfurt am Main.

Friedrich schickte wohl aus taktischem Kalkül einen Vertrauten vor, der im Juni 1412 in der Mark Brandenburg eintraf. Dieser wurde mit den anarchischen Zuständen in der Mark und einer Opposition der brandenburgischen Adelsfamilien konfrontiert. Er forderte die Herausgabe der markgräflichen Burgen und der mit ihnen verbundenen Einnahmen, die sich der einheimische Adel in den letzten hundert Jahren angeeignet hatte.[207] Der Vertraute Wend von Ileburg wurde daraufhin von den Adeligen als „Tand von Nürnberg“ verhöhnt, mit dem man schon fertig werde. Die gefährlichsten Raubritter die Brüder Quitzow und Gans zu Putlitz aus der Altmark führten die Gegner des neuen Markgrafen an. Als Friedrich sich nach seiner Ankunft huldigen ließ verweigerten ihm ein bedeutender Anteil des Adels dies, im Gegensatz zu den Städten. Damit stand die Kraftprobe zwischen Landesrecht gegen Fürstenrecht bevor. Friedrich ließ eine Ständeversammlung einberufen. Auf der Ständeversammlung am 10. Juli 1412 in Brandenburg an der Havel verkündete er sein Programm, in der „das Recht gestärket und das Unrecht gekränkt“ werden und die Ordnung in der Mark Brandenburg wiederhergestellt werden sollte. Er verbündete sich dabei mit den Städten aber auch außerhalb Brandenburg fand er mit dem sächsischen Askanier Rudolf einen wirksamen Alliiertern, der ihm ein größeres Geschütz, die Faule Grete auslieh. Auch der Erzbischof von Magdeburg unterstützte den Hohenzoller. Beide Nachbarn der Mark waren an einem sicheren Durchgangsland interessiert. Mit Überredung und Waffengewalt setzte sich Friedrich I. zwischen 1412 bis 1414 in der Mark durch. Beide Seiten bereiteten sich für die Auseinandersetzung gut vor, die Quitzows verstärkten ihre Burgen, während Friedrich Kanonen gießen ließ. In mehreren Feldzügen gegen die Quitzows wurde deren Macht gebrochen, bis er im Februar 1414 mit Hilfe der Faulen Grete die Burgen Friesack, Plaue, Golzow, Beuthen eroberte. Dietrich von Quitzow floh noch rechtzeitig aber Hans von Rochow erschien im Büßergewand und warf sich Friedrich zu Füßen, bereits den Strick um den Hals gelegt, flehte er um Verschonung, so wie die Kaufleute früher vor ihm. Friedrich behandelte die aufrührerischen Adeligen maßvoll. Auch die Gardelegener Burg der Alvensleben und die Beuthener Burg waren für die Truppen Friedrichs nur noch Routinesache. Der Raubritterkrieg genannte Feldzug gegen die Burgen verlief für Friedrich auf der ganzen Linie erfolgreich.[208] Der Konflikt wurde am 20. März 1414 durch den von Friedrich nach Tangermünde einberufenen Landtag beendet. Auf diesem verkündete er eine Landfriedensordnung, die die Stände zur gemeinsamen Hilfeleistung verpflichtete und das Ende des rechtsfreien Zustands durch die allgemeine Verbindlichkeit der ordentlichen Gerichte verfügte. Damit begann der lange Prozess der Rückgewinnung der von den Askaniern errungenen Ländereien und Rechte.

Übertragung der Kurfürstenwürde an die HohenzollernBearbeiten

Die Stadt an der Elbe wurde zur ersten brandenburgischen Residenz der Hohenzollern. Durch das erfolgreiche Aufräumen unter dem Landadel hatte sich Friedrich I. als Landesherrscher gegenüber den Adelsstand qualifiziert. Doch auch die Städte waren durch die Schwäche der Zentralmacht autonom, woran auch Friedrich I. nichts ändern konnte.

Friedrich, der starke Mann der Ordnung ins Chaos gebracht hatte, erfüllte die Erwartungen seines Herrn. Die offizielle Übertragung der Markgrafenwürde erfolgte vier Jahre später am 30. April 1415 auf dem Konstanzer Konzil. Er war damit auch Reichskämmerer geworden und gehörte zu den Sieben einflussreichsten Fürsten des Reiches.[209] Die Huldigung der brandenburgischen Stände fand noch im gleichen Jahr am 21. Oktober in Berlin im Saal des Franziskanerklosters statt. Die förmliche Belehnung mit der Kurmark und die Verleihung der Würde des Erzkämmerers vollzog König Sigismund, wiederum auf dem Konstanzer Konzil, am 18. April 1417. Als brandenburgischer Markgraf wurde Friedrich VI. von Nürnberg dann in der Folge als Friedrich I. von Brandenburg bezeichnet.

Mit wechselndem Erfolg und ebenso wechselnden Bündnispartnern behauptete sich Kurfürst Friedrich I. in der Folgezeit gegen innere und äußere Widersacher. Der pommersche Greifenherzog Swantibor war seit 1409 Statthalter der Mittelmark, eines Teils der Mark Brandenburg. Als Friedrich I., zum „Obersten Hauptmann und Verwalter der Marken“ ernannt wurde, hielt Swantibor aber an seinem Amt als Statthalter der Mittelmark fest. Daraufhin kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten, darunter die Schlacht am Kremmer Damm. Die Söhne Swantibors setzte den kriegerischen Kurs gegen Brandenburg fort. Im Frühjar 1420 musste Kurfürst Friedrich I. in Brandenburg gegen die pommerschen Herzöge Kasimir und Otto von Pommern-Stettin vorrücken, die seine Länder bedrohten. Er besiegte die Herzöge in der Schlacht von Angermünde im März 1420.

Aufgrund der wachsenden Entfremdung zum Kaiser konnte er es nicht vermeiden, dass dieser 1423 das mittelelbische Kurfürstentum Sachsen auf die Markgrafen von Meißen übertrug. Die anvisierte Vereinigung des sächsischen und brandenburgischen Kurfürstentitels für die Hohenzollern misslang damit. Die Wettiner rückten damit als neuer mächtiger Nachbar an der direkten Grenze zu Brandenburg auf. Es begann eine intensive und rivalisierende Beziehungsgeschichte beider Staatswesen um die Dominanz im mittel- und ostdeutschen Raum, die sich über Jahrhunderte erstreckte. Die beidseitigen dynastischen Beziehungen waren im 15. 16. und 17. Jahrhundert vorwiegend auf Kooperationen ausgerichtet und bedeuteten vor allem den wechselseitigen Transfer von Kulturgütern, Experten und Wissensträgern und ein beidseitiges bewegtes Geistes- und Wirtschaftsleben.[210]

Friedrich I. befand sich bereits seit 1416 nicht mehr in Branenburg außer bei Kriegszügen. Von der Cadolzburg in Franken konnte Friedrich die Angelegenheiten Brandenburgs nicht richtig betreiben. Zu diplomatischen Niederlagen kam noch der Spott wegen der militärischen Niederlage vor Vierraden. Die im Mittelalter fast ständig ausgetragene Fehde zwischen Brandenburgern und Pommern hatte sich immer weiter verstärkt. Die Belagerung der uckermärkischen Burg Vierraden im Krieg gegen Pommern-Stettin 1425 hatte Friedrich abbrechen müssen, weil ihm sein Adel den Gehorsam verweigerte und er die geborgte Artillerie in Stich lassen musste. Das war wohl der letzte Anstoß dafür, das er die Stände in Rathenow versammelte und die Statthalterschaft seinem erstgeborenen Sohn Johann übertrug.[211] Friedrich I. zog sich missgestimmt 1426 in seine fränkischen Besitzungen zurück. Als Verdienst blieb der Gewinn der Unterstützung des Landadels für die Landesherrschaft. Seitdem gab es keine beherrschenden Fehden mehr zwischen dem Landesherren und dem einflussreichen Landadel. Die großen Familien des Landes verbanden sich fortan immer enger mit dem Landesherren, traten in seine Dienste und verhielten sich loyal.

Johann war als Statthalter vor allem mit den Städten beschäftigt. Allein 1429 kam es zweimal zum offenen Konflikt, im Stendaler Aufstand und den Unruhen in Salzwedel. Noch im selben Jahr verlor Markgraf Johann ein Kräftemessen mit Frankfurt/Oder. Der Konflikt mit den Städten führte 1431 zu einem Bündnis zwischen Berlin, Cölln, Brandenburg an der Havel und Frankfurt/Oder. Johanns Macht in Brandenburg war durch diese Konflikte geschwächt und die Mark dadurch ein interessantes Angriffsziel für die Hussiten.[212] Diese waren möglicherweise auch auf Rache gegen Friedrich I. und dem Bischof von Lebus Christoph von Rotenhan aus, die 1431 das Reichsheer im Fünften Kreuzzug gegen sie mit angeführt hatten. Mitte März 1432 brachen vier hussitische Abteilungen mit einer Gesamtstärke von 7000 bis 8000 Mann von Böhmen aus auf. Ein erster Vorstoß in die Mark Brandenburg erfolgte um den 6. und 7. April 1432 durch ein hussitisches Aufklärungskontingent. Am 7. April 1432 überfiel die hussitische Abteilung die Gegend um Seelow und rückte von dort aus wieder südlich auf Frankfurt/Oder zu. Ein Aufgebot der Frankfurter griff nun, etwa um den 10. April 1432 die Aufklärungsabteilung der Hussiten in Müllrose an. Das eigentliche hussitische Hauptheer zog um den 11. April 1432 von Guben nordwärts und erreichte am 13. April 1432 Frankfurt/O. und zogen dann weiter nach Lebus. Am 17. April 1432 überrannten die Hussiten Müncheberg. Es folgten auf ihrem Zug Buckow und Strausberg. Wahrscheinlich sollte der Feldzug weiter nach Eberswalde und weiter zum Zisterzienserkloster Chorin gehen, da Klöster dieses Ordens zuvor öfters Ziele hussitischer Plünderung gewesen waren. Am 23. April 1432 stand das Feldheer vor Bernau. Die „Schlacht um Bernau“ lief letztlich wie die vorherigen Stadterstürmungen. Nachdem die Vorstädte niedergebrannt wurden, begannen mehrere Erstürmungsversuche, die zurückgeschlagen werden konnten. Am selben Tag noch sollen die Hussiten abgezogen sein. Von Bernau aus verließen die Hussiten die Mark Brandenburg.[213] Der Sieg bei Bernau wurde in den nächsten Jahrhunderten zu einer Legende.[214]

1437 übertrug Friedrich I. die Regierung über die Mark Brandenburg seinem Zweitgeborenen Sohn Friedrich II. Dieser regierte die Mark unmittelbar. Friedrich II. gelang es von 1437 bis 1440 die landesfürstliche Autorität weiter zu stärken, bei gleichzeitigem Fortbestehen einer hohen räuberischen Kriminalität und einer ausgeprägten Faustrechtsmentalität im Lande.[215] Um die Sittenhaftigkeit des Adels zu heben stiftete Friedrich II. 1443 den Schwanenorden, deren Träger verpflichtet wurden sich nach ritterlichen Grundsätzen ehrbar zu verhalten. Dies kam einer ehrenhaften Unterwerfung und gleichzeitige einem Friedensschluss gleich.[216]

Einschränkung der städtischen AutonomieBearbeiten

Die Landesherrschaft begann zunehmend erfolgreicher die Autonomie der Städte einzuschränken. Die Handels- und Hansestadt Berlin hatte sich während der Schwäche der Landesherrschaft zu einem Landesmittelpunkt entwickelt. In Berlin wurden Städtebünde geschlossen bei denen die Stadt als Haupt fungierte und damit unter den Städten eine politische Führungsrolle vertrat. Dort kamen die Stände zusammen, entweder vom Markgrafen aufgefordert oder im Widerspruch zu ihm. 1440 begann ein mehrere Jahre andauernder Machtkampf zwischen dem Landesherrn und den Bürgern von Berlin und Cölln. Dieser begann als Streit zwischen dem patritzisch dominierten Rat und den handwerklichen Zünften ausbrach bei der sich Friedrich II., der gerade im Hohen Haus in Berlin residierte, sich als ungebetener Schlichter einmischte. Die Stadt lehnte zunächst ab den Kurfürsten mit seinem Gefolge im Rathaus zu empfangen. Im Ergebnis stürzte der Kurfürst die patritzische Stadtherrschaft im Jahr 1442.[217] Er hob den zuvor erfolgten Zusammenschluss der beiden Städte Berlin und Cölln auf und verbot ihnen, Bündnisse einzugehen und an den Hansetagen teilzunehmen. Da er im August 1442 mit 600 bewaffneten Rittern in die Doppelstadt einrückte, blieb dem Rat keine Wahl als unter Druck zuzustimmen. Die Neuerungen sahen auch vor, das die gewählten Räte und der Bürgermeister seiner Zustimmung bedürfen. Der alte Rat übergab bei seiner Abdankung dem Kurfürsten die Schlüssel zum Rathaus. Diese übergab der Kurfürst den neuen eingesetzten Räten, mit dem Hinweis, das diese ihm, den Landesherren auf Verlangen ausgehändigt werdern müssen. Er diktierte dem Rat am 29. August 1442 einen Vertrag. Darin entzog er der Stadt das seit 1391 erworbene Gericht und das Stapelrecht. Als Zeichen für die neue Rechtssituation wurde der Roland der Stadt, das Zeichen des Marktrechts und der eigenen Gerichtsbarkeit entfernt.[218] Er zwang die Stadtobersten, ihm Land zur Errichtung eines Schlosses abzutreten. Bei der Grundsteinlegung zum Schloss war er persönlich zugegen. Damit verdeutlichte er, dass er sich auf Dauer in der Stadt einzurichten gedachte. In das gemeinsame Rathaus zog nun ein kurfürstlicher Richter ein.

Kurfürst Friedrich II. hatte seinerseits bemüht in Norddeutschland ein Fürstenbündnis gegen die Städte zustandezubringen. Im Februar 1443 versammelten sich in Wilsnack in der Prignitz neben dem Kurfürsten den in dieser besonders engagierten König von Dänemark, die Herzöge von Pommern, Mecklenburg, Sachsen und Braunschweig, um über Mittel und Wege zur Brechung der städtischen Autonomie in ihren Ländern zu beraten.[219] Der Mittelmärkische Städtebund als auch die Hanse reagierte auf die Verletzung der Berliner Autonomie nicht.

Gegen die Aufhebung der städtischen Privilegien wehrte sich nun die Berliner Bürgerschaft, deren innerstädtische Konflikte hinter den gemeinsamen Gegner zurücktraten. Die Erneuerung der hanseatischen Tohopesate im Mai 1447, Spannungen des Lauenburger Herzogs gegen Friedrich II. als auch dessen kriegerische Verwicklung mit Pommern und eigene Rückversicherungen mit anderen märkischen Städten mögen die beiden Städte dazu ermutigt haben.[220]

Die Auseinandersetzung zwischen Kurfürst und Berlin-Cölln begannen mit aufrührerischen Reden in Weinkellern und anderen Plätzen. Zöllner, Richter und andere Beamten wurden zur Einstellung ihrer Arbeit gezwungen, dann wurde die Hofkanzlei im Hohen Haus geplündert, auf der Suche nach gegen die Bürger verwendbaren Akten, und schließlich wurde die Wehr am Seitenarm der Spree geöffnet und der Bauplatz des Berliner Stadtschlosses geflutet. Der Rat hatten sich des Beistands anderer Städte in der Mark versichert, so dass sie einen Gesandten Friedrichs, Hofrichter Balthasar Hake der die Führer des Aufstands an das Hofgericht nach Spandau vorluden sollte, einsperrten. Friedrich II. schätzte den Widerstand so stark ein, das er eine militärische Niederschagung nicht wagte. Er setzte vor allem auf Zeit, verhandelte mit den anderen Städten und das Bündnis löste sich auf, Berlin und Cölln blieben isoliert zurück. Ende Mai 1448 mussten die Räte kleinlaut beigeben und den Vertrag von 1442 akzeptieren. Die Unterwerfung von Berlin-Cölln (1442-1448) bedeutete einen entscheidenden Einschnitt städtischer Autonomie. Es war der erste vollkommene Sieg des Fürstentums über das Bürgertum und führte auch in anderen Ländern des Reiches dazu, daß die Fürsten konsequent gegen die städtische Autonomie in ihren Territorien vorgingen.[221]

Mit dem Bau des Berliner Schlosses schufen die Kurfürsten neben Tangermünde und der Festung Spandau eine moderne und feste Residenz als Mittelpunkt der Mark. 1447 gewann der Kurfürst das Ernennungsrecht für die Bischofswahl seiner Landesbistümer. Der Kurfürst versuchte diese für sich dienstbar zu machen. Die größeren Städte musste ihre Mitgliedschaft bei der Hanse aufkündigen. Dem gestiegenen politischen Einfluss in der Mark der Hohenzollern folgten weitere außenpolitische Erfolge. Das Erzbistum Magdeburg verzichtete nun auf seine alten Lehnsansprüche von 1196 auf die Mark und der geschwächte Deutsche Ordensstaat gab die Neumark 1454/55 an die Hohenzollern zurück. 1462 kam aus der ehemals zur Mark gehörenden Niederlausitz der Zentralraum um Cottbus, Peitz, Teupitz und Bärwalde 1462 an die Mark.

In der Uckermark gelangten das Gebiet von Schwedt, Vierraden und Löcknitz zurück nach Brandenburg. Dazu kam es als der pommersche Greifenherzog Otto III. von Pommern-Stettin 1464 gestorben war und Kurfürst Friedrich II. aufgrund der nie geklärten brandenburgischen Lehnshoheit Anspruch auf diesen Landesteil erhob. Am 21. Januar 1466 nahmen die Greifen Erich II. und Wartislaw X. ihre Herzogtümer im Vertrag von Soldin vom brandenburgischen Kurfürsten zum Lehen. Da der Lehnsvertrag jedoch nicht erfüllt wurde, kam es zum Stettiner Erbfolgekrieg, in dessen Verlauf die Brandenburger 1468 mehrere Städte beiderseits der Oder eroberten. Schließlich kam es 1469 nach der erfolglosen Belagerung von Ueckermünde zu einem Waffenstillstand. Dessen Verlängerung war das einzige Ergebnis der Anfang 1470 in Petrikau geführten Verhandlungen. Während Erich II. im Mai 1470 raubend in die Neumark einfiel, versicherten sich die Brandenburger beim Kaiser Friedrich III. der Anerkennung ihrer Ansprüche auf Pommern. Dieser belehnte schließlich im Dezember 1471 die Brandenburger mit dem Land Stettin und befahl Erich II. und Wartislaw X., die Lehnshoheit Brandenburgs anzuerkennen. Durch Vermittlung des Herzogs Heinrich von Mecklenburg kam es Ende Mai 1472 zum Frieden von Prenzlau. Die pommerschen Herzöge und Stände mussten dem Kurfürsten huldigen, der die eroberten Gebiete einbehielt.

1470 übergab Friedrich II. nach mehr als dreißigjähriger Regierung erschöpft das Amt an seinen Bruder Albrecht Achilles, der die Mark bis 1486 regierte. Die wirtschaftliche Stagnation des 15. Jahrhunderts war noch nicht überwunden. Die Städte Frankfurt/Oder und Stendal waren die führenden Zentren der Mark zu dieser Zeit. Berlin erhielt Wachstumsimpulse durch den Hof der Hohenzollern. Insgesamt lebten nur um die 220.000 Menschen zu der Zeit in der Kurmark. Seuchen führten wiederholt zu starken Verlusten in der Bevölkerung. Kurfürst Albrecht Achilles, ein Kriegsheld, vertrieb 1478/79 die Pommern aus der Uckermark. 1482 erhielt der die Pfandherrschaft über das Herzogtum Crossen einschließlich Züllichau und Sommerfeld. Seit 1479 hielt sich Albrecht Achilles durch sein Engagemen in der Reichspolitik fern von der Mark auf. Sein Sohn Johann Cicero übernahm mit fränkischen Beamten die Regierung vom Berliner Schloss aus.

Im Jahr 1524 zog Joachim I., Kurfürst von Brandenburg (1499–1535) die ursprünglich reichsunmittelbare Herrschaft Ruppin ein und vereinigte sie mit der Mark Brandenburg.

Einführung der ReformationBearbeiten

Trotz vieler märkischer Anhänger von Martin Luther sperrten sich die Bischöfe und Domkapitel gegen die Einflüsse der Reformation. Joachim I. verhielt sich ebenso, obwohl er den Wittenberger sogar persönlich empfing. Nach seinem Tod 1535 fand eine Erbteilung der Mark Brandenburg in die beiden Landesteile Neumark und Kurmark statt. Während Johann, Markgraf von Brandenburg-Küstrin (1535–1571) schnell und konsequent ans Werk ging, zeigte Joachim II., Kurfürst von Brandenburg (1535–1571) mehr Zurückhaltung. Dies entsprach seinem Charakter sowie familiärer und reichspolitischer Rücksichtnahme. Letztlich führte er aber in der Mark Brandenburg die Reformation nach lutherischem Bekenntnis ein. Auf seinen Druck übernahm das Bistum Brandenburg die zwei zentralen Repräsentationsformen – den Laienkelch und die Priesterehe. Am 1. November 1539 reichte der betagte Matthias von Jagow, Bischof von Brandenburg (1527–1544), Joachim das Heilige Abendmahl mit Brot und Wein.[A 5] Der Messkelch mit dem Blut Christi war zuvor nur für die Priester bestimmt. Im Jahr 1541 musste Matthias auf der bischöflichen Residenz Burg Ziesar Katharina von Rochow heiraten. Der Kurfürst wohnte persönlich dem Geschlechtsverkehr der frisch Vermählten und damit der Abschaffung des Zölibats bei. Die neue, mit einem Nachwort des Bischofs von Brandenburg versehene, Kirchenordnung erließ er 1540. Die beiden anderen märkischen Bischöfe von Havelberg und Lebus lehnten die neue Lehre weiterhin ab. Insgesamt war die Reformation keine klare Zäsur, sondern ein unsteter Prozess und die Beteiligten handelten weniger geradlinig, sondern mehr vielschichtig.[222][223]

Mit der Säkularisation (Enteignung) der Stifte und Klöster nach Einführung der Reformation in der Mark (1539) fiel fast der gesamte geistliche Grundbesitz an den Landesherrn (beziehungsweise die zwischen 1535 und 1571 getrennt regierenden Brüder, Joachim I. über die Kurmark, Johann von Küstrin über die Neumark). Die Verschuldung zwang die Landesherren, große Teile des dazugewonnenen Landes ihren Landeseigenen Gläubigern, vor allem dem Großgrundbesitzenden Landadel, käuflich oder als Lehen zu überlassen. Die Landesfürsten wurden durch die Reformation zum obersten Kirchenherr in der Mark und damit verfügte der Kurfürst auch über das Grundeigentum der drei märkischen Bischöfe zu Brandenburg, Havelberg und Lebus. Das brachte der Mark unter anderem die Herrschaft Beeskow und Storkow im Süden der Mark.[224]

Der brandenburgische Kurfürst vertrat reichspolitisch eine vorsichtige Position und unterstützte den katholischen Kaiser sogar mit einem Kontingent im Schmalkaldischen Krieg. Da auch der Kaiser durch die Nachfolgenden Rückschläge, verursacht durch Moritz von Sachsen keine Dominanz seiner Position mehr erreichen konnte, bildete sich ein Patt im Reich. Zusammen mit Sachsen sicherten die protestantischen Reichsstände die Ergebnisse der Reformation reichspolitisch mit dem Augsburger Reichstag 1555, der den Augsburger Religionsfrieden begründete ab. Zugleich bildeten beide Kurfürstentümer des Kaiserfernen Nordostens so etwas wie die territoriale Basis und Gegengewicht der Reichsfürsten gegen die Machtbestrebungen des Kaisers im Reich. Zentralisierung und Unitarismus durch eine Zentralmacht wurde damit einmal mehr im Reich blockiert und verhindert.

Die brandenburgischen Hohenzollern betrieben eine Politik der Ausdehnung ihres Einflusses. Dabei standen sie im Norden zwischen Dänemark und insbesondere Schweden, mussten aufgrund des preußischen Status vorsichtig gegenüber Polen agieren und fanden sich im Westen im Konflikt mit Frankreich. In diesem Umfeld gelang es Johann Sigismund, Kurfürst von Brandenburg (1608–1619) im Zuge des Jülich-Klevischen Erbfolgestreites 1614 seinen Anspruch auf das Herzogtum Kleve, die Grafschaft Mark und die Grafschaft Ravensberg erfolgreich durchzusetzen. Die neugewonnenen Westprovinzen blieben allerdings vom Kernstaat räumlich isoliert. Dies führte zu einer erheblichen Behinderung des Handels durch Zölle, die erst durch die Gründung des Preußisch-Hessischen Zollvereins 1828 und später des Deutschen Zollvereins 1834 schrittweise beseitigt wurden.

An der Schwelle vom 16. zum 17. Jahrhundert wurde die Mark von zeittypischen Krisenerscheinungen betroffen.In Mitteleuropa ging die so genannte kleine Eiszeit mit Klimaverschlechterung einher, die zu anhaltenden Ernteausfällen führten. Dadurch stiegen die Preise für Lebensmittel rasant und große Teile der Bevölkerung verarmten. Zudem erschütterten die Kipper- und Wipperunruhen, in deren Zuge eine Geldwertverminderung durch das Einschmelzen der Münzen und die Neuprägung mit geringeren Edelmetallgehalt stattfand, das Vertrauen in die Währung.[225]

Personalunion der Mark Brandenburg mit dem Herzogtum Preußen (1618–1701) Bearbeiten

 
Georg Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg (1619–1640) und Gemahlin Elisabeth Charlotte von der Pfalz

Ab 1618 regierten die Hohenzollern die Mark Brandenburg in einer Personalunion mit dem Herzogtum Preußen. Die Mark blieb zwar wichtigstes Herrschaftsgebiet, hatte aber nicht mehr den Absolutheitsanspruch auf seinen Landesherrn, der sich zunehmend seinen anderen Landesteilen widmete. Im Jahr 1619 betrugen die Staatsschulden 2.142.000 Reichstaler.[226] Die Mark lebte fast ausschließlich vom Ackerbau. Alle gehobeneren Güter mussten importiert werden.

Als 1618 der Dreißigjährige Krieg ausbrach, blieb die Mark Brandenburg bis 1626 von seinen Auswirkungen verschont. Am 3. April 1625 brach der Dänisch-Niedersächsische Krieg aus, in dem Dänemark, England und Holland sich gegen die Katholische Liga verbündeten. Brandenburg wollte sich weder der einen noch der anderen Seite anschließen, sodass sich seine Lage immer bedrohlicher entwickelte, da es sich geopolitisch zwischen allen am Konflikt beteiligten Parteien befand.

Dänische Kontingente rückten inzwischen in die Altmark und die Prignitz ein. Infolgedessen nahmen die kaiserlichen Generäle an, der brandenburgische Kurfürst stehe insgeheim mit dem Dänenkönig im Bunde. Nachdem die dänische Armee in der Schlacht bei Dessau geschlagen wurde, strömten die geschlagenen dänischen Soldaten nach Norden zurück, wobei sie die Kurmark verwüsteten. Da ganz Norddeutschland den kaiserlichen Truppen offen lag, nahm Georg Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg (1619–1640) Verhandlungen mit dem Kaiser auf. Infolgedessen musste er das Land den kaiserlichen Truppen öffnen. Diese plünderten die Mark bei ihrem Durchmarsch, wodurch der Wohlstand, der in den friedlichen Jahrzehnten seit dem Augsburger Religionsfrieden aufgebaut worden war, zusammenbrach. Die Kurmark wurde in dieser Zeit von den kaiserlichen Truppen beherrscht, während der Kurfürst nach Preußen geflohen war. Durch die Flucht des Kurfürsten war die Kurmark jeder Willkür preisgegeben. Eine vorübergehende Entlastung gab es erst nach dem Sturz Wallensteins im Jahr 1630.

Das Kaiserliche Restitutionsedikt bedeutete eine Rekatholisierung der bereits protestantischen Territorien. Die Beziehungen zum südlichen Nachbarn Sachsen nutzend, widersetzte sich Brandenburg gemeinsam mit Sachsen dieser Politik.

Am 6. Juli 1630 landete Gustav Adolf II., König von Schweden (1611–1632) mit 13.000 Mann auf Usedom. Damit begann ein neuer Abschnitt im Dreißigjährigen Krieg. Der Kurfürst setzte, da sein Land von kaiserlichen Truppen besetzt war, auf die Erhaltung seiner Neutralität, damit die Mark nicht zum Kriegsschauplatz wurde. Nachdem der mit Sachsen gemeinsam eingefädelte Leipziger Konvent die außenpolitische Lage nicht stabilisieren konnte, musste Brandenburg jedoch ein Bündnis mit den Schweden eingehen, als diese im Frühjahr 1631 in Brandenburg einzogen. Nachdem die schwedischen Truppen in der Schlacht bei Nördlingen am 6. September 1634 vernichtend geschlagen wurden, brach die protestantische Allianz auseinander. Brandenburg ging ein neues Bündnis mit dem Kaiser ein. Georg Wilhelm versuchte im Jahr 1638 das von den Schweden besetzte Pommern zu erobern. Dabei berief er sich auf einen Erbschaftsanspruch Brandenburgs nach dem Tode von Bogislaw XIV., dem letzten Herzog von Pommern. Sein Feldzug scheiterte, es fehlte an geschulten Truppen, Munition und Verpflegung. Pommern blieb schwedisch besetzt. Die Kurmark wurde abwechselnd von Feind und „Freund“ besetzt. Der Kurfürst Georg Wilhelm zog sich daraufhin wieder nach Preußen zurück. Am 1. Dezember 1640 verstarb er in Königsberg.

Das Erbe trat sein Sohn Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg (1640–1688) an. Das brandenburgische Söldnerheer bestand zu diesem Zeitpunkt aus 6700 Mann,[227] wobei Friedrich-Wilhelm nicht den Oberbefehl ausübte, da die Truppen in erster Linie auf den Kaiser und erst in zweiter Linie auf den Kurfürsten vereidigt worden waren. Deswegen entließ der Kurfürst seine angeworbene Armee bis auf einen Stamm von 300 Reitern und 2000 Garnisonssoldaten.

Das erste Ziel der kurfürstlichen Politik war es, das Land zu befrieden. Dies versuchte Friedrich Wilhelm durch einen Ausgleich mit Schweden zu erreichen, der ab dem 24. Juli 1641 für zwei Jahre galt. In der Folgezeit standen die Skandinavier zwar noch immer in der Mark, aber offiziell nicht mehr als Feind. Der Waffenstillstandsvertrag sah vor, dass die kurfürstliche Regierung monatlich 10.000 Taler an die ausländischen Truppen zu zahlen hatte. Der mit dem schwedischen Reichskanzler Axel Oxenstierna ausgehandelte Vertrag vom 28. Mai 1643 gab das Land formell der kurfürstlichen Verwaltung zurück. Dennoch blieben die Kontributionen von 120.000 Taler bestehen. Bis zum Westfälischen Frieden 1648 blieb Brandenburg von den Schweden besetzt.

 
Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg (1640–1688)

Die vielen Truppendurchzüge lösten Hungersnöte und Epidemien aus. Infolge schrumpfte die Bevölkerungszahl der Mark Brandenburg dramatisch zusammen. Die Zahl der bewohnten Dörfer und Vorwerke halbierte sich von etwa 8.000 auf 4.000. Die im Frühjahr nicht bestellten Felder brachten keine Ernten ein. Dies betraf auch die kurfürstlichen Domänen. Vor dem Krieg betrugen die Domäneneinkünfte 260.000 Taler, im Jahr 1640 nur noch 35.000 Taler.[228]

Städtische Bevölkerungsrückgänge durch den Dreißigjährigen Krieg[228]
Stadt vorherige Einwohnerzahl nachherige Einwohnerzahl
Alt- und Neustadt Brandenburg (anno 1619) 12.000 (anno 1643) 2.500
Beelitz 1.000 50
Berlin-Cölln (anno 1619) 12.000 (anno 1640) < 6.000
Osterburg 2.500 125
Potsdam 1.400 600
Prenzlau 9.000 600
Strausberg 2.000 150

Der Wiederaufbau der Mark zog sich bis weit ins 18. Jahrhundert hinein. Diese Zeit ist gekennzeichnet von einer starken ökonomischen Machtstellung der Gutsherren bei gleichzeitiger Abnahme der Grundrechte der Bauernschaft. Das Bürgertum und die Städte blieben in der Zeit der ausgreifenden absolutistischen Machtpolitik des Landesherren in der Defensive und verloren an Einfluss. Die Einführung der Akzise beendete die Abhängigkeit des Kurfürsten von der Steuerbewilligung der Landstände, so dass diese zwar weiter existierten aber nach 1653 nicht mehr zusammentraten.

Die außenpolitische Stellung des Kurfürsten verbesserte sich durch den Vertrag von Wehlau von 1657 während des Zweiten Nordischen Krieges, in dem der gleichzeitige Herzog von Preußen die Souveränität über das Herzogtum Preußen vom polnischen König erhielt. Brandenburg wurde erneut mit dem Schwedeneinfall 1674/1675 von schwedischen Truppen besetzt, jedoch kurz darauf von einer brandenburgischen Streitmacht vertrieben. Ab 1685 wurde das Land für hugenottische Einwanderer geöffnet.

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts versuchte der Kurfürst die Landeswohlfahrt zu heben und die Kriegszerstörungen aus dem Dreißigjährigen Krieg zu überwinden. Nach der zeitgemäßen wirtschaftspolitischen Lehre des Merkantilismus galt es, die Bevölkerung zu vermehren, das Steueraufkommen zu verbessern und ein Manufakturwesen aufzubauen und dieses durch Schutzzölle und Ausfuhrverbote vor fremder Konkurrenz zu schützen. Brandenburg besaß keine unternehmerische Bürgerschicht, so dass der Staat die entsprechenden Wirtschaftsaktivitäten zur Entwicklung des Landes mittels Leuchtturmprojekten anschob. Ein solches Projekt war der Aufbau einer Kurbrandenburgischen Marine und die Teilnahme an dem Atlantischen Dreieckshandel, wozu Kolonien in Westafrika (Arguin, Groß Friedrichsburg) und der Karibik (St. Thomas) errichtet wurden. Die 1682 gegründete Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie entsandte im selben Jahr eine Expedition an die westafrikanische Goldküste. Der Kommandeur, Major Otto Friedrich von der Groeben wurde beauftragt dort Handelsstützpunkte zu errichten. Die Kolonie Groß Friedrichsburg gehörte ab 1683 zu Brandenburg. Sie umfasste mehrere, durch Befestigungen geschützten Niederlassungen, an einem rund 30 Kilometer langen Küstenstreifen im heutigen Ghana. Als Hauptstützpunkt diente das Fort Groß Friedrichsburg. Von dort aus beteiligte sich Brandenburg am Dreieckshandel: Sklaven in die Karibik, Kolonialwaren nach Europa, spanischer Wein in andere europäische Länder bzw. Billigwaren nach Afrika. Obwohl die Rendite mitunter 300 bis 400 Prozent betrug, überstiegen die Aufwendungen die Erträge. Deshalb wurde Groß Friedrichsburg anno 1717 an die Vereinigten Niederlande verkauft. Viele der Initiativen versandeten, da die geringe gesellschaftliche Entwicklung keine Abnahme von höheren Gütern ermöglichte, da schlichtweg hierfür die Mittel nicht vorhanden waren. So produzierten die geschaffenen Manufakturen für einen sehr kleinen Markt und blieben auf ihren Waren sitzen, wodurch nach wenigen Jahren viele Unternehmungen wieder vom Markt verschwanden. Besser entwickelte sich die Situation der landeseigenen Domänengüter des Kurfürsten, der der größte Grundbesitzer in der Mark war. Ökonomische Verbesserungen der Landwirtschaft ermöglichten höhere Domäneneinkünfte, die einen erheblichen Anteil am Landeshaushalthatten.

Die Mark Brandenburg als Kernprovinz der Monarchie Preußen (1701–1815)Bearbeiten

 
Zeughaus Berlin 1785, bedeutendster Barockbau der Stadt, erbaut von 1695–1706

Repräsentanz und Status wahren im Zeitalter des Absolutismus die Leitmaximen der Feudalherrscher. Zeitgemäß konkurrierten diverse deutsche Mittelstaaten, zu denen auch Brandenburg gehörte nach 1648 um den Aufstieg in die Reihe der Großmächte. Dafür war der Status als Souverän die Grundvoraussetzung. Durch geschickte Heiratspolitik hatten die Hohenzollern seit 1600 weitere diverse Ländereien erworben, von der das Herzogtum Preußen das aussichtsreichste Territorium für den Zweck der Standeserhöhung wurde. Es bedurfte einer Jahrelangen Diplomatie um dieses Ziel zu verwirklichen. Günstige außenpolitischer Moment ermöglichte schließlich am 18. Januar 1701 mit der Zustimmung des Kaisers zu diesem Projekt die Königskrönung Friedrichs III. von Brandenburg zum König Friedrich I. in Preußen. Damit wandelten sich die Bezeichnungen für Staat, Verwaltung, Armee, Münze usw. von „Kurmärkisch“ oder „Kurbrandenburgisch“ in „Königlich-Preußisch“ und die Mark wurde zur Zentralprovinz des sich herausbildenden Monarchie Preußen. Die Geschichte der Mark Brandenburg fällt fortan mit der Preußens zusammen, wobei die preußischen Könige den Titel „Markgraf von Brandenburg“, auf dem ihre Kurwürde beruhte, weiterhin führten.

In Fergitz bei Gerswalde in der Uckermark wurde am 17. Februar 1701 die 15-jährige Magd Dorothee Elisabeth Tretschlaff als Hexe hingerichtet. Sie ist das letzte der Todesopfer der Hexenverfolgung in Brandenburg. Die Umstände dieses Hexenprozesses waren Gegenstand eines Untersuchungsberichtes des Hof- und Landrichters der Uckermark Thomas Böttcher, beauftragt von König Friedrich I. Seit dem 13. Dezember 1714 bedurften Todesurteile oder Urteile auf peinliche Befragungen der landesherrlichen Zustimmung. In diesem Mandat wurde weiterhin angeordnet, alle noch im Land vorhandenen Brandpfähle abzuräumen. Dies kam einem Verbot der Hexenprozesse gleich. Die weitest gehende Abschaffung der Folter erfolgte durch königlichen Befehl im Dezember 1740, womit zum Zeitpunkt Preußen international führend war.

Jagdschloss Stern, klare übersichtliche und saubere Fassadengestaltung nach holländischem Vorbild


Mit der Regierungszeit von Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg (1688-1713) setzte eine spürbare kulturelle Blüte in Brandenburg ein. Der erste preußische König entfaltete eine standesgemäße Hofhaltung mit dem Versuch eine beachtete internationale Geltung zu erreichen, wie beim Dreikönigstreffen 1709, wodurch die Haushaltsmittel überbeansprucht wurden. In Berlin entfaltete sich angefacht durch die Nachfrage des Berliner Hofs eine künstlerische Schicht, die viele Auswärtige Künstler, Musiker, Baumeister anzog. Die Hauptresidenz Berlin erfuhr in dieser Zeit ein planmäßiges Ausbauprogramm, das dem der Dresdner Residenzlandschaft in nichts nachstand. Überschwängliche Formengestaltung ganz im Sinne des Barocks prägte die Architektur, Kunst und Kultur dieser Zeit. Die Schattenseite dieser Kulturpolitik waren eine Zunahme der Korruption und eine Verschwendungssucht währen der Herrschaftszeit der drei schlimmen Wehs. In der Zeit erreichte die kleine Eiszeit mit dem Jahrtausendwinter von 1708/1709 ihren Höhepunkt. Auch führte die Große Pest von 1708 bis 1714 zu hohen Opferzahlen.

 
Friedrich II. inspiziert auf einer seiner Inspektionsreisen den Kartoffelanbau („Der König überall“, Gemälde von Robert Warthmüller).
 
Adolph von Menzel: Tafelrunde König Friedrichs des Großen im Marmorsaal des Schlosses Sanssouci.

Nach dem Regierungsantritt des nächsten Königs Friedrich Wilhelms I. 1713 wandelte sich das Bild ins Gegenteil. Alles Militärische wurde zulasten des Zivilen bevorzugt, die Armee wurde zur Schule der Nation und ein rigider Sparkurs wurde durchgesetzt, wodurch die kulturelle Blüte abrupt unterbrochen wurde. Die Hofhaltung wurde eingeschränkt. Statt opulenter Hoffeste im barocken Berliner Stadtschloss wurde das mit Militärs besetzte Tabakskollegium des eher kargen Jagdschlosses in Königs Wusterhausen Symbol für das neue funktionale und zweckgerichtete Denken dieser Zeit in Brandenburg und Preußen. Es herrschte ein rauer und maskuliner Umgangston am Königshof. Das noch junge Wissenschaftssystem in Brandenburg erfuhr eine geringe königliche Wertschätzung. Der entsprechende brandenburgische Repräsentant am Hof Jacob Paul von Gundling hatte dort eine unrühmliche Rolle inne. Königliche „Streiche“ galten vorwiegend ihm. So legten Beauftragte des Königs zwei junge Bären in sein Bett, die ihn verletzten. Im preußischen Verwaltungssystem wurden durch Verwaltungsreformen und Behördenumbauten bedeutende Fortschritte erzielt, die eine effizientere Mittelverwaltung ermöglichten. Das zu der Zeit errichtete holländische Viertel in Potsdam steht beispielhaft für den eher puritanischen Stil und Ästhetik die sich in Formen und Strukturen der Zeit von 1713-1740 vielerorts in Brandenburg widerspiegelte.

Das Enrollierungsreglement mit umfangreichen Beurlaubungen beendete die wilden Werbeexzesse und wurde zu einer Art frühmoderne Wehrpflicht für Männer. Die Armee wurde stetig vergrößert und in der Mark Brandenburg ein erheblicher Teil der Einheiten stationiert. Der Hallesche Pietismus und die mit dem Prügelstock des Königs vorangetriebene Sozialdisziplinierung bewirkte eine nachhaltige gesellschaftliche Konsolidierung der zur Mitte des 17. Jahrhunderts noch völlig zerrütteten gesellschaftlichen Verhältnisse. Auch der eher bildungsferne märkische Landadel hatte sich dem Willen des Königs unterzuordnen und wurde zusehends als Dienstadel und Offiziersreservoir für die Armee eingesetzt. Es setzte ein fortlaufender wirtschaftlicher und demografischer Wachstumsprozess ein, der von „oben“ dirigiert wurde. Mehr und mehr komplexer werdende gesellschaftliche, staatliche und wirtschaftliche Institutionen bildeten sich, initiiert und getragen von der märkischen Metropole Berlin mit Ausstrahlungseffekten in die peripheren märkischen Randgebiete. Die 1743 fertiggestellte Königliche Hofoper in Berlin war das erste Opernhaus Berlins und zeugte von dem gestiegenen gesellschaftlichen Niveau. Berliner Aufklärung und der aufgeklärte Absolutismus symbolisch verortet im Schloss Sanssouci des „Philosophenkönigs“ Friedrich II. waren das von der gesellschaftlichen Elite vertretende Gedankengut zur Mitte des 18. Jahrhunderts. Zahlreiche Legendenbildungen aus dieser für Berlin-Brandenburg günstigen Zeit erfuhren eine starke Verbreitung und haben sich bis heute im Allgemeinwissen erhalten und werden folkloristisch in Berlin-Brandenburg gepflegt. Solch ein Ereignis war zum Beispiel die Legende um die Auseinandersetzung des Müllers von Sanssouci mit dem König, die das Primat des Rechtsstaats vor persönlicher Willkür beschwor. Auch die berühmten Tafelrunden des Königs in Sanssouci mit bekannten Persönlichkeiten wie Voltaire blieben in den Geschichtserinnerungen der Nachwelt präsent.

Die Armee war 1740 hochgerüstet und eine der größten Europas, der Staatsschatz gefüllt, der neue König tatendurstig und die außenpolitische Lage günstig, um ein königliches Vabanquespiel auf der europäischen Bühne um den Erwerb des Großmachtstatus für den Hohenzollernstaat zu wagen. Den frühen Siegen bis 1744 folgten im Siebenjährige Krieg ab 1756 erhebliche Gefahren für die Fortexistenz des preußischen Staates. Die Mark Brandenburg wurde darin erneut in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt und Berlin mehrfach kurzzeitig von feindlichen Heeren besetzt (Berliner Husarenstreich). Auch wenn hauptsächlich der südliche Nachbar Sachsen getroffen wurde, führten feindliche Heere ihre Züge mehrfach durch die Mark. Die zivilen und militärischen Verluste waren hoch. Nach dem Krieg setzte ein staatlich vorangetriebener Wiederaufbau ein, der vor allem auf den Landesausbau und die Peuplierung abzielte. Auch hier haben Legendenbildungen eingesetzt die tradierte historische Bilder bis heute bewahren. So soll der stetig in der Mark auf Inspektionsreisen befindliche nun „alte Fritz“ persönlich die Einführung des Kartoffelanbaus überprüft haben. Auch die Trockenlegung des Oderbruchs wurde als große Leistung stilisiert, die als Zugewinn einer Provinz mit friedlichen Mitteln bewertet wurde. Inzwischen war der preußische Staat durch die Eroberung Schlesiens und den Teilungen Polens stetig gewachsen und nach innen gefestigt. Der ursprünglich märkische Charakter Preußens und die Bedeutung Brandenburgs für das Staatsgefüge ging weiter zurück. Brandenburg war zu Ende des 18. Jahrhunderts gesellschaftlich verkrustet und wies eine überholte Agrarverfassung auf, die die Dynamik der gesellschaftlichen Entwicklung, vor allem die Freimachung der Produktivkräfte während der Protoindustrialisierung behinderte. Gesamteuropäisch wurde der Dritte Stand durch die französische Revolution mobilisiert und bedrohte auch das preußische Staatsgefüge.

Preußen durchlebte um 1800 eine Hybris auf allen Ebenen. Es hatte stark expandiert und befand sich in Europa außenpolitisch in einer fragilen Situation vor allem gegenüber dem expansiven napoleonischen Empire. Der Staat Preußen verlor 1807 den Vierten Koalitionskrieg gegen Frankreich. Für den preußischen Landeteil „Mark Brandenburg“ ging durch den Frieden von Tilsit an die napoleonischen Königreiche Westphalen und Sachsen die Altmark bzw. die Herrschaft Cottbus verloren. Es setzte mit den folgenden Preußischen Reformen ein umfassender gesamtgesellschaftlicher Modernisierungsprozess in Gesamtpreußen ein, von dem auch Brandenburg umfasst wurde. Während der Befreiungskriege wurde auch Brandenburg erneut Schauplatz von Kämpfen.

Als Preußen nach dem Wiener Kongress im Jahr 1815 in zehn Provinzen aufgeteilt wurde, kam die Altmark nicht an Brandenburg zurück. Die Mark Brandenburg ging de jure in der neugeschaffenen Provinz Brandenburg auf, die nun auch vormals sächsische Gebiete umfasste. Die Provinz wurde in die Regierungsbezirke Potsdam (Prignitz, Uckermark, Mittelmark und die neuen sächsischen Gebiete) und Frankfurt (Niederlausitz und die östlich der Oder gelegenen Gebiete) eingeteilt. Provinzhauptstadt wurde Berlin.

Bevölkerung und GesellschaftsstrukturBearbeiten

Landadel, Rittergutsbesitzer und JunkerBearbeiten

Die Geschichte des märkischen Adels reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Unter den Askaniern hatte sich eine adlige Oberschicht etabliert und Familiennamen wie Arnim, Rochow, Bredow, Gans von Putlitz, Ribbeck, Marwitz und Quitzow tauchten bereits in ersten Urkunden auf. Der brandenburgische Adelsgesellschaft gründete sich ursprünglich auf ritterschaftlichen Grundbesitz. Es gab die Distinktion in Schlossgesessen und nicht-Schlossgesessenen Adel. Angehörige Schlossgesessenen Adels durften sich zumeist ursprünglich auf den Besitz von landesherrlichen Burgen berufen. Seit dem 16. Jahrhundert zeichnete in Brandenburg der Landesherr verdiente Amtsträger mit dem Privileg der Schlossgessenheit für einzelne Rittersitze aus, wodurch am Ende des 17. Jahrhunderts dieser Vorrang nicht mehr galt. Nach 1650 wurden verdiente bürgerliche Amtsträger nobilitiert oder untitulierte Adlige mit einem Freiherren- oder Grafendiplom ausgezeichnet. Diese bildeten den Briefadel.[229] Durch die landesherrliche Standespolitik kam es seit dem 18. Jahrhundert zu einer Adelsinflation. Dadurch nahm die soziale Geschlossenheit der brandenburgischen Adelsgesellschaft ab und die Zahl der landlosen adligen Geschlechter und Familienzweige wuchs stetig. Während der Frühen Neuzeit war die Zahl der Adelssitze in Brandenburg eher rückläufig. Bezogen auf das Gebiet des heutigen Landes Brandenburg lag diese um 1600 bei 1600 Adelssitzen. 1800 waren es noch 1450 Adelssitze. Um 1500 gab es in Brandenburg 300 Adelsgeschlechter. Ein solcher Familienverbund umfasste in der Regel nur wenige Kernfamilien. Die Gesamtzahl der Adeligen stieg kontinuierlich im Rahmen eines allgemeinen demografischen Bevölkerungswachstums. Bedingt durch die zunehmende soziale Differenzierung durch die Einrichtung von komplexen gesellschaftlichen Institutionen, wie staatlichen Verwaltungen, Manufakturen, hochbezahlte künstlerische Hofämter und dergleichen wurden im weiteren Umfeld der Residenz altangesessene Geschlechter durch die zumeist kapitalstarken Angehörigen der neuen Eliten vom Gütermarkt verdrängt, wodurch sich die soziale Situation der brandenburgischen Ritterschaft verschärfte. Insbesondere die Lehen kleinerer Geschlechter dienten anderen Geschlechtern zur Arrondierung ihrer Ländereien. Dynastische lang anhaltende Verbindungen zum Grundbesitz und Gut waren daher in Brandenburg eher die Ausnahme und personelle-dynastische Fluktuationen auf den adeligen Gütern häufiger.[230]

Wie in jedem mittelalterlich-frühneuzeitlichen Feudalwesen Europas bestimmte auch in Brandenburg das Lehnswesen die Gesellschaftsverfassung. Zwischen Landesherr und Adel stellte sich nach konfliktären Prozessen eine funktionierende Mächtebalance ein. Obwohl die Stände, in denen der Adel der stärkste Stand war, häufig bei Landtagen in Fragen zu Geldbewilligungen einen anderen politischen Kurs als die fürstliche Zentralmacht vertrat, funktionierte der Interessenausgleich. Nur der Adel in der Altmark stand in einer latenten Opposition zum König. Allerdings verschoben sich durch den chronischen Geldmangel der Kurfürsten, bedingt durch ein ungeregeltes Steuerwesen, die Lehnsverhältnisse in Richtung Gutswirtschaft und Gutsherrschaft. Die ursprünglich nur geliehenen Ländereien und Rechte gingen seit dem 15. Jahrhundert östlich der Elbe auf die als Junker bezeichneten Rittergutsbesitzer über, die eine feste und im 19. Jahrhundert stark konservativ-reaktionär wirkende Gesellschaftsklasse in Brandenburg bildeten. Der Landesherr duldete die Erweiterung der Rechte der Gutsherren und erkannte sie schließlich als erblich an. Sowohl adelige Gutsbesitzer beziehungsweise der Landadel als auch die Hohenzollernfürsten bildeten seitdem den personellen Kern des preußischen Staates. Nach 1653 verlor der Adel durch die fehlende Einberufung der Landstände durch den Kurfürsten an politischer Macht in der Landespolitik.

Als Kompensation für das weggefallene Mitspracherecht des Adels in Landesangelegenheiten und um zu verhindern, das nach dem Dreißigjährigen Krieg eine Bauernflucht einsetzte, wurde die Schollenbindung von kurfürstlicher Seite gebilligt, auch um den Adel für die Bewilligung dauerhafter Steuern zu gewinnen.[231]

Damit verbunden war aber auch die Statusänderung der freien Bauern in leibeigene Gutsabhängige. Die Zahl der freien Bauern wurde strukturell bedingt immer kleiner und Gesindezwang, Schollenpflicht und Erbuntertänigkeit wurden bis zur Bauernbefreiung in Preußen 1807 typische Beziehungsmerkmale zwischen Dritten Stand, den Bauern und dem brandenburgischen Landadel.

Der märkische Adel bildete eine heterogene soziale Schicht. Der brandenburgische Adel betrieb auf seinen Gütern häufig Landwirtschaft, war aber auch stark im preußischen Militär involviert. Größere Güter mit einem Wert von über 100.000 Reichstaler befanden sich lediglich in der Uckermark m Besitz der Familie von Arnim. Ansonsten verfügte der märkische Adel über mehrheitlich kleinere und mittlere Güter im Wert von 20.000 bis 50.000 Reichstalern. Der ärmere Adel suchte tendenziell die Nähe des Hofs und des Fürsten, während für reichere Familien der Staats- oder Militärdienst eher unattraktiv war. Bereits ab den 1660er Jahren begannen die Konturen zwischen Hofadel und Landadel stärker zu werden. Lediglich Zehn Prozent des brandenburgischen Landadels diente im brandenburgischen Staat oder der Armee. Reformierte Nichtbrandenburger waren dort in der Mehrzahl im Dienst.[232]

GeistlichkeitBearbeiten

Die Geistlichkeit, der erste Stand hat weder vor noch nach der Reformation eine eigenständige Rolle gespielt und stellte sich unter den Schutz des Landesherren, deren Besitztümer säkularisiert wurden und dessen Institutionen in eine Landeskirche umgewandelt wurden.

Bauern, Einlieger und AgrarverfassungBearbeiten

Die Mark Brandenburg im 18. Jahrhundert war ein Land der Güter- und zugleich der Untertanenhöfe. Von den 43.000 Haushalten der Kurmark waren 1725 noch 16750 Voll- oder Halbbauern (einschließlich der Fischer). Die Freie Bauernschaft hatte damit einen Anteil von 40 Prozent an der ländlichen Bevölkerung. 1788 stieg die Zahl der Haushalte der Freien Bauern numerisch leicht an auf 18.450 Haushalte bei einer Gesamthaushaltszahl von 74.350 Haushalten, womit ihr Anteil an der Landbevölkerung auf 25 Prozent fiel zugunsten der unterbäuerlichen Schichten. Daneben lebten auf dem Land unter anderen Gutsherren, Pächter, Verwalter, Förster, Pfarrer, Müller, Handwerker, Hirten.[233]

1618 war das Flächenverhältnis zwischen dem Land der Gutswirtschaften und dem Untertanenland, also dem Land der freien Bauern vier zu fünf. Bis 1806 glich es sich auf eins zu eins an, die freien Bauern verloren also langsam am Flächenanteil zugunsten der Gutswirtschaft. Allerdings enthält die Statistik auch den Waldgrund. Der Anteil an den dörflichen Acker- und Weidenflächen betrug im 18. Jahrhundert nur 40 Prozent gegenüber mehr als die Hälfte der bewirtschafteten Fläche der Freien und Halbbauern. Auch Pfarrer und Kossäten bewirtschafteten kleinere Flächenanteile. Demnach waren die Freien und Halbbauern eine eigene ökonomische Potenz. Die Bauern und Kossäten mussten die in zwei von drei Dörfern vorhandenen Gutshöfe mitbewirtschaften. Dazu wurden örtliche Dienstregister geführt, welche die Leistungen je Bauern definierte. Der Fronanteil betrug meist zwei Tage in der Woche, konnte aber auch höher sein. In der Regel mussten zwei Personen je Bauer fronen. Dafür stellten die Bauern soweit es Ihnen wirtschaftlich möglich war Knechte zur Frondienstleistung auf dem Gutshof ab.[233]

Auch der Kurfürst besaß umfangreiche Domänengüter in Brandenburg. Der Anteil am kurfürstlichen Grundbesitz in der Mark Brandenburg betrug 40 Prozent im 17. Jahrhundert. Hierfür errichteten die Kurfürsten zur Verwaltung eigene landesherrliche Domänenämter (zum Beispiel das Amt Bernstein), 60 Ämter in der Kurmark und 30 Ämter in der Neumark.

Städtisches Bürgertum und Zünfte, ManufakturarbeiterBearbeiten

 
Brandenburg an der Havel im Jahr 1791. Das von 1411 stammende Neustädtische Mühlentor wird hier mit seiner barocken Tordurchfahrt von Osten gezeigt.
kolorierte Radierung von Johann Friedrich Nagel

Das städtische Bürgertum war vergleichsweise arm und schwach ausgeprägt, ein politisch bedeutsames Städtewesen hat es zwar im Spätmittelalter gegeben, die Entwicklung des brandenburgischen Städtewesens stagnierte aber in der Folgezeit und fiel im nationalen Vergleich mit Ausnahme der einzigen brandenburgischen Metropole Berlin zurück.[234]

Die Mehrheit des mittelständischen Bürgertums bildeten die Handwerker, die sich nach dem Vorbild der altdeutschen Städten auch in der Mark zur Wahrung ihrer gewerblichen Interessen in Zünften, auch als Gilden, Gewerken oder Innungen bezeichnet, zusammenschlossen. Sie erhielten seit dem 13. Jahrhundert ihre Satzungen und Rechte vom Landesherren oder den städtischen Obrigkeiten. Am häufigsten organisierten sich im Spätmittelalter die Gewerbe der Böttcher, Stell- und Radmacher, Loh- und Weißgerber, Sattler, Gürtler, die Schmiede und Riemenschneider als zunftmäßig genossenschaftlich. Die Wollenweber, Laken- und Tuchmacher bildeten in den meisten brandenburgischen Städten die mitgliederstärksten Zünfte.[235]

Das städtische Bürgertum bestand aus den Personen mit Bürgerrechten im engeren Sinne und allgemein Personen mit gewerblicher Tätigkeit, gemeinhein Handwerker. Vertreter des Bürgertums waren über die immeditären Städte Teil der Ständevertretung und nahmen so Einfluss auf die landespolitischen Angelegenheiten. Allmählich wurde ihr Einfluss zugunsten des Landesherren zurückgedrängt. Das brandenburgische Bürgertum galt insgesamt als nicht sehr weitsichtig und wenig unternehmungsfreudig. Im 17. und 18. Jahrhundert stagnierten die meisten Städte und somit auch das städtische Bürgertum.[236]

Erst seit 1731 wurden die Rechte der Handwerkerzünfte eingeschränkt, während die Manufakturarbeiter vielerorts eine nicht anerkannte Minderheit waren.[237]

Anzahl der Manufakturarbeiter der größten Gewerbebranchen der Kurmark 1800 (ohne Handwerksbetriebe):[238]

  • Textilmanufakturen: 11.084
  • Seidenmanufakturen: 5693
  • Leinenmanufakturen: 5443
  • Baumwollmanufakturen: 2697
  • Tabaksmanufakturen: 1156
  • Kattundruckereien: 1050
  • Gold- und Silberziehereien: 1013
  • Ledermanufakturen: 935
  • Summe der Arbeiter aller Manufakturen aller Branchen: 31.940 Arbeiter

Militärangehörige und GarnisonenBearbeiten

Seit etwa 1650 verfüge der Gesamthohenzollernstaat über eine stehende Armee, die stetig anwuchs. Kasernen wurden erst ab dem 18. Jahrhundert errichtet, so dass die Mehrheit der Soldaten aber auch ihrer Familien bei Bürgern in Städten und auf dem Land einquartiert wurden. Einige Städte wurden damit zu Garnisonsstädten und erhielten ein militärisches Gepräge zum Beispiel mit täglichen Exerzierübungen der Armeeeinheiten auf den zentralen Plätzen. Als bedeutende Abnehmerschicht für Waren aller Art wurde die Armee und ihre Angehörigen zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor der Städte und des Landes.

Bildung und SozialesBearbeiten

 
Unterrichtsraum des Schulmuseums Reckahn, Schule seit 1773

Die Kirche war traditionell zuständig für den Sozial- und Bildungsbereich. Mit Ausdehnung und Schaffung eines öffentlichen Raums unter Führung eines Zentralstaats übernahm nach und nach der Staat diese Aufgabenbereiche.

Im Mittelalter und der Frühen Neuzeit konnten auch in Brandenburg die wenigsten Menschen Lesen, Schreiben oder Rechnen. Dies bildete ein strukturelles Entwicklungshindernis, da höhere gesellschaftliche Institutionen nicht mit den klassischen mündlich überlieferten Wissenstransferstrategien, vergleichbar mit denen der mittelalterlichen Baumeister funktionierten. Seit dem Spätmittelalter hatte die Schriftlichkeit zugenommen und es entstand eine staatliche Bürokratie, für die es fähiges und geschultes Personal bedurfte. Da es daran in Brandenburg mangelte, kamen viele Experten von außerhalb. Eine folgenreiche Veränderung für den Landesausbau betraf die Gründung der brandenburgischen Landesuniversität in Frankfurt/O. 1506, wodurch im Land qualifizierte Juristen, Mediziner, Lehrer und Pfarrer geschaffen wurden. Dadurch wurden überhaupt Strukturen initiiert, die eine kontinuierliche Ausbildungs- und Forschungstätigkeit erst ermöglichten. Dazu gehörte die Ansiedlung von Druckereien, einen funktionierenden Buchhandel, der Aufbau einer Bibliothek. In der Frühzeit des Buchdrucks schneidet die Mark Brandenburg im Vergleich zu anderen deutschen Territorien schlecht ab. Erst die Gründung der Viadrina, wo seit 1507 nachweislich gedruckt wurde, förderte den Buchdruck. Eine Blüte erlangte der sich nur zögerlich ausbreitende Buchdruck zur Mitte des 16. Jahrhunderts mit dem aus Nürnberg stammenden Drucker Johannes (Heins) Eichhorn (1524-1584). Ihm erteilte Kurfürst Joachim II. das Privileg für die Mark und beauftragte ihn mit dem Druck aller amtlichen und sonstigen Schriften. 1540 wurde der Wittenberger Drucker Hans Weiß nach Berlin berufen und erhielt das Privileg zum Druck. Dieser druckte die neue Kirchenordnung, amtliche Texte sowie literarische Erzeugnisse aus Berlin dieser Zeit. Er war gleichzeitig der erste Druckverleger Berlins. Nach seinem Tod wurde erst 1574 mit dem aus Basel stammenden Leonhard Thurneysser wieder in Berlin gedruckt. Nach ihm folgten in Berlin eine ganze Reihe von Druckern und Verlegern.[239]

Im Zeitalter des Absolutismus gehörte die Förderung des geistigen Lebens zu den Aufgaben der Landesherrscher. Kurfürst Friedrich Wilhelm I. hatte erkannt, das die Förderung der Wissenschaft eine Voraussetzung für die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung Brandenburgs war. Er entschied sich daher seine private fürstliche Bibliothek einem begrenzten Lesepublikum, vor allem Hof- und Gelehrtenkreise zu öffnen. Seit 1661 gab es die „Churfürstliche Bibliothek“, die spätere Staatsbibliothek zu Berlin und Johann Raue ihr erster Bibliothekar. Die kurfürstliche ab 1701 königliche Büchersammlung war im Apothekenflügel des Berliner Stadtschlosses untergebracht. Zu dem Zeitpunkt gab es einen Bücherbestand zwischen 5000-10.000 Exemplaren. Der Bestand wuchs bis 1688 auf 20.000 Drucke und 1600 Handschriften, die im europäischen vergleich eher Bescheiden waren.[240] Der König wollte die Literatur der Königlichen Bibliothek, die zuvor nur dem Adel, Ministern, Wissenschaftlern und höheren Staatsbeamten vorbehalten war, dem Bürgertum zugänglich machen. Im Jahr 1784 konnten die 150.000 Bände der nun „Königlichen“ Bibliothek zu Berlin in den Neubau gegenüber der Staatsoper Unter den Linden verlagert werden. Die Königliche Bibliothek sammelte die wichtigsten Werke der Aufklärung.

Es gab in den 1770er Jahren in Berlin noch vier Fachbibliotheken:

Daneben gab es noch 61 größere Privatbibliotheken in Berlin.

Der Buchhandel fand in Berlin erst verhältnismäßig spät Einzug, als dieses Gewerbe schon in süd- und westdeutschen Städten wie Augsburg, Frankfurt am Main, Nürnberg oder Mainz eine Blüte erlebt hatte. 1750 gab es in Berlin 11 Buchdruckereien und 13 Buchhandlungen, darunter die schon seit 1614 bestehende Berliner Verlag Haude und Spener. Diese hatten den Bedarf des sich schnell entwickelnden Berliner Lesepublikums zu decken.

Bildungspolitisch wichtige Zäsuren stellten die Gründungen mehrerer höherer Schulen in der Mark Brandenburg dar, die als Vorbereitungsanstalten für die Landesuniversität in Frankfurt/O. dienen sollten. 1574 stiftete Kurfürst Johann Georg das städtische Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin, 1591 wurde mit der Saldria die erste höhere Bildungseinrichtung in der Altstadt Brandenburg/H. eingerichtet, 1607 wurde durch Kurfürst Joachim Friedrich das Joachimsthalsche Gymnasium eröffnet. Damit waren Grundsteine für die Hebung des frühneuzeitlichen Bildungsniveaus in Brandenburg gesetzt worden.[241] 1681 wurde das Friedrichswerdersche Gymnasium in Berlin gegründet. Die Einwanderung der Hugenotten nach Berlin führte 1689 zur Gründung des Französischen Gymnasiums Berlin.

1701 wurde zeitgemäß wie auch andernorts die Königlich Preußische Akademie der Wissenschaften zu Berlin gegründet. 1704 wurde die Ritterakademie in Brandenburg an der Havel als Lehreinrichtung für den brandenburgischen Adel gegründet. 1705 folgte die Ritterakademie Berlin. 1696 wurde nach dem Vorbild der französischen und italienischen Lehranstalten für Malerei, Bildhauerei und Baukunst zur die Akademie der Künste und mechanischen Wissenschaften gegründet, eine Vorgängerinstitution der heutigen Universität der Künste Berlin.

Durch die Große Pest von 1708 bis 1714 initiiert, wurden in Preußen Pesthäuser errichtet, aus der sich die Charité in Berlin herausbildete. Am 28. Oktober 1717 folgt mit dem Erlass eines Edikts durch König Friedrich Wilhelm I. die Einführung der Allgemeinen Schulpflicht für jedes Kind von fünf bis zwölf Jahren in den preußischen Landen und damit auch in Brandenburg. Der Widerstand gegen die Schulreform wurde von den Eltern, Gutsherren, Kirche bis zum Generaldirektorium getragen. Das vorhanden sein von Baumaterial für die Schulhäuser stellten Mittel aus dem Staatshaushalt sicher. Königliche Prüfer bewerteten die Umsetzung der Anordnungen vor Ort, begleitet von immer neuen königlichen Erlassen die letztlich zu einem ansteigen der Zahl der Klippschulen auf dem Land führte und ein rudimentäres und primitives Bildungswesen mit einem gewissen Flächendeckungsgrad absicherte. 1724 gründete der König in Potsdam das Große Militärwaisenhaus als Versorgungseinrichtung für Waisen. Eine weitere staatliche Versorgungseinrichtung wurde das Invalidenhaus, für ausgediente Veteranen der Preußischen Armee.

Der Kurfürst Friedrich Wilhelm hatte mit dem Edikt von Potsdam eine im religiösen Sinne wirkende Toleranzethik im brandenburgischen Staat initiiert, die für das 18. Jahrhundert maßgeblich wurde. Die im 18. Jahrhundert voll ausgeprägte Geistesströmung der Aufklärung wirkte vor allem mit der Berliner Aufklärung von Berlin aus ins Brandenburger Umland und darüber hinaus. Der von der preußischen Stadt Halle ausgehende Hallesche Pietismus wirkte sich ebenso geistig auf das gesellschaftliche Leben und die Normenbildung in Brandenburg aus. Anders als auf dem restlichen platten Land hatte sich im Berlin und dessen Umland der 1750er Jahre ein höheres geistiges Leben entwickelt und es entstand bereits ein großstädtisches Flair, das begann sich mit den größten Städten Europas zu vergleichen. So gab es Literarische Salons und der von Potsdam und speziell durch die Tafelrunden Friedrichs II. vom Schloss Sanssouci aus initiierte Geist des aufgeklärten Absolutismus wirkte nachhaltig auf die Zeitgenossen ein und haben auch für die späteren Bewohner Brandenburgs eine identitätsstiftende Wirkung entfalten.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich in Berlin durch das ökonomische Erstarken des Bürgertums und seiner Emanzipation in der Zeit der Aufklärung eine nicht-höfische Öffentlichkeit. Gelehrte hielten öffentliche und private Vorlesungen in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen und sorgten so für die Verbreitung neuester Ideen und Erkenntnisse im Bildungsbürgertum.[242]

Kulturgeschichte, Personennetzwerke und WissenstransferBearbeiten

 
Dom zu Brandenburg an der Havel: Spätgotischer Flügelaltar (Böhmischer Altar), um 1375, ehemaliger Hauptaltar, im Schrein die Marienkrönung, auf den Predellenflügeln Szenen aus dem Leben und Martyrium von Petrus und Paulus.
 
Seltenes Zeugnis der Renaissancebaukunst der Mark Brandenburg: Fragmentarisch erhalten gebliebenes Schloss Freyenstein im Stil der norddeutsche Renaissance in der nördlichen Prignitz, erbaut von Dominicus Parr für Curdt von Rohr

Bis in das 15. Jahrhundert hinein hatten die Klöster den größten Anteil an der künstlerischen Entwicklung in der Mark Brandenburg. Den Ausstattungsstücken der Kirchen gemeinsam ist ein niedersächsischer Einfluss. Dies gilt für die Werke der Goldschmiedekunst und für Einzelwerke wie diverse Vasa Sacra, Evangelistar(e), oder Fastentücher, deren Schaffung über das künstlerische Zentrum in Magdeburg angestoßen wurden. Kunstwerke des klerikalen angestoßenen mittelalterlichen Kunstlebens in der Mark Brandenburg umfassten darüber hinaus Bildwerke der Holz- und Steinskulptur, Wand- Tafel- und Glasmalerei, Tauffünten. Während der Herrschaft der Luxemburger wurde die Prager Kunst normenprägend.[243]

Bekannte Werke dieser Zeit sind:

  • der Havelberger Lettner,
  • die Wilsnacker Glasfenster,
  • das monumentale Bernauer Flügelretabel.

Als regionale Zentren der Kunstproduktion erweisen sich auch die kleinen handwerklich geprägten Städte wie Gardelegen, Stendal, Salzwedel, Seehausen, Wittstock, aber auch der Wallfahrtsort Werben, Berlin-Cölln und Tangermünde. Weitere Kunstproduktionsorte waren die Bischofsstädte Havelberg und Brandenburg. Insgesamt stand das mittelalterliche Brandenburg unter einer Vielfalt von Einflüssen aus benachbarten Regionen (Hamburg, Lübeck, Stettin, Schlesien, Leipzig, Magdeburg und Braunschweig), die an den Grenzen zu einer deutlichen Vermischung von Stilformen führte.

Im Spätmittelalter kristallisierten sich neben der landesherrlichen Residenz der Hohenzollern Berlin zahlreiche weitere Kulturzentren heraus, die bischöflich oder städtisch sein konnten. In der während der Reformationszeit lutherisch gewordenen Mark folgten keine Bilderstürme, so dass viele der mittelalterlichen Kunstgüter erhalten blieben.

Während seit der Renaissance beim südlichen Nachbarn Sachsen eine landesweite Hochkultur aufblühte, vollzog sich gleiches nicht in der Mark. Im 16. Jahrhundert befand sich Brandenburg noch auf der Anfangsstufe künstlerischer und schriftstellerischer Tätigkeit. Während der Renaissance kamen die Baumeister aus dem Kurfürstentum Sachsen zum Beispiel Caspar Theiss oder Hans Schenck. Vorbilder für die Bauvorhaben der brandenburgischen Landesherren waren die Bautätigkeiten der sächsischen Herzöge und Kurfürsten. Der sächsische Landesbaumeister Konrad Krebs entwarf das Berliner Schloss, das in seiner Fassadengestaltung zur Elbfront dem Torgauer Schloss Hartenfels sehr ähnelte. Nur wenige Bauten der Renaissance auf dem Gebiet der Mark haben bis heute überdauert, da die Meisten von ihnen in nachfolgenden Bauepochen überformt wurden.[244] Für den Berliner Dom lieferte der in Wittenberg ansässige Maler Lucas Cranach der Ältere bedeutende Werke, da es in Brandenburg keine Maler diesen Ranges gab, die eine Tradition hätten begründen können.[245] Zwischen 1571-1598 entstanden sieben größere Werke zur Landes- und Regentengeschichte, die das gestiegene historische Interesse an dem Land dokumentierten. Die zumeist von Theologen verfassten Werke wie von Christoph Entzelt, Andreas Angelus, des Rektors Peter Hafftiz, Paul Creusing und des Juristen Zacharias Garcaeus blieben einfache chronikalische Darstellungen.[246]

Da die Möglichkeiten für die Landesherren ein angemessenen Zeremoniell zu entwickeln begrenzt waren, waren diese dazu bis Ende des 17. Jahrhunderts auf den Kulturtransfer aus Westeuropa angewiesen. Jahrhundertelang kamen in wechselnder Intensität, doch kontinuierlich, westeuropäisches Kulturgut nach Brandenburg. Bei diesem Transferprozess ist Brandenburg als Empfängerland zu charakterisieren. Die Anstöße kamen im 17. Jahrhundert vor allem aus Holland, dann Frankreich später England. Diese Länder dienten in diversen Epochen wie Barock, Rokoko oder Frühklassizismus Brandenburg als nachzuahmende Vorbild- und Modellregionen.[247]

Die Kunstpflege der Hohenzollern unterlag im 17. und 18. Jahrhundert schroffen Wechseln. Im Vergleich zu Sachsen fällt die kulturelle Schaffenskraft auf dem Gebiet der Malerei und Druckgrafik in Brandenburg kleiner aus. Die brandenburgische Universitäts- und Messestadt Frankfurt an der Oder stand weit hinter ihrem sächsischen Pendant Leipzig zurück. In Frankfurt gab es keinen Maler der das Mittelmaß erreichte. Die kulturelle Bilanz der Ausstrahlung der brandenburgischen Städte in ihr Umland war bescheiden. In Schwedt an der Oder pflegte die Nebenlinie der Markgrafen von Brandenburg-Schwedt eine eigene Hofmalerei, jedoch ohne eigenes Gepräge. In Friedrichsfelde trug der dort lebende Markgraf Karl von Brandenburg-Schwedt eine Gemäldegalerie zusammen. Rheinsberg wurde durch den Prinzen Heinrich ein Kulturzentrum. Im Gegensatz zu Dresden besaß der Höhere Adel in Berlin und Potsdam keine eigenen Schlösser Gemäldesammlungen. Die einzige Ausnahme bildete der Graf von Schulenburg.[248] Auf dem Gebiet der Skulptur sind dank der Schlüterschule die Leistungen in Brandenburg den sächsischen eher gleichwertig.

ReligionBearbeiten

Bei der Erschließung des Landes waren auch geistliche Orden beteiligt. Insbesondere ist die Zusammenarbeit des Markgrafen mit dem Templerorden (nach 1312: Johanniterorden), mit dem Prämonstratenser- und dem in der Siedlungsarbeit besonders robusten Zisterzienserorden zu nennen. Die erfolgreiche Besiedelung des Gebietes östlich der Elbe und die Errichtung der Mark durch die Markgrafen wurde auch durch die Christianisierung der slawischen Bevölkerung durch die Klöster ermöglicht. 1180 stiftete Otto I. das Kloster Lehnin, das älteste Zisterzienserkloster der Mark, das seit 1184 auch Grabstätte der askanischen Markgrafen wurde. Das Kloster in Lehnin betreute als Mutterkloster weitere 20 Klöster des Ordnes in der Mark und soll in seinr Blütezeit 60 Dörfer und Flecken, nicht zusammenhängend sondern zerstreut liegend, besessen haben. Der schon von Albrecht ins Land geholte Prämonstratenserorden hatte sich in den wieder- und neueroberten Gebieten inzwischen vom Partner zum Konkurrenten entwickelt, so dass schon Albrecht sich bemühte, dessen Einfluss einzuschränken. Deswegen traten initiiert durch Otto I. die Zisterzienser die Nachfolge der Prämonstratenser an und prägten das Land fortan stark.

Die Eigenwirtschaft spielte ab dem Spätmittelalter kaum eine Rolle für die Klöster, da sie feudale Renten und Abgaben erhalten haben.[249] Die Klöster lagen nicht in der Einöde sondern an im bereits besiedelten Raum an Straßengründungen. Die Verwertung der Einkünfte stand bei der Wirtschaft der ostebischen Zisterzienserkläster im Vordergrund. Folglich war die Bedeutng der Klöster für den Landesausbau geringer als es in der älteren Geschichtsschreibung traditionell postuliert wurde. Für territoriale Schenkungen durch die Markgrafen zur Sicherung von Grenzgebieten wurden nicht die Zisterzienser sondern geistliche Ritterorden in besonderen Maße herangezogen.[250] Die Zisterzienserklöster ware nur in einem geringen Maß Zentren wissenschaftlicher Bildung.

Rund 40 Männer- und Frauenklöster sowie sonstige Stifte entstanden zwischen Elbe und Oder, in der Altmark und dann auch in der Neumark. Die Zentren der kirchlichen Herrschaft in der Mark waren bis zur Reformation die beiden märkischen Domstifte Brandenburg und Havelberg. Alle Klöster mit wenigen Ausnahmen wurden während der Reformation säkularisiert.

WirtschaftBearbeiten

LandwirtschaftBearbeiten

 
Die Mark Brandenburg war im Mittelalter als Agrarproduzent und -exporteur in den hanseatischen Wirtschaftsraum integriert

Mit der dauerhaften Besiedlung märkischer Landschaften durch deutsche Kolonisten kam durch die Gründung deutscher Bauerndörfer und die Anlage von Ackerfluren ein geregelter Feldanbau zustande. Dieser basierte auf einer Hufverfassung und der Dreifelderwirtschaft und war die Grundlage des ländlichen Wirtschaftslebens bis zum Ende der Frühen Neuzeit.[251]

Die wirtschaftliche Situation des Landes hatte sich seit der Gründungs- und ersten Konsolidierungsphase zwischen 1200 und 1250 stark verändert. Das Land war ganz auf die landwirtschaftliche Produktion ausgerichtet. Der Nachteil einer insgesamt minderen Bodengüte, die vornehmlich Roggen- und Gersten- aber nur selten Weizenanbau zuließ, wurde ein wenig dadurch ausgeglichen, dass mitunter auf kleinstem Raum sehr unterschiedliche Bodentypen zu finden sind, so dass in extrem trockenen oder nassen Jahren jeweils nur Teile der Ackerflur betroffen wurden und Totalausfälle der Ernten im Gegensatz zu vielen anderen Territorien des Reiches selten waren.[252] Die in weiten Teilen der Mark vorhandene schlechte Bodenqualität führte zu niedrigen Erträgen. In manchen Gegenden laugte der Boden so schnell aus, das nur in Abständen von sechs, neun oder zwölf Jahren ausgesät wurde. Dazu kamen ganze Landschaften mit Sandböden und Sumpfland, in denen gar nichts angebaut werden konnte. Daneben gab es auch Gebiete wie die Altmark, die gute Anbaubedingungen besaßen.[253]

Nach der Durchsetzung der Dreifelderwirtschaft, die zwischen dem 8. und 13. Jahrhundert für weiteste Bereiche der mitteleuropäischen Landwirtschaft einen entscheidenden, aber kaum steigerbaren Entwicklungsfortschritt brachte, blieben die Möglichkeiten der Produktionssteigerung in der Landwirtschaft bis zur industriellen Aufbruchsepoche beschränkt auf wenige Regionen, die durch Klima, Bodengüte, Agrarverfassung, Verkehrs- und Marktbedingungen in besonderer Weise begünstigt waren. Die Möglichkeiten des Fortschritts ergaben sich ferner fast ausschließlich für den kleinen Kreis geistlicher, adliger und bürgerlicher Grundbesitzer, deren landwirtschaftliche Betriebseinheiten ausreichende Größe, Geschlossenheit und Marktnähe aufwiesen.[254]

Neben dem Eigenbedarf produzierten die Bauern Getreide, vor allem Roggen, aber auch Hafer und Gerste zur Begleichung der Pacht an den Grundherren und zusätzlich zur Versorgung für die großen Städte der Mark. In der Mark gab es im Mittelalter zwar viele, aber nur kleine Rittergüter, die Mengenbezogn nicht alleine die Marktproduktion erwirtschafteten. Die Mark Brandenburg war Teil des großen hansischen Wirtschaftraumes, über den diese ihr Getreide nach Westeuropa exportierte. Als Sonderform der Agrarproduktion galten die Imkerei und der Fischfang. Wein wurde im Mittelalter in einem lokalen Rahmen produziert.

Die brandenburgische Landwirtschaft blieb abhängig von den europaweiten Wechsellagen der Konjunktur sowie entsprechender politischer Ereignisse und staatlicher Maßnahmen. Das ganz auf den Agrarexport ausgerichtete Land erfuhr durch die im späten 13. Jahrhundert einsetzende und durch das gesamte 14. Jahrhundert währende sogenannte spätmittelalterliche Agrarkrise schwere Rückschläge. Der Ausbau von Getreideanbauflächen war angesichts eines immer stärkeren Getreidebedarfs in den stark wachsenden Wirtschaftsregionen vor allem Westeuropas erfolgt. Bevölkerungsstagnation und andere Ursachen, zu denen auch Epidemien und Klimaänderungen gezählt werden, ließ dagegen die Nachfrage und damit den Preis über einen langen Zeitraum kontinuierlich sinken. Darunter litt neben den bäuerlichen Produzenten, die nunmehr kaum noch am Geldverkehr teilnehmen konnten, auch der Adel, der noch vor allem auf Naturalabgaben seiner bäuerlichen Hintersassen angewiesen war. Es setzte eine Abwanderungsbewegung vom Land in die Stadt ein. Agrarflächen wurden aufgegeben, zahlreiche Dörfer fielen wüst.[255]

Der Spätmittelalterlichen Krise folgte die Agrarkonjunktur mit ihrer „Vergetreidung“ vom Ende des 15. bis Beginn des 17. Jahrhunderts. Der brandenburgische Adel begann zu dieser Zeit seine landwirtschaftlichen Eigenwirtschaften zu vergrößern, um Getreide zu exportieren. Sie erhöhten ihre Flächen durch Nutzbarmachung von Ödland, durch Auskäufe oder durch Bauernlegen (Enteignungen). Durch den erhöhten Landanteil stieg auch der Bedarf an Fronarbeit. Der Grundbesitzende brandenburgische Landadel produzierte Getreide für den Export und konnte während des langanhaltenden wirtschaftlichen Aufschwungs im 16. Jahrhundert in Europa hohe Vermögenswerte erwirtschaften. Im Gegenzug zur ausgeprägten Getreidelastigkeit der landwirtschaftlichen Produktionsstruktur wurden kaum hochwertige landwirtschaftliche Produkte produziert wie Wein (im Mittelalter noch angebaut), Krapp, Flachs, Barchent, Wolle und Seide.

Der Agrarkonjunktur folgte die bis in das 18. Jahrhundert hineinwirkende Krise durch die Verluste des Dreißigjährigen Krieges. Zahlreiche Dörfer lagen wüst, Grund und Boden waren jahrelang nicht bewirtschaftet, verunkrautet und mit Gestrüpp und Bäumen bewachsen. Die Ernteerträge gingen zurück, Dämme und Gräben waren verfallen, an Flussläufen waren ackerbauliche Arbeiten zum Erliegen gekommen. Insgesamt schrumpfte die landwirtschaftliche Nutzfläche. Lagen Bauerhöfe wüst gab es weniger Vieh, weniger Vieh hieß auch weniger Dünger, die Bodenfruchtbarkeit ließ nach und bedeutete wiederum geringere Erträge. Das Zugvieh war kriegsbedingt meist rekrutiert und verschleppt und die verbliebenen Bauern spannten sich selbst oder ihre Familienangehörigen vor den Pflug.

Die in der Mark Brandenburg neu angesiedelten ausländischen Kolonisten des 17. und 18. Jahrhunderts führten zur Diversifizierung und Angebotserweiterung des vorhandenen Produkteportfolios. Vermutlich wurde der Tabakanbau von den Hugenotten in der Uckermark und im Barnim eingeführt. Ende des 17. Jahrhunderts war sein Anbau bereits weit verbreitet. Hopfen und Wein wurden angebaut, konnten bei dem Klima aber nicht dauerhaft gedeihen. So fanden Konditionierungen der Anbauflächen für neue „Rohstoffe“ verbreitet statt, die die Grundlage für diverse Gewerbe wie Tabak- und Seidenproduktion, weitere Textilproduktion, legten oder nutzten.

Es gab Reformversuche der brandenburgischen Landwirtschaft, die vor allem wegen der starren Agrarverfassung begrenzt blieben. 1703 legte Christian Friedrich Luben im Auftrag des Königs ein Reformpaket zur Verbesserung der Landwirtschaft vor. Er erkannte die Probleme der Agrarproduktion an dem überkommenen System der Gutsherrschaft. Die Gutsherrschaft und die Agrarverfassung verhinderte die Freisetzung der ländlichen Bevölkerung, zum Beispiel als Arbeitskräfte für Gewerbe und begrenzte damit die wirtschaftliche Dynamik. Der Besitz der Güter war weit verstreut, übermäßig viele Flächen lagen brach. Der Versuchsansatz von Christian Friedrich Luben die Domänenvorwerke (die dem Kurfürsten gehörten) aufzulösen und in Parzellen zu verkaufen scheiterte an der Domänenverwaltung und am Adel. Beide Akteure waren nicht bereit oder fähig, auf das Frondienstsystem und die großen Güter zu verzichten. Die mit Frondiensten bewirtschafteten Großbetriebe ließen sich nicht beseitigen. Daher versuchte man über „Egalisierungen“ die Stellgrößen in einem Dorf anzugleichen um einen Ausgleich zwischen großen und kleinen Bauernhöfen zu erzielen, damit Frondienstbelastung und Leistungsfähigkeit in ein tragfähiges Verhältnis gebracht wurden. 1749 wurde erstmals der „Bauernschutz“ erklärt. Die Aufhebung des Gesindezwanges 1763 bedeutete eine wesentliche Verbesserung für die Untertanen.[256]

Erste Verbesserungen brachte die Aufhebung der Gemengenlage und ermöglichte damit die großflächigere Bearbeitung der Felder. Die Hufen des Adels und der Domänen lagen seit dem Mittelalter im Gemenge mit den Bauern und Kossäten. Es folgte 1770 die Auflösung dieser Feldgemeinschaft mit dem Ergebnis, das die großen Güter sich den besten Boden sicherte und ihre Hufen verkoppelten und zu großen Schlägen vereinen konnten. Um 1800 war die Separation der Bauern kaum eingeleitet. Die Überwindung der Dreifelderwirtschaft stand bei Ihnen noch aus. Das Frondienstsystem als solches blieb abzuschaffen und die Güterfreiheit herzustellen. Um 1800 war das ländliche Leben und Arbeiten weiterhin von der alten Agrarverfassung bestimmt. 1800 gab es in Brandenburg bei 2000 Dörfern 1200 Großbetriebe auf den Domänen, im Besitz des Adels, des Johanniterordens, anderer geistlicher Korporationen, der Städte, Universitäten sowie bürgerlicher Gutsbesitzer. Das Oktoberedikt vom 9. Oktober 1807 hob schließlich die Erbuntertänigkeit für Bauern auf.[257]

Die aus dem Mittelalter stammenden Grundsätze des Ackerbaus waren durch Dreifelderwirtschaft, Feldgemeinschaft und Flurzwang gekennzeichnet. Durch umfangreiche Brache und Mangel an Düngemitteln war die Ertragsfähigkeit beeinträchtigt. Die Weidewirtschaft setzte nur wenig Dung zur Düngung des Bodens ein, das Vieh war nicht gut genährt. Große Umwälzungen blieben im 18. Jahrhundert aus, dennoch erfolgten für das reformbedürftige Agrarwesen im 18. Jahrhundert unzählige einzelne Verbesserungsmaßnahmen. Durch Meliorationen von Sumpfgebieten, also Trockenlegung zum Beispiel im Oderbruch wurde neues Agrarland gewonnen. Die traditionelle Dreifelderwirtschaft wurde verbessert, die Brache ging zurück. Seit 1770 wurde auf den großen Domänengütern die „englische Wirtschaft“ eingeführt, die eine Standardfolge des Fruchtwechsels im Vierjahresrhythmus vorsah. 1780 gingen einige Güter zur mecklenburgischen Koppelwirtschaft über. Der Anbau von Nutzpflanzen wie Rüben, Luzerne, Lupine und Klee erweiterte das Produktangebot und trug direkt aber auch indirekt durch Viehverfütterung zur Verbesserung des Bodens bei. Die Viehhaltung steigerte sich bis 1800 um 40 Prozent gegenüber 1750. Auch die Stallfütterung nahm zu. Der dadurch gestiegene Dunganfall weitete die Düngung der Böden aus, wodurch die durchschnittliche Ertragsleistung pro Flächeneinheit in den 1780er und 1790er Jahren gesteigert wurde. die Verbreitung des Merinoschafs ist eine wichtige Neuerung bei den Nutztieren gewesen. Der englische Schwingpflug und die englische Egge wurden seit den 1760er Jahren eingeführt um den Boden tiefer zu pflügen. Die Einführung des Kummetgeschirrs verstärkte die Zugleistung des Pferdes, auf den Gütern und Domänen kamen erste Formen der Drillmaschine zum Einsatz. Nach der Hungerkrise Anfang der 1770er Jahre in der Mark nahm der Kartoffelanbau rasch zu. Schätzungen zufolge vergrößerte sich die Erntemenge der Kartoffeln von 1765 bis 1801 von 5.200 Tonnen auf 103.000 Tonnen.[258] Die kultivierte Fläche hatte sich erweitert und die durchschnittlichen Flächenerträge in begrenzten Maß verbessert. Das Spektrum des Pflanzenanbaus und der Tierhaltung hatte sich erweitert. Es konnten mehr Menschen außerhalb der Landwirtschaft von den Agrarproduzenten ernährt werden.[259]

TierzuchtBearbeiten

Die Viehzucht erstreckt sich hauptsächlich auf Pferde, Rindvieh- und Schafzucht. Im Jahre 1756 hatte die Kurmark einen Bestand von 322.989 Stück Rindvieh, der bis 1801 auf 454.555 Stück Rind anstieg. Die Stadt Berlin allein hatte in diesem Zeitraum einen Rinderbedarf (Fleisch, Leder etc.) von 58.000 Rinder im Jahr. Die Schafzucht war ein Haupterwerbszweig der Mark Brandenburg und diente neben der Schaffleisch- und Schafmilch- (z. B. Weiterverarbeitung zu Käse) der Wollproduktion, dem Grundstoff für die Tuchproduktion. Der Gewerbebedarf an Wolle führte zur Ausweitung der Schafhaltung. 1797 gab es 1.629.296 Schafe in der Kurmark. Diese ergaben eine Jahreswollproduktion von 20.848 Zentner oder 1.042,4 Tonnen Schafwolle[260] (der drittgrößte Schafwollproduzent der Welt Neuseeland produzierte 2007: 218.000 Tonnen Schafwolle bei ca. 30 Millionen Schafe). Um 1800 hatte die Kurmark einen (erfassten) Schweinebestand von 287.000 Tieren. Vor allem der Adel profitierte von der von England aus verbreiteten intensiven Schafzucht, die von herrschaftlichen Vorwerken aus mit geringem Personal und hohen Gewinnen betrieben werden konnte.[261]

Brandenburg war nicht wie Kurhannover (Hannoveraner) oder Holstein (Holsteiner) ein ausgewiesenes Pferdeland und auch nicht für die Zucht edler Pferderassen bekannt. Auch aus militärischen Überlegungen heraus wurde 1787 das heutige Brandenburgisches Haupt- und Landgestüt Neustadt/Dosse gegründet. Um 1800 gab es einen Bestand von 156.000 Pferde in der Kurmark.[262]

Gewerbe, Manufakturen, HandelBearbeiten

Brandenburg war ein ressourcenarmes Land und das Vorkommen der damals wichtigsten Erze Silber, Gold, Eisen, Zink und Zinn war gering. Bedingt durch den Status als Kolonisationsland, das viel später in die Geschichte eintrat als die süd- und westdeutschen Territorien, lag die Mark im Spätmittelalter vom zivilisatorisch-wirtschaftlichen Entwicklungsgrad hinter den Kerngebieten des Reiches am Rhein zurück.[263]

Gewerbe im 16. JahrhundertBearbeiten

Die Anfänge einer Gewerbelandschaft liegen im 16. Jahrhundert im Raum Berlin, Potsdam und im Finowtal. Zu den Werkstätten zählen Mühlen, Hammerwerke an fließenden Gewässern, Papiermühlen und Glashütten. 1532/1539 entstand in Eberswalde eine Papiermühle (bis 1650), andere Papiermühlen entstanden in Reipzig (1539), Cottbus (1557) und Neudamm (1568). Bis zu Ende des 16. Jahrhunderts wurden Glaswaren aus Schlesien und Böhmen importiert. Da es Sand und Holz in der Mark zu genüge gab, erfolgten entsprechende Hüttenbildungen. Seit 1575 ist eine Glashütte am Grimnitzsee (Uckermark) nachgewiesen. Zwischen 1648 und 1713 gab es Produktionsstätten am Bernsee (Bernseesche Hütte) die den Hof mit qualitativ hochwertigen Glas beliefernde Hütte in Potsdam-Zechlin, zwei Hütten in der Neumark, Althüttendorf am Grimnitzsee., die Hütte am Spiegelberg bei Neustadt an der Dosse. Insgesamt gab es 75 Hütten an 60 Orten in der Mark Brandenburg. Die meisten von ihnen produzierten Gebrauchsglas. Nur einige schufen und schliffen feine Gläser.[264]

Es gab vereinzelte Unternehmen, die auf einem landesherrlichen Regal basierten, so zum Beispiel die Kupferhämmer in Peitz (seit den 1550er Jahren), das Messingwerk bei Eberswalde, Zehdenick und Neustadt an der Dosse. Deren Arbeit war aber nur so gut, wie es die begrenzte Qualität der in Brandenburg vorhandenen Raseneisenerze erlaubte. Für den Kurfürsten waren diese Hütten wichtig, da sie die Garnisonen mit Munition versorgten aber darüber hinaus war ihr wirtschaftlicher Nutzen gering.[265] Das dort produzierte Eisen war bei Frost wenig bruchfest. Brandenburg war damit auf dem regionalen Markt im Metallhandel nicht konkurrenzfähig und ohne Förderung durch den Staat in Form von Aufträgen und Einfuhrbeschränkungen hätte sich der metallverarbeitende Sektor nicht gehalten.

Abgesehen von den Glashütten und den (kleinen) Montanwerken existierte bis ins späte 17. Jahrhundert in Brandenburg kein nennenswertes höher entwickeltes Gewerbe, das das handwerkliche Niveau überschritt. Brandenburg galt als wirtschaftlich gering entwickeltes Land zum Beispiel im Vergleich zu den zeitgemäß vorne stehenden Gewerbelandschaften Flanderns und Hollands oder dem Montangebieten des Erzgebirges.

An den Schleusen des 1668 vollendeten Oder-Spree Kanals entstanden wie auch am Finowkanal kleinere Gewerbesiedlungen, so auch in den Rüdersdorfer Kalkbergen, von denen aus die Städte mit Baukalk beliefert wurden.

Erste Welle von Manufakturgründungen bis 1700Bearbeiten

Bedingt durch die rasche ökonomische Entwicklung der Nachbarterritorien wie Sachsen oder die führenden europäischen Staaten wie England oder die Niederlande drohte Brandenburg und Preußen in einen halbkolonialen Status zu fallen. Als ein Land, das billig Rohstoff produzierte und ausführte und alle verarbeiteten Fertigwaren teuer importierte.[266] Da der Gesamthohenzollernstaat Brandenburg-Preußen im 17. Jahrhundert nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges überhaupt kein exportorientiertes Großgewerbe besaß, waren Protoindustrialisierung und die Schaffung der Grundlagen für die Industrialisierung (Kapital, Personal, Absatz) eine Leistung des frühneuzeitlichen Staatswesens.[267] Solche staatlichen Förderungen betrafen finanzielle Zuwendungen oder eine rigorose Zollpolitik. Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm I. suchte für seinen in Zusammenwachsen begriffenen Hohenzollernstaat, in dem Brandenburg weiter eine zentrale Position innehatte, den Anschluss an die entwickelteren Staaten Europas wie zum Beispiel den Niederlanden.

Die Ressourcen für den Aufbau einer Gewerblandschaft lagen in Brandenburg aber auch in den anderen zugehörigen Hohenzollernprovinzen wie zum Beispiel in Ostpreußen, dem Herzogtum Magdeburg oder Hinterpommern nicht vor. Das vorhandene Kapital der Bewohner war gering, die Kompetenzen im Gewerbe- und Kapitalsektor der Wirtschaft gering und durch die geringe Liberalisierung der Landgesellschaft die ökonomische Eigeninitiative nicht ausgeprägt, so dass wirtschaftliche Stimulationen von außen kommen mussten. Dies gelang auch durch die Peuplierungspolitik der Hohenzollernherrscher in ihren gesamten Provinzen. Viele Hugenotten ließen sich nach dem Edikt von Potsdam in der Mark nieder mit Schwerpunkt im Berliner Raum und gründeten neue Gewerbearten, die es so bisher nicht gegeben hatte. Mit ihnen setzte die eigentliche Gründungswelle von Manufakturen in Brandenburg ein.

 
Der Becher aus Goldrubinglas mit dem Deckel wird traditionell Johannes Kunckel zugeschrieben.
Kaffeeservis von 1765 der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin


Staatlicherseits wurde die anziehende Manufakturpolitik von dem in den 1680er Jahren bedeutendsten brandenburgische Staatsmann Eberhard von Danckelmann gelenkt. Anfang der 1680er Jahre entstanden unter Beteiligung der beiden Berater des Kurfürsten Elard Esich und Daniel Stephani erste Manufakturen. 1678 wurde eine Wollmanufaktur in Berlin angelegt, die im Verlagssystem dezentral produzierte. Die verarbeitenden Gerätschaften mussten aus Amsterdam importiert werden, da es in Brandenburg hierfür keine Produzenten gab. Die Manufaktur ging schlecht, existierte aber zumindest 1711 noch und hatte 1680 bereits 200 Arbeiter. 1679 gründeten die beiden Berater eine Zuckersiederei in Berlin, 1681 folgte eine Tabakspinnerei auf Initiative des Berliner Bürgermeisters Christian Friedrich Bartholdi und des Frankfurter Steuerrates Johann Senning. 1686 ließ der Berliner Kaufmann Johann Andreas Kraut eine „Gold- und Silberzieherei“ anlegen. Die Manufaktur wurde vom Leipziger Gebrüdern Caspar Bose und Georg Bose erworben und dann an Severin Schindler veräußert. Dieser Betrieb expandierte und beschäftigte 1708 bereits 900 Menschen. Henri de Moor gründete 1696 in Neustadt an der Dosse eine Spiegelglasmanufaktur, die später zum Lieferanten von Spiegeln für die preußischen Schlösser wird. Hier genau wie bei der Gold- und Silberzieherei waren es die französischen Arbeiter mit ihren Produktionserfahrungen, die zum Aufblühen des Unternehmens beitrugen.[268] Auch die Potsdamer Glashütte unter der Leitung von Johann Kunckel stellte hochwertige künstlerische Glaserzeugnisse her.

In Berlin gab es 1685 neben dem Handwerk gewerbliche Unternehmungen wie etwa Textilgewerbe, Zuckersiedereien oder Fayence-werkstätten. Bis 1700 folgten weitere Manufakturen in den Warengruppen: Fayencen und Steingut, Gobelins und Teppiche, Gold- und Silberwaren, Wolle, französische Hüte, Seide, Tapeten, Strümpfe, italienische Kunstblumen, Baumwolle, Dekorationsbänder. Es entwickelten sich Färbereien und Farbanstalten, hergestellt wurden Spezialwaffen, Messingarbeiten, Stahlwaren und Messer, Münzen und Medaillen. Die ersten Manufakturen kümmerten dahin oder gingen nach wenigen Jahren wieder ein. Beispielsweise konnte die Tabakmanufaktur ihre Waren trotz gesetzlichen Monopols und steuerlicher Vergünstigen nicht veräußern. Die Textilbranche litt unter Auftrags- und Rohstoffmangel.[269] Insgesamt mangelte es vielen Manufakturen der ersten Entwicklungswelle bis 1700 sowohl an nachhaltigem zur Verfügung stehenden Kapital, Qualität der Waren und an einem Binnenmarkt. Viele der hergestellten Waren konnten nicht mit auswärtigen Erzeugnissen konkurrieren. Absatzmangel führte zum Beispiel zum Ruin der 1694 gegründeten Berliner Crêponfabrik. Die 2000 Weber umfassende Textilmanufaktur vom Schweizer Fabrikanten Joseph Orelly musste 1699 wegen fehlenden Absatzes aufgeben.

Ungeachtet der vielen Rückschläge und periodischer Wirtschaftskrisen zeigte sich im Vergleich von 1713 zu 1650 ein starker Wirtschaftsanstieg in Brandenburg. Zu den aufblühenden Industriezweigen gehörten die Kupfer- und Zuckersiedereien, Bergwerke, Papierhütten und Druckereien.Neben der Großproduktion von Lederwaren verzeichnete die Tabakverarbeitung nebst Tabakpfeifen zunehmenden Gewinn.[270]

ÜberseehandelBearbeiten

 
Die kurbrandenburgische Marine auf offener See
 
Die Kurfürstliche Werft Havelberg in einer zeitgenössischen Abbildung

Trotz begrenzter Möglichkeiten versuchte der Kurfürst auf Anraten des holländischen Admirals Arnold Gijsels van Lier in den 1680er Jahren den Überseehandel für Brandenburg zu stimulieren und an der kolonialen Ausbeutung Afrikas teilzunehmen. Gezielt versuchte die Staatsspitze unter Zuhilfenahme von ausländischen Fachleuten aber ohne ausreichende Fundierung im Innern Anschluss an die vordersten Länder zu gewinnen und im Inneren Entwicklungsimpulse auszulösen. Da ein kapitalkräftiges und wagemutiges Bürgertum fehlte, das so ein Projekt durchführen konnte; die Kaufleute im Hohenzollernstaat waren zu arm, zu konservativ und zu unerfahren, mussten niederländische Gesellschafter vermittelt über den brandenburgischen Oberdirektor für Seesachsen Benjamin Raule als Orginsatoren einspringen. In ihrer besten Zeit schickte die Gesellschaft jährlich 20 bis 30 Schiffe in Übersee, verkaufte jährlich 2000 bis 3000 Sklaven, erwirtschaftete einen Gewinn und unterhielt mehrere Stützpunkte in Westafrika.[271] Brandenburg stand nun in Konkurrenz zu den großen Kolonialmächten und wurde von diesen bekämpft. Einen solchen Konkurrenzkampf unterlag die limitierte Gesellschaft mit der Zeit. Hinzu kamen Abschreibungsverluste bedingt durch die Unwägbarkeiten des Geschäfts, wie zum Beispiel Schiffsverluste. Die Kolonialversuche der Brandenburgisch Afrikanischen Compagnie in der Zeit des Atlantischen Dreieckshandels scheiterten endgültig nach Regierungsantritt Friedrich Wilhelms I. Es zeigte sich, das sowohl die Mark Brandenburg als auch die gesamte Realunion Brandenburg-Preußen nicht über die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche und großangelegte koloniale Handelspolitik besaß. Für die erfolgreiche Durchführung eines Überseehandels hätte es ein blühendes Gewerbe als Ausgangspunkt bedurft, das den Druck auf die Staatspolitik ausgeübt hätte um Absatzmärkte zu schaffen und wiederum die Importe von Kolonialwaren ins Inland zu fördern, die dann durch eigene Manufakturen weiter verarbeitet worden wären.[272] stattdessen waren es lediglich brandenburgische Spitzenbeamte und der Kurfürst selbst, die dieses Projekt antrieben. Zudem hätte das zunächst das eigene vorhandene Kleingewerbe gefördert werden müssen, das sich seit dem 16. Jahrhundert in einer anhaltenden Depression befand. Letztlich blieb für Brandenburg durch die Gesellschaft aber auch für andere Orte des Hohenzollernstaats die nachhaltige Förderung des Schiffbaus hängen. In Havelberg gab es mit der Kurfürstlichen Werft Havelberg einen Schiffbau. Aber auch dieser ging nach einigen Jahren wieder ein. Die Handelsgewinne der Gesellschaft brachten aufgrund der geringen Menge keine volkswirtschaftliche Relevanz.

Merkantilismus im 18. JahrhundertBearbeiten

 
Das Hohe Haus, um 1750, Königliches Lagerhaus und bedeutendste brandenburgische Manufaktur im 18. Jahrhundert

Es gab zwei wichtige Gewerbezweige in der Mark, die Tuchherstellung mit Schwerpunkt in Berlin-Cölln, Potsdam, Brandenburg an der Havel und weiteren Orten und die Bierbrauerei vor allem in der Altmark. Die Tuchindustrie befand sich seit Anfang des 16. Jahrhunderts in einer anhaltenden Krise, die durch den Dreißigjährigen Krieg verschlimmert wurde. Sächsische Tuchhersteller, die in der Kurmark die Wolle vom Erzeuger aufkauften, verteuerten den Rohstoff für die heimischen Verleger. Die verbleibende Wolle reichte nicht aus, um das einheimische Gewerbe mit dem nötigen Rohstoff zu versorgen. Insgesamt organisierte sich die Tuchproduktion im 18. Jahrhundert zunehmend im Verlagssystem. Dem waren die in Zünften organisierten kurmärkischen Handwerker nicht mehr gewachsen, so dass ihre Zahl zurückging und Kaufleute wie Adam Rosenfeld in Landsberg oder Johann Mertz in der Altmark begannen, die Tuchmacherzunft zu verlegen.[273]

Dem Zeitgeist des Merkantilismus entsprechend, versuchte König Friedrich Wilhelm I. die Einfuhr von sogenannten „Luxuswaren“ einzuschränken und förderte das Wollgewerbe aus eigenen Rohstoffen. Die für den Landadel lukrativen Exporte von Rohwolle und unbearbeitetem Leder ins „Ausland“ (meist nach Sachsen) wurden schließlich nach lange gültigen Ausnahmeregelungen verboten und stattdessen die Verarbeitung der gesamten Schur im „Inland“ angewiesen. Die preußische Armee trat als Großauftraggeber und -abnehmer auf; in Berlin wurde das Lagerhaus als Staatsverlag gegründet. Aus den Gewinnen des Wollgewerbes kam oftmals das Kapital für Manufakturen.[274]

Als bedeutender Abnehmer erwies sich die zunehmend größer werdende preußische Armee. Die Entwicklung einer eigenen altpreußischen Rüstungsindustrie war auch politisch opportun, da sich Brandenburg-Preußen so von der Abhängigkeit von in Kriegszeiten unsicheren Importen lösen konnte. In der Zeit um 1700 entstanden so diverse Waffenmanufakturen in Brandenburg, von der die Potsdamer Gewehrfabrik die größte und am längsten existierende wurde. Rüstung und Militärwesen waren im 18. Jahrhundert einer stetigen Konjunktur in Brandenburg und Preußen unterlegen. Ein bekanntes größeres Handelshaus, die Firma Splitgerber und Daum machte sich diesen Geschäftszweig in Brandenburg zu eigen und investierte mit eigenem Kapital in den Ausbau des Rüstungsgewerbes vor allem um Berlin. Der auftretende Munitionsmangel in den ersten beiden Schlesischen Kriegen bewog Friedrich II. zur Anlage neuer Hochöfen und Verarbeitungsbetriebe zwischen 1752 und 1756 in Schadow bei Storkow, Gottow bei Zinna, Vietz bei Küstrin. Auch diese Anlagen dienten ausschließlich für den Heeresbedarf.[275] Der Mangel geeigneter Erze, die zudem nur für die Munitionsproduktion brauchbar waren und auch das Energieproblem setzte der Ausweitung dieser Industrie enge Grenzen. Da Abholzungen durch dieses Gewerbe aber auch anderer Gewerbe wie die Glashütten, Teeröfen, Kalkbrennereien und Ziegeleien das zur Verfügung stehende Holz in der Umgebung dieser Gewerbe verringerte, setzte eine geregelte Wiederaufforstung und Waldwirtschaft ein.

Ziegeleien und Kalkbrennereien produzierten vermehrt für den Baubedarf Berlins, dessen raumstrukturierende Sogwirkung auf das Umland seit 1750 deutlich an Intensität gewann. Die Arbeitsteilung zwischen der Provinz und Berlin mit dem Grundmuster der Rohstoffproduktion auf dem Land und der Veredelung und dem Verbrauch in Berlin nahm stärkere Konturen an. Dies zeigte sich vor allem in der Textilindustrie. Auf dem Land wurde die Wolle hergestellt und im Berliner Lagerhaus verlegt. Kleinere Städte und Dörfer orientierten sich so mehr und mehr nach Berlin. Zudem entstand mit den neu gegründeten Spinner- und Weberkolonien Dorfgemeinschaften, die gänzlich von ihren städtischen Abnehmern in der Hauptrolle Berlins abhängig wurden. Neben Nowawes waren dies zum Beispiel Friedrichshagen, Gosen und Neu-Zittau oder das Amt Wollup. Die bis dahin so typische brandenburgische Trennung von Stadt und Land wurde mit Bildung der Wirtschaftsregion Berlin im Zentrum der Mark durchbrochen. Zu diesem Einzugsbereich gehörten auch Spandau, Potsdam, Neustadt-Eberswalde, das Finowtal mit seiner eisenverarbeitenden Industrie. Die neue räumliche Wirtschaftsstruktur Brandenburgs führte zur Bildung von Thünenschen Ringen. Die starke Förderung der Residenzen in und um Berlin ging aber auch zu Lasten der sonstigen Provinzstädte. Im 18. Jahrhundert konnte trotz des gewerblichen Wachstums noch nicht von den Wirtschaftsstrukturen des Berliner und Potsdamer Raums mit ihren Manufakturlandschaft auf die gesamte Wirtschaft der Mark Brandenburg geschlossen werden. Es gab in Ansätzen eine Verdichtung des Gewerbes auf dem Land zu verzeichnen. Beispielsweise gründete der Baron Franziskus Matthäus von Vernezobre de Laurieux (1690–1748) nach 1721 in der Umgebung Hohenfinows industrielle Fertigungsanlagen. Zwischen 1752 und 1754 wurden ein Eisenhammer, eine Drahtzieherei und eine Nagelfabrik errichtet, in Tornow gehörte zeitweise auch eine Feilenfabrik dazu. Ebenso gehörte ein Textilwerk für Barchent und Leinenproduktion zum Besitz des Freiherren. Seit 1750/53 produzierte die Eisen- und Stahlwarenfabrik bei Neustadt-Eberswalde. 1781 entstand eine Papierfabrik in Spechthausen.[276]

Die Größe der einzelnen Gewerbe im 18. Jahrhundert war noch recht bescheiden. Die größte Unternehmung, das „Königliche Lagerhaus“ beschäftigte 1738 4730 Arbeiter, viele davon in Heimarbeit (neudeutsch: „Homeoffice“:). Die Gold- und Silbermanufaktur in Berlin als zweitgrößte Unternehmung Brandenburgs hatte 1783 833 Mitarbeiter, die KPM beschäftigte 1770 440 Arbeiter, die Potsdamer Gewehrfabrik hatte 1785 195 Mitarbeiter. Die Spiegelmanufaktur in Neustadt (Dosse) zählte 1788 145 Arbeiter. Die drei Berliner Zuckersiedereien beschäftigten 1787 350 Arbeiter.[277] Insgesamt kann die Mark aber seit 1770 als eine gewerblich verdichtete Region bezeichnet werden, womit sie sich deutlich gegenüber ihren schwachentwickelten Entwicklungsstand noch im 17. Jahrhundert abhob. Bezogen auf ihre wirtschaftliche Stellung im preußischen Gesamtstaat, war die Mark Brandenburg nach Schlesien die zweitwichtigste Provinz. Zollpolitisch wurde der Märkiche Wirtschaftsraum durch die Errichtung hoher Zollbarrieren zum Beispiel gegen Schlesien stark protegiert. Gerade die größeren Betriebe haben sich in der preußischen Zentralprovinz konzentriert. 42,6 Prozent der Unternehmen mit mehr als Zehn Beschäftigten waren in der Kurmark ansässig.

Zu einem wirtschaftspolitischen Lieblingsprojekt Friedrichs II. wurde die Seidenproduktion. Diese erhielt einen hohen Anteil von staatlichen Unterstützungsgeldern. Die Seidenindustrie, deren Produkt ein „hofnahes“ Kunstprodukt darstellte und von einer kontinuierlichen staatlichen Schutzpolitik abhängig war, erreichte 1780 ihre maximale Produktion und ging danach zurück. Alle Manufakturen erzeugten 1800 einen Wert von 4.121.731 Reichstaler, von denen Waren im Wert von 724.045 Reichtaler exportiert wurden. Der gesamte Sekundäre Sektor unter Einbezug der so genannten „mechanischen Künste“ (z. B. Bildhauer, Maler) und der Handwerksbetriebe erzeugte 1800 einen grob ermitteltes Bruttoinlandsprodukt von rund 11 Millionen Reichstaler.[278] Die Betriebe der Handwerker, deren führende Gruppe, die Viergewerke (Fleischer, Schneider, Bäcker, Schuster) waren, arbeiteten hauptsächlich für die Bedürfnisse des Nahmarkts.

Handel und FinanzwesenBearbeiten

Die Berliner Börse wurde am 29. Juni 1685 durch Kurfürst Friedrich Wilhelm in Berlin als Warenbörse gegründet. Ab 1696 trafen sich Berliner Börsenmitglieder und auswärtige Händler in einem Haus auf dem Mühlendamm, das bereits als „Beurse“ bezeichnet wurde und besprachen ihre Geschäfte täglich vormittags. Friedrich Wilhelm I. übertrug am 27. März 1738 der Berliner Kaufmannschaft das Neue Lusthaus für ihre Börsengeschäfte als erste feste Stätte und erließ im Jahr darauf die erste brandenburgisch-preußische Börsenordnung, durch welchen die Börsenzulassung und der Börsenverkehr (im Geld- und Wechselhandel) geregelt wurde. 1776 wurden erstmals Makler vereidigt, 1779 gab es neun Makler, wobei immer noch neben dem Warenhandel der Wechselhandel im Vordergrund stand. 1785 wurden erstmals „Effekte“ ausgegeben.[279] Letztere waren Aktien der Emdener Heringsfang-Kompagnie, die Friedrich II. im Jahre 1769 gegründet hatte, und der Königlichen Seehandlung, ebenfalls eine königliche Gründung, und Pfandbriefe der preußischen Landschaften.

Die wirtschaftliche Krise während des Siebenjährigen Krieges (1756 bis 1763) bewog Friedrich II. 1765, die staatliche Giro- und Lehnbank zu gründen.

1800 importierte die Kurmark Waren im Wert von 10.872.224 Reichstaler zu etwa gleichen Anteilen aus den anderen preußischen Landesteilen und dem eigentlichen Ausland.[280] Die größten Handelspartner waren England, Holland, Portugal, Spanien und Italien (nur Italien: 1.041.553 RT). Ein bedeutender Anteil des Handels wurde über Hamburg (2.609.793 Reichstaler) und nachrangig Stettin (430.373 Reichstaler) abgewickelt. Der Import aus Polen betrug den Wert von 193.282 Reichstaler. Sachsen exportierte einen Wert von 314.074 RT nach Kurbrandenburg, Mecklenburg exportierte einen Wert von 151.660 RT. Der Import aus der zur Mark Brandenburg gehörenden Neumark betrug 3.768.860 RT, womit sich das Handelsdefizit relativiert. Rechnet man den gesamten Binnenhandel aus der Statistik heraus, ergibt sich ein bereinigtes Außenhandelsdefizit von 244.619 RT.

Größtes Exportgut der Kurmark waren Baumwollene Waren im Wert von 743.188 Reichstaler, Zweitgrößtes Exportgut waren(Schaf-)wollene Waren (1.918.949 Reichstaler), drittes Exportgut war Getreide mit einem Verkaufswert von 312.793 Reichstaler, dann folgte raffinierter Zucker mit einem Wert von 274.308 Reichstaler. Der gesamte Exporterlös des Jahres der Kurmark allein betrug 5.447.229 Reichstaler. Der mit Abstand größte Anteil an den Exporten Brandenburgs ging über die Messe in Frankfurt/O. ins Ausland. Dort allein wurden Waren im Wert von 2.536.578 RT abgesetzt. Über Hamburg wurden Waren im Wert von 550.021 RT abgesetzt. Sachsen importierte Waren im wert von 497.390 RT.[281]

Der Getreidehandel lief über die größeren und mittleren Städte des Landes, in denen sich die Führungsschicht – meist organisiert in der „Gewandschneidergilde“ – mit dem Getreide- und Tuchhandel befasste. Der Getreidehandel hatten die märkischen Städte, allen voran das altmärkische Salzwedel früh mit dem hansischen Handelsverkehr verbunden. 1359 gehörten in der Altmark neben Salzwedel auch Stendal, Gardelegen, Seehausen und Werben zur Hanse, in der Mittelmark neben der Doppelstadt Berlin-Cölln die vergleichsweise kleinen Städte Havelberg, Kyritz, Perleberg und Pritzwalk ebenfalls in dem Bund und mithin am Getreidehandel beteiligt.[282]

VerkehrswesenBearbeiten

StraßennetzBearbeiten

Dichte Wälder, ausgedehnte Seenketten, größere Sumpflandschaften und feuchte Niederungen begrenzten den menschlichen Bewegungsraum stark. Selbst für die damaligen geringen üblichen Standards unterboten die brandenburgischen Wegeverhältnisse diese noch. Es handelte sich bei den Wegen um sandige Pisten oder Knüppeldämme, die für Fuhrleute schlecht befahrbar waren. Selbst um 1800 waren die Straßen die nach Berlin führten einfache und unbefestigte Feldwege. Im Sommer versanken die Gespanne im Sand und im Herbst und Winter war unter Umständen der Verkehr aufgrund ungünstiger Witterung und Schlammbildung für Wochen unterbunden. Damit war der Landverkehr ein Entwicklungshindernis für das Wachstum der Metropole Berlin.[283]

Die Voraussetzungen für den Warentransport waren primitiv. Die meisten Bewohner verfügten als Transportmittel nur über Karren und Lasttiere während Reitpferde und Kutschen nur der kleinen Oberschicht und den Adeligen vorbehalten waren. Der persönliche Wirkungsrahmen der damaligen Bevölkerungsmehrheit beschränkte sich aufgrund dieser Widrigkeiten im 16. Jahrhundert auf einen Radius von 90 Kilometer. Der Raum wurde von den zeitgenössischen Menschen als unsichere und lebensfeindliche Umgebung wahrgenommen, dessen Überwindung mit Mühe und Entbehrung verbunden war.[284]

Noch im 18. Jahrhundert gab es kein systematisches Wegenetz. Der Schwerpunkt der staatlichen Infrastrukturmaßnahmen lag auf den Ausbau der Kanäle und der schiffbaren Flüsse. Der Bau von Chausseen wurde zurückgestellt, da dieser kostenintensiver war und es aus militärstrategischen Überlegungen heraus nicht gewünscht war, über ein gut ausgebautes Straßennetz zu verfügen, da dies einen gegnerischen Truppenvormarsch begünstigt hätte. So gab es nur zaghafte Anfänge zum Ausbau des Straßennetzes. 1770 wurde das Oberbaudepartement gegründet. Das war für die Bereiche Maschinenbau, Domänenbau, Wasser- und Straßenbau zuständig. Aufgrund von Kompetenzstreitigkeiten innerhalb der Bürokratie um die Zuständigkeit bildete der Nachfolgende König Friedrich Wilhelm II. 1792 das General-Chausseebau-Departement und ernannte Hanns Moritz von Brühl zum Generalintendanten. Da es für die Bauaufgabe im Gesamtstaat Preußen keine Erfahrungen oder Personal gab, musste Baudirektor Mathias Stegemann den Stand der Straßenbautechnik von anderen Staaten erkunden und stellte 1787 einen Bericht dazu vor. Der Chausseebau erfolgte durch Kommissionierung privater Unternehmen. 1789 wurde eine kurze Musterchaussee im Neuen Garten in Potsdam angelegt. Die ab 1791 angelegte und 1795 fertiggestellte Chaussee zwischen Berlin und Potsdam wurde zum Vorbild für den gesamten Chausseebau in Preußen. Die Benutzung war kostenpflichtig und wurde durch Chaussehäuser genannte Mautstellen kontrolliert. 1798 folgte der Bau einer Kieschaussee zwischen Berlin und Charlottenburg, die durch den Tiergarten führte. Diese Phase war insgesamt noch eine Erprobungsphase und ein starker Ausbau des Chausseebaus folgte erst nach den Befreiungskriegen.[285]

WasserstraßenBearbeiten

Brandenburg hatte keinen Zugang zum Meer und damit auch keinen Seehafen und war damit auf den Seehafen Hamburg angewiesen. Zwischen Elbe und Oder, die Richtung Nord- und Ostsee flossen, gab es zunächst keine Wasserstraßen, sodass die Residenzstädte Berlin und Potsdam nicht an die wichtigen Transportwege angebunden waren. In jener Zeit war der Transport zu Land aber teurer als zu Wasser und daher das Fehlen geeigneter schiffbarer Wasserwege in West-Ost-Richtung ein bedeutendes Strukturdefizit.[286] Folgerichtig erleichterte Kurfürst Joachim II. die Binnenschifffahrt über Havel und Elbe durch die Errichtung von Kammerschleusen in Brandenburg an der Havel und Rathenow 1548. Im gleichen Jahr vereinbarte er mit dem König von Böhmen, Kaiser Ferdinand I. vertraglich die Erbauung eines Kanals, der die Spree, die durch Berlin und ihre Schwesterstadt Cölln floss, mit der Oder verbinden sollte. Das Vorhaben war aber zu teuer und wurde aufgegeben. Auch der 1605 begonnene Finowkanal im nördlichen Brandenburg, von Liebenwalde an der Havel nach Oderberg wurde durch den Dreißigjährigen Krieg zerstört.[287] Beide bedeutenden Vorhaben konnten erst im 17. und 18. Jahrhundert verwirklicht werden. Der nach seinem Bauherrn Friedrich-Wilhelm-Kanal benannte Wasserweg wurde zwischen 1662 und 1668 errichtet und verband Spree und Oder, auf die er kurz vor Frankfurt an der Oder stieß. Zusätzlich errichtete das Land die nötigen Verkehrseinrichtungen (Packhof, Kran) in Berlin, das nun als wichtiger Umschlagplatz an Bedeutung gewinnt. Das Berliner Speditionswesen erhielt fortan einen Zollverwalter. Da eine private Initiative fehlte hat der Kurfürst 1656 eine staatliche Frachtschifffahrt von Fürstenwalde nach Hamburg einrichten lassen. Ein großer Teil des schlesisch-hamburgischen Durchgangsverkehrs wurde nun auf den neuen Wasserweg gezogen. Besondere Zollbehandlung und Tarife mit dem breslauischen Handelsverkehr hatte das möglich gemacht.[288]

Für die Kohle aus den Revieren Oberschlesiens war der Weg nach Nord-Westen über den Oder-Spree-Kanal der Billigste. Für das Getreide Sachsens war der Elbe-Havel Kanal der geeignetste Transportweg.[289] Der Finowkanal wurde als Verbindung zwischen Havel und Oder 1746 fertig gestellt. Ein Jahr zuvor wurde der Plauer Kanal errichtet, der eine neue Verbindung zwischen Havel und Elbe schuf und den Weg nach Magdeburg verkürzte.

Post- und NachrichtenwesenBearbeiten

Ab 1616 existierte eine Reitpost von Berlin nach Königsberg, später auch Dragonerpost genannt. Auslöser der Postentwicklung waren die um 1600 dazugewonnenen weit auseinander liegenden brandenburgischen Territorien Jülich-Kleve (1609) und das Herzogtum Preußen (1618). Die Boten sollten offiziell nur die Post des Hofes und die Behördenpost befördern, übermitteln transportierten aber auch Privatpost. Mit dem kurfürstlichen Edikt vom 21. April 1646 wurde die brandenburgischen Staatspost gegründet. Damit brach Brandenburg das Monopol der Reichspost. Regelmäßige Reitpostlinien folgten zwischen Berlin, Kleve und Königsberg. Später kamen Linien nach Leipzig, Dresden, Hamburg, Bremen, Frankfurt/Oder und vielen anderen Städten hinzu. Die Poststraßen in Brandenburg waren bis auf Ausnahmen alle auf Berlin ausgerichtet. Erster brandenburgischen Postdirektor wurde Amtskammerrat Michael Matthias, 1652 folgte ihm Otto Reichsfreiherr von Schwerin. Unter Friedrich I. wurde das Postwesen erweitert. Die Zahl der Postämter im gesamten Hohenzollernstaat wuchs von 79 im Jahr 1698 auf 90 im Jahr 1710, die der Postwärterämter von 11 auf 51 und die Zahl der Postillione von 271 auf 358. 1708 gab es in Berlin in der Woche 63 abgehende und ankommende Reit- und Fahrpostverbindungen. Oberste Dienststelle war das Generalpostamt in Berlin.

 
Preußischer Ganzmeilenstein

Postmeilensteine gab es in Brandenburg seit 1730. Friedrich Wilhelm I. hatte sich bei seinem Staatsbesuch 1728 in Sachsen mit den Kursächsischen Postmeilensäulensystem befasst und sich entschlossen, diese Neuerung auch in Preußen einzuführen. Auch das Aussehen entsprach dem sächsischen Vorbild. Die Entfernungsangaben preußischer Meilensteine bezogen sich immer auch auf den Null-Meilenstein, der auf dem ehemaligen Berliner Dönhoffplatz stand.[290]

Mit der Entwicklung der Post entstand ein Zeitungswesen in Berlin-Brandenburg. Die erste Brandenburger Zeitung erschien seit 1617 in Berlin. Seit 1740 erschien in Berlin die Spenersche Zeitung. Während der Regierungszeit Friedrichs II. wurden 1750 und 1783 zwei weitere Zeitungen zugelassen, darunter die Gazette littéraire de Berlin. Die Berliner Blätter hatten in der Mitte des 18. Jahrhunderts größere Freiräume als die Zeitungen anderer deutscher Länder und konnten das Gedankengut der Aufklärung, dem sich auch Friedrich II. verpflichtet fühlte, nahezu ungehindert verbreiten.

Landesausbau, innere Kolonisation und PeuplierungBearbeiten

 
Hugo Vogel – Empfang der Refugies (Hugenotten) durch den Großen Kurfürsten im Potsdamer Schloss, 1685

Seit der Gründung der Mark war diese als menschenarmes Grenzland ein Einwanderungsland gewesen. Der mittelalterliche Landesausbau in der Mark bedeutete ein umfangreiche Siedlungsplanung und -durchführung und die Urbarmachung von Ackerland.

Bevölkerungsarmut nach den Kriegszerstörungen im Dreißigjährigen Krieg und wirtschaftliche Rückschrittlichkeit zahlreicher Landesgebiete veranlassten Kurfürst Friedrich Wilhelm eine forcierte Peuplierungspolitik zu betrieben, die seine Nachfolger weiterführten. Emigranten und religiös Verfolgte waren willkommen, denn Siedler und Kolonisten waren für das brandenburgische Wirtschaftswachstum wichtig. Die Migranten, damals als Kolonisten bezeichnet, siedelten als freie Bauern oder als Handwerker mit Begünstigungen. Zum Beispiel mussten sie in den ersten Jahren nicht in Zünfte eintreten.

Bei den ersten Glaubensflüchtlingen, die nach dem Dreißigjährigen Krieg in Brandenburg Aufnahme fanden, handelt es sich um jüdische Familien aus Wien und Niederösterreich. Sie wurden im Februar 1670 vom Kaiser Leopold I. vertrieben. Mit einem auf den 21. Mai 1671 erlassenen Schutzpatent erhielten die Wohlhabenden unter ihnen die Erlaubnis, sich in Brandenburg niederzulassen und Handel zu treiben. Große Erwartungen zum Wiederaufbau der im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Domänenämter in den nördlichen Landschaften Brandenburgs setzte Kurfürst Friedrich Wilhelm in niederländische Kolonisten. Von ihrer Ansiedlung versprach er sich eine Verbesserung der Ackerböden und der Milchwirtschaft. Die Anwerbung niederländischer Kolonisten blieb aber begrenzt. Viele Aufbauversuche wie in Chorin oder Gramzow-Seehausen scheiterten an Siedlungsunternehmern, die die angeworbenen Kolonisten nicht bei ihrer Niederlassung unterstützten. Viele Kolonisten gingen daher nach wenigen Jahren zurück in ihre alte Heimat. Mehr Erfolg war den Ansiedlungen der Kurfürstin Luise Henriette von Oranien im Amt Bötzow und den des Freiherrn von Hertefeld bei der Gründung von Neuholland beschieden. Ähnlich erwartungsvoll begann die Ansiedlung von Schweizer Kolonisten. Die ersten Schweizerdörfer entstanden 1685 in unmittelbarer Umgebung der kurfürstlichen Residenzstadt Potsdam, nämlich Nattwerder, Golm und Neu Töplitz. In den Städten siedelten sich Schweizer in größeren Verbänden nur in Neustadt-Eberswalde (seit 1691) an.[291]

Ein weiteres charakteristisches Beispiel ist die Aufnahme der rund 15.000 französischen reformierten Glaubensflüchtlinge, den Hugenotten in die Mark Brandenburg, die mit dem Edikt von Potsdam 1685 ermöglicht wurde. Ihre Anwerbung erwies sich als voller Erfolg und führte zu einer Hebung des Gesamtniveaus der Landwirtschaft, im Gewerbe, im Ingenieurswesen, in der Architektur und den Künsten und Wissenschaften.[292] Während die Holländer Kenntnisse in der Melioration und Milchwirtschaft mitbrachten, hatten die Hugenotten Kenntnisse im Anbau zahlreicher Gemüse-, Obst-, Blumen- und Kräuterarten, von Tabak, Kartoffeln und Maulbeerbäumen. Von allen Kolonisten in Brandenburg erhielten die französischen Kolonisten die umfangreichsten Privilegien. Sie reichten von einer eigenen Rechtsprechung aus lokalen Niedergerichten und dem Französischen Obergericht in Berlin. Französische Kolonien zeichneten sich je nach ihrer Größe durch verschiedene Amtsträger aus: Juristen, Pastoren, Kantoren und Schulmeister, Ärzte. Sie wurden über einen eigenen Fond besoldet, der einzig für die Versorgung der französischen Kolonisten geschaffen wurde, dem Französischen Etat.[293]

Weiterhin spielen für die Geschichte Brandenburgs die Aufnahme der Salzburger und Böhmen eine Rolle. Bei den Salzburger Exulanten handelte es sich um vom Erzbischof von Salzburg aus seinem Land vertriebene Lutheraner. Zwar sollten sie sich im von der Pest verheerten Ostpreußen ansiedeln, doch löste ihre Durchreise 1732 eine große Anteilnahme und Begeisterung unter der Bevölkerung der brandenburgischen Kernlande aus. Das 1737 gegründete Böhmisch-Rixdorf (Berlin-Neukölln) und die 1750 gegründete Kolonie Nowawes (Potsdam-Babelsberg) sind Beispiele für die Ansiedlung lutherischer und reformierter Glaubensflüchtlinge aus Böhmen.

 
Ernst Henseler: Die alte Warthe (1872)

Zwischen 1740 bis 1786 wurden in der Kurmark 260 Dörfer und Vorwerke und in der Neumark 152 Dörfer und Vorwerke gegründet. In der Kurmark betrug die Zahl der Einwandernden Kolonisten im gleichen Zeitraum 100.000 Menschen, in der Neumark betrug die Zahl der Einwanderer 20.000 Personen.[294]

Die Besiedelung ging vielfach mit Meliorationen von Flussniederungen einher, der Erschließung von Ödland für die Agrarproduktion. Dies war ein Grundzug merkantilistischer Wirtschaftspolitik der brandenburgischen Herrscher. Unter Friedrich II. wurden die Maßnahmen noch ausgeweitet. Beispielhaft zu nennen ist die Meloriation des Nieder-Oderbruchs, wo großräumige Bewallungs- und Entwässerungsarbeiten aus Sümpfen Wiesen, aus Wiesen Weiden und aus Weiden Ackerland machten. Die Fischerei ging dabei zwar zurück aber aus alteingesessenen Fischern wurden oftmals Bauern. Ähnliche Maßnahmen folgten im Netze- und Warthebruch in der Neumark. In Brandenburg wurden im 18. Jahrhundert etwa 230.000 Hektar, umgerechnet 2.300 km² urbar gemacht.[295]

Bauwesen, Baustrukturen und ArchitekturBearbeiten

 
Friedrich Wilhelm I. besichtigt die Bauarbeiten in der Friedrichstadt

Die Architekturstile der brandenburgischen Siedlungen gehen zeitlich ineinander über. Grundsätzlich haben neben vereinzelten funktional bedingten Abweichungen die Meisten Orte in Brandenburg ein ähnliches Erscheinungsbild mit typengleichen Baustrukturen und Konstruktionsmustern. Als prägnante und immer wiederkehrende Bautypen kommen vor allem in ländlichen Gebietes Gutshäuser, Schlossanlagen mit Schlossgärten, Kirchen und darunter vor allem Feldsteinkirchen, Bauerngehöfte mit Wirtschaftsgebäuden wie Scheunen und Ställen, Bauernkaten vor. Größere Städte hatten seit dem Mittelalter umlaufende Stadtmauern, Stadttore und Wehrtürme errichtet. Seit dem 18. Jahrhundert wurden Akzisemauern errichtet. In den größeren Städten wie Berlin, Potsdam Frankfurt/O. und Brandenburg/H. sind stattliche und massive Bürgerhäuser ab drei Geschossen in den Altstädten seit dem 18. Jahrhundert eine häufigere Erscheinung. Strohgedeckte Häuser waren aber noch im 18. Jahrhundert keine Seltenheit. Die Norddeutsche Backsteingotik hat einen prägenden Eindruck in die Baugestaltung der brandenburgischen Ortschaften hinterlassen.

Berlin zog die Masse der staatlicherseits angestoßenen Bautätigkeiten ab 1650 auf sich. Neben der Errichtung neue Vorstädte wie die Berliner Friedrichstadt seit 1688 wurden vor allem der Ausbau fürstlicher Residenzen vorangetrieben. Auch andere Städte Brandenburg erweiterten ihre Baustrukturen und ihre bebaute Fläche. Nach Berlin folgend bedeutend war beispielsweise die Erste (1713-1724) und Zweite Potsdamer barocke Stadterweiterung (1733-1745). Neben dem Ausbau der Residenzen waren auch die Erweiterungen der Befestigungsanlagen wichtige Bauvorhaben. Es entstanden so Festungen, Zeughäuser, Magazine und weitere militärische Infrastrukturen. Die brandenburgisch-preußischen Herrscher förderten auch die private Bautätigkeit von repräsentativen Bürgerhäusern durch finanzielle Zugaben.

 
Niederdeutsches Hallenhaus mit Nebengebäude, Ziegel-Fachwerk, Rohrdeckung; Flettdielenhaus, datiert 1792; Ansicht Wohnteil (Kammerfach) hinter dem Deich an der Elbe (Mödlich, Prignitz). Niederdeutsche Hausformen existieren nur in der äußersten Westprignitz als Dielen- oder Hallenhäuser. Bei den wenigen erhaltenen Gebäuden handelt es sich um die größten Bauernhäuser in Brandenburg

Eine geregelte Raumordnungs- und Stadtplanung als solches gab es aber noch nicht. Die Schaffung neuer Baustrukturen vollzog sich über deutlich längere Zeiträume und war quantitativ deutlich geringer ausgeprägt als heute. 1800 gab es in den Kurmärkischen Städten folgenden Baubestand:

  • 6822 massive Häuser,
  • 26449 Häuser mit Ziegeldächer,
  • 1550 Häuser mit Strohdächer,
  • 6695 Scheunen

Ebenso 1800 wurden in den Kurmärkischen Städten 225 neue Häuser gebaut und hochgerechnet das Land 425 Gebäude.[296] Für den Gebäudebestand des Landes der Kurmark gibt es nur die Anzahl der Feuerstellen, über die sich die Zahl der Gebäude rekonstruieren lässt. Demnach lag die Zahl der Gebäude auf dem Land im Jahr 1800 bei 78.456 Gebäuden.

Gebäudebestand der Mark Brandenburg um 1800
Landesteil Kurmark Neumark Mark Brandenburg
Land 78.456[297] 34.744 113.200
Stadt 41.516 12.065 53.381
Gesamt 119.972 46.809 166.781
Zahl der Neuerrichteten Gebäude eines Jahres 600 315 915

In der Neumark gab es 1800 in den Städten 12.065 Häuser und in den Dörfern 34.744 Häuser, zusammen waren das 46.809 Gebäudestrukturen. 1770 lag die Zahl der Gebäude bei 37.362 Häuser. Das macht einen durchschnittlichen Zuwachs pro Jahr von 315 Häusern. Als Relation dazu betrug im (nicht territorial deckungsgleichen) Land Brandenburg die Zahl der Häuser mit Wohnraum 2011 646.604 Gebäude und das Land Berlin hatte 317.739 Gebäude mit Wohnraum (Deutschland: 19.060.870 Wohngebäude).[298] Bei der Angabe für die Mark Brandenburg ist nicht sicher zu ermitteln, ob alle oder nur ein Teil der Wirtschafts- und Funktionalgebäude darin umfasst sind. Wohngebäude und Nichtwohngebäude haben in Deutschland einen annähernd gleich großen Anteil an der Nutzfläche im Gebäudebestand, nach Anzahl beträgt die Zahl der Nichtwohngebäude aber nur rund 10 Prozent der Gesamtgebäudezahl. Der statistisch nicht exakte Zuschnitt der Angabe von 1800 weist also eine absolute Fehlervarianz von 10 Prozent mehr oder weniger auf und ist damit ein noch hinreichend reliabler Wert. Im Schnitt wurden allein im Land Brandenburg ohne Berlin in den 2000er Jahren jährlich etwa 7000 Gebäude (Wohn- und Nichtwohngebäude) fertiggestellt.[299]

Im historischen ländlichen Raum der Mark gab es im Wesentlichen zwei große Gebäudegruppen: die Gebäudegruppe der Holzbauten und die Gebäudegruppe der Massivbauten. Zum Holzbau gehörten der Fachwerk- und der Blockbau sowie diverse Mischformen, zum Beispiel Umgebinde- oder Bohlenfachwerkbauten. Dem Massivbau werden alle Mauerwerksbauten aus Ziegel, Naturstein und Werkstein zugerechnet. Lediglich der Lehmbau stellt eine Sonderform dar. Je nachdem, ob er selbsttragend oder nur wandfüllend ist, wird er der einen oder der anderen Kategorie zugeordnet.

Der Mauerwerksbau aus Ziegel, Naturstein und Werkstein ist so alt wie der Fachwerkbau. Er war jedoch im Mittelalter und der Frühen Neuzeit der Oberschicht vorbehalten. Ein „festes Haus“ war immer ein Herrenhaus. Die ersten festen Bauten der Bauern waren die Feldsteinkirchen, die im Mittelalter auch dem Schutz und der Verteidigung dienten.

Ziegelsichtmauerwerk war in der Mark Brandenburg seit dem Mittelalter bekannt (Kirchen, Klöster, Herrenhäuser), jedoch wurde dieser kaum im bäuerlichen Bereich verwendet. Dort erschien er zuerst im späten 18. Jahrhundert als Ausfachungsmaterial bei Fachwerkbauten. In der friderizianischen Zeit wurden Massivbauten überwiegend als Putzbauten errichtet; diese waren billiger, der Ziegel konnte von minderer Qualität sein, auch entsprach die verputzte Fassade dem Zeitgeschmack.[300]

Der historische Baubestand aus der Zeit der Mark ist durch relativ einheitliche Hausformen gekennzeichnet. Es dominierte das quer geteilte, aus dem Ernhaus hervorgegangene und durch die Zeit um 1800 geprägte märkische Wohnhaus.[301]

Die vorindustrielle Bauweise entsprachen vorwiegend handwerklich geprägte Konstruktionen. Für die Herstellung des Baumaterials arbeiteten in der Mark Brandenburg um 1800 147 Ziegeleien und 90 Teeröfen.[302]

Vergleich des Gebäudebestandes der Mark Brandenburg (1800) und den Ländern Brandenburg und Berlin (2011/2017)
Land Mark Brandenburg Land Brandenburg und Berlin
Zahl der Gebäude 166.781 964.343
Zahl der Neuerrichteten Gebäude eines Jahres 915 BB: 7.000 (ohne Berlin)
Zahl der Einwohner 1.124.806 6.200.000
Einwohner/Gebäude 6,77 6,43

Die Landschaftsarchitektur begann sich seit dem Ende des 18. Jahrhunderts in Brandenburg zu entwickeln.

BurgenBearbeiten

Die meisten märkischen Burgen verdanken ihren Ursprung den Markgrafen, die als einzige das Recht hatten, befestigte Bauten zu errichten. Aber auch die Bischöfe waren bedeutende Bauherren brandenburgischer Burgen (z. B. Brandenburg, Havelberg, Lebus). In der Regel setzten die Askanier einen Burggrafen oder Vogt (oft ein Ministerialer) ein, der die Burg für sie verwaltete. Nur wenige Burgen waren im Besitz von Adligen. Im Zentrum der Mark befanden sich relativ wenig Burgen, in den Grenzgebieten deutlich mehr. Insbesondere die wichtigen Flußübergänge und Straßenpässe im Grenzgebiet wurden durch askanische Burgen geschützt und kontrolliert. Sie wurden Mittelpunkte von Verwaltungsbezirken und waren zur Aufsicht über größere Landstriche bestimmt. In ihrer Nachbarschaft bildeten sich oft Städte. Ferner existierten eine Vielzahl kleiner Burgen, Wallanlagen und befestigter Höfe. Authentische Burgen aus dem 13. Jahrhundert sind heute nicht mehr zu finden. Im Burgenbau fanden in der Mark Feldstein- und Ziegelmauerwerk frühestens seit dem späten 12. Jahrhundert, verstärkt aber erst im 13. Jahrhundert Verwendung. Für die Mark Brandenburg sind Burgen mit rechteckigem Grundriss und nur einem Eckturm charakteristisch. Typische Größendimension umfasste eine Kantenlänge von 30 Meter, ein Bergfried von knapp 10 Metern Durchmesser bei einer Mauerstärke von etwa 3 Metern.

SchlösserBearbeiten

Der ab dem Spätmittelalter in Europa (Vorbild für Brandenburg: Schloss Hartenfels in Torgau) einsetzende, auf repräsentative Zwecke ausgerichtete Schlossbau hatte eine große Bedeutung für den Landesausbau. Einerseits fungierten die Schlösser als sichtbare Machtstützen im Herrschaftssystem des Landesherren gegenüber den politischen Lokalakteuren, andererseits wirkten die herausgehobenen Baustrukturen wie eine Entwicklungsvorgabe auf ihr Umland ein. Neben der Ausstrahlung der architektonischen Formensprache auf danach errichtete Bauten der Umgebung (Herrenhäuser, Rathäuser, Bürgerhäuser etc.), belebten die Bauprojekte auch das örtliche Bauhandwerk als auch das Baustoffgewerbe. Die Innengestaltung der Schlösser als auch deren Versorgung bedingten das Aufkommen eines diversifizierten Hoflieferantengewerbes als auch das Aufkommen spezieller Manufakturen, zum Beispiel für die Produktion hochwertiger Tapeten, Mobiliare aller Art und einen Kunstmarkt. Diese Verfeinerung der gewerblichen Strukturen vollzog sich zu einer Zeit, in der in Brandenburg ein wirtschaftlich gering differenziertes und bäuerlich geprägtes Wirtschaftsgefüge vorherrschte. Somit war die so geschaffene Nachfrage der Hohenzollern ein bedeutender Anschub für die Hebung der Wohlfahrt des Landes und nicht wie in älteren Publikationen häufig zu lesen, „eine Verschwendung von Geldern auf Kosten der armen Leute“[303].

Herren- und GutshäuserBearbeiten

Die Inhaber der als Gutshaus, Rittergut oder auch Schloss bezeichneten Herrschaftssitze des Landadels, waren mit besonderen Rechten und Privilegien ausgestattet, hatten Sitz und Stimme in einen der beiden märkischen Landtage links oder rechts der Oder und leiteten einen landwirtschaftlichen Betrieb. Architektonisch reicht die Spanne von ortsüblichen Bauernhausformen bis zu schlossartigen Prunkbauten.

RathäuserBearbeiten

Die in Europa zumeist repräsentativ errichteten Rathäuser des Mittelalters und der Frühen Neuzeit symbolisieren die städtische Selbstverwaltung. In Brandenburg war die städtische Autonomie im Spätmittelalter besonders stark ausgeprägt. Entsprechend finden sich aus dieser Zeit in den größten Zentralen (nicht Berlin, sondern die Altmark, Brandenburg/H. und Frankfurt/.O.) der damaligen Zeit große und repräsentative Bauten. Diese Bauten repräsentierten zugleich das gestiegene bürgerliche Selbstwertgefühl, einer wirtschaftlichen und politischen Gesellschaftschicht, die in Brandenburg ab dem Spätmittelalter gegenüber Landadel und Landesherren zusehends an Einfluss verlor.

Die erste Erwähnung eines Rathauses in Brandenburg findet sich 1297 im Schöppenbuch der Neustadt Brandenburg.[304] Bereits davor gab es städtische Ratsverfassungen. Oft handelte es sich bei den ersten Rathäusern um relativ kleine Gebäude, ehemalige Kurien oder Bürgerhäuser, die in einer Straßen- oder Platzseite eingebaut waren. In ihrer städtebaulichen Position, ihrem innerenarchitektonischen Aufbau und der Vielfalt der Nutzungen entsprechen die Brandenburger Rathäuser weitgehend dem Norddeutschen Rathaustyp, der sich im 13. Jahrhundert wahrscheinlich aus den Gildehäusern der Kaufleute entwickelt hat.[305]

Die Rathäuser dienten auch als Kaufhäuser. Kaufgüter wurden dort auf Raatswagen gewogen. Es gab Versammlungsräume. Auch dienten die Rathäuser als Orte für Feste. Im Keller der Rathäuser gab es mitunter bürgerliche und gemeine Gefängnisse.[306]

KlösterBearbeiten

FeldsteinkirchenBearbeiten

Brandenburg weist eine außergewöhnliche Dichte von Dorfkirchen auf, deren wesentliche Teile aus dem späten Hochmittelalter und dem Spätmittelalter stammen. Es handelt sich um meist einfache, wenig strukturierte Feldsteinkirchen ohne großen Bauschmuck. Die meisten wurden in späteren Zeiten mehr oder weniger stark verändert, umgebaut oder nach Zerstörungen wieder aufgebaut. Trotzdem haben viele der Brandenburger Dorfkirchen ihren mittelalterlichen Charakter noch weitgehend behalten. Die mittelalterlichen Dorfkirchen in Brandenburg haben einfache und klaren Formen, eine oft sehr sorgfältige Ausführung des Mauerwerks und wirken wuchtig. Dekorelemente sind spärlich vorhanden und auch die Schmuckportale sind karg ornamentiert. Es kommen nur wenige Ornamentsteine vor.

AckerbürgerhäuserBearbeiten

Die ursprünglich in Brandenburg flächendeckend verbreitete Bauform war der Fachwerkbau, erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich der durchgehende Wandel zum Massivbau vollzogen. Die städtischen Fachwerkhäuser des frühen bis späten 18. Jahrhunderts wurden meist nach den zeittypischen Stadtbränden jener Zeit in typisierten Formen errichtet. Dazu wurden einfachste Materialien, ohne jedes Schmuckwerk, ohne Spur von Baukunst verwendet. Sie prägen das Ortsbild vieler märkischer Stadt- und Dorflandschaften bis heute, wenn auch ihr Bestand zahlenmäßig zurückgeht. In Rheinsberg existieren von den nach dem Stadtbrand von 1740 errichteten Typenhäusern nur noch zehn Gebäude. Einerseits ist das Baumaterial nach über 200 Jahren an der Belastungsgrenze. Die Typenhäuser dieser Zeit haben aber auch diverse Nutzungsmängel aufzuweisen. Sie haben häufig zu kleine Räume (ein Drittel machen Kammern unter 8 qm aus), die Deckenhöhe ist zu niedrig (im Obergeschoss teilweise unter 1,90 m) und in den Innenräumen ist es zu dunkel.[307]

Kolonistenhäuser und MittelflurhäuserBearbeiten

Da die friderizianischen Kolonien meist für eine bestimmte, sozial einheitlich strukturierte Berufsgruppe errichtet wurden, kamen auch einheitliche Haustypen zum Einsatz, im nichtbäuerlichen Bereich aus ökonomischen Gründen oft Doppelhäuser. Teilweise wurde die Bauart der Häuser den heimatlichen Traditionen der Siedler angepasst (Holländerhäuser). Vor der friderizianischen Kolonisation seit 1753 war das märkische Mittelflurhaus einer der am häufigsten anzutreffenden Haustypen. Es steht immer mit dem Giebel zur Straße und hatte sich aus dem niederdeutschen Hallenhaus entwickelt. Ursprünglich war es ein Wohnstallhaus. Später entfernten die Bauern die Stallzone, die ein eigenes Gebäude erhielt. Oftmals erhielten die Frontgiebel eine Vorlaube. Dieser Vorbau wurde anfangs als Speicher genutzt (daher regional als „Spiekerhaus“ bezeichnet), später erfolgte meist ein Umnutzung zu Wohnraum. Mitunter wurden einzelne Dörfer gänzlich von solchen Giebellaubenhäusern geprägt.[308]

Märkische Mittelflurhäuser sind entwicklungsgeschichtlich aus dem niederdeutschen Bauernhaus hervorgegangen. Das große Hallenhaus wurde verkleinert, die ursprünglich mit Fuhrwerken befahrbare Diele auf die Größe eines Flurs reduziert; sie behielt aber ihre Lage in der Mitte (unter dem First) des Hauses bei.[309]

MühlenBearbeiten

Seit dem Jahr 1000 kamen in Mitteleuropa Wassermühlen auf, bevor ab 1400 Windmühlen dazutraten. Die Windmühle wurde dem Mühlenbann und -zwang unterworfen, so dass nun nicht mehr die Nutzung der Antriebskraft, sondern die Eigenschaft der Mühle als Monopolgewerbe der Getreideverarbeitung im Mittelpunkt stand. Mühlen hatten auch als Schneide-, Öl-, Grütz- oder Papiermühlen große wirtschaftliche Bedeutung in der frühneuzeitlichen Gewerbewirtschaft der Mark.

Die Verdoppelung der Bevölkerung im Laufe des 18. Jahrhunderts ging mit einer Verdoppelung der Mühlenanzahl einher, so das um 1800 durchschnittlich jedes zweite Dorf in Brandenburg über eine Mühle verfügte. Für 1801 wurden 902 Müller statistisch erfasst, die 1065 Landwasser- und Landwindmühlen betrieben haben. Zusätzlich betrieben die Städte 330 Städtische Mühlen, die das gelieferte Getreide für die städtische Versorgung verarbeiteten.[310]

HerrschaftssystemBearbeiten

Das Regierungssystem der Mark Brandenburg des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit durchschritt die Epochen des Lehnstaates zum Ständestaat zum Landesstaat.

Die politischene Auseinandersetzungen der politischen Akteure drehten sich um die Erlangung eines politisches Monopols. Die Konflikte waren Teil des Gesamtproblems der Schaffung einer tragenden Repräsentativverfassung und die Verteilung der Macht. Diese Konflikte prägten den Prozess der Staatsbildung Brandenburgs entscheidend mit. Die Auseinandersetzungen mündeten in den Beginn der Repräsentativversammlungen der Ständeversammlung. In der Zeit des Ständestaats handelte es sich beim brandenburgischen Regierungssystem um eine „Präsidiale Monarchie“ in einem korporativen Staat. Auch mit einer repräsentativen Einbindung landständischer Akteure ergaben sich neue Problemfelder in denen Zusammenarbeit und Machtkampf zwischen Landesherrscher und Ständeversammlungen wechselten. Dabei spielten religiöse Entzweiungen zwischen Herrscher und Ständen und wirtschaftliche Machtverschiebungen bedeutende Konfliktpotentiale.

LehenswesenBearbeiten

Das mittelalterliche Rechts- und Regierungsverhältnis in der Mark Brandenburg war durch das Lehenswesen bestimmt. Die Askanischen Markgrafen haben von Anfang an die volle Landeshoheit über alle ostelbischen und westelbischen allodialen (persönliche Eigentümer) Besitzungen in Anspruch genommen (Marktrecht, Zollrecht, Münzrecht). Durch die Gesetzgebung von Kaiser Friedrich II. wurden viele königlichen Rechte auf die Fürsten des Reiches übertragen.

Im ausgehenden 12. und im 13. Jahrhundert lagen die Rechte an den märkischen Dörfern fast ausschließlich in der Hand der markgräflichen Familie. Dies wich im Vergleich zu den Verhältnissen anderer Gebieten des Reiches ab. Der steigende Geldbedarf der Markgrafen führte dann jedoch zur Veräußerung von Rechten und Einkünften an Ritterschaft, geistliche Institutionen (Kirchenfürsten, Klöster etc.) und später auch an reiche Bürger. Dadurch entwickelte sich im 14. Jahrhundert aus der Mark ein typischer Feudalstaat, in welchem sich eine Vielzahl von Herrschaftsträgern zwischen die Markgrafen und die Hufenbauern geschoben hatten. Viele Dörfer kamen so unter die Herrschaft mehrerer Herren gleichzeitig, die ihre Rechte über den Schulzen wahrnahmen und die Einnahmen aus den Abgaben erhielten. Im Laufe dieser Entwicklung entstanden und vergrößerten sich auch die märkischen Rittergüter. Außerdem konnten sich die märkischen Adeligen nach dem Aussterben der askanischen Linie (1320) das Recht zurückerobern, eigene Burgen zu besitzen.

Die voranschreitende Entwicklung der Städte und der zunehmende Einfluss der Ritterschaft auf die ländlichen Verhältnisse vergrößerten deren Autonomie vom Markgrafen. Infolge der steigenden Abgaben für kriegerische Unternehmungen und der fürstlichen Hofhaltung verschuldeten sich die Markgrafen, deren Tilgung nur durch Sonderleistungen der Untertanen erfolgten. Dies geschah durch ein Besteuerungsrecht, der Bede, die in gewissen Bedarfsfällen zwangsweise dem Landesherren zu entrichten war. Durch das häufiger angewandte Bederecht wirkten Städte und Vasallen gegenüber den Lehnsherren zusammen, um die landesherrliche Willkür durch beidseitig bindende Vereinbarungen zu ersetzen und den maßgeblichen Wirtschaftsgruppen des Landes einen Einfluss auf die Landesregierung zu sichern.[311] Die Markgrafen sahen sich genötigt, sich mit führenden Persönlichkeiten der Vasallen als Räten zu umgeben, von deren Zustimmung ihre Entscheidungen abhängig wurden. Es bildeten sich so innerhalb des Landes die Stände, die als dauerhafte Partner des Landesherren in der Mark Brandenburg zuerst mit der Regelung der Bedeverhältnisse erscheinen und den Übergang des Lehnsstaates zum Ständestaat bedeuteten.[312] Die Mark war jedoch nicht ein einheitliches Territorium, in denen sich die Städte und Ritterschaft in zwei große einheitliche Fraktionen hätten zusammenschließen können. Die Mark zerfiel in die Territorien Havelland, Zauche, Teltow, Barnim, Uckermark, Lebus, Stargard, Prignitz, Neumark (das Land hinter der Oder) und ebenso das Land links der Elbe. Daraus ergab sich Anzahl um einzelne Städte gruppierter Bezirke oder Vogteien. Regelungen der Steuerverhältnisse vollzogen sich daher separat nach Regionen getrennt in Einzelverträgen zwischen Markgrafen und Landschaften. 1280 versammelten sich zum Beispiel 52 Adlige aus verschiedenen Landschaften der Mark in Berlin zur wohl ersten Versammlung ständischen Charakters, die den Abschluss eines Vertrages zwischen Landesherren und Ritterschaft als gleichberechtigte Partner zum Ziele hatte. Diese Berliner Versammlung blieb allerdings zunächst eine Einzelerscheinung und eine Zentralverwaltung im heutigen Sinne war damit noch nicht gegeben.

In ganz Mitteleuropa änderten sich ab dem 13. Jahrhundert die Grundlagen der Gebietsherrschaft. Die auf dem Lehnrecht beruhenden gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen den Herren und Vasallen waren durch die mit dem Städtewesen verbundenen neuen rechtlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten verdinglicht worden. Statt der feudalen Lehnsmänner leiteten nun juristisch ausgebildete Räte die Geschäfte der Fürsten. Sie arbeiteten in der markgräflichen Kanzlei, dem Zentrum des wachsenden Schriftverkehrs. Herrschaftsrechte, auch die über Territorien, wurden wie Handelsware betrachtet und entsprechend verpfändet oder verkauft. Der Vorgang wurde als „Monetarisierung der Herrschaftsrechte“ bezeichnet.[313]

Ständische VerfassungBearbeiten

Das in der Fachliteratur breiter rezipierte vergleichende Theoriemodell des belgischen Historikers Wim Blockmans klassifiziert das frühneuzeitliche Ständesystem (in Europa) nach sozio-ökonomischen Kriterien. Er unterschied drei Haupttypen. Der erste Typ Ständestaat waren die Stände eines reinen Agrarstaats. Diese bestanden nur aus Großgrundbesitzern, gleich ob adeliger oder klerikaler Herkunft. Nur diese Großgrundbesitzer waren in den Versammlungen vertreten, der Rest des Landes nicht. Der zweite Typus ist eine Mischform, in der in einer überwiegend ländlichen Gesellschaft auch kleinere Städte vertreten waren. Die dortige Agrargesellschaft erwirtschaftete Überschüsse. Bei Typ zwei gibt es schon viel komplizierteres Beziehungsgeflecht zwischen Landesherren, Stadt und Adel und es traten im Spätmittelalter viel häufigere Standesversammlungen auf als beim ersten Typ. Sowohl bei Typ eins als auch bei Typ zwei sind die finanziellen Hilfen für den Landesherren weniger wichtig als die Verteidigung der Privilegien und Rechte der gesellschaftlich wichtigsten Gruppen. Typ drei kennzeichnet eine stark urbanisierte Gesellschaft, in denen die Stände durch eigene Handelsbeziehungen Kontakte zum Ausland unterhalten und die Auswärtige Politik stark mitprägen.[314]

Die Mark Brandenburg besaß eine lockerer Städtekette. Diese war deutlich weitmaschiger und die Städte deutlich kleiner als das hochurbanisierte Holland zu der Zeit aber wiederum engmaschiger als die weiter östlich folgenden Gebiete und Länder wie Polen. Folglich vertrat die Märkische Ständeverfassung den zweiten ökonomischen Typus, was einer mittleren Position im internationalen Gefüge entsprach. Demnach waren die Stände primär auf die Sicherung ihrer Machtstellung gegenüber den Landesherren ausgerichtet, hatten keine relevanten Außenbeziehungen aufzuweisen und auch keine großen finanziellen Ressourcen. Das ständische Verfassungsleben war rege und Versammlungen fanden häufig statt.

Die Typologie nach Blockmans geht von den gesellschaftlich-wirtschaftlichen Ausgangslagen aus, die die Ausgestaltung der Ständischen Verfassung mitbedingten und meint nicht die eigentliche Typologie einer Ständischen Verfassung. Dafür sind andere Kriterien hinzuzuziehen. Diese sind:

  • Die Stellung des märkischen Ständestaats im brandenburgischen Regierungssystem richtete sich zunächst nach dem Verhältnis der Stände zur Position des Landesherrschers,
  • die Frage nach dem Recht zur Einberufung der Ständeversammlung,
  • die Zusammensetzung der Ständeversammlung,
  • die Wahl ihrer Abgeordneten und ihren
  • Verfahren bei der Beratung und Beschlussfassung.[315]

Obwohl seit dem Regierungsantritt Johann Georgs Kur- und Neumark wieder unter einem Landesherren vereint regiert wurden, blieben dennoch die beiden Landschaften getrennt. Dies wurde durch die beiden unterschiedlichen Verfassungen verursacht, die sich durch eine unterschiedliche Verlaufsgeschichte entwickelte. Erst seit den 1610er Jahren als die gesamte Mark betreffende Landesverteidigungsfragen in den Vordergrund der Verhandlungen traten, traten die Stände beider Landesteile in gemeinsamen Ausschusstagen zusammen.[316]

Die Stände bildeten anfangs vier, später drei eigenständige Kurien (modern: Fraktionen),[317] die im Landtag vertreten waren und die gesamte grundbesitzende Klasse des Landes repräsentierten. Der Landesherr berief den Landtag und löste ihn auf. So gesehen war der ständische Landtag ein undemokratisches Legislativorgan.

Folgende Fraktionen gab es:

  1. Adel: 1280 erschien die märkische Ritterschaft erstmals als korporativ organisierte Gruppen gegenüber ihren Landesherren, zu dem Zeitpunkt noch ohne die Städte.
  2. Geistliche Korporationen: Die Landtagsfähigkeit der Prälaten hing ausschließlich an ihren Grundbesitz begründeten Lehnsverhältnis zum Landesherren. Der Landtag von 1540 führte zur Reduktion des Prälatenstandes in der Mark, deren Güter wurden mit Zustimmung der Städte und des Adels eingezogen. Nach der Säkularisation während der Reformation war die Kurie der Prälaten auf nur noch wenige Vertreter zusammengeschmolzen. Diese waren die Stifte Brandenburg und Havelberg, das Kloster Heiligengrabe, die Johanniterkomture zu Lietzen und Werben.[318]
  3. Grundbesitzende Städte: Der dritte und mindermächtigste Stand waren die immediaten Städte, von denen es in der Kurmark 42 gab. Auf den Tagungen wurden die Städte durch ein oder mehrere Mitglieder ihres Stadtrates vertreten. Die großen Städte übten eine gewisse Oberaufsicht über die kleineren Städte aus. Die Städte gliederten sich seit 1565 in die beiden Gruppen der altmärkisch-prignitzschen Städte und er mittelmärkisch-ruppinisch-uckermärkischen Städte.

Ein allgemeiner Landtag, vom Landesherren einberufen, fand erst 1345 statt, und zwar wegen des Münzwesens. Von da an traten dann allgemeine Landtage öfter zusammen, um über Landfragen zu verhandeln und zu beschließen. Auch Bürgerliche sofern Sie im Besitz eines Rittergutes waren nahmen an den Sitzungen des Landtages teil. Es handelte sich bei diesen um kurfürstliche Beamte, die vom Kurfürsten Lehnsgüter erhalten hatten. Die Tätigkeit im Landesdienst schloss nicht die Teilnahme an den Ständeversammlungen aus, so gab es viele Personen die Doppelstellungen innehatten. Problematisch aus organisatorischer Sicht war die mangelnde Vorbereitung der Landtage durch den Kurfürsten. Eine schriftlich vorab versendete Tagesordnung fehlte bis 1600 in den erst fünf Wochen vor dem Termin versendeten Anschreiben, so dass die Bevollmächtigen Vertreter keine ausreichenden Instruktionen ihrer Auftraggebenden Korporation erhalten konnten, sodass sich die Verhandlungen durch andauernde Rückkopplungen der entsandten Teilnehmer mit ihren vertretenden Korporationen stets in die Länge zogen.[319]

Es gab verschiedene Tagungskreise. Die allgemeinen Land- und Ausschusstage in denen alle die landständischen Rechte besaßen zusammenkamen waren selten. Die Tagungsabstände erreichten bis zu 40 Jahre (z. B. 1572-1602-1643). Ein Selbstversammlungsrecht besaßen die märkischen Stände im Gegensatz zu anderen deutschen Territorien nicht. Tagungsort war das Berliner Stadtschloss. Das Erscheinen war Teil der Lehnspflicht. Die Verhandlungen waren geheim und wurden nach den Kurien getrennt, die ebenso eigene regionale Beratungsausschüsse bildeten. Eine Gesprächs-Protokollführung gab es nicht. Rederechte und Stimmrechte waren hierarchisch gestaffelt. Bei fehlender Einstimmigkeit waren Mehrheitsbeschlüsse möglich. Die Verhandlungen wurden meist schriftlich geführt. Während die Ritterschaft meist frühzeitig Beschlussreif waren dauerte dies bei den Städten länger. Diese hatten einen höheren finanziellen Beitrag zu leisten als der Adel, so dass die Städte meist darauf drängten den Adel zu höheren anteiligen Zahlungen zu bewegen. Die kurfürstlichen Räte versuchte zwischen beiden Gruppen zu vermitteln.[320]

Wie in anderen Territorien hatte sich in der Mark Brandenburg die Mitbestimmung für das Ausschreiben von Steuern zum wichtigsten Recht der Stände entwickelt, durch das dem Landesherren in der Kurmark erhebliche Einschränkungen seiner Machtstellung auferlegt wurden. Denn mit der Steuerbewilligung verbunden war die ständische Schuldenverwaltung, die den Kurfürst 1549/1550 aufgrund seiner prekären finanziellen Situation diesen mit dem „Kreditwerk“ zugestehen musste. Ebenso erhielten die Stände die Organisationskompetenz zum Einzug und zur Verwaltung der Steuern. Dem Kurfürsten war es verboten, Bündnisse einzugehen ohne vorher die Zustimmung der Stände einzuholen.[321] In der Neumark dagegen war die Finanzverwaltung unbeschränkt beim Landesherren geblieben.

Neben den allgemeinen Landtagen für die Mark Brandenburg sind auch Ständetage in den einzelnen Landesteilen einberufen worden, auf denen für diese wichtige, aber nicht die Gesamtstände berührenden Angelegenheiten behandelt wurden.[322] Das erste Drittel des 16. Jahrhunderts war nach Häufigkeit und Kompetenzfülle der Landtage die Blütezeit des brandenburgischen Ständewesens. Beinahe jedes Jahr wurden die Stände zu gemeinsamen Landtagen oder nach Ständegruppen getrennten Herren-, Städte- oder Ausschusstagen zusammengerufen. Nicht zu den Ständen gehörte die Bauernschaft, Sie erhielten auch keine Repräsentanz auf den Landtagen.[323]

Die Stände repräsentierten das gesamte Land, während der Landesherr nur die höchste Zentralgewalt repräsentierte. Die Stände betrachteten den Landesherren nur als Primus inter pares und als Verbindungsstelle nach außen als auch Vermittlungsstelle nach innen. Die Stände waren strukturbedingt eher durch einen kleinteiligen an einem Status quo orientierten Politikansatz interessiert. Das bedeutete, dass sie zuallererst ihre eigene Machtstellung gegenüber den Landesherren bewahren wollten. Ein vollständiges landesweites Politisches Programm verfolgten sie eher nicht. Da sie nur die regionalen Landesinhaber beziehungsweise Besitzer des Landes waren, die sich landesweit vernetzt hatten, waren ihre Denkweisen und Handlungsgewohnheiten auch nur so weit gerichtet. Eigene Inputs brachten die provinziell denkenden und schlecht in Europa vernetzten brandenburgischen Stände, Adelige wie Bürger eher nicht in die Landespolitik ein. Aufgrund des begrenzten personellen Potentials der Stände brachte die Vielfalt der Strukturen und Dezentralität in Brandenburg keine positive Entwicklung mit sich, sondern Stillstand.

Die Ständeherrschaft funktionierte ähnlich wie bei einem heutigen börsennotierten Aktiengesellschaft. Es gab demnach mit den Landtagen etwas vergleichbares wie eine heutige Aktionärsversammlung. Diese entscheidet über die unternehmerische Bilanz, Kapitalausschüttungen und Gewinnbeteiligungen und den zukünftigen unternehmerischen Kurs, während der Vorstandsvorsitzende der Aktiengesellschaft für die eigentliche Unternehmensführung zuständig ist, das Unternehmen aber nicht bis auf seine persönlichen Aktienpakete besitzt, sondern als Amtsinhaber nur managt. Die Aktionäre der Aktiengesellschaft sind die eigentlichen Besitzer der Unternehmens. Die größten Aktionäre haben einen größeren Einfluss als die kleineren und können den Vorstandsvorsitzenden stark beeinflussen, einengen und dessen Politikansätze zerstören bei gleichzeitiger Förderung der eigenen Machtstellung. Die spezifisch brandenburgische personelle Zusammensetzung der Stände mit einer Dominanz weniger einflussreicher brandenburgischer Adelsfamilien führte nicht zu den gleichen positiven Entwicklungen wie in den Niederlanden. Dort gab es ein starkes wirtschaftliches Bürgertum das sich gegenüber den Adel und Zentralherrschaft besser behaupten konnte und das Land im Alleingang zum Fortschrittsmotor Europas umgestaltete. In Brandenburg glichen die Stände in ihrem Handeln eher dem destruktiv wirkenden polnischen Adel der Adelsrepublik. Der Adel war im Grunde seit der Frühen Neuzeit eine im Niedergang befindliche soziale Schicht, die nur geringe wirtschaftliche Kompetenzen oder Interessen besaßen. Ohne eine bürgerliche Initialentwicklung blieb nur der Landesherr übrig, der in der Lage war das Land voranzubringen und zu entwickeln, da der grundbesitzende Adel keine Gestaltungskompetenz besaß, sondern reine Klientelpolitik betrieb, die in ihrer Logik nicht gesamtgesellschaftlich funktionierte. Das Bürgertum wiederum vertrat einen funktionierenden gesamtgesellschaftlichen Ansatz, der vor allem in den Niederlanden durch calvinistische Prinzipien getragen wurde, demnach die eigene individuelle Leistung für das Glück des Einzelnen verantwortlich ist. Die Hohenzollern gingen zum Calvinismus über und versuchten in ihrem Land diese Geisteshaltung zu fördern. Dies gelang zum Teil, allerdings blieb die Mehrheit der Bevölkerung vor allem auf dem Land weiter inaktiv, unfrei und Phlegmatisch.

Bezogen auf die Stände und den Landesherren, sind die Kurienmitglieder der Stände allesamt Grundbesitzende des Landes und damit deren Inhaber. Es gibt Großgrundbesitzer und kleinere Besitzer. Der Markgraf als Landesherr ist ebenso Grundherr (Domänengüter) in seiner Person aber repräsentiert über sein Amt eben auch den äquivalenten Vorstandsvorsitzenden der Aktiengesellschaft.

LandesherrschaftBearbeiten

Zwischen 1300 bis 1700 prägte sich in Mitteleuropa der frühmoderne Territorialstaat aus, dieser Prozess ist auch als „Verstaatung“ bezeichnet worden und kennzeichnet eine Verdichtung von Landeshoheit mit den Markgrafen als deren Träger, in den Raum mittels symbolischer, regelhafter, bürokratischer und auch sichtbarer-baulicher Institutionenbildung. Dies brachte im Ergebnis ab dem 15. und 16. Jahrhundert die fortschreitende Regelung sozialer Handlungen im öffentlichen Raum durch ein vom „Staatsgedanken“ geprägtes Rechtswesen mit sich, wodurch ich die Landesherrschaft in einen verdinglichten Landesstaat wandelte. Dieser Prozess war allerdings nicht auf ein Ziel gerichtet und auch nicht stetig verlaufend.[324] Trotz mancher Gemeinsamkeiten mit anderen deutschen Territorien war die Ausprägung der brandenburgischen Landesherrschaft ein individueller Entwicklungsprozess. Hauptsächlich ging es dabei um die Durchsetzung der fürstlichen Landesherrschaft gegenüber den ansässigen Lokalgewalten.

Die Denk- und Rechtsformen landesherrlicher Politik ähnelte im 15. und 16. Jahrhundert in vieler Hinsicht denen der Stände. Diese kontrollierten lange Zeit bedeutende Policyfelder auf der Landesebene, wie die Steuerpolitik und durch die Mittelvergabe auch die Landesverteidigung. Im Dreißigjährigen Krieg führte das dazu, das die Stände eine Aufrüstungspolitik des Landesherren aufgrund eigener kurzsichtiger Interessenlagen boykottierten. Die Mark blieb ungeschützt mit dem Ergebnis, das es fremde Heere zerstören konnten. Die kleinteilige abgegrenzte provinzielle Strukturverfassung und regionale Denkweise der Stände behinderten den Landesherren bei der Durchsetzung einer landesweiten und einheitlichen Politik. Der Landesfürst hatte demgegenüber durch die reichsweite Einbindung in politische Vorgänge oder die dynastischen Verbindungen zu den Landesherrschern nach ganz Europa ganz andere, höherwertigere politische Ansätze, die überhaupt erst dafür sorgten, das es in der Mark so was wie eine politischen Agenda und einen politischen Diskurs gab, auf denen die Stände stets nur reagierten. Die Kleinteiligkeit und die Vielfältigkeit der Ständestrukturen war wiederum ein strukturelles Hindernis für die Etablierung von Neuerungen und großangelegten Investitionen oder Leuchtturmprojekten. Daher war das Ständewesen eher strukturkonservativ, innovationsfeindlich und weniger effektiv als eine landesherrliche Politik, die deutlich weniger Vetospieler einbinden und nicht alle Interessen gleichermaßen berücksichtigen musste, sondern thematische Spitzenfelder oder Schwerpunktprojekte bilden konnte und die zur Verfügung stehenden Mittel freier einteilen konnte als die ausgleichsorientierte Ständepolitik. Beispielsweise konnten neue Institutionen wie ein stehendes Heer, Manufakturen oder kulturelle Einrichtungen nur dann entstehen, wenn andere Politikfelder zeitweise weniger gefördert wurden und die so gesammelten Mittel in den Aufbau der neuen Institutionen umgeleitet wurden. Ein Basisdemokratischer Ansatz war für solche politischen Entscheidungen kaum zu bewerkstelligen, da die Verlierer von solchen Entscheidungen die Zustimmung blockiert hätten. Eine absolute landesherrliche Politik konnte die Widerstände dagegen überwinden. Die inadäquate Politikgestaltung der Stände nahmen die nachfolgenden Landesherren daher zum Anlass, die Macht der Stände vollständig auf Landesebene zu brechen. Dazu versuchten die Landesfürsten den Zusammenhalt der Stände zu verringern, indem sie sich auf den Landadel stützten und eine wenig stadtfreundliche Politik verfolgten. Da es keine ständische Solidarität gab, gelang ihnen das seit 1470. Dies hatte zur Folge, das allgemeine Landesangelegenheiten unter Ausschluss der Ständischen Mitarbeit von den Fürsten und den fürstlichen Räten vorangetrieben wurden. Dies zeigte sich zum Beispiel beim Erlass von Städte- und Landesordnungen seit dem 16. Jahrhundert, die das Werk von fürstlichen Räten, verkündet vom Landesherren waren und ohne Beteiligung der Stände erarbeitet wurden.[325] Die landesherrliche Politik war bis zum Landtagsrezess von 1656 auf die Bewilligungen der Landstände auf den Landtagen angewiesen und konnte keine eigene Landesbezogene Politik ohne die Stände durchführen. Nach 1656 beriefen die Landesherren den Landtag schlichtweg nicht mehr ein. Sie etablierten stattdessen eigene Strukturen und Regeln und übergingen die Ständeherrschaft überall wo es sich anbot.

Zeitgemäß prägte europaweit vor allem der von Thomas Hobbes 1651 verfasste Leviathan das Denken und Handeln der europäischen Fürsten. Demnach sollten die Fürsten machtvolle Potentaten sein, die das staatliche Gewaltmonopol besitzen sollten. Der Fürst sollte die machtvolle Stellung zweckgerichtet einsetzen, um die Gesellschaft aus ihrem „elenden“ Naturzustand heraus zu holen und zu entwickeln. Das idealisierte Bild spiegelt den aufkommenden Absolutismus wieder. Dieser gipfelte in der Schaffung einer modernen Verwaltung und der Herstellung eines rechtseinheitlichen Raums innerhalb des Territoriums. Dadurch entstand ein umfassender formulierter fürstlicher Herrschaftsanspruch, der die Machtverteilung zwischen Landesfürst und Ständen so regelte, das den Ständen nur wenige Policyfelder zur Gestaltung verblieben.[326] Die lokalen Ordnungseinheiten lebten auch in der Zeit des Absolutismus fort und bewiesen eine andauernde Langlebigkeit, die erst am Anfang des 19. Jahrhunderts überlagert wurden. Herrschaftsanspruch und Verwaltungsrealität klafften weit auseinander. So dass sich in der Zeit des brandenburgischen Absolutismus von 1640 bis zu den Preußischen Reformen das Maß an Staatlichkeit eher geringer zu veranschlagen ist. Regionen und Dörfer konnten an ihren lokalen Rechten und Gewohnheiten erfolgreich festhalten.[327]

Reichsbeziehungen, Markgrafen und KurfürstenBearbeiten

Durch die Eroberung und Erschließung der späteren Mark Brandenburg waren die Markgrafen die dominante Kraft im Land. Es gelang Ihnen konkurrierende Herrschaftsträger wie die märkischen Bischöfe und freie Adlige an der eigenen Entfaltung zu hindern. Die kostspieligen Expansionsbestrebungen der askanischen Markgrafen führte zu Veräußerungen von Herrschaftsrechten ab Ende des 13. Jahrhunderts. Dies bedeutete eine Begrenzung der Zugriffsmöglichkeiten auf die ausgegebenen Gebiete und seit der markgraflosen Zeit 1319 zu einem nachhaltigen Verlust direkter Herrschaftsrechte. Der Markgraf hatte im Grunde im 14. Jahrhundert keinen Zugriff auf die wichtigsten Städte und Gebietsteile der Mark.[328] Er übte also keine flächendeckende Herrschaft über die Mark aus.

Die Markgrafen von Brandenburg gehörten seit der Goldenen Bulle von 1356 verbrieft zu dem Siebenköpfigen Kurfürstenkollegium des Heiligen Römischen Reichs. Neben den Status als Reichsstand des Heiligen Römischen Reichs, das jedem der rund 300 Territorien des Reichs die Teilnahme an dem Reichstag ermöglichte, kam dem Kurfürsten darüber hinaus die Wahlfunktion des Kaisers des Reiches aus ihrem Kreis zu. Damit gehörten die brandenburgischen Kurfürsten zur herausgehobenen Elite der Reichsfürsten, wenn sie auch vom politischen Einfluss und ihren machtpolitischen Möglichkeiten bis in das 17. Jahrhundert hinein zum schwächsten der Sieben Kurfürstentümer zählten. Die Kurstimme ermöglichte es den brandenburgischen Markgrafen ihre Zustimmung gegen politische Konzessionen des Kaisers einzutauschen.[329] Die Kurmark repräsentierte die Kurlande und war als Zugangslegitimierendes Herrschaftsobjekt des innehabenden Territorialfürsten zur Kurfürstenwürde unteilbar und territorial festgelegt.

Der Kurfürst stellte und entsandte für den seit 1663 immerwährend tagenden Reichstag in Regensburg eine kurbrandenburgische Reichstagsgesandtschaft. Die Mark Brandenburg war Mitglied des seit 1550 firmierten Obersächsischen Reichskreises, zusammen mit dem südlichen Anrainer dem Kurfürstentum Sachsen und dem nördlichen Nachbarn, das Herzogtum Pommern. Es fanden mit verschiedenen Abständen Kreistage statt, an denen Gesandte des Kurfürsten Brandenburg vertraten. Anfangs treuer Juniorpartner Sachsens, vertrat das expandierte Brandenburg seit dem 17. Jahrhundert häufig konträre Positionen zum leitenden und privilegierten Kreismitglied Sachsen und nahm eine ablehnende Grundhaltung zum Kreisgefüge ein, in dem es eine nach Sachsen untergeordnete Macht war.

Im Reich bemühte sich Brandenburg im 16. Jahrhundert während der Auseinandersetzungen um die Reformation und dem Kampf zwischen Fürstenmacht und Kaiserlicher Zentralgewalt um Vermittlung zwischen den Positionen. Gesandte des Kurfürsten waren in mehreren Versuchen beteiligt, einen Kompromiss zwischen dem protestantischen und katholischen Lager zu finden.[330] Da im 16. Jahrhundert Brandenburg nur ein begrenztes wirtschaftlich-finanzielles Potenzial innehatte, blieb es aber auf reichspolitischer Ebene in seinem Einfluss auf andere größere Reichsstände begrenzt. Es vertrat daher im Kurfürstenkollegium, wo Brandenburg bei der Stimmabgabe an sechster Stelle hinter Sachsen stand, sehr häufig die kursächsische Position bei außen- und reichspolitischen Fragen.[331]

Territoriale LandesverwaltungBearbeiten

Die große Ausdehnung der Mark erforderte eine Regionalisierung der Herrschaftsstrukturen, durch Schaffung einer territorial gegliederten Subebene für die Herrschaftssicherung des Markgrafen. Der Übergang vom mittelalterlichen Personenstaat zum institutionalisieren Flächenstaat vollzog sich in Brandenburg abweichend zu anderen Gebietes des Reichs. Der Machtkonflikt zwischen Landesherr, immediate Städte und Landadel wirkte sich auch auf die Bildung von territorialen Strukturen aus. Die Territorialverwaltung war ein Gemengelage verschiedener Akteure mit diversen Überschneidungen. Zum einen gab es genossenschaftlich selbst verwaltete Strukturen, Ständekorporationen und landesherrlich gebildete Strukturen die nebeneinander existierten.

VogteienBearbeiten

Im 14. Jahrhundert erfolgte die Wahrnehmung der markgräflichen Rechte in der Fläche über die Vogteiverfassung. Es sollen 30 Vogteibezirke gebildet worden sein.[332] Der Vogt zog die Abgaben des Markgrafen ein und überwachte den Landfrieden. Ferner sprach der Vogt Recht über alle Angelegenheiten aus, die nicht vom Markgrafen beschieden werden mussten und die nicht von Dorf- oder Stadtschulzen behandelt werden konnten. Der Vogt überwachte die Dorf- und Stadtschulzen. Er wurde vom Markgrafen ernannt und ähnelte in seiner Funktion einem frühen Landratsamt. Die Vogteiverfassung zersetzte sich mit dem Machtverlust der Markgrafen zusehends. Exemtionen der Städte, geistlicher und weltlicher Grundherrschaften zerstörten die markgräfliche Gerichtsverfassung und entzog den Vogten die Aufgaben.[333]

LandschaftenBearbeiten

Die Wittelsbacher reagierten mit der anhaltenden Aushöhlung der Landesherrschaft die mit dem Aussterben der Askanier erfolgt war und zahlreiche Kompetenzübertragungen von Landesherrlichen Rechte an Städte und Adel nach sich zog, mit der Schaffung einer neuen territorialen Gliederung. Diese fungierte als Mittelinstanz zwischen Vögten und Markgrafen und entwickelte sich in der Mitte des 14. Jahrhunderts. Während der Zeit der Wittelsbacher entstanden die Landreitereien (equitaturæ). Im Herbst 1373 wurde für Karl IV., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs (1355–1378) die Landesbeschreibung der Mark Brandenburg angefertigt. Dort stand:

Marchia Brandemburgensis est distincta in quator dominia sive provincias, quarum provinciarum una vocatur Nova Marchia Brandemburgensis, altera Antiqua Marchia Brandemburgensis, tercia Prignicz, quarta Ukara et quinta Marchia trans Oderam.[334]

Demnach bestand die Mark Brandenburg aus folgenden fünf Herrschaften oder Provinzen:

  1. Neumark Brandenburg,
  2. Altmark Brandenburg,
  3. Prignitz,
  4. Uckerland und
  5. Mark über Oder.

Für jede Provinz wurden Städte, Burgen, Klöster und Stifte sowie der schlossgesessene Adel angegeben. Die reichsunmittelbaren Stellungen der Herrschaft Ruppin, der Hochstifte Brandenburg, Havelberg und Lebus wurden stillschweigend übergangen, teilweise zu erklären mit ihrer Einbindung als märkische Landstände.[335][18][336]

An der Spitze der Landesteile befanden sich Landeshauptleute auch als Landvögte bezeichnet. Diese neuen Amtspersonen standen zwischen Vögten und Markgrafen. Neben der Sicherung des Landfriedens oblag es den Landvögten die Oberaufsicht über die landesherrlichen Burgen zu führen und im Notfall das Aufgebot des Markgrafen zu führen. Er war auch für die Rechtsprechung in seinem Bezirk zuständig. Die Landeshauptmänner erhielten weitreichende Finanzkompetenzen, die ihnen aber am Ende des 15. Jahrhunderts wieder entzogen wurden. Eine örtliche Mittelpunktsfunktion gab es nur in Tangermünde für die Altmark und Boitzenburg für die Uckermark. Ansonsten war die wichtigste Burg des Landesherren in einem Bezirk das Verwaltungszentrum des Bezirkes. Für die Mittelmark war dies Liebenwalde. Die Landeshauptmänner entstammten fast immer aus den wichtigsten schlossgesessenen Adelsfamilien der Mark. In der Altmark bekleideten Vertreter der Familien von Schulenburg und von Bartensleben das Amt des Landeshauptmanns. In der Mittelmark übernahmen Vertreter der Familie von Bredow diese Funktion. In der Prignitz dominierten die von Rohr und die Gänse zu Putlitz diese Funktion. In der Neumark herrschten vor allem die von Wedel und in der Uckermark waren es ab 1438 die von Arnim. So brachten sie von sich aus schon eine eigene Machtbasis und Ressourcen in das Amt ein. Durch die Einbindung der bedeutenden Adelsfamilien stabilisierte sich auch die Legitimität des Markgrafen. Allerdings vertraten die Amtsmänner nicht immer die Interessen im Sinne des Markgrafen zum Beispiel bei Angelegenheiten die sich gegen ihre eigenen Standesgenossen richteten.[337]

Nur wenig später unterschied das Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375 drei Hauptteile: die Mark über Elbe oder Altmark (Marchia transalbeana alio nomine antiqua Marchia), die Mittelmark (Marchia media) und die Mark über Oder (Marchia transoderana). Die Mittelmark bestand mit Land Lebus, Barnim, Zauche, Teltow, Havelland, Glien (Ländchen Löwenberg nicht erwähnt),[A 6] Prignitz, Uckerland und Herrschaft Ruppin aus neun Territorien. Diese, die Altmark und die Mark über Oder wurden zumeist weiter untergliedert (Bezirke, Kreise). Die spätmittelalterlichen Schriftquellen verwendeten die Begriffe für die unterschiedlichen Verwaltungsebenen recht willkürlich, die gleichen Worte bezeichneten oft unterschiedliche Strukturen.[336][338][339][18]

KreiseBearbeiten

Die Landstände bildeten eigene Raumeinheiten aus. Die Kreise als Zusammenschluss von Menschen aller Stände in einem überörtlichen Gebiet waren zunächst nur Wahlbezirke für die Wahl zu den Ausschüssen der landständischen Versammlungen in der Mark Brandenburg. Die zu diesen Wahlen in den einzelnen Kreisen zusammentretenden Versammlungen der Kreisstände entwickelten sich erst langsam von Wahlverbänden zu ständischen Korporationen. Die Zusammenkünfte des Kreises wurden als Kreistage bezeichnet. Bereits während des Dreißigjährigen Krieges hatten die Kreisstände zahlreiche Verwaltungsaufgaben wie den Straßen- und Brückenbau an sich gezogen und überwachten die Verwendung der von den Landständen genehmigten Landessteuern.[340] Die Kreise gerieten mit den landesherrlich etablierten Strukturen in Kollision. Aus diesem konfliktären Umfeld der sich widersprechenden Strukturen und Aufgabenhoheiten bedurfte es eines institutionellen Mittlers zwischen genossenschaftlichen und landesherrlichen Strukturen. Diese Rolle fiel dem neu geschaffenen Amt des Landrats zu.[341]

Die Landesherren versuchten zur Stärkung ihrer eigenen Position die Verwaltung ihrer eigenen Ländereien und Einnahmen durch die Schaffung einer unmittelbar von ihnen abhängigen Verwaltungsorganisationen, den Amtsbezirken, zu organisieren. Diesen Amtsbezirken stand ein Amtmann vor. Der Amtmann vertrat ausschließlich landesherrliche Interessen. Dadurch nahm die Bedeutung der Kreise der Landstände ab. Kreise und Amtsbezirke deckten sich. Fortan bestimmte der Kurfürst einen Kreiskommissar und die Kreisstände wählten einen Kreisdirektor. Daraus wurde in Personalunion beide Ämter von einer Person vereinigt. Stände und Landesherr ernannten damit zugleich den Verantwortlichen für die Kreise. 1701 erfolgte die Einführung der Amtsbezeichnung Landrat für dieses Doppelamt.[342]

 
Der im Land­buch von 1375 weit ge­fasste Eigen­name Mittel­mark ver­engte sich später auf den zen­tra­len Be­reich, Joan Blaeu: El Atlas Uni­ver­sal y Cosmo­graphi­co de los orbes y ter­res­tre, Amster­dam 1659.[339][343]

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts bestand die Mark Brandenburg aus den Landesteilen Kurmark und Neumark. Jeder Landesteil war in Kreise unterteilt. Die Kurmark war darüber hinaus teilweise in Landschaften unterteilt, die mehrere Kreise zusammenfassten.

Landgemeinden, Domänenämter und adelige RittergüterBearbeiten

Während im Südwesten des Reiches durch den Aufbau einer Ämterverfassung die Territorialisierung des ländlichen Raumes auf der untersten territorialen Verwaltungsebene bereits im 14. und 15. Jahrhundert große Fortschritte gemacht hatte, vollzog sich ähnliches nicht in der Mark Brandenburg.[348] Stattdessen bildeten sich auf der untersten lokalen Ebene genossenschaftlich verwaltete Strukturen aus mehreren Dörfern geführt von „Heimbürgen“, die eigene örtliche Aufgaben in eigenen Angelegenheiten wahrnahmen, wie zum Beispiel die Flur-, Wasser- und Wegeordnung. Neben dem Staatswesen bildeten sich mehrere Siedlungen umfassende Raumeinheiten, sogenannte Landgemeinden. Die Landsgemeinden bildeten eine Grundform der kommunalen Selbstverwaltung.

Seit dem Landtagsrezess von 1653 waren auf der untersten territorialen Verwaltungsebene die Rittergutsbesitzer die bestimmenden Akteure, da sie die eine quasi-herrschaftliche Stellung auf ihren Gütern und den darauf befindlichen Dingen und dort lebenden Menschen im Austausch gegen umfangreiche Steuerbewilligungen vom Landesherren erhalten hatten. Der Einfluss der Landesherren war damit an der Grenze der Rittergüter zu Ende.[349] Lediglich auf den Domänengütern, wo der Landesherr ebenso als Rittergutsbesitzer agierte, kam es zur Bildung von Verwaltungsämtern. Im Jahre 1770 beaufsichtigte die für die Verwaltung der Domänenämter zuständige Kurmärkische Kriegs- und Domänenkammer in Berlin 62 Domänenämter mit 228 Vorwerken. Die kurmärkischen Domänen umfassten 240.000 Morgen (960 km²) Nutzfläche und 1.057.000 Morgen (4.228 km²) Forsten.[350] In der Regel umfasste ein Amt mehrere Dörfer, Vorwerke und Feldmarken. Außerdem gehörten gewerbliche Einrichtungen dazu wie zum Beispiel Brauereien, Brennereien, Mühlen, Ziegeleien, Glashütten. Die Amtmänner standen dem Domänenamt vor. Sie vertraten den Landesherren in ihrem Gebiet und nahmen umfassende Polizeilich und rechtliche Aufgaben in erster Instanz wahr.[351]

Kommunale SelbstverwaltungBearbeiten

Staatliche Verwaltung und Städteaufsicht bemühten sich zwischen 1680 und 1740 die städtischen Organe in die Regierungspraxis einzufügen. Gerichts- Polizei- und Kämmereiwesen wurden neu organisiert. Militärgouverneure und Kommandanten übernahmen im Sicherheitsbereich Kompetenzen, die bis dahin zur städtischen Selbstverwaltung gehörten. Zudem mussten die Städte zunehmend für den Bau von Militäreinrichtungen aufkommen. Mit Verordnungen gegen Monopole (Kleinzünfte) griff der Landesstaat in die städtischen Wirtschaftsverhältnisse ein. Die seit 1667 eingeführte Verbrauchssteuer (Akzise) führte zu einer wirtschaftlichen Trennung zwischen Land und Stadt. Mit dieser Steuer gelang es den sie überwachenden Steuerkommissaren die Ratsautonomie zu begrenzen. Dennoch blieben den Städten ein hohes Maß an autonomen Handlungsspielraum übrig.[352]

Hofstaat und Landesherrliche VerwaltungBearbeiten

Genau wie in den politischen Beziehungen heute, hing auch im Europa der Frühen Neuzeit die Stabilität eines Staatswesens von der vom Herrscher und den höfischen Institutionen ausgehenden Integrationskraft und Einbindung der weiteren bedeutenden politischen Akteure des Landes ab. Da wo relevante Oppositionskräfte des Herrschers, in der Regel die Landstände bestehend aus Grundbesitzenden Adel und den oligarchisch regierenden Räten der Städte, nicht ausreichend durch zentralstaatliche Institutionen in ein Herrschaftssystem eingehegt und kontrolliert wurden, folgten anhaltende politische Krisen mit der Gefahr, das diese sich zu kriegerischen Konflikten ausweiteten. Dies geschah so beispielsweise in England und Schottland mit dem „Civil War“ von 1642 bis 1649, die auf eine zu geringe Bindungskraft der Stuart-Könige in England zurückzuführen war und das bedeutendste Muster für den frühneuzeitlichen Konflikt zwischen „Court“ und „Countrie“ in Europa wurde. Die brandenburgischen Markgrafen standen vor der Herausforderung neben der Mark Brandenburg auch die Gewichte der Ständelandschaften in den anderen Landesteilen auszutarieren. Dazu musste der Hohenzollernstaat, als Konglomerat zusammengesetzter Monarchien eine zusätzliche politische Metaebene entwickeln, die institutionell den gesamten Territorialbestand umfasste, vertrat und den definierten Machtanspruch auch vor Ort umsetzte. Dabei mussten die brandenburgischen Landesherrscher des 16., 17. und 18. Jahrhunderts auf das regionale Eigenbewusstsein Rücksicht nehmen und die strukturell bedingte Unzufriedenheit des peripheren Adels beachten und dafür Sorge tragen, das diese die eigene Herrschaft nicht gefährden konnten.[353]

Residenz, Statthalter, KanzlerBearbeiten

 
Berliner Schloss um 1690 von der Langen Brücke gesehen

Im 12., 13. und 14. Jahrhundert handelte es sich bei dem Territorialgebilde um einen Personenverbandsstaat aus Lehnsmännern die über ein Treue- und Gefolgschaftsverhältnis zueinander in Beziehung standen. Diese Herrschaftsform stellte die Vorstufe eines nach heutigen Verständnis auf Institutionen basierenden Staatswesen dar. Der Grad der zentralen Herrschaftsdurchdringung in den Raum war gering.

Ab dem Spätmittelalter setzte in Mitteleuropa eine stetig zunehmende Bürokratisierung der Landesherrschaft ein, mit dem Ziel die zentrale Fürstenmacht auf den gesamten Territorialkomplex auszudehnen, bis dahin autonom agierende Akteure wie einzelne Kommunen oder Adelige in den Institutionenapparat einzuhegen und zu durchdringen. Wesentliches Mittel für die Etablierung fürstlicher Herrschaft wurde die Verwaltung. Diese bestand aus spezialisierten Personengruppen, die den Markgrafen in der Entscheidungsfindung, Ausführung und Durchsetzung seiner politischen Handlungen unterstützten. Die Vielzahl der markgräflichen Aufgaben und Rechtskompetenzen und die große flächenmäßige Ausdehnung der Mark erforderten die Schaffung einer Regionalverwaltung und einer sachlich spezialisierten Zentralverwaltung. Regionale Verwaltung vollzog sich fortan über die Landvögte, sachliche Verwaltung über die Schaffung von Hofbehörden und -ämtern wie eine Hofkanzlei, das Sekretäriatsbüro eines Monarchen oder gesonderten Ämtern für die Wahrnehmung von Regalien oder der Rechnungslegung. Solche Einrichtungen sind noch in einem persönlichen Bezug zur Person des Markgrafen zu sehen, ähnlich wie bei einer Assistenzstelle und als solche noch nicht Teil eines öffentlich-rechtlichen Behördenwesens. So gesehen ist die Bildung eines Hofstaats um den Markgrafen im 14. Jahrhundert nur der Anfang des Prozesses der Bildung von überpersonalen Herrschaftsmerkmalen gewesen. Die eigentliche Institutionalisierung der Verwaltung begann erst im 15. Jahrhundert.[354]

Wichtige spätmittelalterliche Landesämter waren:

  • Die kurfürstliche Kanzlei bildete die schriftliche Herrschaftsgrundlage der Markgrafen. Dort wurden die Urkunden und Erlasse des Kurfürsten ausgestellt. Zum Betrieb so einer Einrichtung bedurfte es besonderer Fähigkeiten der in der Kanzlei tätigen Personen. Vor allem geistliche oder Inhaber geistlicher Pfründe brachten diese notwendigen Kompetenzen mit und stellten das Kanzleipersonal. Da es anfangs keine feste Residenz gab, war sie dort zu finden wo der Kurfürst war. Unter den Wittelsbachern war der wahrscheinlichste Ort der Kanzlei Spandau.[355]
  • der märkische Rat bestand aus einem engeren und einen weiteren Kreis. Der engere Rat begleitete den Markgrafen ständig und standen ihm bei Entscheidungen zur Seite. Es handelte sich um keine behördliche Institution, sondern einen losen Personenverbund. im großen Rat befanden sich Vertreter der brandenburgischen Geistlichkeit, Mitglieder bedeutender Adelsfamilien sowie die Amtsträger am Hof und in der Territorialverwaltung. Diese traten vor allem bei bedeutsamen gesamtmärkischen Angelegenheiten zusammen. Durch die Inklusion verschiedener bedeutsamer Akteure in den Entscheidungsprozess erreichten die Markgrafen eine Konsensuale getragene Herrschaft.[356]
  • Der brandenburgische Hof entwickelte sich in seinen Grundzügen identisch zu den anderen deutschen Fürstenhöfen. Zunächst entwickelte sich die klassische Viergliederung der Ämter in Truchsess, Kämmerer, Mundschenk und Marschall. Ab dem 14. Jahrhundert trat der Hofmeister dazu. Der Hof vertrat mehr repräsentative denn administrative Aufgaben und besaß ein privat-persönliches Gepräge. Weitere Ämter wurden nach und nach geschaffen, wie zum Beispiel der Kammermeister, der Küchenmeister.[357]

Doch dem landesfürstlichen Anspruch auf verwaltungsmäßige Durchdringung waren aufgrund der naturräumlichen Durchdringung Grenzen gesetzt.[358] Die zunächst numerisch kleine Zahl der Amtsträger in unmittelbarer Nähe des Kurfürsten und brandenburgischen Markgrafen erweiterte sich im 16. und 17. Jahrhundert sukzessive sowohl personell, institutionell als auch thematisch durch Übernahme neuer bis dahin ungeregelter Aufgaben- beziehungsweise Policyfelder in den behördlichen Staatsapparat.

Das Cöllner Residenzschloss oder auch „Berliner Stadtschloss“, diente seit 1451 als Hof der Hohenzollernkurfürsten und war damit Haupt- und Winterresidenz des gesamten Hohenzollernstaats aber auch der Mark Brandenburg. Regierungshandeln vollzog sich seitdem vor allem von dort aus. Allerdings setzten die Markgrafen und Kurfürsten ihre Reiseherrschaft weiterhin fort und die persönliche Anwesenheit des Fürsten vor Ort blieb Grundlage für die Aufrechterhaltung des Hoheitsanspruchs über Land und Leute. Dazu unternahmen alle Herrscher regelmäßige Inspektions- und Vergnügungsreisen an ihre weiteren Nebenfürstensitze wie Jagdhäuser oder Landesfestungen von denen sie Herrschaft ausübten.[359] Zum Zweck der Herrschaftsausdehnung errichteten die Kurfürsten seit dem 16. Jahrhundert vor allem in der Nahumgebung um Berlin gezielt Stützpunkte fürstlicher Souveränität in Form von Schlössern. Das durch den Großen Kurfürsten angelegte Residenzdreieck Potsdam-Köpenick-Oranienburg legte das Koordinatensystem fest, mit der die zukünftigen Kurfürsten und Könige den planmäßigen Ausbau der Berliner Residenzlandschaft, als Mittelpunkt der Mark Brandenburg und des gesamten Herrschaftsgebiets der Hohenzollern vorantrieben.[360]

Die persönliche Anwesenheit des Kurfürsten insbesondere in den entfernteren Regionen der Mark, wie die Altmark, die Prignitz, die Neumark war deutlich seltener als in der Umgebung Berlins. Die einmal errichtete Anerkennung der Herrschaft blieb vor Ort zeitliche Episode. Die flächenmäßig weit auseinander liegenden, verkehrstechnisch nur sehr mühselig zu erreichenden brandenburgischen Teillandschaften fielen deshalb, sobald der Kurfürst sein Hoflager wieder abgebrochen hatte, in ihr von den lokalen Adelsfamilien bestimmtes Eigenleben zurück.[361]

Es fand mit Johann Cicero ein allmählicher Übergang der Trennung von Herrschaft und Verwaltung statt. Beispielhaft, in dem das kurfürstliche Archiv permanent im Berliner Schloss verblieb und ortsfest wurde. Alle Verwaltungsinstitutionen, Gerichte und Kollegien konzentrierten sich fortan in der Hauptresidenz, so wurde 1470 das kurfürstliche Kammergericht und das Hofgericht ebenso in die Nähe des Schlosses konzentriert. Weitere darin angesiedelte Verwaltungsorgane waren die Kanzlei, die Lehnskanzlei, die Ratstube, die Rentei oder Konsistorium. Die Cöllner Residenz hatte fortan eine verfassungsstabilisierende Kraft, da lokaler und regionaler Adel an das Fürstenhaus gebunden wurde und sporadisch oder dauerhaft in der Berliner Residenz präsent waren. Es fanden im 16. Jahrhundert im Schloss auch Sitzungen des ständischen Landtages statt. Darüber hinaus verfügte die Hauptresidenz über weitere sichtbare bauliche Zeichen fürstlicher Macht wie zum Beispiel fürstliche Wohnstätten, eine Stiftskirche, Repräsentationsareale wie Säle für Zusammenkünfte und Feste aber auch Communes für die Versorgung des Hofes, Gärten, Menagerien, Gerichts- und Turnierplätze, Bäder.[362]

Da eine Gewaltenteilung oder geschriebene Verfassung erst im 19. Jahrhundert eingeführt erfolgten im Spätmittelalter und danach politische Verschränkungen und Machtbegrenzungen des Landesherren durch die Ständeordnung. In Brandenburg geriet dieses Machtbalancesystem stärker als in anderen Reichsterritorien durch die zentrale Fürstenherrschaft unter Druck und wurde im 18. Jahrhundert zugunsten der Königsherrschaft fast völlig ausgehebelt.

Im frühneuzeitlichen brandenburgischen Staatswesen waren die Edikte des Kurfürsten die Gesetze. An dieser uneingeschränkten Machtstellung der Landesherrscher machte sich zunehmend Kritik breit. Die Aufklärung, das Aufkommen einer öffentlichen Meinung, getragen durch Literarische Salons, den stark zugenommenen periodischen Publikationen und einem gewachsenen Bildungsbürgertum ab 1750 leiten die Modifikation des aufgeklärten Absolutismus ein, zu dessen wichtigster Vertreter in Brandenburg der publizierende Friedrich II. gehört, der noch vor seiner Thronbesteigung in seinem Anti-Machiavell (1740) für sich das politische Programm des gegen despotische Fürstenwillkür gerichteten, vernunftgeleiteten Herrschers entwirft, in dem er selbst sich als ersten Diener seines Staates sieht und der sich am Gemeinwohl und nicht am Eigennutz seiner Dynastie orientiert.

Das höchste Amt des kurfürstlichen Hofstaats mit Zentrum in Berlin-Cölln war das des Oberkammerherrn. Im Bereich von Regierung und Verwaltung standen die „Wirklichen Geheimen Räte“ an der Spitze. Dann folgten die Kanzler. Dazwischen schob sich aber im 17. Jahrhundert zunehmend das Amt des Statthalters, das bei Abwesenheit des Kurfürsten zum Beispiel bei Reisen oder Kriegszügen dessen Befugnisse auf die Mark Brandenburg im engeren Sinn übertragen bekam. Unterhalb des den Kurfürsten selbst vertretenden Statthalters bildete nun in der Regierung das Kanzleramt die nachfolgend höchste Ebene. Später wurde das Amt als Oberpräsident des Geheimen Rates bezeichnet.[363] (Auswahl)

Zentralstaatliche BehördenBearbeiten

Die Hohenzollerfürsten verstanden sich nicht nur als brandenburgische Markgrafen, sondern auch als Territorialherren weiterer Ländereien. Sie versuchten diese kaum zusammenhängenden Konglomerate zu einem Gesamtstaat zu verschmelzen und schufen hierfür neue Behörden, deren Zentralen in Berlin lagen. Um die Entscheidungsprozesse auf der höchsten Ebene zu konzentrieren wurde im Dezember der Geheime Rat der Mark Brandenburg als neunköpfiges zentrales Beratungsorgan des Kurfürsten von diesem gegründet. Es löste die bis dahin regierende Kammerregierung ab. Den Vorsitz des Rates hatte der Kanzler, der die anderen Geheimen Räte unterrichtete. 1651 erhielt der Rat einen 19 Departements oder Abteilungen umfassenden Behördenunterbau. Im Unterschied zum später mobilen Geheimen Rat, dem der brandenburgische Kurfürst und preußische König angehörte, tagte der Geheime Rat um 1700 auch ohne den Kurfürsten dienstags und samstags auf der „Ratstube“ im Cöllner Residenzschloss nahe der Behördensitze, so dass der Informationsfluss gewährleistet blieb. Die Besprechungen wurden protokolliert und dem Kurfürsten zugesandt. Die Mitglieder des mobilen Geheimen Rats begleiteten den Kurfürsten auf seinen Reisen.

Zu den ersten gesamtstaatlichen Behörden Brandenburg-Preußens gehörte das 1660 vom Großen Kurfürsten eingerichtete Generalkriegskommissariat als Zentralinstanz für die Verwaltung der neuen Steuern (Akzise, direkte Grundsteuer bzw. Kontributionen auf dem Land). Der neuen Behörde wurden Provinzialkommissariate in den einzelnen Landesteilen zugeordnet. Neben dem Eintreiben der Steuern oblag der Behörde auch die Finanzierung und Ausrüstung der Armee. 1674 wurde mit der Generalkriegskasse eine dem Generalkriegskommissariat zugeordnete Finanzbehörde eingerichtet, die alle Einnahmen, ausländische Subsidien und einheimische Steuern verwaltete. Die Gründung der Behörde stellte einen weiteren Schritt zur Zentralisierung der Fürstenmacht dar. Sowohl den Ständen als auch den Städten wurden zunehmend die Steuerhoheit genommen und auf zentrale, direkt dem Kurfürsten unterstellte Behörden übertragen.

1689 wurde die Geheime Hofkammer gegründet, um die nicht-steuerlichen Einkünfte zu verwalten. Die von Dodo von Knyphausen gegründete Behörde, die für die kurfürstliche Domänenverwaltung zuständig war und der 1696 eine Zentralkasse, die Hofrentei zugeordnet wurde, bedeutete für den seit 1604 bestehenden Geheimen Rat einen zunehmenden Bedeutungsverlust. Die Kammergerichte waren in der Verwaltung dem Geheimen Rat nachgeordnet. 1697 folgte nach Sturz des Oberpräsidenten Eberhard von Danckelmann die Gründung des „Wirklichen Geheimen Kriegsrats“ durch Kurfürst Friedrich III. Auch dieser Rat tagte zweimal wöchentlich, in der Regel dienstags und samstags. Seit 1697 wurden hier und nicht mehr im Geheimen Rat die Staatsgeschicke des gesamten Hohenzollernstaats gelenkt. Dem Gremium gehörten neben dem Kurfürsten/ König etwa vier bis fünf Personen an. Der Geheime Rat verlor an Wirkungskraft, blieb aber als zentrales Organ des Gesamthohenzollernstaats erhalten.[364]

1713 wurde das Generalfinanzdirektorium gegründet, das neben dem Generalkriegskommissariat (seit 1660) die höchste preußische Finanzbehörde wurde und die seit 1689 bestehende Geheime Hofkammer auflöste. Sie war gemeinsam mit den Amtskammern in den Provinzen für die Bewirtschaftung der Domänen zuständig. Das General-Ober-Finanz-Kriegs- und Domainen-Direktorium wurde als Landesübergreifende Behörde 1723 gegründet durch Zusammenlegung des 1713 gegründeten Generalfinanzdirektoriums und des seit 1660 bestehenden Generalkriegskommissariats und umfasste wichtige Befugnisse der Innen- und Finanzverwaltung. Dadurch wurden die Kompetenzen des Geheimen Rates weiter eingeschränkt. Für den Geheimrat blieb nur die Kirch- und Schulverwaltung.

LandesfinanzenBearbeiten

Im 16. Jahrhundert stieg der Finanzbedarf der Territorien im Reich stark an. Die Fürsten ließen sich Residenzen errichten und begannen eine auf Repräsentation ausgerichtete Hofhaltung zu führen. Weitere Aufgabenfelder wie der Ausbau der Verwaltung und einer stehenden Armee kamen hinzu. Die Steuereinnahmen reichten hierfür in Brandenburg nicht aus, so das sich die brandenburgischen Kurfürsten des 16. Jahrhunderts in einer chronischen Verschuldungsspirale befanden. Größter Kreditgeber des Kurfürsten waren war der Landadel.[365]

Um der Verschuldung Herr zu werden, ohne dabei den Staatsbildungsprozess zu gefährden, suchten die Kurfürsten nach neuen Einnahmemöglichkeiten. Bis dahin waren die Vergabe von Sonderrechte bei der Zollerhebung (Regalien), der Münzprägung und die Einnahmen aus den Erträgen des landesherrlichen Grundbesitzes (Domänen) die größten Einnahmeposten. Diese Mittel waren schon im Mittelalter unzureichend, so dass sich die Stände bereit erklärten, außerordentliche Zuschüsse (Beden), später ständige Steuern zu gewähren. In Brandenburg waren direkte Abgaben auf den Grund- und Hausbesitz zu entrichten. Indirekte Steuern auf Binnenhandel und Konsum setzten sich ab dem Spätmittelalter durch. 1472 wurde die Bierziese erst zeitweilig, dann ab 1513 dauerhaft auf jedes in der Stadt verkaufte Fass Bier bewilligt. Im 17. Jahrhundert wurde dann die Akzise in Brandenburg aber auch anderswo eingeführt. Nachdem der letzte Landtag 1653 Steuern für lediglich sechs Jahre gewährt hatte, rief der Kurfürst keine vollständigen Landtage mehr ein und nahm die Umgestaltung des unergiebigen Steuersystems, unterstützt von den Stadtbürgern in die eigenen Hände. Mit dem Landesgesetz von 1667 nahm die Steuerreform umfassendere Dimensionen an. Die Einführung einer indirekten Besteuerung verlief selten ohne Widerstand und die letzten Besteuerngselemente wurden erst mit den anschließenden Akziseordnungen von 1680 bis 1684 festgelegt. Auf dem Land wurden weiterhin die direkten Steuern (Kontributionen) erhoben. Eine Akzisemauer umgab fortan die Städte und an festgelegten Ein- und Austrittpunkten wurde der Warenverkehr erfasst. Die Stände hatten damit keine wirksamen Steuerbewilligungsbefugnisse mehr und wurden aus der politischen Entscheidungsfindung getrennt. Die folgenden Könige entwickelten das Steuersystem stetig weiter. Mit steigenden Bevölkerungszahlen und der Erholung der Wirtschaft stiegen die Staatseinnahmen weiter an, so dass die Verschuldung abgebaut werden konnte und sogar ein Staatsschatz angelegt werden.[366]

RechtssystemBearbeiten

 
Deckblatt der Kammergerichtsordnung der Mark brandenburg von 1540
 
Das Kammergericht befand sich seit 1735 zusammen mit dem Oberappellationsgericht und dem Ravensburger Tribunal im Kollegienhaus in der Lindenstraße, Friedrichswerder, heute Jüdisches Museum

Mit der Goldenen Bulle von 1356 erhielten die Kurfürsten das Recht, für ihre Untertanen eigene höchstgerichtliche Instanzen zu unterhalten. In der Mark Brandenburg wurde in dieser Funktion ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts das Kammergericht geschaffen, das 1468 Ersterwähnt wurde. Das Gericht stand in enger Verbindung zum kurfürstlichen Hof. Markgraf „Eisenzahn“ bestellte 1475 Hermann Molre aus Gardelegen zum „Procurator fisci“ (Staatsanwalt) für seine ganze Herrschaft. Der Gerichtshof setzte sich aus Vertretern des Fürsten und der Stände zusammen, worin bereits die spätere Aufteilung in Herren- und Gelehrtenbank erkennbar wurde. Sie sollte bis 1748 Bestand haben. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde das Kammergericht zum obersten Gerichtshof des Kurfürstentums ausgebaut. Das Römische Recht wurde in Brandenburg rezipiert und zur Grundlage des Landrechtes. Die Bemühungen um eine Gerichtsordnung für das Kammergericht gipfelten in der 1540 im Druck erschienenen „Reformation Churfürstlicher gnaden zu Brandenburg Cammergerichts zu Cöln an der Sprew“.

Die Gerichtsordnung etablierte das Kammergericht als ständig tagende Einrichtung im Cöllner Schloss. Außerdem waren nun grundsätzlich alle Verhandlungen schriftgebunden zu führen, Klagen als Schriftsätze einzureichen und Urteile schriftlich auszufertigen. Die Prozessparteien mussten so nicht mehr aus der Provinz in die Residenzstadt reisen, um eine Entscheidung herbeizuführen. Als Rechtsmittel wurde die Bittschrift (Supplikation) an den Landesherren etabliert. Im späten 16. und fast das gesamte 17. Jahrhundert über stagnierte die Entwicklung des Kammergerichts. Die Langsamkeit der Prozessführung war berüchtigt. Zudem kam es zu einer Erbteilung in der Mark die den Zuständigkeitsbereich des Gerichts territorial einschränkte. Dabei schuf Markgraf Johann von Brandenburg-Küstrin in der Neumark ein separates Obergericht, das die Exemtion von der Reichsgerichtsbarkeit erhielt. Eine eigene Gerichtsordnung wurde mit Zustimmung der neumärkischen Landstände am 26. September 1553 erlassen. Das Küstriner Gericht blieb auch über den Tod des Markgrafen Johann im Jahre 1571 hinaus bestehen und ging später in der neumärkischen Regierung auf.

Großkanzler Samuel von Cocceji, zwischen 1722 und 1738 Kammergerichtspräsident bemühte sich im Zuge seiner umfassenden Reform das Justizwesens und auch, das Kammergericht neu zu ordnen. Es ging ihm vor allem um eine Zentralisierung der märkischen Obergerichte unter seiner Leitung, die innere Reorganisation des Gerichts und die Beschleunigung der Gerichtsarbeit. Das zuvor das zuvor selbständige Kriegs-, Hof- und Kriminalgericht ging in das Kammergericht auf. 1748 wurde die Aufteilung in eine Herren- und Gelehrtenbank aufgehoben und das Kammergericht wurde zur ersten Instanz für Konsistorialprozesse. Damit erhielt es Zuständigkeiten zurück, die es bis 1573 schon einmal besessen hatte.[367]

Im Rechtsbereich standen im 18. Jahrhundert mehrere Gerichte nebeneinander. In Berlin gab es die landesherrliche Hofgericht, das französische Gericht, das Militärgericht, Gerichte der Neustädte, adlige und kirchliche Gerichtsbezirke, Burglehen und Freihäuser als gerichtliche Sonderbezirke. Die Zuständigkeiten waren entsprechen unklar, wodurch Prozesse verschleppt wurden.[368]

Siehe auchBearbeiten

QuellenBearbeiten

  • Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesamten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. 3 Bände, Friedrich Maurer, Berlin 1804–1809 (Digitalisat. in Universität zu Köln, Seminar für Wirtschafts- und Sozialgeschichte).
  • Adolph Friedrich Riedel (Hrsg.): Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellenschriften für die Geschichte der Mark Brandenburg und ihrer Regenten. 40 Bände, Berlin 1838–1868 (Wikisource).
  • Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2; Veröffentlichungen der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin. Band VIII, 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940 (außer Begleittexten auf lateinisch; Digitalisat in Universitätsbibliothek Potsdam).
  • Winfried Schich, Jerzy Strzelczyk: Slawen und Deutsche an Havel und Spree. Zu den Anfängen der Mark Brandenburg (= Studien zur internationalen Schulbuchforschung. Schriftenreihe des Georg-Eckert-Instituts 82/B IV). Hahn, Hannover 1997, ISBN 3-88304-124-6 (Zusammenstellung aller wichtigen Quellen von Anfängen bis Markgrafenbrüder; lateinisch / deutsch).


GesamtschauenBearbeiten

MonografienBearbeiten

  • Adolph Friedrich Riedel: Die Mark Brandenburg im Jahre 1250 oder historische Beschreibung der Brandenburgischen Lande und ihrer politischen und kirchlichen Verhältnisse um diese Zeit.
    • Erster Theil. Beschreibung der einzelnen Provinzen der Mark Brandenburg. Berlin 1831.
    • Zweiter Theil. Beschreibung der politischen und kirchlichen Verhältnisse der Mark Brandenburg. Berlin 1832.
  • Ulrich van der Heyden: Rote Adler an Afrikas Küste. Die brandenburgisch-preußische Kolonie Großfriedrichsburg an der westafrikanischen Küste. 1. Auflage, Brandenburgisches Verlagshaus, Berlin 1993, ISBN 3-89488-049-X.
  • Frank Göse (Hrsg.): Im Schatten der Krone. Die Mark Brandenburg um 1700 (= Brandenburgische historische Studien. Band 11). Verlag für Berlin-Brandenburg, Potsdam 2002, ISBN 3-935035-29-2.
  • Matthias Asche: Neusiedler im verheerten Land. Kriegsfolgenbewältigung, Migrationssteuerung und Konfessionspolitik im Zeichen des Landeswiederaufbaus. Die Mark Brandenburg nach den Kriegen des 17. Jahrhunderts. Aschendorf Verlag, Münster 2006, ISBN 3-402-00417-8.
  • Lutz Partenheimer: Die Entstehung der Mark Brandenburg. Mit einem lateinisch-deutschen Quellenanhang. Böhlau Verlag, Köln / Weimar / Wien 2007, ISBN 978-3-412-17106-3.
  • Joachim Müller, Klaus Neitmann, Franz Schopper (Hrsg.): Wie die Mark entstand. 850 Jahre Mark Brandenburg. Fachtagung vom 20. bis 22. Juni 2007 in Brandenburg an der Havel (= Forschungen zur Archäologie im Land Brandenburg. Band 11; Einzelveröffentlichung des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 9). Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum Brandenburg, Wünsdorf 2009, ISBN 978-3-910011-56-4.
  • Clemens Bergstedt, Heinz-Dieter Heimann, Knut Kiesant, Peter Knüvener, Mario Müller, Kurt Winkler (Hrsg.): Im Dialog mit Raubrittern und Schönen Madonnen. Die Mark Brandenburg im späten Mittelalter. Begleitband zum Ausstellungsverbund Raubritter und Schöne Madonnen (= Heinz-Dieter Heimann, Klaus Neitmann im Auftrag Brandenburgische Historische Kommission und Brandenburgisches Landeshauptarchiv [Hrsg.]: Studien zur brandenburgischen und vergleichenden Landesgeschichte. Band 6). 1. Auflage, Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte, Berlin 2011, ISBN 978-3-86732-118-1.
  • Jan Winkelmann: Die Mark Brandenburg des 14. Jahrhunderts. Markgräfliche Herrschaft zwischen räumlicher „Ferne“ und politischer „Krise“. Dissertation Universität Potsdam 2010 (= Heinz-Dieter Heimann, Klaus Neitmann im Auftrag Brandenburgische Historische Kommission und Brandenburgisches Landeshauptarchiv [Hrsg.]: Studien zur brandenburgischen und vergleichenden Landesgeschichte. Band 5). 1. Auflage, Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte, Berlin 2011, ISBN 978-3-86732-112-9.
  • Franz Josef Burghardt: Zwischen Fundamentalismus und Toleranz. Calvinistische Einflüsse auf Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg vor seiner Konversion (Historische Forschungen. Band 96). Duncker & Humblot, Berlin 2012, ISBN 978-3-428-13797-8 (Kurzbiografie zu Johann Sigismund S. 103).
  • Lutz Partenheimer, André Stellmacher: Die Unterwerfung der Quitzows und der Beginn der Hohenzollernherrschaft über Brandenburg. Klaus-D. Becker Verlag, Potsdam 2014, ISBN 978-3-88372-099-9.

ZeitschriftenBearbeiten

  • Die Mark Brandenburg – Zeitschrift für die Mark und das Land Brandenburg. Die Mark Brandenburg – Verlag für Regional- und Zeitgeschichte, Berlin
  • Jahrbuch für brandenburgische Landesgeschichte – Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg, Berlin

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Periglazial bedeutet ‚am Rand des Eises‘. Das Wort dient zur näheren Charakterisierung von geologischen und geomorphologischen Bildungen oder Prozessen. Kriterien sind, dass sie vor dem Rand von Eisschilden und Gletschern oder in Klimabereichen mit niedriger Jahresmitteltemperatur (−12 °C bis +3 °C) entstehen oder ablaufen. Unter diesen Bedingungen herrscht Permafrostboden (dauerhaft gefrorener Boden) oder Frost- und Tauvorgänge wechseln sich ab.
  2. Das Land Brandenburg weist gleichviel Urstromtäler auf, das Breslau-Bremer ersetzt dabei das Pommersche. Die eiszeitlichen Landschaften setzen sich östlich der Bundesgrenze nahtlos fort. Daher hilft es die polnischen Worte der glazialen Serie zu kennen: morena denna ‚Grundmoräne‘, morena czołowa ‚Endmoräne‘, sandr ‚Sander‘, pradolina ‚Urstromtal‘.
  3. Laut dem entsprechenden Wikipedia-Artikel gab es nie eine Sächsische Ostmark.
  4. Heinrich von Antwerpen, der einzige Chronist zu diesem Punkt, schrieb: „Als aber nun (viel) Blut [post hinc inde sanguinis effusionem] vergossen war und die in der Burg wahrnahmen, dass sie zu fest eingeschlossen den Händen der Feinde nicht entgehen könnten, ließen sie sich ihr Geschick durch Handschlag sichern und ergaben sich aus Not dem Markgrafen.“ (Zitiert nach: Winfried Schich, Jerzy Strzelczyk: Slawen und Deutsche an Havel und Spree. Hahn, Hannover 1997, ISBN 3-88304-124-6, S. 39.)
  5. Abgesehen vom Datum sind die näheren Umstände des ersten offiziellen Abendmahls unbekannt. Vor allem der Ort ist in der Forschung umstritten. (Vergleiche dazu: Andreas Stegmann: Wo fand das erste offizielle evangelische Abendmahl statt? Zum Stand der wissenschaftlichen Diskussion im Reformationsjahr 2017. In: Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins. 66. Folge, Berlin 2017, S. 35–50.)
  6. Das Ländchen Löwenberg kam als Landschaft im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 nicht vor. Erst die von Bredows vereinten es mit dem Glien zu einer Verwaltungseinheit. Sie verblieb zunächst beim Havelland. Um 1660 löste sich der Glien-Löwenbergische Kreis ab. Über Zwischenschritte fand er 1993 im Landkreis Oberhavel einen Nachfolger.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Helmut Assing: Brandenburgische Geschichte. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002508-5, Die Landesherrschaft der Askanier, Wittelsbacher und Luxemburger (Mitte des 12. bis Anfang des 15. Jahrhunderts). Die Stellung der frühen Markgrafschaft innerhalb des Deutschen Reiches und der Anteil der askanischen Markgrafen an der Reichspolitik, S. 126–127.
  2. Lutz Partenheimer: Die Entstehung der Mark Brandenburg. Böhlau Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-412-17106-3, Die Übernahme des Hevellerfürstentums durch Albrecht den Bären und die „Gründung“ der Mark Brandenburg. Die Rückeroberung der Brandenburg durch Albrecht den Bären 1157, S. 74–76, hier S. 76.
  3. Lew Hohmann: Die Brandenburger. Be.Bra Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-930863-47-2, Eroberer, Siedler und Raubritter 928–1411. Die Kurmark Brandenburg, S. 30–31.
  4. a b c d e Rosemarie Baudisch: Brandenburgische Geschichte. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002508-5, Geographische Grundlagen und historisch-politische Gliederung Brandenburgs. Landschaften, S. 22–32.
  5. a b c d Gerd Heinrich (Bearbeitung), K. Bremer, H.-J. Nitschke, Ch. Tolkmitt (Kartographie), G. Preuß (Kartolithographie und Reproduktion): Die Mark Brandenburg 1319–1575. Territoriale Entwicklung. Maßstab 1 : 650.000. Abteilung III, In: Historische Kommission zu Berlin beim Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin (Hrsg.): Historischer Handatlas von Brandenburg und Berlin. Walter de Gruyter & Co., Berlin 1971.
  6. Lew Hohmann: Die Brandenburger. Be.Bra Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-930863-47-2, Könige, Soldaten und Beamte 1646–1789. Der König von Königsberg, S. 80–82.
  7. Harald Müller: Brandenburgische Geschichte. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002508-5, Brandenburg als preußische Provinz. Das 19. Jahrhundert bis 1871. Die neugeschaffene Provinz im Verband des preußischen Staates (1815–1830), S. 407–415.
  8. Claudia Schmid-Rathjen: Mark Brandenburg. Wie es damals war. Bucher Verlag, München 2010, ISBN 978-3-7658-1805-9, LandSchaft – von Wald, Wasser und Weite, S. 10–16.
  9. Lutz Partenheimer: Die Entstehung der Mark Brandenburg. Böhlau Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-412-17106-3, Vorwort: 850 Jahre Mark Brandenburg – Landes- und Ortsjubiläen, S. 9–16.
  10. Heidelore Böcker: Brandenburgische Geschichte. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002508-5, Rückführung und Zugewinn des Landes, S. 200–208.
  11. Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder - die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart, C.H.Beck, 7. Auflage, München 2007, S. 85
  12. 1 Meile vor 1811: = 7,414 975 km
  13. (Umrechnung Quadratmeile in km²: 7,414 x 7,414 = Faktor: 1 Quadratmeile = 54,967 km²)
  14. einschließlich der Herrschaften Cottbus und Peitz
  15. a b c d Gerd Heinrich (Hrsg.): Berlin und Brandenburg. 3. Auflage, Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 3-520-31103-8, II. Geographische Grundlagen, S. XVI–XIX.
  16. Carl Beierkuhnlein, Dominik Faust, Cyrus Samimi, Ludwig Zöller: Die Physische Geographie Deutschlands. Hrsg.: Ludwig Zöller. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2017, ISBN 978-3-534-26868-9, 1 Die Abgrenzung Mitteleuropas. 1.1 Geomorphologische Kriterien, S. 8–9.
  17. a b c Gerd W. Lutze (Autor), Lars Albrecht, Joachim Kiesel, Martin Trippmacher (Landschaftsvisualisierung): Naturräume und Landschaften in Brandenburg und Berlin. Gliederung, Genese und Nutzung. Be.Bra Wissenschaft Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-95410-030-9, Naturraum und Landschaft in Brandenburg und Berlin im Überblick. Übersicht – Naturraum- und Landschaftsgliederung Brandenburg und Berlin, S. 21.
  18. a b c d Jan Winkelmann: Die Mark Brandenburg des 14. Jahrhunderts. 1. Auflage, Lukas Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-86732-112-9, Herrschaft in Brandenburg. Über was herrscht der Markgraf? Die territoriale Ausdehnung und Gliederung der Mark Brandenburg, S. 108–111.
  19. Lutz Partenheimer: Die Entstehung der Mark Brandenburg. Böhlau Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-412-17106-3, Ausblick auf die weitere Entwicklung der Mark Brandenburg und der Askanier. Der Ausbau der jungen Mark Brandenburg, S. 78–81.
  20. Johannes Schultze: Die Mark Brandenburg. 1. Band. 4. Auflage, Duncker & Humblot, Berlin 2011, ISBN 978-3-428-13480-9, 18. Otto IV. und Hermann (1300–1308), S. 198–205, Mark Lausitz: S. 199–200.
  21. Johannes Schultze: Die Mark Brandenburg. 1. Band. 4. Auflage, Duncker & Humblot, Berlin 2011, ISBN 978-3-428-13480-9, 16. Die Mark unter den Söhnen Johanns I. und Otto III. bis zum Tode Johanns II. Sept. 1281. c) Beziehungen zu Thüringen und Böhmen, S. 185–186, Länder Bautzen und Görlitz: S. 186.
  22. Felix Escher: Otto III. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 19, Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-00200-8, S. 676 f. (Digitalisat).
  23. Johannes Schultze: Die Mark Brandenburg. 1. Band. 4. Auflage, Duncker & Humblot, Berlin 2011, ISBN 978-3-428-13480-9, 15. Johann I. und Otto III. (1220–1267). a) Die Zeit der gemeinsamen Regierung, S. 136–154, Wollgast: S. 140–143; Bautzen und Görlitz: S. 140.
  24. Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder - die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart, C.H.Beck, 7. Auflage, München 2007, für Bayern: S. 50, für Kurhannover: S. 252
  25. Wolfgang Neugebauer: Preußische Geschichte als gesellschaftliche Veranstaltung: Historiographie vom Mittelalter bis zum Jahr 2000, Verlag Ferdinand Schöningh, 2018, S. 38
  26. Cornelia Klettke, Ralf Pröve: Brennpunkte kultureller Begegnungen auf dem Weg zu einem modernen Europa, Identitäten und Alteritäten eines Kontinents, Schriften des Frühneuzeitzentrums Potsdam, V&R unipress, Göttingen 2011, S. 170
  27. Cornelia Klettke, Ralf Pröve: Brennpunkte kultureller Begegnungen auf dem Weg zu einem modernen Europa, Identitäten und Alteritäten eines Kontinents, Schriften des Frühneuzeitzentrums Potsdam, V&R unipress, Göttingen 2011, S. 174
  28. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600–1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 21
  29. a b c Carl Beierkuhnlein, Dominik Faust, Cyrus Samimi, Ludwig Zöller: Die Physische Geographie Deutschlands. Hrsg.: Ludwig Zöller. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2017, ISBN 978-3-534-26868-9, 5 Geomorphologischer Überblick – Formung unter Tropenklima bis zu den Eiszeiten. 5.1 Mitteleuropäisches Tiefland, S. 50–60.
  30. Friedhelm Pelzer: Polen. Eine Geographische Landeskunde (= Werner Storkebaum [Hrsg.]: Wissenschaftliche Länderkunden. Band 36). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1991, ISBN 3-534-09160-4, 2. Strukturen: Eignung und Benachteiligung des Raumes. 2.2 Natur und Landschaft. 2.2.2 Der Reliefformenschatz. 2.2.2.2 Formkräfte und Formenschatz der Tieflandregionen, S. 31–34 (siehe auch Abb. 9: Reliefgenese und periglaziale Zonierung, S. 35).
  31. Dagmar Haase: Polen aktuell. Hrsg.: Alf Droth, Frank-Dieter Grimm, Annegret Haase (= Alois Mayr, Frank-Dieter Grimm [Hrsg.]: Daten – Fakten – Literatur zur Geographie Europas. Heft 6). Selbstverlag Institut für Länderkunde Leipzig, Leipzig 2000, ISBN 3-86082-038-9, II. Die Naturräume Polens. 1. Die landschaftliche Gliederung Polens, S. 12–14.
  32. Lieselott Enders: Die Altmark. Geschichte einer kurmärkischen Landschaft in der Frühneuzeit (Ende des 15. bis Anfang des 19. Jahrhunderts) (= Klaus Neitmann [Hrsg.]: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 56). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-8305-1504-3, Einleitung. Physisch-geographische Beschaffenheit der Altmark, S. 28–29.
  33. Gerd W. Lutze (Autor), Lars Albrecht, Joachim Kiesel, Martin Trippmacher (Landschaftsvisualisierung): Naturräume und Landschaften in Brandenburg und Berlin. Gliederung, Genese und Nutzung. Be.Bra Wissenschaft Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-95410-030-9, Mittelbrandenburgische Platten und Niederungen. Landschaftliche Besonderheiten. Sperenberg – Salzstock und Gipshut, S. 68.
  34. Gerd W. Lutze (Autor), Lars Albrecht, Joachim Kiesel, Martin Trippmacher (Landschaftsvisualisierung): Naturräume und Landschaften in Brandenburg und Berlin. Gliederung, Genese und Nutzung. Be.Bra Wissenschaft Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-95410-030-9, Barnim, Lebus und Oderbruch. Landschaftliche Besonderheiten. Rüdersdorfer Muschelkalk, S. 94–95.
  35. Kristine Jaath: Brandenburg. Unterwegs zwischen Elbe und Oder. 1. Auflage, ISBN 978-3-89794-150-2, Trescher Verlag, Berlin 2010, Märkisch Oderland, Dahme-Seen und Oder-Spree-Seengebiet. Erkner und Umgebung. Woltersdorf und Rüdersdorf. Rüdersdorf, S. 244.
  36. Gerd W. Lutze: Naturräume und Landschaften in Brandenburg und Berlin. Gliederung, Genese und Nutzung. Be.Bra Wissenschaft Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-95410-030-9, Kleines Glossar. glazigen, S. 148.
  37. Wolfgang Fraedrich: Spuren der Eiszeit. Landschaftsformen in Mitteleuropa. 2. Auflage, Springer Spektrum, Berlin / Heidelberg 2016, ISBN 978-3-662-46259-1, 6 Der Einfluss des Gletscherschmelzwassers. 6.6 Formengesellschaften glazialer und fluvioglazialer Entstehung. 6.6.3 Formengesellschaft im Modell – die glaziale Serie, S. 81–82.
  38. Friedhelm Pelzer: Polen. Eine Geographische Landeskunde (= Werner Storkebaum [Hrsg.]: Wissenschaftliche Länderkunden. Band 36). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1991, ISBN 3-534-09160-4, 2. Strukturen: Eignung und Benachteiligung des Raumes. 2.2 Natur und Landschaft. 2.2.1 Der geologisch-tektonische Aufbau. 2.2.1.3 Das eiszeitliche Geschehen, S. 23–26.
  39. a b c Gerd W. Lutze (Autor), Lars Albrecht, Joachim Kiesel, Martin Trippmacher (Landschaftsvisualisierung): Naturräume und Landschaften in Brandenburg und Berlin. Gliederung, Genese und Nutzung. Be.Bra Wissenschaft Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-95410-030-9, Naturraum und Landschaft in Brandenburg und Berlin im Überblick. Landschaftstypen, S. 17–18.
  40. a b Heinz-Dieter Krausch (Bearbeitung), H.-J. Nitschke, Ch. Simon (Kartographie): Natürliche Vegetation. Maßstab 1 : 650.000. Abteilung I, In: Historische Kommission zu Berlin beim Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin (Hrsg.): Historischer Handatlas von Brandenburg und Berlin. Walter de Gruyter & Co., Berlin 1965.
  41. a b c Heinz-Dieter Krausch: Oderbruch – Märkische Schweiz – Östlicher Barnim. Hrsg.: Fritz Brose, Johannes H. Schroeder (= Führer zur Geologie von Berlin und Brandenburg. Nr. 9). 1. Auflage, Selbstverlag Geowissenschaftler in Berlin und Brandenburg, Berlin 2003, ISBN 3-928651-11-0, I Grundlagen. 8 Geschichte von Besiedlung und Nutzung. 8.2 Entwicklung der Landnutzung vom Mittelalter bis heute, S. 147–150.
  42. Annette Zwahr (redaktionelle Leitung): Der Brockhaus in drei Bänden. Band 3: Pai–Z. In: Der Brockhaus in drei Bänden. 3 Bände. 3., völlig neu bearbeitete Auflage, F. A. Brockhaus, Leipzig 2004, ISBN 3-7653-0093-4, Zucker, S. 843.
  43. Bernd Eitel, Dominik Faust: Die Physische Geographie Deutschlands. Hrsg.: Ludwig Zöller. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2017, ISBN 978-3-534-26868-9, 9 Bodengeographischer Überblick von Mitteleuropa. 9.4 Böden und Becken in Tiefländern. Glaziallandschaften in Mitteleuropa. Abb. 9.6, S. 187.
  44. Wolfgang Fraedrich: Spuren der Eiszeit. Landschaftsformen in Mitteleuropa. 2. Auflage, Springer Spektrum, Berlin / Heidelberg 2016, ISBN 978-3-662-46259-1, Glossar. Geschiebemergel, S. 147.
  45. Frauke Gränitz, Luise Grundmann im Auftrag Leibniz-Institut für Länderkunde Leipzig und Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (Hrsg.): Um Eberswalde, Chorin und den Werbellinsee. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Eberswalde, Hohenfinow und Joachimsthal (= Landschaften in Deutschland. Werte der deutschen Heimat. Band 64). Böhlau Verlag, Köln / Weimar / Wien 2002, ISBN 3-412-02401-5, Schorfheide, S. 78–86.
  46. Pharus-Plan GeoLand Entdeckerkarte. Ostbrandenburg 1 : 300.000. Pharus-Plan, Berlin 2016, ISBN 978-3-865-14212-2, Markgrafensteine.
  47. a b Gerd W. Lutze (Autor), Lars Albrecht, Joachim Kiesel, Martin Trippmacher (Landschaftsvisualisierung): Naturräume und Landschaften in Brandenburg und Berlin. Gliederung, Genese und Nutzung. Be.Bra Wissenschaft Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-95410-030-9, Naturraum und Landschaft in Brandenburg und Berlin im Überblick. Landschaftsformen, S. 15–17.
  48. Wolfgang Fraedrich: Spuren der Eiszeit. Landschaftsformen in Mitteleuropa. 2. Auflage, Springer Spektrum, Berlin / Heidelberg 2016, ISBN 978-3-662-46259-1, 6 Der Einfluss des Gletscherschmelzwassers. 6.4 Analyseverfahren für die Untersuchung von Kiesgrubenaufschlüssen, S. 73–76.
  49. Wolfgang Fraedrich: Spuren der Eiszeit. Landschaftsformen in Mitteleuropa. 2. Auflage, Springer Spektrum, Berlin / Heidelberg 2016, ISBN 978-3-662-46259-1, 6 Der Einfluss des Gletscherschmelzwassers. 6.3 Fluvioglaziale Ablagerungsformen, S. 72–73, Sander und Schotterebenen: S. 72.
  50. Elisabeth Lichtenberger: Europa. Geographie Geschichte Wirtschaft Politik. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005, ISBN 3-89678-543-5, Natur und Gesellschaft. Die Relieflandschaften Europas. Tiefländer und Becken. Das mitteleuropäische Tiefland, S. 52–55, Streusandbüchse: S. 55.
  51. Wolfgang Fraedrich: Spuren der Eiszeit. Landschaftsformen in Mitteleuropa. 2. Auflage, Springer Spektrum, Berlin / Heidelberg 2016, ISBN 978-3-662-46259-1, 6 Der Einfluss des Gletscherschmelzwassers. 6.2 Fluvioglaziale Abtragungsformen, S. 69–72.
  52. Lieselott Enders: Die Altmark. Geschichte einer kurmärkischen Landschaft in der Frühneuzeit (Ende des 15. bis Anfang des 19. Jahrhunderts). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-8305-1504-3, V. Grundherrschaft und Gutswirtschaft. 4. Soziale und individuelle Verhältnisse der grundherrlichen Familien. c) Signaturen des Lebensstandards. Wohnhöfe, S. 751–755, Jagdschloss Letzlingen: S. 752.
  53. Lieselott Enders: Die Altmark. Geschichte einer kurmärkischen Landschaft in der Frühneuzeit (Ende des 15. bis Anfang des 19. Jahrhunderts) (= Klaus Neitmann [Hrsg.]: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 56). III. Die Lebensverhältnisse der Dorfbewohner. 2. Die Bauern und Kossäten. c) Die grundherrlichen Abgaben. Zehnt, S. 307–310, Wische: S. 307.
  54. Lieselott Enders: Die Prignitz. Geschichte einer kurmärkischen Landschaft vom 12. bis zum 18. Jahrhundert. Im Gedenken an Johannes Schultze (= Klaus Neitmann [Hrsg.]: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 38). 1. Auflage, Verlag für Berlin-Brandenburg, Potsdam 2000, ISBN 3-935035-00-4, A. Herrschaftsbildung und Siedlung. II. Verlauf der Herrschaftsbildung und Siedlung. 2. Andere Spuren der Herrschaftsbildung und Siedlung. c) Die terra Lenzen, S. 59–61 (siehe auch S. 37 zur zeitlichen Einordnung).
  55. Winfried Schich: Die havelländische Mühle Klinke und die Frühzeit der Wassermühlen in der Mark Brandenburg. In: Felix Biermann, Ulrich Müller, Thomas Terberger (Hrsg.): Die Dinge beobachten … Archäologische und historische Forschungen zur frühen Geschichte Mittel- und Nordeuropas. Festschrift für Günter Mangelsdorf zum 60. Geburtstag (= Felix Biermann, Thomas Terberger und Historische Kommission für Pommern [Hrsg.]: Archäologie und Geschichte im Ostseeraum. Band 2). Verlag Marie Leidorf, Rahden in Westfalen, 2008, ISBN 978-3-89646-462-0, S. 437–450, Mühlenstau: S. 438.
  56. Gerd W. Lutze (Autor), Lars Albrecht, Joachim Kiesel, Martin Trippmacher (Landschaftsvisualisierung): Naturräume und Landschaften in Brandenburg und Berlin. Gliederung, Genese und Nutzung. Be.Bra Wissenschaft Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-95410-030-9, Ruppin und Oberhavel. Rheinsberger Becken, S. 116–117.
  57. Karl Brunner: Kleine Kulturgeschichte des Mittelalters. originale Auflage, Verlag C. H. Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-63715-5, VI Kultur-Landschaften. Landschaft und Weltbild, S. 217–219.
  58. Gerd W. Lutze (Autor), Lars Albrecht, Joachim Kiesel, Martin Trippmacher (Landschaftsvisualisierung): Naturräume und Landschaften in Brandenburg und Berlin. Gliederung, Genese und Nutzung. Be.Bra Wissenschaft Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-95410-030-9, Fläming bis Uckermark, Eberswalder Urstromtal und Unteres Odertal, S. 35–138 (jeweils Kapitel Lage und Namensgebung; siehe auch Karte S. 22).
  59. Gerd W. Lutze (Autor), Lars Albrecht, Joachim Kiesel, Martin Trippmacher (Landschaftsvisualisierung): Naturräume und Landschaften in Brandenburg und Berlin. Gliederung, Genese und Nutzung. Be.Bra Wissenschaft Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-95410-030-9, Naturraum und Landschaft in Brandenburg und Berlin im Überblick. Zur Methodik der Naturraum- und Landschaftsgliederung, S. 19–20.
  60. Gerd Heinrich (Bearbeitung), H.-J. Nitschke, W. Scharfe (Kartographie), S. Merz, G. Preuß, F. Staratzke (Kartolithographie und Reproduktion): Verwaltungsgliederung 1608–1806. Beritte und Kreise der Altmark, Kurmark und Neumark. Maßstab 1 : 500.000. Abteilung II, In: Historische Kommission zu Berlin beim Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin (Hrsg.): Historischer Handatlas von Brandenburg und Berlin. Walter de Gruyter & Co., Berlin 1969.
  61. Ulrich Waack: Kirchenbau und Ökonomie. Lukas Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-936872-73-6, Einleitung. Fragestellung und Abgrenzung, S. 15–22, hier S. 15–16.
  62. Rosemarie Baudisch: Brandenburgische Geschichte. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002508-5, Geographische Grundlagen und historisch-politische Gliederung Brandenburgs. Geographie. Wasserstrassen, S. 19–2.
  63. Egmont Hamelow: Die obere Havel und der Finowkanal. Sutton Verlag, Erfurt 2015, ISBN 978-3-95400-575-8, Grußworte. [Grußwort Erster Beigeordneter des Landkreises Oberhavel], S. 8, „Der denkmalgeschützte Kanal ist die älteste künstliche Wasserstraße Deutschlands, die noch in Betrieb ist.“
  64. F. W. A. Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesamten Mark Brandenburg, Walter de Gruyter, Berlin 1968, S. 79
  65. Marksteine - Eine Entdeckungsreise durch Brandenburg-Preußen, Katalog zur Eröffnungsausstellung des Hauses der Brandenburgischen Geschichte vom 18. August - 11. November 2001, Herausgegeben vom Haus der Brandenburgischen Geschichte beim Museumsverband des Landes Brandenburg e.V., Henschel Verlag, Berlin 2001, S. 26
  66. Otto Büsch, Wolfgang Neugebauer: Moderne Preussische Geschichte 1648 - 1947: Eine Anthologie, Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin Band 52/1, Walter de Gruyter Verlagt, Berlin-New York 1981, S. 291
  67. Büsch, Neugebauer (1981), S. 291
  68. Büsch, Neugebauer (1981), S. 291 dort: Bevölkerungsdichte Kurmark: 656 Menschen je QM, Neumark: 505 Menschen je QM zwischen 1680 bis 1700
  69. Bratring, Band 1, Band 2, Band 3
  70. Bratring, Band 1, Band 2, Band 3
  71. Marksteine - Eine Entdeckungsreise durch Brandenburg-Preußen, Katalog zur Eröffnungsausstellung des Hauses der Brandenburgischen Geschichte vom 18. August - 11. November 2001, Herausgegeben vom Haus der Brandenburgischen Geschichte beim Museumsverband des Landes Brandenburg e.V., Henschel Verlag, Berlin 2001, S. 288
  72. Magnus Friedrich Bassewitz: Die Kurmark Brandenburg im Zusammenhange mit den Schicksalen des Gesamtstaates Preußen während der Jahre 1809 und 1810, F.A. Brockhaus, Leipzig 1860, S. 221
  73. F. W. A. Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesamten Mark Brandenburg, Walter de Gruyter, Berlin 1968, S. 63 und 79
  74. Otto Büsch, W. Neugebauer: Moderne Preußische Geschichte 1648-1947 - Eine Anthologie, Band 2, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1981, S. 917
  75. Otto Büsch, W. Neugebauer: Moderne Preußische Geschichte 1648-1947 - Eine Anthologie, Band 2, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1981, S. 915
  76. Georg Hassel: Statistischer Umriß der sämtlichen Europäischen Staaten in Hinsicht ihrer Größe, Bevölkerung, Kulturverhältnisse, Handlung, Finanz- und Militärverfassung und ihrer außereuropäischen Besitzungen. Heft 2. Vieweg, Braunschweig 1805, S. 23
  77. Alwin Hanschmidt: Das 18. Jahrhundert (1702–1803). In: Wilhelm Kohl (Hrsg.): Geschichte Westfalens, Bd. 1., S. 607.
  78. Otto Büsch, W. Neugebauer: Moderne Preußische Geschichte 1648-1947 - Eine Anthologie, Band 2, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1981, S. 915
  79. Treutler, Gerd-Christian Th., Mühlenwesen (Kurmark, plattes Land), publiziert am 23.04.2018; in: Historisches Lexikon Brandenburgs, URL: http://www.brandenburgikon.de/
  80. Marksteine - Eine Entdeckungsreise durch Brandenburg-Preußen, Katalog zur Eröffnungsausstellung des Hauses der Brandenburgischen Geschichte vom 18. August - 11. November 2001, Herausgegeben vom Haus der Brandenburgischen Geschichte beim Museumsverband des Landes Brandenburg e.V., Henschel Verlag, Berlin 2001, S. 287
  81. Marksteine - Eine Entdeckungsreise durch Brandenburg-Preußen, Katalog zur Eröffnungsausstellung des Hauses der Brandenburgischen Geschichte vom 18. August - 11. November 2001, Herausgegeben vom Haus der Brandenburgischen Geschichte beim Museumsverband des Landes Brandenburg e.V., Henschel Verlag, Berlin 2001, S. 70
  82. Hans Schubert: Fastnachtliche Bräuche in Brandenburg und Berlin - von den Anfängen bis zur Gegenwart, Pro Universitate Verlag im Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2012, S. 25
  83. Gerd Heinrich: Kulturatlas Brandenburg - Historische Landkarten Geschichte der Mark Brandenburg im Überblick, Hendrik Bäßler Verlag, 4. Auflage, Berlin 2015, S. 23
  84. Herbert Helbig: Gesellschaft und Wirtschaft der Mark Brandenburg im Mittelalter, Walter de Gruyter, Berlin-New York 1973, S. 30
  85. Gerd Heinrich: Kulturatlas Brandenburg - Historische Landkarten Geschichte der Mark Brandenburg im Überblick, Hendrik Bäßler Verlag, 4. Auflage, Berlin 2015, S. 24
  86. Bratring, Band 2, S. 158
  87. Bratring, Band 2, S. 79
  88. Bratring, Band 2, S. 283
  89. Bratring, Band 2, S. 72
  90. Bratring, Band 2, S. 486
  91. Bratring, Band 3, S. 147
  92. Bratring, Friedrich Wilhelm August: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Dritter und letzter Band. Die Neumark Brandenburg enthaltend. Berlin 1809. S. 95
  93. Bratring, Friedrich Wilhelm August: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Zweiter Band. Die Mittelmark und Ukermark enthaltend. Berlin 1805. S. 25
  94. Bratring, Band 2, S. 85
  95. Bratring, Band 3, S. 339
  96. Bratring, Band 3, S. 326
  97. Bratring, Friedrich Wilhelm August: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Erster Band. Die allgemeine Einleitung zur Kurmark, die Altmark und Prignitz enthaltend. Berlin 1804. S. 248
  98. Bratring, Band 1, S. 355
  99. Bratring, Band 2, S. 92
  100. Bratring, Band 2, S. 502
  101. Bratring, Band 3, S. 299
  102. Bratring, Band 2, S. 228
  103. Bratring, Band 2, S. 384
  104. Bratring, Band 2, S. 232
  105. seit 1773 Kurmark, vorher Herzogtum Magdeburg
  106. Bratring, Band 2, S. 419
  107. Bratring, Band 2, S. 334
  108. Bratring, Band 2, S. 236
  109. Bratring, Band 1, S. 271
  110. Bratring, Band 3, S. 98
  111. Bratring, Band 2, S. 88
  112. Bratring, Band 3, S. 172
  113. Bratring, Band 3, S. 268
  114. Bratring, Band 2, S. 493
  115. Bratring, Band 3, S. 262
  116. Bratring, Band 2, S. 499
  117. Bratring, Band 3, S. 196
  118. Bratring, Band 2, S. 185
  119. Bratring, Band 2, S. 242
  120. Bratring, Band 2, S. 506
  121. Bratring, Band 2, S. 29
  122. Bratring, Band 2, S. 32
  123. Bratring, Band 3, S. 264
  124. Bratring, Band 3, S. 105
  125. Bratring, Band 3, S. 133
  126. Bratring, Band 3, S. 174
  127. Bratring, Band 2, S. 482
  128. Bratring, Band 3, S. 103
  129. Bratring, Band 3, S. 132
  130. Bratring, Band 2, S. 189
  131. Bratring, Band 2, S. 388
  132. Bratring, Band 2, S. 239
  133. Bratring, Band 3, S. 134
  134. Bratring, Band 1, S. 304
  135. Bratring, Band 2, S. 38
  136. Bratring, Band 2, S. 192
  137. Bratring, Band 3, S. 302
  138. Bratring, Band 3, S. 101
  139. Bratring, Band 3, S. 226
  140. Bratring, Band 3, S. 266
  141. Bratring, Band 3, S. 177
  142. Bratring, Band 2, S. 343
  143. Bratring, Band 2, S. 289
  144. Bratring, Band 3, S. 223
  145. Bratring, Band 1, S. 307
  146. Bratring, Band 2, S. 391
  147. Bratring, Band 3, S. 228
  148. Bratring, Band 2, S. 340
  149. Bratring, Band 2, S. 336
  150. Bratring, Band 3, S. 341
  151. Bratring, Band 2, S. 294
  152. Bratring, Band 2, S. 346
  153. Bratring, Band 1, S. 253
  154. Bratring, Band 3, S. 198
  155. Bratring, Band 1, S. 327
  156. Bratring, Band 2, S. 97
  157. Bratring, Band 2, S. 509
  158. Bratring, Band 2, S. 297
  159. Bratring, Band 2, S. 34
  160. Bratring, Band 2, S. 299
  161. Bratring, Band 3, S. 289
  162. Bratring, Band 2, S. 496
  163. Bratring, Band 2, S. 449
  164. Bratring, Band 2, S. 245
  165. Bratring, Band 3, S. 202
  166. Bratring, Band 3, S. 271
  167. Bratring, Band 2, S. 513
  168. Bratring, Band 3, S. 108
  169. Bratring, Band 2, S. 195
  170. Bratring, Band 3, S. 275
  171. seit 1773 Kurmark, vorher Herzogtum Magdeburg
  172. Bratring, Band 2, S. 422
  173. Bratring, Band 3, S. 304
  174. Bratring, Band 2, S. 95
  175. Bratring, Band 3, S. 109
  176. Bratring, Band 3, S. 107
  177. Bratring, Band 3, S. 205
  178. Bratring, Band 2, S. 42
  179. Bratring, Band 2, S. 101
  180. Bratring, Band 3, S. 200
  181. Bratring, Band 2, S. 302
  182. Bratring, Band 2, S. 349
  183. Bratring, Band 2, S. 516
  184. Bratring, Band 2, S. 511
  185. Bratring, Band 3, S. 330
  186. Bratring, Band 3, S. 270
  187. Bratring, Band 2, S. 40
  188. Bratring, Band 3, S. 305
  189. Bratring, Band 2, S. 352
  190. Bratring, Band 2, S. 393
  191. Bratring, Band 3, S. 273
  192. Ingrid Mittenzwei, Erika Herzfeld: Brandenburg-Preußen 1648–1789 - Das Zeitalter des Absolutismus in Text und Bild, Verlag der Nation, 3. Auflage, Berlin 1990, S. 28f eigene quantitative Auswertung einer Kartendarstellung
  193. Nadja Stulz-Herrnstadt: Berliner Bürgertum im 18. und 19. Jahrhundert: Unternehmerkarrieren und Migration, Walter de Gruyter Verlag, Berlin-New York 2002, S. 48f
  194. Frank Göse: Friedrich der Große und die Mark Brandenburg: Herrschaftspraxis in der Provinz, Studien zur brandenburgischen und vergleichenden Landesgeschichte, Band 7, Lukas Verlag, Berlin 2012, S. 86
  195. Gerd Heinrich: Kulturatlas Brandenburg - Historische Landkarten Geschichte der Mark Brandenburg im Überblick, Hendrik Bäßler Verlag, 4. Auflage, Berlin 2015, S. 22
  196. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600–1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 24
  197. Gerd Heinrich: Kulturatlas Brandenburg - Historische Landkarten Geschichte der Mark Brandenburg im Überblick, Hendrik Bäßler Verlag, 4. Auflage, Berlin 2015, S. 26
  198. Hans Bentzien: Unterm Roten und Schwarzen Adler. Verlag Volk & Welt, Berlin 1992, S. 70
  199. a b Uwe Michas: Slawen und Germanen im Berliner Raum. In: Berlinische Monatsschrift 1/1999 beim Luisenstädtischen Bildungsverein, S. 4–10
  200. a b Kristine Jaath: Brandenburg: Unterwegs zwischen Elbe und Oder. Trescher Verlag, 2012, ISBN 978-3-89794-211-0
  201. a b Helmut Assing: Die Landesherrschaft der Askanier, Wittelsbacher und Luxemburger (Mitte des 12. bis Anfang des 15. Jahrhunderts). In: Brandenburgische Geschichte. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002508-5, Das Ende der Askanier, das märkische Interregnum und der Übergang der Markgrafschaft an die Wittelsbacher (1308 bis 1323/24), S. 132–136.
  202. Johannes Schultze: Die Mark Brandenburg. 2. Band. Die Mark unter Herrschaft der Wittelsbacher und Luxemburger (1319–1415). 4. Auflage, Duncker & Humblot, Berlin 2011, ISBN 978-3-428-13480-9, I. 1. Der Streit um das Erbe (1319–1323), S. 9–24.
  203. Helmut Assing: Die Landesherrschaft der Askanier, Wittelsbacher und Luxemburger (Mitte des 12. bis Anfang des 15. Jahrhunderts). In: Brandenburgische Geschichte. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002508-5, Die Bemühungen der Wittelsbacher um die Rückgewinnung der märkischen Territorien und um die Festigung der Landesherrschaft (1323/24 bis 1343/44), S. 136–140.
  204. Detlef Sommer, Karin Sommer, Günter Wetzel: Steinkreuze und Kreuzsteine im Land Brandenburg. Katalog zur Ausstellung Sagenhafte Steinkreuze. Hrsg.: Franz Schopper. Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum, Wünsdorf 2016, ISBN 978-3910-011625, Steinkreuze und Kreuzsteine – Katalog. Andere Bundesländer. Berlin (1), Bezirk Mitte. Steinkreuz, S. 85–86.
  205. Hans Bentzien: Unterm Roten und Schwarzen Adler. Verlag Volk & Welt, Berlin 1992, S. 20
  206. Peter Knüvener, Dirk Schumann: Die Mark Brandenburg unter den frühen Hohenzollern, Beiträge zu Geschichte, Kunst und Architektur im 15. Jahrhundert, Schriften der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg - Band 5, Lukas Verlag, 1. Auflage, Berlin 2015, S. 24f
  207. Hans Bentzien: Unterm Roten und Schwarzen Adler. Verlag Volk & Welt, Berlin 1992, S. 21
  208. Hans Bentzien: Unterm Roten und Schwarzen Adler. Verlag Volk & Welt, Berlin 1992, S. 22
  209. Hans Bentzien: Unterm Roten und Schwarzen Adler. Verlag Volk & Welt, Berlin 1992, S. 23
  210. Marksteine - Eine Entdeckungsreise durch Brandenburg-Preußen, Katalog zur Eröffnungsausstellung des Hauses der Brandenburgischen Geschichte vom 18. August - 11. November 2001, Herausgegeben vom Haus der Brandenburgischen Geschichte beim Museumsverband des Landes Brandenburg e.V., Henschel Verlag, Berlin 2001, S. 29
  211. Hans Bentzien: Unterm Roten und Schwarzen Adler. Verlag Volk & Welt, Berlin 1992, S. 27
  212. Stefan Sacharjew: Die kriegerischen Einfälle der Hussiten in die Markgrafschaft Brandenburg und die Lausitz unter besonderer Betrachtung des Feldzuges im April 1432, Berlin 2010, S. 54
  213. Stefan Sacharjew: Die kriegerischen Einfälle der Hussiten in die Markgrafschaft Brandenburg und die Lausitz unter besonderer Betrachtung des Feldzuges im April 1432, Berlin 2010, S. 56
  214. Stefan Sacharjew: Die kriegerischen Einfälle der Hussiten in die Markgrafschaft Brandenburg und die Lausitz unter besonderer Betrachtung des Feldzuges im April 1432, Berlin 2010, S. 59
  215. Marksteine - Eine Entdeckungsreise durch Brandenburg-Preußen, Katalog zur Eröffnungsausstellung des Hauses der Brandenburgischen Geschichte vom 18. August - 11. November 2001, Herausgegeben vom Haus der Brandenburgischen Geschichte beim Museumsverband des Landes Brandenburg e.V., Henschel Verlag, Berlin 2001, S. 30
  216. Hans Bentzien: Unterm Roten und Schwarzen Adler. Verlag Volk & Welt, Berlin 1992, S. 28
  217. Ingo Materna, Wolfgang Ribbe: Brandenburgische Geschichte, Akademieverlag, Berlin 1995, S. 184
  218. Hans Bentzien: Unterm Roten und Schwarzen Adler. Verlag Volk & Welt, Berlin 1992, S. 30
  219. Ingo Materna, Wolfgang Ribbe: Brandenburgische Geschichte, Akademieverlag, Berlin 1995, S. 185
  220. Ingo Materna, Wolfgang Ribbe: Brandenburgische Geschichte, Akademieverlag, Berlin 1995, S. 186
  221. Wolfgang Ribbe, Jürgen Schmädeke: Kleine Berlin-Geschichte, Berlin 1994, S. 48
  222. Mario Müller: Im Dialog mit Raubrittern und Schönen Madonnen. 1. Auflage, Lukas Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-86732-118-1, Religiöses Leben in der spätmittelalterlichen Mark Brandenburg. Reformbewegungen im 15. und 16. Jahrhundert, S. 180–181.
  223. Frank Göse: Im Dialog mit Raubrittern und Schönen Madonnen. 1. Auflage, Lukas Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-86732-118-1, Das Ende des Mittelalters? Die Reformation in der Mark Brandenburg, S. 214–226.
  224. Die Mark Brandenburg, Verlag für Regional- und Zeitgeschichte, Heft 1 - Jahrgang 1991, S. 4
  225. (Hrsg.) Frank Göse, Winfried Müller, Kurt Winkler, Anne-Katrin Ziesak: Preußen und Sachsen – Szenen einer Nachbarschaft, Sandstein Verlag, 2014, S. 69
  226. Hans Bentzien: Unterm Roten und Schwarzen Adler. Verlag Volk & Welt, Berlin 1992, S. 58
  227. Ludwig Hüttel: Friedrich-Wilhelm von Brandenburg der Große Kurfürst 1620–1688. München 1981, S. 70
  228. a b Ludwig Hüttel: Friedrich-Wilhelm von Brandenburg der Große Kurfürst 1620–1688. München 1981, S. 71
  229. Marksteine - Eine Entdeckungsreise durch Brandenburg-Preußen, Katalog zur Eröffnungsausstellung des Hauses der Brandenburgischen Geschichte vom 18. August - 11. November 2001, Herausgegeben vom Haus der Brandenburgischen Geschichte beim Museumsverband des Landes Brandenburg e.V., Henschel Verlag, Berlin 2001, S. 182
  230. Marksteine - Eine Entdeckungsreise durch Brandenburg-Preußen, Katalog zur Eröffnungsausstellung des Hauses der Brandenburgischen Geschichte vom 18. August - 11. November 2001, Herausgegeben vom Haus der Brandenburgischen Geschichte beim Museumsverband des Landes Brandenburg e.V., Henschel Verlag, Berlin 2001, S. 183
  231. Ortstermine - Stationen Brandenburg-Preußens auf dem Weg in die moderne Welt, Ausstellungskatalogs des Projektes „Kulturland Brandenburg 2001“, Museumsverband des Landes Brandenburg (Herausgeber), Verlag Henschel, 2001, S. 5
  232. Ines Elsner: Friedrich III./I. von Brandenburg-Preußen (1688-1713) und die Berliner Residenzlandschaft: Studien zu einem frühneuzeitlichen Hof auf Reisen- Ein Residenzhandbuch, Berliner Wissenschaftsverlag, Berlin 2012, S. 20
  233. a b Marksteine - Eine Entdeckungsreise durch Brandenburg-Preußen, Katalog zur Eröffnungsausstellung des Hauses der Brandenburgischen Geschichte vom 18. August - 11. November 2001, Herausgegeben vom Haus der Brandenburgischen Geschichte beim Museumsverband des Landes Brandenburg e.V., Henschel Verlag, Berlin 2001, S. 292
  234. Hans Bentzien: Unterm Roten und Schwarzen Adler. Verlag Volk & Welt, Berlin 1992, S. 69f
  235. Herbert Helbig: Gesellschaft und Wirtschaft der Mark Brandenburg im Mittelalter, Walter de Gruyter, Berlin-New York 1973, S. 22–26
  236. Ingrid Mittenzwei, Erika Herzfeld: Brandenburg-Preußen 1648–1789 - Das Zeitalter des Absolutismus in Text und Bild, Verlag der Nation, 3. Auflage, Berlin 1990, S. 19f
  237. Gerd Heinrich: Kulturatlas Brandenburg - Historische Landkarten - Geschichte der Mark im Überblick, hendrik Bäßler Verlag, 4. Auflage, Berlin 2015, S. 23
  238. Bratring, Band 2, S. 156f
  239. Felicitas Marwinski Friedhilde Krause Eberhard Dünninger, Friedhilde Krause, Alwin Müller-Jerina: Handbuch der historischen Buchbestände. Berlin. Teil 1., Georg Olms Verlag, Hildesheim 1995, S. 21f
  240. Felicitas Marwinski Friedhilde Krause Eberhard Dünninger, Friedhilde Krause, Alwin Müller-Jerina: Handbuch der historischen Buchbestände. Berlin. Teil 1., Georg Olms Verlag, Hildesheim 1995, S. 23
  241. Lothar Noack, Jürgen Splett: Bio-Bibliographien - Brandenburgische Gelehrte in der Frühen Neuzeit, Mark Brandenburg mit Berlin-Cölln 1506–1640, Akademie Verlag, Berlin 2009, Vorwort
  242. Felicitas Marwinski Friedhilde Krause Eberhard Dünninger, Friedhilde Krause, Alwin Müller-Jerina: Handbuch der historischen Buchbestände. Berlin. Teil 1., Georg Olms Verlag, Hildesheim 1995, S. 24
  243. Clemens Bergstedt: Im Dialog mit Raubrittern und schönen Madonnen: die Mark Brandenburg im späten Mittelalter, Lukas Verlag, 1. Auflage, Berlin 2011, S. 91f
  244. Markus Jager: Schlösser und Gärten der Mark: Festgabe für Sibylle Badstübner-Gröger, Lukas Verlag, 1. Auflage, Berlin 2006, S. 35–45
  245. Frank Göse: Friedrich der Grosse und die Mark Brandenburg: Herrschaftspraxis in der Provinz, Studien zur brandenburgischen und vergleichenden Landesgeschichte, Band 7, Lukas Verlag, 1. Ausgabe, Berlin 20012, S. 15
  246. Ingo Materna, Wolfgang Ribbe: Brandenburgische Geschichte, Akademie Verlag, Berlin 1995, S. 287
  247. Wolfgang Neugebauer: Das 17. und 18. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens, Band 1, De Gruyter Verlag, Berlin und New York 2009, S. 464f
  248. Frank Göse: Friedrich der Grosse und die Mark Brandenburg: Herrschaftspraxis in der Provinz, Studien zur brandenburgischen und vergleichenden Landesgeschichte, Band 7, Lukas Verlag, 1. Ausgabe, Berlin 20012, S. 16
  249. Oliver H. Schmidt, Dirk Schumann: Zisterzienser in Brandenburg, Studien zur Geschichte, Kunst und Kultur der Zisterzienser, Band 1, Lukas Verlag, Berlin 1997, S. 18
  250. Oliver H. Schmidt, Dirk Schumann: Zisterzienser in Brandenburg, Studien zur Geschichte, Kunst und Kultur der Zisterzienser, Band 1, Lukas Verlag, Berlin 1997, S. 19
  251. Herbert Helbig: Gesellschaft und Wirtschaft der Mark Brandenburg im Mittelalter, Walter de Gruyter, Berlin-New York 1973, S. 79
  252. Peter Knüvener, Dirk Schumann: Die Mark Brandenburg unter den frühen Hohenzollern, Beiträge zu Geschichte, Kunst und Architektur im 15. Jahrhundert, Schriften der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg - Band 5, Lukas Verlag, 1. Auflage, Berlin 2015, S. 20
  253. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600–1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 22
  254. Günter Bayerl: Geschichte der Landnutzung in der Region Barnim-Uckermark, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Zukunftsorientierte Nutzung ländlicher Räume, Materialien Nr. 12, Berlin 2006, S. 11
  255. Peter Knüvener, Dirk Schumann: Die Mark Brandenburg unter den frühen Hohenzollern, Beiträge zu Geschichte, Kunst und Architektur im 15. Jahrhundert, Schriften der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg - Band 5, Lukas Verlag, 1. Auflage, Berlin 2015, S. 24
  256. Ortstermine - Stationen Brandenburg-Preußens auf dem Weg in die moderne Welt, Ausstellungskatalogs des Projektes „Kulturland Brandenburg 2001“, Museumsverband des Landes Brandenburg (Herausgeber), Verlag Henschel, 2001, S. 6f
  257. Ortstermine - Stationen Brandenburg-Preußens auf dem Weg in die moderne Welt, Ausstellungskatalogs des Projektes „Kulturland Brandenburg 2001“, Museumsverband des Landes Brandenburg (Herausgeber), Verlag Henschel, 2001, S. 7
  258. Ortstermine - Stationen Brandenburg-Preußens auf dem Weg in die moderne Welt, Ausstellungskatalogs des Projektes „Kulturland Brandenburg 2001“, Museumsverband des Landes Brandenburg (Herausgeber), Verlag Henschel, 2001, S. 64
  259. Ortstermine - Stationen Brandenburg-Preußens auf dem Weg in die moderne Welt, Ausstellungskatalogs des Projektes „Kulturland Brandenburg 2001“, Museumsverband des Landes Brandenburg (Herausgeber), Verlag Henschel, 2001, S. 8
  260. Bratring, Band 2, S. 108–112
  261. Peter Knüvener, Dirk Schumann: Die Mark Brandenburg unter den frühen Hohenzollern, Beiträge zu Geschichte, Kunst und Architektur im 15. Jahrhundert, Schriften der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg - Band 5, Lukas Verlag, 1. Auflage, Berlin 2015, S. 30
  262. Bratring, Band 2, S. 107
  263. Jan Winkelmann: Die Mark Brandenburg des 14. Jahrhunderts: markgräfliche Herrschaft zwischen räumlicher Ferne und politischer Krise, Lukas Verlag, Berlin 2011, S. 46
  264. Gerd Heinrich: Kulturatlas Brandenburg - Historische Landkarten - Geschichte der Mark im Überblick, hendrik Bäßler Verlag, 4. Auflage, Berlin 2015, S. 32
  265. Ortstermine - Stationen Brandenburg-Preußens auf dem Weg in die moderne Welt, Ausstellungskatalogs des Projektes „Kulturland Brandenburg 2001“, Museumsverband des Landes Brandenburg (Herausgeber), Verlag Henschel, 2001, S. 51
  266. Ingrid Mittenzwei, Erika Herzfeld: Brandenburg-Preußen 1648–1789 - Das Zeitalter des Absolutismus in Text und Bild, Verlag der Nation, 3. Auflage, Berlin 1990, S. 141
  267. Jahrbuch für Geschichte Lateinamerikas, Anuario de Historia de America Latina, Band 32, Heft 1, Seiten 257–302, ISSN (Online) 2194-3680, DOI: https://doi.org/10.7788/jbla-1995-0116. Kapitel: Amerikanische Kolonialwaren und Wirtschaftspolitik in Preußen und Sachsen: Prolegomena (17./18. und frühes 19. Jahrhundert), S. 268
  268. Ingrid Mittenzwei, Erika Herzfeld: Brandenburg-Preußen 1648–1789 - Das Zeitalter des Absolutismus in Text und Bild, Verlag der Nation, 3. Auflage, Berlin 1990, S. 147
  269. Ingrid Mittenzwei, Erika Herzfeld: Brandenburg-Preußen 1648–1789 - Das Zeitalter des Absolutismus in Text und Bild, Verlag der Nation, 3. Auflage, Berlin 1990, S. 140f
  270. Gerd Heinrich: Kulturatlas Brandenburg - Historische Landkarten - Geschichte der Mark im Überblick, hendrik Bäßler Verlag, 4. Auflage, Berlin 2015, S. 32
  271. Ingrid Mittenzwei, Erika Herzfeld: Brandenburg-Preußen 1648–1789 - Das Zeitalter des Absolutismus in Text und Bild, Verlag der Nation, 3. Auflage, Berlin 1990, S. 136f
  272. Jahrbuch für Geschichte Lateinamerikas, Anuario de Historia de America Latina, Band 32, Heft 1, Seiten 257–302, ISSN (Online) 2194-3680, DOI: https://doi.org/10.7788/jbla-1995-0116. Kapitel: Amerikanische Kolonialwaren und Wirtschaftspolitik in Preußen und Sachsen: Prolegomena (17./18. und frühes 19. Jahrhundert), S. 266
  273. Ingrid Mittenzwei, Erika Herzfeld: Brandenburg-Preußen 1648-1789 - Das Zeitalter des Absolutismus in Text und Bild, 3. Auflage, Verlag der Nation, Berlin 1990, S. 142
  274. Jahrbuch für Geschichte Lateinamerikas, Anuario de Historia de America Latina, Band 32, Heft 1, Seiten 257–302, ISSN (Online) 2194-3680, DOI: https://doi.org/10.7788/jbla-1995-0116. Kapitel: Amerikanische Kolonialwaren und Wirtschaftspolitik in Preußen und Sachsen: Prolegomena (17./18. und frühes 19. Jahrhundert), S. 269
  275. Ortstermine - Stationen Brandenburg-Preußens auf dem Weg in die moderne Welt, Ausstellungskatalogs des Projektes „Kulturland Brandenburg 2001“, Museumsverband des Landes Brandenburg (Herausgeber), Verlag Henschel, 2001, S. 52
  276. Ingo Materna, Wolfgang Ribbe: Brandenburgische Geschichte, Akademie Verlag, Berlin 1995, S. 360ff
  277. Ingo Materna, Wolfgang Ribbe: Brandenburgische Geschichte, Akademie Verlag, Berlin 1995, S. 360–365
  278. Bratring, Band 2, S. 157
  279. Hanns Weber: Bankplatz Berlin, Springer Fachmedien Wiesbaden, Köln und Opladen 1957, S. 153f
  280. Bratring, Band 2, S. 173
  281. Bratring, Band 2, S. 178
  282. Peter Knüvener, Dirk Schumann: Die Mark Brandenburg unter den frühen Hohenzollern, Beiträge zu Geschichte, Kunst und Architektur im 15. Jahrhundert, Schriften der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg - Band 5, Lukas Verlag, 1. Auflage, Berlin 2015, S. 21
  283. Ortstermine - Stationen Brandenburg-Preußens auf dem Weg in die moderne Welt, Ausstellungskatalogs des Projektes „Kulturland Brandenburg 2001“, Museumsverband des Landes Brandenburg (Herausgeber), Verlag Henschel, 2001, S. 65
  284. Achim Beyer: Die kurbrandenburgische Residenzenlandschaft im langen 16. Jahrhundert, Berliner Wissenschaftsverlag, Berlin 2014, S. 30f
  285. Brandenburgische Denkmalpflege, Herausgeber: Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum, Jahrgang 16, Heft 1, Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 2007, S. 43–49
  286. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600–1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 22
  287. Ortstermine - Stationen Brandenburg-Preußens auf dem Weg in die moderne Welt, Ausstellungskatalogs des Projektes „Kulturland Brandenburg 2001“, Museumsverband des Landes Brandenburg (Herausgeber), Verlag Henschel, 2001, S. 44
  288. Otto Büsch, W. Neugebauer: Moderne Preußische Geschichte 1648-1947 - Eine Anthologie, Band 2, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1981, S. 954
  289. Hanns Weber: Bankplatz Berlin, Springer Fachmedien Wiesbaden, Köln und Opladen 1957, S. 10
  290. Herbert Liman: Chausseen – Alleen – Meilensteine – Chausseehäuser, Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg, S. 13
  291. Silke Kamp: Neuzeitliche Migration in Brandenburg, S.1-3, in: Handbuch der brandenburgischen Ortsgeschichte (Brandenburgischen Landeshauptarchiv), hrsg. von Klaus Neitmann und Peter Bahl (2005)
  292. Preußen 1701 - Eine europäische Geschichte, Katalogband im Rahmen der Landesausstellung Berlin-Brandenburg „Preußen 2001“, herausgegeben vom Deutschen Historischen Museum und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Henschel Verlag, 2001, S. 44
  293. Silke Kamp: Neuzeitliche Migration in Brandenburg, S. 6, in: Handbuch der brandenburgischen Ortsgeschichte (Brandenburgischen Landeshauptarchiv), hrsg. von Klaus Neitmann und Peter Bahl (2005)
  294. Ortstermine - Stationen Brandenburg-Preußens auf dem Weg in die moderne Welt, Ausstellungskatalogs des Projektes „Kulturland Brandenburg 2001“, Museumsverband des Landes Brandenburg (Herausgeber), Verlag Henschel, 2001, S. 49
  295. Ortstermine - Stationen Brandenburg-Preußens auf dem Weg in die moderne Welt, Ausstellungskatalogs des Projektes „Kulturland Brandenburg 2001“, Museumsverband des Landes Brandenburg (Herausgeber), Verlag Henschel, 2001, S. 6
  296. (41.516 / 225) = 0,0054196 * 78.456 = 425
  297. Es gab 65.804 Feuerstellen im Jahr 1800. Die Kurmärkischen Städte hatten 34.821 Feuerstellen bei 41.516 Gebäuden, ergibt einen Umrechnungsfaktor von 1,192 Gebäuden zu 1 Feuerstelle, Bratring, Band 1, S. 55
  298. Statistische Ämter des Bundes und der Länder – Erste Ergebnisse der Gebäude- und Wohnungszählung 2011, S. 29
  299. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg — SB F II 2 - j/17 S.4
  300. Dorfentwicklung in Brandenburg, Herausgeber: Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung (MLUR) des Landes Brandenburg, 1. Auflage 2002, S. 17f
  301. Dorfentwicklung in Brandenburg, Herausgeber: Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung (MLUR) des Landes Brandenburg, 1. Auflage 2002, S. 20
  302. Bratring, Band 1, S. 55
  303. Zum Beispiel in: Ingrid Mittenzwei, Erika Herzfeld: Brandenburg-Preußen 1648-1789 - Das Zeitalter des Absolutismus in Text und Bild, 3. Auflage, Verlag der Nation, Berlin 1990, (diverse Stellen im Buch, u. a. S. 159 „...wer ohne Rücksicht auf die Kosten seinem Rang entsprechend Luxus betrieb.“)
  304. Winfried Schich: Beiträge zur Entstehung und Entwicklung der Stadt Brandenburg im Mittelalter, Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, Band 84, Walter de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1993, S. 295
  305. Winfried Schich: Beiträge zur Entstehung und Entwicklung der Stadt Brandenburg im Mittelalter, Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, Band 84, Walter de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1993, S. 304
  306. Winfried Schich: Beiträge zur Entstehung und Entwicklung der Stadt Brandenburg im Mittelalter, Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, Band 84, Walter de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1993, S. 301
  307. MIRAKTUELL 4∙2005/1∙2006, Herausgeber/Bearbeitung: Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung, ISSN 1439-4715, S. 35f.
  308. Hermann Auer: Museum und Denkmalpflege: Bericht über ein internationales Symposium, Saur Verlag, München 1992, S. 50
  309. Dorfentwicklung in Brandenburg, Herausgeber: Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung (MLUR) des Landes Brandenburg, 1. Auflage 2002, S. 21
  310. Treutler, Gerd-Christian Th., Mühlenwesen (Kurmark, plattes Land), publiziert am 23.04.2018; in: Historisches Lexikon Brandenburgs, URL: http://www.brandenburgikon.de/
  311. Jan Winkelmann: Die Mark Brandenburg des 14. Jahrhunderts: markgräfliche Herrschaft zwischen räumlicher Ferne und politischer Krise, Lukas Verlag, 1. Auflage, Berlin 2011, S. 167
  312. Johannes Schultze: Die Mark Brandenburg, Duncker & Humblot, 1989, S. 207
  313. Peter Knüvener, Dirk Schumann: Die Mark Brandenburg unter den frühen Hohenzollern, Beiträge zu Geschichte, Kunst und Architektur im 15. Jahrhundert, Schriften der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg - Band 5, Lukas Verlag, 1. Auflage, Berlin 2015, S. 17
  314. Peter Baumgart, Jurgen Schmadeke, Jürgen Schmädeke: Ständetum und Staatsbildung in Brandenburg-Preussen: Ergebnisse einer internationalen Fachtagung, Walter de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1983, S. 22ff
  315. Kersten Krüger: Formung der frühen Moderne: ausgewählte Aufsätze, Geschichte: Forschung und Wissenschaft, Band 14, LIT Verlag, Münster 2005, S. 182
  316. Helmuth Croon: Die Kurmärkischen Landstände von 1571-1616, Veröffentlichungen der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Hauptstadt Berlin Band 9, Kommissionsverlag von Gesllius, Berlin 1938, S. 1
  317. Philipp Walter: Universität und Landtag (1500–1700): Akademische Landstandschaft im Spannungsfeld von reformatorischer Lehre, landesherrlicher Instrumentalisierung und ständischer Solidarität, Böhlau Verlag, Wien-Köln-Weimar 2018,S.479-481.
  318. Helmuth Croon: Die Kurmärkischen Landstände von 1571-1616, Veröffentlichungen der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Hauptstadt Berlin Band 9, Kommissionsverlag von Gesllius, Berlin 1938, S. 2
  319. Helmuth Croon: Die Kurmärkischen Landstände von 1571-1616, Veröffentlichungen der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Hauptstadt Berlin Band 9, Kommissionsverlag von Gesllius, Berlin 1938, S. 2f
  320. Helmuth Croon: Die Kurmärkischen Landstände von 1571-1616, Veröffentlichungen der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Hauptstadt Berlin Band 9, Kommissionsverlag von Gesllius, Berlin 1938, S. 5–6
  321. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600–1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 34
  322. Herbert Helbig: Gesellschaft und Wirtschaft der Mark Brandenburg im Mittelalter, Walter de Gruyter, Berlin-New York 1973, S. 62
  323. Herbert Helbig: Gesellschaft und Wirtschaft der Mark Brandenburg im Mittelalter, Walter de Gruyter, Berlin-New York 1973, S. 61
  324. Peter-Michael Hahn: Fürstliche Territorialhoheit und lokale Adelsgewalt: Die herrschaftliche Durchdringung des ländlichen Raums zwischen Elbe und Aller (1300-1700), Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, Band 72, Walter de Gruyter (Verlag), Berlin - New York 1989, S. 1f.
  325. Herbert Helbig: Gesellschaft und Wirtschaft der Mark Brandenburg im Mittelalter, Walter de Gruyter, Berlin-New York 1973, S. 65f
  326. Peter-Michael Hahn: Fürstliche Territorialhoheit und lokale Adelsgewalt: Die herrschaftliche Durchdringung des ländlichen Raums zwischen Elbe und Aller (1300-1700), Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, Band 72, Walter de Gruyter (Verlag), Berlin - New York 1989, S. 3.
  327. Peter-Michael Hahn: Fürstliche Territorialhoheit und lokale Adelsgewalt: Die herrschaftliche Durchdringung des ländlichen Raums zwischen Elbe und Aller (1300-1700), Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, Band 72, Walter de Gruyter (Verlag), Berlin - New York 1989, S. 7.
  328. Jan Winkelmann: Die Mark Brandenburg des 14. Jahrhunderts: markgräfliche Herrschaft zwischen räumlicher Ferne und politischer Krise, Lukas Verlag, 1. Auflage, Berlin 2011, S. 108f.
  329. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600–1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 24–26
  330. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600–1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 29
  331. (Hrsg.) Frank Göse, Winfried Müller, Kurt Winkler, Anne-Katrin Ziesak: Preußen und Sachsen – Szenen einer Nachbarschaft, Sandstein Verlag, 2014, S. 46f
  332. Georg Fuchs: Der Landrat: Karrierewege, Stellung, Amtsführung und Amtsverständnis, Springer VS, Wiesbaden 2012, S. 50
  333. Jan Winkelmann: Die Mark Brandenburg des 14. Jahrhunderts: markgräfliche Herrschaft zwischen räumlicher Ferne und politischer Krise, Lukas Verlag, 1. Auflage, Berlin 2011, S. 115
  334. Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375. Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, Beschreibung der Mark Brandenburg 1373, S. 1–5.
  335. Lieselott Enders: Die Altmark. Geschichte einer kurmärkischen Landschaft in der Frühneuzeit (Ende des 15. bis Anfang des 19. Jahrhunderts). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-8305-1504-3, I. Werden der Regionen im Mittelalter. 1. Vom Herzogtum Sachsen zur Mark Brandenburg, S. 31–41, Landreiter: S. 38–39.
  336. a b Johannes Schultze: Die Mark Brandenburg. 2. Band. 4. Auflage, Duncker & Humblot, Berlin 2011, ISBN 978-3-428-13480-9, II. Die Mark unter dem Hause Luxemburg. 1. Kaiser Karl IV. (1373–1378), S. 161–175, territoriales Ziel, Wenzel der Landesherr, Regent Karl IV., Landesbeschreibung von 1373: S. 161–164; Landbuch der Mark Brandenburg: S. 164, 169–170.
  337. Jan Winkelmann: Die Mark Brandenburg des 14. Jahrhunderts: markgräfliche Herrschaft zwischen räumlicher Ferne und politischer Krise, Lukas Verlag, 1. Auflage, Berlin 2011, S. 116–122
  338. Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375. Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, Zur Einführung. Inhalt und Unterlagen des Landbuches, S. XIII–XIX.
  339. a b Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375. Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, [Topographische Beschreibung der Mark], S. 62–66.
  340. Georg Fuchs: Der Landrat: Karrierewege, Stellung, Amtsführung und Amtsverständnis, Springer VS, Wiesbaden 2012, S. 50
  341. Georg Fuchs: Der Landrat: Karrierewege, Stellung, Amtsführung und Amtsverständnis, Springer VS, Wiesbaden 2012, S. 49
  342. Georg Fuchs: Der Landrat: Karrierewege, Stellung, Amtsführung und Amtsverständnis, Springer VS, Wiesbaden 2012, S. 51f
  343. Felix Escher: Brandenburgische Geschichte. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002508-5, Das Kurfürstentum Brandenburg im Zeitalter des Konfessionalismus. Wirtschaftswandel und landesherrlich-ständische Machtteilung, S. 235–253, Huldigung an Joachim I. und darüber hinaus: S. 236–238.
  344. Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesamten Mark Brandenburg. 1804, Band 1, S. 5.
  345. Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesamten Mark Brandenburg. 1805, Band 2, S. 414.
  346. Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesamten Mark Brandenburg. 1805, Band 2, S. 431.
  347. Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesamten Mark Brandenburg. 1809, Band 3, S. 5.
  348. Peter-Michael Hahn: Fürstliche Territorialhoheit und lokale Adelsgewalt: Die herrschaftliche Durchdringung des ländlichen Raums zwischen Elbe und Aller (1300-1700), Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, Band 72, Walter de Gruyter (Verlag), Berlin - New York 1989, S. 21f.
  349. Peter-Michael Hahn: Fürstliche Territorialhoheit und lokale Adelsgewalt: Die herrschaftliche Durchdringung des ländlichen Raums zwischen Elbe und Aller (1300-1700), Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, Band 72, Walter de Gruyter (Verlag), Berlin - New York 1989, S. 24.
  350. Frank Göse: Friedrich der Grosse und die Mark Brandenburg: Herrschaftspraxis in der Provinz, Studien zur brandenburgischen und vergleichenden Landesgeschichte, Band 7, Lukas Verlag, 1. Ausgabe, Berlin 20012 S. 163
  351. Frank Göse: Friedrich der Grosse und die Mark Brandenburg: Herrschaftspraxis in der Provinz, Studien zur brandenburgischen und vergleichenden Landesgeschichte, Band 7, Lukas Verlag, 1. Ausgabe, Berlin 20012 S. 164
  352. Gerd Heinrich: Kulturatlas Brandenburg - Historische Landkarten - Geschichte der Mark im Überblick, hendrik Bäßler Verlag, 4. Auflage, Berlin 2015, S. 23
  353. Frank Göse: Friedrich der Grosse und die Mark Brandenburg: Herrschaftspraxis in der Provinz, Studien zur brandenburgischen und vergleichenden Landesgeschichte, Band 7, Lukas Verlag, 1. Ausgabe, Berlin 20012 S. 7
  354. Jan Winkelmann: Die Mark Brandenburg des 14. Jahrhunderts: markgräfliche Herrschaft zwischen räumlicher Ferne und politischer Krise, Lukas Verlag, 1. Auflage, Berlin 2011, S. 111
  355. Jan Winkelmann: Die Mark Brandenburg des 14. Jahrhunderts: markgräfliche Herrschaft zwischen räumlicher Ferne und politischer Krise, Lukas Verlag, 1. Auflage, Berlin 2011, S. 135–140
  356. Jan Winkelmann: Die Mark Brandenburg des 14. Jahrhunderts: markgräfliche Herrschaft zwischen räumlicher Ferne und politischer Krise, Lukas Verlag, 1. Auflage, Berlin 2011, S. 141f
  357. Jan Winkelmann: Die Mark Brandenburg des 14. Jahrhunderts: markgräfliche Herrschaft zwischen räumlicher Ferne und politischer Krise, Lukas Verlag, 1. Auflage, Berlin 2011, S. 144
  358. Achim Beyer: Die kurbrandenburgische Residenzenlandschaft im langen 16. Jahrhundert, Berliner Wissenschaftsverlag, Berlin 2014, S. 24, S. 33
  359. Achim Beyer: Die kurbrandenburgische Residenzenlandschaft im langen 16. Jahrhundert, Berliner Wissenschaftsverlag, Berlin 2014, S. 32
  360. Ines Elsner: Friedrich III./I. von Brandenburg-Preußen (1688-1713) und die Berliner Residenzlandschaft: Studien zu einem frühneuzeitlichen Hof auf Reisen- Ein Residenzhandbuch, Berliner Wissenschaftsverlag, Berlin 2012, S. 53, 58
  361. Achim Beyer: Die kurbrandenburgische Residenzenlandschaft im langen 16. Jahrhundert, Berliner Wissenschaftsverlag, Berlin 2014, S. 24, S. 109
  362. Ines Elsner: Friedrich III./I. von Brandenburg-Preußen (1688-1713) und die Berliner Residenzlandschaft: Studien zu einem frühneuzeitlichen Hof auf Reisen- Ein Residenzhandbuch, Berliner Wissenschaftsverlag, Berlin 2012, S. 80f
  363. Peter Bahl: Der Hof des Großen Kurfürsten: Studien zur höheren Amtsträgerschaft Brandenburg-Preußens, Böhlau Verlag, Köln Weimar Wien 2001, S. 92–95
  364. Ines Elsner: Friedrich III./I. von Brandenburg-Preußen (1688-1713) und die Berliner Residenzlandschaft: Studien zu einem frühneuzeitlichen Hof auf Reisen- Ein Residenzhandbuch, Berliner Wissenschaftsverlag, Berlin 2012, S. 30
  365. Christopher Clark: Preußen - Aufstieg und Niedergang 1600–1947, Pantheon Verlag, 2006, S. 35
  366. (Hrsg.) Frank Göse, Winfried Müller, Kurt Winkler, Anne-Katrin Ziesak: Preußen und Sachsen – Szenen einer Nachbarschaft, Sandstein Verlag, 2014, S. 70
  367. Leibetseder, Mathis: Kammergericht, publiziert am 2.02.2019; in: Historisches Lexikon Brandenburgs, URL: http://www.brandenburgikon.de
  368. Gerd Heinrich: Kulturatlas Brandenburg - Historische Landkarten - Geschichte der Mark im Überblick, hendrik Bäßler Verlag, 4. Auflage, Berlin 2015, S. 23