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St. Benedikt (Eichenbarleben)

katholische Kirche in Eichenbarleben, Sachsen-Anhalt
Außenansicht

Die Kirche Sankt Benedikt ist die katholische Kirche in Eichenbarleben, einem Ortsteil der Einheitsgemeinde Hohe Börde im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zur Pfarrei „St. Christophorus“ mit Sitz in Haldensleben, im Dekanat Stendal des Bistums Magdeburg. Die nach den heiligen Benedikt von Nursia benannte Kirche befindet sich an der Bundesstraße 1 und hat die Adresse „An den Kirchen 1“. Sie ist im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt (10.2, S. 52) verzeichnet.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Mit der Einführung der Reformation im 16. Jahrhundert wurde die Bevölkerung und die St.-Nicolai-Kirche von Eichenbarleben evangelisch-lutherisch.

Ab etwa Mitte des 19. Jahrhunderts ließen sich in Eichenbarleben und umliegenden Dörfern der Magdeburger Börde wieder Katholiken nieder, sie waren als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft tätig. 1859 wurde seitens der Pfarrei Althaldensleben in Eichenbarleben eine Missionspfarrei errichtet, für ihre ab dem 22. Oktober 1859 stattfindenden Gottesdienste stellte ein katholischer Kaufmann in seinem Haus (Eichenbarleben Nr. 22) einen Raum als Kapelle zur Verfügung.

Infolge des Zweiten Weltkriegs erhöhte sich die Zahl der Katholiken im Raum Eichenbarleben durch Flüchtlinge und Heimatvertriebene aus Ostpreußen, Schlesien und dem Sudetenland auf rund 1500. Die seelsorgliche Betreuung erfolgte zunächst weiter durch Geistliche aus Althaldensleben. 1947 kam der Benediktinerpater Basilius Urbasek (1915–2008) aus dem Kloster Rohr (Niederbayern) nach Eichenbarleben in die Sowjetische Besatzungszone, und fügte als Vikar der Pfarrei Althaldensleben die Katholiken im Gebiet von Eichenbarleben zu einer Gemeinde zusammen.[1] Die Gottesdienste hielt er in den evangelischen Kirchen von Eichenbarleben, Hermsdorf, Hohenwarsleben und Irxleben. Am 1. November 1947 wurde in Eichenbarleben eine zur Pfarrei Althaldensleben gehörende Kuratie errichtet.

Am 14. August 1952 erfolgte durch Pfarrer Karl Graskämper die Grundsteinlegung, und mit großer Eigenleistung der Gemeindemitglieder wurde die St.-Benedikt-Kirche erbaut. Ein CDU-Abgeordneter der Volkskammer hatte für die erforderlichen Genehmigungen gesorgt. Am 14. Juni 1953 wurde die Kirche durch Friedrich Maria Rintelen, den in Magdeburg residierenden Weihbischof des Erzbistums Paderborn, zu dem Eichenbarleben damals gehörte, eingeweiht. Am 1. April 1954 folgte die Erhebung der Kuratie zur Pfarrvikarie, und Pater Basilius Urbasek wurde ihr erster Vikar. Zur Pfarrvikarie Eichenbarleben gehörten außer Eichenbarleben auch die Ortschaften Bornstedt, Drackenstedt, Hemsdorf, Hermsdorf, Hohenwarsleben, Irxleben, Mammendorf und Ochtmersleben. 1954 wurden auch das neben der Kirche gelegene Pfarrhaus und ein kleines Jugendheim fertiggestellt. 1956 wurde Pater Basilius Urbasek wieder in das Kloster Rohr zurückversetzt, Pfarrvikar Waldemar Karl (1927–2016)[2] wurde sein Nachfolger.

Im Dezember 1975 verließ mit Pfarrvikar Willy Schmitz der dritte und letzte ortsansässige Priester Eichenbarleben. Ab 1976 wohnte Diakon Johannes Hoffmann (1932–2018) im Eichenbarlebener Pfarrhaus und gestaltete das Gemeindeleben. Nachdem er bereits 1998 pensioniert worden war, zog er 2002 in die Pfarrei Maria Hilfe der Christen nach Magdeburg.[3]

Vom 1. Januar 2000 an gehörte die Kirche zur Neu Olvenstedter Pfarrei St. Josef,[4] zuvor hatte sie zwischenzeitlich zur Herz-Jesu-Gemeinde in Eilsleben gehört. Am 1. März 2007 wurde der Gemeindeverbund „Haldensleben – Eichenbarleben – Groß AmmenslebenWeferlingenWolmirstedt“ gegründet, zu dem von da an die Kirche gehörte.[5] Am 2. Mai 2010 entstand aus dem Gemeindeverbund die heutige Pfarrei „St. Christophorus“. Zu ihr gehören außer der St.-Benedikt-Kirche auch die Kirchen „St. Johannes Baptist“ in Althaldensleben, „Heilig Kreuz“ in Calvörde, „St. Nikolaus von der Flüe“ in Colbitz, „St. Peter und Paul“ in Groß Ammensleben, „St. Liborius“ in Haldensleben, „St. Josef und St. Theresia vom Kinde Jesu“ in Weferlingen, „St. Josef“ in Wolmirstedt sowie die Wallfahrtskapelle „St. Anna“ auf Gut Glüsig. Die Pfarrvikarie Eichenbarleben wurde in diesem Zusammenhang aufgehoben. Gemäß der Volkszählung in der Europäischen Union 2011 gehörten von den 18.133 Einwohnern der Gemeinde Hohe Börde 480 der römisch-katholischen Kirche an, somit 2,6 %.

Architektur und AusstattungBearbeiten

 
Innenansicht

Die kleine, geostete Saalkirche ist aus regionalen roten Bruchsteinquadern (Bebertaler Sandstein) erbaut, ausgeführt als Langhaus mit eingezogenem Rechteckchor. Sie befindet sich nur etwa 60 Meter von der evangelischen St.-Nicolai-Kirche entfernt. Über dem Eingangsportal der St.-Benedikt-Kirche befindet sich ein Oculus, darüber der turmartige Dachreiter, in dem sich eine Glocke befindet. Bemerkenswert ist das auf dem Dachreiter befindliche Kreuz. Abweichend von der gewohnten Form hat es nicht wie üblich zwei Kreuzbalken, sondern drei. In jede Himmelsrichtung weist ein Kreuzbalken, und von jeder Blickrichtung aus ist es als Kreuz erkennbar.

Der Innenraum bietet 72 Sitzplätze. An der Rückwand des Altarraumes befinden sich ein Kruzifix und ein Wandteppich; er stellt die Heiligen Johannes Nepomuk, Notburga von Rattenberg, Bonifatius, Scholastika von Nursia, Benedikt von Nursia, Hedwig von Andechs, Norbert von Xanten und Elisabeth von Thüringen dar. Links und rechts vom Altarraum haben eine Marienstatue und das Taufbecken ihren Platz, an den Seitenwänden der 14 Stationen umfassende Kreuzweg. Die Orgel auf der Westempore wurde 1980 vom „VEB Frankfurter Orgelbau Sauer“ als Opus 2110 gefertigt. Unter der Orgelempore befinden sich eine Pietà, eine kleine Darstellung der heiligen Walburga und der Beichtstuhl.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: St. Benedikt (Hohe Börde) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten